Wir drehen mal ne Runde

Weltreise von Andrea und Christoph

Blog

Dies ist dein Tour-Blog. Füge Einträge mit Fotos und Standort hinzu oder einfach nur Text und dokumentiere was du gesehen hast, wo du warst und worüber du nachgedacht hast. Wenn du möchtest, lass andere deinem Tour-Blog folgen und an deinen Erfahrungen teilhaben. Wie das geht? Hier entlang zum Video-Handbuch.

Beginne jetzt mit dem Bloggen und…

Station erstellen
Christoph Small

Ciudad de Panama

Verglichen mit den Städten in Südamerika spürt man in Panama City, dass man den USA näher kommt. Die Stadt hat eine prominente Skyline, und auch viele Retailer aus den USA verkaufen hier ihre Produkte. Der Schein trügt jedoch, schon wenig abseits des Zentrums wohnen die Leute unter sehr einfachen Bedingungen.  

Von Panama City aus können einige tolle Ausflüge gemacht werden. So findet sich der Panama Kanal und die Miraflores Schleuse direkt vor der Haustüre Panamas. Es ist schon eindrücklich, die riesigen Frachtschiffe beim Manövrieren zu beobachten. Weiter dem Kanal entlang Richtung des Atlantiks findet man sich nach wenigen Fahrminuten im Regenwald. Wir haben diesen von Panama City aus mit einem Guide angeschaut, besonders die Begegnung mit Kapuzineräffchen war lustig. Und auch Panama City selber hat einen kleinen Wald hoch auf einem Hügel, ab welchem wir eine schöne Sicht auf die Stadt genossen.

Am Ende stand noch ein wenig Shopping auf dem Programm, unsere Reise geht ja leider bald zu Ende – und Panama City ist dafür mit seinen riesigen Shoppingcentern bestens geeignet.

Nächstes Ziel ist Ecuador – unser letztes Land der Weltreise. Wir verbringen fünf Nächte in Quito und schliessen unsere tolle Reise mit dem Besuch der Galapagos-Inseln ab.

Panama City
Panama, Panama
Christoph Small

Archipiélago de Bocas del Toro

Von Las Lajas nach Bocas del Toro sind wir wie die Locals hier mit Minibussen – vollgestopft und mit lauter Musik – gereist; ein lustiges Erlebnis. Von Amirante im Nordosten Panamas ging es mit einem kleinen, wiederum überfüllten Boot weiter zum Archipel. Wir erwischten hier die Karnevalzeit, und so durften/mussten wir aufgrund der hohen Auslastung in teureren Unterkünften übernachten. Die erste, Oasis over the Sea, befand sich auf einer Nachbarsinsel, nur ca. zwei Bootsminuten von der Hauptinsel entfernt. Die Wassertaxis fahren hier wie wild hin und her, mit einem Dollar pro Person ist man dabei. Die Insel Carenero, auf welchem unser Hotel stand, ist nicht weiter erwähnenswert, das Hotel war aber wunderschön und die gebuchte Suite (es war das einzig bezahlbare Zimmer in ganz Bocas) weit über unserem gewohnten Standard.

Das Hauptort auf der Insel Colon wird Bocas, wie eigentlich das ganze Archipel, genannt. Eine lebendiges Städtchen voller Touristen und Aussteigern. Der Vibe der Karibik ist hier definitiv spürbar: bunte Häuser, farbige Souvenirs, Typen mit Rastas, und viele, welche sich gerne eingewickelten Salat reinziehen. Uns hat es gut gefallen, ein tolles Örtchen für ein paar Tage, aber nicht länger....

Vom Hauptort oder unserer Insel nebenan kann man verschiedene Ausflüge zu wunderschönen Stränden machen. Wir haben uns für eine etwas weiter entfernte Insel entschieden, dafür stand auf dem hinweg Delfingucken auf dem Programm; immer wieder schön. Auch die Insel war wieder paradiesisch, nur das baden war aufgrund des starken Wellenganges wenig entspannen.

Von Bocas del Toro zurück nach Panama City haben wir uns einen Flug mit einem Propellerflugzeug gegönnt. Der Flughafen ist dort ganz klein und ist von Bocas aus zu Fuss erreichbar, was die Rückreise schon von Anfang an zu einem schönen Ereignis machte. Zusätzlich war nämlich die Aussicht aus dem Flugzeug runter aufs Archipel wahnsinnig schön.

Bocas Town
Bocas del Toro, Panama
Christoph Small

Vom Paradies ins nächste

Wir lassen es uns gut gehen. Die autonomen San-Blas-Inseln im Karibischen Meer vor Panama werden von der Kuna – einer indigenen Ethnie Panamas – bewohnt.  Eine richtige touristische Infrastruktur gibt es (noch) nicht, Touristen werden von Panama mit einem 4x4 Jeep in den Norden gefahren, von dort geht es mit kleinen Booten zur Insel nach Wahl. Wir haben uns für die  schöne und ruhige Insel Chichime entschieden. Und die Insel kommt paradiesisch daher, wie man es sich aus dem Katalog vorstellt. Weisser Sandstrand mit Palmen und sehr klarem Wasser. Ausser im Meer baden kann man hier aber eigentlich nichts tun, die Eigentümer der Lodges machen schon sehr wenig daraus. Keine Liegestühle, kein brauchbares Snorkeling-Gear,  kaum Snacks zu kaufen, viel Abfall etwas abgelegen von den Gebäuden und unfreundliches, sehr desinteressiertes Personal. Kein Vergleich mit den singenden und lustigen Inselbewohnern auf Fiji. Wenigstens waren die immer frisch zubereiteten Fischgerichte gut. Chichime gilt übrigens als die Insel, welche den Touristen im Vergleich viel bietet, irgendwie etwas Abzocke, aber schön war es trotzdem.

Zurück in Panama City sind wir mit dem Bus nach Westen in Richtung Costa Rica gefahren. Kurz vor David – der zweitgrössten Stadt Panamas – sind wir in Las Lajas ausgestiegen und logieren nun schon seit zwei Tagen in der von Melina empfohlenen Unterkunft „Naturalmente Boutique Bungalows“. Und hier ist es wirklich wieder wie im Paradies, schöne Bungalows, schöner Pool und unglaubliche Sonnenuntergänge. Und seit langer Zeit essen wir hier wieder konstant richtig gut, Pizza und Pasta sind hier der Wahnsinn und zum Frühstück gibt es neben sieben verschiedenen Früchten täglich süsses Gebäck oder Spiegeleier mit Speck, Käse und selbst gemachtem Brot. Auf einer Weltreise trifft man eigentlich nie auf ein solches Frühstück - wir geniessen es in vollen Zügen. Etwas entfernt erstreckt sich einer der längsten Strände von Zentralamerika, der Strand von Las Lajas ist bei Ebbe sehr breit und über 20km lang. Wir bleiben länger als geplant, einerseits gefällt es uns super hier, andererseits sind aufgrund des Karnevals alle bezahlbaren Unterkünfte nahe des Vulkans Baru – unserem eigentlich nächsten Ziel – besetzt. Wir verzichten darauf und werden bald zum nächsten Paradies aufbrechen – Bocas del Toro im Nordwesten nahe der Grenze zu Costa Rica.

Panama
, Panama
Christoph Small

Weltwunder Erde (III/III) – Salar de Uyuni in Bolivien

Früh morgens holte uns ein Shuttle-Bus in Richtung Grenze nach Bolivien ab. Die Formalitäten auf chilenischer Seite konnten wir nach einstündigem Anstehen direkt in San Pedro erledigen, das bolivianische Zollhäuschen stand dann fast 2'000 Höhenmeter höher mitten im Nirgendwo.

Für die nächsten drei Tage ging es mit einem Jeep für sechs Leute plus Fahrer durch den Südosten von Bolivien. Mit uns im Jeep waren Andi und Sylive – wir haben dies so geplant – sowie Pius und Lucas. Pius ist seit sieben Jahren frühpensionierter Berufsschullehrer und geniest seitdem das Leben in vollen Zügen. Ausgewandert in die Dominikanische Republik hat es in nun nach Südamerika verschlagen. Er nimmt es aber eher gemütlich, solche Reisen sind eigentlich nicht so sein Ding. Und so Stand er auch ohne Proviant, bolivianischem Geld und ohne Jacke (es kann in der Nacht schon so um die null Grad werden) vor uns. Dank seiner wahrscheinlich ausgeprägten Erfahrung für solche Situationen konnte er aber alles irgendwie regeln – ein ganz sympathischer Typ. Lucas ist aus Brasilien und musste, umgeben von so vielen Schweizern, Tschau Sepp resp. bye bye Jose und Schweizerdeutsch lernen. Die Deutschschweizer Karten kannte er sehr schnell und sofort war er ein ernst zunehmender Konkurrent für uns.

Am ersten Tag ging es nach dem Frühstück an der Grenze von Bolivien nordwärts zu verschiedenen Lagunen (u.a die Laguna Verde und die Laguna Colorada), welche allesamt wunderschön waren. Übernachtet haben wir auf über 4'600 Metern, was für uns alle schon eine kleine Herausforderung war. Dank des Neuschnees über Nacht zeigte sich uns die Natur wie ausgewechselt. Irgendwie schon speziell, wenn man eine Wüstenlandschaft voll von Schnee vor sich hat. Da es viel geregnet hat, konnten wir nicht wie geplant schon heute in die Salar de Uyuni fahren, dafür besuchten wir weitere schöne Lagunen (Lagunas Canada, Hedionda und Honda) und tolle Felsformationen (u.a. die schneebedeckten Arbol de Piedra). Auch eine kleine Schneeballschlacht gegen die einheimischen Fahrer durfte nicht fehlen. Sie profitierten vom Heimvorteil (extreme Höhe) und gewannen die Schlacht wohl ganz knapp. Übernachtet haben wir diesmal etwas tiefer, in Culpina K.

Am dritten Tag ging es dann endlich hinein in die Salzwüste, welche aufgrund der Regenzeit teilweise unter Wasser stand. Wir haben hier ganz viele Fotos geschossen, am besten schaut ihr euch einige davon an – in Worte fassen kann ich dieses Naturphänomen nämlich nicht. Zuvor haben wir nahe Uyuni noch einen Eisenbahnfriedhof besucht, ein richtig toller Spielplatz zum rumturnen und Fotos schiessen.  

Sylive und Andi verabschiedeten wir in Uyuni, für sie geht es weiter nach La Paz und dann Richtung Peru. Wir wünschen ihnen eine tolle Reise mit vielen Erlebnissen. Für uns zwei, Pius und Lucas ging es per Jeep zurück.

Geplant war eigentlich die Weiterreise Richtung Norden durch Bolivien, Peru bis nach Quito in Ecuador. Da wir aber keine Lust auf Regen haben - und diese ist dort während der Regenzeit wahrscheinlich - haben wir uns spontan entschieden, den nächsten Flieger nach Panama zu nehmen. Dort ist das Wetter momentan toll und es liegt auch nicht weit von unserem letzten Ziel Quito und den Galapagos Inseln entfernt. Also ab in die Karibik.

Uyuni
Potosi, Bolivia
  • Small
    Kerstin & Constantin hat am kommentiert:

    Servus, wir sind auch auf dem Weg Richtung Atakame und Uyuni. Mit welcher Agentur wart Ihr den unterwegs und ist die zu empfehlen?

  • Small
    Kerstin & Constantin hat am kommentiert:

    Servus, wir sind auch auf dem Weg Richtung Atakame und Uyuni. Mit welcher Agentur wart Ihr den unterwegs und ist die zu empfehlen?

  • Small
    Christoph hat am kommentiert:

    Wir waren mit Cordillera Traveller unterwegs, wird auch von Lonely Planet empfohlen. Wir waren (wie auch alle anderen der Gruppe) sehr zufrieden, aber auch dieser Anbieter bekommt nicht nur gute Feedbacks. Ist wohl etwas Glückssache, wir würden aber wieder mit Cordillera gehen.

Christoph Small

Weltwunder Erde (II/III) – Atacama

Auf der anderen Seite des Passes erwartete uns in Chile eine ganz andere Landschaft. Die Atacama Wüste gilt als eine der trockensten Gebiete weltweit; an einigen Stellen soll es schon seit mehreren Jahren nicht mehr geregnet haben. Ausgangsort ist das unter Touristen beliebte San Pedro de Atacama, welches uns – zur Überraschung aller – mit Regen begrüsste. Der heftige Schauer hielt aber nur kurz und so konnten wir am Abend im Stätdchen noch unsere spätere Tour nach Bolivien buchen. Ausser Essen und Touren buchen, macht man in San Pedro nicht viel, und so ging es am nächsten Morgen auf zur Atacama Wüste, wo wir bei der Chaka Lagune Flamingos beim schlürfen von Wasser beobachten konnten. Nach einem Besuch eines kleinen Dorfes ging es hoch hinauf zu den beiden schönen Lagunen Miscanti und Meniques. Die Szenerie war schon fast kitschig - türkisfarbene Lagunen, im Hintergrund ein schöner Vulkan und davor einige Lamas und Vicunas. Ein toller Tag, auf welchem uns Christoph begleitete – er war zufälligerweise auf dem gleichen Bus von Salta nach San Pedro und so machten wir einige Touren hier mit ihm.

Am Abend sind wir zusammen und mit einem weiteren Paar aus der Schweiz ins Valle de la Luna oder das Chilenische Death Valley gefahren, eine der Mondoberfläche anscheinend ähnelnde Landschaft. Wiederum eine verblüffend schöne Landschaft mit einem Sonnenuntergang über dem Tal als Krönung. Die Sehenswürdigkeiten dort haben klingende Namen wie The Balcony, Tres Marias oder Great Dune.  

Andi und Sylvie, das Schweizer Paar, haben wir übrigens auch im Bus aus Salta kennengelernt, zwei sehr interessante und nette Leute. Am dritten Tag ging es mit ihnen per privatem Trip samt Fahrer in die Tara Wüste. Christoph musste leider zu Hause bleiben, der Magen spielte heute bei ihm verrückt, was er hier leider bei jedem immer wieder tut. Wir hatten Glück und  erwischten einen richtig lustigen Driver aus Bolivien. Wir verstanden zwar ihn nicht und er uns nicht, aber mit Händen und Füssen und vielem Lachen verständigten wir uns prima. Er kochte für uns sogar feine Pasta und hatte guten Käse und Salami dabei. Und auch hier – was für eine Landschaft. Weiss angeschneite Vulkane ragen vor herrlichen Lagunen mit Flamingos empor – einfach unbeschreiblich.

Am Abend verabschiedeten wir uns von Christoph, er ging weiter Richtung Süden. Da Andi und Sylvie ihre Reise Richtung Bolivien und Chile fortsetzen, werden wir die Tour zur Salar de Uyuni in Bolivien gemeinsam beginnen.

San Pedro de Atacama
Antofagasta Region, Chile
Christoph Small

Weltwunder Erde (I/III) – Salta und Umgebung

Was hatten wir hier Spass, Weltwunder Erde meinte es wiedermal gut mit uns. Während zwei Wochen haben wir Salta und Umgebung in Argentinien, die Atacama Wüste um San Pedro de Atacama in Chile und das Hochplateau samt Salar de Uyuni in Bolivien bereist – Wahnsinn. Im ersten Teil der Trilogie überhaupt geht es um Salta und Umgebung.

Salta erreichten wir per Flugzeug von Buenos Aires aus. Was uns dort antraf, überstieg alle Erwartungen und Hoffnungen, stand das Gebiet eigentlich nie so recht auf unserer Destinationsliste. Ein grosses Werbeplakat mit der Landschaft rund um Salta am Flughafen in Buenos Aires einige Wochen zuvor überzeugte uns jedoch und lies uns Salta ansteuern.

Salta, genannt La Linda oder die Schöne ist Hauptort der gleichnamigen Provinz im Nordwesten Argentiniens. Sie gilt als eine der schönsten Städte des Landes, da im Ortskern überdurchschnittlich viele Kolonialbauten im spanischen Stil erhalten blieben (Eine günstige Besteuerung von Bauten in diesem Stil ermöglichte dies). Salta ist perfektes Ankunftsort, um sich langsam an das Leben hier in den Anden zu gewöhnen. Am ersten Tag erledigten wir Büroarbeit – wir buchten eine zweitägige Tour, regelten die Anmietung eines Autos und kauften Bustickets nach San Pedro de Atacama in Chile.  Am späteren Nachmittag ging es – natürlich mit einer Seilbahn einer Firma aus Goldau – auf den Hausberg Saltas, von wo wir schöne Ausblicke auf die Stadt genossen. Wieder unten schlenderten wir am Abend durch die zwei autofreien Gassen. Der Duft und das Treiben dort erinnerte stark an eine Chilbi bei uns in der Schweiz, roch es doch nach Zuckerwatte und gebrannten Mandeln, welche die Verkäufer lautstark anpriesen.

Mit einem umgebauten Truck ging es dann aber bald hinaus ins Abenteuer. Westwärts fuhren wir entlang der bekannten Zugstrecke „Trend a las Nubes“ in Richtung Chile, stetig hinauf in die Anden auf eine Höhe von über 4'000 Meter. Über San Antonio de los Cobres, einem typischen Andendorf, erreichten wir nach einigen Stunden hoch in der Puna von Argentinien die Salinas Grandes, die grössten Salzseen in Argentinien. Hier erhielten wir einen Vorgeschmack der Salar de Uyuni, welche wir fast zwei Wochen später sehen sollten.  Schon die Fahrt hinauf auf das Altiplano war schon sagenhaft schön, doch die Fahrt wieder runter noch schöner. Die Flora deckte das ganze Spektrum zwischen grün und gelb ab (Farbentheoretiker bitte nicht zu genau nehmen) und Felsen in unzählig verschieden Rottönen leuchteten uns entgegen. Und als wir glaubten, es ginge nicht mehr schöner, erreichten wir Purmamarca, wo wir die Nacht verbrachten. Hier gibt es einen schönen Rundgang um den Hügel „Seven Colors“, wir sahen aber mindestens fünfmal so viele Farben. Am nächsten Tag besuchten wir Tilcara, wo wir Ruinen einer Festung besuchten sowie einige weitere Dörfchen entlang der Route, bevor wir wieder den gleichen Weg zurück nach Salta in Angriff nahmen. Das Gebiet (Quebrada de Humahuaca) wurde von der Unesco in ihre berühmte Liste aufgenommen, kein Wunder bei dieser Landschaft. Gegen Abend erreichten wir etwas müde aber sehr zufrieden Salta.

Die nächsten drei Tage waren wir wieder etwas flexibler, da uns ein Auto zur Verfügung stand. Spontan zogen wir zu dritt los, machte doch die zuvor getroffene Melina einen netten Eindruck. Die Fahrt von Salta in den Süden Richtung Cafayate ist anfangs unspektakulär, aber plötzlich geht es Schlag auf Schlag, den Mund zu schliessen lohnte sich vor lautem Staunen gar nicht mehr (und dies trotz vielem Sand in der Luft). Schaut euch doch einfach die Fotos an, das Gebiet heisst übrigens Quebrada del Rio de las Conchas.

In Cafayate blieben wir zwei Nächte. Am zweiten Tag erkundeten wir mit dem Fahrrad die Umgebung, d.h. von einem Bauernhof, welcher Käse herstellt ging es weiter zu einem Weingut und dann zum nächsten. Es war ein richtig entspannter und angenehmer Tag. Melina ist übrigens wieder so eine Verrückte Sportlerin, während wir es jeweils knapp zum Frühstück schafften, brachte sie schon ihre alltäglichen 15km hinter sich. Sonst ist sie aber ganz normal :) und sehr nett, vielen Dank Melina für die lustigen und tollen drei Tage.
 
Ich selber freute mich auf den nächsten Tag und die Autofahrt nach Cachi dem Valles Calchaquies entlang. Die Strassen waren schlecht, viele Kurven, Wasserstellen und Sandpisten, richtig geil zu fahren. Und die Natur dazu, so genial wie während der letzten Tage. In Cachi trafen wir einen Ostschweizer, welchen wir von seiner Tour erlösten und zurück nach Salta nahmen – er heisst ebenfalls Christoph.

Eine Woche Salta und Umgebung, einfach genial und eine Empfehlung für jeden, welchem der Westen der USA gefällt. Mit dem Bus sind wir am nächsten morgen über den Pass de Jama weiter nach San Pedro de Atacama in Chile. Für Melina ging es Richtung Süden nach Mendoza.  

Salta
Salta, Argentina
Christoph Small

Abstecher nach Uruguay

Überquert man den Rio de la Plata von Buenos Aires her mit dem Schiff landet man im malerischen Colonia de Sacramento in Uruguay. Wir haben uns für einen einwöchigen Abstecher nach Uruguay entschieden. Einerseits ist es immer interessant, ein neues Land kennenzulernen, andererseits wollten wir uns US-Dollar beschaffen, da das Reisen mit USD in Argentinien um einiges günstiger ist.  

Geankert in Colonia nahmen wir einen Bus nach Montevideo, der Hauptstadt des Landes. In Uruguay gehen die Uhren etwas langsamer, was uns auch Einheimische in unserem Alter bestätigten. Diese finden diese Träge nicht immer ganz so toll und sehen Ihre Zukunft eher in Buenos Aires. Uruguay sei ein Paradies für Rentner, aber nicht für die Jugend, die Perspektiven würden schlichtweg fehlen, meinte eine Studentin aus Montevideo. 

Uns selber hat der kurze Einblick gut gefallen, tatsächlich ist hier alles etwas gemütlicher, auch kann man ohne Bedenken auch mal die Spiegelreflexkamera um den Hals hängen, was in Rio oder Buenos Aires unvorstellbar war. So schlenderten wir gemütlich per Fuss oder Fahrrad durch die Hauptstadt. Um den Hauptplatz und in den Gassen der Altstadt laufen die Einheimischen mit Thermokanne und einer speziellen Tasse herum, um ihrem geliebten Matte-Tee (starker Grüntee) stets geniessen zu können. Überall findet man kleine Märkte mit Souvenirs, die Stadt besitzt aber überraschenderweise auch über eine Vielzahl von coolen Kleiderläden, was von anderen Orten in Südamerika nicht immer behauptet werden kann. 

Interessant an Uruguay ist auch die Geschichte des seit 2014 turnusbedingt abgelösten Präsidenten José Mujica. Der Sozialist war während der Militärdiktatur 13 Jahre lang inhaftiert, darunter auch zwei Jahre auf dem Grund eines Brunnens. Er ist für seine Bescheidenheit bekannt, spendet er doch nach Berichten bis zu 90% seiner Gehalts an wohltätige Organisationen. In den Umzug des Präsidentenpalasts verzichtete er und lässt sein bescheidenes Haus etwas ausserhalb von Montevideo nur durch seine Hündin und zwei Polizisten unten an der Strasse bewachen. Er fährt einen alten hellblauen VW Käfer und trägt anstelle von Krawatte einen Pullover.  Er sei der Grossvater der Nation, meinte eine Uruguayerin. 

Nach drei Tagen in Montevideo ging es per Bus zum romantischen, ehemaligen Schmugglerörtchen Colonia de Sacramento, welches nur etwas über 50 Kilometer von Buenos Airs durch den Rio de la Plata getrennt liegt. Die schmalen Kopfsteinpflasterstrassen haben das gewisse Etwas, uns hat es sehr gut gefallen. Überrascht waren wir über den frühen Beginn des Karnevals hier, und so kamen wir glücklicherweise schon Mitte Januar in den Genuss eines Umzuges. Viele Leute am Strassenrand genossen verkleidete Trommler und knapp bekleidete Sambatänzerinnen. 

Wir wären gerne noch etwas länger in Uruguay geblieben, uns gefällt hier vor allen die spürbar entspannte Atmosphäre, zu gerne hätten wir das Land per Mietwagen bereist. Doch leider läuft uns so langsam die Zeit davon, in 41 Tagen dürfen wir in Quito unsere Reise zu den Galapagos-Inseln antreten. Also ab in den Norden, nächsten Ziel ist Salta in Argentinien. 


Uruguay
, Uruguay
Christoph Small

Heiss, heisser, Rio

Unter dreiunddreissig Grad viel das Thermometer am Tag wohl nie. Rio de Janeiro ist wunderschön an der Guanabara-Bucht gelegen. Die Lage der Stadt ist die eigentliche Attraktion, am Eingang der Bucht liegt der Zuckerhut und wunderbare Strände liegen vor dem Stadtzentrum. Der bekannteste dürfte wohl der Strand an der Copacabana sein; dort hatten wir – einige Blocks nach hinten versetzt – unser Hotel.

Am Strand ist schon morgens viel los, die ersten wagten sich schon zum Strand während andere an den Strand hinauf und hinab joggten. Alle paar Meter warten kleine Kioske mit Matte-Tee und Kokosnusssaft. Es ist ziemlich spannend, auf der Promenade zu spazieren und dem bunten Treiben zuzuschauen. Der Strand ist – wie beim weiter südlich gelegenen Strand von Ipanema in Blocks aufgeteilt. Während sich in einem Strandabschnitt vor allen schön und reich traf, lachten und spielten an einem anderen Ort die Kinder der nahegelegenen Favelas.

Von unserer Base in Copacabana unternahmen wir jeweils kleinere Ausflüge, am Abend bummelten wir in den Strassen von Copacabana und gingen fein essen. Unser erstes Ausflugsziel war der Corcovado mit seiner riesigen Christusfigur. Zwar ist dieser nicht weit weg, aufgrund sehr vieler Touristen wurde dieser aber zur Geduldsprobe. Nach längerem Anstehen wurden wir mit Mini-Bussen auf den 710m hohen Berg gefahren. Die Aussicht vom Corcovado ist dann dafür aber toll und die Statue wirklich riesig.

Am nächsten Morgen besuchten wir das Pendant zum Corcovado, den Zuckerhut. Zwei Seilbahnen führen über einen kleineren Berg hinauf zum Zuckerhut. Die Werbeflächen dort oben fallen übrigens gross aus und sind einem einzigen Unternehmen vorbehalten: Victorinox. Zum Glück klappte der Transport hier um einiges besser, und so war dieser Ausflug um einiges entspannter als jener am Vortag. Auch die Aussicht vom Zuckerhut ist doch nochmals um einiges besser als vom Corcovado, man sah die herrliche Stadt mit Hafen, Hochhäusern, den Favelas an den Hängen und den Stränden sehr gut. Zurück auf Meereshöhe spazierten wir noch einige Kilometer durch die charmanten Strassen von Urca, dem Stadtteil des Zuckerhutes. Am Abend schlugen wir uns unsere Bäuche in einer hervorragenden Churrascaria voll. Das Buffet wartete mit allem, was das Herz begehrt auf – unter anderem mit Rohschinken, Lachs, Meeresfrüchten, grossem Salatbuffet, Paella und verschiedenen Käsesorten. Zusätzlich vergnügten wir uns mit verschiedenen gegrillten Fleischportionen, welche uns am Tisch im Stile einer endlosschleife immer wieder angeboten wurden.

Das Centro ist der urbanere Teil der Stadt mit vielen Geschäften, Geschäftsleuten, Banken und Kirchen. Wir marschierten trotz glühender Hitze brav den vorgeschlagenen Lonley Planet Routenverlauf ab. Gefallen haben uns vor allem die kleinen und verwinkelten Strassen mit netten Cafés. Den Morgen rundeten wir mit einem kleinen Spaziergang zur bunten Fliesentreppe, der Escadaria Seleron, ab. Am Abend blieben wir dem Motto des Essens in einer endlosschleife treu, diesmal aber mit Pizza. Sogar zum Dessert gab es einen Pizza-Slide, bedeckt mit Schokoladencreme, Smarties und einer Kugel Vanilleglace.

Am Samstag besuchten wir Cantagalo-Pavao-Pavaozinho, ein Komplex aus mehreren Favelas. Die vierstündige Privattour wurden von der Isabell Erdmann, einer Deutsche die aber selber in Cantagalo lebt, geführt. Sie konnte uns vieles über die Geschichte, den aktuellen Sorgen und Hoffnungen der dort lebenden Bevölkerung erzählen. Sie selber wird dort sehr geschätzt und immer wieder angesprochen. Wer einige Tage in Rio hat, sollte unbedingt auch diese Seite der Stadt kennen lernen, Isabell ist dazu der perfekte Guide. Für die Muttis und Papis zu Hause (wobei ¼ war ja dabei): Wir haben uns immer sicher gefühlt, sogar sicherer als an der Copacabana, wo Überfälle auf Touristen keine Seltenheit sein sollen.

Das war es schon mit unserem Abenteuer in Brasilien. Mein Papa hat uns ja während den letzten sechs Wochen begleiten. Wir durften mit ihm tolles erleben. Begonnen hat diese Reise in Santiago, Ausgangsort unserer wunderschönen Wochen in Patagonien. Über Buenos Aires und Iguazu sind wir dann in Rio de Janeiro gelandet. Vielen Dank dir für die tolle Zeit und viel Spass zu Hause beim erlernen des Rentnerseins.

Rio de Janeiro
Rio de Janeiro, Brazil
Christoph Small

Cataratas del Iguazu - and much much more

Von Buenos Aires sind wir mit Aerolineas Argentinas nach Puerto Iguazu geflogen, dem Tor zu den Wasserfällen im Länderdreieck von Argentinien, Brasilien und Paraguay. Für die Besichtigung inklusive einem zweitägigen Ausflug in den Jungle haben wir vier Tage budgetiert. Wie sich herausstellte, war die zur Verfügung stehende Zeit eigentlich zu knapp oder gerade ausreichend, denn neben den spektakulären Wasserfällen bietet das Gebiet noch einiges mehr.

Gegen Mittag sind wir in Puerto Iguazu auf der argentinischen Seite der Wasserfälle gelandet. Iguazu ist ein kleines Touristendorf mit einigen netten Beizen und einem Busbahnhof, sonst aber wenig charmant. Nach einem kurzen Zwischenstopp im Hostel ging es am Nachmittag direkt zu den Wasserfällen. Aufgrund unseres straffen Terminplanes hatten wir keine andere Wahl, und zum Glück war das Wetter mit blauem Himmel und kaum Wolken perfekt.

Die Hauptattraktion liegt einige Kilometer ausserhalb des Städtchen. Vom Besucherzentrum fährt ein kleiner Zug zu den ersten beiden Rundgängen mit Aussichtsplattformen. Von dort fährt eine zweite Bahn zu einem etwas weiter entfernten Steg, von welchem die besten Blicke auf die Wasserfälle versprochen werden. Die erste Strecke – 600m – legten wir zu Fuss zurück; wir hatten einfach keine Lust anzustehen. Die zweite Strecke – 2.3km – legten wir dann aber per Bähnchen zurück. Der Steg zum Aussichtspunkt Devil’s Throat ist ein über einen Kilometer langer, schmaler Gittersteg und kein Vergnügen, wenn man die Fälle wie wir in der Hochsaison besucht. Gefühlte tausend Touristen drängten sich durch verschiedene Nadelöhre bis hin zur Aussichtsplattform, welche von nochmals gefühlten tausend Fotoknipser beherbergt war. Wir sind ja nicht besser, waren ja auch dort, aber dank unserer Übung aus China und Südostasien wussten wir, wie man sich in kürzester Zeit die besten Plätze zum Fotografieren erdränglen kann. Sind wir doch sonst sehr zurückhaltende und vortrittslassende Reisende, galten hier für uns für einmal andere Regeln – wir wollten ein gutes Foto – den vor den Wasserfällen spannten sich immer wieder herrliche Regenbögen. Trotz Hektik – einmalig was die Natur hier zu bieten hat. Auf der rechten Seite ein riesiger Wasserfall mit immenser Wassermenge, und links schaute man hinab auf weitere wunderschöne Kaskaden – einfach grossartig. Aufgrund des vielen Regens war ein Teil des Wassers schon braun gefärbt, die weisse Farbe dominierte aber das Erscheinungsbild.

Zurück bei der ersten Bahnstation können zwei weitere Circuits abgelaufen werden, und die Blicke auf die Wasserfälle sind von dort nicht minder spektakulär. Nach jeder Kurve hatte man einen neuen, irgendwie noch schöneren Blick auf das Naturphänomen. Zum Glück sind wir im Zeitalter der digitalen Fotografie angekommen, sonst wären wir mit dem Wechseln der Filme kaum nachgekommen. Auch die drolligen, durchaus frechen Nasenbären mussten natürlich fotografiert werden.

Am Abend, zurück in Puerto Iguazu, gönnten wir uns in einer Innbissbude einen Lomito, eine Art argentinische Antwort auf einen Big Mac, als plötzlich ein heftiges Gewitter über das Gebiet zog. Zum Glück wartete dieses bis am Abend, sonst wäre der Besuch der Wasserfälle ins Wasser gefallen.

Am nächsten Tag liessen wir uns zuerst mit einem Van und später mit einem Truck (der Van schaffte die Strecke aufgrund der gestrigen Regenfälle nicht) zu einer Lodge im Jungle transportieren. Hier verbrachten wir zwei tolle Nächte, vor allem das Essen war das wohl bisher beste in Argentinien. An unserem zweiten Tag unternahmen wir am Morgen einen durch die Lodge angebotenen Jungel-Walk. Dieser war sehr interessant, unser Guide konnte uns viel über das Problem der Regenwälder und die dortige Flora erzählen. Am Nachmittag unternahmen wir eine Kanufahrt auf dem nun sehr braun gefärbten Rio Iguazu, welcher vor den Wasserfällen ziemlich breit, und danach doch recht schmal verläuft. Zu gerne hätten wir die Wasserfälle mit dem Kanu bezwungen, liessen dies dann aber wegen mangelhaftem Einlaufen und schlecht ausgeführten Dehnübungen weg. Tiere haben wir leider kaum gesehen, am Pool ruhten sich einige Leguane aus und in der Nähe vom Hotel versammelten sich wenigstens immer wieder schöne Schmetterlinge. Der Besuch des subtropischen Regenwaldes – gerade auch aufgrund der sehr schönen Lodge – war ein sehr schönes Erlebnis und sollte neben dem Besuch der Wasserfälle wenn möglich Platz finden.

Zurück in Puerto Iguazu ging es am Nachmittag zum wunderschönen Vogelpark Parque des Aves, welcher auf brasilianischem Boden steht. Während die Polizisten aus Argentinien wenigstens den Pass – ohne uns wirklich zu sehen – stempelten, interessierte unser Ankommen in Brasilien niemanden. Der Zoo ist sehr schön gemacht und man kann in einigen grossen Gehegen spazieren und den Tieren so sehr Nahe sein. Die tollen Tierfotos sind daher in bisschen ein Beschiss, wir haben die Motive nicht in freier Natur gesehen. Wir wollten aber unbedingt Tukane sehen – und waren begeistert. Ihre farbigen und grossen Schnäbel sind wirklich faszinierend. Ohne grossem Aufsehen fuhren wir zurück nach Argentinien, wo wir unseren langen Tag auf ganz spezielle Art ausklingen liessen – es war nämlich Vollmond.

Und an Vollmond – was macht man dann so wenn man gerade an einem der schönsten Flecken der Erde ist? Man geht schlafen oder besucht das durch den Mond beleuchteten Spektakel. Wir wählten nicht Variante eins und machten uns zum Luna-Walk auf. Zwar war es etwas bewölkt, die Wasserfälle aber unter diesen schon fast mythischen Umständen zu erkunden war einmalig. Viel besser als am Tag hörten und fühlten wir die Kraft der Wassermenge, und aufgrund der wenigen Touristen war der Besuch auch viel entspannter. Dieses Abenteuer war wirklich eine ausgewöhnliche und geniale Erfahrung.

An unserem vierten Tag stand wieder einiges auf dem Programm. Wir wollten neben den Wasserfällen auf brasilianischer Seite ebenfalls das Wasserkraftwerk mit dem riesigen Staudamm Itaipu besuchen, bevor es dann gegen sechs Uhr mit dem Flugzeug nach Rio de Janeiro gehen sollte. Ein ambitiöser Zeitplan, welcher schlussendlich knapp aufging. Diesmal erhielten wir an der Grenze auch den brasilianischen Stempel, gleichzeitig stellten wir die Uhren eine Stunde nach vorne, was unserem vollgepackten Tag nicht entgegen kam.

Der Itaipu-Staudamm ist ein Gemeinschaftswerk der Länder von Brasilien und Paraguay. Er ist hinter dem Drei-Schluchten-Damm in China der zweitgrösste seiner Gesinnung, gemessen am Output sogar aufgrund der Auslastung die weltweite Nummer eins. In einem Bus sitzend wird man durch dass Gebiet chauffiert, das Bauwerk ist wirklich imposant und faszinierend. Für die technische Tour, bei welcher man das Innere des Damms besuchen könnte, fehlte uns leider die Zeit. Das Kraftwerkt deckt übrigens ungefähr 95% des Strombedarfs von Paraguay und knapp 20% von Brasilien ab. Leider musste dazu grosse Landflächen geflutet werden. Man spricht davon, dass dadurch Wasserfälle, welche noch schöner als jene von Iguazu gewesen sein sollten, unter denn Wassermengen begraben wurden.

Foz do Iguazu in Brasilien ist übrigens um einiges grösser als Puerto Iguazu. Vom im nördlichen Auslauf der Stadt gelegenen Staudamm ging es per Taxi zu den südlich gelegenen Wasserfällen. Für die Besichtigung hatten wir gerade einmal noch eineinhalb Stunden Zeit. Hier verläuft entlang der Wasserfälle nur ein einziger Weg, welcher immer näher zu den Wasserfällen führt, bis man schlussendlich klatschnass am Ende ankommt. Von dieser Seite her schienen uns die Wasserfälle fast noch spektakulärer. Jedoch ist die Attraktion so gewaltig und schön, dass man immer wieder das Gefühl hat, gerade den schönsten Aussichtspunkt erreicht zu haben. Das Wasser war nun übrigens – wie der Fluss bei unserer Kanufahrt – aufgrund der Regenfälle der letzten Tage (vor unserer Ankunft) braun gefärbt. Am Schluss des Weges führt eine Treppe hinauf zum Ort, von welchem die Touristen per Bus wieder zurück zum Besucherzentrum gebracht werden. Von dort sind es zum Glück nur wenige Fahrminuten bis zum Flughafen, welchen wir rechtzeitig erreichten.

Fazit: Die Wasserfälle sind toll und sollten von beiden Seiten besucht werden. Das Gebiet bietet aber noch einiges mehr, sei es der Besuch des Jungles, des Damms oder des Vogelparks. Uns haben vier Tage knapp gereicht, das Wetter hatten wir dabei aber immer auf unserer Seite. Wir mussten aber auch tolle Sachen auslassen (technische Führung Itaipu, einen angeblich sehr schöne Wanderung im Nationalpark auf argentinischer Seite und einige Walks auf der Seite von Brasilien). Man könnte also gut und gerne ein bis zwei Tage anhängen.

Iguazu
Misiones Province, Argentina
Christoph Small

Buenos Aires - Schön charmant

Buenos Aires hat uns richtig gut gefallen. Vergleicht man zumindest das Zentrum der Stadt mit jenen der spannenden und modernen aber manchmal lieblosen Megametropolen Tokio, Shanghai, Hong Kong oder Singapur, überzeugt Buenos Aires mit viel Charme. Auf den Strassen wird schon mal Tango getanzt, schöne europäische Gebäude aus dem 19. Jahrhundert zeichnen das Bild des Stadtzentrums, in San Telmo findet sonntags in den mit Steinen gepflasterten Strassen ein riesiger Markt statt und in La Boca – dem lebhaften Arbeiterviertel – stehen farbige Gebäude aus Wellblech.

Unser Hotel befand sich im Microcentro nahe einer verkehrsfreien Einkaufsstrasse namens Florida, ein Magnet für Touristen, aber auch Einheimische. Der Name unseres Hotels – Gran Hotel Hispano – versprach nicht zu viel. Ein wunderschönes, altes Hotel, in welchem man seine wahrscheinlich frühere wichtige Bedeutung spüren konnte. Wir haben davon einige Bilder reingestellt. Nebenan befindet sich dass unter Touristen sehr beliebte Café Tortoni,  vor welchem sich jeden Tag eine grosse Schlange bildete. Wir waren früh morgens dort, um das Anstehen zu umgehen. Das Café ist wirklich schick, es gibt aber sicherlich viele gleichwertige in der Stadt. Die Tangoshow, welche wir dort an einem Abend besucht haben, ist auch höchstens durchschnittlich, dafür günstig.

Da wir genügend Zeit hatten, konnten wir die Stadtbesichtigung ruhig angehen. Am Morgen stand meistens der Besuch eines Stadtteils auf dem Programm, am späteren Nachmittag – nach einer ausgedehnten Siesta – schlenderten wir die Av. Florida auf und ab. Am Abend ging es dann in ein feines Restaurant, ob Pizza, Pasta, Salat oder Fleisch das Essen war eigentlich immer gut. Argentinien soll ja das beste Fleisch der Welt zubereiten; ist wohl ein Mythos. Will man nicht gerade ein voll durchgebratenes Steak, muss man das Fleisch blutig bestellen – dann ist es irgendwo im „Medium“-Bereich. Oft wird das Fleisch auf offenem Feuer voll durchgebraten – aber ist wohl Geschmackssache.

Lässig war der Besuch des Trödelmarktes am Sonntag in den Strassen von San Telmo. Man kriegt hier wirklich alles zwischen absolut nicht sinnvoll bis wenig sinnvoll. Ab und zu sind aber schöne Antiquitäten ausgestellt, welche in der Schweiz gemäss Andrea ein vielfaches Kosten würden, der Transport in die Schweiz wäre aber so teuer, dass der Vorteil wohl verschwindend klein sein dürfte. Das bunte Treiben war ein tolles Erlebnis.

In La Boca haben wir die berühmte Fussgängerzone Caminito besucht. In der farbenfrohen Strasse finden sich viele einheimische Künstler und Paare, welche ihre Tangokünste zum Besten geben.  Wir wollten zu Fuss das unter Fussballfans sicherlich bekannte Stadion der Boca Juniors besuchen. Doch schon wenige Meter nach der Fussgängerzone warteten Töffligangs und zwielichtige Personen auf uns und so liessen wir uns dann doch von einem Taxi zum Stadion chauffieren.

Puerto Madero lädt zu einem Spaziergang  entlang eines Hafens mit vielen Restaurants ein. Im Gegensatz zu Zürich werden die hier stehenden Kräne aber wohl auch gebraucht. In Recoleta steht ein riesiger Friedhof – anscheinend die meist besuchte Sehenswürdigkeit in Buenos Aires. Der Friedhof ist nicht mit solchen in der Schweiz zu vergleichen. Der Friedhof ist wie eine Miniaturstadt mit kleinen Prunkbauten aus Marmor für die sterblichen Überreste ganzer Genrationen.

Autonomous City of Buenos Aires
Autonomous City of Buenos Aires, Argentina
Christoph Small

Patagoniens Naturwunder

Endlose Weite, karge Wüstenlandschaften, peitschender Wind und dann, plötzlich und unverhofft, scheinbar nicht korrekt in die öde aber spannende Landschaft eingebettete, surreal wirkende Höhenzüge mit vorgelagerten, kristalltürkisfarbenen Seen. Kurzum, das chilenische und argentinische Patagonien ist ein Meisterwerk der Natur und lässt einem ohne Kontrolle die Mundwinkel nach oben ziehen, das Herz schneller schlagen und die Fotokamera zücken. Bedingung ist gutes Wetter, und wir erwischten mehr als perfekte Tage, hörten wir doch Geschichten, dass sich die Protagonisten auch im Sommer teilweise wochenlang hinter dicken Wolken verstecken. 

Start in Santiago de Chile

Begonnen haben wir dieses Abenteuer in Santiago, wo wir zuerst unseren hartnäckigen Jetlag (kommend aus Neuseeland) auskurierten. Entsprechend haben wir in Santiago nicht viel unternommen und vielmehr uns von Storys aus der Schweiz unterhalten lassen, welche mein frischpensionierter Vater mitbrachte.  Er wird uns für die nächsten sechs Wochen begleiten. Mehr als einige kleinere Stadtspaziergänge und einen Ausflug auf den Cerro San Cristobal mit herrlicher Sicht auf die Stadt lagen nicht drin. 

Von Santiago de Chile ging es weiter mit dem Flugzeug nach Puerto Montt – eine etwas heruntergekommene Arbeiterstadt. Ein kleines Fischerdörfchen etwas weiter westlich war mit guten Restaurants eher unsere Sache. Wir blieben nicht lange, mit einem Frachtschiff ging es die nächsten drei Tage nahe dem chilenischen Festland weiter südlich nach Puerto Natales. Da es viel regnete und die Bergsicht aufgrund des Nebels nicht vorhanden war, blieb uns nichts anderes übrig, als während den drei Tagen die Zeit mit essen und lesen verstreichen zu lassen.  

Puerto Natales hat uns schon einiges besser gefallen, ein kleines und sympathisches Dörfchen mit farbigen Häusern und verlassenen Strassen. Dass hier Hauptsaison sein sollte, merkten wir nicht, auch im Hotel waren wir die einzigen. Dies, obwohl Puerto Natales als Hub für den berühmten Nationalpark Torres del Paine gilt. Bald ging es weiter mit dem Bus nach Punta Arenas, wo wir uns ein Auto für die nächsten acht Tage anmieteten. Punta Arenas ist etwas grösser als Puerto Arenas und schon eher auf Touristenströme ausgelegt. Hier trafen wir auch ein mit meinem Vater befreundetes Ehepaar, welches für längere Zeit in Südamerika unterwegs sein wird (www.randulinas.ch). 

Perito Moreno - Unglaubliches Schauspiel der Natur

Die erste Station, welche wir mit unserem Mietwagen ansteuerten, war El Calafate, welches als Hauptattraktion den Gletscher Perito Moreno vor der Haustür hat. Der Grenzübertritt von Chile nach Argentinien ging flott vonstatten; wir waren zum Glück auch die einzigen. Auf dem Weg fuhren wir durch eine öde, aber trotzdem faszinierende Wüstenlandschaft. Eine Landschaft, welche immer gleich daherkommt und trotzdem immer wieder neue Facetten von sich zeigt. Und dann fanden wir sie, die westlichen Touristen, gefühlte hunderttausende davon, alle in El Calafate. Es galt, eine geschickte Tageszeit für den Besuch des Gletschers zu finden, und so begannen wir unsere Fahrt zum 80km entfernten Gletscher erst nach Mittag. Dies hat sich mehr als gelohnt, die Touristen mit organisierten Touren waren schon wieder auf dem Rückweg, als wir ankamen. Und dann, der Gletscher, so unglaublich faszinieren und nicht mit Worten zu beschreiben – man muss wirklich selber davorstehen. Imposant, was uns hier die Natur mit peitschenden Geräusche des Gletschers und das Abbrechen von Eis bot. Naturgewalt pur. Wir haben jede Ecke des Geländes abgelaufen und hätten noch Stunden im Park verbringen können, doch wir wollten noch das letzte Boot für eine Fahrt nahe an den Gletscher erwischen. Auch das war nochmals wunderschön. Das Eis schien in der Sonne teilweise so unglaublich schön, dass man meinen könnte, der Lakers-Vorstand hätte die Trikotfarbe des Fanionteams – geblendet durch die Schönheit der Natur – hier Vorort bestimmt. Der perfekte Tag wurden natürlich durch ein feines Steak und dem lokalen Bier in El Calafate beendet. 

Matterhorn hat Konkurrenz

Tags darauf ging es weiter nach El Chalten, welches am Fusse des FitzRoy Gebirgszuges gelegen ist. Markenzeichen der Berge sind extrem spitzige Felskuppen, welche bevorzugt durch gute Kletterer erzwungen werden. Schön ist, dass man mit Tageswanderungen ab dem Dorf bis zum Basecamp des Cerro FitzRoy oder des Cerro Torre wandern kann. Da wir für die Wanderung nur einen Tag zu Verfügung hatten – und das Wetter perfekt war – haben wir uns für eine Kombination der beiden meist gelaufenen Tageswanderungen entschieden. Eine sehr lange und strenge Wanderung von ungefähr 35 Kilometer. Da es aber zu dieser Jahreszeit weit länger als bis zehn Uhr hell bleibt, war die Wanderung mit haushälterischem Umgang der Kräfte machbar. Von El Chalten liefen wir zuerst etwas steil, dann aber flach bis zu einem schön gelegenen Campingplatz. Von dort ging es die letzten Kilometer steil hinauf zur Laguna de los Tres mit herrlichem Blick auf den Cerro FitzRoy (3’405m). Nach dem anstrengenden Abstieg folgte eine 8km lange, flache Passage, welche entlang zweier Seen die beiden Hauptattraktionen verbindet. Wir genossen die Sommerhitze sehr und für einmal war das Wasser aus den Bächen trinkbar (nicht wie in Nepal). Danach ging es wieder flach dem Rio Fitz Roy (Fluss) entlang zur Laguna Torre mit Blick auf den spitzigen Cerro Torre (3'128) und einem schönen Gletscher. Zurück ging es gegen die Hitze kämpfend weiter flach bis es kurz vor El Chalten nochmals einige strenge hundert Höhenmeter bergab ging. Die lange Tageswanderung war bislang eine unserer schönsten überhaupt, welche dem Tongariro Alpine Crossing und der Annapurna-Umrundung in Nepal in nichts nachsteht. 

Neue Grenzerfahrungen 

Am nächsten Tag ging es wieder in die Weite von Patagonien. Unser Tagesziel war der in Chile gelegene, einige hundert Kilometer weit entferne Torres del Paine. Für die Fahrt rechneten wir viel Zeit ein, weil wir von Grenzübertritten von Argentinien nach Chile schon einige Geschichten gehört haben. Die Chilenen seien dabei ziemlich pingelig, so untersuchen sie scheinbar oft das ganze Auto nach einem möglichen Salatblatt in einem Sandwich. Mit dem Grenzübertritt von Nepal nach Tibet im Gepäck sind wir aber diesbezüglich schon ziemlich abgeklärt und erwarteten keine grösseren Schwierigkeiten. Wie sich herausstellte, war der Grenzgang überhaupt kein Problem – im Gegenteil – wir amüsierten uns köstlich. Zwar mussten wir auf der chilenischen Seite einiges an PaperWork erledigen, dafür war die Zollverarbeitung auf argentinischer Seite lustig. Wahrscheinlich erfreut von der Windstille und dem warmen Wetter bräunte sich ein Beamter vor dem kleinen Zollhaus in der Sonne. Sein Kollege – gekleidet im lupenreinen Gangsterstil – lag neben ihm. Wie sich zeigte, war dieser Kollege ebenfalls Beamter, hatte aber aufgrund der Hitze wohl keine Lust, die offizielle Kleidung zu tragen. Schnell ging er in sein Büro und zog sich grenzwächterkonform an. Die Formalitäten lassen sich in drei Schritte klären, zuerst werden die Pässe kontrolliert, dann die Einreiseformulare (Customs) ausgefüllt und zum Schluss werden die Papiere des Fahrzeuges mit den Angaben im System abgeglichen. Drei Jobs – drei Grenzwächter. Während der eine arbeitete, spielten die anderen beiden im Hinterzimmer – natürlich voller Emotionalität – Tischtennis. Kaum hat der erste Wächter seinen Job erledigt, löste er den bedauernswerten Kollegen ab, welcher mit uns nun seinen Teil der Formalitäten klären musste. Für den dritten Akt wiederholte sich dieses Schauspiel natürlich. Zu gerne hätten wir ihnen den PingPong-Meister gezeigt, gegen uns wäre dann aber wahrscheinlich ein landesweites Einreiseverbot verhängt worden. 

Torres del Paine - mehr geht kaum

Unser Guesthouse im Torres del Pane lag am anderen Ende des Parks mit wunderschönem Blick auf die hohen Granitsäulen (Türme von Paine), welche dem Park den Namen geben und das Landschaftsbild dominieren. Für unseren Chevrolet mit kleinem 40 Liter Tank waren die Distanzen dann doch etwas zu weit. Zum Glück konnte uns der Inhaber des Guesthouses mit Benzin versorgen. Mit Kanistern à fünf Litern und Gartenschlauch füllte er unseren entleerten Tank wieder auf – und machte sicherlich kein schlechtes Geschäft damit. Weil das Wetter perfekt war und im Torres del Paine das Wetter schnell umschlagen kann, sind wir noch am gleichen Tag etwas im Park herumgefahren und haben die sensationellen Blicke auf das Bergmassiv genossen. Unser Benzinflüsterer meinte sogar, dass wir unglaubliches Glück hätten, einerseits gäbe es einen solch schönen Tag auch im Sommer nur selten, andererseits hätte es in den letzten Wochen viel geregnet. Wie sich später herausstellte, war das Wetter auch für die nächsten Tage bestens; was für ein Glück. Auch am Tag unserer Abreise war das Wetter gut, jedoch waren die Torres hinter Wolken versteckt und nicht sichtbar. Ein Zustand, welcher anscheinend Wochen andauern kann. 

Andrea und ich unternahmen am zweiten Tag eine strenge Tageswanderung zum Mirador las Torres. Nach der langen Wanderung zwei Tage zuvor ging diese so richtig in die Beine, zumal der Schlussanstieg im weglosen Gelände wirklich richtig steil und atemraubend war. Dafür wurden wir wieder mit einem schönen See, einem Gletscher und Blick auf die Berge entschädigt. Ich weiss, ich wiederhole mich, aber die Natur hier ist einfach unglaublich. Auf dem Rückweg haben wir noch einen Specht mit rotem Kopf gesehen. Überhaupt sind überall im Park Tiere zu sehen, dabei sind die Guanacos-Herden besonders fotogen. 

Vom Torres del Paine ging es zurück nach Punta Arenas, wo wir am nächsten Tag einen Ausflug zu den einzigen Königspinguinen ausserhalb der Antarktis machten. Da sich diese dort noch nicht vor länger als drei Generationen niedergelassen haben, gilt die Gruppe noch nicht als Kolonie. Die organisierte Fahrt ab Punta Arenas im Minibus war unbequem und sehr lange, die Pinguine entschädigen den Aufwand aber mehr als. Insgesamt waren wir über 14 Stunden unterwegs, für die Pinguine blieb nur knapp eine Stunde. 

Von Ushuaia zur Peninsula Valdes

Tags darauf sind wir mit dem Bus nach Ushuaia, der südlichsten Stadt der Welt, gefahren. Der Grenzübertritt war nicht mehr ganz gleich amüsant, mit lauter und poppiger Weihnachtsmusik im Grenzgebäude aber trotzdem speziell. Ushuaia ist mit über 55'000 Einwohnern überraschend gross und im Gegensatz zum restlichen Feuerland von Bergen umgeben. Highlight war eine Wanderung im angrenzenden Nationalpark und der Besuch des südlichsten Postbüros der Welt (Unidad Postal Fin del Mundo). Wir liessen uns dort vom wahrscheinlich als Legende geltenden Pöstler Carlos den Pass stempeln. 

Von Ushuaia sind wir per Flugzeug nach Trelew resp. Puerto Madryn – dem Tor zur Peninsula Waldes – geflogen. Hier dreht sich alles um die Meerstiere an der Küste der Halbinsel. Leider konnten wir aufgrund der Jahreszeit keine Wale beobachten, in Puerto Tombo gibt es aber eine Magelan-Pinguinen-Kolonie, die anscheinend knapp eine Million Tiere gross sein soll. Speziell an diesen Pinguinen ist, dass sie kaum Respekt vor Menschen zeigen und sich an ihrer Anwesenheit anscheinend kaum stören. Wir konnten einige tolle Fotos schiessen. Die Seelöwen- und Robbenkolonien auf der Peninsula selber sind auch spannend. Die Tiere machen an Land doch einen sehr faulen Eindruck, für zwischenzeitliche Machtkämpfe reicht die Kraft dann aber doch noch. So unbeholfen sich diese Tiere an Land bewegen, umso eleganter surfen sie auf den Wellen vor der Küste. Wir hatten sogar dass Glück, sieben Orkas ganz nahe an der Küste beobachten zu können.

Patagonien ist sehr teuer, hat uns aber sehr gut gefallen. Die Natur ist einfach unglaublich – von der öden aber faszinierenden Weite bis zu steilen Bergkuppen, wunderschönen Seen und Gletschern. 

Es geht weiter Richtung Sommer, nächster Halt ist Buenos Aires, bevor wir über die Iguazu-Fälle nach Rio de Janeiro gelangen werden. 

Euch allen wüschen wir – wenn es dann soweit ist – einen guten Rutsch ins neue Jahr. Lasst euch doch von uns inspirieren und wagt euch im 2015 auf eine wunderschöne Reise. Wir können schon zu einigen Ecken der Welt Tipps abgeben – was wir sehr gerne tun würden. 

Patagonia
, Argentina
  • Small
    Jasmin hat am kommentiert:

    super schöne fotos!!!!

Christoph Small

Das Spiel der Elemente – auf den Spuren von Captain Cook

Nach dem Abschied von Res und Thomas ging es für Andrea und mich wieder zu zweit weiter. Unser Plan für die Südinsel war es, von Christchurch den südlichsten Teil von Neuseeland zu bereisen, dann einen zweiten Versuch zum Milford Sound zu unternehmen und dann über das Landesinnere über Kaikoura zurück zur Nordinsel zu reisen. Dies haben wir dann auch so gemacht, leider hatten wir etwas mit dem Wetter zu kämpfen. Dieses ist in Neuseeland – auf jeden Fall als wir da waren – schon unberechenbar. Schon von einer Kurve zur nächsten kann sich der zuvor strahlend blaue Himmel in einen mit dunklen, angsteinflössenden Wolken verwandeln. Der Regen ist dann nicht mehr weit und regiert teils heftig, oft unterstützt durch Wind mit kleineren Sturmböen.

Wir kamen auf dem Weg in den Süden nochmals bei den Moreaki Boulders vorbei und übernachteten in einem von einem netten Schweizer geführten Campingplatz in Hampden (Moreaki Boulders Holiday Park). Für uns wohl der beste Campingplatz auf unserer Neuseeland, da einerseits ganz schön gelegen (man kann von dort am Strand bis zu den Boulders laufen) andererseits gab uns der Besitzer einen Tipp, wo man bei einem malerischen Leuchtturm Yellow-Eyed Pinguine finden kann. Ohne viele Erwartungen – dieser Pingu ist selten – sind wir dorthin gefahren und wurden total überrascht. Aus nächster Nähe – aber mit genügend Abstand um die Tiere nicht zu stören – beobachteten wir, wie die Tiere aus dem Wasser hüpften und über das Land den Weg zu ihren Nestern in Angriff nahmen. Wir verbrachten über zwei Stunden mit Beobachtungen; fantastisch und einzigartig.

Über Dunedin ging es weiter Richtung Süden, einen Landesabschnitt, der uns sehr gut gefallen hat. Highlights waren ein malerisch gelegener Leuchtturm (Nugget Point), drei verschiedene Wasserfälle, der Besuch von versteinerten Baumstämmen und ein kleiner Fussmarsch zum südlichsten Punkt Neuseelands, dem Slope Point. Übernachtet haben wir auf einem öffentlichen Campingplatz, welcher ganz schön an einer kleinen Bucht gelegen ist. Ein Paar aus Deutschland, welches wir auf den Fidschis getroffen haben, hat uns diesen empfohlen; vielen Dank dafür (Purakanui Bay Campsite).

Weiter nach Te Anu mit der Absicht, die Milford Sounds nach unserem ersten gescheiterten Versuch zu besuchen. Die lange und kurvenreiche Strasse war offen, dass Wetter war aber wieder nicht auf unserer Seite, trotzdem fuhren wir dorthin. Die Strasse muss landschaftlich wunderschön sein, bei uns war die Umgebung in dicken Nebel gehüllt. Auf der Bootstour war das Wetter kaum besser, dafür gab es an den steil emporsteigenden Felsen hunderte von Wasserfällen, was natürlich auch schön war. Trotzdem hofften wir auf besseres Wetter, aber was solls, in unseren sieben Monaten auf Reisen stimmte das Wetter sonst eigentlich fast immer.

Über das Landesinnere ging es weiter Richtung Picton, wo uns die Fähre wieder auf die Nordinsel bringen sollte. In den nächsten Tagen galt es demnach, viele Kilometer zurückzulegen. Nahe Twizel wollten wir noch den Mt. Cook – höchster Berg in Neuseeland – besuchen und eine kleine Wanderung zu einem Aussichtspunkt über den dort schönen Seen unternehmen. Das Wetter lies dies aber nicht zu fuhren wir zügig weiter Richtung Norden, vorbei an Springfield, welches für die damalige Promotion des Simpson-Films noch heute einen riesigen Donat als Hauptattraktion im Dorfzentrum stehen hat.

In Kaikoura machten wir nochmals halt, weil ich bei unserem ersten Besuch aus Kostengründen (der Helikopter hatte nur Platz für drei) auf das Walegucken verzichtete. Zwar war es sehr, sehr wellig und den meisten auf dem Schiff war es richtig schlecht. Wir hatten aber riesiges Glück und sahen neben einem Pottwahl und Delfinen vier Orkas und ein Jungtier, welche längere Zeit um unseren Katamaran uns schöne Sprünge zeigten. Auch der Wal meinte es gut mit uns und streckte seine Flosse sekundenlang spektakulär in die Höhe.

Das Wetter wurde merklich besser, in Picton war es so gut, dass wir uns für eine Wanderung – ein Teilstück des Queen Victoria Walks – in den Marlborough Sounds entschieden. Zum Startpunkt gebracht und am 15km entfernten Zielort abgeholt wurden wir mit einem Wassertaxi. Am Abend ging es mit der Fähre nach Wellington – dort windete es wieder stark. So stark, dass sogar die Schweizer Fahne der Botschaft von der Fahnenstange gerissen wurde.

Von Wellington sind wir in den südöstlichen Teil der Nordinsel gefahren, landschaftlich etwas vom schönsten, was Neuseeland zu bieten hat. Vor allem der Weg zum Cape Palliser war wunderschön. Die Steinformationen waren fast weiss, und auch das Meer glitzerte zusammen mit der Sonneneinstrahlung mehr weiss als blau. Das Cape Palliser ist Heimat eines sehr schönen Leuchtturms mit sehr steiler Treppe. Nicht weit davon entfern können Baby-Robben ziemlich nahe beim spielen beobachtet werden. Auch die Wanderung zu den Putanirua Pinnakles war toll, einer von vielen Schauplätzen in Neuseeland, bei welchem Dreharbeiten zu Lord of the Rings stattfanden.

Am nächsten Tag besuchten wir einen weiteren Leuchtturm (Castle Point), besuchten Napier und begaben uns auf die Spuren von Captain Cook in Gibsborne. Seine Landgang war dort von geringem Erfolg, er versuchte es daraufhin etwas nördlicher, in der Tolaga Bay, nochmals. Eine schöne Wanderung zum Captain Cooks Landing, vorbei an vielen Schafherden, liessen uns in die damaligen Zeiten zurückversetzen. Angekommen und den Schauplatz vor Augen, konnte man sich das damalige Treiben gut vorstellen; das war irgendwie ganz eindrücklich, haben wir doch jenen Ort besucht, an welchem Caption Cook anscheinend mehrere Tage (in einer kleinen Höhle) übernachtete. Von dort aus hatte man herrlichen Blick über die Bucht, an welcher die Schiffe damals ankerten.

Nun ging es zügig Richtung Auckland. Mount Maunganui ist ein herziges Touristenstädtchen mit vielen Sportlern, die den am Dorfende gelegene Hügel erklimmen. Der Ausblick von oben über die Stadt ist sehr schön, gerade bei Sonnenuntergang ist der Anstieg sehr lohnenswert.

Auf dem Weg Richtung Auckland besuchten wir das nahe dem Ort Matamata gelegene Hobbiton, für Fans der Lord of the Rings Trilogie sicherlich ein schönes Erlebnis. Auch wir fanden es sehr interessant und eindrücklich, wie detailgetreu das Set aufgebaut ist.

Wieder an der Küste beuchten wir einen schönen Abschnitt mit Abstechern zu zum Cathedral Cove und dem tollen New Chums Beach. Der Campingplatz in Miranda hat einen riesigen Hot Pool, in welchem wir nach etlichen zeitbeschränkten Warmwasserduschen ohne Zeitdruck warmes Wasser genossen.

In den nächsten drei Tagen sind wir sehr viel gefahren. In Whangarei haben wir vom im Zentrum gelegenen Campingplatz einen Wanderung zu den fotogenen Whangarei Falls unternommen. In Kaitaia war der Campingplatz wunderschön am Meer gelegen, wir konnten dort einem wunderschönen Sonnenuntergang geniessen. Das war es dann aber schon mit schönem Wetter nördlich von Auckland. Das Cape Regina ganz im Norden war aufgrund des dichten Nebels nicht lohnenswert, dafür war wiederum der Campingplatz Whangateau samt wolkenverhangenem Sonnenuntergang schön.  

Danach ging es zurück nach Auckland, welches wir zuerst beim Weg nach Norden nur passierten. Wir genossen nach sechs Wochen wieder einmal eine Grosstadt, gaben unseren Jucy-Van ab und machten eine kleinere Shoppingtour. Mit einem Kinobesuch konnten wir uns in Sachen Tribute an das Kapitol updaten.

Nun geht es weiter nach Santiago de Chile, unseren letzten Kontinent. Dort wird uns mein frischpensionierter Vater für sechs Wochen begleiten. Andrea und ich freuen uns darauf sehr.

New Zealand
, New Zealand
Christoph Small

Das Spiel der Elemente – Fire and Ice

Erstmals vorweg, viel hat sich in der Schweiz scheinbar nicht getan. Unser Besuch – die zwei gute Freunde aus der Schweiz – sehen immer noch gleich aus, sind gleich frech, gleich ungezogen aber doch irgendwie nett. Zwei sehr gute Kollegen – Res & Thomas – begleiteten uns für die ersten knapp drei Wochen in Neuseeland, was uns extrem freute und sehr lässig war.

Res & Thomas trafen wir wie vereinbart am Flughafen in Auckland – ein schönes wiedersehen und die Erkenntnis, dass sie den langen Flug aus der Schweiz gut überstanden haben. Der einte der beiden meinte sogar, denn Jetlag schon gänzlich überwunden zu haben, was sich dann in den nächsten Tage als glatte Lüge herausstellte. Andrea und ich freuten uns aber riesig über den Besuch – man wusste sich entsprechend viel zu erzählen.  

Nach der Übernahme unseres Jucy-Vans ging es von Auckland Richtung Süden zu den bekannten Waitomo Höhlen, in welchen Glühwürmchen beobachtet werden können. Thomas und ich wählten mit einer Führung inklusive kurzer Bootsfahrt die gemütliche Variante, Andrea und Res mit einem Black Wather Rafting die Spektakulärere. Wir konnten die Rafter in einer Höhle kurz beobachten, sooo dynamisch sah das nicht aus, im langsamen Gehschritt überholten wir die Abenteurer locker. Da der Untergrund in einer Höhle teilweise rutschig war, hatten wir wohl mehr Action als die adrenalin suchenden Schnecken. Ein Besuch der Höhlen ist aber auf jeden Fall eindrücklich und empfehlenswert – vor allem die eigentliche Glowworm-Höhle ist sehr schön.

Das Element des Feuers ist bei unserem nächsten Reiseziel von grosser Bedeutung, in Rotorua dreht sich alles um  vulkanische Aktivitäten. Der Geysir Te Puia schiesst zuverlässig fast jede Stunde bis zu 30 Meter in die Höhe und im Wai-O-Tapu Thermal Wonderland können dampfende Schlammpools, ein grüner See und als Höhepunkt ein vielfarbiger Schwefelsee (Champagne Pool) bestaunt werden. Wie in Waitomo ist auch hier vieles extrem kommerzialisiert und entsprechend teuer – Neuseeland ist nach Südostasien für unseren Geldbeutel ein Desaster.

Da für den nächsten Tag schönes und stabiles Wetter (das gibt es in Neuseeland nur selten) vorhergesagt wurde, ging es am Abend weiter zum Tauposee und zum Tongariro National Park – für den nächsten Tag stand eine mehrstündige Wanderung auf dem Programm. Die Wanderung war phänomenal, das Spiel der Elemente grandios. Ein vom Wind dominierter Start, hinauf auf einen der schönsten Flecken der Erde, vorbei an einem dampfenden Vulkan und schönen Seen, so wunderschön, sogar die Schweizer Alpen und nicht nur wir muss sich hier warm anziehen. Vielleicht unser schönstes Erlebnis in Neuseeland.  Wenn das Wetter stimmt, warme Kleider und Wanderschuhe im Gepäck sind ist das Tongariro Alpine Crossing ein absolutes muss. Auch Res hat daran gefallen gefunden und angebissen (siehe Fotos). Müde und zufrieden zurück beim Van verhinderten die herablassend charmanten Worte des Campingplatz Mitarbeitenden eine dortige, zweite Übernachtung und so ging es weiter Richtung Süden.

Wellington – oder besser Windy Welli – ist windig, sehr windig. Leider verhinderte das Wetter – es kam auch noch Regen und Kälte dazu – eine ausgedehnte Erkundung und so fanden wir gefallen am empfehlenswerten Museum Te Papa. Am Abend ging es an ein Fussballmatch, wobei das einheimische Wellington die von Australien angeflogenen Newcastler mit 4:1 wegputzten. Das Niveau war knapp über Stufe Myanmar, die Stimmung der Fanblocks war bescheiden, aber immer noch besser als im Letzi; trotzdem, es war es ein tolles Erlebnis.

Übers Wasser ging es am nächsten Tag nach Picton auf der Südinsel und auf der Strasse weiter nach Kaikoura – ein Eldorado für Tierbeobachtungen. Schon vor Kaikoura sind viele Robben zu sehen, sogar Jungtieren kann man beim Spielen in einem kleinen See zusehen. Vom Dorf aus selber kann mit dem Schiff aufs Meer zur Walbeobachtung oder zum Schwimmen mit Delfinen. Da die See für Whale-Watching zu Rau war, sind wir mit einem Helikopter in die Lüfte, der Preisunterschied ist dabei verkraftbar; wir sahen einen Buckelwahl. Andrea und ich sind wenige Wochen später nochmals mit dem Boot raus und hatten das Glück, neben Delfinen und eines Pottwales verspiele Orkas mit Jungtieren zu beobachten. Wer gerne Tiere beobachtet, der sollte definitiv Kaikoura auf seiner Reise in Neuseeland nicht auslassen, zumal die Chancen, Wale zu sehen, angeblich über 95% sind.

Nächstes Ziel war der Abel Tasman National Park mit seinen schönen Stränden und Buchten. Andrea und die beiden Brüder unternahmen einen Tagesausflug (Wanderung inkl. Wassertaxi), ich war leider krank und brauchte eine kleine Auszeit.

Vom Nordwesten sind wir in den darauffolgenden Tagen die Westküste nach Süden gefahren. Das Wetterglück hatte uns leider etwas verlassen, bei den sehr tollen Panecake Rocks hatten wir aber einige Sonnenstrahlen. Sehr eindrücklich ist hier die Beobachtung des Wassers, wie es mit voller Wucht gegen die Felsen peitscht, Naturgewalt pur. Auch bei einer kleiner Wanderung zum Franz Josef Gletscher hatten wir keinen Regen, die Wolkendecke war aber dick und drohte jederzeit zu Platzen. Wir hatten Glück und schafften es trocken zurück zum Auto.

In Wanaka war das Wetter etwas besser, der Wind verhinderte jedoch den von Res so gewünschte Gump aus dem Flugzeug. Auch in Queensland war es regnerisch, sogar der Ausflug zum Milford Sound viel ins Wasser, die Strasse war mehrere Tage wegen Unwetter gesperrt. Shit happens, dafür hatten wir nun Zeit für Dunedin und das fantastische Otago Peninsula. Wir sahen dort riesige Albatrosse und beobachteten kleine Pinguine beim allabendlichen zurückkommen aus dem Wasser. Sogar der seltene Yellow-Eyed Pinguin konnten wir sehen. Auch Dunedin ist ein kurzer Besuch wert, der alte Bahnhof ist sehr fotogen.

Von Dunedin sind wir nochmals ins innere der Südinsel gefahren, via Twitzel ging es zu den beiden schönen Seen Pukaki und Tekapo. Dazwischen haben wir die faszinierten Moreaki Bouldes – runde Steine am Meeresufer – bestaunt, grade bei Ebbe ein toller Platz zum fotografieren.
Die letzte Station für unseren Besuch war Christchurch, von dort ging es zurück nach Zürich. Christchurch ist immer noch voll im Aufbau nach dem Erdbeben, es läuft wirklich nicht viel. Dafür ist die Fahrt nach Akaroa wunderschön, unbedingt den kleinen Umweg über die Scenic Route nehmen, man wird mit super Ausblicken entschädigt.

Für Res & Thomas war die Reise hier leider schon wieder vorbei, was Andrea und ich in Neuseeland noch erlebten, findet Ihr im Part II zum Spiel der Elemente.  Nochmals vielen Dank den beiden Brüdern für die tolle Zeit zusammen.

New Zealand
, New Zealand
  • Missing
    Thomas B. hat am kommentiert:

    Liebe Künsels
    Wir haben zu danken, bessere Reisebegleiter als Euch könnte man sich kaum vorstellen! Waren wirklich zweieinhalb herrliche Wochen mit Euch, die ich jetzt noch einmal kurz Revue passieren lassen konnte dank des coolen Reiseberichts (wenngleich mir noch ein paar wenige Fehler aufgefallen sind. So sollte es im ersten Abschnitt sicherlich heissen: "Unser Besuch – die zwei guten Freunde aus der Schweiz – sehen immer noch gleich gut aus, sind gleich frisch, gleich gut angezogen und irre nett.").
    Ich wünschte, wir hätten noch länger mitreisen können, klingt toll was ihr danach noch so gemacht habt. Hoffentlich geht's in Südamerika nahtlos weiter mit solch schönen Erlebnissen!
    Liebe Grüsse aus der Schweiz und einen guten Rutsch ins 2015!
    Thomas

  • Small
    Christoph hat am kommentiert:

    Nein nein, alles korrekt. Änderungen können aber gegen Barzahlung in grossen Scheinen immer noch gemacht werden.

  • Missing
    Thomas B. hat am kommentiert:

    Sooo wichtig ist es mir dann doch nicht... ;-) Ich halte aber an meiner Version fest.

Christoph Small

Bula aus Fiji

Wir machen Ferien vom Reisen, sieht dann so aus:

Fiji
, Fiji
  • Missing
    und weg... hat am kommentiert:

    WoW ! Was für schöne Bilder und Eindrücke !!! Ganz liebe Grüsse aus dem mausgrauen Stans :-)

  • Small
    Michael hat am kommentiert:

    und aus dem mausgrauen norden deutschlands... wo seid ihr jetzt?

  • Small
    Christoph hat am kommentiert:

    Momentan sind wir Usuhaia, Patagonien. Du erinnerst mich, dass ich wiedermal etwas schreiben sollte. Das mach ich jetzt.

Christoph Small

Aussie Aussie Aussie.....

163 wunderschöne Tage in Asien sind vorbei. Ab nach Australien, wo wir unsere Reise in Melbourne begannen.

Angekommen sind wir in der Nacht, es war um die 12 Grad und für uns viel zu kalt; unsere Pullover – ganz unten im Rucksack – kamen zum Einsatz. Doch schon nach wenigen Minuten freuten wir uns über die tiefen Temperaturen und vor allem über die tiefe Luftfeuchtigkeit. Solch ein Klima kennen wir von zu Hause, in dieser Beziehung eine Erlösung nach so vielen Tagen in Südostasien und Singapur.

In Melbourne blieben wir nur zwei Tage, wir wollten soviel Zeit wie möglich auf der Strasse verbringen. Wir haben schon vorab einen Sleepervan gemietet, mit welchem wir die Great Ocean Road südwestlich von Melbourne und dann später den Weg nach Sydney erkunden wollten. Im Melbourne war gerade das Grand Final-Wochenende, an welchem das Finalspiel der AFL – irgendeine Art von Aussie Football – ausgetragen wurde. Die Melbourner sind verrückt nach Ihrem „Footie“, im Stadion wurden über 100'000 Zuschauer erwartet. Die Gelegenheit dachten wir, doch mit Ticketpreisen ab 1'000 CHF pro Person war uns dann dieser Spass doch viel zu teuer.

Mit unserem grünen Jucy-Van fuhren wir am ersten Tag Richtung Great Ocean Road und machten unseren ersten Halt am berühmten Surferstrand Bells Beach. Doch viele Beachboys und –girls waren nicht anzutreffen, es war wahrscheinlich einfach etwas zu kalt, an baden ohne Anzug war kaum zu denken. Übernachtet haben wir in Kenneth River auf einem schönen Campingplatz mitsamt Koalas auf den Bäumen.

Während den nächsten beiden Tagen fuhren wir die berühmte Strasse entlang, die Küste an diesem Abschnitt in Australien ist wirklich wunderschön. Höhepunkte waren der Leuchtturm am Cape Otway, die 12 Apostels und ein Aussichtspunkt über einen schönen Felsbogen, wo wir den Sonnenuntergang genossen.

Danach ging es im Eiltempo zurück nach Melbourne und direkt auf Philips Island, wo wir am Abend die Pinguinparade nicht verpassen wollten. Es hat gereicht und das Hetzen sich gelohnt; die kleinen Pinguine, welche nach Einbruch der Dunkelheit vom Wasser Richtung Land watscheln, sind wirklich süss.

Die nächste Nacht verbrachten wir im Wilson Promomontory National Park, wo wir am nahegelegenen Strang zuckersüsse Wombats beobachten konnten.  

Überhaupt ist dieser Teil von Australien ein Highlight, wenn man gerne wilde Tiere beobachtet. Am Pebbly Beach im Murramarang National Park wurden wir von singenden, sehr schönen Vögeln geweckt und über den Strand des Campingplatzes hüpften dutzende Kängurus.   

An der Küste weiter nördlich nach Sydney kamen wir an vielen wundervollen Buchten und Stränden vorbei, eine einmalige Landschaft. Einen kurzen Abstecher machten wir auch nach Canberra, eine typische Hauptstadt mit imposanter Parlamentsanlage. Canberra entstand übrigens nur aus Uneinigkeit zwischen Melbourne und Sydney, beide beanspruchten den Status als Hauptstadt.

Etwas oberhalb von Sydney versuchten es wir mit Whale Watching, was in einem dreistündigen Water Watching endete, obwohl zuvor seit geraumer Zeit jeden Tag mehrere Wale – sogar mit Jungtieren – gesichtet wurde. Wir haben es von Anfang an nicht geglaubt und trotzdem hofften wir; vergebens.

Sydney selber ist eine tolle Stadt mit vielem Sehenswertem. Wir verbrachten insgesamt etwas mehr als vier Tage dort. Zuvor machten wir noch einen Abstecher zu den Blue Mountains, ein beliebtes Ausflugsziel ab Sydney.

Das war es mit Reisen – für kurze Zeit. Wir machen zehn Tage Ferien auf den Fidschi-Inseln.

Australia
, Australia
  • Small
    Michaela hat am kommentiert:

    den Urlaub habt ihr euch nach diesen vielen Erlebnissen aber auch wirklich verdient! Tolle Reise, toller Blog. Macht Spaß euch "zu lesen". Wie fährt sich der Jucy Tour Sleepvan? Ist er bequem? Würdet ihr das Auto wieder auswählen?

  • Small
    Christoph hat am kommentiert:

    Hallo Michaela. Habe deinen Eintrag voll verpasst. Vielleicht hilft dir meine Antwort doch noch was: Fahren kann man den Van sehr gut, da gibt es keine Probleme. Für uns hat es in bezüglich Komfort gereicht, luxuriös ist es aber nicht. Ich glaube, man bekommt hier immer etwa das, was man auch bezahlt. Ein teureres, kleines Wohnmobil wäre sicher bequemer, ist aber entsprechend teurer. Wir würden den Jucy wieder mieten.

Christoph Small

F1 GP Singapore: and the winner is....... Robbie

Singapur war unsere letzte Station in Asien, wobei man die Stadt eigentlich nicht mehr zählen darf, man nennt sie ja nicht umsonst „Asia for Beginners“. Auf dem Programm Stand der Formel 1 Grand Prix, welcher an drei Tagen stattfand. Es war ein tolles Erlebnis.

Das Rennen verlief leider nicht nach unseren Vorstellungen, die Sauber Jungs waren ein weiteres Male enttäuschend und der für uns so wenig sympathische Brite gewann dann das Rennen auch noch.

Im Rahmen des Rennwochenendes fanden nach Qualifikation resp. Rennen Konzerte statt. Hauptacts waren am Samstag Robbie Williams und am Sonntag Jennifer Lopez. Robbie bot eine wirklich fantastische Show – trotz pünktlich zum Showbeginn stark einsetzender Regen. Hut ab wie er das durchgezogen hat, der Typ weiss wie es geht – super Show mit viel Charme. Dazu die atemberaubende Skyline von Singapur; wir hatten trotz Regen und Matsch viel Spass.

Jenny versuchte sich am nächsten Tag. Nach der grossartigen Performance von Robbie am Vortag eine Enttäuschung. Bei einer mächtig aufgezogenen Playbackshow hat die Dame ab und zu auch selber was ins Mikrofon gesummt, umgehauen hat uns dies nicht. Wir haben den Platz nach 20 Minuten freigegeben und ein feines Glace der Jenny from se Block vorgezogen. Sie hat ja auch nichts dafür, dass sie so berühmt ist.

*Das „ie“ von Robie wird langezogen ausgekreischt.

Singapore
, Singapore
Christoph Small

Der grosse Sturm

Die letzten Tage unserer Reise in Vietnam verbrachten wir in der Hauptstadt Hanoi resp. an der nahe gelegenen Halong Bucht, welche für seine vielen kleinen Hügeln im Meer bekannt ist.  

In unserem Hostel buchten wir eine Tour für eine Übernachtung auf dem Boot in der Halong Bucht und zwei Übernachtungen auf der kleinen Insel Monkey Island nahe Cat Ba. Fast alle Besucher der Halong Bucht buchen eine solche oder ähnliche Pauschalreise ab Hanoi. Entsprechen ist man ein Tourist unter vielen, aber trotzdem ist die Bay eine „must see“, sie ist nämlich wunderschön.

Die Übernachtung auf dem Schiff war ein tolles Erlebnis und Andrea und ich schliefen wie immer sehr gut. Am nächsten Tag wurden wir auf Monkey Island abgesetzt und wir genossen den ersten Abend an diesem traumhaften Ort mit super BBQ (wiedermal richtig feines Fleisch und guter Seafood).

Schon am Morgen mussten einige Touristen auf unser Schiff umsteigen, weil die von ihnen gebuchte zweite Nacht auf dem Dampfer nicht möglich war, de ein Sturm sich Richtung Halong Bay bewegte. Am Abend konkretisierten sich diese Infos; es handelte sich um einen Taifun von den Philippinen her, welcher dort schon für einige Verwüstungen gesorgt hatte. Und so konnten auch wir keine zweite Nacht auf der Insel geniessen, alle Touristen wurden evakuiert und zurück nach Hanoi gebracht. Überraschenderweise klappte dieser Abtransport schnell und gut organisiert. Vom Meer kamen den ganzen Tag und von „Dusk till Dawn“ tausende von Fischerbooten in den Hafen zurück; es musste schon von einer ernsten Sache ausgegangen werden.

Der Taifun traf uns dann in der nächsten Nacht.  Wir haben im Hotel durchgeschlafen und nichts bemerkt. Am nächsten Morgen sahen wir einzig ein paar Äste am Strassenrand, an der Küste nahe der Halong Bucht und weiter nördlich kam es aber scheinbar zu grösseren Verwüstungen.

Das war’s mit Vietnam, auf nach Singapore, F1.

Hà Nội
Hai Phong, Vietnam
  • Small
    Laura hat am kommentiert:

    Wow, tolle Bilder. :)

Christoph Small

Easy Rider Mr. King

In Vietnam sind sogenannte Easy Rider Touren beliebt. Dabei wir das Land nicht per Bus, Zug oder Flugzeug erkundend, sondern auf dem Motorrad.  Dazu haben wir in Hoi An zwei solche Easy Riders angeheuert und sind mit ihnen und ihren Maschinen losgezogen. Für einen Fixpreis war für die nächsten vier Tage und drei Nächte alles inklusive. Es sollten neben Hoi An die besten Tage in Vietnam werden.

Von Hoi An fuhren wir Richtung Westen in die Highlands und später auf dem berühmten Ho Chi Minh Trail, welcher eine wichtige Transport- und Versorgungstrasse während des Krieges war. Dazu besuchten wir immer wieder kleine Farmen oder kleine Dörfer von Minderheiten in Vietnam, welche es noch sehr einfach zu leben verstehen. Am ersten Tag war ein Stopp an einem kleinen See wunderschön, im kalten Wasser konnte man baden und die GoPro unseres Guides Mr. King ausprobieren. Am Abend haben wir das erste Mal auf unserer Reise wissentlich mit Kakerlaken im Zimmer geschlafen. Nach lokalem Frühstück – die Nudelsuppe – ging es mit dem Töff weiter dem landschaftlich sehr schönen HCM Trail entlang; auch ich bin nach vielen Jahren Absenz wiedermal eine manuell geschaltete Maschine gefahren. Wiederum stoppen wir bei einem kleinen See inkl. die Möglichkeit, von einem Stein ins Wasser zu springen. Die auf gut zwei Meter gelegene Absprungstelle lag auch für mich im Bereich des machbaren und so entstanden die nächsten GoPro-Filmchen.

Am dritten Tag drehte sich vieles um die Geschehnisse während des Vietnamkrieges. Wir sind durch die demilitarisierte Zone gefahren, haben nochmals ein Tunnelsystem sowie einen grossen Friedhof besichtigt und sind zu Fuss über die Brücke über der ehemaligen Grenze zwischen Nord- und Südvietnam gelaufen. Zu Beginn des Tages besichtigten wir den  wichtigen Stützpunkt der Amerikaner und Schauplatz der vielleicht erbittertsten Schlacht während des Krieges in Khe Sanh.

Der vierte Tag war unser actionreichste in Vietnam – und wir hatten ja zum Glück eine GoPro. Es ging in das Gebiet des Phong Nha und Ke Bang Nationalparks. Die spektakulärste Situation konnten wir aber – wie immer – nicht festhalten. Während eines fürchterlichen Gewitters schlug nur wenige Meter neben uns ein Blitz ein, der Strommasten gab etwa zwei Meter über Boden ein grossen Feuerball von sich; der Schrecken sass tief, wir konnten aber schon nach kurzer Zeit darüber lachen. An diesem Tag besuchten wir eine grosse Höhle und eine kleinere, welche wir über eine Zippline, schwimmen und matschbadend erreichten. Eine richtig spassige Angelegenheit. Mr. King mit seiner lustigen Art und seinem so typischen gekreische machte das Ganze doppelt lustig.

Nach diesem Spektakel fuhren wir zum südlich gelegenen Dong Hoi, der Endpunkt unserer Tour. Sicherlich vier unvergessliche Tage mit zwei tollen Guides, die dank uns auch viel Spass hatten. Nach einigen Stunden Wartezeit ging es zusammen mit einem Norweger, welchen wir auf der Tour kennenlernten, mit dem Nachtzug zur Hauptstadt Vietnams, Hanoi.

Hoi An
Quang Nam, Vietnam
Christoph Small

Von Dalat an die Küsten und nach Norden

Dalat liegt auf 1500m Höhe und galt schon bei den Franzosen als beliebtes Ziel, um dem feuchtheissen Klima von HCMC zu entkommen. Es ist eine kleine idyllische Stadt, welches vom Krieg verschont blieb.

Die kleine Ortschaft erreichten wir mit dem Bus aus HCMC; die Taxifahrer warteten erwartungsgemäss schon auf uns und einer fuhr uns dann auch zu einem sensationellen Guesthouse, in welchem wir zwei Tage übernachteten. Die Gastmutter verwöhnte uns zum Frühstück mit selbstgemachter Peanutbutter und Konfitüre und echt gutem Brot; ein Genuss. Der Sprössling der Familie hatte grosse Freude, auf seiner Playstation 3 die Gäste und ihre Avatare zu vermöbeln - er gilt als unschlagbar – bis er jeweils ins Bett muss.

In Dalat unternahmen wir einen ausgedehnten Spaziergang. Zu unserer Freude war es nur etwa 20 Grad und wir konnten frisch geschnittenes, etwas nasses Grass riechen; fast besser als die selbstgemachten Köstlichkeiten der Mama.

Am nächsten Tag haben wir mit einem Guide eine zweitägige Fahrradtour nach Mui Ne an der Küste Vietnams in Angriff genommen. Zweimal 60km, davon am zweiten Tag mehr oder weniger eine Abfahrt am Stück. Es wäre ein riesen Spass gewesen, leider haben wir die Räder vor der Abfahrt zu wenig gut kontrolliert. Mein Velo war praktisch unfahrbar, das Vorderrad passte nicht und der Steuerkopf war auch irgendwie nicht mehr ganz im Schuss. Andrea konnte nur wenige Gänge brauchen und das Fahrrad des Gudies hatte einen schleichenden Platten (irgendwann ging dann auch die Pumpe kaputt) sowie drei Kettenrisse. Ansonsten konnten wir aber schöne Landschaften und viele Local-Food geniessen. So gab es zum Frühstück jeweils Nudelsuppe mit Fleisch oder Tofu und irgendein Gemüse (gibt es bei uns glaube ich nicht).

In Mui Ne machten wir zwei Tage Poolurlaub und assen guten Seafood mit Meerblick. Zwischendurch mieteten wir einen Roller und erkundeten die nahe Umgebung, welche mit weissen und roten Sanddünen und keiner Fluss mit reizvoller Landschaft.

Mit einem Bus ging es weiter nach Nha Trang, welches für seine Strände bekannt ist. Anfänglich wollten wir dort einige Tage Ferien vom Reisen machen, gaben dieses Vorhaben aber aufgrund des grossen Aufkommens von wodkaliebenden, oberhalb von China lebenden Zeitgenossen schnell wieder auf. Auch haben wir von Reisenden immer wieder gutes von Hoi An gehört, und dort soll es auch tolle Strände haben.

Schon am zweiten Tag verliessen wir „Little Russia“ wieder. Mit einem Nachtbus ging es weiter nach Hoi An, schlafen klappte überraschenderweise sehr gut. Auch in Hoi An übernachteten wir in einem sogenannten Homestay, wiederum eine wundervolle Variante. Insgesamt blieben wir sechs Nächte und somit länger als geplant. Die Strände von Hoi An waren einfach zu schön und zu unserer Reisezeit waren sie nicht überlaufen. Auch das Städtchen hat überdurchschnittlich viel Charme und sieht nach Einbruch der Dunkelheit wie ein Freilichtmuseum aus, die Strassen werden von farbigen Lampions beleuchtet und auch auf dem Fluss leuchtet aufgrund der vielen kleinen Schiffchen mit Kerzen. Wir hatten Glück, zu unserer Zeit war dort ein Festival, Erwachsene und viele Kinder kleideten sich als eine Art Löwe und tanzten zur Trommelschläge durch die Strassen. Um den Fluss fand ein Umzug statt, welcher an einen „Räbeliechtliumzug“ bei euch erinnert.

Vietnam
, Vietnam
  • Missing
    Sarah hat am kommentiert:

    Yeah, händer au so en Tourischte-Fotiapparat-Stängel zum Selfies mache?! :-)))

Christoph Small

Scooter, Scooter, Scooter

Die Band mit glorreichen Songs wie "How much is the Fish" mit H.P. Baxxter ist damit nicht gemeint. In Ho Chi Minh City (HCMC) düsen tausende von Rollern durch die Gassen, das Überqueren der Strassen ist spannend, nach so langer Reise in Asien aber eher ein Spass als eine Herausforderung. Transportiert wird wie immer fast alles - ob Tiere oder Kühlschränke - alles hat auf den zwei Rädern irgendwie Platz. Einige Roller wurden zu kleinen Migroswagen umfunktioniert und bieten ihre Ware per Megafon an. Auffällig ist die Helmpflicht in Vietnam, welche auch befolgt wird.

Unser Guest House liegt im Backpackerviertel. Hier hielt auch unser von Phnom Penh kommender Bus. Der Grenzübertritt war überhaupt kein Problem und von der Busunternehmung sehr gut organisiert. Das Viertel ist ziemlich laut und abgefahren, nichts zum relaxen. Verlässt man das Hotelzimmer, gehört man der Stadt und ihren Leuten; etwas nervig war das andauernde Anquatschen und Anfassen (Hey my friend inkl. Umarmung), welches erst nach mehrmaligem NO aufhörte, leider war eine etwas forschere Absage oft notwendig.

Schön an HCMC ist, dass man vieles zu Fuss besuchen kann, wir haben daher einige ausgedehnte City-Walks unternommen. Unter anderem haben wir ein Kriegsmuseum und den Wiedervereinigungspalast inkl. unterirdischer Kommandozentrale - welche es mir als karrierebewusster Stabsassistent des besten Zivilschutzes der Welt speziell angetan hatte - besichtigt. Gerne hätte ich hier ein paar sinnvolle Funkübungen durchgeführt...

Eine halbtägige Tour zu den Cu Chi Tunnels 25km nordwestlich von HCMC war extrem spannend. Während der Kriege gegen die Franzosen und Amerikanern lebten Familien während einigen Jahren in unterirdischen Tunnelsystemen, welche für westliche Besucher vergrössert wurden; Fastfood lässt grüssen. Gemäss unseres Guides haben wir einen "real" Tunnel besichtigt, also nicht künstlich vergrössert. Die 50 Meter unter der Erde waren anstrengend, der Guide hatte zwar eine gebückte Entenrenngangart, wir konnten aber nur kriechen (Duden passt gut: Sich mit dem ganzen Körper dicht am Boden oder unmittelbar über dem Boden gleitend, meist nicht schnell fortbewegen). Es wurde sehr schnell extrem heiss und die Luftfeuchtigkeit war kaum aushaltbar hoch; wir verwandelten uns alle in mobile Wasserfälle.

Nach einigen Tagen HCMC ging es weiter nach Dalat in den Highlands von Vietnam. Unsere Vorfreude auf kühles Wetter war gross, in den letzten Monaten war es immer heiss und feucht. 

Zu einigen Bilden:
- Andrea ist auf einem Bild bei der Küchenarbeit zu sehen
- Christoph befindet sich bei einem Bild unter einem getarnten Eingang zu den Tunnels
- Zwei Bilder zeigen vermeidliche Eingänge zu den Tunnels, sind aber Fallen
- Ein Bild zeigt zwei "Zellen" für Gefangene

(An alle Deutschlehrer/-dozenten: Ich weiss, ein Titel sollte den hauptsächlichen Inhalt eines Textes wiederspiegeln....
Tut er auch, geht mal nach HCMC und versucht dort ohne Mathelehrer die Roller zu zählen. Sonst könnt ihr mir auch Verbesserungsvorschläge zu meiner Grammatik senden. Merke gerade, wie schlecht ich mit den Fällen dran bin, wobei ich die Berichte meist am Strand oder bei einem Bier verfasse, daher ist Nachsicht angebracht).

Christoph Small

Auserwähltes Vietnam

Am Wochenende um den 20. September findet in Singapore der Formel 1 GP statt. Andrea und ich haben entschieden, trotz teuren Ticketpreisen dieses Spektakel nicht verpassen zu wollen; wir sind dann ja quasi irgendwo um die Ecke. Nach Singapore hätten wir noch etwas mehr als zwei weitere Wochen für Südostasien übrig, da uns aber die dann über fünf Monate Asien reichen resp. wir die Idee hatten, Australien noch ein wenig zu bereisen, werden wir am 21. September nach Melbourne fliegen und dort einen kleinen Camper mieten. Wir haben dort dann etwa drei Wochen Zeit.

Bis zum GP sind es noch knapp vier Wochen und wir hatten die Qual der Wahl. Strandurlaub im Süden von Thailand oder lieber der schöne Norden, Laos oder die Philippinen, Malasya oder doch Indonesien. Auserwählt wurde Vietnam; es ist nicht weit weg, auf dem Weg dorthin können Angkor und Phnom Penh (siehe vorherige Berichte) besichtigt werden, die Monate August/September sind im Vergleich zu anderen Zielen in Südostasien gute Reisemonate, an der Küste gibt es viele Strände und das Land soll sehr interessant für Reisen sein. Wir werden das Land von Süden in Richtung Norden bereisen, Startpunkt ist Sagion resp. HCMC.

Vietnam
, Vietnam
Christoph Small

Wir hätten es wohl kaum überlebt

Als Brillenträger und Hochschulabsolventen hätten wir die Schreckensherrschaft des paranoiden Diktators Pol Pot kaum überlebt. Die beiden Attribute suggerierten für Pol Pot Kritik an seiner Herrschaft, was höchstwahrscheinlich zum Tod führte. Sein reines Cambodia besteht aus einfachen Bauern auf dem Lande; in den späten 70er Jahren wurde unter Pot etwa 1/4 der Bevölkerung ermordet.

Die Ermordungen fanden auf sogenannten Killing Fields statt, eines davon kann in Phnom Penh besichtigt werden. Ein Audio-Guide informiert umfassend, ohne brutale Wahrheiten und Details auszulassen. Was dort gezeigt und berichtet wird, ist erdrückend. Während der Besichtigung wird einem ein erwürgendes Gefühl nie los, der Magen möchte den Inhalt am liebsten frei geben. Auch beim Schreiben dieser Sätze wird es mir schon wieder richtig schlecht. In Choeung Ek wurden Massengräber mit ca. 9'000 Leichen gefunden, viele davon wurden zuvor unter widerlichen Bedingungen im Tuol-Sleng-Gefängnis festgehalten. Das Gefängnis kann ebenfalls besichtigt werden.

Die Ermordungen fanden nicht mit Gas oder Schusswaffen statt, dafür fehlte das Geld. So wurden mit allem, was verfügbar war, auf die Köpfe der Opfer eingeschlagen. Verwendet wurden u.a. Hämmer, Beile und alles was spitzig oder scharf war. Höhepunkt der Grausamkeit ist der Killing Tree. Kleinkinder wurden an den Baum geschmettert und in das Massengrab nebenan geworfen. Bei der Besichtigung der Gräber findet man noch heute Kleider, Knochen und Zähne der Opfer. Eine Stupa - gefüllt mit Schädeln - erinnert an die Toten.

Phnom Penh
Phnum Penh, Cambodia
Christoph Small

Tempel von Angkor

Vor der Reise in Vietnam wollten wir die berühmten Tempel von Angkor sehen. Mit AirAsia flogen wir von Bangkok nach Siem Reap im Cambodia, die Sakralbauten stehen in naher Umgebung.  In Siem Reap betreibt übrigens ein Schweizer Paar ein Restaurant (Haven), welches Jugendlichen ohne Berufschancen die Möglichkeit gibt, während eines Jahres vieles Rund um die Gastronomie zu erlernen. Die servierte Rösti war ein Traum.

Überrascht waren wir von der touristischen Infrastruktur. Grosse Hotelkomplexe reihen sich aneinander, Strassenlampen beleuchten perfekt geteert Strassen und im Hauptort gibt es viele Restaurants und Bars. Im Vergleich hat Bagan in Myanmar zum Glück noch längst nicht diese Dimensionen erreicht, obwohl Bagan die Bauten in Angkor um nichts nachsteht. Im Gegenteil, Bagan war für uns das eindrücklichere Erlebnis. Ankgor ist aber auch ein absolutes Highlight, die grossen Anlagen Angkor Wat oder die Stadt Angkor Thom sind fantastisch und auch der Jungletempel Ta Prohm ist mehr als nur sehenswert.

Nach zwei Tagen in Angkor ging die Reise per Bus weiter zur Hauptstadt von Cambodia, Phnom Penh. Die Landschaftsfotos wurden während der Fahrt aufgenommen.  

Angkor
Siem Reap Province, Cambodia
  • Small
    Jasmin hat am kommentiert:

    Wow, so schöne Bilder!

Christoph Small

Goldenes Myanmar

Neben Bagan und dem Inle Lake besuchten wir Yangon inkl. eines Tagesausfluges nach Bago sowie weiter nördlich die Stadt Mandalay. In Yangon hatten wir erstmals ein wenig Pech mit dem Wetter; zwei Tage mehr oder weniger Regen. Und wenn Petrus mal ne Pause machte, war Sightseeing wegen der Hitze und der Feuchtigkeit kaum zu ertragen. Wir fühlten uns wie zwei herumtorkelnde Wasserfälle.

Die absolute Nummer eins in Yangon ist die Shwegadon Pagoda, enorm pompös und goldig. Wie sich später herausstellen sollte, ist Myanmar sowieso von der Farbe Gold geprägt. Überall im Land sind wir auf goldene Pagoden, Stupas oder sonstige Gebäude gestossen. Zum Teil meinten wir, Hauptakteure in einer kitschigen Märchenverfilmung zu sein. Ansonsten bieten Yangon nicht so viel, auffällig waren die vielen baufälligen Gebäude, die gut sichtbar den Kampf gegen die Feuchtigkeit nicht mehr gewinnen können. Lustig war noch ein Besuch eines Fusballspiels, angesagt war das Spitzenspiel zwischen Mandalay und Yangon. Das Niveau erinnerte stark an Darbietungen im Letzi, die Stimmung war aber definitiv besser. Der Ausflug nach Bago war ebenfalls goldig, kitschiger geht es kaum.

Auch Mandalay ist keine besonders interessante Stadt, kleinere Ausflüge zu naheliegenden Sehenswürdigkeiten sind da schon besser. Interessant waren die Besichtigung eines grossen Klosters sowie eine kleine, ehemalige Hauptstadt, welche für uns nur per Boot zu erreichen war.

Myanmar lebt für uns aber vor allem von den beiden Highlights Bagan und Inle Lake sowie den sehr gastfreundlichen und liebenswerten Menschen, wobei überraschend viele im Tourismus tätige Leute English sprechen. Auffällig ist der tiefe Entwicklungsstand, welcher vergleichbar mit Nepal ist (Infrastruktur, Armut, Sauberkeit). Frauen - wie auch zum Teil Männer - schminken sich mit einer goldenen Paste, was doch sehr "spannend" aussah. Die Paste soll die Haut schützen und sie jung aussehen lassen. Männer kauen oft irgendwelche Nüsse, eingewickelt in Blätter. Leider verfärbt dies ihre Zähne in ein hässliches Rot, und das gruselige Hinunterziehen der Spucke und das zelebrierte Ausspucken des roten Schleims ist extrem hässlich. Die Strassenränder sind dadurch oft rot verfärbt.

Myanmar
, Myanmar
Christoph Small

Einbeinig rudernde Fischer

Der Inle Lake war neben Bagan das zweite grosse Highlight der Reise durch Myanmar. Eine eintägige Bootstour auf dem See ist spannend und zu gleich wunderschön. Spannend, weil mehrmals der Anker geworfen wurde, um die dort lebenden Menschen bei ihren Tätigkeiten zu beobachten. Natürlich freuten sie sich über den Kauf von selbst hergestellten Mitbringseln, und so waren am Ende des Tages die Einheimischen und auch wir (Andrea) glücklich. Wunderschön war die Landschaft, das Beobachten der einbeinig rudernden Fischern, die auf dem See gebauten Häuser und die zahlreich vorhandenen schwimmenden Gärten. 


Yawnghwe
Shan State, Myanmar
Christoph Small

Bagantastisch!

Bagan ist ein Tempelareal der Superlative. Die zentral in Myanmar gelegene alte Königsstadt  gehört für uns zu einem der schönste Flecken der Erde. Zwar ist diese unglaubliche Kulturlandschaft touristisch erschlossen, im Vergleich zu anderen Anlagen in Südostasien (u.a. Angkor in Cambodia) aber immer noch überschaubar und angenehm ruhig. Bei gefühlten 45 Grad gaben wir das Erkunden des Gebietes mit gemieteten Fahrrädern sofort wieder auf und wechselten zu solchen mit elektronischem Antrieb, wobei wir in drei Tagen nur zwei Pannen hatten, was in Anbetracht der chinesischen Herkunft der Velos kein schlechter Wert war.

Bagan, für uns ein absolutes Highlight– definitiv etwas für eure to-do Liste!

Pagan
Mandalay, Myanmar
Christoph Small

Ferien von den Ferien - Bali

In Bali machten wir Ferien vom Reisen - wir freuten uns aufs Nichtstun, schöne Swimmingpools und natürlich auf unseren ersten Besuch aus der Schweiz; die Eltern von Andrea. Neben gutem Essen und vielen Sonnenstunden am Pool machten wir auch ab und zu Tagesausflüge, u.a. für die Besichtigung von Tempelanlagen oder Fishwatching mit Schnorchel und Brille.

Danach ging es noch einige Tage nach Singapur. Eine coole Stadt, aber extrem heiss und feucht und nicht wirklich typisch asiatisch. In Singapur beantragten wir auch das Visum für Myanmar, was erstaunlich einfach ging.

Bali
Bali, Indonesia
  • Small
    Jasmin hat am kommentiert:

    Die Tempel in Indonesien gefallen mir am besten. Welche haben euch bis jetzt am meisten gefallen?

  • Small
    Christoph hat am kommentiert:

    Bagan war unser Highlight, wobei nicht der einzelne Tempel sondern vielmehr das Gesamte wunderschön ist. Angkor ist natürlich auch sehr schön :)

Christoph Small

日本 - Nippon

Nach ein paar Tagen verliessen wir Tokio und sind mit einem der bekannten Hochgeschwindigkeitszügen (Shinkansen) Richtung Süden gefahren. Der Zug ist das praktischste Reisemittel in Japan, innerhalb kürzester Zeit werden lange Strecken auf eine sehr bequeme Art zurück gelegt; kein Vergleich zum Transport in Nepal, wo auf den meisten Abschnitten eine Geschwindigkeit über 40km kaum möglich ist. 

Erster Zwischenhalt unserer Japan-Railway-Reise war das 400km südwestlich von Tokio liegende Kyoto, eine bedeutende und ehemalige Kaiserstadt Japans. Die vielen Tempel und Shinto-Schreine wurden längst zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt, und auch wir nehmen den Ort mit seinen Sehenswürdigkeiten in unsere Amazing-Liste auf. Mit dem Velo ist Kyoto toll zu erkunden, da es viele kleine Seitengassen gibt und die einzelnen Sehenswürdigkeiten doch teilweise etwas weit voneinander entfernt sind. Überzeugt haben vor allem der Kinkaku-ji (Goldener Pavillon) in Norden der Stadt, die orange leuchtenden Torii-Bögen sowie viele schön angelegte Gärten und der Bamboo Grove, ein Bambuswald in satten Grün. Toll war auch, dass es im etwas moderneren Stadtzentrum einen Yodobashi hatte :). Nach einem Tagesausflug nach Nara - ebenfalls eine alte Kaiserstadt - ging es mit dem Zug weiter in das nur 60km entfernte Osaka, für unseren Hikari-Zug (Blitz) nur einen Funkensprung entfernt. 

Osaka ist eine moderne Stadt mit viel geblinke an den Promenaden eines kleinen Flusses. Sehr schön war auch der Sonnenuntergang mit Blick auf das Osaka Castle, welches angeleuchtet wird. Mit Stativ versuchten wir, schöne Fotos zu schiessen, was uns leider nur mittelmässig gelang. Am Abend fanden wir einen guten Italiener und genossen unsere erste (richtige) Pizza unserer Reise.

Danach sind wir weiter nach Miyajiama gezogen, eine kleine Insel vor Hiroshima, bekannt für seinen Schrein, welcher bei Flut komplett im Wasser steht.  Nach einer einstündigen Wanderung bei grosser Hitze und vielen Höhenmeter wurden wir mit schönem Blick über das Gebiet belohnt.

Im Mittelpunkt der Besichtigung von Hiroshima standen die Vorkommnisse während des zweiten Weltkrieges. Am 6. August 1945 um 08:16 Uhr wurde die mit Uran geladene Bombe Little Boy auf Hiroshima geworfen. Die Ruinen einer Kuppel eines Fabrikgebäudes können noch heute besichtigt werden. Das Gebäude ist relativ gut erhalten, weil es sich sehr Nahe der Detonationsstelle befand. Die Besichtigung des gesamten Areals und der hervorragenden Museen ist sehr ergreifend, wir beide hatten eine sehr mulmige und erdrückende Gefühlslage. Schön waren die vielen Schulklassen, deren Kinder auf uns zukamen, um English zu lernen. Nachdem sich jedes Kind vorstellte, fragten Sie nach unserer persönlichen Peace-Message. Wir machten dieses Spiel mindestens sechsmal mit.

Die Zeit verging viel zu schnell und wir mussten uns wieder Richtung Tokio aufmachen, zumal wir nochmals einige Tage in dieser tollen Stadt verbringen wollten. Auf dem Rückweg haben wir einen Zwischenstopp in den Japanischen Alpen eingelegt, eine willkommene Abwechslung war das kühlere Klima in der Bergregion. Am ersten Tag stand die Besichtigung des Hida Folk Village auf dem Programm, ebenfalls ein Weltkulturerbe. Am zweiten Tag folgte eine leichte, aber sehr schöne Wanderung in Kamikochi.

Zurück in Tokio gönnten wir uns zuerst ein Wellness-Wochenende nahe Takasaki. Die Japaner sind ein badeverrücktes Volk, und so wollten auch wir mindestens einmal in einem Onsenbad (heisse Quellen) entspannen. Dazu haben wir eine Übernachtung in einem traditionellen Ryokan (Takaragawa Onsen) mit schönem Aussenbad gewählt. Das Nachtessen war typisch japanisch, Seafood in allen Variationen und sonstiges Zeug, von dem man gar nicht wissen will, was es genau ist. 

Japan hat uns extrem gut gefallen. Die Leute waren sehr nett und hilfsbereit (obwohl sehr wenige English sprechen und uns einfach auf japanisch zuquatschten). Das Reisen ist einfach und unbeschwert möglich und das Land bietet viele Facetten - von schönen Landschaften zu alten Kaiserstätten bis hin zu modernen Metropolen mit teilweise verrückten Leuten.

Japan
, Japan
  • Missing
    Sarah hat am kommentiert:

    Mega schön! Gnau wie mer sich Japan vorstellt.

Christoph Small

Tokyo: A Love Story

Tokyo - wow, eine Riesenmetropole hat es uns angetan. Wir finden die Stadt unglaublich freundlich, gleichzeitig ist sie ziemlich crazy. Schon die erste Begegnung am Flughafen zauberte uns ein riesiges Lächeln in unsere Gesichter. Wir hatten in der Schweiz einen Voucher für den sogenannten Rail-Pass gekauft, welchen wir nun am Bahnhof des Flughafens in das tatsächliche Zugbillet umtauschen mussten. Die Mitarbeiterin am Schalter war unglaublich hilfsbereit und auf eine rührende Art schüchtern. Da war es das erste Mal, das so sympathische Kichern der Japanerinnen. Was für eine Wohltat nach China, richtig hilfsbereite und nette Menschen. Nach dem uns schliesslich drei bis vier Mitarbeitende zusammen das Zugsystem erklärten und auch wichtige Tipps zur Stadt gaben, ging es mit dem Zug - auf durch die Dame für uns reservierten Sitze - Richtung Innenstadt. Was für eine smoothe 45-minütige Zugfahrt, alles sauber, kein Gerüttle, kein Gehetze beim Ein- und Aussteigen, alles schön geordnet. Hallo Japan, bye bye China! Vor der Ansage des Einfahrens des Zuges dröhnte nicht etwa eine ohrenbetöhrende Sirene, freundliche, aufheiternde Musik signalisierte die Zugseinfahrt. Wir fühlten uns wie im Paradies. Was auch sofort auffiel, war, dass die Japaner viel gelassener Auftreten als die Chinesen, schon das Schritttempo ist um einiges tiefer. 

Unser Hostel war im Stadtteil Ueno, etwas nördlich des Zentrums. Wobei Tokio kein eigentliches Stadtzentrum hat, eher sind verschiedene Stadtteile, die es zu erkunden galt. Unser Zimmer war - wie überall in Japan - sehr klein, aber extrem sauber und zweckkonform. In unserem Viertel hatte es viele sogenannte Love Hotels. Da es den Jugendlichen nicht gestattet ist, eine freudige Nacht in den vier Wänden der Eltern zu bestreiten, wird dies in den Räumen dieser Hotels gemacht. 

Als erstes besuchten wir den Stadtteil Zentrum (OK dann halt doch ein Stadtzentrum) mit dem Kaiserpalast, der für uns leider nur von aussen zu besichtigen war. Dafür war die Parkanlage umso schöner. 

Am Abend beuschten wir den Stadteil Shibuya, ein verrückter Ort. Bekannt ist vor allem die grosse Kreuzung zwischen Bahnhof und den Einkaufspassagen; angeblich die meistfrequentierten Zebrastreifen der Welt und oft Drehort von Filmen. Die Strassen selber sind voll von bekannten Labels für das eher junge bis mittlere Publikum, aus den fest installierten Strassenlautsprechern ertönt japanische Popmusik.

Am nächsten Tag schlenderten wir durch die Viertel Akinabara und Harajuku. Shibuya ist verrückt, Akinabara ist aber ein x-faches davon. Das Viertel wird auch Electric Town genannt, viele Läden verkaufen alles, was das Herz eines Jungen (ich) höher schlagen lässt. So ist auch das weltweit grösste Elektronikfachgeschäft Yodobashi dort zu finden. Ich liebe diesen Laden, wir waren mindestens fünfmal dort. In Akinabara findet man auch die jungen Frauen, welche sich wie Puppen kleiden und je nach gewähltem Motto wie eine Matrosin oder eine Schülerin aussehen. Wir haben uns ein Mittagessen in einem Maid Cafe gegönnt, extrem kitschig. Wir wurden von kreischenden, verkleideten Maids bedient, unser Hamburger sah wie ein Teddybär aus. Auch finden sich im Stadtteil tausende von Automaten, bei denen man Mangapuppen herausfischen kann. Die Japaner fahren voll auf diese Spielzeuge ab und geben dafür ein kleineres Vermögen aus. 

Harajuku ist wieder eine etwas ruhigere Sache. Wichtiges Besucherziel ist dabei ein extrem schöner Park mit einem grossen Schrein. Die Quartierstrassen sind extrem hübsch mit kleinen Läden, die Jugend kauft dort oft ein. 

Auch andere Stadtteile haben uns gut gefallen, wie z.B. den Roppongi Hill, eine Stadt in sich mit eigenem Kino usw., der Ueno-Park, Asakusa oder Shinjuku sind coole und schöne Orte.

Tokyo
Tokyo Prefecture, Japan
Christoph Small

Bund für China und Katy Perry

Die fast 50 Stunden lange Zugfahrt von Lhasa nach Peking war überraschend kurzweilig und sehr interessant. Einerseits war die Landschaft ungemein schön, anderseits gab es einen Einblick in das Leben und die Essgewohnheiten (Überall Chickenfeet) der Chinesen. Wir waren in einem 6-Bett-Hard-Sleeper-Abteil untergebracht, ein junges Chinesischen Paar hat uns gar nicht beachtet, schön war aber die Begegnung mit einem Student aus Peking. Er hatte zuvor Ferien mit/auf dem Fahrrad gemacht, finanziert von seiner Freundin, welche er aber zu Hause lies. Er hat einen Teil des Friendship-Highways per Fahrrad zurückgelegt, über 1'000km von einem Ort in China nach Lhasa in nur einer Woche. Ich fragte Ihn, wie oft er Fahrrad fahre, und seine Antwort war doch sehr verblüffend: „Nie.“ Er ist also mit einem alten Fahrrad und ohne guter Ausrüstung mit einer Gruppe, welche sich ein paar Tage zuvor per Internet zusammenschloss, von China nach Lhasa gefahren, eine Stadt, die nicht gerade auf Meereshöhe liegt. Abgefahren! – war er danach im wortwörtlichen Sinne auch, ihr hättet seine Knie sehen sollen, über unsere entzündungshemmenden Medikamente war er höchst erfreut.

Peking hat uns sehr gut gefallen; eine sehr abwechslungsreiche Stadt und gut mit dem Fahrrad zu erkunden. Imposant für mich war vor allem das grossangelegte olympische Zentrum für die Spiele von 2008, den olympischen Spirit konnte man irgendwie noch fühlen.

Andrea und ich haben für China eine Tour gebucht, weil wir in kurzer Zeit möglichst viel sehen wollten und uns das anstrengende Planen ersparen wollten. Jasmin hatte vor, China auf eigene Faust zu bereisen. Aufgrund des Gruppenvisums – welches für die Reise in Tibet zwingend war – waren wir drei aber visumtechnisch miteinander verheiratet. Wir hofften, dass die Mitarbeitenden des Immigration Offices eine finanziell verkraftbare, schnelle und schmerzlose Scheidung durchführen. Es klappte leider nicht. Auch nach mehrmaligem Aufzeigen unserer Situation und der Darlegung eines offensichtlichen Fehlers eines Agenten in Nepal blieb der Bund für China bestehen. Leittragende war vor allem Jasmin, welche nun kurzerhand ihre Reisepläne ändern und uns auf der organisierten Tour begleiten musste. Da war sie also wieder, die knallharte – schon in Tibet gefühlte – Autoritätskraft des Staates. Mit denen ist wirklich nicht zu spassen, unser kurzzeitig verschärfter Ton kam gar nicht gut an.

Nach drei Tage Peking trafen wir dann auf unsere Reisegruppe unter der Leitung von Richard, ein Vorzeigechinese. Wir waren eine Gruppe von 8 Leuten. Vier Engländer anfangs zwanzig, ein gleichaltriger Ami aus Oklahoma und wir drei. Es war eine lustige Truppe, Lance der Ami aus Oklahoma war mehr oder weniger das personifizierte Feindbild von Richard, welche auf Amerikaner nicht so gut zu sprechen war und immer wieder chinesisches Propagandazeugs von sich lies (Europa ist tot, Amerika sowieso, es lebe China). Lance hat übrigens seine Katze Thabo (zur Erinnerung, er kommt aus Oklahoma) getauft, genial!! Die Engländer waren auch sehr lieb, wobei mindestens zwei davon noch so herrlich „jung-naiv“ waren; ein Genuss. Eine davon Schminkte sich so stark, dass ich jeden morgen meinte, wir hätten ein neues Gruppenmitglied – Katy Perry Style Faktor zehn. Übrigens haben die Engländerinnen mein Facebook zu einem Spam-Mülleimer verwandelt.

Von den besuchten Orten selber lasse ich lieber die Bilder sprechen. Unsere Route führte von Peking inkl. des Besuchs der Grossen Mauer nach Xian (Terracottaarmee), weiter nach Shanghai, von dort zu herrlichen Reisfeldern in den Bergen zur Karstenlandschaft bei Guilin und weiter nach Hongkong. Eine Anekdote noch zu Shanghai: In einem Park treffen sich jeden Tag Eltern von Kindern Mitte 20+. Die Eltern befürchten, dass diese auf Grund ihrer beruflichen Vielbeschäftigung nie einen Mann/Frau kennenlernen und sich einsam durchs Leben kämpfen werden. So versuchen also die Eltern im Park ihre Kinder zu verkuppeln, dazu erstellen sie Werbekataloge, welche die Vorzüge ihrer Schützlinge hervorheben. Zur Standartinfo gehören Alter, Grösse, Gewicht und Beruf/Einkommen. Die Kinder sind - so haben es die Eltern uns versprochen - damit übrigens einverstanden.

Insgesamt hat uns die Reise sehr gut gefallen, Richard konnte uns viele Hintergrundinformationen vermitteln und gerade kulinarisch war China top (was uns/mich! sogar zu einem Kochkurs bewogen hat). Und ja, Chinesen sind definitiv anders, kann ich euch ja dann mal erzählen.

Weiter geht es nach Japan, wir freuen uns auf Sushi, Onsen und Tokio.

Christoph Small

Jigme and the Driver

Durch unsere zwölftägige Reise durch Tibet begleitete uns Jigme, ein junger Tibeter aus Lhasa mit einem Fahrer, der früher einmal Mönch in einem Kloster war, welches wir später auf unserer Reise besuchten. Der Mönch, welcher wie so viele sein altes Leben für die Liebe verlies, wollte nur „The Driver“ genannt werden. Zurecht: The Driver beherrschte sein Toyota-Jeep auch auf unwegsamen Gelände und fuhr uns sicher bis nach Lhasa. Auf seinen Toyota war er besonders Stolz; ein Japanisches Auto hätte Qualität, jene aus China nicht. Jigme freute sich wahnsinnig auf die Tour. Normalerweise ist er Guide von grossen Gruppen mit anspruchsvollen älteren Chinesen, zwei Blondinen und ein Mitläufer im gleichen Alter waren daher ein Paradies für ihn. Und so genossen nicht nur er, sondern auch wir zwölf abwechslungsreiche Tage in Tibet. Jigme hat übrigens keinen Chinesischen Pass, er kann also das Land nicht verlassen, was Ihn schon ziemlich traurig macht. Sonst ist er aber eine Frohnatur, modern (westlich) gekleidet, hat ein eigenes Auto und eine Vorliebe für Popmusik der 90er. Für die beiden Girls war das fantastisch, hörten wir doch durch die langen Autofahrten durch die Hochebenen von Tibet Backstreet Boys u.ä. Verstärkt durch das frohe Mitsingen war es für mich eher... (Ach, denkt euch selber aus wie es für mich war).

The Driver fuhr uns also von der Grenzstadt Zhangmu nach Rongbuk nahe des Basislagers des Mount Everests. In diesem kleinen Dorf übernachteten wir auf 5’000m, zwei Nächte zuvor waren wir noch in Kathmandu (ca. 850m). Für den Körper eine unangenehme Belastung, doch dank eines Pharmakonzerns in der Schweiz meisterten wir auch diesen starken Höhenunterschied mehr oder weniger gut. Obwohl wir in Nepal schon Achttausender gesehen haben, der Anblick des höchsten Berges der Welt war einzigartig. Wir hatten das Glück von perfektem Wetter und so uneingeschränkte Sicht auf den Everest. Am nächsten Tag ging es hinauf zum Basislager I – stolz auf den Aufstieg dürfen wir aber nicht sein – der Jeep erledigte alles.

In den nächsten Tagen fuhren wir dann durch die Hochebene Richtung Lhasa. Jigme erzählte uns dabei viel über die Geschichte des faszinierenden Landes und den Buddhismus. Dazu besuchten wir einige wichtige Klöster. Wir konnten dabei viele Mönche bei ihren traditionellen Gebeten und Rituale beobachten, was sehr schön und schon fast ein bisschen spirituell war. Waren die Mönche aber gerade nicht bei Ihrem Gebet oder bei der Meditation, überraschten sie uns mit Ihrer Affinität zur moderner Technik der Telekommunikation. So trafen wir einmal in einem Kloster einen Mönch, welcher mit seinen Samsung Galaxy telefonierte und gleichzeitig auf seinem iPhone rumdrückte. Kontrast pur.

Die Fahrten durch das Hochland waren – trotz schnulziger Musik – eine Offenbarung. Die Landschaft ist atemberaubend schön (wobei man auf dieser Höhe tatsächlich immer dem Atem beraubt wird). Leide ist die Weite und Schönheit der Landschaft auf den Bildern nur begrenzt sichtbar, ich hoffe aber, sie können euch einen Eindruck vermitteln. Schlechte Fotos sind übrigen immer dem Equipment und nicht meinen Fähigkeiten geschuldet.

Speziell sind übrigens die Geschwindigkeitskontrollen in Tibet. So wird diese nicht durch Blitzer, sondern durch ein „ausgeklügeltes“ System gemessen. The Driver bekam an einem Checkpost einen Zettel mit der Zeit, welche er bis zum nächsten Checkpost nicht unterbieten durfte. In der Folge fuhren dann die Verkehrsteilnehmer mit doch beträchtlichem Geschwindigkeitsüberschuss bis kurz vor den nächsten Checkpost, um dort ein Nickerchen zu machen, bis die vorgeschriebene Zeit verstrichen war. Wir umgingen dieses Problem mit vielen Fotostopps, schnell gefahren wurde aber trotzdem. Übrigens mussten wir auf der gesamten Strecke – von der Grenzstadt nahe Nepal bis nach Lhasa – mehrmals täglich unsere Pässe der Polizei zeigen. Ebenfalls musste das Hotel nach jeder Ankunft den örtlichen Behörden mitteilen, dass wir uns am vereinbarten Ort aufhalten.

Am sechsten Tag erreichten wir die Hautstadt der Provinz; Lhasa. Wir waren natürlich sehr gespannt, und wurden auch überrascht, aber nicht enttäuscht. Wir drei hatten uns Lhasa als eine ruhige Kleinstadt mit alten verwinkelten Gassen und einem Potala-Palast vorgestellt, welcher nur mit Kutsche über eine Sandstrasse zu erreichen ist (OK etwas übertrieben). Nun, um von Südwesten nach Lhasa zu kommen, muss man mit dem Auto zuerst durch das ziemlich neu aussehende Chinesische Viertel fahren. Moderne und humorlose chinesische Grossbauten säumten den Strassenrand, an jeder Strassenlampe hing die Flagge der Volksrepublik China. Auch vor dem Potola-Palast führte eine grosse mehrspurige Strasse vorbei. Der Einfluss von China ist stark zu erkennen. Zum Glück ist das Zentrum von Lhasa von diesem Einfluss aber weitgehend verschont geblieben. Es ist ein schon fast magischer Ort mit viel Charme und Anziehungskraft.  

Nach drei Tagen Lhasa und einer etwas traurigen Verabschiedung von Jigme and the Driver ging es dann schliesslich per Zug bis nach Peking zu unserer nächsten Destination – Mainland China.

Tibet
Tibet, China
Christoph Small

Grenzerfahrungen

Der Grenzübergang zwischen Kodari auf der nepalesischen Seite und Zhangmu in Tibet ist ein Erlebnis für sich – die Gegensätze könnten nicht grösser sein. Von Kathmandu wurden wir in nordöstlicher Richtung zur Grenze gefahren. Die Strassen waren – wie fast überall in Nepal -  mit Schlaglöchern übersät.  Die Strecke wird vor allem von Lastwagen befahren, weil es die einzige Möglichkeit über den Landweg ist, billige Ware von China zu importieren. Den Grenzübertritt mussten wir dann zu Fuss bewältigen. In der Grenzstadt in Nepal herrschten nochmals mehr oder weniger chaotische Zustände. Die Strassen waren dreckig und die (Geschäfts-)Leute irrten und schrien scheinbar planlos umher. In einem kleinen stickigen Betonkasten war das Immigration Office untergebracht, dort erhielten wir den Stempel für die Ausreise nach – offiziell – China. Dass wir unser Visum überzogen, hat dort niemanden gestört.

Wir gingen zu Fuss zuerst zwischen einigen Absperrungen aus Gittern hindurch bis zur bekannten Friendship Bridge, welche die beiden Länder verbindet. In der Mitte der Brücke erwartete uns ein chinesischer Grenzofficer, welcher unsere Pässe kontrollierte. Neben ihm standen zwei Männer in Uniform in strammer Haltung, ohne sich nur ein bisschen zu bewegen, es wurde sofort klar, dass wir hier in einem Staat mit anderen Sitten sind. Wir hatten einige Schauermärchen über den Grenzübertritt gehört, dass es dann aber so einfach ging, hätten wir nie erwartet.

Voller Freude machten wir uns auf den Weg zu unserer Reiseleitung auf der tibetischen Seite. Wir passierten nochmals zwei Offizielle, welche auf einem Podest in strammer Haltung standen und so ungefähr Stärke, Autorität und Zusammenhalt ausstrahlten. Jeder soll merken, dass er in der Volksrepublik China angekommen ist. Nach der freundlichen Brücke ging es dann aber etwas überraschend – oder eben auch nicht – in ein charmloses, grosses und modernes Gebäude, in welchem wir von einer Vielzahl von chinesischen Beamten erwartet wurden. Jasmin, Andrea und ich mussten unsere Pässe, und diesmal auch unser Gruppenvisum, erneut vorweisen. Anschliessend wurde unser Gepäck gescannt und die Pässe wurden nochmals kontrolliert. Dann ging es weiter zu einem Officer, welcher unser Gepäck gründlich untersuchte, jede Tasche wurde geöffnet und durchwühlt. Leider musste ich dabei meinen Reiseführer über Tibet abgeben; zu viel über die Geschichte von Tibet, hiess es. Dass ich aber auf meinem iPad viel mehr Infos über Land und Leute hatte, wurde nicht bemerkt. Danach standen wir vor einem Schalter, wie man ihn aus herkömmlichen Grenzübertritten kennt. Der Pass sowie Gruppenvisum wurde nochmals gründlich kontrolliert. Hinter diesem Schalter mussten wir nochmals unser Gepäck scannen lassen, dies ging natürlich nur, wenn man den Pass zur Kontrolle vorher vorwies. Unterdessen wurden wir von unserem tibetischen Reiseleiter empfangen, welcher uns bei dieser Grenzerfahrung behilflich wurde. Danach standen wir endlich auf der anderen Seite des Gebäudes – in Tibet.

Im Vergleich zu Nepal sind wir in einer anderen Welt angekommen: Ab der chinesischen Seite war der ganze Übertritt bis ins letzte Detail durchorganisiert, die Strasse zur Grenzstadt Zhangmu war geteert und in exzellentem Zustand und von Abfall an den Strassenrändern war nichts mehr zu sehen. Auf dem Weg hoch zur Stadt mussten wir nochmals unsere Pässe, Visum und das Tibet-Permit vorweisen. Die Polizisten waren aber plötzlich freundlich, starten in unseren Jeep und lachten uns an. Wie sich später herausstellte, war die Euphorie der Wächter ganz alleine der Blonden Haare der Mädels und vor allem der blauen Augen von Andrea geschuldet. Unser Reiseleiter meinte, viele der Leute hätten in Ihrem Leben noch nie blaue Augen gesehen.

Kodali
Central, Nepal
Christoph Small

Vielseitiges Nepal



Wir sind gerade zurück in Kathmandu nach einer erlebnisreichen Zeit weit weg von der doch sehr staubigen und chaotischen Hauptstadt. Kathmandu war für Asienanfänger wie wir es sind doch ein wenig ein Kulturschock. Die Stadt befindet sich unter dickem Smog, kein Wunder bei dem regen Verkehrsaufkommen in der Stadt (obwohl es kaum Privatfahrzeuge gibt, da diese aufgrund von Steueraufschlägen ein x-faches im Vergleich zur Schweiz Kosten). Schuld an der Verschmutzung ist u.a. anscheinend auch das gepanschte Benzin und dieses ist schwer zu bekommen. Schon am ersten Tag sahen wir vierspurige Schlangen von Taxis, Lastwagen und Motorräder über mehrere hundert Metern, welche auf Benzin einer einzigen Tanksäule hofften.


Nepal ist ein ziemlich armes Land (BIP pro Kopf ca. $700, CH ca. $79'000). Der Umbruch im Land ist jedoch zu spüren. In Kathmandu findet man in jedem Café  Wi-Fi, der Strassenbau wird extrem vorangetrieben und sogar Bauern/Lodgebesitzer an abgelegensten Orten verfügen über ein Nokia o.ä.

Die Nepalesen selber sind extrem nett und herzlich. Speziell die Art unseres Guides Maila, welcher uns auf unserer Annapurna Runde begleitet, war extrem bereichernd. Er erzählte uns viel über Land und Leute, seinen Glauben und seinen Alltag neben dem Job als Guide. Ich habe von Ihm unten ein Foto gepostet (grünes Shirt).

Nun zu unserer eigentlichen Reise. Zu Beginn haben wir in Kathmandu eine Freundin von Andrea und eine Freundin von der Freundin von Andrea getroffen. Sie haben Namen und heissen Jasmin und Anita. Jasmin befindet sich ebenfalls auf einer Weltreise, Anita besucht nach gemeinsamer Zeit mit uns ein Waisenhaus im Süden von Nepal. Zusammen haben wir entschieden, auf das Wagnis eines ca. 20-tägigen Trekkings in der Region des Annapurnamassivs einzulassen. Die Wahl, einen Guide zu engagieren hat sich im Verlauf der Runde als richtig erwiesen. Der Treck wäre  zwar auch im Alleingang möglich gewesen, uns wurde aber viel Planung und Wegsucherei abgenommen. Auch haben wir – wie oben erwähnt – einen sehr netten Nepalese kennengelernt, schon die Begegnung war die Mehrinvestition wert.

Der Treck selber hatte es in sich. Der Weg führte uns entlang eines Tales flussaufwärts. Westlich von uns waren schon bald erste Bergmassive des Annapurnas zu sehen, namentlich der Lamjung Himal mit 6’983m.  Zuvor sind wir aber durch grüne Vegetation und Wald gewandert, was sich natürlich mit zunehmender Höhe in kargere Berglandschaft wandelte. Im Osten ragte nach wenigen Tagen der atemberaubende Manaslu mit über 8'000m in die Höhe. Der Weg führte uns weitern Nordwestlich, bis wir nach 8 Tagen Manang (ca. 3’500m) erreichten, der Hauptort des gleichnamigen Distrikts. Kurz vor Manang hatten wir herrliche Sicht auf einige Berge über 7'000m, besonders angetan hat es uns der Annapurna II mit seinem „Affengesicht“, vielleicht erkennt ihr den Berg unter den Bildern. Wir hatten extremes Glück mit dem Wetter und fast immer beste Bergsicht. Von Manang aus machten wir uns dann Richtung Thorung La Pass, welcher die beiden Täler um das Annapurna Massiv verbindet. Mit seinen 5’614m war der Pass eine extreme Herausforderungen, meine Kopfschmerzen waren zum Teil doch erheblich und die Luft war schon extrem dünn, gerade bei steilen Aufstiegen kurz unter dem Pass mussten wir alle paar Minuten Puls und Atmung wieder auf das normale Niveau bringen. Trotzdem haben wir alle den Gipfel erreicht, ein unglaubliches Gefühl. Danach ging es runter in das Kali Gandaki Tal, scheinbar das tiefste der Welt. Auf dem Abstieg hatten wir beste Sicht in das Tal, welches ein wenig an den Grand Canyon erinnerte. In den letzten Tagen sind wir dann in Richtung Süden gelaufen und haben am neunzehnten Tag Pokhara, unser Ziel, erreicht. Zuvor sind wir nach karger Landschaft nochmals in sehr grüne und bewaldete Vegetation vorgestossen. Nach kontinuierlichem Abstieg bis auf 1’200m sind wir nochmals auf über 3'100m aufgestiegen, um einen letzten herrlichen Blick auf das Annapruna-Massiv, Matchhapuchare und Dhaulagiri (8'167m) bei Sonnenaufgang zu geniessen.

Hier noch ein paar Zahlen zum Treck: 17 Etappen und ein Ruhetag, 203km gelaufen, fast 4 Tage reine Gehzeit und 9'900 positiver Höhenunterschied.

Nach einem Tag im herzigen Pokhara sind wir weiter zum Chitwan Nationalpark im Süden des Landes. Der Park liegt auf einer Höhe von unter 300m und lädt zur Safari auf verschiedene Arten ein. Es ist schon unglaublich, wie viele abwechslungsreiche Landschaften und Kulturen dieses Land zu bieten hat. Übrigens leben hier Hindus und Buddhisten extrem friedlich miteinander, haben teilweise sogar die gleichen Pilgerziele. Highlight des Chitwan-Erlebnisses waren sicher ein Jungle-Walk, bei welchem wir einem Rhino extrem nahe kamen und sonst Elefanten und viele andere Tiere sahen sowie auch ein Bad zusammen mit Elefanten.  

Unten findet Ihr noch ein paar Fotos zu unserem ersten Monat auf Weltreise. Leider habe ich kein gutes Netz, daher folgen später noch mehr Fotos.

Über Infos aus der Schweiz freuen sich Andrea und ich. Morgen geht es weiter nach Tibet, wir sind gespannt.

Bis dann
Christoph

  • Missing
    Sarah hat am kommentiert:

    Danke fürs update. Isch voll interessant!! :-)

  • Missing
    und weg... hat am kommentiert:

    hey - schön von euch zu lesen.
    WoW - beeindruckende Landschaft, tolles Wetter und ein schöner Bericht.
    Viel Spass weiterhin !!!
    Hier seit 2 Wochen: nass, kalt/kühl..., bähh Wetter. :-(
    ach ja, und Alltag und Arbeit wohin das Auge reicht. Habs guat !

  • Missing
    Thomas B. hat am kommentiert:

    Hey ihr zwei, faszinierender Bericht und atemberaubende Fotos (auf dem 3. Bild habe ich neben dem Annapurna II sogar noch ein zweites Affengesicht entdeckt. Es trägt so ein gelb-grünes Cap ;-) Nein Quatsch, siehst blendend aus, Hans, habe dich selten so gut rasiert gesehen!).
    Hoffe, es geht euch gut und ihr erlebt bereits die nächsten Abenteuer! Freue mich schon auf weitere Updates.
    Liebe Grüsse

Christoph Small

Around-the-World Ticket ist gebucht - Provisorische Reiseroute

Wir haben unsere provisorische Reiseroute festgelegt und bei Globetrotter ein Around-the-World Ticket gebucht. Unter "Route" könnt Ihr unseren Plan anschauen. Sind wir dann unterwegs, werden wir die Route laufend anpassen. Falls jemand von euch Orte auf unserer Route schon besucht hat, freuen wir uns auf eure "don't miss" Tipps :).

12.04.14 - Start Weltreise; Flug nach Nepal
13.04.14 bis 11.05.14 - Nepal
12.05.14 bis 16.06.14 - Tibet, China
16.06.14 bis 05.07.14 - Japan
05.07.14 bis 07.10.14 - Südostasien
08.10.14 bis 11.10.14 - Sydney
11.10.14 bis 22.10.14 - Fiji
22.10.14 bis 30.11.14 - Neuseeland
30.11.14 bis 08.03.15 - Südamerika
09.03.15 Ende Weltreise, Flug nach Zürich


Switzerland
, Switzerland
  • Missing
    und weg... hat am kommentiert:

    Ich wünsche euch eine gute Reise und viel Spass !!!

    oder wie es Emil Gött sagte: Die Heimat des Abenteuers ist die Fremde.

  • Missing
    Sarah hat am kommentiert:

    Hey ihr zwei, gnüsseds. Dänke a oi :-)

  • Missing
    Lis hat am kommentiert:

    Viele tolle, spannende Erlebnisse wünsche ich euch

Christoph Small

Wir machen eine Weltreise

Andrea und ich haben uns entschieden, eine Weltreise zu machen. Am 12. April 2014 geht's los, wir freuen uns riesig. Wir werden während unserer Reise auf diesem Blog hin und wieder Fotos publizieren, und wenn wir lust haben, einige Sätze dazu schreiben.