Asphaltreise: Dust and Diesel

7.500 km mit dem Auto von Deutschland bis in den Senegal. Reisebericht eines "Dust & Diesel" Teilnehmers.

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So geht`s doch auch...

Seit ein paar Tagen bin ich nun wieder zuhause und fühle mich etwas wie ein falscher Fünfer. (Gestern hab ich auch noch einen von den neuen in die Hand bekommen. Haben die Holländer den entwerfen dürfen?)

Ich weiß nicht so recht wie ich mich fühlen soll. Einerseits bin ich froh wieder in meinem Bett schlafen zu können und nicht mehr mit Sand und Mücken mein Schlafzimmer teilen zu müssen. Andererseits fühle ich mich irgendwie festgenagelt. Meine Pläne möglichst bald auf die nächste Reise zu gehen müssen etwas warten da ich erst hier noch einiges erledigen sollte von dem ich nicht genau weiß wie lange das alles dauert. Aber es ist nicht nur das. Die Reise durch drei Afrikanische Staaten hat unbestreitbar seine Spuren hinterlassen. Deswegen bin ich garantiert kein Afrika Kenner oder gar versteher der Kultur auf diesem Kontinent, konnte jedoch meinen eigenen Eindruck schon etwas auf mich wirken lassen. 

Marokko ist ein Land das sich sehr um Toleranz und Offenheit bemüht. Gelingt ihnen auch ganz gut. Allerdings finde ich persönlich die Anstrengung in manchen Dingen zu ausgeprägt und teilweise unnötig. Jedes Land muss von etwas Leben und Wirtschaften solange es Landesgrenzen gibt, völlig klar. Der Europäischen Bankenkultur hingegen Sympathie entgegenzubringen halte ich persönlich für nicht besonders gelungen. Sicherlich: Bekomme ich keinen Kredit kann ich mir wahrscheinlich weder eigenes Haus noch den Fortgeschrittenen Standart der Automobilindustrie leisten. Aber wozu auch wenn ein ganzes Land dieses ewig Zeiten nicht konnte und wollte? Viele lebten noch vor Jahren von Tausch und Handelsgeschäften ausserhalb des Bankenmarktes und waren zufrieden mit diesem Standart. Zumindest wurde mir dies berichtet. 

Bei der Führung und Besichtigung von Marrakech und Fes ist mir eines aufgefallen: Egal wie klein die Hütte oder Prunkvoll der Bau, eines haben sie alle gemeinsam. Mindestens eine Satellitenschüssel auf dem Dach. Ein ganzes Land scheint, genau wie Deutschland, vor dem Fernseher zu sitzen und darauf zu warten das die Schuldenfalle zuschnappt und als hoher Lebensstandard mit hohen Zinsen verkauft wird. (Hoffentlich müssen beide ewig warten) Auch sind die Menschen in Marokko, nach Süden hin absteigend, von stark Europäischen Schlag. Was völlig normal ist. Im Süden jedoch kommt immer mehr die Gelassenheit raus von der man immer wieder gehört hat und von vielen als Faulheit und Nachlässigkeit Dargestellt wird. Sicher ist es nicht nachzuvollziehen warum beim Hausbau erst der Boden gefliest und dann die Decke gestrichen wird. Aber das muss auch keiner. Wozu auch wenn es doch niemanden schadet? 

Ich habe, egal in welchem der bereisten Afrikanischen Länder, nicht einmal das Gefühl von krimineller Bedrängnis oder gar Angst vor Menschen verspürt. (Auf dem Rückweg am Dortmunder Hauptbahnhof sah das schon anders aus) Alle Menschen die ich traf waren freundlich und zuvorkommend. Sicherlich ist diese Freundlichkeit manchmal auch teil eines Verkaufsgespräch aber immer noch angenehmer als so manchen Deutschen Angestellten im Fachmarkt nach der Uhrzeit zu fragen. Hartnäckigkeit beim anpreisen von Waren ist sicherlich ein Faktor der wahrscheinlich hauptsächlich den Touristen, bzw Ausländern zu teil wird, aber auch ertragbar. Die Art sich diese Menschen vom Leibe zu halten jedoch empfand ich als äusserst unangenehm. Ignoranz war hier das Schlüsselwort. Wer auf Märkten und in Geschäftsstrassen angesprochen wird und, manchmal nur das kleinste bisschen, Reaktion darauf zeigt hat meist für eine kurze Zeit einen Begleiter der ihm nur jetzt und heute ein ganz besonderes Angebot macht. Das scheint unfassbar aufdringlich, ist aber nur die Afrikanische Art von Kleinwerbung. Zurück in Deutschland ist mir direkt aufgefallen wie sehr man hier zugebombt wird mit Dingen die man haben muss um auf dem laufenden zu bleiben, oder gar nicht Sozial abgehängt zu werden. Partnersuche wird hier schon beim Onlinetestsieger abgewickelt und bedarf nur noch einen Bruchteil der "normal üblichen Zeit". Bei den Marokkanern kann ich mir vorstellen das die in 10 Jahren auch soweit sind. Diabetes und Zahnausfall aufgrund hohen Konsums von Süßkram ist dort auf jeden fall schon auf dem Vormarsch.

In Mauretanien ist mir als erstes der Quantensprung der Vermüllung von Landschaften ins Auge gefallen. Nicht das dies in Marokko nicht der Fall war, hatte es jedoch eine neue Qualität. Autowracks, Hinterlassenschaften von Ölwechseln am Strassenrand, Plastikmüll überall in jeder Form und Größe, und das fehlen eines Bewusstseins zu diesem Problem stechen schnell ins Auge. In Nouadhibou, der Wirtschaftsmetropole Mauretaniens, habe ich mich bei einem Erfahrenen Teilnehmer der Rallye erkundigt wie mit dem Müll umgegangen wird den die zahlreichen freien Ziegen nicht auffressen. Antwort: 2 bis 3 mal im Jahr wird das nötigste zusammengesammelt und ins angrenzende Meer gekippt. Von dieser Antwort war ich zunächst geschockt und wütend. Sofort kam mir in den Sinn das hier mal ein Europäer das Ruder in die Hand nehmen müsse um klar Schiff zu machen und für ein nachhaltiges Bewusstsein hierfür zu sorgen. Nach kurzer Zeit aber wandelte sich diese Meinung. Mir kam in den Sinn was Deutschland und auch andere Industriestaaten mit ihrem Müll noch vor 20 Jahren ganz offen, heute halb versteckt, gemacht haben bzw ganz offen machen. Rein in den Ofen und die Luft verpesten oder auf Schiffe und in Container laden und dahin bringen wo sich keiner von diesem Kontinent mehr drum schert. Desto weiter weg umso besser und die angebliche Müllmoral höher. Auch kann man sich mal überlegen wer sein ausschließlich Größengenormtes Obst 2 Fach verpackt beim Discounter kauft, und wer üblicherweise auf dem Markt vom Bauern in der Region in einer einfachen Plastiktüte. Mir steht es sicher nicht zu die Müllproduktion zu verteufeln da ich schließlich genau so Müll produziere wie alle anderen. Genauso steht es aber keinem Industriestaat und seinen Mitgliedern zu über die Afrikaner die Nase zu rümpfen weil diese ihren Müll auf die Strasse oder ins Meer schmeissen. Wir sind nichts besser. ganz im Gegenteil. Wir bezahlen jemanden dafür das er hinter uns her putzt und die Strassen, Parkanlagen und Privathaushalte Müllfrei hält. Würde dies mal für ein Jahr ausgesetzt werden bin ich mir sicher mehr und hartnäckigeren Müll auf Deutschen Strassen und in Parkanlagen zu finden als in den Ländern die ich in den letzten 4 Wochen bereist habe. 

Auf das Lebensgefühl das sich der "gemeine Afrikaner" leistet bin ich neidisch und auch etwas inspiriert. Eine Notdurft grossen Materiellen Besitz anzuhäufen fehlt einfach. Natürlich möchte auch dort jeder ohne Probleme und Hunger leben, jedoch sind die Grundlagen was dies betrifft eine andere. Desto weiter ich Südlich fuhr desto mehr war zu beobachten wie einfach jeder Mensch zufrieden war. Musste im Nördlichen Teil Marokkos noch ein Auto zum Besitz gehören um das Gefühl von Glück zu empfinden so war es im Südlicheren Teil schon eher die Schachtel Zigaretten oder das zusammensitzen mit Freunden und Verwandten. Auch die Einstellung zu Arbeit wurde schleichend geprägt von Pragmatismus. 5 Tage Arbeit reichen oft aus um 10 Tage Leben zu können. Warum also 10 Tage Arbeiten wenn auch 5 reichen um 10 Tage auszukommen?! Eine Einstellung die ich noch nie erlebt habe. Dies ist keine Faulheit oder gar Schmarotzertum. Nein. Es ist eine einfache aber glückliche Art zu Leben und zu genießen was man nicht hat aber angeblich braucht. Mit dieser Lebensweise werde ich mich definitiv noch einmal beschäftigen. 

Das war meine Sicht der Dinge für heute. Sobald sich meine weiteren Gedanken und Eindrücke den Weg ans freie gesucht haben, was sicher in den nächsten Tagen der Fall sein wird, werde ich auch diese ungefragt ins Internet stellen. Es kommt mir vor als würde ein Gedanke den nächsten gebären ohne das ich dazu was tun muss. 

Ein sehr schönes Erlebnis. 


Osnabruck
Lower Saxony, Germany
asphaltreisender@gmx.de Small

Der gerade Weg tut`s am besten

 Ja ich gebe es zu ich stehe auf lange Fahrten über gerade Strecken. Warum? Weil dann das Denken nicht abgelenkt wird. 300 km Geradeaus zu fahren kann dafür sorgen das dass Hirn einen anderen Weg nimmt. Ich mag das.Und so bin ich gestern die 550 Kilometer in fast einem Rutsch gefahren. Von Laayoune aus bis Dakhla die Perlenschnurstrasse entlang. Einfach nur geradeaus. 

Ausser von einen halben Dutzend Polizeikontrollen, bei einer bekam ich meinen Ersten Stolzen Strafzettel wegen zu schnellem fahren für 300 Dirham, hat mich nichts ablenken können. Alle 10 Minuten mal ein Auto oder LKW als Gegenverkehr. Zwischendurch fiel nur das längste Förderband der Welt auf das Siemens hier gebaut hat. Es transportiert Phosphor der hier zu Haut vorhanden ist. Und ansonsten nur mit Müll bespickten Sand und auf der rechten Seite den vermüllten Atlantik. Seit Tagen fällt es immer öfter auf wie Plastiküberzogen ganze Landstriche sind. Überall Plastik Behälter in allen erdenklichen Größen, Verwendungszwecken, Farben und Formen werden nur von umherliegenden Plastiktüten abgelöst. In einer Bucht, die ich gestern noch Fotografiert habe, lag Gebietsweise mehr Müll als Steine. In den Höhlen die sich direkt auf Wasserlinie in den Fels an der Steilküste gebohrt haben, soll teils Müll bis zur Decke aufgetürmt sein. Das Land hier ist reich an Eindrücken, freundlichen Menschen und Kultur. Aber halt auch voll von Müll. Die Müllberge von Europäern konnte ich noch nicht entdecken, aber dafür bin ich wohl noch nicht weit genug gefahren. 

Desto weiter wir Richtung Süden fahren desto mehr Militär und Polizeipräsenz ist zu beobachten. Auf dem Weg werden die Auto`s immer da größer und teurer wo die Bevölkerungszahl steigt. In den Ländlichen Gegenden ist die Mofa ein recht beliebtes Fortbewegungsmittel. In Deutschland kann auch Bauer Josef eine E-Klasse fahren. Aber nicht nur das macht den unterschied zu Europa. Schon allein die Gelassenheit der gemeinen Bevölkerung ist herrlich. Uhren kann ich hier so gut wie nie ausmachen und vermisse sie auch nicht. Aber auch die Dreistigkeit der Polizisten ist nicht von Pappe. Floskeln? Wozu? Geb mir einfach ein Geschenk und ich lass dich durch. Einfache und Runde Sache. 

Morgen kommen wir noch an der Strecke des längsten Zuges der Welt vorbei. Hoffentlich passiert der nicht unsere Route. Der Zug soll schon alleine bis zu 20 Loks vornweg haben damit er überhaupt voran kommt. 

Heute war Ruhetag in Dakhla am Atlantik. Herrlich ist es hier. Genau richtiges Verhältnis von Wind zu Temperatur solange man nicht auf dem Zeltplatz ist. Abends soll es hier, genau wie in Laayoune, nicht besonders lustig sein. Das Erklärt die Militärpräsenz. Das erste A.C.A.B. Graffiti hab ich auch schon gesehen. Auf der Seite ist also auch Präsenz vorhanden. 

Morgen geht es rüber in den Staat Mauretanien. Ein anstrengender Tag wurde versprochen. Lange Wartezeiten an den Grenzen inclusive. Zum Glück ist es Richtung Süden noch etwas kälter als hier. Das wird sich im Auto günstig auswirken. Dieses läuft wie eh und je. Bisher nur einen defekten Reifen und sonst nichts. Aber auch gar nichts. Nicht einmal die Halterung mit dem eingebauten Transmittier für den Ipod hat sich Niveaulos verhalten. Wenn es so weiter geht werde ich mit dem Wüstendackel wiederkommen und ihn niemals mehr hergeben. Ist schon Irre was der bisher ausgehalten hat. Ich weiß immer mehr warum ich einen alten Mercedes fahre. Auch in Deutschland. 

Apropos der Rest der Welt. Mitbekommen tue ich hier nicht viel. Hin und wieder bekommt man einen fetzen Nachrichten irgendwo mit und sagt Dinge wie. "Ach endlich", oder "Oh. Da geht`s auch wieder los."Schau ich mal was die Zeitung alles so spricht wenn ich wieder zuhause bin. 

Hoffentlich kann ich dann bald wieder los nach Norwegen. 


الداخلة
Greater Casablanca, Morocco
  • Small
    PuC hat am kommentiert:

    Hallo in den Süden,

    wir sind inzwischen östlich von Moskau und es geht uns genauso - wir kriegen von den Weltnachrichten wenig mit, höchstens im Frühstücksfernsehen auf russisch.
    Gerade Straßen über viele Kilometer gibt's hier auch - also vielleicht das nächste Mal gen Osten.
    Grüße aus dem warmen Osten!

asphaltreisender@gmx.de Small

Ein Wrack vorm Dackel

Einen Ruhigen Tag sollte man nicht verkommen lassen.

Ganz gemächlich nach dem aufstehen um 8 haben wir uns um ca. 10 Uhr aufgemacht um uns und den Wüstendackel nach Laayoune zu bringen. Über Tan Tan und Tarfaya sollte es gehen. Trotz der ersten Panne kurz nach Aufbruch, einem Platten hinten Rechts, waren die ersten 200 km schnell abgerissen und auch das Foto am Tor zur Sahara bei den 2 Dromedaren geschossen. Danach hatten wir einen wunderbaren Ausblick von den Steilküsten auf den Atlantik.

Schriftsteller Antoine de Saint-Exupéry, der unter anderem “Der kleine Prinz” geschrieben hat ist hier in 1920 er Jahren mit seinem Flugzeug in Tarfaya gelandet. Zu diesem Ereignis gehört ein kleines Museum das aber leider Sonntags geschlossen hat. Wir nutzten die Gunst des Ortes und versorgten uns mit einem warmen Essen in einem kleinen Restaurant und ich wurde Zeuge wie ein Marokkanischer Koch seinen Küchenjungen lauthals davon jagt. (Ab einem gewissen Erregungszustand ist das gesagte international verständlich) Das Restaurant bot freies Internet das fleißig genutzt wurde. So kam ein neuer Blogeintrag, und die Entscheidung nach Ankunft in Düsseldorf, in etwa 1 ½ Wochen eine Nacht zu bleiben zustande.

Von Tarafaya aus ging es weiter an der Atlantischen Küste entlang. Etwa 5 Kilometer hinter dem Ortsausgang liegt das Wrack der Assalama etwa 100 Meter vom Ufer entfernt. Ein Einheimischer berichtete das dieses Wrack eines Passagierliners vor 2 Jahren aus dem Hafen ausgelaufen und direkt auf Grund gelaufen sei. Wie spannend wäre es auf diesem Geisterschiff einmal herumzulaufen? Ich nehme an das dass schon von so manchen Treib und Rohstoffdieb getan wurde. Spannend wäre es trotzdem.

15 Minuten nach weiterfahrt wurde dann klar das der Wüstendackel sich auf Abwegen befand. Zwar steuerte er generell in die richtige Richtung, fuhr aber zu weit westlich an die Stadt Laayoune heran. Dieser Umstand wurde kurzerhand mit einem Umweg von ca. 60 Kilometern korrigiert.

Kurz vor Laayoune liegt unser heutiger Campingplatz und ist direkt hinter den Dünen angesiedelt. Und hier liegt der Traum eines jeden Autofahrers. Dank Steuerfreier Zone kostet hier der Liter Diesel etwa 55 Cent. Da wurde erstmal zugeschlagen und auch der Reservekanister bekam seinen Anteil.

Heutige Etappe von 410 Kilometern plus 60 Kilometer Umweg fast Bravorös gemeistert. Morgen wird Dakhla angesteuert wo ein Tag Ruhe geboten wird. Also mal nichts tun und hoffentlich fleißig Fotos hoch laden wenn das Netz es hin bekommt.


Laayoune
Tissemsilt, Algeria
asphaltreisender@gmx.de Small

Samstag Abend unter Sternen

Nach 4,5 Stunden haben wir die ca 460 km hinter uns gebracht und genießen den kühlen Atlantikwind. Der Campingplatz liegt in einem alten Französischem Fort. Es ist einfach nur schön hier. Ein Restaurant und ein kleines Hotel gehören hierzu. Die Duschen sind für Campingplatz Verhältnisse herrlich und sogar das warme Wasser läuft so lange bis keines mehr gewünscht wird.

Die Sonne ist um 20 Uhr 09 hinter den Bergen verschwunden und leitete ein was der Abend gebracht hat. Einen wahrhaftig unfassbaren Sternenhimmel den ich so noch nicht gesehen habe. Der Wind flaut mit dem Licht der Sonne ab und es kehrt eine angenehme Ruhe ein. Hier könnte ich noch ein paar Tage bleiben.

Doch morgen geht es endgültig auf geradem Wege Richtung Süden in die Sahara. Ich freu mich drauf.


كلميم
Guelmim-Es Semara, Morocco
asphaltreisender@gmx.de Small

Freitag Samstag im Staub

Ein Ritt durch die Wüste und über ausgetrocknete Seen ist nicht immer lustig.

Im grossen und ganzen muss man sagen das so eine Tour durch Sand und Geröllhaufen schon ein Erlebnis ist. Leider hat unser Erlebnis 14 Stunden gedauert. Und das für 300 km.

Morgens um 7 war Abfahrt im ganzen Trupp und man traf sich 30 km entfernt vom Campingplatz in Mhamid wieder. Schon nach 2 Stunden durch die Wüste waren die hälfte der Fahrzeuge mindestens einmal von dem Nissan Pick Up aus dem Sand gezogen worden. Ein Glück das der in dieser Sandjauche mit dabei war. Oftmals kam es vor das nur im ersten Gang mit Vollgas und viel Schwung ein Teilstück der ewig langen Strecke gemeistert werden konnte. So zog es sich noch lange hin. Anfangs war das noch sehr lustig, ich für meinen Teil hatte dann aber doch nach 9 Stunden keine Lust mehr. Nur dumm wenn man dann mitten in der Wüste steht. Da raus möchte man vor Anbruch der Dunkelheit ja doch gerne. Und so bin ich morgens um 8 in die Wüste hinein, abends um 9 wieder raus gefahren und habe auf ca. 6 Millionen Steine geachtet und bin 10 Millionen ausgewichen. Das hatte definitiv gereicht. Bis zum Übernachtungsplatz musste aber noch eine Stunde fahrt absolviert werden.

Schäden an den Fahrzeugen hatte die Gruppe nur wenige zu verzeichnen. Na ja wie man es nimmt. Die meisten hatten Glück, dafür ein Team das ganze Pech. Der Rote 940er Volvo Automatik hat es nicht gepackt. Bei 2 Aufeinanderfolgenden Aufsetzern hat es erst die Bremsleitung vorne rechts, und dann den Kühler zerbürstet. Beides wäre nicht so schlimm, einfache Reparaturen. Allerdings bekommt man hier in Marokko nicht mal eben einen Kühler mit eingelassenem Ölkühler für das Automatikgetriebe. Als der Wagen aus der Wüste raus und über den ausgetrockneten Lac Iriqi gezogen war dann das endgültige aus für den Volvo.

Die beiden Fahrer verteilten sich auf andere Teams, das war kein Problem. Dann war da aber noch die Frage was mit dem Gepäck und dem Auto passieren soll. Bei Einreise in Marokko hat jedes Team eine Zollbescheinigung bekommen um das Fahrzeug wieder auszuführen. Das heißt das, wenn man es nicht wieder ausführt, eine Zollgebühr von bis zu 5000 Euro fällig wird. Den Wagen in Marokko lassen kam daher nicht in frage, und der Nissan hätte es auch nicht geschafft ihn bis nach Mauretanien zu ziehen. Das waren laut Routenplanung nämlich etwas über 1500 km. Unmöglich das alles mit Abschleppseil und einem, auch schon in die Jahre gekommen, Pick Up zu erledigen.

So kam der Volvo samt Gepäck kurzerhand hinten auf den 10 Tonner rauf, der ebenfalls mit dabei ist die Strecke durch die Wüste aber aus gegebenen Gründen nicht durchquert hatte. Platz gemacht und den Wagen an den Felsterrassen, unserem Nachtplatz gestern, eingeladen. Wenigstens einen besseren Ort zum Verladen hätten wir nicht haben können. Mit Holzbohlen von einer erhöhten Terrasse eine Brücke geschlagen und den Wagen in den LKW geschoben. Das war also einfach. Es wurde nur etwas eng auf der Ladefläche auf der noch Spendengüter untergebracht waren. Mit etwas Gedrücke und Geschiebe passte dann aber doch alles rauf.

Mein Wasserverbrauch gestern war grandios. Trotz das ich in der Wüste nicht so heftig geschwitzt habe, habe ich 7 Liter Wasser getrunken und immer noch das Durstgefühl verspürt. Auch der Schädel musste ständig Kühlung erfahren. Ein Schwarzes nasses Tuch half beim instandhalten des Denkapparates.

Ab jetzt ist ausschließlich Kilometer fressen angesagt. Heute fahren wir wieder zurück nach Westen an den Atlantik und dann immer weiter nach Süden Richtung Mauretanien. Alles auf geteerten Straßen. Für heute sind es 460 km bis Guelmim über Tissint von etwa Foum-Zguid aus. 3 ½ Stunden unterwegs und etwa 400 km abgerissen. Gute Aussichten auf eine frühe Dusche. Gestern gab es beim Übernachtungsplatz keine. Auch schön nach einem Tag durch die Wüste.


تيسينت
Guelmim-Es Semara, Morocco
asphaltreisender@gmx.de Small

Das Foto nach der Sonnenbrille

Hier in Zagora eine Sonnenbrille kaufen ist ein wahres Erlebnis.

Der Laden in den ich rein gegangen bin hatte leider keine Sonnenbrillen. Ich sagte dem Besitzer des Ladens was ich suchte und der schickte gleich einen Landsmann auf seinem Mofa los. Wohin? Keine Ahnung. 10 Minuten später war er allerdings wieder da und ich hatte in der Zeit ein nicht besonders ansprechendes Verkaufsgespräch im Hinblick auf die vorhandenen Billigschmuck Angebote. Während dieses ausserordentlich freundlichen Gesprächs kamen noch 2 weitere Herren rein die genau wie alle anderen gleich meine besten Freunde waren. Zumindest haben Sie das gesagt. Die beiden fingen dann erst einmal an das Mittagessen zurecht zu schnippeln. Sehr lustig. Es wurde auch etwas geschmollt als ich die Einladung zum Essen freundlich ablehnte.

Die 10, aus den tiefen des Ortes herbeigeholten, Sonnenbrillen wurden Reifenquitschend rangeschafft und dann mit vollem Stolz aufgereiht. Ich beschloss spontan das am wenigsten schlimme Model zu nehmen und hab dann anstatt der 400 verlangten Dirham 120 und ein ungewaschenes T-Shirt bezahlt. Ich hab aber noch ein Foto von der lustigen Runde rausschlagen können. Hoffentlich vergesse ich das nie.

Ansonsten hat der Tag sich so dahin gedümpelt. Teilweise waren es hier 42 Grad. Im Schatten wohl gemerkt. Das soll allerdings noch recht mild sein. Und so hab ich mich auf den bereitgestellten Polstern unter einem großen Sonnenschutz gefläzt und meinem Hörbuch gelauscht.

Zwischendurch noch das Auto und die Tasche mal wieder aufgeräumt. Denn ich bin mir sicher das unser Auto ein Schwarzes Loch in sich birgt. Es verschwindet eigentlich täglich etwas das Tage später, irgendwo, an anderer Stelle wieder auftaucht. Aktuell sind 2 SD Karten auf Wanderschaft durch die mitreisenden Galaxien. Anstatt des Wurmlochs hätte ich lieber einen Fluxkompensator an Bord um die Wüstenstädte durch die wir gestern gekommen sind in verschiedenen Zeiten besuchen zu können. Auch würde mich interessieren welcher von den kleinen Steinhäufchen schon wie lange steht. Teilweise stehen diese Routenzeichen schon seit Hunderten von Jahren in der Wüste. Wäre schon schön mal einen von diesen Normaden zu treffen. Auch wenn der auf mich, gut genährten Europäer, vielleicht nicht allzu Lustig reagiert hätte.

Die Rallye geht jetzt eine Woche. Ich habe in dieser Zeit gegen alle Verkehrsregeln mindestens einmal verstoßen, eine Koranschule, Töpferei, Naturheil Apotheke, Teppichhändler, Gerberei und die Märkte in Fes und Marrakech gesehen. Gestern hab ich geschnallt wie das Wurfzelt gefaltet wird (wahrscheinlich geht es übermorgen kaputt), Wüstensand zu hauf gesammelt, Schnarchoffensiven stand gehalten, Sonnenbrille gekauft, Take 5 aus dem fahrenden Auto mit Kindern gemacht, mir einen ordentlichen Sonnenbrand geholt, Tankwarte geärgert, bin im Sand stecken geblieben und auch Vollgas gefahren, meine Aufkleber mit Freude unters Volk gebracht und 1,5 Liter Öl für 4200 km gebraucht. An der Algerischen Grenze bin ich mit 70 km Abstand auch gewesen. Die Eindrücke die ich dabei eingefangen habe fang ich gar nicht erst an zu beschreiben, weil ich dann nicht zum Schlafen kommen würde.

Morgen geht es weiter nach Tissint über eine weitere noch anstrengendere Piste.

Ich wollte ja eigentlich jeden Tag ein Auto beschreiben. Das stellt sich wegen der schlechten Netzverbindung als schwierig heraus da ich keine Fotos hoch laden kann. Nur so viel: Mercedes wird hier gern gesehen. Sobald eine vernünftige Verbindung besteht lade ich Fotos von den Fahrzeugen und natürlich weitere hoch.

زاكورة
Souss-Massa-Draa, Morocco
asphaltreisender@gmx.de Small

Ein morgen der sich mit Palmen und 20 Grad präsentiert hat wahrscheinlich keinen schlechten Tag am Schlepptau.

Die Etappe hierher war ein gutes Stück Arbeit. Gestern ging es von Tinerhir bis Timerzif um dann auf die Piste Richtung Zamora abzubiegen. Vorher noch ne kalte Cola und einen heißen Tee in einem kleinem Cafe wo ich noch 2 meiner Aufkleber platzieren durfte. Das war schon ganz lustig. Biegt man in Deutschland von der Strasse ab sind die Chancen hoch in einem Wald zu landen. Hier direkt in der Wüste. Ausser einem Tross vollgeschädigter Europäer die Lust haben ihre Autos zu ruinieren macht das wohl kaum einer Freiwillig. Die Höherlegung des Wagens zumindest hat sich definitiv bezahlt gemacht. Das Aufsetzen hab ich trotzdem hin bekommen und durfte mir auch einen Strich auf dem Kotflügel für das Festfahren im Sand abholen. Einen platten Reifen konnte ich zumindest vermeiden.

Der Staub der bei unserer Fahrt aufgewirbelt wurde konnte Kilometerweit gesehen werden und ist in jede nur denkbare Ritze gekrochen. Der Kofferraum ist voll mit dem Zeug und wir hatten nicht einmal den Deckel oben. Bei der direkten Dusche nach Ankunft auf dem Platz wusste ich dann auch wo er sonst noch überall hinkommt. Der Wüstendackel zumindest sieht jetzt wenigstens wie ein richtiges Gebrauchsfahrzeug aus. Hat sich auch gut geschlagen. Und jetzt können auch sämtliche Leckagen beäugt werden. Der Staub ist da feucht wo es leckt am Motor. Aber ausser dem defekten Wellendichtring an der Kurbelwelle konnte ich nichts weiter finden.

In der Wüste ging es über wenig Stock, dafür extra viel Stein und Sand auf abtrünnigen Wege zu unserer nächsten Übernachtungsmöglichkeit. Und was das für eine ist. Direkt in der nähe dieser Steinigen ausgedörrten Piste liegt ein Campingplatz unter Palmen und guten Duschen herrlich gelegen. Abends war ich dann so platt das ich beim ersten Zucken der Dämmerung in mein Zelt verschwunden bin. War auch dringend nötig nach einem Tag Wüstenarbeit, und einer Nacht zwischen 2 Schnarcherzelten mit nur einem Ohropax.

Heute ist ein Off Day sozusagen. Heute ist keinerlei Programm wählbar oder eine Etappe angesagt. Also werde ich mich mal in Zagora nach einer neuen Sonnenbrille umschauen und mich ansonsten im Schatten aufhalten, um meinen Verbrannten Waden und Nacken mal Ruhe zu gönnen.

Beim aufstehen hatte ich das bisher landschaftlich schönste Bild seit ewig. Palmen und Sonne.


زاكورة
Souss-Massa-Draa, Morocco
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Höher ist schöner

Tageshöchstgeschwindigeit 150 km/h und ein Dieselüberschuss.

Heute erst mal ausgiebig bis 7 Uhr 50 geschlafen. War ja erst um 8 Uhr abfahrt angekündigt. Als ich meine Klamotten dann zusammen hatte noch duschen, Emails checken und bei Facebook posten, war auch pünktlich zu 8 Uhr 30 abfahrt. Tagesetappe 390 km. Ich hatte ein wenig bedenken ob wir den Wagen die Serpentinen rauf bekommen da sich die Kupplung langsam dem Verschleißende nähert,  hab mich dann aber doch dazu überreden lassen rauf zu fahren, und ich muß sagen das ging doch recht gut. (Dem SUV aus Frankfurt den wir in den Serpentinen überholen durften einen schönen Gruß) 

Gestern hat mich die Sonne doch ziemlich geschafft. Windstille in Afrika muss man aushalten können, und dazu dann noch auf dem Markt in Marrakech. Leute ich sag euch wenn ihr Lust auf 5097 Eindrücke, 3 Anwerber für 2 Imbissstände, einen Wahnsinns Durst auf O- Saft habt und für billiges Geld noch ein Iphone 5 kaufen wollt, dann solltet ihr da hin fahren. Da bekommt ihr das alles in 37 Sekunden. Bei so viel Input ist es ja kein Wunder das man morgens nicht von der Matratze kommt. 

Apropos Matratze. Ich bin definitiv glücklich sie zu haben. Auch wenn ich immer noch das Zelten als ganzes verabscheue, muss ich zugeben das es auf einer solchen immer noch recht angenehm ist. 

Der Wüstendackel wurde so gegen späten Nachmittag die 2200 Meter in das Altlasgebirge hochgeschraubt und nach einem kurzen Foto auf der Terrasse des dortigen Hotels ging es dann wieder schön gemütlich nach unten. Der Besitzer des Hotels hat sich noch gefreut das ich ihm einen Aufkleber an die Scheibe geklebt habe, und musste ihm noch einen geben damit er sich den an seine Rezeption kleben konnte. Hab ich da meine Markierung also sicher. 

Danach hatten wir dann noch mal Vollgas gehabt und die Geschwindigkeit von 150 Km/h um wahrscheinlich aber mindestens doch 3 Km/h überschritten. 

Gersten hab ich mir noch nen Duften Sonnenbrand an den Waden und im Nacken geholt. Dazu kommt noch das sich meine Sonnenbrille wohl einen neuen Besitzer gesucht hat. Seit dem Markt ist sie zumindest weg. Zum Glück war`s ein günstiges Model. Schwund is immer. 

Und jetzt bin ich müde und hau mich auf die Matte!

Grüße aus Tinerhir.


تينغير
Souss-Massa-Draa, Morocco
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Warm!!!

Ein Tag zum Sonne putzen. Heute gibt's nämlich genügend davon.

Die Afrikanische Sonne zeigt sich langsam von ihrer offenen Seite und Demonstriert lächerlich klein was sie noch alles könnte wenn sie will. Und das sie will wird sie sicherlich immer besser zeigen desto weiter wir nach Süden fahren. Hier in Marrakech wird heute allerdings noch besichtigt bevor es morgen noch Richtung Osten über das Atlasgebirge geht. 10 Stunden werden wir wohl brauchen bis Tinerhir. Eine neue Bewährungsprobe für den Wüstendackel.

So langsam kommt auch endlich das Gefühl auf aus Europa raus zu sein. Als wir in Fes die Besichtigung mit dem Fürher gemacht haben, hat der noch ganz stolz erzählt das es in Marokko noch nicht lange möglich sei Kredite für Häuser und Autos zu bekommen. Dies sich aber zum Glück gewandelt habe. In mir fingen sich die Gedanken an zu verknoten. Ist es wirklich schön wenn einem die Möglichkeiten zur Verfügung stehen sich in die Schulden zu schmeissen? Kann das ein Schritt in die richtige Richtung sein als Landbevölkerung? Darüber werde ich auf der Tour noch mal nachdenken.

Gerade ist hier High Noon und der Pool auf dem Campingplatz ist von Teilnehmern der Rallye recht gut besucht. Ausnutzen was da ist, wird wohl kaum mehr in den nächsten 2 Wochen.


Marrakesh
Marrakech-Tensift-Al Haouz, Morocco
asphaltreisender@gmx.de Small

Typisch Deutsch

Der Dackel rennt als würde es ihm nichts ausmachen. Zur Nutzung seiner Fähigkeiten ist nur ein wenig Geduld nötig.

Es ging schön gemütlich heute morgen los. Um halb neun war Abfahrt und die richtige Richtung war erstaunlich schnell gefunden. Froher wurde sicherlich gesagt" es ging stramm an Berg" oder? Wir mussten jedenfalls erst über eine Gebirgskette und konnten auch sonst die ersten 240 km mit vielen Kurven teilen. Was uns allerdings nicht besonders anstrengte da es ein sehr schöner Tag mit ca. 28 Grad und Fahrtwind eher nicht auf einen schlechten Rang schafft. Die Strecke zwischen Beni Mellal und El-Kelaa-des-Straghna nahmen wir dann aber im Galoppgang. 120 km/h waren relativ schnell erreicht mit unseren 200 D, und wurden dann auch nur zugunsten von Menschenansammlung und Störenfrieden, wie beispielsweise LKWs, unterschritten. Nach etwa 5 Kilometern Vollgas auf der ewig langen geraden Streckeund 150 Sachen wurde das Öl dann aber wohl doch ein wenig zu Heiß und Dünn. Die Ölkontrolleuchte im Armaturenbrett informierte uns zumindest über diesen Umstand. Nächste Tanke raus und mal nachgeschaut.

Bis auf den gleichmässig nach hinten verlaufenden Ölfilm, der sich durch den Defekten Wellendichtring an der Kurbelwelle gebildet hatte, dann aber mit dem umherwehenden Sand eine gleichmässige Pastenkonsistenz angenommen hatte und sich im gesamten Motorraum verteilt hat, war keine weitere Undichtigkeit zu finden. Nach der Frage: “Na alles in Ordnung?”, schüttelte ich einfach mit dem Kopf und warf dabei versichernt Grinsend die Haube zu. Wenn da nix is, gibt's auch nichts zu finden. Fertig.

Die restlichen 150 km absolvierten wir dann im guten Rutsch und mit betont lässiger aber sicherer Fahrweise. Was bedeutet das erst unter 100 km/h der Vordermann angepöbelt wurde das er gefälligst aufs Gas treten solle. Und das mit 72 Diesel PS in der Achtziger Zone.

Nach nur kurzem Umweg dank dem GPS Gerät und Karte, haben wir dann auch den Campingplatz in Marrakesh erreicht. Die Leute die nur eine Isomatte dabei haben dürfen sich wohl freuen. Der Platz ist eigentlich ein glattgeharktes Spitzsteinbeet wie es feindlich gesonnene Rentnernachbarn wahrscheinlich gerne hätten. Da heißt es erst mal jeden Stein umdrehen um nicht das Gefühl zu haben das einem ständig 20 Finger in den Rücken gebohrt werden. Ich zumindest bin froh über meine Klappmatratze und beginne mich an sie zu gewöhnen, und vor allem zu schätzen. Die erste Luftmatratze eines Teilnehmers hat schon heute den Weg zum Entsorger gefunden.

Defekte hatten wir wieder keine. Das freut doch. Auch Landschaftlich gab es wieder einiges zu sehen. Wer hier nicht gerne Auto fährt sollte sich Gedanken darüber machen warum er es überhaupt tut.

Leider hab ich keine Fotos von dem Fahrzeug mehr machen können das ich heute beschreiben wollte. Das hole ich morgen nach.

Marrakesh
Marrakech-Tensift-Al Haouz, Morocco
asphaltreisender@gmx.de Small

Reiz misch net....

Ab wann hat man eigentlich zuviel gesehen oder ist mit Reizen vollgestopft? Ich anscheinend schneller als ich dachte. Nach einer unsagbar fiesen Nacht auf der Klappmatratze, ging es heute morgen um 9 Uhr mit 2 Kleinbussen und den gesamten Rallye Teilnehmern in die untiefen von Fes. Was schon in Tanger aufgefallen ist bewahrheitet sich hier erneut. Der Afrikaner scheint einen ganz guten Orientierungssinn zu verwenden. Anders kann ich mir zumindest nicht erklären wie in dieser Stadt irgendjemand von einem Ende zum anderen findet. Strassen und Richtungsweiser sind so selten wie nicht verbeulte 123. Mercedes. Von den verbeulten gibt es hier aber mehr als irgendein Land sonst brauchen könnte. Generell scheint hier der Lebendige Mercedes Friedhof zu sein.

Nach einigen Sehenswürdigkeiten besuchten wir eines der Gassenviertel in dem auch die berühmte Gerberei liegt. In diesen Vierteln gibt es so gut wie keine “Strasse” die breit genug für ein Auto wäre. Insgesamt 9800 dieser kleinen Gassen soll es geben. Und es ist laut, hektisch und plötzlich wieder ruhig. Dann kann es vorkommen das aus dem nichts ein Händler samt Esel aus einer der Dunklen Ecken kommt und man sich fast erschreckt. Dazu dann noch überall Menschen die einen mit einer Vielfalt von Sprachen ansprechen und Handeln wollen. Wahnsinn.

Nach langen 7 Stunden von Besichtigungen, unteranderem eine Keramikbrauerei, bin ich dann doch wieder am Wüstendackel gewesen und konnte meinem kleinen Vorrat eine Kopfschmerztablette entlocken. Damit kehrte in mir auch wieder etwas Ruhe ein und ein Lebensmittel Einkauf saß dann auch noch drin.

Morgen geht es nach Marrakech. 490 km sind für diese Strecke vorgesehen. So langsam sollte ich mich an die Orientierung mit Karte und/oder GPS wenigstens etwas gewöhnt haben und auf nicht allzu große Schwierigkeiten stossen. Aber man weiß ja nie so genau…

Der heutige Wagen ist der einzige Pick Up der mit uns unterwegs ist.

Nissan WD 21 4x4 Bj 87 mit Zuschaltbaren Allradantrieb, 222000 km und einer 2,5 Liter Dieselmaschine die gerade mal 75 PS ab gibt. Der Wagen hat Minimum 2 Vorbesitzer und wird nun aus der Deutschen Straßennutzung ausgesondert. 

Bilder kommen hoffentlich morgen.


Fez
Fes-Boulemane, Morocco
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Mal schnell mal langsam. Jetzt wird`s was

Heute also um 6 Raus und das elende Wurfzelt ineinander gefaltet und geflucht. trotzdem hab ich dann aber eine halbe Stunde später mit euphorischer Laune am Hafen gestanden und der Hektik zugeschaut die an einem Fährhafen entstehen kann wenn 20 Leute eintrudeln und ihre Tickets haben wollen. Genau wie den Zollbeamten auf der Fähre hat die junge Frau hinterm Schalter das aber nicht großartig interessiert. Das kann er der Spanier. Bei großem Trubel die Nerven behalten. Und dem Zöllner auf der Fähre möchte ich auch noch mal meinen Respekt entgegenbringen. Knapp 120 Menschen in 40 Minuten zu kontrollieren und Abzufertigen muss man erst mal hin bekommen. Am Hafen von Tanger wurden dann noch mal meine Gas Kartuschen für den Kocher aufmerksam beäugt. Ich glaube der Beamte meinte kurz ich wolle Munition für eine Flak ins Land schmuggeln. Ich hab nicht eine seiner Fragen verstanden aber immer schön „No“ gesagt und gelächelt. 

Also raus aus dem Hafen, Geld wechseln und 2 Minuten später wurden wir von dem Verkehr verschluckt. Eine knappe Stunde, und einen kleinen Gemütsabrutsch später, hat er uns dann aber auf der richtigen Strasse wieder ausgespuckt und wir sind mit 80 Richtung Fes unterwegs gewesen. Unterwegs traf man den einen oder anderen Rallye Teilnehmer, und rollte gemütlich dahin wenn man es denn wollte. Hat einer von euch schon mal Orangen an der Strasse gekauft und 3 Meter dahinter das Feld gesehen auf dem die gewachsen sind? Ich jetzt schon. Ein sehr schönes Gefühl. Die Landschaft kann ich nicht beschreiben. Schaut euch Fotos im Netz an und legt noch mal die gleiche Schippe Sympathie für die Gegend drauf und ihr seit auf dem Weg zu wissen wie schön es hier ist. 

Um ca. 17 Uhr sind wir dann auf dem Campingplatz in Fes angekommen und hatten wieder nicht ein Stück Stress mit dem Wagen. Er lief wie er sollte und zeigte sich von den teilweise schlechteren Strassenzuständen sehr wenig beeindruckt. Zur kleinen Freude unseres Vehikels haben wir im dann auch noch ein wenig Wasser aus einem Fluss trinken lassen. Einen Drifttest hat er auch bestanden. 

Ich würde gern jeden Tag über ein Auto der Rallye berichten und mit diesem anfangen:

(Foto unten wenn Verbindung zum Netz wieder besser)

Ein Mercedes 200 D mit Schaltgetriebe als Limousine Bj 91. Der Wagen war 20 Jahre lang ein Taxi und wurde dann von dem Rallye Teilnehmer 2010 als Baufahrzeug gekauft. Der Wagen bekam noch einmal neu TÜV und brauchte dafür nur ein paar Verschleißteile wie Bremsenteile und ähnliches neu. Der Wagen hat, leider nicht bewiesen bzw belegbar, 1,36 Millionen Kilometer gelaufen. Es wird gemunkelt das der Motor noch der erste seien könnte. Das, zum Thema alte Mercedes und Haltbarkeit. Selbst wenn es der zweite Motor wäre, hätte der Mercedes das Fünffache Lebensalter erreicht als die vergleichbaren Modelle anderer Fabrikate des gleichen Baujahrs. 

Eine Sache liegt mir jetzt noch auf dem Herzen da ich nun Afrikanischen Boden unter den Reifen habe. Ich möchte mich bei allen Polizisten und ähnlichen Offiziellen bedanken die gerade viel zu tun hatten wenn ich mit meinem hochgelegten 124er über Deutschlands Straßen gegurkt bin. Und zwar ohne eine Allgemeine Betriebserlaubnis. Jungs und Mädels. Arbeitet weiter so hart, und vor allem immer da wo ich nicht bin. Ich bedanke mich für euren Einsatz! Und auch gedankt sei hier noch einmal dem Fahrer des Roten Honda Civic der sich aufopfernd für mich in die Polizeikontrolle winken ließ. 

Fez
Fes-Boulemane, Morocco
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Erster Tag. Erster Eindruck

Gestern endlich mal die anderen Teams und deren Autos kennen gelernt. Ein bunter Mix. Und dazu dann noch die Krummbeinigen Autos. Ein Großteil sind alte Mercedes die ihren Weg berechtigt aber auch traurig gehen. Manche sind für den Export eigentlich viel zu schade. Autos die teilweise aus dem Erstbesitz geholt wurden. 25 Jahre alte Autos vor einigen Monaten aus dem Erstbesitz gekauft. Das wird definitiv nicht mehr lange und oft vorkommen. 

Viele Teilnehmer sind nicht zum ersten mal dabei. Die, die noch nie mitgefahren sind fallen vor allem wegen ihren 1000 Fragen auf. Was nicht heißt das die Fragen Unberechtigt sind.  Wir hatten noch eine kleine „Informationsrunde“ wie der erste Tag der Rallye beginnen wird. Um 6 Uhr 30 ist abfahrt. Schön das ich mich gerade an`s ausschlafen gewöhnt hab. Aber nu. Ich wollt's ja so. 

Mein Zelt allerdings nervt mich jetzt schon. Nicht weil das Zelt in Sekundenschnelle einfach aus dem Hut gezaubert da steht, sondern weil ich in ihm schlafen muss. Hab ich eigentlich schon erwähnt das ich Zelten nicht mag? Zum Glück hab ich mir etwas tröstendes zugelegt. Eine feine Klappmatratze die noch am Samstag morgen vor Abfahrt geliefert wurde. Ein grosses Kissen wurde übrigens auch noch schnell besorgt. Wollen doch mal sehen ob mich das mit Camping, wenigstens etwas, versöhnlich Stimmt.

Also Wecker ist gestellt, eingekauft haben wir auch noch auf dem Weg zum Campingplatz und eine Wollmütze hab ich auch noch flott besorgt. Und wehe die Einzigen Menschen die ich in Fes treffen werde sind Teppich und Lederhändler. 

Ach ja. Klamottentechnisch hab ich schon mal auf Sommer umgebaut. (Foto muss ich nachreichen. Schlechtes Netz)

Tarifa
Andalusia, Spain
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Wo sonst könnte man weniger tun als hier?

Ganz ehrlich? Ich war stinkend Faul heute. 

Während halb Deutschland sich unterm Maibaum traf, hab ich einfach mal nix gemacht. Einfach Nix. Das einzige was ich zusammen bekommen hab ist das Video von der Testfahrt, und noch einen optischen Beweis das unser 124er mehr kann als der von der anderen Stange. 

http://vimeo.com/65175854

Einen kleinen Spaziergang hab ich mir dann aber doch noch selbst auferlegt und dabei noch die Tafel entdeckt auf der sich, ausschließlich, die Hochkarätigen Besucher eintragen. Irgendeine Scherge hat mir aber mit seinem Gefährt den Weg zu einem guten Foto verwehrt. Beim nächsten Vorfall rufe ich direkt den Königlichen  Abschleppdienst. 

Morgen soll es dann auch endlich soweit sein das alle Teilnehmer der Rallye sich auf dem Campingplatz hier in Tarifa zusammenfinden. Ich bin gespannt auf die andere Teilnehmer und ihre Autos. 

Tarifa
Andalusia, Spain
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Der Dackel kann auch rennen

Von einem Bunker aus kann man auch ganz andere Fotos machen wie man auf dem ersten Bild sehen kann. 

Erstmal heute schön ausgeschlafen und dann zum Hafen. Auf dem weiteren Weg stehen alte Schützentürme von denen aus ein schöner Blick auf das Meer geworfen werden kann. Hab auch am Strand die Kopfhörer ausprobiert die ich noch in Deutschland schnell gekauft hab. Mit Olli Schulz am Meer lang laufen. Schön das ich das mal gemacht hab. Am Südlichsten Punkt Spaniens den ich erreichen konnte musste ich noch mal ein Foto machen. Bin ich also da schon mal gewesen. 

Abends haben wir dann den Wüstendackel noch mal auf Herz und Nieren geprüft. Heißt das wir das Fahrwerk endlich mal in Aktion fühlen wollten. Hinter der langen Düne mal den großen Zeh ins Wasser gehalten und danach festgestellt das da mehr mit zu machen ist. Also mal mit knapp 100 Sachen über die Wurzelunterwanderte, aufgequollene Teerdecke genagelt und auch vor den Höhenunterschiede der Strasse keinen Halt gemacht. Man stelle sich vor wie ein hochgelegter 124er Bauern Rolls Royce mit 4 puren Dieselzylindern die Strasse hoch knallt und jede Unebenheit der Strasse wird einfach von den Fahrwerksfedern weg geschluckt. Da wäre ich gerne Zuschauer wenn ich`s mir aussuchen dürfte. Und er ist auch noch sehr bequem dabei. Wir haben uns spontan noch dazu entschieden den Mercedes Viano mit 70 Sachen zu überholen der Mühe hatte den Strassenschäden auszuweichen. Aber der Wüstendackel hat die geschluckt wie Zuckerwatte. Wir haben noch ein kurzes Video davon. Muss mal schauen ob das preisgegeben wird.

Danach haben wir den Sandtest gleich noch mit erledigt indem wir einfach mal mit einer Fahrzeugseite in der Düne gefahren sind. Auch alles prima. Zumindest bei Vollen Schwung mit 72 PS. Auf dem weg zurück zum Hotel haben wir dann noch eine geeignete Matschstrecke gefunden und die auch noch absolviert. Ich habe keine ahnung wie die Camper und Wohnmobile alle auf diesen Platz gekommen sind. Die Strasse dorthin ist eigentlich das Überbleibsel eines Handgranatengefechts. Aber auch hier alles gut. Selbst wenn es provoziert wird ist es schwierig das aufsetzen des Wagens hin zu bekommen. Heißt nicht das wir es nicht geschafft hätten. Ist der massive Unterfahrschutz also auch eingeweiht. Auf dem weg zur Hauptstrasse konnten wir noch einem Pärchen mit ihrem feststeckenden Renault helfen, und sind dann fein Matsch schmeißend abgedampft. 

Ein Foto am Strand musste aber vorher noch sein. Das hat er verdient, der Wüstendackel.

Tarifa
Andalusia, Spain
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Angekommen am ersten Ziel

Zur freundlichen Uhrzeit von halb eins Mittags haben wir uns auf den weiteren weg gemacht. 

Schon beim Einsteigen in´s Auto war die gute Laune direkt gegenwärtig. Denn wir konnten zum ersten mal nach unseren Sonnenbrillen kramen und mussten dafür nur die leeren Wasser und Colaflaschen an die Seite schupsen und schon lagen die Dinger auf der Nase. Ein Gefühl von Freiheit und Reiselust verleiht so eine verdunkelte Brille. 

Leider war es damit dann auch schon nach einer Stunde Essig. Regen kam wieder runter, zwischenzeitlich in den höheren Lagen sogar Hagel. Trotzdem rannte der Wüstendackel seine 120 km in der Stunde und ließ sich nur von Mautstellen und Bergen einschüchtern. Mit 72 PS reißt man keinen Herrinmg mehr vom Teller bei 8% Steigung und einem Gewicht von ca 1,6 Tonnen.

Bei Granada haben wir dann einen Stop eingelegt und uns die Alhambra angeschaut. Bei dem Touristenaufkommen haben wir dann aber doch beschlossen nicht all zu lange zu bleiben, und sind dann über Malaga in Tarifa angekommen. Was bedeutet das wir keinen Stau, keine Autopanne und auch sonst keine Probleme hatten her zu finden. Es klappte alles wie am Schnürchen. Hoffen wir das es so bleibt.

Tarifa ist eine kleine vollgestopfte Stadt in deren Gassen man sich durchaus verlieren könnte wenn man es drauf anlegt. Ansonsten ist hier bisher nicht viel los. Viele kleine Bars und Kneipen. Morgen werde ich mal den Hafen erkunden und schauen was es sonst noch so gibt. Von hier aus kann man aber schon bis zum Afrikanischen Kontinent schauen. Verrückt.

Auf den Fotos ist meist ein Aspahltreisender Aufkleber zu sehen. Um ihn lang an seinem Platz zu wahren klebe ich diese auf weiße hintergründe damit sie nicht so schnell von Offiziellen entdeckt und entfernt werden.


Tarifa
Andalusia, Spain
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Anreisen ist auch Reisen

27 April bis 29 April

Wenn man alles fertig hat macht es keinen Sinn auf etwas zu warten das irgendwann passieren kann. Das zumindest hab ich gedacht als ich Samstag meine ganzen Sachen im Auto verstaut hatte und nicht wusste was noch zu tun war. Das Gefühl etwas vergessen zu haben würde sich so oder so bestätigen, ob ich nun noch 2 Stunden oder 2 Tage zuhause darüber grübeln würde was es sein könnte das nicht den weg in`s Auto geschafft hat. 

Also Bernd angerufen und trocken verkündet: „Ich bin fertig, Muss nur noch mal kurz zum Baumarkt und dann können wir los.“ Und so war es dann auch. 

Um 17 Uhr 15 erreichten wir die Autobahn und zuckelten fröhlich aufgeregt in Richtung Luxemburg und hielten erst kurz vor der Grenze zugunsten der Beinbewegung für 10 Minuten an. Freude machte sich langsam in mir breit. Der Wüstendackel schnurrte wie eine hochbeinige Katze die Strassen runter. Keine Kühlwasserprobleme, keine Leuchtenden Anzeigen im Kombiinstrument. Nichts. Er lief wie er sollte. Herrlich. Die Arbeit an dem Wagen hatte sich also gelohnt.

Dann über die Grenze nach Luxemborg und eine halbe Stunde später an der Grenze zu Frankreich wieder anhalten um am anderen Ende des Stadtstaates die Tank und Tabakpreise zu nutzen. 

An dieser Stelle die Erklärung eines Umstandes den viele gar nicht kennen:

Ein Auto braucht Sprit um voran zu kommen. Der Fahrer Tabak. Das ist ein Gesetz das nur von Nichtrauchern verleugnet wird. Eine Zigarette gehört zum Autofahren solange keine Kinder im Auto mitfahren. 

Also erst mal eingedeckt und gestaunt welche Größenverhältnisse es für Nutella gibt. Die ersten Verständigungprobleme mit einer Französin die sich für unser Auto interessierte. 

Der Schilderwald in Frankreich ist ein geradezu undurchschaubares Dickicht das nur durch die Vielfalt seiner Bewohner übertroffen wird. Um 2 Uhr morgens die erste gemeinsame Schlafpause für 3 Stunden im Auto auf einem Rastplatz und direkt weiter. Angehalten wurde nur wenn wir mussten und für eine Pizza hinter der Spanischen Grenze die sich als Noble Tiefkühlpizza entpuppte und extra für uns mit freude 35 % mehr kostete. 

Keine falsche Scheu und trotz des immer wieder einsetzenden Regens wieder ins Auto. Diesmal schafften wir es mit nur einem kurzen stopp bis Benidorm um noch mal eine Pizza zu essen und das Meer nicht nur aus dem Autofenster zwischen den Felsen und Bergen vorbeizusehen zu sehen. Leider konnte ich mich dort nicht sehr wohl fühlen. Typische Touristenstadt mit scheinbar Kilometerhohen Betonbauten und Rotze vollen Urlaubern. Na ja... Jedem das seine. 

Wir schafften es bis etwa 22 Uhr 50 km hinter Murcia zu sein und beschlossen uns eine Dusche, Internet, und Betten zu leisten da wir uns schon langsam die Körperform eine Fragezeichens aneigneten. Und das taten wir dann auch.

Erste Etappe vor der Rallye also: Osnabrück - Luxemburg - Lyon - Barcelona - Murcia

Heute lassen wir es ruhiger angehen und fahren gemütlich bis Granada um dort auch mal ein bisschen was zu sehen. Danach bis Tarifa. Dem vorläufigen Ziel und Startpunkt der Rallye in einigen Tagen. Die ersten Asphaltreisender Aufkleber sind bereits vergeben. Ich hebe mir allerdings die meisten auf um in Afrika meine Route zu markieren.


Murcia
Murcia, Spain
  • Small
    andy kurth hat am kommentiert:

    Ich freu mich schon darauf, den Aufkleber auf einem spanischen Zollhäuschen zu sehen ;-) Weiterhin viel Erfolg.

asphaltreisender@gmx.de Small

Auf auf mein Esel

Heute geht es dann endlich los. 

Nachdem nun alle Ein und Umbauten am meinem Wüstendackel fertig sind kann es endlich los gehen. Neue Traggelenke an der Vorderachse, ein neuer Auspuff und Thermostat im Motorraum sorgen nun für das passende Gefühl der Fahrsicherheit und Komfort. Eine 230 Volt Steckdose sorgt für die passende Stromversorgung und ein IPod samt Tranmitter für die klangliche Unterhaltung. 

Um mir das Gefühl zu geben eine Spur quer über den Globus gelegt zu haben werde ich an ausgewählten Orten Aufkleber mit dem Asphalreisender Logo verkleben. 

Ich bin etwas angespannt da ich von Reisen so viel Ahnung habe wie ein Pferd vom Schachspiel. Was bedeutet das ich Europa noch nie, und Deutschland keine 5 mal verlassen habe, um Urlaub zu machen. Gereist bin ich bisher noch nie. Mir dann gleich vorzunehmen eine Reise nach der anderen zu planen erscheint mir Zeitweise als sehr Naiv im großen und ganzen aber als Logisch. Das ganze soll aber ruhig anlaufen. So habe ich mich mit meinem Mitfahrer entschieden erst einmal bis Tarifa zu fahren und dort noch ein paar Tage zu bleiben. Klima aufsaugen, Sonne genießen, Seele baumeln lassen und sich im Hotel morgens das Frühstücksbuffet schmecken lassen bevor Zelt und Campingkocher einkehren. 

Heute Abend also voll Tanken und ab auf die Bahn Richtung Luxemburg mit dem Ziel morgen gegen Nachmittag vor der Spanischen Grenze einen Campingplatz zu finden. Das wird eine lustige Fahrt!

asphaltreisender@gmx.de Small

Zur Rallye

Ein bisschen was zur Rallye.

Die Rallye ist eine Humanitäre. Was bedeutet das der Wagen am Ziel verbleibt, und der Gewinn aus dem Verkauf an den Verein AEPN geht. 

Das bedeutet: Man kauft ein Auto, repariert es so das es 7500 km über schlechte Pisten und Gebirge durchhält, stopft es voll mit Campingutensilien, legt sich die Hoffnung zu das der Wagen durchhält und verkauft es dann am Ziel für einen guten Zweck. Alles was zwischen diesen Zeilen zu lesen ist, ist Abenteuer, Asphalt, Input, Erlebnisse, Sehenswertes, Kultur und Sand.

Ich finde es wunderbar das ich direkt vor Ort weiß das mein Geld da ankommt wo es hin gehört. Es gibt keinen Verwalter, keine Zwischenhändler, dunkle Kanäle oder sonstige Menschen die an dieser Spende verdienen. Der Verein hat innerhalb Europas keine Bezahlten Mitglieder, alles läuft Ehrenamtlich und Freiwillig. Wenn ich also schon Reisen will mit einer Rallye, dann so. 

Ich denke es wird eine ganz besondere Erfahrung sein von Europa aus in eines der ärmsten Länder der Welt zu Reisen und Menschen, vor allem Kindern, zu begegnen die von meinem Geld, das ich hier in Europa vergleichsweise einfach verdient habe, essen, wohnen und unterrichtet werden. Natürlich ist es nicht jedem vergönnt eine solche Reise machen zu können. Vielleicht fehlt der Urlaub, vielleicht geht es Familiär nicht oder fehlt schlicht und ergreifend das Geld. Wer aber an der richtigen Stelle etwas tun möchte ist hier gut aufgehoben. 

Die AEPN baut eigene Waisenheime die einen gewissen Anspruch hegen. Viele dieser Heime sind mehr als dürftig ausgestattet und brauchen immer etwas das wahrscheinlich einer von euch in seinem Keller liegen hat. Es fahren regelmässig Hilfstransporte die ebenfalls nicht bezahlt werden und Dinge brauchen können. Bietet aber bitte nicht Omi`s Wohnzimmerschrankwand in Eiche rustikal an. 

Wenn ihr etwas spenden könnt, beim Spenden sammeln helfen wollt, Kontakte zu Firmen habt die helfen können, und vor allem auch wollen, meldet euch bei der AEPN. Der Verein kann Spendenquittungen ausstellen die jeder bei der Steuer mit anrechnen lassen kann. 


Nouakchott
Nouakchott, Mauritania
  • Small
    PuC hat am kommentiert:

    Hallo Julius, spannende Sache ...
    wir sind wie du auch sehr individuell gerade (auch auf Permondo) mit dem Rad unterwegs nach Moskau und vielleicht weiter. Viel Spaß beim Kennenlernen von Europa. Wie kommst du dann zurück? wir hätten da eine Idee: du kaufst dir für kleines Geld in Spanien ein Fahrrad ...

asphaltreisender@gmx.de Small

Umbau die Erste

Es wurde Zeit an dem Wagen Hand anzulegen. 

Für die Strecke die ich bereisen werde ist der Wagen mehr als ungeeignet. Bequem aber ungeeignet. Darum muss für mehr Bodenfreiheit und Motorschutz gesorgt werden. Also ab zu Jörg, einem der Veranstalter der Rallye, und zugeschaut und mitgedacht. 

Die 4 Fahrwerksfedern kamen raus und 4 Brandneue längere wieder rein. Ausserdem hatte Jörg noch 2 Motorlager und einen Warnblinkschalter da, dazu noch 4 bessere Reifen. Die Winterreifen die bisher auf dem Wagen drauf waren hatten ihren Dienst schon längst verrichtet, und noch einiges an Überkilometern absolviert. Ausserdem waren auf der Hinterachse auch noch unterschiedliche Größen aufgezogen. 2 von den alten Reifen dürfen vielleicht noch mal als Ersatzreifen herhalten. 

Nachdem diese Dinge alle erledigt waren kam der Unterfahrschutz dran. Das alte Plastikgelumpe, das Werksmäßig am Unterboden verschraubt ist, flog ohne Umschweife direkt in den Müllcontainer. Eine 3 mm Metallplatte schützt von nun an Kühler und Ölwanne vor Bodenberührungen auf schlechter Strecke. 

Dann kam der Augenblick auf den ich gewartet hatte. Jörg hatte schon das Grinsen im Gesicht und meinte: " Wenn alles gut geht sinkt die Karosse nicht ein Stück in die Stoßdämpfer ein." Und siehe da. Die Räder haben wieder Bodenkontakt und ansonsten passiert, nichts. Aber auch nicht einen cm geben die Federn nach. Ich musste lachen. Es ging nicht anders. Schon beim Einsteigen bemerkte ich die doch etwas erhöhte Sitzposition. Also erst mal los und kleine Proberunde gedreht. 

So eine Strassenlage hab ich noch mit keinem Auto gehabt. Das einzige was in den Kurven zu spüren ist, ist Fliehkraft. Wagenneigung aufgehoben. In den darauf folgenden Tagen war ich ein paar mal in einem Parkhaus. Am liebsten wäre ich Stundenlang die Parkhausschnecke hoch und runter gegurkt. Phänomenal sag ich euch. Wer tiefer legt sollte vorher mal höher legen mit Brettharten Federn versuchen! Ausserdem erlaubt die Bodenfreiheit die Bremse jetzt weniger nutzen zu müssen da Bodenwellen keine Chance mehr haben. 


Und so sieht er jetzt aus, mein Wüstendackel. 


Beim Umbau wurde ein defekter Auspuff und defekte Traggelenke an der Vorderachse diagnostiziert. Die kommen also bei der nächsten Aktion dran. 

asphaltreisender@gmx.de Small

Ein Fell auf`s neue Auto

Der Wagen ist von mir als gut und würdig eingestuft worden die Reise mit mir anzutreten. 

Ich besann mich auf die alte Regel das auf ein Neues Auto ein Schnaps gehört. Da ich so was nicht trinke bat ich meinen gleichnamigen und Haarigen Kumpel dies für mich zu übernehmen.

Also... Auf das Neue Auto einen Schnaps!

Osnabruck
Lower Saxony, Germany
asphaltreisender@gmx.de Small

Probefahrt ans Meer

Am darauffolgenden Wochenende musste erst einmal eine weitere Probefahrt her. Wohin wusste ich eigentlich auch erst als ich auf der Autobahn war. Also ab nach Zanndvort in den Niederlanden. Nachts fährt es sich eh am schönsten und so war ich dann ca 4 Uhr morgens am Strand. 

Die Salzige Luft tat gut und der Wind gefiel mir auch sehr. Ich mag generell eher die raue See und nicht den Sonnigen Badestrand. Eine Halbe Stunde später saß ich auch schon wieder im Auto und wollte den Heimweg antreten. Als ich um die erste Ecke bog war ich erfreut erschrocken. Vor mir standen 3 Hirsche in einem Vorgarten und fraßen sich gemütlich durch`s Beet. Ich beobachtete sie, einer von den dreien Beobachtete mich bis sich alle Beteiligten weiter auf ihren Weg machten. Leider ist das Foto das ich gemacht habe nichts geworden. Hätte es gern als Erinnerung gehabt. Dafür gab es dann noch ein Foto am Ortsausgang. 

270 km in einem Rutsch wieder zurück. Leider musste ich nicht mal an der Grenze Halt machen. Ich hätte mich über ein wenig Konversation, einem Drogen und Alkoholtest irgendwie gefreut. War aber nicht. Um 7 in der Früh war ich also wieder zuhause und in meinem Bett. 

Also alles gut gelaufen. Keine Pannen oder sonstige Störungen.


Zandvoort
North Holland, Netherlands
asphaltreisender@gmx.de Small

Erste Bestandsaufnahme

Nachdem ich den Wagen also mit gemütlichen 110 Km/h die 250 km bis nach Osnabrück gefahren habe war die erste Bestandsaufnahme teilweise schlecht, im großen und ganzen aber OK. 

Wieder zum Auto:

- Motorlager weit über den Verschleißpunkt

- Ölverlust am Motor

- Ein Radlager singt (Leider nicht "Oh lord won't you buy me a mercedes benz")

- Festellbremsenleuchte defekt

- Lichthupe defekt

- Warnblinkschalter defekt

- Diverse Elektrikfehler (Bei einschalten des Fernlichtes kommt es schon mal vor das die komplette Beleuchtung ausfällt)

- Die Hinterachse ist vollkommen ausgelutscht

- Türen schliessen teilweise nur mit viel Schwung (Manch einer kann`s eh nicht anders)

- Das 4-Gang Getriebe fühlt sich beim Schalten an wie das Rühren in einer Schüssel Quark

- Der Auspuff ist ein einziger Klumpen Rost



Gut zu bewerten:

- Das Radio kann schön Laut 

- Dank des lauten Radios höre ich auffällige Geräusche nicht

- Die Lenkung funktioniert

- Wenn die Lenkung ausfallen sollte hab ich eine Funktionierende Hupe...

- ...und kann mit der Funktionierenden Bremse das Fahrzeug anhalten

- Das wichtigste: Die Sitze sind Bequemer als meine Couch und der Schwung beim Sitztanz wird Trampolinähnlich 

  verstärkt


Der Spritverbrauch scheint bei etwa 7 Liter Diesel auf 100 Km zu liegen. Ich kann es nur schätzen da weder Gesamt- noch Tageskilometerzähler funktionieren.


Osnabruck
Lower Saxony, Germany
asphaltreisender@gmx.de Small

Erster Eintrag

Wieso plant jemand Monatelang mit dem Auto von einem Staat zum anderen zu fahren?

Weil das Gegenteil ein Fehler wäre!

Mein Name ist Julius Heydt, ich bin knapp Mitte 30 und habe beschlossen dieses Jahr so viel wie möglich unterwegs zu sein. Meine bisherigen Reiseerfahrungen beschränken sich auf 2 Europäische Länder und ein paar Urlaube innerhalb Deutschlands. Vor einigen Wochen ist mir in den Sinn gekommen das zu ändern, und zwar möglichst schnell. 

Zum Einstieg in mein Reisejahr wollte ich nicht allein Unterwegs sein, aber auch nicht die ganze Zeit mit einem Tross von Menschen in einem Fahrzeug stecken. Zug, Bus und Flugzeug fallen für mich als mögliche Fortbewegungsmittel aus da ich Auto Fahren als die höchste Entspannung empfinde, und es mir unsinnig scheint den Weg zum Ziel nur im vorbeihuschen mitzuerleben. Und so habe ich mich entschlossen eine Rallye mitzufahren. Diese hat aber nichts mit Geschwindigkeit zu tun. Es geht viel mehr um die Reise an sich und den guten Zweck der dahinter steht. 

Mit der Dust and Diesel Rallye geht es von Marokko aus bis in den Senegal. 5000 Km über Sand und Stein. Die Vorbereitungen laufen bereits seit etwa 4 Wochen. Visum, Auto, Flug, usw organisieren. Denn es geht mit dem Auto hin und mit dem Flugzeug wieder zurück. Das Auto, in meinem Falle ein Mercedes Benz Baujahr 86, wird am Ziel zugunsten eines Waisenheims versteigert.

Der Wagen ist ein 200 D des 124. Baumusters und hat geschätzte 400 bis 420.000 Km hinter sich. Genau kann ich das nicht angeben da beim Vorbesitzer im Jahre 2009 der Km Zähler ausgefallen ist. Dennoch vertraue ich dem alten Benz mehr als einem Auto aus den 2000er Jahren. Ein paar Dinge sind aber natürlich zu machen und der schönste ist er auch nicht mehr. Dennoch habe ich ihn blind über`s Internet gekauft. Der Freundliche Besitzer und Betreiber des Oldtimer Cafe in der Nähe von Fulda hat mir schon am Telefon berichtet was zu machen ist. Für 600 Euro gehörte er mir.

Zum Auto:

Mercedes Benz  Bj 07/86

Hubraum            1983 cm3

Leistung              72 PS

Getriebe              4 Gang Handgeschaltet

Laufleistung        Abgelesen  278354 km , wahrscheinlicher Wert 420.000 km

Vorbesitzer         4

Ausstattung         Nichts. Keine Klimaanlage, Schiebedach, elektrische Fensterheber, Tempomat, Nicht einmal Kopfstützen 

                            hinten. Aber er hat noch seinen ersten Lack und Verbandskasten von 1986.

Fulda
Hesse, Germany