Ulm - Santiago de Compostela - Rom

Pilgerreise über ca. 5000 Kilometer im Zeitraum von Ende Februar bis Oktober 2017

Blog

Dies ist dein Tour-Blog. Füge Einträge mit Fotos und Standort hinzu oder einfach nur Text und dokumentiere was du gesehen hast, wo du warst und worüber du nachgedacht hast. Wenn du möchtest, lass andere deinem Tour-Blog folgen und an deinen Erfahrungen teilhaben. Wie das geht? Hier entlang zum Video-Handbuch.

Beginne jetzt mit dem Bloggen und…

Station erstellen
Maiky76 Small

Ende der Reise und Danksagung

Am 18.10. bin ich von der Schweiz nach Hause gefahren. Der Zug brachte mich gut nach Ulm. Dies ist jetzt ein guten Montat her. In der Zwischenzeit habe ich mich wieder gut eingelebt und bin seit dem 06.11. wieder beim Arbeiten. Auch wenn letzteres noch etwas ungewohnt (8 Std. vor dem Bildschirm sizten) ist, freue ich mich, dass ich wieder daheim bin. 

An dieser Stelle möchte ich allen "Danke" sagen, die zum Gelingen meiner großen Reise beigetragen haben. Alle aufzuzählen wäre eine seeeeeeeeeeeeehr lange Liste (und ich bin mir sicher, dass ich dann immer noch jemanden vergessen hätte). Daher an alle ein herzliches Dankeschön und vergelts Gott.


Noch ein bisschen Statistik über die Reise:

Start in Ulm: 25.02.2017
Ankunft in Rom: 03.10.2017
Km Gewandern: 4.145 km
Km mit Bus/Zug: 1.174 km
gesamt-Km: 5.319 km

Anzahl Tage ohne Ruhetage: 196 Tage
Anzahl Tage mit Ruhetage: 221 Tage
Durchschnitt-km/Tag ohne Ruhetage: 21,15 km/Tag
Durchschnitt-km/Tag mit Ruhetage: 18,76 km/Tag

Länder Gesamtaufenthaltstage und gewanderter Strecke
Deutschland: 7 Tage, 160 km
Schweiz: 24 Tage, 451 km
Frankreich: 97 Tage, 1903 km
Spanien: 64 Tage, 1118 km
Italien: 30 Tage, 513 km


Ulm
Deutschland
Maiky76 Small

Schweiz bis 18.10.

Ich verbrachte ein paar Tage bei meiner Freundin in der schönen Schweiz, um wieder in das "normale Leben" zurück zu kommen. Dabei entdeckte ich eine neue Beschäftigung: Geocaching.

Am 18.10. geht es dann mit dem Zug zurück nach Ulm, sprich nach Hause.

Cham
Schweiz
  • Missing
    Albrecht Fischer hat am kommentiert:

    Herzlich Willkommen Zuhause Michael, ich freue mich auf das nächste Wiedersehen, vielleicht am nächsten Pilgerstammtisch in Oberdischingen. Gruß Albrecht

  • Small
    Claus hat am kommentiert:

    Hallo Maiky,
    schön, dass du gut zuhause gelandet bist. und DANKE, dass wir dich begleiten durften!
    Grüße vom permondo-Team und viel Spaß beim Eingewöhnen.
    Claus

  • Missing
    Marcel hat am kommentiert:

    Hallo Maiky,
    Toller Bericht, tolle Reise, vielen Dank für das berichten. Ich lese schon fleißig, da ich nächstes Jahr Rom-SdC pilgern will.
    Ich hätte ein paar speziellere Fragen zu dem Thema. Würde mich freuen, wenn du dir zurzeit Zeit nehmen würdest:
    Wie frequentiert sind die Pilgerherbergen? Kann man den Weg mit durchschnittlich 10-15km/Etappe laufen?
    Wo liegen die Herbergen preislich? Kommt man wie gewohnt mit 15-20€/Tag aus?
    Dank dir

  • Small
    Maiky76 hat am kommentiert:

    Hi Marcel,
    hast Du mir eine Mailadresse? Dann kann ich Dir was schicken.
    Gruß Maiky

Maiky76 Small

Rom bis 08.10.

Ich genoss die Tage in Rom, machte viel Sightseeing und traf mich noch mit Lukas. Lukas habe ich vor Santaigo kennen gelernt. Er studiert in Rom und so trafen wir uns zum Mittagessen.

Meine Freundin ist am Freitag Abend/Nacht nach Rom gekommen, um mit mir am Sonntag zusammen in die Schweiz zu fahren. Am Samstag haben wir zusammen Rom angeschaut. Die Zugfahrt in die Schweiz erlebten wir bei bestem Wetter.

Rom
Italien
Maiky76 Small

Mi, 04.10. Besuch des Vatikans

Nach dem Gottesdienst und dem Frühstück in der Pilgerherberge ging es zur Generalaudienz beim Papst. Es war einiges los, und es dauerte Ewig, bis wir (bin mit vier Pilger zusammen dort hin) durch die Sicherheitskontrollen, welche an einen Flughäfen erinnerten durchgeschleust waren.

Und so waren wir dann auf dem Petrusplatz. Aber es war schon so voll, so dass man den Papst ganz vorne nur als kleinen weissen Punkt wahr nahm. Zum Glück gab es Leinwände, welche Grossaufnahmen des Papstes zeigten. Es folgte eine Lesung, welche auf verschiedenen Sprachen wiederholt wurden. Anschließend eine kleine Predigt und ein paar Worte des Papstes (in Italienisch), welche dann wiederum in mehreren Sprachen wiederholt wurde.

Nachdem die deutsche Sprache durch war, sind wir weiter zum Ticketbüro für das Vatikanmuseum. Nach etwas Warten ging es dann mit 40 anderen deutschsprachigen Leuten zum Vatikanmuseum. Hier wurden wir durch einen Teil der "Papstsammlungen" geführt. Kaum vorzustellen, was für Schätze sich die Päpste leisteten. Da könnte man meinen, dass sie eher Kunstsammler als Kichenoberhäupter waren.

Bei der Führung ging es nach dem Museum in die Sixtinische Kapelle. Dort werden die Päpste von den Kardinälen gewählt. Leonardo da Vinci hat hier seine Kunstwerke auf den Wänden und der Deche verewigt.

Nach der Kapelle ging es in den Dom. Die Größe ist gigantisch. Und die Anzahl der Besucher auch. Die Kuppel bin ich auch noch hoch und habe mich teilweise an das Ulmer Münster aufgrund der Wendeltreppen erinnert. Ein kleines Stück ging es auch einen Gang/ein paar Treppen hoch, bei welchem die Wände schief waren. Oben hatte man dann eine schöne Aussicht über Rom.

Zurück in der Herberge waren wir dann insgesamt 12 Pilger an dem Abend. Früh ging ich ins Bett, denn ich merkte das gestrie lange Feiern und die 15 km (Schrittzähler), welche ich an dem Tag zurück gelegt hatte.

Rom
Italien
Maiky76 Small

Di, 03.10. von Ottávia zum Petrusplatz

Nach dem Frühstück ging es mit dem morgentlichen Arbeiterverkehr zusammen in die Innenstadt. Der Weg war wie gestern stark mit Autos frequentiert und teilweise ohne Gehweg.

Es war dann eine Genugtuung, am Monte Mario von der Strasse weg, und in ein Park zu laufen. Im Park ging es ein Stückchen entlang, bis der Weg eine grandiose Aussicht über Rom bietete. Und ich sah von hier aus das erste Mmal den Petrusdom. An dieser Stelle habe ich erst mal Pause gemacht.

Dann ging es den Berg runter und eine Strasse immer gerade aus zum Vatikan. Ich machte aber kurz vorher einen Abstecher über den Tiber (Fluss durch Rom), um das deutsche Pilgerbüro zu besuchen. Hier erhielt ich die Eintrittskarte für die morgige Generalaudienz beim Papst und weitere Informationen.

Aber dann war es endlich so weit. Nach 4.117 km, bzw. über sieben Monate Pilgerschaft kam ich am Petrusplatz bei schönstem Wetter an. Ich setzte mich nahe dem Monolit auf dem Platz und versuchte mir vorzustellen bzw. zu realisieren, dass ich jetzt angekommen bin, und es vorbei ist.

Nach einer Weile bin ich dann weiter, um meine Pilgerurkunde abzuholen. Im ersten Pilgerbüro waren die Urkunden aus gegangen, und ich wurde zum anderen großen Pilgerbüro geschickt. Hier erhielt ich dann endlich die lang ersehnte Urkunde, die meine Pilgerschaft nach Rom bestätigte.

Anschließend blieb ich noch am Petrusplatz im Schatten sitzen und gewöhnte mich so langsam wieder an die vielen Menschen und Touristen, wovon ich ab sofort auch einer war.

In der Herberge, die ich dann aufsuchte, darf ich zwei Nächte übernachten. Und am Abend gab es auch eine symbolische Fusswaschung. Nach dem Abendessen sind wir (es waren mit mir zehn Pilger anwesend) noch länger zusammen gesessen und haben den Abend genossen und gefeiert.

Rom
Italien
  • Missing
    Lodenica hat am kommentiert:

    Herzliche Gratulation aus der Schweiz. Wir sind in St. Jeures in der gleichen Herberge übernachtet und sind uns dann auch noch in Le Puy kurz vor unserer Heimreise begegnet. Wir waren mit dem Rad unterwegs.

Maiky76 Small

Mo, 02.10. von Formello nach Ottávia

Morgens entschied ich mich für die längere Variante, da mehrere zur Auswahl standen. Es war der letzte Wandertag in der Natur, und so genoss ich noch die Stille, bevor es nach Rom mit dem vielen Verkehr ging.

Es gab auf der Strecke heute auch die ersten richtige km-Angaben für Wanderer auf schönen Steinen. Was dafür nicht so schön war, war der Anblick von dem Müll, welcher beim Überqueren einer Autobahn zu sehen war. Auch später in der Stadt an den Strassen sieht es schlimm aus - von wegen "Bella Italia"...

Aber ich machte zwei längere Pausen in der Natur, die letzte kurz bevor die Schnellstrassen/Vorstädte kamen. Die Via Francigena führt nach Rom auf nicht sehr schönen Strassen Richtung Stadtkern. An den Hauptverkehrsadern entlang ging es bis Ottávia. Teilweise wurde die Strasse zweispurig in eine Richtung, und ich durfte entgegen der Fahrtrichtung teils auf Gehwegen, aber auch auf der Seitenlinie der Fahrbahn laufen.

Daher war ich froh, als ich bei meimem B&B ankam. Nun trennen mich noch ca. 12 km vom Petrusplatz/meinem Ziel. Die Unterkunft heute habe ich aufgrund der noch kurzen Distanz zum Ziel gewählt, da ich morgen bis um 12:00 Uhr meine Eintrittskarte für die Papstaudienz am Mittwoch abholen sollte - das deutsche Pilgerbüro hat aufgrund des morgigen deutschen Feiertags am Nachmittag geschlossen. 

Ottavia
Rom, Italien
Maiky76 Small

So, 01.10. von Campagnano di Roma nach Formello

Heute standen nur 10 km auf dem Plan. Daher stand ich als letzter im Schnarchsaal auf, und lies den Tag ruhig angehen. Als letzter verlies ich dann die Herberge gegen 08:00 Uhr.

Der Weg führte an einer wenig befahrenen Landstrasse entlang bis zur Kirche "Madonna del Sorbo". Dort blieb ich eine Weile, blieb ein bisschen in der Kirche und genoss im Anschluss draußen die Aussicht des Hügels. Und löste noch ein paar Sudokus.

Irgend wann ging ich dann doch langsam weiter und erreichte sehr früh Formello. So blieb mir genügend Zeit, mich auf eine Parkbank zu setzen und weiter Sudokus zu lösen, bis die Zeit gekommen war, in die Herberge zu gehen.

Auf dem Weg bin ich an einem Schild (siehe Fotos) vorbei. Hier wurde das erste mal hier in Italien darauf hin gewiesen, dass Pilger auf der Strasse sein können, und dass man als Autofahrer aufpassen sollte. Aber ob die Autofahrer diese kleine Schrift auf dem Schild lesen können, wenn sie so schnell daran vorbei fahren...

In der Jugendherberge war ich der einzigste Gast an dem Abend. Somit hatte ich zwei Schnarchsäle für mich alleine.

Formello
Rom, Italien
Maiky76 Small

Sa, 30.09. von Sutri nach Campagnano di Roma

Das Frühstück war in Buffet-Form und beinhaltete sogar Joghurt und Cornflakes. Hätte nur noch ein richtiges Brot gefehlt, denn hier in Italien wird meist wie hier auch Zwiback serviert.

Beim Start war es etwas frisch, und so ging ich die ersten km etwas zügiger, damit mir schneller warm wurde. So erreichte ich zügig Monterosi. Dort machte ich dann länger Pause und ging noch in eine Kirche zum Singen.

Die Sonne hatte am fortgeschrittenem Vormittag ihre Kräfte gesammelt, und schien nun stark vom Himmel herab. So ging es dann weiter über kleine Landsträsschen und staubige Kieswege bis Campagnano. In der Nähe vom Weg muss eine Rennstrecke sein, denn man hörte die ganze Zeit Motorengeräusche wie von der Formel Eins.

Bei der Herberge waren es dann insgesamt 10 Pilger mit mir. Darunter war auch Patrick, der Schweizer von gestern. Gemeinsam gingen wir am Abend zur nahegelegenen Bar, welche ein Pilgermenü für EUR 9,00 anbot.

Campagnano di Roma
Rom, Italien
Maiky76 Small

Fr, 29.09. von Vetralla nach Sutri

Die Strecke war unspäktakulär an diesem Tag. Es ging durch viele Haselnuss-, Wein- und Oliven-Anbaugebiete. Was zu erwähnen ist, sind die staubigen Strassen. Viel Sand, welcher durch die vorbeifahrenden Autos zu einer riesigen Staubwolke wird.

Interessant wurde es dann in Sutri. Da ich die Unterkunft nicht fand, habe ich eine Frau angesprochen, die mir entgegen kam. Sie lief die Richtung und wir gingen zusammen dort hin und unterhielten uns auf Englisch. Dort angekommen bedankte ich mich und traf noch drei andere Pilger. Zwei aus den USA, und einen mir noch unbekannten.

Ein Schild sagte, dass Pilger ab 15:30 Uhr läuten könnten. Es war 15:30 und so läuteten wir. Durch die Sprechanlage erfuhren wir, dass sie keine Pilger mehr auf nehmen. Wir sollen die Strasse entlang und zur Tourist-Info. Also liefen wir alle vier los.

Auf dem Weg kam uns die Dame, welche mich zur Unterkunft geleitet hatte mit einem Tablett entgegen. Darauf waren vier Expresso für uns Pilger. Sie ist davon aus gegangen, dass wir noch ein bisschen warzen mussten, bis Einlass ist. Als sie von uns höhrte, dass wir abgewiesen würden, klingelte sie selber nochmals und sprach auf Italienisch mit dem Gegenüber der Sprechanlage. Die Ablehnung bestätigte sich leider.

So begleitete uns die nette Dame Richtung Tourist-Info, wobei wir noch an einem Hotel vorbei kamen. Hier fragte die Dame für uns und übersetzte. Das Angebot des Hotels: ein Doppelzimmer für EUR 50,00 welche man sich teilen konnte, sprich Übernachtung mit Frühstück für EUR 25,00. Ich fragte den anderen Pilger auf Englisch, ob er mit mir gemeinsam das Angebot annimmt. Er stimmte zu und so gingen wir auf das Zimmer.

Es stellte sich heraus, dass Patrick aus der Schweiz ist. Und er hat auch schon einige km hinter sich: er ist von Valenzia nach Santiago, über den Camino del Norte, und dann von Saint-Jean-pie-de-Port nach Genf. Von dort weiter über Lausanne die Via Francigena. Somit haben sich zwei Langzeit Pilger getroffen. Es gab natürlich viel zu erzählen...

Maiky76 Small

Do, 28.09. von Viterbo nach Vetralla

Am Papstpalast vorbei ging es aus Viterbo am morgen. Die folgende Strecke ging länger durch einen außergewöhnlichen Hohlweg aus Tuffgestein. Das gute dabei war, dass es schön schattig war, denn die Sonne schien wieder sehr stark. Am Ende des Hohlwegs habe ich laut meines Reiseführers die Stelle erreicht, von welcher es nur noch 100 km bis zum Petrusplatz sind.

Der nächste Teil der Strecke ging direkt parallel zur Autobahn. Aber auch dieses Stück Weg war irgend wann zu Ende. Hier fiel mir seit längerem wieder auf, dass Müll in grösseten Mengen einfach in der Landschaft herum lag. Dies war die letzte Zeit (Toskana) nicht mehr der Fall gewesen.

Der Rest der Strecke ging leicht hügelig durch Wein- und Oliven-Anbaugebiet. In Vetralla kaufte ich noch Obst für den nächsten Tag, da die Unterkunft (ein Kloster) heute etwas ausserhalb lag. Hier erhielt ich ein eigenes Zimmer und Halbpension. Da ich der einzigste Pilger an diesem Tag war, durfte ich mit dem Pfarrer zusammen zu Abend essen.

Maiky76 Small

Mi, 27.09. von Montefiascone nach Viterbo

Morgens nach dem gemeinsamen Frühstück mit den anderen fünf Pilgern ging es durch die Stadt. Der Weg führte an den höchsten Punkt. Hier hatte man eine grandiose Aussicht. Auch konnte man den letzten Blick auf den Bolsaner See geniesen.

Die Strecke war nach dem Abstieg in die Ebene  sehr flach und es war nichts besonderes auf dem Weg. Was man die ganze Zeit über hörte und sah, waren Helikopter. Es gab nämlich einen Militärflughafen in der Nähe.

Auch gab es das ein oder andere Solarfeld auf der Strecke. Hier konnte ich bei den "Mäh"-Arbeiten zusehen (siehe Bild).

Kurz vor Viterbo stand ein Fahrzeug mit UL -Kennzeichen. Ich sprach den Herrn daneben an, und es stellte sich heraus, dass der Italiener mit seiner Frau in Erbach, ca. 15 km von Ulm weg wohnt. Ich durfte ein Bild von ihnen mit dem Auto/dem Kennzeichen schiessen (siehe Bilder).

Die Herberge am Kloster mit den 11 Schlafmöglichkeiten (5 Stockbetten und ein einzelnes) war sehr schlicht und einfach gehalten: ein kleiner Raum für die Betten, an welcher sich ein Badezimmer mit Dusche und WC anschloss. Diese Unterkunft teilte ich mit drei Italienern, welche hier noch übernachteten und am nächsten Tag heim fuhren. 

Maiky76 Small

Di, 26.09. von Bolsena nach Montefiascone

Bei schönste. Wetter ging es hinauf nach Montefiascone. Dieser Weg führte meist durch Wald. Aber an den Lichtungen und den freien Flächen war es wieder sehr grün. Im Wald gab es kleine rosa Blümchen. So hatte ich fast das Gefühl, dass es Frühling ist.

Kurz vor Montefiascone waren zwei Kilometersteine. Der eine an der Strasse sehr unscheinbar, 50 m weiter vor einer Kirche etwes grösser. Aber laut meinem Wanderführer sind es ab Montefiascone noch 124 km. Die Italiener rechnen hier die km an der Strasse "Via Cassia". Die Cassia verbindet Rom mit Florenz. Der Wanderweg führt aber nicht direkt an der Cassia entlang, sondern auf wenig befahrenen Strecken. Daher die Differenz.

In der Herberge/im Kloster waren wir nur insgesammt sechs Pilger, welche sich drei grosse Schnarchsäle teilten. Ich hätte eigentlich mit mehr Pilger getechnet vor Rom.

Und noch ein "Highlight" durfte ich miterleben. Im Kloster gab es für die Nonnen, die Gemeindemitglieder und für die Pilger ein Konzert am Abend. Ein Pfarrer redete und sang vor dem Publikum (alles auf italienisch). Bei den poppigen Gesängen sah man auf einer aufgestellten Leinwand Bilder und die Texte die er sang, ähnlich wie beim Karaoke. Bei einem Song sah man Bilder des schon etwas älteren Pfarrers, wie er vor einem sehr grossen Publikum seine christlichen Lieder sang. Die Schwestern vom Kloster sind bei seinen Lieder richtig ab gegangen und haben mit gesungen. 

Montefiascone
Viterbo, Italien
Maiky76 Small

Mo, 25.09. von San Lorenzo Nuovo nach Bolsena

Nach längerem Ausschlafen und Frühstück auf dem Marktplatz (Cappuccino und süsses Stückchen) ging es bei schönstem Sonnenschein los. Direkt ab dem Ende des Dorfes konnte man den Bolsena-See sehen.

Den schönen Ausblick auf den See hatte ich dann bis Bolsena. Bei der einzigsten Pause (es waren nur 12 km heute), passierte mich ein Herr mit vielen Aufnähern am Rucksack. Ihn traf ich dann nachher in der Herberge.

Der Herr ist Franzose und ist auch von zuhause los gelaufen über Le Puy en Velay, Castres, Arles, Turin und dann die Via Francigena. Wenn er ankommt, hat er auch seine 2.000 km hinter sich.

Nach der Ankunft in der Herberge ging es gleich zum Vorräteauffüllen/Einkaufen nach dem Wochenende. Bei dem Supermarkt entdeckte ich sogar eine Brezel. Diese musste ich unbedingt probieren. Sie schmeckte fast wie zuhause.

Nach dem Verräumen der Einkäufe in der Herberge ging ich noch zum See und anschließend zu der Kirche mit den zwei Bolsena-Wunder.

Genau heute vor 7 Monaten bin ich in Ulm gestartet, und habe nun fast 4.000 km hinter mich gebracht. So langsam wird es Zeit, dass ich ankomme, denn so langsam habe ich genug. Aber der Petrusplatz ist schon recht nahe (142,5 km), und diesen sollte ich laut meinem Plan am Dienstag, den 03.10. erreichen.

Maiky76 Small

So, 24.09. von Proceno nach San Lorenzo Nuovo

Es war etwas kühl an diesem bewölktem Tag. Die Strecke von 17 km war gut zu bewältigen, denn es war abgesehen vom Anfang (Berg ab) relativ flach.

Die Herberge auf der Liste entpuppte sich als günstige Pension.

Maiky76 Small

Sa, 23.09. von Puente a Rigo nach Proceno

Nach dem langen Ausschlafen ging es erst an einer wenig befahrenen Teerstraße entlang. Danach wurde der Weg bis kurz vor dem Ziel zur Kiesstrasse.

Es waren wieder wenig km zu bewältigen, und so machte ich längere Pausen, eine nutzte ich, um mal wieder Flöte zu spielen

Auf dem Weg kam ich wieder an einer Gedenktafel der Schweizer Garde an ihren Marsch nach Rom vorbei. Dieses mal leserlicher als die Tafel vor einigen Tagen.

In Procena, welches auf einem Hügel liegt, war ich bei Zeit. Gegen Spätnachmittag kam noch ein italienischer Radpilger in die Herberge, so war ich dann nicht alleine.

Maiky76 Small

Fr 22.09. von Radicofani nach Ponte a Rigo

Fast ein Ruhetag, wenn die 11 km nicht gewesen wären. Bin morgens als letzter aus der Herberge gegen 08:30 Uhr. Und gleich im Anschluss noch gemütlich in eine Bar gesessen.

Die Strecke ging eigentlich nur bergab bei schönstem Sonnenschein. Daher waren die Schattenplätze rar. Aber ich fand doch noch drei schattige Stellen, und machte jeweils sehr ausgedehnte Pausen.

Der Ort "Ponte a Rigo" ist der letzte Ort vor der Region "Latium". Somit lasse ich die Toskana morgen hinter mir. Was mir heute beim Abstieg aufgefallen ist: die Gegend wird etwas "kantiger" (nicht mehr so sanft wellig), und es wird grüner.

In der Herberge war ich heute alleine. Das wird wohl daran liegen, dass die vorherige Etappe sehr lang war (alle haben in Radicofani übernachtet), und 11 km bis Ponte a Rigo den meisten zu kurz ist.

Ponte a Rigo
Siena, Italien
Maiky76 Small

Do, 21.09. von San Ouirico d'Orcia nach Radicofani

Zusammen mit dem Stuttgarter bin ich früh gestartet. Laut dem Reiseführer sollten es 33 km werden. Kürzer ging nicht, da keine Herbergen/Hotels/B&B auf der Strecke waren.

Den ersten Teil liefen wir hauptsächlich auf Kies-Pisten bis zu einem Ort mit  Thermalquellen. Hier machten wir die erste Pause.

Weiter liefen wir dann auf der Strasse, nicht auf der Via Francigena, denn so sparten wir uns ca. 5 km. Nach dem Strassenstück (der Abkürzung) machten wir im Schatten wieder Pause.

Das letzte Stück ging es dann nur noch bergauf. Aber wir wurden mit einer gigantischen Aussicht und einem schönen Dörfchen belohnt.Dadurch, dass das Dörfchen auf ca. 800 m lag, war es im Schatten etwas frisch. Seit langem musste ich was langärmliges anziehen.

Radicofani
Siena, Italien
Maiky76 Small

Mi, 20.09. von Buonconvento nach San Quirico d'Orcia

Hügelig und mit schönen Aussichten ging es durch die Toskana. Auf der ganzen Strecke war nur ein Dorf mit dem Namen Torrenieri. Hier machte ich Pause in einer Bar und genoss einen Cappuccino sowie ein süsses Stückchen.

Nach der Bar ging ich in die Kirche und sang mal wieder mehrere Taizé-Lieder. Auf der folgenden Strecke bis San Quirico  hatte es auf halber Strecke ein schönes schattiges Plätzchen mit Aussicht. Hier blieb ich eine Weile, bis mich ein junger Deutscher aus Stuttgart passierte. Wir liefen daraufhin zusammen nach San Quirico. 

San Quirico d’Orcia
Siena, Italien
Maiky76 Small

Di, 19.09. von Lucignano d'Arbia nach Buonconvento

Die Strecke war heute nur 13 km lang. Dies hatte mehrere Gründe: einersets möchte ich es so langsam auslaufen lassen (Entwöhnen). Andererseits wäre die nächste Herberge sehr weit entfernt gewesen (Tour von über 34 km).

Deswegen habe ich ausgeschlafen und bin erst kurz vor 10:00 Uhr los. Das Wetter hielt, trotzdem es sehr stark bewölkt war. Gegen Ende der Tour schien dann die Sonne.

An Eisenbahnschienen ging es entlang, bis zu einem kleinen Ort. Hier machte ich Pause in einer Bar. Danach führte die Strecke wieder an den Gleisen entlang bis Buonconvento.

Buonconvento
Siena, Italien
Maiky76 Small

Mo, 18.09. von Siena nach Lucignano d'Arbia

Die Strecke vom Vorort in die Stadt, welche ich gestern schon gelaufen bin, habe ich am Morgen mit dem Bus zurück gelegt. Anschließend bin ich nochmal zum Dom, da ich am Vortag mein Pilgerpass vergessen hatte (Stempel abholen).

Die Strecke führte über einen Bergrücken bei schönstem Sonnenschein. Von dem Bergrücken hatte man eine schöne Aussicht zurück auf Siena. Nach dem Bergrücken ging es weiter in der welligen Landschaft der Toskana.

Gegen Nachmittag konnte man am Horizont Richtung Siena eine dunkle Wetterfront erkennen, welche am Abend/in der Nacht zu Regen geführt hat.

Maiky76 Small

So, 17.09. Ruhetag in Siena

Nach dem kleinen Frühstück im Hostel bin ich von dem Vorort nach Siena rein gelaufen. Dort habe ich mir am Vormittag die Stadt angeschaut.

Am Nachmittag/Abend habe ich eine ganz faule Zeit gehabt mit Sudoku, Serien schauen (YouTube) und E-Book lesen auf dem Bett.

Siena
Italien
Maiky76 Small

Sa, 16.09. von Monteriggioni nach Siena

Heute waren es wenig aber auch schwierige Kilometer. Das Wetter war ideal, da es bewölkt war, aber wieder nur in der Nacht geregnet hat.

Schwierig deswegen, da einerseits der Boden matschig war. So hatte ich sehr viel Matsch unter den Sohlen. Und es wurde bei jedem Schritt mehr. Andererseits waren große Pfützen auf dem Weg. Und das schwierige daran war, dass manchmal der komplette Weg eine lange Pfütze war. Links und rechts vom Weg war kein Platz, denn es kam sofort Dornengestrüpp.

Trotz dieser Hindernisse schaffte ich es, trockenen Fusses den Weg zu passieren. Ich kam mir vor wie bei einem "Jump and run" Computerspiel, bei welchem die Hindernisse gemeistert werden müssen.

Schlussendlich kam ich in Siena an. Aber an einem Vorort, in welchem mein gebuchtes Hostel war. In die Innenstadt geht es dann morgen ohne Gepäck, da ich einen Ruhetag eingeplant habe.

Am Abend bin ich noch an der Strasse entlang gelaufen, um mir ein Eis beim schottischen Feinkostrestaurant zu gönnen. Auf dem Weg dort hin kam ich bei einem Friseur vorbei. Nach über zwei Wochen wollte ich mir mal wieder ein Stutzen der Kopf- und Barthaare gönnen. Als ich ankam, war ein Herr auf dem Friseurstuhl, zwei warteten. Ich wartete fast zwei Stunden, bis der Friseur mit den drei Herren fertig war (und die Herren hatten nicht mehr so viele Haare). 

Siena
Italien
Maiky76 Small

Fr, 15.09. von San Gimignano nach Monteriggioni

Es waren 27 km für diesen Tag geplant. Daher bin ich schon früh los. Auch um von dem schönen Städtchen Fotos machen zu können (siehe vorherigen Blogeinteag).

Es ging wieder durch die schöne Toskana-Landschaft. Heute hatte ich aber den Eindruck, dass es noch mehr bergiger/mehr Berg auf und ab ging. Aber dies legte sich in der zweiten Hälfte der Tour. Unterwegs war ein Schild mit dem Hinweis, dass es noch 300 km bis Rom sind. Das stimmt ungefair, laut meinem Reiseführer waren es noch 309 km.

Der geplante Zielort sollte Abbadia Isola sein. Hier hatte ich anrufen lassen um ein Bett für mich zu reservieren. Als ich ankam und erwähnte, dass für mich eine Reservierung vor lag, sagte der Hostaliero, dass man hier nicht reservieren kann. Wir kontrollierten gemeinsam die Telefonnummer, welche ich angerufen habe. Die Nummer stand fälschlicherweise bei der Unterkunft in Abbadia Isola und im nächsten Ort Monteriggioni bei der dortigen Pilgerherberge. Und die Nummer gehörte zu der Herberge in Monteriggioni. Daher schickte mich der Hostaliero weiter.

So sind aus den geplanten 27 km 31 km geworden. Aber es war auch schön auf dem Berg mit dem Ort Monteriggioni. Mit mir waren sieben andere Pilger aus Dänemark, Italien und Deutschland in der Herberge. Gemeinsam haben wir Pasta gekocht, welche etwas scharf wurde.

Maiky76 Small

Fr, 15.09. San Gimignano morgens

Nachdem gestern tagsüber die Stadt von sehr vielen Touristen bevölkert ist, habe ich morgens in Ruhe Bilder machen können.

San Gimignano
Siena, Italien
Maiky76 Small

Do, 14.09. von Borgoforte nach San Gimignano

Eine kurze Etappe hatte ich heute. Wieder durch die schöne Toskana. Aber dieses mal mit mehr auf und ab. Und die Sonne hat auch stärker geschienen.

Auf der Strecke sah ich das erste Schild hier in Italien, welches beide Richtungen kennzeichnet: nach Santiago und nach Rom. Siehe auch Bild.

Der Zielort San Gimignano wird auch das Manhattan des Mittelalters genannt. Der Grund hierfür ist, dass es sehr viele Türme gab. Heute stehen noch ein paar davon, welche die Touristen in das Dorf auf dem Hügel in Schaaren anlockt. Die Hauptgasse war gegen 16:45 Uhr so voll wie die Fußgängerzonen mit Einkaufsgelegenheiten zur Weihnachtszeit. Sprich wenn ich morgen früh los gehe (und es ruhig ist), werde ich dann Bilder von dem Dorf schiessen.

Die Unterkunft heute war ein Konvent (eine art Kloster). Die beiden Pfarrer sind nicht aus Italien, sondern ursprünglich aus Indien und den USA.

San Gimignano
Siena, Italien
Maiky76 Small

Mi, 13.09. von San Miniato nach Borgoforte

Eine schöne Tour mit schönem Wetter und "Postkarten"-Motiven bzw. -Aussichten.

Los ging es an einer wenig befahrenen Landstrasse. Danach ging es nur noch auf Kies-Pisten durch die schöne Toskana. Es ging zwar immer etwas Berg auf und Berg ab, aber oben hatte man immer schöne Aussichten und Weitblicke.

Während der Mittagspause an einem Wasserhahn mit schattiger Sitzgelegenheit bin ich mir fast schon wie auf dem Camino nach Santiago vor gekommen. Mit mir waren dort plötzlich 14 Pilger anwesend. Auf dem weiteten Weg habe ich auch mit einigen der Pilger gesprochen (mit den Franzosen).

Sonstiges auf der Strecke (Bilder): es gab eine Erinnerungstafel an den Marsch der Schweizer Garde nach Rom 2006. Des weiteren gab es einen "mässig" bestückten Verbandskasten mitten in der Landschaft. Ein Wegweiser zeigte nach Rom mit der km-Angabe "312". Laut meinem Reiseführer sind es aber noch 365 km bis Rom. Und bei dem Hinweisschild zum Wasserhahn war die erste Werbung für eine Unterkunft aufgehängt - so etwas war auf dem Camino eigentlich überall gehangen.

Maiky76 Small

Di, 12.10. von Altopascio nach San Miniato

Erst ging es lange an einer mässig bis viel befahrenen Strasse entlang. Danach gab es einen original-historischen Pflasterweg aus dem 12. Jahrhundert unter die Fußsohlen.

Der nächste Abschnitt führte durch einen schönen Wald auf Wanderwegen. Nachdem die Zivilisation mich wilder hatte, bin ich nach Fucecchio nicht den gekennzeichneten, sondern den direkten Weg an der Strasse gegangen.

Nach San Miniato ging es zum Schluss den Berg hoch, da das Dörfchen auf dem Hügel lag. Ich war bei Zeit an der Herberge, welche laut Booking.com ab 10:00 Uhr auf hat. Es stand aber an der verschlossenen Türe, dass die Rezeption nur ab 17 bis 19:00 Uhr offen hat. Somit hatte ich genügend Zeit, in die Kirche zu gehen, das Dörfchen anzuschauen, in ein Café zu sitzen,...

Kurz vor 17:00 Uhr traf ich noch Verena und Elke, sie kommen aus dem Stuttgarter Raum. Die zwei hatte ich die letzten Tage öfters getroffen. Zusammen haben wir eingekauft und Pasta am Abend gegessen.

San Miniato Basso
Pisa, Italien
Maiky76 Small

Mo 11.09. von Lucca nach Altopascio

Wieder hatte ich Glück: die ganze Nacht hat es geregnet, als ich los ging, hat es aufgehört zu regnen. Das einzigste, was ich dann bei der ersten Pause noch machen musste, war die Regenhose gegen die normale zu wechseln.

Die Strecke war nicht besonders heute. Hauptsächlich an mässig bis viel befahrenen Strassen entlang. Nur kurz vor Ende gab es ein kleines Stück Feldweg.

Im Hotelzimmer heute hing ein lustiges Schild: man soll doch leise reden - können das die Italiener überhaupt? ;-)

Maiky76 Small

So, 10.09. von Valpromaro nach Lucca

Die Nacht über hat es stark geregnet und gewittert. Beim morgentlichen Start hat es noch getröpfelt, hat dann aber nach einiger Zeit aufgehört. Die erste zwei Stunden begleitete mich eine Pilgerin aus Belgien.

Danach bin ich alleine weiter nach einer längeren Pause. Kurz vor Lucca machte ich am Fluss nochmals eine Pause. Aber dann ging es nach Lucca hinein. Die Innenstadt war voll mit Menschen/Touristen, und ich musste mich auch erst wieder daran gewöhnen nach den ruhigen Natur-/Überlandstrecken.

Nach dem Besuch der Hauptkirche und dem Abholen vom Stempel habe ich die Stadt besichtigt. Danach ging es in die Unterkunft (Jugendherberge). Beim zweiten Teil meiner Stadtbesichtigung hat es zu regnen begonnen. Daher habe ich das Sightseeing abgebrochen und bin nicht auf die Stadtmauer. 

Lucca
Italien
Maiky76 Small

Sa, 09.09. von Pietrasanta nach Valpromaro

Es war bewölkt, und somit angenehm und nicht zu heiß zum Laufen an dem Tag. Die zwei Anstiege heute waren steil aber dafür kurz. Den ersten davon gab es gleich zu beginn der Tour.

Danach ging es sanft wieder abwärts nach Camaiore. Hier setzte ich mich in ein Café. Und sofort fing es zu regnen an. Als ich dann weiter wollte, hat es aufgehört. Ich hatte Glück.

Weiter ging es über kleine Strässchen und Feldwege zum nächsten Anstieg. Oben angekommen hatte ich eine schöne Aussicht und eine mässig befahrene Landstrasse bis Valpromaro.

Die Herberge war eine richtige Pilgerunterkunft mit zwei Hostalieros. Diese versorgten einen mit Abendessen und Frühstück. Am Abend gab es noch ein Pilgersegen und eine kleine Urkunde vom Pfarrer.

Valpromaro
Lucca, Italien
Maiky76 Small

Fr, 08.09. von Marina di Massa nach Pietrasanta

Es hat sehr stark geregnet - zum Glück nur in der Nacht. Als ich am Morgen um acht startete, schien die Sonne schon wieder sehr stark und heizte kräftig. Die Tagesetappe ging heute hauptsächlich am Meer entlang. Bzw. besser gesagt an der Strasse, an welcher auf der einen Seite die Hotels, auf der anderen Seite die Bars mit den dahinter befindlichen Stränden lagen.

An einer dieser Bars machte ich auch Pause. Ich kam auch an einem Platz mit einem Marmor-Brunnen vorbei. Der Platz hatte den Namen "Piazza Bad Kissingen". Ansonsten gibt es von der Strecke parallel zum Meer nicht viel zu berichten.

Die letzten fünf km ging es dann ins Landesinnere. Kurz vor Pietrasanta kam ein Supermarkt. Hier kaufte ich ein paar Früchte für das Mittagessen, und setzte mich anschließend auf den Dorfplatz zum Essen.

Heute habe ich nur gute Erfahrungen mit den Italienern gemacht. In der Kirche bekam ich sofort einen Stempel, und ich konnte gut mit dem Pfarrer auf Französisch sprechen. In der Unterkunft (Kloster), öffnete mir eine Nonne, die Englisch konnte, und die für mich meine morgige Unterkunft telefonisch reserviert hat. Für übermorgen in Lucca habe ich dann via booking.com die Jugendherberge gebucht. Die Anfangsschwierigkeiten scheinen erledigt zu sein.

Pietrasanta
Lucca, Italien
Maiky76 Small

Do, 07.09. von Sarzana nach Marina di Massa

Gleich am Start gegen 08:00 schien die Sonne schon sehr stark vom Himmel herab. Nach dem Verlassen von Sarzana ging es gemütlich durch die Dörfer. Und der Weg (Via Francigena) ist bestens gekennzeichnet mit Richtungsweisern und Schilder.

Nach ca. einer Std. Laufen habe ich mich in den Schatten gesetzt zum Pause machen. Und was höhrte ich: Das Geklappere von Wanderstöcke. Und es waren zwei Pilgerinnen aus der Schweiz. Wir tauschten uns über die üblichen Fragen aus (woher, wohin, wann und wo gestartet,...).

Wir verabschiedeten uns, denn ich wollte noch etwas Pause machen. Danach ging es weiter von Dörfchen zu Dörfchen. Nach einiger Zeit kam eine Bar. Eine gute Gelegenheit für eine Pause. Danach ging es weiter und ich traf die zwei Schweizerinnen wieder. Gemeinsam sind wir dann den restlichen Weg bis ans Meer gegangen.

Es sind auch Bilder in diesem Blogeintrag dabei, die Berge mit etwas weißem an den Berghängen zeigen. Dies ist kein Schnee, dies ist Marmor.

Die Herberge heute war eine Jugendherberge und ist direkt am Meer gelegen. Da es hier auch ein Waschservice (Waschmaschine) gab, habe ich mal wieder meine Wäsche mit diesem Service gewaschen. 

Marina di Massa
Massa-Carrara, Italien
Maiky76 Small

Mi, 06.09. von La Spezia nach Sarzana

Es war stark bewölkt und einzelne Tropfen waren zu spüren, als ich startete zu der heutigen Etappe. Die Etappe war noch nicht die Via Francigena, sondern die letzte Etappe der Via de la Costa  (verbindet F/IT-Grenze bei Ventimiglia mit der Via Francigena bei Sarzana). So fieberte ich meiner ersten Wanderung hier in Italien entgegen.

Das Tröpfeln hörte bald auf, und so lief ich lange durch die Stadt, bis ich aus La Spezia heraus war. Und was sah ich dann: Wegmarkierungen, wie sie in Frankreich angebracht waren - weiß-rote Balken (aber keine Kreuze). Und die Balken waren dick gemalt, nicht so dünn wie in Frankreich.

So folgte ich der Markierung dem Berg hoch und wieder herunter. Oben machte ich aber noch eine längere Pause, da ich schon ca. zwei Std. Laufen hinter mir hatte. Unten ging es dann an einer Strasse entlang bis zu einem Fluss. Laut meiner Landkarten-App sollte ich an der Brücke der Eisenbahn über den Fluss. Aber Schienen und Gehweg waren zum Glück baulich voneinander getrennt.

Danach ging es mal näher, mal mit ein bisschen Abstand an einem Fluss entlang bis kurz vor Sarzana. Auf diesen Feldwegen gab es immer wieder Stellen, an welchen Müll einfach in der Landschaft war. Haben die Italiener keine Recyclinghöfe? (siehe auch Bild)

Nach den Feldweg ging es dann Richtung Stadt. Nach einem Kreisverkehr war ich dann auf der Via Francigena und fotografierte das erste VF-Schild. Und dann ging es nach Sarzana rein und die Unterkunftssuche begann...

Die Tourist-Info war gegen 14:30 Uhr geschlossen. Öffnungszeiten standen nirgends. Zur Kirche: diese war auch geschlossen. So setzte ich mich erst mal in ein Café und genoss ein Capuchino und ein Eis. Da lief an mir der hiesige Pfarrer vorbei (in schwarzer Kutte, sah aus wie Don Camillo nur ohne Hut). Ich sprach in an, dass ich ein Fusspilger sei und eine Unterkunft suche. Ob er etwas wisse. Nein war die Antwort. Als ich weiter fragte, ob hier im Umkreis etwas wäre, meinte er wieder nein und ging.

In meinem Reiseführer (gedruckt 2013) stand, dass es noch ein Kloster im Ort gibt, und dass man hier günstig übernachten könne. Also dort hin. Erst ging ich in die Kirche des Klosters. Schon beim Absetzen meines Rucksacks vor der Bank kam eine Dame auf mich zu gesprungen und meinte, dass ich hier nicht schlafen kann ("Buengiorno erst mal" dachte ich und setzte mich erst mal). Aber nach Nachfrage erhielt ich noch einen Stempel für den Pilgerpass.

Was nun? Wieder zur Tourist-Info (15:45 Uhr). Hier war ein Herr, aber als ich ihn ansprach meinte er, dass er nur den PC reparierte, und die Tourist-Info erst um 17:00 Uhr auf macht. Ok, dann muss eben booking.com wieder her halten, aber dieses mal mit einem Trick: ich suchte das günstigste Zimmer (EUR 42,50), buchte aber nicht. Sondern ich ging ohne Reservierung zum Hotel. Und siehe da, als Pilger bekam ich noch Rabatt und musste nur EUR 30,00 zahlen.

Die Unterkunftssuche für morgen fiel kurz aus, ich buchte via booking.com ein Bett im Hostel in Massa für EUR 17,00.

Mit dem Erreichen von Sarzana sind es nun nur noch 492,8 km bis Rom. Die Reise neigt sich also dem Ende zu.

Maiky76 Small

Di, 05.09. von Genua nach La Spezia

Die Zugfahrt um neun Uhr ging eine Stunde ohne Umsteigen. Und schon war ich in La Spezia am Bahnhof.

Am Bahnhof waren Massen von Touristen, und überall wurde irgendwie lange angestanden. Ich suchte erst mal einen Stadtplan, den es eigentlich als Infotafel an jedem Bahnhof geben sollte. Ich versprach mir davon zu erfahren, wo das Tourist-Info-Büro ist. Aber Fehlanzeige, da war keine Tafel (oder ich fand sie nicht).

Aber ich fand eine Art Tourist-Info am Bahnhof. Leider war davor bis weit auf dem Bahnsteig eine Menschenschlange, die alle dort rein wollten und deswegen anstanden. Ich hatte ja Zeit, so stellte ich mich auch an und kam dann nach ca. 45 Minuten dran.

Dies war nicht die Tourist-Info, sondern für den nordwestlich gelegenen Küstenstreifen "Cinque Terre" das Info-Büro. Wenn man dort hin wollte in den Naturpark, musste man eine Eintritskarte haben. Diese Eintrittskarte gab es in dem Büro. Aber ich erhielt noch ein Stadtplan von La Spezia und die Info, wo die richtige Tourist-Info ist.

Also ab in die Stadt zur Tourist-Info. Hier musste ich erst ewig lang warten, weil der einzigste schon ältere Mitarbeiter ein französisches Paar beriet, was sie denn alles so hier in der Gegend machen könnten, wo der Strand gut ist und wo nicht so gut zum Baden. Es bildete sich wieder eine lange Schlange, aber das störte den Herrn nicht.

Als er fertig mit den beiden war, sagte ich ihm, dass ich Pilger wäre, und eine günstige Unterkunft benötige. Er meinte, dass es vier km entfernt ein Hostel gebe, da könnte ich doch mal hin laufen und fragen (das Hostel war auf booking.com ausgebucht, und ich werde ohne mich zu informieren, ob es ein freies Bett hat nirgends lange hinlaufen - und ich wollte in der Stadt bleiben). Auf die Frage, ob er für die Stadt hier eine Unterkunftsliste mit Preise hätte meinte er nein, aber er kramte aus einer Box Visitenkarten von Hotels hervor und gab mir ein paar davon. Auf meine Frage, wieviel die denn kosten sagte er, dass ich halt vorbei gehen muss und fragen...

Ich ging einfach, denn die Tourist-Infos selbst in Frankreich haben sich bemüht und haben für einen bei den Unterkünften angerufen. Meine Lösung des Übernachtungsproblems löste ich via Booking.com, indem ich das günstigste Zimmer ohne Frühstück für EUR 35,00 buchte.

Nach dem Bezug des Hotels machte ich erst mal Siesta. Am späten Nachmittag ging ich in die Stadt, machte Sightseeing, schickte noch per Post meine Reiseführer der Via Tolosana nach Deutschland und holte mir einen Stempel der hiesigen Kirchengemeinde für meinen Pilgerpass. 

La Spezia
Italien
Maiky76 Small

Mo, 04.09. von Arles (F) nach Genua (IT)

Eine lange Zugfahrt mit Umsteigen in Marseille, Nizza und Ventimiglia war an diesem Tag von nöten, um von Arles nach Genua zu gelangen. Da die Reise bis La Spezia, dem Startpunkt der nächsten Tagesetappe noch länger gedauert hätte, habe ich in Genua "Zwischenhalt" gemacht.

Nach Ankunft und Bezug des Hostels schaute ich mir den Stadtkern von Genua am Abend an, auch um mir die Füsse vom vielen Sitzen im Zug zu vertreten.

Genua
Italien
Maiky76 Small

So, 03.09. von Saint-Gilles nach Arles

Es war die letzte Tagesetappe in Frankreich. Mit dem Erreichen von Arles habe ich die "Via Tolosana" abgeschlossen.

Es ging an diesem sonnigen Tag hauptsächlich an dem Kanal "Le Petit Rhône" entlang. Da es sehr flach war, gibt es von der Wanderung nicht viel zu berichten. Interessant wurde es erst in Arles.

Durch Arles fließt die Rhône, welche ich schon einmal bei Chavanay (Via Gebenensis) überquert hatte. Nun ging ich wieder auf die andere östliche Seite zurück. Hier in Arles bei einem historischen Friedhof fängt die Via Tolosana an für die Pilger nach Santiago. Für mich endete sie hier (siehe auch Fotos).

Nach dem Besuch von diesem Start/End-Punkt bin ich zum Bahnhof, und habe mir die Fahrkarte nach Genua für morgen gekauft. Danach ging es nochmals durch die Stadt zur Unterkunft.

Arles
Frankreich
Maiky76 Small

Sa, 02.09. von Vauvert nach Saint-Gilles-du-Gard

Bei schönstem Sonnenschein und viel Wind ging es gemütlich 18 km mit mehreren langen Pausen (inkl. Flöte-Spielen und E-Book-Reader Lesen) nach St. Gilles. Es war sehr flach und ich passierte Weinanbaugebiet.

Die Herberge teilte ich mit drei Italienern. Die Gelegenheit nutzte ich, um mein noch nicht vorhandenes Italienisch aufzubessern. Ich erhielt auch Tips für die Via Francigena sowie eine Unterkunftsempfehlung für Rom.

Saint-Gilles
Frankreich
Maiky76 Small

Fr, 01.09. von Montpellier nach Vauvert

Auch aus Montpellier habe ich den Zug genommen. Einerseits weil es wiederum im Reiseführer empfohlen wurde, andererseits fuhr ich noch ein paar km weiter, da die Unterkünfte in der nähe von Montpellier sehr teuer waren (50 bis 60 EUR - ohne Frühstück).

So fuhr ich 35 "Wanderkilometer" von Montpellier nach Gallargues so um kurz vor acht Uhr. Die Fahrt ging sehr schnell und ich war richtig erstaunt, wie schnell doch so eine Tagesetappe mit dem Zug bewältigt werden kann.

Die heutige Wanderstrecke umfasste nur 13 km, so machte ich häufig und längere Pausen. Eine Pause in dem Dorf Codognan nutzte ich, um mal wieder zum Friseur zu gehen.

In Vauvert war die Unterkunft eine ehemalige Pferdebox dem anschein nach. Jetzt ist alles gestrichen, ein Waschbecken und eine stabile Tür ist eingebaut.

Vauvert
Frankreich
Maiky76 Small

Do, 31.08. von Montarnaud nach Montpellier

Es hat endlich geregnet (in der Nacht). Die Temperatur ist merklich angenehmer und die feucht-heisse Luft ist weg. Leider tröpfelte es noch beim Start an diesem Tag, aber das war trotz Regenkleidung eine willkommene Abwechslung.

Das Tröpfeln hörte aber nach einer Stunde Marschieren auf, und so wurde die Pause nicht nur zum Ausruhen genutzt, sondern auch zum Umziehen auf normale Kleider.

Es ging dann noch ein Stückchen bis zu Vorort von Montpellier namens Grabels. Im Reiseführer wurde empfohlen, von Montpellier bis hier die öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen. Dies tat ich dann auch und fuhr bis zum Hauptbahnhof von Montpellier.

Vom Hbf ging ich zur Tourist-Info. Aber an was ich mich erst wieder gewöhnen musste: die vielen Leute rings um mich. Bei der Tourist-Info erhielt ich einen Stadtplan mit all den Sehenswürdigkeiten. Diese bin ich dann größtenteils abgelaufen mit meinem Rucksack auf dem Rücken. Denn die Herberge machte erst gegen 16:00 Uhr auf. Mit dem Sightseeing habe ich dann die nicht gelaufenen km von Grabels zum Hbf einigermassen wett gemacht.

In der Herberge war dann einiges los: ein Österreicher sowie fünf Franzosen waren mit mir da. Aber da ich früh gegesen habe, sind wir uns beim Kochen in der Küche nicht in die Quere gekommen.

Montpellier
Frankreich
Maiky76 Small

Mi, 30.08. von St-Guilhem le-Dèsert nach Montarnaud

Morgens war das Dörfcjen wie ausgestorben. Dies nutzte ich, um Bilder zu schießen. Danach ging es in der Schlucht zur Teufelsbrücke.

In St-Guilhem le-Dèsert gab es kein Lebensmittelladen (sonst könnten die Restaurants ihre Dose Cola nicht für 3,00 EUR verkaufen, wenn man sie im Laden nebenan für weit unter dem Preis bekommt). Daher fiel das Frühstück aus, und ich ging weiter nach Aniane. Der Hunger veranlasste mich, den kürzesten Weg zu nehmen, auf der Strasse.

Nach dem Früstück ging es durch ein langgezogenes Tal, und danach auf einer ehemaligen Bahntrasse bis La Boissière. Nach dem Ort ging es nochmal etwas hoch, bis dann kurz vor Montarnaud der letzte steile Abhang vor Arles kam. Ab jetzt ist dann alles flach. Aber ich meine, oben vor dem Abstieg am Horizont das Mittelmeer gesehen zu haben  - kann mich aber auch täuschen.

Die Unterkunft war heute wieder sehr gut. Diese teilte ich mit zwei Franzosen.

Montarnaud
Frankreich
Maiky76 Small

Di, 29.08. von St-Jean de la Blaquière nach St-Guilhem le-Dèsert

Es sollte wieder eine längere Etappe über zwei Berge werden. Die Wetter-App sagte zwar 3 Grad weniger als gestern an, aber dann wurden es eben nur 31 statt 34 Grad.

Gleich am Anfang ging es den ersten Berg hoch. Oben hatte ich eine grandiose Aussicht auf das breite Tal und die Berge rings um. Weiter ging es dann nach unten. Die Sonne machte sich beim Abstieg schon bemerkbar.

In dem breiten Tal ging es dann durch drei kleine Dörfer, wobei ich im ersten Pause machte und am Brunnen das Wasser auffüllte. Beim dritten Dorf dann ging es wieder nach oben. Aber dies war der letzte hohe Berg bis Arles. Auf halber Strecke nach oben machte ich im Schatten meine Mittagspause.

Oben angekommen, hatte ich eine grandiose Aussicht. Ich folgte dem Höhenweg und als es dann zum Abstieg ging, sah ich das schöne Tal und die Steilwände des Tales. Ich war richtig fasziniert. Der Abstieg ging sehr gut. Dir Qualität des Weges entsprach die der Wege in den Allgäuer Alpen.

Unten angekommen sollte auch gleich der Ort kommen, wo die Unterkunft sein soll. Aber bevor ich in das Dorf hinein ging, passierte ich einen grossen Parkplatz, welcher komplett voll mit Autos war. Ich fragte mich noch, wo die ganzen Leute von den Autos waren.

Im Dorf sah ich dann die Leute: dieses Dorf war ein Touri-Ort. Überall kleine Läden mit Schmuck und Souvenirs. Und alle gafften mich an, als ich mit meinem Rucksack und meinen Wanderstöcken durch die Gassen zur Kirche lief.

In der Kirche sammelte ich mich, und stellte mich auf die Masse von lauten Leute ein. Danach ging ich zur Tourist-Info und besorgte mir einen Plan des Dorfes sowie die Infos, wo man hier Lebensmittel kaufen kann (nirgends, es gab nur Bars und Restaurants).

Also ab zur Herberge. Hier erhielt ich mein Bett im Schnarchsaal für 15,00 EUR. Ich richtete mich ein, und ging noch kurz in das Dorf. Als ich zurück kam, waren meine Sachen im Schnarchsaal verschwunden. Ich ging zur Empfangsdame (sie konnte nur Französisch und das mit chinesischem Akzent - machte die Verständigung nicht einfacher).

Sie gab mir zu verstehen, dass noch sechs weibliche Personen angekommen wären, und ich somit der einzigste Mann im Schnarchsaal bin, was nicht ginge. Daher muss ich ein Einzelzimmer für EUR 20,00 nehmen. Von dem Grundsatz her ok, aber ich hatte vorreserviert für den Schnarchsaal/15 EUR, und die anderen nicht. Und wegen der Umdisposition muss ich die EUR 5,00 mehr zahlen...

Die Tourist-Info hat mir noch den Tip gegeben, frühzeitig (19:00 Uhr) ein Restaurant aufzusuchen. Denn wenn nichts los wäre, schliessen die Restaurants. Daher dachte ich, dass ich um die genannte Zeit Fotos machen könne von dem Dorf. Aber es war immer noch sehr viel los. Dann morgen früh eben - und ich holte mir noch eine Pizza zum mitnehmen.

Saint-Guilhem-le-Désert
Frankreich
Maiky76 Small

Mo, 28.08. von Lodève nach St-Jean de la Blaquière

Am Morgen ging es gemütlich den Berg hoch. Da die heutige Strecke nur 18 km umfasste, machte ich oben im Schatten erst mal eine Pause. Danach ging es vorbei an Pferdeweiden zum nächsten Dorf.

Hier wurde die Pause an dem schattigen Bänkchen sehr lange (1,5 Std). Leider wusste ich nicht, dass die Strecke/der Tag noch sehr heiss werden sollte. Und so ging es zu einem Kloster/einer Priorei weiter.

Dort angekommen wollte ich eigentlich nur in die Kirche sitzen, beten und evtl. singen. Aber es kostete Eintritt (inklusive Besichtigung des ganzen Klosters). Dies wollte ich nicht zahlen, und so durfte ich in eine kleine Seitenkapelle. Diese war muffig und hat nach Schimmel gerochen. Da möchte ich nicht wissen, wie dann die Kirche hergerichtet war für den Eintrittspreis.

Danach begann die Hitzeschlacht. Zum Glück nur noch ca. 6 km, aber es war trotzdem sehr heiss. Im Zielort bezog ich erst mal die Herberge und gönnte mir eine kalte Dusche. Erst am Abend ging ich dann wieder aus der kühlen Herberge, um die Erledigungen zu tätigen (Einkaufen).

Saint-Jean-de-la-Blaquière
Frankreich
Maiky76 Small

So, 27.08. von Le Bousquet d'Orb nach Lodève

Nach dem anstrengenden Tag gestern wollte ich es heute ruhiger angehen lassen. Die Etappe im Reiseführer hatte 28 km über mehrere hohe Steigungen vorgesehen. Aber es gab noch eine Alternative, welche nur 17 km lang war.

Ich entschied mich daher für die kurze Variante. Der Nachteil dabei, es ging an einer mässig befahrenen Landstrasse (D35) von Anfan bis zum Ziel. Nach dem steinigen Weg von gestern eine Erholung.

Von der Strecke gibt es wenig zu berichten. Es ging hoch auf einen Pass und wieder herunter. Dabei machte ich zwei Pausen. Trotzdem war ich schon gegen 12:30 Uhr in Lodève. Nach der Kirche schaute ich in Google-Mapps, wo was in dem Ort ist. Und ich sah einen Supermarkt, welcher noch geöffnet hatte. Also ging ich dort hin und kaufte mir etwas zu Mittag.

Auf dem Platz vor der Tourist-Info setzte ich mich gemütlich hin, genoss das Mittagessen und schmökerte anschließend noch im Reiseführer der Via Francigena.

Lodève
Frankreich
Maiky76 Small

Sa, 26.08. von Saint Gervais sur-Mare nach Le Bousquet d'Orb

Nach einem guten Frühstück und dem Ruhetag gestern, ging es um 07:30 Uhr an die 30 km-Etappe mit ca. 1.000 m auf- und auch 1.000 m Abstieg.

Die schwarzen Berge galt es nochmals zu überwinden. Nach einer Stunde Marschieren bin ich in dem kleinen Dörfchen Mècle angekommen. Beim Pausemachen spazierte ein Anwohner an mir vorbei und meinte, dass ich schon ziemlich früh hier angekommen bin (es war 08:30 Uhr). Ich klärte ihn auf, dass ich zwar Pilger bin, aber in die andere Richtung laufe und somit die Pässe und die Berge noch vor mir habe.

Es ging weiter den Berg hoch. Ich passierte auf der Tour "Col du Leyrac", "Col du Liourel" und ging um den Gipfel des "Mont Agut". Auf der Halbzeit etwa, begegnete ich dem einzigsten Pilger an diesem Tag, ein Kanadier. Er meinte, dass ich der einzigste Pilger bin, dem er innerhalb von vier Tagen begegnet wäre.

Der Abstieg hatte es am Schluss in sich. In den ersten beiden dritteln des Abstieges ging es auf breiten geschotterten Fahrwegen abwärts bzw. es blieb auf höhem Niveau. Aber das letzte Drittel war nicht sehr schön. Ein kleiner Trampelpfad, welcher sehr steinig und auch geröllig war. Zudem lagen schon gefallene Herbstblätter auf den losen Steinen. Man musste also sehr gut aufpassen. Und der letzte Kilometer bis zur Strasse war sehr stark mit Dornengestrüpp überwachsen.

Für die Strapazen wurde ich mit einer sehr guten und gemütlichen Unterkunft belohnt. Ein kleines Häusschen im Garten der Herbergseltern. Es gab ein Raum (Eingangsbereich) mit Küche und Aufenthaltsbereich (Tisch, Sofa, Fernseher und Schränke) sowie ein Schlafzimmer und eine Dusche.

Le Bousquet-d’Orb
Frankreich
Maiky76 Small

Fr, 25.08. Ruhetag in Saint Gervais sur-Mare

Ein gemütlicher Tag. Kurz vor acht auf stehen, Frühstücken und danach zum Postamt. Laut Paketverfolgung ist das Paket doch noch gestern um 14:12 Uhr angekommen. Ich habe es also um ca. 20 Minuten verpasst.

Mit dem Paket bin ich erst mal auf mein Zimmer in der Unterkunft und habe es ausgepackt: 2 T-Shirts, 3 Socken, der Mietvertrag von meiner Wohnung ab 01.11., der Wanderführer für die Via Francigena, ein Paar neue medizinische Schuh-Einlagen sowie natürlich die neuen Schuhe.

Den Karton habe ich dann mit den alten Schuhen, und den alten Kleider gefüllt. Dann ging es wieder auf das Postamt um alles nach Deutschland zu senden (die Schuhe können vom Hersteller neu besohlt werden). Nach dem  Besuch des Postamts bin ich auf den Dorfplatz, habe mich dort auf eine Bank gesetzt und habe begonnen, den neu erhaltenen Reiseführer zu lesen.

Danach habe ich das Dörfchen angeschaut (Sightseeing), und bin in die Kirche zum Singen. Am Nachmittag setzte ich mich in den Aufenthaltsraum der Unterkunft (dort ist Wlan-Empfang), und habe geplant, von wo aus ich in Italien nach Rom starten werde. Es ist La Spezia geworden. Von dort aus sind es ca. 500 km nach Rom. Das entspricht einem Tagesdurchschnitt von 19 km zum Ankommen am 04.10.

Der Plan sieht also so aus:

So, 03.09. Ankunft in Arles

Mo, 04.09. Zugfahrt von Arles nach Genua

Di, 05.09. Zugfahrt nach La Spezia

Mi, 06.09. weiter pilgern (nach Sarzana)

Des weiteren habe ich noch wegen der GPS-Daten für die Via Francigena recherchiert und bin für meine App fündig geworden. Das herunterladen der Landkarten hat auch eine gewisse Zeit in Anspruch genommen.

Am Abend gab es noch eine leckere Pizza-Hawai. 

Saint-Gervais-sur-Mare
Frankreich
Maiky76 Small

Do, 24.08. von Murat sur-Vebre nach Saint Gervais sur-Mare

Der Wecker klingelte heute schon um 05:30 Uhr. Der Grund für das frühe Aufstehen war, weil ich heute in Saint Gervais auf dem Postamt ein postlagerndes Paket mit neuen Schuhen bekommen sollte. Das Postamt schliesst um 15:00 Uhr, und ich wollte ohne Eile die Strecke wandern.

Nach einem kurzem Frühstück ging es auch schon um 06:30 Uhr los. Es war schön, so früh morgens zu starten, nachdem es hell wurde. Meine Strecke führte mich im ersten Drittel an einer wenig befahrenen Landstrassen entlang. Die eigentliche Strecke ginge über mehrere Höhen und Täler.

Aber ab dem zweiten Drittel folgte ich wieder dem markierten Weg. Es ging von der Hochebene auf ca. 900 m in ein Tal hinab auf ca. 450 m. Im Tal gab es dann eine längere Pause, bevor ich dem Bach unten im Tal nach Osten folgte.

Ca. vier Kilometer vor Saint Gervais machte ich die letzte Pause. Das Postamt erreichte ich dann gegen 13:00 Uhr. Die Öffnungszeiten an diesem Tag waren von 13:30 bis 15:00 Uhr. Aber die zuständige Dame kam erst gegen 13:45 Uhr von der Mittagspause an ihren Arbeitsplatz zurück.

Ich fragte nach meinem Paket. Aber es war nicht da. Die nächste Paketlieferung sollte erst wieder morgen gegen 11:30 Uhr erfolgen. Zu dieser Zeit wollte ich eigentlich schon längst wieder unterwegs sein. Was nun?

Ich setzte mich erst mal in ein Café und dachte über die Möglichkeiten nach. Die nächste Tagesetappe war zu lange, um erst um 12:00 Uhr zu starten. Ich könnte auch mit dem Bus am Nachmittag zum Etappenziel fahren. Aber eigentlich wollte ich die Strecke laufen. Daher entschied ich mich, morgen einen Ruhetag zu machen und in Saint Gervais zu bleiben. Denn mein letzter Ruhetag war auch schon etwas länger her (Lourdes).

Zu den Schuhen (siehe auch Bild): nach ca. 1750 km Wanderwege (plus Einlaufen, Sightseeing, Verlaufen,...) hat dieses Schuhpaar nun ausgedient. Das "Backoffice" (meine Arbeitskollegen) haben mir ein weiteres Paar Schuhe, welches ich schon vorher eingelaufen habe, postlagernd zugesendet. Somit laufe ich dann nach Erhalt der Schuhe mit dem dritten Paar auf dieser Pilgerreise.

Saint-Gervais-sur-Mare
Frankreich
Maiky76 Small

Mi, 23.08. von La Salvetat sur-Agout nach Murat sur-Vèbre

Ein gutes selber "gebasteltes" Frühstück (Orange, Pfirsich und Banane klein geschnitten und mit Haferflocken sowie Naturjoghurt vermischt) gab Energie für den Tag.

Die ersten vier km gingen mal wieder den Berg hoch, die nächsten drei km dafür wieder runter zu einem See. Auf dem Berg habe ich bei der heutigen Unterkunft (kommunale Herberge) angerufen. Hat alles soweit geklappt mit dem reservieren auf Französisch. Nur eines: ich sollte vor einer bestimmten Uhrzeit da sein. Das blöde daran war, dass ich es nicht verstand. Ich kann auf Französisch nur auf 10 zählen, mehr nicht. Und die Dame wollte partu nicht Englisch reden... Meine Konzequenz daraus: heute weniger und kürzere Pausen, und dafür etwas zügiger wandern.

Nach der Pause am See ging es an diesem entlang. Danach gönnte ich mir aber trotzdem eine Pause. Danach bin ich den restlichen Weg ohne Pause weiter. Bei der Tourist-Info war ich dann um 14:00 Uhr. Diese machte aber erst um 15:00 Uhr wieder auf. Also machte ich im Schatten vor der Tourist-Info meine Pause, bis es 15:00 Uhr war, und ich zahlen konnte, den Stempel für meinen Pilgerpass sowie den Zugang zur Herberge bekam.

Wie gestern war nur ein Pilger mit mir in der Unterkunft. Nach dem Kochen, haben wir am Abend gemeinsam gegessen.

Murat-sur-Vèbre
Frankreich
Maiky76 Small

Di, 22.08. von Anglès nach La Salvetat sur-Agout

Nach dem Frühstück bin ich erst noch zum Einkaufen. Gestern (Montag) hatten die Geschäfte zu. Danach ging es auf ruhigen Teersträsschen gemütlich entlang.

Vor einer Waldhütte machte ich dann Pause. Hier machten auch drei Quad-Fahrer älteren Alters Pause. Als ich dann aufbrach, habe ich erst den falschen Weg genommen. Aber das Navi/GPS-App zeigte mir, wo es lang ging.

Es ging nach der Hütte "in die Wildnis". Durch Wald auf steinigen Wegen. Diese führten auch durch grossflächig gerodete Abhänge. Kurz vor der "Zivilisation" (Strasse) hörte ich aus dem Wald Motorengeräusche. Und kurz darauf rasten die drei Quads an mir vorbei. Da frage ich mich, warum nennt man das Gebiet, in welchem ich gerade wandere "Naturpark", wenn man komplett Bäume rodet und mit Quads durch das Gebiet fahren darf....

Der Zielort war mal wieder auf einem Berg gelegen. Die kommunale Herberge schlicht und gut.

La Salvetat-sur-Agout
Frankreich
Maiky76 Small

Mo, 21.08. von Boissezon nach Anglès

Gemütliche 21 km standen auf dem Programm. Hauptsächlich im Wald/auf Feldwegen. Nach den ersten ca. 6 km gab es eine gute Aussicht auf die zurückliegende Ebene, da ich ca. 500 Höhenmeter nach oben hinter mich gebracht hatte: Ich bin nun auf dem Hochplateau der "Schwarzen Berge".

Mehrere Pausen inklusive einer "Flöten-Spiel-Pause" gönnte ich mir an diesem wolkenlosen und auch gegen Nachmittag heissen Tag.

Auf dem Weg begegneten mir 9 Wanderer, welche aber keine Pilger waren. Die Gegend scheint ein beliebtes Wandergebiet zu sein. Erst in der Unterkunft begegnete ich einem Pilger.

Bei den Bildern sind drei dabei, welche den Weg zeigen. Hier benutzt das Wasser auch den Wanderweg zum Leidwesen der Pilger. Diese Art von Wegführung ist teilweise typisch für die französischen Wanderwege...

Maiky76 Small

So, 20.08. von Castres nach Boissezon

Die Strecke umfasste 17 km an diesem Sonntag. Grund genug, um später aufzustehen und es gemütlich angehen zu lassen.

Es dauerte erst mal länger (3 km), bis ich aus der Stadt Castres heraus war. Nochmal so weit ging es Bergauf. Auf dem Bergkamm dann oben angekommen lies es sich gut laufen, bis es nach einer Weile in ein Tal ging.

Im Tal war ein kleines Dorf. Hier bellten und kläfften mich gefühlt aus jedem Garten Hunde an. Zum Glück ist der Weg nicht so stark frequentiert. Sonst käme das Dorf nicht zur Ruhe.

Auf der nächsten Anhöhe machte ich erst mal eine längere Pause. Man merkt, das so langsam der Herbst kommt, denn trotz strahlend blauem Himmel musste ich an meinem Schatzenplätzchen meine Jacke anziehen. Es ging ein sehr frischer Wind. (der Winter naht... ;-)

Nach der Pause ging es weiter. Aber gefühlt ganz kurz nur, denn schon war ich in Noailhac angekommen. Hier wollte ich meine Mittagspause machen. Diese dehnte ich nach dem Essen mit E-Book-Reader Lesen aus.

Die letzten drei km gingen dann erst ansteigend, dann hinunter in ein kleinen abgelegenen Talkessel. Unten im Kessel lag der Ort Boissezon. In der Mitte des Talkessels war ein Berg. Um diesen waren die Häuser und oben  stand eine Kirche.

Die Herberge war komfortabel. Ich nutzte die Gelegenheit, meine Wäsche (vorallem meine Wanderhose) in der Waschmaschine zu waschen.

Boissezon
Frankreich
Maiky76 Small

Sa, 19.08. von Dourgne nach Castres

Nach sehr frühen Frühstück im Kloster, ging es gemütlich an mehreren Dörfern entlang. Als ich in ein größeres Dorf kam mit Einkaufsladen, kaufte ich dort Früchte und ein paar Kekse. Ich setzte mich auf den Dorfplatz und chillte mindestens eine Stunde.

Danach ging es eher auf Straßen weiter, welche aber nicht so befahren waren. Mir kam dann kurz vor Castres eine Pilgerin entgegen. Sie hatte an ihrem Rucksack seitlich jeweils links und rechts eine Muschel befestigt. Leider hatte sie keinen Sinn für Gespräche und ist nach einem "bonjour" weiter gegangen.

In Castres war ich dann kurz vor 14 Uhr. Und da ich im in der Unterkunft erst ab 15 Uhr ankommen konnte, setzte ich mich noch an das Flüsschen und las noch mein Buch im eBook Reader fertig.

Nach dem üblichen einrichten (Duschen, Wäsche Waschen), besichtigt ich noch die Altstadt und ging noch einkaufen, da Sonntags und Montags die Läden in Frankreich geschlossen sind.

Castres
Frankreich
Maiky76 Small

Fr, 18.08. von Revel nach Dourgne

Bevor ich die heutige Tagesetappe gestartet habe, bin ich zur Tourist-Info in der Dorfmitte. Die Info war zwar geschlossen, aber das Wifi war auch vor der Türe verfügbar.

Nach dem Posten des gestrigen Tages und dem Mailchecken, bin ich dann in die Richtung gelaufen, wo es laut meiner GPS-App hin gehen sollte. Bei der Abbiegung am Ende des Dorfes waren keine Markierungen. Auch auf der folgenden Strecke nicht. Aber der Weg war schön, führte an Felder vorbei und bestand auch aus Feldwegen.

Während ich an einem Feld entlang lief, kam mir ein Hundebesitzer mit Hund entgegen. Ca. drei Minuten später jagte der nicht angeleinte Hund im Feld an mir vorbei. Er hat ein Feldhase gesehen, und jagte diesem nun hinterher. Da half das Rufen und Pfeifen des Hundebesitzer nichts mehr....

Wieder nach einer Weile sah ich eine Wegmarkierung, welche entfernt/grau überstrichen war (siehe auch Bild). Scheinbar wurde der Weg verlegt. In der nächsten Pause schaute ich in mein Buch "Miam Miam Dodo" und sah, dass der wahrscheinlich neue Wegverlauf über die Dörfer La Garrigole und Molin du Chapître ging und das grössere Dörfchen Sorèze durchquerte. Letzteres hat mehrere Übernachtungsmöglichkeiten und Läden. Mein Weg hingegen war kürzer und streifte Sorèze nur an einer Wohnsiedlung.

Erklärung zu meiner GPS-App:

Ich habe die App "GPS TRACKS" auf meinem Mobiltelefon installiert (ist kostenlos). Hier kann ich online Landkarten vom Maßstab 1:14.000, 1:27.000, 1: 54.000, 1:108.000,... (auch kostenlos) herunterladen und offline verwenden. Die App zeigt mit Hilfe des GPS, wo ich mich gerade befinde. Und auf www. jakobsweg.ch kann ich (auch wiede kostenlos) die Touren runter laden, so dass der Weg auf den Karten farbig markiert ist. Siehe auch Screenshot bei den Bilder.

Es waren heute insgesammt nur XX km. Daher hatte ich Zeit. Als ich zu einer Sitzbank im Schatten kam, machte ich hier eine Pause und spielte wieder mal auf meiner Flöte ein paar Taizé-Lieder.

Die Übernachtung an diesem Tag sollte in einem der zwei Klöster neben dem Ort Dourgne sein. Da ich in Dourgne schon um 13:00 Uhr ankam, machte ich eine ausgedehnte Mittagspause im Schatten des Dorfplatzes.

Im Kloster bekam ich dann ein Einzelzimmer mit WC/Dusche und Halbpension für 20,00 EUR. Das Abendessen wurde dann mit den anderen Klostergästen schweigend eingenommen.

Dourgne
Frankreich
Maiky76 Small

Do, 17.08. von Les Cassés nach Revel

Am Frühstück gab es mal wieder etwas neues für mich: es gibt nicht nur eine Nussnugatcreme, es gibt auch eine Spekulatius-Creme. Diese ist seeeehr köstlich :-)

Vor dem Starten auf den Weg hat die Herbergsmutter noch ein Bild von den zwei französischen Mitpilgern und mir geschossen. Einer der zwei hatte einen Wagen zum ziehen dabei, sprich keinen Rucksack (siehe auch Foto).

Es ging wieder am Kanal "Rigole" entlang, nachdem ich diesen nach kurzester Zeit erreicht hatte. Diesem Bach folgte ich bis Revel.

Wie am gestrigen Tag machte ich wieder viele Pausen. Denn die heutige Tagesetappe umfasste nur 18 km. So konnte ich eine Mittagspause von zwei Stunden einlegen, und war trotzdem noch zu früh in Revel.

Die Zeit nutzte ich, um in der Kirche Taizé-Lieder zu Singen. Pünktlich um 15:00 Uhr klingelte ich dann an der Herberge. Nach dem Einrichten, Duschen und Wäsche-Waschen blieb noch Zeit für ein kleines Nickerchen.

Danach ging es in die Stadt. Als ich ein Friseursalon sah, bin ich spontan in den Laden, denn das letzte mal Bartstutzen war glaube ich in Lourdes. Anschließend ging es noch ins Casino - zum Einkaufen (die Handelskette hat den Namen "Casino").

Ein gemeinsames Abendessen mit dem Hostaliero-Pärchen rundeten den Abend ab. Den 6-Betten-Schnarchsaal hatte ich die Nacht für mich alleine, es sind keine anderen Pilger gekommen.

Revel
Frankreich
Maiky76 Small

Mi, 16.08. von Avignonet-Lauragais nach Les Cassès

Frühstück gab es sehr früh, und so startete ich auch schon um 07:30 Uhr. Erst ging es zurück an den Kanal de Midi. Ein kurzes Stück dort entlang, und ich wechselte zum nächsten Kanal.

Dieser Kanal ist eigentlich nur ein kleiner Bach und dient dem Kanal de Midi zur Bewässerung. So ging es eigentlich fast die ganze Strecke nur an diesem Bach entlang.

Ich machte viele Pausen. Irgendwie war ich heute träge und genoss die längeren Pausen mit Sudoku, Nüsse und Schoki knabbernd und Faulenzen.

4 km vor der Herberge verlies ich den Kanal, durchwandete noch ein Dörfchen, bis es dann nach einem Anstieg zum Dorf der Herberge ging. In der Herberge traf ich zwei Mädels aus Würzburg. Mit ihnen habe ich mich ausgiebig über die Camino's unterhalten und nach dem Essen noch Romme gespielt.

Les Casses
Frankreich
Maiky76 Small

Di, 15.08. von Ayguesvives nach Avignonet-Lauragais

Der Morgen startete mit dem Frühstück zusammen mit den Hostalieros und den anderen Pilgern.

Zurück zum Kanal hatte ich die Begleitung der anderen Pilger, dann war ich alleine. Es ging auf einem Teerweg entlang des "Canal du Midi", dem Kanal, welcher den Atlantik mit dem Mittelmeer verbindet. Heute wird der Kanal nur noch für touristische Zwecke  (Hausbote) verwendet.

Entlang des Kanals ging es mit Lärm von der Autobahn  (verläuft parallel zum Kanal) und vielen Radfahrern. Bis ca. 11:00 Uhr ging ein sehr starker Wind, welcher dann nachgelassen hat.

Im Kanal sind auch Enten. Aber ich hatte den Eindruck, dass diese sehr scheu im Vergleich zu den Enten in Ulm waren.

Gegen Mittag wurde es wieder sehr heiss. Aber ich erreichte die Herberge bei Zeit und konnte mich gut erholen und die Blogeinträge schreiben.

Avignonet-Lauragais
Frankreich
Maiky76 Small

Mo, 14.08. von Toulouse nach Ayguesvives

Am Morgen haben wir ausgeschlafen und anschließend das Frühstücksbuffet im Hotel genossen. Danach ging es zum Flughafen mit dem Bus.

Am Flughafen musste ich meine Freundin verabschieden, da die vier Wochen nun vorbei waren, in welchen mich meine Freundin für ca. 516 Kilometer von Puente la Reina bis Toulouse begleitet hat.

Nach langem Anstehen bei der Gepäckabgabe und der Verabschiedung ging es für meine Freundin in die Schweiz, für mich ging es mit dem Bus zurück zum Bahnhof von Toulouse.

Vom Bahnhof in Toulouse fuhr ich mit dem Zug bis Baziège. Dies ist ein Vorort von Toulouse. So umging ich wie schon am Vortag die Industriegebiete und die Vorstadt.

In Baziège angekommen, musste ich noch ca. 6 km bis zur Herberge in Ayguesvives wandern, welche nicht so einfach zu finden war. Dort erwarteten mich zwei Hospitalieros, sowie zwei andere Pilger. Zusammen haben wir zu Abend gegessen.

Ayguesvives
Frankreich
Maiky76 Small

So, 13.08. von Léguevin nach Toulouse

Nach dem Aufstehen und Frühstücken ging es zur letzten Etappe der Reise, zumindest für meine Freundin.

Der Weg führte erst durch das Dorf und dann an der Bahnlinie entlang. Das Ende der Etappe war dann Pibrac mit der Kirche, der Basilika und dem Bahnhof.

Wir sind mit dem Zug von Pibrac nach Toulouse, denn die Industrieanlagen und die Vororte sind nicht so schön zu durchwandern.

In Toulouse haben wir unser sehr zentrales Hotel bezogen. Anschliessend haben wir noch Toulouse angeschaut und unsere Pilgerstempel in der Kirche abgeholt.

Am Abend haben wir uns noch einen Besuch beim schottischen Feinkostrestaurant (McD) gegönnt. Das war das erste Mal, dass ich auf der Reise so ein Restaurant aufgesucht hatte.

Toulouse
Frankreich
Maiky76 Small

Sa, 12.08. von L'Isle-de-Jardin nach Léguevin

Nach dem Aufstehen sind wir in die Stadt, und haben uns die Zutaten für das Frühstück (Baguette, Käse, Wurst, O-Saft,...) gekauft. Anschließend haben wir diese genüsslich auf einer Bank gegesen.

Der Weg war wieder gemütlich. Das einzigste was mich gestört hat war, das das GPS vom Mobiltelefon nicht funktioniert hat. Aber nach der Deinstallation einer neuen App ging alles wieder wunderbar und wir wussten wieder genau wo wir waren.

Es ging auch eine längere Strecke durch einen Wald. An einem Picknickplatz im Schatten machten wir eine längere Mittagspause.

Bei der Ankunft in der Herberge trafen wir zwei Pilger: Michael aus München mit Partnerin. Zusammen haben wir dann am Abend Pizza gegessen und gute Gespräche gehabt.

Léguevin
Frankreich
Maiky76 Small

Fr, 11.08. von Giscaro nach L'Isle-de-Jardin

Wir sind mal wieder später aufgestanden. Es war wieder eine kürzere Strecke, und so konnten wir es uns erlauben.

Es ging wieder über die sanft hügelige Landschaft. Eine lange Mittagspause machten wir auch noch. Trotzdem kamen wir bei Zeit bei der Touri-Info an, welche die Pilgerherberge verwaltete. Diese lag direkt neben der Tourist-Info zwischen zwei schönen Seen und war sauber und gut ausgestattet.

Wir haben uns noch die Stadt angeschaut, und sind anschließen in ein Cafe am See, um den Tag gut ausklingen zu lassen. Dabei haben wir (meine Freundin und ich) Pläne für Oktober/meine Heimkehr gemacht.

L'Isle-Jourdain
Frankreich
Maiky76 Small

Do, 10.08. von L'Isle-Arné nach Giscaro

Nach gutem Frühstück in der Herberge Lamotte ging es über sanft hügeliges Gelände. Noch schien die Sonne und wir genossen die schöne Wegstrecke.

Mittag machten wir in einem Café in Gimont. Hier stellten wir zuvor fest, dass die Wegmarkierungen am Dorf vorbei gingen, wobei doch die Pilger etwas zum Einkehren/Einkaufen benötigen. Und eine Herberge gab es auch in dem Ort. Wir kauften auch noch etwas Proviant in dem Ort.

Wir gingen aber noch ein Stück weiter. Und was erlebten wir? Unseren erster Regenschauer seit Puente la Reina. Wir zogen unsere Regenjacken an.

Aber der Schauer war nur kurz und wir kamen gut an der Herberge "Le Grangé" an.

Giscaro
Frankreich
Maiky76 Small

Mi, 09.08. von Auch nach L'Isle-Arné

An diesem Tag sind wir etwas spät los. Aber es waren auch nicht so viele km zu bewältigen. Was aber eine Schwierigkeit dar stellte war die Tatsache, dass es 3 Varianten aus Auch gab. Hier war es schwierig, den Einstieg aus der grossen Stadt zu finden. Unsere Lösung: via Google-Maps bis zu einem Punkt auf die Variante, welche wir gehen wollten.

Das Wetter war wolkenverhangen, aber gut zu laufen. Auch wenn man meinte, dass es jeden Moment zum Regnen kommt. Im weiteren Verlauf haben wir eine Abkürzung über die Strassen genommen.

In der Herberge "Lamothe" haben wir einen Schweizer und einen Deutschen getroffen, und uns mit diesen gut unterhalten.

L’Isle-Arné
Frankreich
Maiky76 Small

Di, 08.08. von L'Isle-de-Noé nach Auch

In der Nacht hat es Gewittert und Geregnet. Dies haben wir dadurch gemerkt, da wir um 02:00 Uhr durch Tropf-Geräusche aufgeweckt wurden. Es Tropfte in's Zimmer der etwas renovierungsbedürftigen Herberge.

Von der Englischen Herbergsmutter gab es ein Frühstück mit Ei, aber ohne Speck und Bohnen. Anschliesend hatten wir einen schönen Weg, auch wenn ab dem zweiten viertel hauptsächlich Teerstrassen überwiegten.

In Auch ging es in das Pfarrhaus. Dort war eine Pilgerherberge im obersten Stock. Wir wurden freundlich empfangen, und uns wurde die schöne Herberge gezeigt.

Auch
Frankreich
Maiky76 Small

Mo, 07.08. von Monlezun nach L'Isle-de-Noé

Nach einem sehr guten Frühstück ging es auf eine traumhafte Strecke über Feldwege und entlang herrlicher Natur.

In der Pause beim Mail-Checken habe ich die Info erhalten, dass ich bei meiner Rückkehr in Ulm eine Wohnung habe ab dem 01.11. Genau da, wo ich vorher schon gewohnt habe.

Es war ein langer Tag mit vielen Kilometern, da nach unserer Unterkunft für 21 km keine Unterkunftsmöglichkeit vorhanden ist. So haben wir morgen nicht so weit zu laufen.

L'Isle-de-Noé
Frankreich
Maiky76 Small

So, 06.08. von Monbourget nach Manlezun

Wir sind an diesem Tag spät los gekommen. Die Strecke war gut zu bewältigen. Das einzigste, was den Wanderspass beeinträchtigte, war die Hitze am Nachmittag. Wenn man da nicht auf passt, bekommt man einen Sonnenstich.

Die Unterkunft war sehr gut und das Essen auch.

Monlezun
Frankreich
Maiky76 Small

Sa, 05.08. von Tarasteix nach Monbourget

An diesem Tag war ein ideales Wanderwetter: bewölkt. Nach dem verspäteten Frühstück  (der Hospitaliero ist nicht in die verschlossene Küche gekommen), sind wir dann los.

Die Strecke bestand heute nur aus kleinen, wenig befahrenen Teerstraßen. Unsere Strasse bis zum Ziel war die "D7" und wir gingen auf dieser immer nach Norden.

An diesem Tag hat sich mein Rucksack irgendwie sehr schwer angefühlt. Aber wir kamen bei Zeit an der Tourist-Info an. Hier buchten wir einen Rückflug für meine Freundin von Toulouse in die Schweiz für den 14.08.

Des weiteren bekamen wir an der Tourist-Info den Schlüssel für eine Holzhütte auf dem kommunalen Campingplatz. Dies wurde an diesem Tag unsere Unterkunft.

Die Unterkunft teilten wir uns mit einem Franzosen aus Nizza. Mit ihm haben wir nach dem gemeinsamen Abendessen noch lange geredet.

Maubourguet
Frankreich
Maiky76 Small

Fr, 04.08. von Ibos nach Tarasteix

An dem Tag hatten wir eine kürzere Strecke. Erst über wenig befahrene Strassen, dann auf einem Bergrücken im Wald entlang.

Wir machten eine lange Pause mit Flöte-Spielen und Singen von Taizé-Lieder mitten im Wald.

Unsere Unterkunft war an diesem Tag ein Kloster. Dieses war mit einem riesigen Garten umgeben. Aber das Kloster selber war nicht mehr so neu. Scheinbar investierte man hier mehr in den Garten als in das Kloster. Das Kloster war aber trotzdem imposant zum anschauen.

Wir machten an dem Nachmittag noch ein ausgiebiges Mittagsschläfchen, bevor es zur Messe und zum Abendbrot ging.

Tarasteix
Frankreich
Maiky76 Small

Do, 03.08. von Lourdes nach Ibos

Nach dem Bäcker (Baguette einkaufen) ging es aus Lourdes nördlich heraus. Wir kamen an dem Stall vorbei, wo Bernadette (das Mädchen, welcher die Gottesmutter erschienen ist) die Schafe gehütet hatte.

Nach einer langen Strecke entlang der Bahnlinie ging es auf wenig befahrenen Strassen bis zum Hotel. Eine Herberge gab es hier nicht (das Pfarrbüro hat uns telefonisch wirsch abgewiesen), daher das Hotel. Der Vorteil an dieser Unterkunft: es gab ein Pool zur freien Benutzung.

Ibos
Frankreich
Maiky76 Small

Mo, 31.07. bis Mi, 02.08. Ruhetage in Lourdes

In Lourdes haben wir drei Ruhetage eingelegt. Dieser geschichtsträchtige Ort hatte viel zum Erkunden und bestaunen:

Eine riesige Kirche, welche "unterirdisch" war, und über 40.000 Menschen Platz bietet. Dann natürlich die Grotte selber. Darüber die Krypta und da wiederum darüber die Kirche von Lourdes. Davor die Rosenkranz-Kirche. Die vielen kleinen Souvenir-/Devotationsstände haben auch zum Stöbern eingeladen.

Aber nicht nur Anschauen, sondern auch mitmachen konnte man:

Die täglich statt findende abendliche Lichterprozession und am Mittwoch eine internationale Messe (in der grossen 40 Tsd-Plätze Kirche, welche fast voll war).

Für den Weiterweg/Weg zurück zum GR 653 haben wir:

Eine Landkarte gekauft, uns in der Tourist-Info informiert über Übernachtungsmöglichkeiten, eingekauft (Verpflegung) und Materialpflege vorgenommen.

Und natürlich haben wir uns ausgeruht und es uns gut gehen lassen.

Lourdes
Frankreich
Maiky76 Small

So, 30.07. von Betherram nach Lourdes

Morgens auf dem Weg haben wir zwei junge Französinnen getroffen, welche auch nach Lourdes wanderten. Aber sie trafen dort Bekannte, und wanderten dann mit diesen weiter in die Berge. Wir wurden bis zur Grotte von Betherram von den beiden übers Pilgern ausgefragt.

Bei den Grotten von Betherram verabschiedeten wir die beiden, denn wir schauten die Grotte an. Die Grotte ist eine  riesige Schau-Grotte/Höhle und die Besichtigung war mit Tourist-Führer. Dieser zeigte alles in der Grotte in Französisch, Spanisch Deutsch und Englischer Sprache.

Nach der Besichtigung ging es gemütlich mit einer grösseren Zwischen-Pause bis Lourdes. Hier besuchten wir erst mal die Grotte und tranken von der Quelle. Anschließend informierten wir uns in der Tourist-Info und bezogen unser resetviertes Hotel.

Am Abend nach dem Essen sahen wir noch der abendlichen Marien-Prozession zu.

Mit der Ankunft in Lourdes hat meine Freundin mich von Puente la Reina aus ca. 300 km begleitet. Selber habe ich fest gestellt, dass ich mit dem Erreichen von Lourdrs insgesamt ca. 3.000 Wander-km seit Ende Februar auf meiner Reise zurück gelegt habe. In Lourdes machen wir ein paar Tage Pause/Ruhetage.

Lourdes
Frankreich
Maiky76 Small

Sa, 29.07. von Arudy nach Betherram

An diesem Tag war es wieder warm, am Nachmittag heiß. Die Sonne hat sich wieder gezeigt.

Morgens nach dem Start ist es gut gelaufen mit mehreren Pausen.

Gegen 14:30 Uhr hatten wir einen Ort mit Herberge erreicht. Aber wir entschieden, weiter nach Betherram zu laufen, um am nächsten Tag weniger km zu haben. Um 17:30 Uhr sind wir dann im Kloster angekommen, welches auch Zimmer anbietet. 

Lestelle-Bétharram
Frankreich
Maiky76 Small

Fr, 28.07. von Oloron-Saint-Marie nach Arudy

Dieser Tag war etwas feucht. Erst war es noch trocken, dann setzte ein leichter Nieselregen ein.

Unser Weg aus Oloron führte uns auf dem selben Weg zurück, auf welchem wir gekommen waren. Bei der Abzweigung zum GR 78 haben wir die "Via Tolosana" (Weg vom Somport-Pass nach Arles, markiert mit "GR 653") verlassen. Der GR 78 verbindet das Mittelmeer mit Saint-Jean-pie-de-Port und verläuft parallel zu den Pyrenäen. Denn wir wollen noch nach Lourdes, welches auf dem GR 78 liegt.

Wir sind den gut markierten Weg gelaufen und gehofft, bald ein Bänkchen zu finden. Leider kam überhaupt keines. So sind wir nach 3 Std. Laufen am Waldrand auf den Boden gesessen und haben eine lange Pause gemacht. Aber in dem nächsten Dorf, welches dann anschließend kam, gab es Bänkchen und eine Wasserstelle. Hier haben wir nochmals gerastet.

In Asson war unsere Unterkunft beim Pfarrer im Pfarrhaus. Er nimmt Pilger auf, und kocht mit ihnen zusammen. So hat er auch mit uns zusammen und dem anderem anwesenden Pilgerpärchen gegekocht.

Arudy
Frankreich
Maiky76 Small

Do, 27.07. von Sarrance nach Oloron-Saint-Marie

Erst war unser Plan, dass wir bis kurz vor Oloron-Saint-Marie an diesem Tag gehen, aber da fast alles aufgebraucht war (Lebensmittel), und wir Infos über Übernachtungs-Möglichkeiten brauchten, sind wir doch bis Oloron-Saint-Marie gewandert.

Es ging erst am Fluss entlang, dann noch eine letzte Tal-Enge und dann hatten wir die hohen Pyrenäen hinter uns gelassen. Wir wanderten in einer offen und "flachen" Ebene (leicht hügelige).

Als wir in Oloron-Saint-Marie ankamen, erhielten wir in der Touri-Info alle Informationen, die wir benötigten. Nach Bezug der Unterkunft gingen wir Einkaufen und anschließend zu einem Pizzastand, um unseren Hunger zu stillen.

Oloron-Sainte-Marie
Frankreich
Maiky76 Small

Mi, 26.07. von Borce nach Sarrance

Im ersten drittel des Weges war das Tal, in welchem wir wanderten sehr eng. Es gab nur Platz für die Strasse und den Fluss. So mussten wir auf der Strasse laufen.

Danach weitete sich das Tal, und nach einiger Zeit kamen wir in ein Dorf, welches eine Tourist-Info hatte. Wir benötigten die Info, wo wir auf dem weiteren Weg zwischen Oloron-Saint-Marie und Lourdes übernachten konnen. Aber als wir dort an kamen, hatte die Tourist-Info seit 5 Minuten geschlossen  (Mittagspause).

Wir gingen dann weiter am Fluss bis Sarrance. In Sarrance war ein Kloster, welches Unterkunft für Pilger inklusive Abendessen und Frühstück anbot.

Sarrance
Frankreich
Maiky76 Small

Di, 25.07. vom Somport-Pass nach Borce

Der Morgen am Somport-Pass war neblig, als wir gestartet sind. Wir gingen bei einem starken Gefälle durch/in ein sehr grünes Tal. Das satte grün war ich gar nicht mehr gewohnt nach dem heissen Spanien.

Das Wetter wurde immer besser und schlussendlich, als wir vom Feldweg wieder auf die Strasse kamen, schien die Sonne. Es ging weiter Berg ab, aber nicht mehr so extrem. 

In Borce sind wir bei der kommunalen Herberge unter gekommen. Diese hatte eine gut ausgestattete Küche, und so konnten wir uns nach Besuch von dem kleinen Lebensmittelladen im Dorf ein leckeres Abendessen kochen.

Borce
Frankreich
Maiky76 Small

Mo, 24.07. von Canfranca Pueblo nach Somport-Pass

Bis zum Somport-Pass hatten wir nur 10 km zu bewältigen. Daher sind wir spät aufgestanden und dementsprechend spät los.

Die Strecke war schön und gut zu bewältigen. In Canfranca Estractión haben wir uns (von Aussen) den zweitgrössten Bahnhof Europas angeschaut (bezogen auf das Bahnhofsgebäude). Als der Bahnhof gebaut wurde dachte man, dass dieser als Handels- und Umschlagsbahnhof benötigt wird. Nun hält nur eine Regionalbahn dort.

Nach der Pause im Bahnhofsdorf ging es dann weiter bis kurz vor dem Pass. Dort haben wir noch kurz Pause gemacht, bis es ganz hoch zum Pass ging. Oben angekommen haben wir die dortige Herberge bezogen, und den Pass mit Kapelle angeschaut. Eine gute Fernsicht hatten wir nicht, da es wolkig war.

Candanchú
Spanien
Maiky76 Small

So, 23.07. von Jaca nach Canfranca Pueblo

Die Nacht war nicht so toll. Es war vor der Herberge sehr Laut. Leute haben die ganze Nacht über (bis ca. 06:00 Uhr) laut geredet und Lärm gemacht. Scheints war in der Gasse der Herberge eine Bar/eine Diskothek. Und es war Samstag auf Sonntag...

Nach dem Früstück sind wir dann gleich los zu dieser "Bergetappe". Denn es ging in zwei Tagesetappen hoch zum Somport-Pass. Bis zum ersten Dörfchen ging es gemütlich bei gutem Wetter am Fluss entlang.

Im ersten Dörfchen machten wir die erste Pause. Bis zum nächsten Dörfchen ging es schon etwas mehr Berg auf. Aber es war immer noch gut zu bewältigen. In der folgenden Pause reservierten wir unsere Unterkunft im nächsten Dörfchen/in Canfranca Pueblo. Und die letzten 5 km waren auch rasch hinter uns gebracht.

In dem Ort Canfranca Pueblo erwartete uns ein kleiner Mittelaltermarkt und das leckerste Abendessen, welches ich in Spanien genossen habe.

Canfranc
Spanien
Maiky76 Small

Sa, 22.07. von Puente la Reina de Jaca nach Jaca

Wir sind wieder früh auf und früh los. Mit zwei Pausen war die flache Strecke gut zu bewältigen. So sind wir 15 Minuten vor Schliessung des Postamts in Jaca angekommen.

Im Postamt habe ich ein Paket an mein "Backoffice" verschickt. Im Paket waren mein Zelt, die Thermarestmatte und mein warmer Schlafsack. Insgesammt wog das Paket 4,2 kg inkl. Verpackung. Da ich bis jetzt (rund 5 Monate das Zelt nur 5 Mal aufgebaut hatte, habe ich es also nicht wirklich benötigt. Und rund 4 kg mitschleppen, die ich nicht benötige, muss ich auch nicht.

Nach dem Besuch des Postamts haben wir die Herberge bezogen, Siesta gemacht, Eingekauft und haben die Stadt angeschaut. Ein Besuch in einer Pizzeria rundeten den Abend ab. 

Jaca
Spanien
Maiky76 Small

Fr, 21.07. von Artieda nach Puente la Reina de Jaca

Wir sind früh mit den anderen Pilger aufgestanden und gegen 06:30 Uhr los in den bewölkten Morgen. Die flache Strecke war gut zu bewältigen, und so earen wir bei Zeit in Puente la Reina de Jaca.

In Puente de la Reina gab es keinen Supermarkt, aber eine Tankstelle mit einem kleinen Shop. So kommten wir uns für das Mittags- und Abendessen eindecken.

Unser Hotel hatte ein schönen Balkon, auf welchem wir den Abend genossen. Am Mittag haben wir Siesta gehalten.

Puente la Reina de Jaca
Spanien
Maiky76 Small

Do, 20.07. von Ruesta nach Artieda

Wie im vorherigen Blog geschrieben, hatten wir am heutigen Tag nur 10 km vor uns. Dementsprechend spät standen wir auch auf und frühstückten erst mal gemütlich. Als wir fast fertig waren, setzte sich der Hausherr neben uns und fing an, Knoblauch auf ein soeben gegrilltes Brot zu reiben. Das war am Morgen zu viel für uns, und so war das Frühstück etwas schneller beendet als gedacht.

Die Streche bestand erst aus schattigem Wald, und dann aus schattenloser Ebene. Wir hatten Zeit und keine Eile. So suchten wir uns nach ca. 3 km ein schönes Plätzchen und spielten ein bisschen auf meiner Flöte Taizé-Lieder.

Der zweite Teil ohne Schatten bis zum Dorf mit der Herberge ging aufgrund der Kürze auch gut. Kurz vor dem Artieda machten wir nochmals Pause bei einem überdachten (und somit schattigen) Picknickplatz.

Artieda lag auf dem Berg. So genossen wir die Aussicht, den Nachmittag und das gute Abendessen.

Artieda
Spanien
Maiky76 Small

Mi, 19.07. von Sangüesa nach Ruesta

An diesem Morgen hatten wir ein gutes Frühstück mit selbstgepresstem O-Saft. So konnten wir gestärkt los in den ersten Teil des heutigen Tages über eine flachen Ebene ohne Schatten. Diese Ebene war aber gut zu bewältigen, da es früh am Tage war.

Am Ende der Ebene ging es in ein Dorf (Undués de Lerda), welches auf einer Anhöhe lag. Hier füllten wir unsere Wasservorräte auf, denn es gab bis zum Ziel keine Versorgung mehr.

Nach dem Dorf ging es ca. 5 km nur Berg auf. Und es ging sehr gut, denn es ging gemächlich aufwärts. Und die Aussicht wurde auch immer besser, je höher wir kamen. Wir überblickten am Schluss/oben die ganze Ebene und sahen sehr weit.

Nach einer Pause oben am Berg angekommen, ging es ca. 7 km bergab bis zur dortigen Herberge am Stausee. Dies war dann auch noch gut und einfach zu bewältigen.

In der Herberge nach dem Duschen und Wäsche-Waschen haben wir noch beratschlagt, wie weit wir am nächsten Tag laufen wollen. Wir hatten die Option 10 km oder 28 km. Und es sollte wieder sehr heiss werden. So entschieden wir uns für die 10 km Variante.

Ruesta
Spanien
Maiky76 Small

Di, 18.07. von Izco (Monreal) nach Sangüesa

Hitzeschlacht Teil 3

Am Morgen hatten wir eine lustige Herbergsleiterin beim Früstück. Sie konnte nur Spanisch und verständigte sich via Google-Translator auf ihrem Mobiltelefon. Anschließend wurden wir pünktlich von dem Taxi abgeholt und nach Izco gefahren.

Es galt heute, zwei Pässe zu überqueren. Die Sonne scheinte mal wieder erbarmungslos auf uns hernieder. Aber wir genossen den ersten Teil der Strecke, welcher durch ein schönes abgelegenes Tal verlief.

Danach ging es über die zwei Pässe und länger den Berg herunter in das Tal einer Ebene bei der Hitze. Auf der ganzen Strecke hatten wir uns drei mal kurz verlaufen (jedes mal mit etwas Höhenunterschied). Es ist nun mal nicht einfach, wenn man den Weg andersherum läuft.

Kurz vor dem Ziel sind wir an einer Tankstelle vorbei gekommen. Dort haben wir erst einmal aufgetankt: aus dem dortigem Getränkesortiment Isotoniche Getränke. Das tat nach der Hitze sehr gut.

Am Abend gab es nach dem Besuch im Supermarkt ein gutes Picknick am Fluss. 

Sangüesa
Spanien
Maiky76 Small

Mo, 17.07. von Tiebas nach Izco bzw. Monreal

Hitzeschlacht Teil 2:

Am Anfang des Tages war es noch angenehm. Wir sind am Fusse einer Bergkette entlang gelaufen. Aber ab ca. 11:00 Uhr wurde es heiß, da die Sonne erbarmungslos herunter schien.

Wir erreichten Monreal und kauften dort in einem Laden ein. Die Kirche war offen, so hatte ich die Gelegenheit zum Singen. Nach der Mittagspause gingen wir weiter. Brütende Hitze erwartete uns auf den geraden Wegen, welche von abgeernteten Getreidefelder gesäumt wurden. Und es ging mehr auf als ab.

Endlich erreichten wir unser geplantes Ziel für den Tag: Izco. Aber als wir nach der Herberge suchen, fanden wir sie nicht. Bei Nachfrage bei einem Einheimischen erfuhren wir, dass die Herberge dieses Jahr geschlossen hat.

Was tun? Die nächste Herberge auf unserem Weg war ca. 18 km entfernt. Es war 16:00 Uhr und wir hatten schon 22 km hinter uns. Im Dorf vorher (2 km) gab es ein Hotel. Nach einer telefonischen Nachfrage erhielten wir die Info: alles belegt. Also entschieden wir uns für die kommunale Herberge in Monreal, welches wir vor 9 km schon passiert hatten.

Unser Glück war, dass ein Taxifahrer in Izco wohnte und gerade zuhause war. So sind wir zur Herberge gefahren worden. Und wir hatten gleich auf der Fahrt aus gemacht, dass er uns am nächsten Morgen in Monreal ab holt und wieder zum Ausgangspunkt in Izco bringt.

In der Herberge mit dem 20-Betten-Schnarchsaal waren wir an diesem Abend insgesammt 6 Pilger. Nochmals Einkaufen im Laden und eine Kleinigkeit kochen rundeten den Abend ab.

Izco
Spanien
Maiky76 Small

So, 16.07. von Puente la Reina nach Tiebas

Wir sind spät los. Auf dem ersten Stück bis Obanos (= Camino Francese) sind uns mehrere Pilger entgegen gekommen. Sie haben alle komisch geschaut, aber nichts gefragt.

In Obanos war die Kirche offen, und so sind wir dort rein und ich konnte endlich mal wieder Singen. Der Ort selber vereinigt die zwei Möglichkeiten, von Frankreich her auf den Camino Francais zu kommen. Die meisten kommen via Saint-Jean-pie-de-Port. Vom Somport-Pass  (= Camino Aragonés) kommen weniger. Genau den letzt genannten Weg werden wir zum Somport-Pass wandern.

Nach Obsnos kam noch eine romanische Kirche der Templer, welche sehenswert ist. Danach ging es in der Hitze stetig bergauf. Bis wir dann endlich in Tiebas angekommen sind. In Tiebas hatten wir ein schönes Doppelzimmer mit Balkon. Das Abendessen in der Unterkunft schmeckte ausgezeichnet.

Tiebas
Spanien
Maiky76 Small

Sa, 15.07. von Santiago nach Puente la Reina

Ein Reisetag auf der Reise... Der Text zu dem Tag ist mir gerade so eingefallen. Bin von Santiago mit dem Zug nach Pamplona gefahren. Ganze 8 Stunden hat die Fahrt gedauert. Danach noch mit dem Shuttel-Service des Hotels/der Herberge zum Flughafen. Dort wartete schon meine Freundin. Und dann ging es zusammen weiter zur Herberge am Ort "Puente la Reina".

Am Abend nach dem Abendessen gab es noch einen Spaziergang zur Brücke von Puente la Reina. 

Puente la Reina
Spanien
Maiky76 Small

Fr, 14.07. von Santiago nach Pedrouzo

Wer den Blog aufmerksam gelesen hat, wird sich nun wundern. Denn diese Strecke bin ich schon ein mal gelaufen, aber in Richtung Santiago. Heute ging es in die andere Richtung. Nach den Ruhetagen wollte ich endlich wieder unterwegs sein. Und der Weg von Santiago nach Rom will in Angriff genommen werden.

Morgens bin ich erst zur deutschsprachigen Heiligen Messe um 08:00 Uhr gegangen. Anschliessend noch zum Frühstücken. Danach gegen 09:45 ging es am Kathedralenplatz los.

Nach den Schildern brauchte ich nicht schauen, denn es kamen mir unaufhörlich Pilger entgegen. Als ich noch durch Santiago lief, dachte ich mir noch, dass ich heute eigentlich einen Friseur aufsuchen wollte. Und siehe da, in einem Aussenbezirk kam ich an einem vorbei. Und schon saß ich auf dem Friseursstuhl.

Es war sehr heiss heute, die Sonne schien ohne Erbarmen heruntet. Zum Glück war die Strecke nach Santiago öfters schattig. Und ich hatte noch ein Ass im Ärmel: ich hatte meinen 15-kg Rucksack nicht dabei. Nur ein kleines Rucksäckchen. So lief es unbeschwert und zügig.

Angesprochen worden bin ich auf der Strecke nicht in Bezug, warum ich denn in die entgegengesetzte Richtung laufe. Aber die meisten haben gegrüsst und "Buen Camino" gewünscht. Eine Pause nach ca. 14 km hat gereicht, um in Pedrouzo anzukommen.

In Pedrouzo holte ich mir in der kommunalen Herberge den Stempel in meinen Pilgerpass. Danach suchte ich die Bushaltestelle auf, und fuhr zurück nach Santiago. Denn hier hatte ich noch mein Zimmer für die letzte Nacht in Galizien.

Morgen geht es dann mit dem Zug nach Pamplona. Am dortigen Flughafen treffe ich mich mit meiner Freundin, die mich dann für vier Wochen begleiten wird. Als Startpunkt für die weitere Pilgerschaft nach Rom haben wir Puente la Reina ausgewählt. Den Camino Francais überspringen wir, da dieser in der jetzigen Zeit zu heiss und zu überfüllt ist (und die Zeit nicht aus reicht, um alles zu laufen).

O Pedrouzo
Spanien
Maiky76 Small

Mo, 10.07. bis Do, 13.07. Ruhetage in Santiago

Nachdem ich die erste Hälfte meiner grossen Reise überstanden habe, wollte ich mir eine längere Ruhepause gönnen. In dieser Zeit bin ich regelmässig zu der heiligen Messe in deutscher Sprache um 08:00 Uhr, und zum Taize-Gebet um 17:00 Uhr gegangen.

Die restliche Zeit vetbrachte ich mit Faulenzen, die Stadt anschauen, das Museum besuchen, Planen für die weitere Strecke, die Souvenir-Shops besuchen, die zwei Shopping-Center anschauen,...

Santiago de Compostela
Spanien
Maiky76 Small

So, 09.07. von Finisterre nach Santiago

Es ging püktlich um 09:45 los. Aber nicht zu Fuß, sondern mit dem Bus. Der Bus war kein direkt-Bus, sondern fuhr erst der Küste entlang., bis es ins Landesinnere ging. So konnte ich noch etwas von den Städtchen am Meer sehen.

Ankunft war dann gegen 13:00 Uhr in Santiago. Dort ging ich direkt zu meiner Unterkunft, der "Albergue Seminario Menor" und checkte ein.

Mein Plan für die nächsten Tage: bis zum Samstag, den 15.07. in Santiago bleiben,  mich dort ausruhen und Kraft sammeln für den weiteren Weg nach Rom.

Nachdem nun der "Weg nach Westen"/die Pilgerschaft nach Santiago abgeschlossen ist, anbei die Urkunden, welche ich in Santiago, Muxia und Finisterre erhalten habe.

Santiago de Compostela
Spanien
Maiky76 Small

Sa, 08.07. Sonnenuntergang am Kap Finisterre

Am Ende der Pilgerschaft des Jakobsweges ist es Tradition dass man an das Kap Finisterre geht und dort den Sonnenuntergang anschaut.  So bin auch ich am Abend losgezogen zum Kap. An dem Kap fand ich auch den Kilometerstein "0,00".

Ich suchte mir ein Plätzchen hinter dem Leuchtturm und genoss die Abendsonne. Es ist auch brauch dass man Kleider oder ein Kleidungsstück vor dem Sonnenuntergang verbrennt. Dies habe ich auch getan, indem ich einer meiner Buffs verbrannte.

Als dann die Sonne unter ging, geschah dies nicht an der Meereskannte, sondern es hatte über der Meereskante einen Streifen mit Wolken. Und hinter den Wolken ging die Sonne dann unter.

Ich blieb am Kap noch eine Weile bis es ganz dunkel war. Aber es wurde nicht komplett dunkel da es Vollmond war , und der Mond sehr hell schien.

Fisterra
Spanien
Maiky76 Small

Sa, 08.07. von Lires nach Finisterre

Der letzte Wandertag vor den Ruhetagen war wie der Tag zuvor kurz (14 km). Es kamen mir auf der Strecke viele Wanderer entgegen, welche von Finisterre nach Muxia wollten.

Ich kam gegen 12:00 Uhr in Finisterre an, und machte nach dem Bezug der Pension einen Mittagsschlaf. Denn dieser Abend sollte etwas länger gehen als sonst.

Nach dem Mittagsschlaf  ging ich noch das Dorf anschauen und fand eine offene Kirche. Hier habe ich dann ausgiebig gesungen.

Fisterra
Spanien
Maiky76 Small

Fr, 07.07. von Muxia nach Lires

Aufgrund der kurzen Tagesetappe  (15 km) bin ich später auf gestanden als sonst. Es war erst neblig, dann bewölkt den ganzen Tag über.

Die Wegmarkierungen zwischen Muxia und Finisterre war in beide Richtungen ausgezeichnet mit Monolithen. Bei dem Monolithen war, wenn die Souvenir-Jäger nicht zu geschlagen hatten, keine km-Angabe, sondern der Zielort vermerkt.

Während der Strecke ging es über einen Fluss. Neben der Brücke konnte man noch die alte Möglichkeit des Überqueren sehen (siehe Bild).

Lires
Spanien
Maiky76 Small

Do, 06.07. von Dumbria nach Muxia

Das Hostel für Muxia war reserviert und ich war der einzigste in meinem Schnarchsaal in der Herberge, welche mit mehreren Schnarchsälen ausgestatteten ist. So stand ich erst gegen viertel vor sieben auf, Frühstückte gemütlich und startete gegen 08:00 Uhr als letzter.

Nach ca. 6 km kam eine Bar, in welcher ich die anderen Pilger traf, die ebenfalls in der Herberge übernachtet haben. Ich setzte mich zu ihnen und machte Pause. Eine der Pilgerinnen war fast blind, lief aber trotzdem den Weg. Hier habe ich sehr viel Respekt, was die Frau leistet!

Die Strecke war gut zu bewältigen, trotzdem dass gegen 11:00 Uhr die Sonne wieder gnadenlos scheinte. Und heute war es wieder so weit. Ich sah nach längerer Zeit (seit Ribadeo) das Meer wieder.

In Muxia ging ich erst zum Hostel. Hier machte ich nicht direkt die üblichen Tätigkeiten wie Duschen und Wäsche-Waschen, sondern deponierte dort meinen Rucksack und ging auf  Sehenswürdigkeiten-Tour. Muxia hat auf der Landspitze eine Kirche stehen, welche der Grund ist, diesen Ort zu besuchen.

Bei der Tour ging ich erst durch das Dorf und dann zu der Kirche. Von der Weite machte ich mehrere Fotos. Als ich dann in die Kirche wollte, wurde ich von den Spaniern mal wieder stark enttäuscht. Die Kirche hatte beim Eingangsbereich einen Vorraum/Windfang. Hierin waren die Türen zur Kirche geschlossen, aber es gab ein vergittertes Fenster, durch welches man in die Kirche schauen kann. Wieso bauen die dann überhaupt Kirchen, wenn sie die interessierten Leute/Gläubigen nicht rein lassen? Und als ich da war, kamen mehrere Touri-Busse an. Die Leute wollten bestimmt auch in die Kirche...

Muxía
Spanien
Maiky76 Small

Mi, 05.07. von Santa Mariña nach Dumbria

Ich hatte mich schon über die Pilger des Camino Francais in einem vorherigen Blogeintrag ausgelassen. Damals habe ich geschrieben, dass die Pilger nicht grüßen und unpersönlicher sind. Als weitere Anmerkung und Nachtrag zu gestern Abend möchte ich erzählen, dass es hier auch Gruppen von Teenagern gibt, die den Schlafsaal mit dem Aufenthaltsraum verwechseln und lange am Abend "rumgackern". Da wünscht man sich glatt zurück auf den Camino del Norte.

Am frühen Morgen ging es weiter mit den früh aufstehenden Pilgern. Um 5:15 Uhr haben drei Handy Wecker geklingelt. Die Besitzer hatten in dem 20 Betten Schlafsaal keine Eile, die Wecker abzustellen. Anschließend folgte ein Rascheln und auch ein Gerede. Und um das noch zu toppen wurden auch noch die Taschenlampen angestellt. So konnte man unmöglich weiterschlafen.

So bin ich dann um 6 Uhr parat gewesen und habe mich auf den Weg gemacht. Leider war es noch um 6 Uhr sehr dunkel aber die Augen haben sich schnell an die Dunkelheit gewöhnt.  Auf dem ersten Drittel des Weges sind mir drei Pilger entgegen gekommen, aber ich habe nur eine Pilgerin überholt. Kurz vor Olveiroa überholte ich dann eine größere Gruppe von Pilgern, welche nur Mini Rucksäcke dabei hatten und von da an waren wieder viele Pilger unterwegs. Vor Olveiroa hatte ich auch einen schönen Ausblick auf den Fervenza-Stausee.

Nach der Pause in Olveiroa ging es durch ein schönes Tal bis zur Entscheidung wohin ich gehen soll. Der Weg trennte sich in zwei Möglichkeiten: entweder nach Finisterre oder nach Muxia. Ich nahm den Weg nach Muxia und kam nach ein paar Kilometer an der Herberge an.

Von der Herberge nach Muxia sind es nur noch 23,387 km laut Monolith. Somit werde ich morgen Muxia erreichen. Da ich keine Eile habe werde ich die 28 Kilometer nach Finisterre in zwei Tagen wandern. Wenn alles klappt werde ich am Samstag in Finistere ankommen.

Dumbría
Spanien
Maiky76 Small

Di, 04.07. von Negreira nach Santa Mariña

Ein weiterer sehr heisser Tag erwartete mich. Daher bin ich schon vor sieben Uhr gestartet. Anfangs war es noch etwas neblig/dunstig, was eine mystische Stimmung verbreitete.

Es waren heute viele Pilger unterwegs. Ich hatte den Eindruck, dass es mehr waren als gestern.

Die leicht hügelige Strecke ging gut zu wandern. Ich legte mehrere Pausen ein und war bei Zeit an der Herberge.


Maiky76 Small

Mo, 03.07. von Santiago nach Negreira

Es geht nach Santiago weiter. Aber noch nicht nach Osten/nach Rom. Erst geht es an das "Ende der Welt". Genauer gesagt nach Finisterre an der Westküste Spaniens. Aber ich wandere nicht direkt dort hin, sondern über Muxia.

Mogens gegen 07:20 bin ich von der Kathedrale aus gestartet. Noch in der Innenstadt von Santiago bei einer grösseren Kreuzung traf ich einen jungen Italiener, der nicht wusste wo der Weg lang ging. Als er meinen ausführlichen Reiseführer sah, wollte er sich mir anschliessen. So sind wir die ersten ca. 7 km zusammen gelaufen (der Italiener wollte keine Pause machen, nach 7 km, ich schon).

Die Sonne schien vom wolkenlosen Himmel. So wurde es ein sehr heisser Tag. Ich machte oft Pausen im Schatten. Gegen Mittag kam ich dann an der Unterkunft an. Diese lag etwas ausserhalb von Negreira und ist deshalb wohl nicht so sehr frequentiert. So hatte ich den 4-Bett-Schnarchsaal für mich alleine.

Beim Abendessen in der Unterkunft erhielt ich noch (bettelnden) Besuch von den Haustieren - siehe Fotos.

Negreira
Spanien
Maiky76 Small

Fr, 30.06. bis So, 02.07. Santiago

Ruhetage in Santiago. Meine Freundin ist extra hier her nach Santiago geflogen, um das Wochenende mit mir zu verbringen.

Santiago de Compostela
Spanien
Maiky76 Small

Ankunft in Santiago

Endlich angekommen. Habe es nach vier Monaten nach Santiago geschafft. Es waren ca. 2561 km.

Jetzt geht es weiter nach Finisterre und Muxia. Danach weiter nach Rom, wobei ich auf dem Weg nach Rom den Camino Francese überspringen, und in Puente de la Reina weiter über den Somport Pass und dann Richtung Lourdes laufen werde.

Santiago de Compostela
Spanien
  • FOOBAR
    [Gelöschter Nutzer] hat am kommentiert:

    „Ultreia!“ (alter Pilgergruß, der soviel wie „Vorwärts, geh über dich hinaus“ bedeutet)

    Bearbeiten
Maiky76 Small

Do, 29.06. von Pedrouzo nach Santiago de Compostela

Die Nacht war kurz, da in dem 14-Bettenzimmer mehrere Schnarcher waren, welche ich trotz der Ohrenstöpsel gehört habe.  Ab 04:30/05:00 Uhr wurde es laut, da die anderen Pilger schon auf standen und sich richteten. So sind wir schon um 05:40 auf gestanden und sind als einige der letzten um 07:15 Uhr los.

Die "Francese"-Pilger sind andere Zeiten gewohnt, als die Norte-Pilger. Und ich habe das gefühl, dass die Pilger(massen) unpersöhnlicher sind als auf dem Norte. Dort hat man sich noch gegrüsst und gekannt.

Als wir dann los sind, haben wir ein Zeitfenster erwischt, bei welchem wenige Pilger unterwegs waren. Am Anfang/erstes viertel zumindest. Danach waren wieder viele Pilger um uns. Es hat auch immer mal wieder geregnet.

Die Strecke verlief schön in Eukalyptus-Wälder. Im letzten drittel überwiegten dann kleine Teerstraßen. Eva hatte auf der Strecke mehr und mehr Fussprobleme, so sind wir langsam und gemütlich die Strecke gelaufen.

Am Monte de Gozo (Berg der Freude) sahen wir dann endlich Santiago das erste mal. Hier haben wir auch unseren letzten Pilgerstempel geholt und auch noch eine Pause eingelegt.

Als wir am Platz der Kathedrale an kamen, warteten die anderen schon auf uns. Für mich selber war es ein schöner und emotionaler Moment dort anzukommen.

Wir (die ganze Truppe) haben dann unser reserviertes Appartment bezogen. Selber wollte ich noch ankommen, welches ich dann für mich wartend in der Schlange vor dem Pilgerbüro tat. Um die Urkunden zu erhalten (Compostela und eine Compostela mit Bestätigung mit den Kilometern) brauchte ich ca. 2 Std.

Im Haus des Pilgerbüros bin ich noch zur Tourist-Info und zum Schalter der Spanischen Bahn. Bei letzterem habe ich ein Zug-Ticket für die Strecke Santiago nach Pamplona gebucht auf den 15.07. Somit habe ich genug Zeit, noch nach Finisterre weiter zu laufen.

Nach dem Pilgerbüro bin ich noch in die Kathedrale. Anschließend zurück zur Truppe/zum Appartment. Hier hatten die anderen schon gekocht, ich habe den Nachtisch beigesteuert in Form eines Kuchens (Tart de Santiago).

Am Abend sind wir noch auf den Platz bei der Kathedrale. Hier hat eine spanische Band gespielt. Der Abend ging dann weiter in einer Bar und endete bei einem "Absacker" in dem Appartment.

Santiago de Compostela
Spanien
Maiky76 Small

Mi, 28.06. von Arzua nach O Pedrouzo

Bei gelegentlichen Regenschauern sind wir - Eva und ich - die vorletzte Etappe nach Santiago gelaufen. Der Rest der Truppe wollte mehr laufen, um morgen mehr Zeit in Santiago zu haben. So sind sie früher los.

Es war ein richtiger "Schock", so viele Pilger auf dem Weg zu sehen. Auch wenn man sich mal eine Pause an einer der überfüllten Bars gönnt, kann man einen nicht abreisenden Pilgerstrom beobachten.

Die Massen bringen auch Schwarze Schafe mit sich, die die Monoliten/Wegweiser beschmieren und die km-Angabe als Souvenir mit nehmen (siehe Bild).

Trotz des Regens war es eine schöne Wanderung durch die Wälder. Selber habe ich das Bedürfnis gehabt, sehr langsam zu gehen.

Morgen werde ich dann eines meiner großen Ziele dieser Reise mit Santiago erreichen.

O Pedrouzo
Spanien
Maiky76 Small

Di, 27.06. von Sobrado dos Monxes nach Arzurá

Die Strecke war gut zu bewältigen. Wir machten zwei längere Pausen einmal an einer Bar eine andere Pause vor einer Kirche. Leider gab es im letzten Drittel Regen.

In Arzurá sind wir auf den Camino Francais gestoßen. Hier waren aber (noch) keine Pilger Massen zu sehen. Aber die ersten Souvenirshops waren schon auf der Hauptstrasse zu sehen (siehe Bild).

In Sobrado bei den Mönchen habe ich die "Milch-Marmelade", die ich schon im Baskenland (Frankreich) kennen gelernt habe endlich wieder gesehen. Und ich habe mir trotz des Gewichts ein Glas davon gegönnt.

Dann ist bei den Bildern noch ein Käse aus dem Kühlregal, welcher komisch (Kegel) aussieht. Hier geht die Geschichte so: In der Kathedrale in Santiago steht eine Steinfigur von dem Propheten Daniel, welcher verzückt lächelt. Nach Meinung des Volks freut er sich über die barbusige Schönheit gegenüber. Die Kirchenoberen liessen daraufhin die für die unschicklichen Spekulationen verantwortlichen Brüste abflachen. Die Bauern, so wird erzählt, protestierten auf ihre Weise - sie formten einen Käse nach Vorbild des Corpus delicti und nannten ihn Tetilla (Brüstchen).

Arzúa
Spanien
Maiky76 Small

Mo, 26.06. von Miraz nach Sobrado dos Monxes

Wir waren wieder die letzten welche die Herberge verlassen haben ( gegen 8:15 Uhr). Die 25 Kilometer haben wir gut mit zwei schönen längeren Pausen jeweils bei Bars gemeistert.

Die Strecke verlief in einer schönen Landschaft aber hauptsächlich auf Teerstraßen. Das Wetter: es war bewölkt und um die 23 Grad. Somit ideales Wanderwetter.

In Sobrado dos Monxes machte die Herberge erst um 16:30 Uhr auf. Daher setzten wir uns auf den Marktplatz und ruhten uns hier noch ein bisschen aus. Die Herberge heute war ein Kloster.

In dem Kloster hatte ich endlich wieder die Gelegenheit, in der Kirche zu singen. Und Dies tat ich ausgiebig, indem ich über eine Stunde lang gesungen habe.
Nun sind es noch ca. 60 km bis Santiago. 

Sobrado
Spanien
Maiky76 Small

So, 25.06. von Baamonde nach Miraz

Der Tag war fast ein Ruhetag, wenn wir nicht die 15 Kilometer gelaufen wären. Aber diese sind wir gemütlich angegangen. Nach ca. 10 km haben wir bei einer Bar eine längere Pause eingelegt.

Die Herberge von heute in Miraz wird von einer Englischen Jakobusgesellschaft geführt. Die Herberge ist sehr komfortabel und hat die bis jetzt best ausgestattete Küche auf dem Weg.
Nun sind es nur noch ca. 85 km bis Santiago.

Miraz
Spanien
Maiky76 Small

Sa, 24.06. von Vilalba nach Baamonde

Aufgrund des Festes am Abend zuvor sind wir spät aufgestanden und gegen 09:15 Uhr los. Den Tag sind wir alle zusammen gelaufen. Die "kurze" Strecke von ca. 20 km war mit einer Pause und der flachen Landschaft gut und zügig bewältigt.

In Baamonde nach dem Bezug der Herberge sind wir zu einem nahegelegenen See und haben dort gechillt.

Die Herberge liegt noch 100,5 Kilometer vor Santiago. Das Ziel rückt immer näher. Am Abend sind wir noch zum Kilometer-Stein 99,994 gelaufen. Auf dem Rückweg sind wir noch an einer Kapelle vorbei. Vor der Kapelle stand ein Baum, in welchem eine Madonna eingeschnitzt war. Und wie es der Zufall will, treffen wir auch den Meister selber, der diese Madonna in den Baum geschnitzt hat.

Baamonde
Spanien
Maiky76 Small

23.06. von Gontán nach Vilalba

Dies war ein ereignisreicher Tag. Der Tag hat ruhig angefangen. Die Strecke war so gut wie eben und es lief sich sehr gut. Als ich Pause machen wollte war nirgends eine Bank. Die Monolithen waren zu hoch um darauf zu sitzen. Aber ich kam auf die Idee mich neben den Monolith zu setzen. Siehe Foto.

Dann ist noch etwas passiert. Auf dem Weg (Feldweg) hat ein Auto angehalten und wollte mir Flyer für eine Herberge im nächsten Dorf geben. Bei Nachfrage passierte dies den anderen Pilgern auch.

Auf dem Weg sah ich noch das erste Schild für Santiago welches nicht für Wanderer war, sondern für die Autofahrer (siehe Foto). Und ich sah auch einen weißen Pfau.

Ich hatte schon in der Herberge reserviert. Und da es so gut lief kam ich schon um 13 Uhr an. Für die anderen, welche noch unterwegs waren und nicht reserviert hatten, organisierte/reservierte ich dann die Betten in der modernen und sauberen Herberge gleich nach meiner Ankunft.

Sebastian und Flo kamen als erstes aber die anderen taten sich mit der langen Strecke schwer (sie kamen von einer Herberge vor unserer letzten). So gingen wir Ihnen entgegen um ihre Rucksäcke zu tragen. Eva hatte noch gesundheitliche Probleme, daher begleitete ich Sie zur Apotheke. Die Apothekerin schickte uns zum Arzt/zur Ambulanz. Hier begleitete ich Eva auch noch. Als wir dann an der Herberge an kamen, hatten die anderen schon gekocht.

Am Abend war noch ein Fest in dem Dorf. Es gab Galizische Musik (mit Dudelsack), etwas zu Essen (man musste sich seeeeeehr lange anstehen) und gegen 00:00 Uhr ein Feuer, über welches man springen konnte.

Vilalba
Spanien
Maiky76 Small

Do, 22.06. von Vilanova de Lourenzá nach Gontán

Nachtrag von gestern Abend:

Nach der Kirche bin ich in eine Bar, in der Eva und Sebastian waren. Es gab WiFi, daher postete ich den gestrigen Beitrag. Als wir gegen 21:20 Uhr gehen wollten, spielte vom Kirchplatz her laute Salsa-Musik. Hier wurde Zumba getanzt. Ich fragte Eva, ob sie Salsa tanzen könne und ob sie tanzen möchte. Zu meiner Verwunderung sagte sie ja, und wir tanzten eine Runde auf der Strasse zu der Musik.

Der heutige Tag war vom Wetter her sehr bewölkt und Nieselregen herrschte vor. Die Etappe war auch sehr bergig (eigentlich hauptsächlich nur aufwärts/hoch auf die Hochebene). Somit war ich sehr froh, als ich in der Herberge an kam. Eigentlich sollte ich auf der Strecke eine schöne Aussicht haben, aber ich sah leider nur Nebel.

In der Herberge habe ich all meine Kleider mal wieder in der Waschmaschine gewaschen. Die Herberge selbet, welche "komunal" geführt wird, war sehr modern und gut eingerichtet.

Am Abend sind wir noch in ein Restaurant, und haben uns ein Pilgermenü für 9,00 EUR gegönnt.

Aufgrund des schlechten Wetters habe ich keine Landschaftsbilder gemacht (Handy war in der Regenhülle). Zu den Bildern:

Tanzbild: das ist von gestern

Wegweiser: die km- Entfernung nach Santiago kurz vor der Herberge

Tisch mit Leute: zusammen das Pilgermenü essen

Automaten: in Mondoñedo war für die Pilger etwas "spezielles". Ein Infostand und Automaten. Die Informationen waren ganz rechts, Eiswürfel ganz links. Mitte-links Getränke, Snacks. Und Gebrauchsgegenstände  waren im mitte-rechts-Automat angeboten. Aber was es alles gab: Feuerzeuge, Blasenpflaster, Papier um Zigaretten zu drehen, (und jetzt kommt es), Kondome, Gleitmittel und (brauchen das die PilgerInnen wirklich???) Dildos. :-D 

Gontán
Spanien
Maiky76 Small

Mi, 21.06. von Ribadeo nach Vilanova de Lourenzá

An diesem Morgen bin ich sehr früh aufgestanden, da es wieder sehr heiss werden sollte. Die Strecke ging häufig durch Wald (Eukalyptus), und ich merkte richtig, dass sich der Duft geändet hat. Von Meerluft zu Land und Waldluft. Ab heute ging es nämlich in das Landesinnere, weg vom Meer.

Auch war es mal wieder bergiger. Fünf km vor der Herberge traf ich in einer Bar Bernhard wieder (der mit der Ulm-Tasche), und gemeinsam gingen wir zur Herberge. Nach dem Duschen und Wäsche-Waschen kam Sebastian mit Eva in die Herberge. Zusammen sind wir noch ins Städtchen. Und was sahen wir: eine offene Kirche. Endlich konnte ich mal wieder in eine Kirche. Und ich konnte Taizé-Lieder singen.

Anschließend haben wir noch eingekauft und in der Herberge gemeinsam gekocht. Am Abend war noch eine Messe in der Kirche. An dieser nahm ich teil und nutzte die Gelegenheit, nochmals Taizé-Lieder nach der Messe zu singen.

Lourenzá
Spanien
  • Small
    Seba hat am kommentiert:

    Freue mich immer wieder dich zu sehen.

Maiky76 Small

Di, 20.06. Ruhetag in Ribadeo

Ausschlafen bis um 09:00 Uhr, Faulenzen, ein Spaziergang an das Meer und durch die Stadt. Zudem noch ein bisschen Planen und Ausrüstung checken/pflegen. So gestaltete sich mein Ruhetag in Ribadeo. 

Ribadeo
Spanien
Maiky76 Small

Mo, 19.06. von Tapia de Casariego nach Ribadeo

Die Strecke heute war nur 14 km lang. Daher frühstückte ich erst mal gemütlich um 08:00 Uhr in der Unterkunft, und wartete danach, bis das Lebensmittelgeschäft um 09:00 Uhr auf machte um einzukaufen (gestern war Sonntag...).

Die Strecke selber bin ich gemütlich angegangen, und habe auch mehrere Pausen an schönen Aussichtspunkten auf das Meer gemacht. Denn dies war die letzte Tagesetappe an der Spanischen Nordküste. Ab Ribadeo geht es in das Landesinnere nach Santiago.

Kurz vor Ribadeo galt es, über den breiten Fluss "Ria de Ribadeo" zu gelangen. Gleichzeitig betritt man mit dem Überschreiten des Flusses Galicien. Es gibt nur eine Brücke, und das ist die Autobahn-Brücke. Ich dachte schon, dass ich auf dem Standstreifen laufen darf (ich traue den Spaniern mitlerweile sehr viel zu). Aber es war zum Glück doch ein Fussweg, der von einer Leitplanke und einem Zaun von der Autobahn begrenzt war.

Nach dem einrichten in der Unterkunft, Duschen und dem üblichen Handwaschen der Kleidung machte ich noch einen kleinen Stadtrundgang. Einen intensiveren Rundgang werde ich morgen machen, da ich für mich in Ribadeo ein Ruhetag vorgesehen habe.