Chile

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Dies ist dein Tour-Blog. Füge Einträge mit Fotos und Standort hinzu oder einfach nur Text und dokumentiere was du gesehen hast, wo du warst und worüber du nachgedacht hast. Wenn du möchtest, lass andere deinem Tour-Blog folgen und an deinen Erfahrungen teilhaben. Wie das geht? Hier entlang zum Video-Handbuch.

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Station erstellen
IngeK Small

Ab nach Hause....

Am letzten Morgen ging alles sehr schnell. Gemeinsames Frühstück, der Koffer nochmal kontrolliert, und schon war der Transferbus da. Viel zu früh natürlich, aber was soll´s. Großer Abschied, viele Umarmungen, besitos hier und da.
Am Flughafen hatte ich viel Zeit, war aber auch gut, da ich beim Check-In nicht so lange warten musste.

Ich saß auf meinem Platz im Flugzeug, da kamen Julia und Michael, die ich vor ein paar Tagen kennen gelernt hatte, Michael´s Platz war neben mir. So ein Zufall! Wir haben dann noch rumgetauscht, so dass die beiden nebeneinander sitzen konnten und ich davor. Es war ein relativ angenehmer, wenn auch langer Flug mit Zwischenstopp in Madrid. Aber alles geht mal vorüber und so war ich dann am Mittwoch mittags endlich wieder in München und kurz darauf zu Hause. Naja, da gab´s noch ein kleines Problem: Mein nagelneuer, heiß geliebter bunter Koffer war kaputt...

  • Small
    Claus hat am kommentiert:

    Hallo Inge,

    hoffentlich bist du gut daheim angekommen und nicht gleich vom Weihnachtsstress überfallen worden. Fröhliche Weihnachten vom permondo-Team!

IngeK Small

So ein Hundeleben

Ja, die Hunde in Chile sind mir besonders aufgefallen. Ich hab noch nie so viele herrenlose Hunde gesehen, die noch dazu alle wohlgenährt aussahen. Mit der Zeit hab ich dann schon bemerkt, dass die Chilenen wohl ein Herz für Hunde haben. Man hat sie hier nicht weg gescheucht oder gar geschlagen. Nein, die Hunde wurden überall gestreichelt und mit Essen versorgt. Und die Hinterlassenschaften wurden wohl auch beseitigt, denn ich bin während meiner vielen Streifzüge durch die Parks nie auf Hundehaufen getroffen. Hier ist wohl das Paradies für Hunde? Tagsüber lagen sie im Schatten im Park unter den Bäumen oder wo es ihnen sonst gefiel, wenn´s dann kühler wurde, sind sie rumgelaufen und haben sich ihr Essen geholt, manchmal schon auch im Müll gewühlt. Selbst in San Pedro in der Wüste gab´s massenhaft Hunde und die kleinen Lokale haben die Essensreste wohl verteilt.

IngeK Small

Zurück in Santiago

Wieder ein Reisetag. Mit einem Sammeltaxi fuhr ich zum Flughafen von La Serena. Mittags war ich wieder in Santiago und buchte den Transfer über Transvip (ida y vuelta). Meine Familie hatte mir den Hausschlüssel mitgegeben, damit ich gleich in die Wohnung kann. Für die eine Nacht hatten sie mir extra das kleine Zimmer hergerichtet. Es gab erst mal eine große Begrüßung, dann packte ich die Koffer um. Da es wieder einmal herrliches Wetter war (wie immer in Santiago), musste ich einfach raus. Ich lief die Providencia rauf bis zum Costanera Center. Dabei habe ich immer wieder in eine kleine Seitenstraße reingeschaut und mir schon mal ein Lokal für später ausgesucht. Auf dem Rückweg war ich dann in einem total netten Restaurant und habe mir Tapas bestellt: Das waren zum einen geröstete Brötchen mit Antipastibelag und einem Fisch (ähnlich einer Kronsardine) obenauf, was schon mal göttlich schmeckte, und zum anderen geröstete Gemüsechips mit einem Aufstrich, der Gemüse und Fisch enthielt. Ich weiß nicht, was besser war... Da hab ich´s mir nochmal gut gehen lassen! 

Was mir aufgefallen ist: in den 10 Tagen meiner Abwesenheit ist es hier richtig weihnachtlich geworden. Überall stehen geschmückte Christbäume, jeder Kiosk hat Weihnachts-Papiertüten aufgehängt und nebendran noch einen Ständer mit kitschigen Weihnachtskarten.

Ich muss zugeben, der Abschied von dieser schönen Stadt fiel mir ziemlich schwer, am liebsten wäre ich alles nochmal abgelaufen. Es hilft nichts, die Zeit war zu Ende.

Zurück bei meiner Familie gab´s dann ein letztes gemeinsames Abendessen. Es war auch noch Christians Schwester mit ihrem Sohn aus Mexico zu Besuch. 

IngeK Small

Observatorium Mamalluca

Sonntag. Letzter Tag in La Serena. Heute schien wieder die Sonne, ein herrlicher Tag! Ich ging lange am Strand spazieren. Da liegen Muscheln in Hülle und Fülle, mein Sammlertrieb erwachte. Ein nettes Strandcafe lud wieder einmal zu Kaffe und Kuchen ein. Die Nachmittagsstunden verbrachte ich am Pool, noch ein bißchen genießen und die Seele baumeln lassen...

Um 18:30 Uhr wurde ich abgeholt zum letzten Ausflug hier. Es ging zum Observatorium Mamalluca. Wieder fuhren wir durchs Valle de Elqui bis Vicuna, dann bogen wir ab und fuhren den Berg hinauf bis zum Observatorium. Es war gerade Sonnenuntergang, die Berge leuchteten rot, ein Schauspiel. Vor Ort bekamen wir erst einmal Grundinformationen mit Bildern und einem Video. Dann wurde das Dach geöffnet und wir durften verschiedene Sterne und Formationen durchs Teleskop betrachten. Anschließend im Freien wurde uns der ganze Himmel erklärt. Wir hatten so ein Glück, dass es heute wieder so klar war (andererseits stehen hier diese Observatorien, weil der Himmel an 350 Tagen im Jahr so klar ist :) ).

Ein Sternenhimmel wie im Bilderbuch!!! Nochmal durften wir uns verschiedene Sterne mit dem Teleskop ansehen, unter anderem Sirius. Ich denke, das war ein schöne Abschluss für meinen Chile-Aufenthalt.

http://www.itravel.cl/tour-observatorio-mamalluca/

IngeK Small

Isla Damas

Der heutige Ausflug ging ca. 1 Stunde Richtung Norden, dann ab durch die Wüste Richtung Pazifik. Eigentlich war das keine Straße mehr, wir fuhren nur noch Schotterstraßen. Ich hätte da alleine nie hingefunden. Schließlich erreichten wir so was ähnliches wie ein Dorf, zwei Häuser, jede Menge Boote. Wir bekamen Rettungswesten und durften an Bord gehen, und schon ging´s los. 

Die erste große Insel, die wir ansteuerten, war besetzt von einer Million Vögel, wir sahen auch ein paar der bekannten Humboldt Pinguine. Ein Seemann steuerte das Boot, er hatte ein paar Kanister Benzin dabei, die er nacheinander anschloss und ansaugte. Der zweite Seemann war der Späher, er stand vorne breitbeinig und beobachtete das Meer und die Felsen. Er musste Luchsaugen haben. Er deutete auf irgendeinen Punkt, wir steuerten ihn an und immer erst kurz davor erkannte ich, was zu sehen war: ein Vogel, ein Pinguin, ein Seelöwe.....

Irgendwann erspähten wir einen Wal. Es hieß ja, mit sehr viel Glück würden wir einen zu sehen bekommen. Leider war das Wetter nicht allzu gut, grau in grau. Aber immerhin, wir erahnten einen Wal. Vom sogenannten Buckelwal konnten wir einen Teil sehen, gerade mal den "Buckel". 

Als nächstes steuerten wir eine Insel an, wo wir an Land gehen durften. Hier hatten wir eine gute Stunde Zeit. Man konnte die Felsen hochklettern und hatte von dort eine super Aussicht, oder man konnte am Strand faulenzen und sich sonnen, mittlerweile war es etwas schöner geworden. Ich kletterte erst mal hoch, hier gab es tolle Fotomotive, am Strand dagegen lagen irre Muscheln herum. 

Dann tuckerten wir wieder zurück. Es lockte wieder einmal ein Mittagessen. Diesmal war es verdammt gut. Während er Busfahrt unterhielt ich mich sehr gut mit einem netten Paar aus Wien. Wie sich dann herausstellte, hatten wir den gleich Rückflug nächsten Dienstag von Santiago über Madrid nach München.

http://www.itravel.cl/tour-isla-damas/

IngeK Small

Valle de Elqui

Über das Hotel hab ich hier die Ausflüge gebucht. Der erste hat schon nicht geklappt. Weil der Busfahrer dachte, er holt einen Mann ab, ist er an mir vorbeigelaufen. Und ich hab gewartet und gewartet. Nach einigen Telefonaten mit der Agentur haben wir dann die Ausflüge getauscht, weil der andere später losging und ich da noch mitfahren konnte. Also dann heute ins Valle de Elqui.

An der Küste war es neblig, windig, kühl, je weiter wir landeinwärts fuhren, desto schöner wurde es. Unser erster Stopp war eine Produktions- und Verkaufsstelle von Papayaprodukten. Ich hab mir ein Glas Marmelade mitgenommen. Dann ging´s weiter hinter in dieses Tal. Bei einem Staudamm war der nächste Halt. Dort oben ist ein Eisengebilde aufgebaut, das einen besonderen Klang von sich gibt, der immer zu hören ist. Gabrielle Mistral, die Nobelpreisträgerin ist hier in der Gegend aufgewachsen und hat später in einer Dorfschule in Portogrande unterrichtet. Diese kleine Schule ist heute ein Museum, G. Mistrals Name ist allgegenwärtig. Die Fahrt ging weiter durch eine wunderschöne Gegend. Hier ist der nördlichste Bereich Chiles wo Wein angebaut wird. Eine besondere Traube wird für die Herstellung des Piscos verwendet. Also schauten wir uns natürlich eine Pisqueria an. Uns wurde ausführlich erklärt, welche Trauben auserkoren werden und wie letztendlich der Pisco in die Flasche kommt. Und dann durften wir endlich probieren, und einkaufen.

Inzwischen hatten wir alle Hunger und freuten uns aufs Mittagessen, das wie immer, mitten am Nachmittag eingenommen wurde. Das Lokal, das wir ansteuerten, ist berühmt dafür, dass es mit Sonnenenergie kocht. Mir war das egal, Hauptsache, es schmeckt. Und es war lecker!

Letzte Station war dann der kleine Ort Vicuna. Dort besichtigten wir den Torre Bauer, der einem Holzturm in Ulm nachgebaut wurde. Danach hatten wir "Freizeit" und konnten uns eine Weile selbst im Ort umsehen. Anschließend ging´s wieder durch dir herrliche Landschaft zurück nach La Serena.

http://www.itravel.cl/tour-valle-del-elqui/

IngeK Small

La Serena

Mein Hotel ist direkt am Pazifik, nur die Straße ist dazwischen. Mein Zimmer ist im obersten Stockwerk (7) und ich habe einen herrlichen Ausblick. Es war heute einigermaßen warm. Nachdem ich vormittags die Straße rauf und runter gelaufen bin, war ich nachmittags am und im Pool. Am Spätnachmittag lief ich dann 40 Minuten bis ins Zentrum. Dort schaute ich mir als erstes den Japanischen Garten an, ist der schön!! Dann durchstreifte ich die Gassen, war in einer Kirche, wo gerade eine Messe war, überquerte den Plaza de Armas, wo auch das Rathaus ist. Es ist ein quirliger Ort, sehr nett. Zurück fuhr ich dann mit dem Sammeltaxi, weil´s schon dämmerte und ich nicht im Dunkeln die lange Straße zurücklaufen wollte. Das mit den Sammeltaxis ist praktisch, die fahren immer eine bestimmte Strecke, du kannst sie anhalten und zusteigen, wenn noch Platz ist. Jeder zahlt dann 600 Pesos, nicht mal einen Euro.

Zum Abschluss des Tages ging ich ins Hotelrestaurant und bestellte Fisch, eine Riesenportion war das und sehr gut.

IngeK Small

Wieder unterwegs

Reisetag.
Nachdem ich den Koffer gepackt hatte, ging ich nochmal frühstücken, da gibt´s so ein nettes Lokal hier. Check out ist eigentlich um 11 Uhr. Aber da mein Transfer erst um 4 war, durfte ich solange in meiner Cabana bleiben, kein Problem. Ich stellte meine Sachen in die Ecke, so dass das Mädchen schon mit dem Putzen anfangen konnte und ging solange noch ins Museum. Die letzte Stunde legte ich mich in den Liegestuhl. Die junge Frau, die hier sauber macht, ist sehr freundlich, lacht dich mit ihrer Zahnlücke immer an und ist sehr hilfsbereit. Ich ließ die Zeitung aus dem Flieger auf dem Tisch liegen. Sie brachte sie mir und ich sagte, die brauche ich nicht mehr. Da hatte sie schon eine Tüte in der Hand und meinte freudig, dann nimmt sie sie mit zum Lesen. Ich gab ihr dann noch ein paar Tausender Trinkgeld. Das ist hier nicht so üblich, habe ich den Eindruck. Sie schaute mich ganz überrascht an und freute sich riesig: muy amable, meinte sie.

Schließlich stand der Minibus vor dem Tor. Nach einer Stunde Fahrt war ich wieder in Calama am Flughafen. Einchecken, warten, der Flughafen ist im Miniformat. Wir sahen das Flugzeug anrollen, die Passagiere stiegen aus und wir ein. Nach 1 1/2 Stunden Flug landeten wir in La Serena. Zu Fuß gingen wir die paar Schritte zum Gebäude.

Aber jetzt gab´s ein Problem: Das Gepäckband funktionierte nicht richtig. Nachdem 3 Koffer eingetrudelt waren, piepte es und das Band blieb stehen. Warten. Das Band lief wieder. 3 Koffer lang, dann das Gleiche von vorne, das zog sich endlos. Der Witz dabei war: Wir sahen durch das Fenster unsere Koffer, nur die Pappwand trennte uns. Aber die Koffer müssen ja unbedingt durch den Schlitz mit dem Band! Ich fragte einen Angestellten, ob es nicht einfacher wäre, die Türe zu öffnen, durch die wir hereingekommen sind, dann könnte man die Koffer so in den Raum schaffen. Nein, das geht nicht! 10 Minuten später ging´s doch. Die Türe wurde geöffnet, 2 Stewardessen nahmen die Koffer entgegen, lasen den Namen vor und reichten ihn weiter. Das war zum Totlachen! Mit einem Sammeltransfer war ich kurz drauf im Hotel.

IngeK Small

Ausflug 4

Geyser del Tatio, Piscina geotermal y Pueblo de Machuca

Dieser Ausflug ist echt was für mich: Früh aufstehen und in die Kälte fahren, beides lieb ich. Aber was tut man nicht alles. Also klingelte der Wecker um 3.30 Uhr !!!!! und ich stand um 4 vor der Tür. Der Bus kam dann um 5. So ist das eben. Aber ein blödes Gefühl war das schon, fast eine Stunde auf der dunklen Straße allein zu stehen. Dafür hatte der Fahrer, wie besprochen, eine warme Jacke für mich dabei.

Wir fuhren ziemlich lange und wie der Fahrer uns vorher schon sagte, ging´s erst bergauf, dann wieder bergab, dann wieder bergauf, dann wieder bergab, ich weiß nicht mehr, wie oft. Letztendlich waren wir auf 4300 m angelangt, kurz vor Sonnenaufgang, denn da sind die Geysire am aktivsten. Moni, da musste ich an dich denken, ich hatte auch alle möglichen Schichten Kleidung an und fror trotzdem bei minus 6 Grad (welche Temperaturen hatten wir gestern gleich noch?). Aber die Sache war es wert! Das Wasser so brodeln zu sehen in der Kälte, der aufsteigende Dampf, der dich richtig einnebelt, das warme Wasser, das neben deinen Füßen fließt, gleich daneben vereiste Flächen, aufspritzendes Wasser.....und das alles zigfach! Dann kam die Sonne über den Hügel. Kaum zu glauben, aber sofort war es viel wärmer.

Jetzt gab´s Frühstück. Während wir noch mit Starfotos beschäftigt waren, hat unser Guide mit einem kleinen Kocher und einer Pfanne Rühreier gemacht und den Frühstücks(Picknick)tisch gedeckt. Heißer Kaffee! Oder Tee. Brot, Butter, Marmelade... bei dieser Kulisse!

Gestärkt fuhren wir wieder weiter zum Piscina geotermal. Das ist ein Becken, in das heißes Wasser fließt und von einer anderen Quelle kommt kaltes dazu. Daneben war nochmal ein Gelände mit Geysiren. Da konnte mich das Becken mal, waren eh so viele Leute drin. Wir durchwanderten zu fünft das Gelände. Der Hammer war ein Stück weiter oben: ein kleiner See, glasklar, dachte ich. Aber nein, es war wie ein kleiner Krater, der Geysir nicht mehr aktiv, das Wasser aber durchaus warm. Wunderschön. Unten waren die anderen Busse inzwischen weg. Unsere Gruppe war allein da. Aber zum Baden war´s leider jetzt zu spät. Macht auch nichts. Zum Schwitzen bin ich hier nicht gekommen.

Der Rückweg wurde angetreten. Jetzt sahen wir erst die schöne Landschaft, bei der Herfahrt war´s ja noch dunkel. Und welch Glück: wir trafen auf Vicunas und Llamas, die sich auch noch bereitwillig fotografieren ließen.

Letzter Stopp war ein altes Dorf der Einheimischen, das Pueblo de Machuca. Ein paar Häuser, eine Kirche am Berg oben (langsam raufgehen, wegen der dünnen Luft!). Aber durchaus geschäftstüchtig: Eine Alte spinnt im Dunklen, für 1000 Pesos kommt sie ans Licht und lässt sich fotografieren, das war´s mir wert. Man kann Handarbeiten kaufen und sich verköstigen. Ich hab hier einen Fleischspieß mit Llamafleisch gegessen, das Fleisch war zart und sehr lecker!

Eintritt: 5000 Peos

IngeK Small

Ausflug 3

Valle de la Luna

Um 16 Uhr war wieder Treffpunkt vor der Agentur. Das war wirklich ein Glücksgriff. Wir waren wieder eine kleine Gruppe. Und wie klein ist die Welt? Im Bus saßen Pamela und (Name vergessen), zwei Brasilianerinnen, die ich aus Santiago kannte. Außerdem ein Pärchen, das gestern schon die beiden Ausflüge mit mir machte. Das Valle de la Luna ist nicht weit von San Pedro entfernt, drum hat es mich gewundert, dass wir bereits um 4 losfuhren um den Sonnenuntergang zu sehen. Aber: das Tal ist riesig, wir sind verschiedene Stationen angefahren. Mir kam es ein bißchen vor wie das Death Valley in den USA. Erster Fotostopp war bei den "3 Marias". Beim nächsten Stopp liefen wir ein Stück, sahen Felsformationen wie ein Amphitheater, dann eine Riesendüne und stiegen wieder in den Bus, der vorgefahren war. Dann hielten wir beim Canyon. Ich hatte keine Ahnung, was uns da erwartet. Wir wanderten durch enge Schluchten (wie im Bryce Canyon) und landeten schließlich in einer Höhle. Durch diese Cavernas mussten wir nun durch. Das war schon eine Herausforderung. Die Höhle war teilweise so niedrig, dass man nicht nur gebückt, sondern auch noch schräg laufen musste. Um das Gleichgewicht nicht zu verlieren, musste man sich an den seitlichen Felsen abstützen, quasi im Vierfüßler......war aufregend!

Weil unsere Gruppe so schnell war und wir keinen verloren hatten, fuhren wir zur Belohnung noch ins "Valle de la muerte", was eigentlich nicht auf dem Programm stand. Der Herkunft des Namens ist unklar, dazu gibt es 3 verschiedene Geschichten. Einmal ist es nur falsch verstanden worden, weil jemand undeutlich gesprochen hat. Nr.2: Eine Viehherde wurde hier durchgetrieben zu den neuen Siedlern, viele der Tiere haben es nicht geschafft und sind hier gestorben, später fand man hier die Knochen und konnte sich nicht erklären, wie die hierherkamen, und Nr. 3 hab ich schon wieder vergessen.

Jetzt war es endlich Zeit für den Sonnenuntergang. Wir steuerten eine riesige Anhöhe an und waren natürlich nicht der einzige Bus hier, aber es verlief sich. Jeder versuchte, ein möglichst abenteuerliches Foto zu machen. Da fallen mir gleich zwei Vergleiche ein: Cliffs of Moher, da durfte man früher auch an den Abgrund, jetzt leider nicht mehr, oder Grand Canyon mit den tollen Felsvorsprüngen. Hier dagegen gibt´s kein Absperrgitter, nur ein paar mahnende Worte des Führers. Nach etlichen Fotos wurde es allmählich kühl und die Sonne ging unter.

Hier möchte ich noch ein paar Temperaturangaben machen:
Abfahrt - 16 Uhr - 52 Grad
3 Marias - 16:20 Uhr - 48 Grad
nach den Cavernas - 18:30 Uhr - 36 Grad
Valle de la Muerte - 19:15 Uhr - 32 Grad
Sonnenuntergang - 20 Uhr - 24 Grad


Eintritt: 2000 Pesos

IngeK Small

Ausflug 2

Laguna Cejar y Ojos del Salar y Salar de Tebenquiche

Mit dem gleichen Team startete Ausflug zwei, die Passagiere waren z.T. auch die gleichen. Ein großes hallo!

Ramon macht seine Sache sehr geschickt. Er stellte die Tour einfach um, als er sah, dass bei den Ojos grade keine Leute waren. Also war das unser erster Stopp. Das sind zwei kreisrunde Wasserlöcher (ähnlich wie Cenoten), in denen man baden kann, falls man rein- und rauskommt. An einer Stelle geht´s ganz gut. Nach meiner Erfahrung in Mexiko (da nahmen wir jede Gelegenheit wahr, um ins Wasser zu springen) war ich die erste im Wasser - es war herrlich!

Nachdem sich jeder abgekühlt hatte fuhren wir weiter in den Salar de Tebenquiche, mittlerweile bei 45 Grad. Aber es ist sehenswert! Im Anschluss ging´s noch zur Lagune Cejar. Dort gibt´s normalerweise viele Flamingos - heute nicht. Daneben sind 2 Salzseen zum Baden. Als Abschluss gab´s noch ein Picknick mit Pisco sour, Salami, Oliven, Chips....

Die viele Sonne hat meinem Kopf nicht gut getan. Ich kam um 9 nach Hause, warf nur noch Schuhe und Kleidung von mir und fiel ins Bett.

Eintritt: 2000 / 2500 Pesos

IngeK Small

Ausflug 1

Lagunas Altiplanicas, Laguna Chaxa und Salar de Atacama

Ich stand um 6 Uhr vor dem Tor, in der Kalten, dunklen Straße. Erst 20 Minuten später kam der Bus. Aber naja. Johnny, der Busfahrer und Ramon, unser Führer machten ihre Sache gut. San Pedro liegt ja schon 2443 m hoch, aber jetzt ging´s noch höher. Erster Stop war in Socaire auf 3218 m, hier gab´s Frühstück und Toiletten. Wir waren nur 15 Personen, da kannte man sich schnell. Das heißt, alle kannten mich. Ich war der Exot. Unheimlich liebe Leute, jeder schaute nach mir, machte Fotos von mir, unterhielt sich mit mir.

Kurz nach Socaire schauten wir einen Wasserlauf der Inkas an. Dann ging´s weiter bergauf zu den Lagunen Misconti und Miniques. Die Landschaft hier ist ein Traum, von den Lagunen gar nicht zu reden. Und: Wir sahen die ersten Vicunas. Nachdem alle sehenswerten Punkte angesteuert waren und jeder seine zigtausend Fotos gemacht hatte, fuhren wir wieder zurück über Socaire mitten in den Salar de Atacama. Unendlich heiß! Aber schön. Nach dem unweigerlichen Fotoshooting war der nächste Stop bei der Lagune Chaxa, wo wir endlich auf Flamingos trafen. Die 45 Grad konnten uns nicht daran hindern, so lange wie möglich diese tollen Vögel zu betrachten.

Letztendlich waren wir gegen 14:30 Uhr wieder im Ort. Gerade zeit genug für eine dringend nötige Dusche und Kleiderwechsel. Um16 Uhr folgte Ausflug 2.

Eintritt: 2500 Pesos 2x

IngeK Small

Ab in den Norden

"Meine Familie" hat mit mir gemeinsam gefrühstückt, obwohl es sehr früh war. Dann erst Mal großer Abschied. Transferdelfos brachte mich zum Flughafen und dann ging´s ab in Richtung Norden.  In Calama buchte ich gleich den Transfer hin und zurück (Ida y vuelta) bei Transvip und war nach einer Stunde Fahrt in San Pedro de Atacama, einer Wüstenoase.

Mein gebuchtes Cabana entpuppte sich als sehr ansehnliches Holzhäuschen mitten im Ort. Leider viel zu groß für mich alleine. Ich hab mir erst mal den Ort angesehen. Das war schnell erledigt, ein Pueblo halt. In den paar Straßen im Zentrum gibt´s abwechselnd eine Reiseagentur, dann ein Restaurant, dann ein Souvenirladen, wobei die Tourveranstalter überwiegen.

Ich hab mir von verschiedenen Touranbietern Prospekte geholt, sie dann in Ruhe verglichen und anschließend bei Inkanorth tours gebucht. Da gab´s ein Angebot von 4 Touren zum Gesamtpreis von 50000 Pesos, etwa 65 €. Es waren einige Essen inklusive, bei den anderen Touren nicht. Eintrittsgelder muss man immer extra zahlen. Und ich hatte echt Glück mit dieser Agentur.

IngeK Small

Abschied von Santiago

Letzter Schultag. Wie üblich wird Freitag gefeiert, diesmal mit Pina Colada und Keksen. Nebenbei machen wir die letzten Übungen. Dann gabs das Zertifikat. In der Pause umarmte mich Astrid (sie organisiert die Ausflüge der Schule) und meinte: Bleib einfach da, stornier deinen Flug, Zwinker... Auch Kim, die Sekretärin war sehr herzlich, da fällt einem der Abschied schon schwer.

Dann ging´s ans Koffer packen. Das war schnell erledigt. Die unwichtigen Sachen kann ich im kleinen Koffer erst mal hier lassen. Abends kochte Cristian zum Abschied nochmal Churrilana. Es war ein netter Abend innerhalb der Familie.


IngeK Small

Feinschmecker unterwegs

Nach der Schule war ich mit Nadja zum Mittagessen verabredet. Zuvor holte ich schnell noch ein Pfund frischer Erdbeeren am Markt am Mapucho. Die sind so lecker! Ich hab nur das übliche Sandwich erwartet, aber Nadja hat sich richtig Mühe gegeben. Es gab Pastel de Patata mit Salat, danach selbstgemachten Pudding und Obst und Kaffee. Es war sehr gut! Bei dem Pastel ist unten Hackfleisch mit  viel Zwiebel und Oliven, einem gekochten Ei und drüber so eine Art Souflee aus Kartoffeln (?) und Sahne, war unheimlich locker.

Nach einer Verschnaufpause zu Hause war ich mit Gudrun zum Abendessen verabredet. Tagelang gar nichts, dann zweimal Essen an einem Tag. Jedenfalls waren wir in Bellavista unterwegs, schauten uns einige Lokale an und trafen dann eine glückliche Wahl. Ein nettes Lokal, 4 Tische vor der Tür. Wir bestellten eine Platte für zwei mit Fleisch und Meeressfrüchten und dazu Pommes. Vorneweg ein Pisco, zum Essen Wein, da haben wir es uns so richtig gut gehen lassen. Und dann noch ein Wein... Wir haben uns unheimlich gut unterhalten, ein schöner Abschluss für Santiago.

IngeK Small

Wochenstart

Wie ihr ja schon wisst, gibt es Mo/Di/Mi nicht viele Neuigkeiten, da ich ja hier Alltag habe.

Na ja, am Mittwoch war mein letzter Tag bei Conin, das hieß Abschied von den Kindern nehmen.....
Und von den Volontarias, die sind alle so herzlich! Mit Nadja bin ich dann wieder den ganzen Weg zu Fuß zurückgegangen. Mit ihr bin ich ja morgen verabredet. Ich bin dann noch eine Weile im Park gesessen, es war ja immer noch so heiß und das Sprühwasser vom Springbrunnen tat so gut. Der Springbrunnen spritzt mit verschiedenen Düsen, es ist wie ein Feuerwerk!

Ja, und ich wollte ja noch was zur Metro hier sagen. Das System ist so einfach, warum ist das nicht überall so?
Also, es gibt natürlich Einzelfahrscheine, die man am Schalter kaufen kann (hier sind die Schalter auch immer besetzt, man braucht also nicht im Vorfeld schon immer Kleingeld sammeln). Aber wer mehr als nur 1 Tag in Santiago verweilt, kauft sich natürlich eine BIP Karte (auch am Schalter). Das ist eine Plastikkarte, die man beliebig aufladen kann (am Schalter oder am Automaten). Wenn man dann durch die Schranke geht, hält man die Karte gegen den Scanner; dieser zeigt an, was die Fahrt kostet und wie viel dann noch auf der Karte ist. Die Fahrten kosten 700 Pesos (knapp 1 €) in der Stoßzeit, ansonsten 640 Pesos, Busfahrten 620 Pesos.
Wenn man abgestempelt hat, kann man so weit fahren wie man will, auch mit Umsteigen. Wenn man das Metrosystem verlässt, gilt die Fahrt 90 Minuten lang, wenn man z.B. mit dem Bus weiterfahren will. Man kann 1x die Metro und 2x den Bus benutzen.
Unterirdisch, also im Metrosystem, kann man ewig hin und her fahren für den Preis, solange man nicht die Station verlässt, aber das macht ja keinen Sinn, oder? :)

IngeK Small

Wochenende

Da für das Wochenende schlechtes Wetter angesagt wurde, fällt mein Sonntagsausflug leider aus. Mit anderen Worten, ich hab für das ganze Wochenende nichts vor. Wenn ich das eher gewusst hätte, hätte ich noch eine Bustour irgendwohin gemacht. Na ja.

Am Samstag schlief ich dann erst mal richtig aus. Dann machte ich mich auf den Weg zum Rathaus von Providencia, dem Stadtteil, wo ich wohne. Das ist ein richtiger Palast, der am Wochenende für die Öffentlichkeit seine Tore öffnet. Um die Mittagszeit, als ich dort war, interessierte sich außer mir keiner für das Gebäude. Also bekam ich eine Privatführung. Der Wachmann von neulich hatte wieder Dienst, er erinnerte sich an mich und an sein Versprechen, dass ich heute auch die Obergeschosse sehen kann. Deshalb führte mich die nette Dame auch noch nach oben. Dort sind die Büros untergebracht. Und im nächsten Geschoss ist die Dachterrasse, wow!

Im Anschluss wollte ich etwas bummeln gehen, aber es fing zu tröpfeln an. Wer hat gesagt, hier regnet es ganz sicher nicht? Ich war dann in einem Einkaufszentrum und trank dort noch einen Kaffee. Auf mehr hatte ich nicht Lust, es wurde nämlich auch ziemlich kühl. Den Rest des Tages verbrachte ich dann zu Hause. Da hab ich erst gemerkt, wie müde ich bin. Ist ja auch kein Wunder, ich laufe ja seit 3 Wochen jeden Tag rum. Also hatte der Regentag auch was Gutes, ich hatte Zeit zum Ausruhen.

Am Sonntag war natürlich auch Ausschlafen angesagt. Aber dann hat´s doch plötzlich pressiert. Das Bad ist hier immer belegt, vor allem, seit auch noch die Großeltern zu Besuch sind. Gefrühstückt wird am Sonntag auch eher zur Mittagszeit. Und ich war mit Gudrun verabredet. Ich hab sie in der Schule kennen gelernt. Wir waren heute dann im Museum für Präkolumbianische Kunst. Dieses Museum soll eines der besten des Kontinents sein. Es zeigt uralte Kulturschätze, Keramikgefäße, die fast 5000 Jahre alt sind, Gewebe der Nazca-Kultur (1000-1800 Jahre alt). Und bei einem Stück fielen mir nur zwei Worte ein: Köpfchen kürzer (wer weiß, was gemeint ist?)

Danach gönnten wir uns ein nettes "Mittagessen" mit einem Glas Wein im Lastarria-Viertel und liefen den Weg zurück zu Fuß. Nachdem wir uns verabschiedet hatten und ich schon auf dem Heimweg war, hab ich´s mir plötzlich anders überlegt. Es war ja heute wieder ein so schöner Tag, warum sollte ich da die letzten Sonnenstunden im Haus verbringen? Also machte ich kehrt und fuhr mit dem Funicular nochmal den Cerro San Cristobal hoch. Der Blick von dort oben über Santiago mit den Bergen im Hintergrund ist einfach einmalig. Ich hab mich da hingesetzt und den Anblick einfach genossen und aufgesogen. Ich konnte mich gar nicht losreißen, aber die letzte Bahn ging bald runter.

Auf dem Heimweg kam ich noch am Patio Bellavista vorbei, da spielte gerade eine Jazzband. Da musste ich einfach nochmal Stopp machen, das war doch ein gelungener Abschluss für den Tag, oder?

  • Small
    Anna hat am kommentiert:

    Hallo Inge! Vielen Dank für Ihr Abenteuer mit uns. seine schöne, Ihre Reise hier zu sehen (-:

  • Small
    IngeK hat am kommentiert:

    thanks, Anna! :)

IngeK Small

Cousino Macul

Für heute hatte ich über die Schule für nachmittags einen Ausflug zu einem Weingut gebucht. Nach einer 3/4 Stunde Fahrt erreichten wie das Gelände von Cousino Macul, das noch im Einzugsbereich von Santiago liegt.

Nach einer Führung durch die alten Gemäuer (vieles davon ist nur noch Museum) durften wir noch an einer Weinprobe teilnehmen. Klar, dass jeder noch was kaufen "musste".

IngeK Small

Conin

Jetzt wird es Zeit, mal mehr über Conin zu erzählen. Ich musste mir ja erst mal selbst ein Bild machen.

Also: Dr. Mönckeberg hat diese Klinik in den 70ern gegründet. Er arbeitet heute noch dort. Verschiedene andere Kliniken folgten. Aufgenommen werden Kinder, die unter- oder fehlernährt sind. Die Eltern sind oft drogenabhängig oder Säufer und können die Kinder selbst nicht versorgen, oft sind sie selbst auch noch sehr jung. Manche werden schon mit Untergewicht geboren und haben zudem körperliche oder geistige Schädigungen. Normalerweise sind die Kinder bis höchstens zum Alter von 4 Jahren hier. Wenn es irgendwie möglich ist, versucht man die Kinder in die Familien zurückzuführen, manchmal zu Großeltern oder Verwandten. Die Eltern und Verwandten dürfen / sollen die Kinder hier auch besuchen. Manche nutzen das.

Es gibt festes Personal, damit das ganze funktioniert. Das sind aber zu wenig Leute, weil schlecht bezahlt. Dann sind da die Volontarias. Das sind Frauen verschiedenen Alters, die ehrenamtlich an einem festen Tag dort arbeiten. Wenn sie dies ein Jahr lang gemacht haben, werden sie offiziell in diesen Kreis aufgenommen, sie zahlen auch eine Art  Mitgliedsbeitrag, so eine Art Spende, zu der sie sich verpflichten. Es gibt dann einen Arbeitsplan, so dass der Tagesablauf funktioniert. Wir Freiwillige, also ich und ein paar andere unterstützen dann zusätzlich.

Das festangestellte Personal ist zuständig für waschen, wickeln, füttern, Medizin geben, Tages- und Nachtschicht. Die Volontarias helfen hierbei und sind zusätzlich für die Unterhaltung der Kleinen zuständig. Der Unterschied zu einem Kinderheim ist hier eben, dass die Kinder auch Berührung, Umarmung, Küsschen, Knuddeln usw erfahren. Beim Spielen hat eine erwachsene Person meist nur 1 Kind, (höchstens 2), so dass dieses die ganze Aufmerksamkeit genießt.

Heute war Jahrestag der Gründung, da gibt´s immer ein Fest. Ich war auch eingeladen und hab deshalb die Schule geschwänzt. In einem Saal nicht weit weg von der Klinik wurde festlich geschmückt. Die Chefs waren da, auch Dr. Mönckeberg, der eine Ansprache hielt. Ich hab fast alles verstanden. Er erzählte, wie alles anfing und was in seinen Augen wichtig ist für Kinder, es war sehr emotional. Unter anderem meinte er, dass auch ein Kind, das gerade einen Infekt hat, nicht isoliert werden soll. Er erinnerte sich an seine Kindheit und meinte, dass gerade dann das Kind Nähe und Geborgenheit braucht. (Das hab ich am Tag davor auch miterlebt. Der kleine Alexander hatte plötzlich Fieber. Er wurde den ganzen Nachmittag besonders umsorgt, er bekam Medizin, wurde rumgetragen und eine der Volontarias saß die ganze Zeit an seinem Bett und sorgte dafür, dass es ihm gut ging, schaukelte ihn sanft. Bis abends war das Fieber weg.)

Im Anschluss wurden die 1-jährigen Volontarias offiziell aufgenommen, mit Schwur und Abzeichen. Dann gab´s Ehrungen für langjährige Tätigkeit. Und dann kam der gemütliche Teil. Zuerst eine Runde Sekt, dann Canapes und Getränke und noch eine riesige Torte.

  • Missing
    Maria hat am kommentiert:

    Hallo Inge,
    großartig was dieser Mann alles auf die Beine gestellt.
    Auch die Art wie mit den Kindern umgegangen wird , ist einfach super.
    Schön, dass es solche Menschen gibt.

IngeK Small

3. Woche

Die ersten Wochentage verliefen wie gewöhnlich. Am Mittwoch kam eine neue Volontaria bei conin dazu. Die Senora ist etwa 70 und total nett. Ich bin mit ihr zu Fuß heimgegangen, sie hatte den gleichen Weg. Unterwegs zeigte sie mir einiges, z.B. das Rathaus von Providencia, dem Stadtteil, in dem ich wohne. Die Wache war so nett und ließ uns rein. Dann war die Batterie von meiner Camara leer. Der Wachmann lief weg und kam mit Postkarten wieder, auf denen das Palais innen und außen zu sehen war und schenkte sie mir. Dann meinte er noch, ich soll Samstag wiederkommen, da ist für die Öffentlichkeit auf. Und Nadja, die Senora lud mich für nächste Woche zum Tee ein.

IngeK Small

Puebla Artesenal

Que pasa? Was ist los, Wolken am Himmel?? Und schon ist es ein paar Grad kühler, aber zwischendurch mal ganz angenehm. Nehm ich halt ne Jacke mit.

Diesen Sonntag also machte ich mich erneut auf den Weg zum Puebla Artesenal, diesmal kam mir keine Fiesta dazwischen. Das Pueblo ist wirklich schön angelegt, kleine Häuschen, ein Bach mit vielen kleinen Brücken, viele Bäume. Nett anzusehen, auch wenn man nichts kaufen will. Und was toll ist: hier gibt's keinen Ramsch, sondern wirklich schöne Sachen, von Kleinigkeiten angefangen bis hin zum teuren Schmuck. Und die Künstler sitzen meist in ihrem Häuschen und lassen sich bei der Arbeit zuschauen. Was hab ich alles gesehen? Schnitzereien, Bilder, Masken, Schmuck aus Lapislazuli, Silber, Kupfer, Webwaren, Ponchos, Musikinstrumente, Töpferware, Basteleien aus Roßhaar, Lederwaren und und und.

Ich hatte gar nicht so viel Geld dabei, weil ich dachte, Souvenirs kauf ich später oder gar nicht. Aber dann gefielen mir die Sachen so gut, dass ich doch das eine oder andere mitnahm. Am Schluss wollte ich mir einen Kaffee und eine Pause gönnen. Ich zählte mein Kleingeld: 800 Pesos. Nun, dafür gab´s nur einen Tee. Also dann.

https://www.google.fr/search?q=pueblo+artesanal+los+dominicos+santiago+de+chile&biw=1366&bih=673&tbm=isch&tbo=u&source=univ&sa=X&ei=2Y92VLecBtDasASP0oFo&ved=0CFMQsAQ

IngeK Small

Valparaiso, Teil 2

Früh aufstehen ist nicht mein Ding. Aber Valparaiso lockte. Diesmal vorgewarnt, nahm ich eine warme Jacke mit. Mit der Metro 12 Stationen bis Universidad de Santiago, da kommt man direkt beim Busbahnhof raus. Auf die Minute genau fahren hier die Busse los, einer nach dem anderen in alle Richtungen Chiles. Da gibt es verschiedene Busunternehmen: Condor, Pullman und Turbus, die gängigsten. Hier wiederum kann man wählen, wie bequem man es haben möchte. Semicama sind die für die kürzeren Strecken, wie meine. Herrlich bequeme Sitze, die man gut zurücklehnen kann, Beinauflagen. Für die weiten Strecken gibt's noch eine Steigerung, da sind richtige Liegesitze drin und man bekommt ein Essen. Nun, die Fahrt nach Valparaiso (1 3/4 Std.) war jedenfalls sehr bequem.

Am Ziel angekommen schaute ich dann trotzdem erst mal blöd. Hier in Valparaiso war der Busbahnhof nicht unbedingt zentral. Ich fragte also nach dem Weg: immer geradeaus oder mit dem Bus 501 oder 505, hieß es. Na gut, ich laufe, machte aber zuerst ein paar Fotos von der Umgebung, damit ich auch sicher wieder zurückfinde, die Straße ist nämlich sehr lange. Da ist es gut zu wissen, auf welcher Höhe der Hausnummer man ist. Es war dann doch ganz schön weit, bin 45 Minuten gelaufen, bis ich am Hauptplatz war. Gott sei Dank hatte ich letzte Woche einen Stadtplan organisiert, hier gab´s nämlich keine. Als ich am Hafen stand, hatte ich plötzlich Lust auf eine Bootsfahrt. Für 3000 Pesos kann man eine kleine Rundfahrt machen. Es standen schon viele Leute an, deshalb dachte ich, dass die Tour bald losgeht. Schon durfte man einsteigen. Wir mussten aber alle ganz nach vorn, was ich nicht verstand. Die haben uns total zusammengepfercht. Die Zeit verging, es wurde was erklärt, wieder stiegen ein paar Personen zu. Ein Fotograf machte die typischen Fotos. Ein paar Leute stiegen wieder ein. Bis wir kapierten: die halten uns so lange hin, bis das Boot voll ist. Einen Stundenplan gibt´s hier nicht. Die ersten wurden ungeduldig und beklagten sich, dass man sie hier in der Sonne eine halbe Stunde sitzen lässt. Als Antwort kam die Erklärung, dass der Besitzer das Boot nur vollbesetzt fahren lässt. Wir sollen Geduld haben und ihn seine Arbeit machen lassen. Ja sowas! Das Boot war inzwischen fast voll. Randvoll. Das ältere Ehepaar stieg wieder aus. Ich überlegte: wenn die ersten jetzt wieder aussteigen, fehlen ja wieder welche, das kann sich ja hinziehen. Ich stand auf und ging wieder an Land, sorry. Immerhin hab ich umsonst über 30 Minuten auf dem Boot sitzen dürfen (kassiert wird erst während der Fahrt, was ja ungeschickt ist). Ob der Kahn inzwischen abgelegt hat?

Na egal, jetzt lief ich quer durch die Hügel Valparaísos und schwitzte mit meiner Jacke, diesmal war es heiß! Es ist wunderschön, so quer durch die Gassen zu laufen. Als ich wieder unter war, hatte ich einen Riesenhunger. Ich liebäugelte mit dem Restaurant in Schiffsform am Hafen. Kurzentschlossen ging ich rein und bekam einen Logenplatz: auf der Terrasse, direkt über dem Wasser. Natürlich bestellte ich Fisch und genoss diese Pause. Danach sah ich ein kleineres Boot, das auch die Tour von vorhin anbot. Ein neuer Versuch. Einsteigen, Schwimmweste anlegen, abfahren. Na also, geht doch. 30 Minuten an der Küste entlang mit vielen Erklärungen auf lustige Art und Weise. Hat Spaß gemacht.

Jetzt kaufte ich mir ein Metroticket und fuhr nach Vina del Mar. Dort bummelte ich erst durchs Zentrum, dann am Strand entlang. Der Ort ist viel größer als erwartet. Da hätte ich mehr Zeit einplanen sollen. Aber gesehen hab ich´s ja. Mit der Metro gings wieder zurück, aber nicht ins Zentrum, sondern ich stieg schon vorher aus. Laut Stadtplan war es dann näher zum Busbahnhof. Unterwegs kam ich mal wieder bei einer fiesta vorbei. Ein paar Minuten hatte ich noch, deshalb blieb ich ein bißchen. Als ich dann aber im Bus saß war ich totmüde. Zu Hause fiel ich nur noch ins Bett.


IngeK Small

Isabel Parra

Ich versuche, jedes mal einen anderen Weg zu gehen, egal wohin. So lerne ich allmählich alle Straßen hier in der Umgebung kennen. Heute habe ich nach der Schule einen kleinen Umweg gemacht  und bin in eine verträumte Ecke gekommen, da habe ich dann Mittagspause gemacht. Zuhause musste ich nun endlich meine weiteren Planungen in die Tat umsetzen. Eine Entscheidung musste fallen und so habe ich während 2 Stunden am PC folgendes gebucht: Flug nach Calama, dann nach La Serena, dann nach Santiago; und natürlich zwei Hotels dazu. Als alles fix war, war ich sehr erleichtert und bin Kaffee trinken gegangen. Neben dem Touristencenter gab´s eine Schokoladenaustellung, die hab ich noch angesehen. Viele Stände mit ihren Spezialitäten, aber teuer. Hab nur einen kleinen Christbaum für Martin hier gekauft.

Wieder zurück, lernte ich Helga kennen, eine Freundin von Cecilia, hier gibt's echt viele deutsche Namen! Essen gabs grade noch rechtzeitig. 2 Minuten vor 21 Uhr war ich beim Theater und dachte, ich bin die letzte. Dabei kamen die Leute noch bis 20 nach 9. Das Programm ging dann um halb los. So läuft das hier.

Isabel Parra ist unglaublich sympathisch, sie erzählt viel zu ihren Liedern und lässt auch ihren Begleitern Raum. So spielte und sang z.B. eine Gitarristin ein eigenes Stück in Begleitung eines jungen Geigers. Der Applaus war grandios!  Isabel Parra teilte ihre Stücke in ein paar Sequenzen zu einem Thema auf. Einiges war sehr temperamentvoll, anderes sehr leise. Das Publikum sang stellenweise mit, das waren dann die alten, bekannten Lieder. Am Schluss durfte man sich was wünschen, die Leute riefen durcheinander, jeder wollte was anderes hören. Sie griff etwas auf und begann zu singen, das machte sie ein paar Mal. Trotzdem musste sie dann noch eine Zugabe leisten. Es war echt ein Erlebnis. Isabel Parra findet man auch auf YouTube.

Ich konnte nicht widerstehen, im Anschluss eine ihrer CDs zu kaufen. Die war gar nicht teuer, ca. 10 €. Sonst würde sie wahrscheinlich keiner kaufen. Hier kauft "man" nämlich keine CDs, habe ich mir sagen lassen. Entweder man kauft eine billige Kopie oder man lädt sich das Gewünschte runter, das ist wohl in ganz Südamerika so üblich. Vielleicht sind die CDs bei uns deshalb teurer??

IngeK Small

Patronato

Heute - Donnerstag - war wieder Markt bei der Schule. Ich hab mich mit Mangos und Bananen eingedeckt.

Nachmittags wollte ich im Internet eine Buskarte nach Valparaiso kaufen, was aber letztendlich nicht möglich war, weil ich die Nummer meiner Kreditkarte nicht eingeben konnte. Dabei wäre der Kauf im Internet billiger. Aber so machte ich mich auf den Weg zum Busbahnhof. Eine Verkaufsstelle wäre zwar gleich hier um die Ecke, aber ich dachte mir, ich schau mir das gleich mal an, damit ich Samstag früh auch weiß, wo ich hin muss. Das war auch gut so, denn es war weiter, als ich dachte. Ich fragte dann, warum ich meine Nummer im Internet nicht eingeben kann. Nun, ich weiß es immer noch nicht, aber der freundliche Herr gab mir dann den gleichen Preis. Hin und zurück 9 €.

Danach war ich im Viertel Patronato, da soll man günstig Kleidung kaufen können. Mir kam es so vor, als ob ich in irgendeinem Bazar bin. Stand neben Stand, billig und noch billiger, aber na ja.... War interessant! Ich hielt meine Tasche noch fester als sonst. Dann ging ich etwas abseits und stand vor einem Marktgebäude, das ziemlich finster aussah. Ich überlegte erst, ob ich reingehen sollte und was soll ich sagen, die Neugier siegte. Als ich erst mal drin war, waren die Bedenken sofort verschwunden. Es machte erst nur so einen verlorenen Eindruck, weil nicht mehr viele Kunden da waren. Ich sah auf die Uhr, es war bereits 18 Uhr, kein Wunder. Viele Stände hatten schon geschlossen. Aber das was noch zu sehen war, war mehr als es je bei uns auf einem Markt gibt. Einfach herrlich!

Den Weg zurück lief ich Richtung Zentrum und besichtigte noch 2 Kirchen, das mache ich gerne, weil ich da im Kühlen ein paar Minuten sitzen und mich ausruhen kann. Heute habe ich in beiden Kirchen die Heilige Teresia gesehen, die mit vielen Blumengeschenken bedacht war. Ich wollte eine Kerze anzünden, aber es gab keine. Draußen entdeckte ich dann mehrere Stände, die allerhand Religiöses verkaufen, unter anderem auch Kerzen.

Im Anschluss entdeckte ich die Wollstraße :) , siehe Bild. Hier kaufen anscheinend die ganzen Frauen ein, die auf den Märkten ihre Häkelwaren anbieten. Neben der Kirche Sto Domingo haben Wahrsager im wahrsten Sinne des Wortes ihre Zelte aufgeschlagen. Einer neben dem anderen. Ein Stück weiter war ein Schachwettbewerb. Vielleicht hätten die Spieler vorher einen der Wahrsagen aufsuchen sollen und fragen, ob es sich lohnt, teilzunehmen?

Abends überraschte uns Cristian wieder mit einem typischen Gericht: Pastel de choclo. Choclo ist Mais. Da wird so eine Masse daraus gemacht und auf angebratenem Hackfleisch mit Zwiebeln gegeben und dann im Ofen in feuerfesten Schüsseln überbacken. Man kann das variieren und noch Hühnchen dazugeben und mehr. Hauptsache ist der Mais.

  • Missing
    Maria hat am kommentiert:

    Hi Inge,
    danke für deine wunderschönen Berichte.
    Der Markt erinnert mich an den Markt in Barcelona an der Rambla.
    Es wirkt alles so lebendig und farbig. In die Früchte würde ich am liebsten reinbeissen.

IngeK Small

Sopaipillas con pebre

Mittwoch Abend wurde ziemlich spät gegessen. Cecilia musste Überstunden machen. Ich bekam dafür einen Gratis Kochkurs. Zuerst zeigte mir Cristian, wie er pebre macht. Ich kenn das schon aus Mexiko und es ist ganz nach meinem Gusto. A propos: das heißt hier auch so - me gusto el pebre. Also, man braucht dazu Tomaten, Zwiebeln, Knoblauch (der ist hier riesig!) und viiiiel Koriander.

Dann holte Cristian Cecilia von der Arbeit ab, bevor er weiter kochte. Sopaipillas sind Teigfladen, die in Öl ausgebacken werden. Damit sie nicht wie ein Luftballon aufgehen, wird vorher mit dem Finger ein Loch in die Mitte gebohrt.

Dann gibt man je nach Geschmack das pebre auf die Sopaipillas und lässt es sich schmecken. Das sättigt ungemein. An den Straßenständen werden diese Dinger auch mit anderen Zutaten angeboten, z.B. Mayo, Tomatensauce....

IngeK Small

Ein ganz normaler Tag

Montag, Dienstag, Mittwoch. Ganz normale Tage, ohne besondere Vorkommnisse. Vormittag Schule, nachmittags bei Conin. Abendessen. Unterhaltung mit der Familie. Hausaufgaben (musste diese Woche ein Kurzreferat halten). Schlafen.

Die heutigen Fotos zeigen meinen Weg zur Schule:

Blick aus der Haustür - vorbei an der Metrostation Manuel Montt - die Providencia noch ein Stück weiter - durch den Park Plaza a la Aviation - zur Brücke Puente Arzubispo über den Mapocho - über die Kreuzung - bis zur Schule (blau)

IngeK Small

Feste feiern wie sie fallen

Sonntag. Ausschlafen. Tut das gut.

Nach einem sehr späten Frühstück habe ich noch lange rumgetrödelt. So gegen halb drei fuhr ich mit der Metro Linie 1 bis zur Endstation Los Dominicos. Dort soll das Centro Artesanal sein, viel Kunsthandwerk in kleinen Läden, die wie ein kleines Dorf wirken. Woher kenne ich das? Ach ja richtig, so etwas gibt es auch in Barcelona.

Als ich die Metrostation verlassen habe, war gleich dahinter die Hölle los. Ich dachte zuerst, ich wäre schon am Ziel. Aber das hier war was anderes. Unter einem riesigen Zeltdach waren viele Stände untergebracht, lauter Selbstgemachtes. Ähnlich wie neulich, hier ohne Eintritt. Ich habe schon lange nicht mehr so viel Gehäkeltes und Gestricktes gesehen, Gefilztes, Patchwork, Keramik, Geschnitztes, Gemaltes. Und hinter jedem Tisch war die Herstellerin bereits an einem neuen Werk tätig. Da hätte ich mein selbst gehäkeltes weißes Kleid aus den 70ern auch noch an den Mann oder die Frau gebracht. Das Areal war ziemlich groß. An der Stirnseite war dann das Kuchenbuffet. Ähnlich wie bei unseren Kindergartenfesten, nur viel größer. Ich musste mehrmals hin und her gehen, bis ich mich entscheiden konnte, welcher Kuchen meiner werden sollte. Und jedes Mal waren auf dem Rückweg schon wieder neue Torten auf den Tischen! Ein Schlaraffenland!

Dann war da eine große Bühne. Davor einige hundert Stühle, fast alle besetzt. Dieses Ereignis feierte sein 14-jähriges Bestehen (!) mit Darbietungen verschiedener Tanzgruppen. Einen Teil hab ich wohl schon versäumt, aber jetzt kam ich noch in den Genuss einer Folkloregruppe mit verschiedenen Tänzen, dann sprangen plötzlich nackte Männer auf der Bühne rum, naja fast nackt. "Gekleidet" wie Ureinwohner / Indianer zeigten sie ein paar Tänze zusammen mit ihren Mädchen. Danach war Bauchtanz angesagt. Das müssen sie noch üben. Während der folgenden Zumbaeinlage holte ich mir Zitronenlimonade und setzte mich in den Park, der gleich daneben war. Dort war alles mögliche für Kinder aufgebaut: Hüpfburg, Kriechtunnel, Riesenrutsche.... Ein weiterer Stand hatte alles für den Gusto der Kinder, Popcorn, Hotdog und dann noch Plastikbecher, in denen scheinbar gefärbte Watte war. Ich schaute so lange dort hin, bis endlich jemand so einen Becher kaufte. Jetzt kam des Rätsels Lösung: Es war Zuckerwatte im Becher, klar doch.

Bauchtanz ist hier anscheinend im Kommen, denn es kamen noch zwei weitere Gruppen, die waren dann etwas besser. Zuletzt führte die Zumbagruppe ein Stück auf, in dem es die Entwicklung des Tanzes auf lustige Weise darstellte und zum Finale mit Konfettifeuerwerk tosenden Applaus erntete.

Also, das Kunsthandwerkdorf muss noch etwas warten, ich hab mir dann abends Bilder auf Google davon angesehen, gibt´s bei tripadvisor, wen es interessiert. Aber wenn es der Zufall will, dass ich bei so einem Fest dabei sein kann, wäre es ja schade, wenn ich vorbeilaufen würde, oder?

  • Missing
    Maria hat am kommentiert:

    Hi Inge, da bist du anscheinend in einem Schlaraffenland gelandet.
    Wir können nicht klagen, dass es uns zu heiss ist aber für den Herbst ist das Wetter super.
    Du schreibst so anschauungsvoll ,dass es eine Freude ist deine Berichte zu
    lesen.
    Eine schöne Woche noch
    <3 Maria

  • Small
    tom hat am kommentiert:

    toller blog, inge! was gefällt dir bis jetzt am meisten auf deiner reise?
    grüße vom tom!

  • Missing
    Saibotflar hat am kommentiert:

    Hallo Inge, interessant so viele bekannte Bilder von Santiago und Valparaiso zu sehen. Wir können unbedingt empfehlen, abends in die Jose Victorino Lastarria zum Essen zu gehen. Da gibt es sehr gute Restaurants und es ist viel los. Viele liebe Grüße von Julia und Tobi aus Paraguay.

  • Small
    IngeK hat am kommentiert:

    Danke für den Tipp, Julia und Tobi. Lastarria gefällt mir auch sehr gut, abends war ich aber noch nicht dort, vielleicht schaff ich´s noch.
    Und Tom, was mir am besten hier gefällt, sind die Gegensätze. Hier laut und viel Verkehr, ein Stück weiter himmlische Ruhe, hier 4-spurige Straßen, dort endlose Parks, hier Gestank und Schmutz, daneben blühende Bäume, tolle Farben, tolle Gerüche......

IngeK Small

Isla Negra und Valparaiso

Über die Schule hatte ich für heute einen Ausflug nach Valparaiso gebucht. Da sie für heute eine ganze Gruppe Brasilianer hatten, wurde die Tour auf Wunsch erweitert, ich konnte mich anschließen, wusste aber im Voraus, dass ich den ganzen Tag nur portugiesisch hören würde. Die Erklärungen von Jaqueline waren aber schon auf spanisch.

Nach ca. 2 Std. Fahrt durch die bergige Landschaft (hat mich irgendwie an Portugal erinnert) waren wir in Isla Negra angekommen. Dort steht Pablo Nerudas Haus (eins von den dreien), das hier soll das Schönste sein. Die Besichtigung erfolgt mit Audioguide (deutsch!) und ist wirklich interessant. Neruda liebte ja das Meer, seine Häuser sehen daher auch teils wie Schiffe aus. Und weil er von diesem Haus aus einen unvorstellbaren Blick auf den Pazifik hatte, nannte er es einfach Isla Negra (man kann sich hier wirklilch vorstellen, auf einer Insel zu sein). Im Innenbereich wieder das Gleiche wie in La  Chascona: Ein Sammelsurium. Pfeifen, Muscheln, hunderte von Flaschen in Form von Figuren, Schiffe in Flaschen, Bilder, eine Oblatenpresse (!), eine Schmetterlings- und Insektensammlung und und und.

Der Weg außerhalb des Hauses zum Strand geht an vielen kleinen Ständen vorbei, die alles mögliche verkaufen. Natürlich habe ich mir hier meine erste Portion Sand (sieht eher aus wie kleine Kieselsteine) geholt. Dann wollten wir eigentlich weiter, aber die Brasilianer waren in alle Himmelsrichtungen verstreut. Wenn Jaqueline 2 eingefangen hatte, waren 3 andere verschwunden :).

Die Fahrt nach Valparaiso dauerte nochmal eine Stunde. Es war Zeit für´s Mittagessen, das war schon vorbestellt. Wir konnten unter verschieden Sachen wählen. Ich bestellte gegrillten Fisch mit Pommes und Salat, dazu Weißwein, dann noch ein Eis. Davor gab´s einen Pisco auf´s Haus zusammen mit Tapas (Muschelfleisch, klein geschnitten, angemacht und in der Muschelschale serviert; Teigtaschen mit einer pikanten Salsa, Brot, Butter). Nach dem Essen bekamen wir noch einen Likör. Das alles zusammen inkl. Wein für 5000 Pesos = 7 €

Endlich, am Spätnachmittag waren wir startklar zur Besichtigung der Stadt. Zuerst waren wir am Hafen, dann am Plaza Sotomajor. Von dort nahmen wir einen der berühmten Aufzüge (wie in Lissabon) und erkundeten dann zwei der vielen Hügel der Stadt, den Cerro Alegre und den Cerro Concepción. Eigentlich hatten wir viel zu wenig Zeit. Aber die Brasilianer waren wie ein Insektenschwarm, man konnte sie nicht zusammenhalten, und an jedem Stand hielten sie sich ewig auf, obwohl wir eh schon so spät dran waren. Ich werde wohl nochmal selbst mit dem Bus herfahren.

Zum Abschluss ging´s noch nach Vina del mar, einem 1/4 Std. entfernten Badeort. Wer Venice Beach kennt, kann sich genau vorstellen, wie es hier aussieht: der Strand ist ewig lang, dahinter an der Promenade sozusagen sind Verkaufsstände, Fitnessareale, Cafes, Restaurants, Spielplätze usw. Am Anfang des Ortes sieht man die berühmte Reloj de flores, an einem grünen Hügel ist eine Uhr aus Blumen gepflanzt.

Zeit für die Rückfahrt. Nach ca. 1 1/2 Stunden Fahrt waren wir wieder im warmen Santiago. Das sag ich deshalb, weil es an der Küste einfach nur saukalt war. Wir waren alle sommerlich angezogen und haben alle den ganzen Tag über gefroren. An einer windgeschützten Ecke spürte man, dass es sehr wohl heiß war, aber der kalte Wind war grausam.

IngeK Small

Stadt ohne Metro

Heute war der heißeste Tag bisher. 34 Grad, gefühlte 37 Grad laut Wetterbericht. Deshalb verbrachte ich die Stunden nach dem Unterricht erst mal in meinem Zimmer. Da heute die Museen bis 23 Uhr offen waren (sonst bis 18 Uhr) wollte ich am Spätnachmittag mit der Metro zur Plaza de Armas fahren und ins Museo de Arte Precolombino gehen. Aber die Metrostation war verriegelt. So ein Mist. Da fiel mir ein, dass ja schon beim Frühstücksfernsehen ein Bericht über die Metro war. Da gab´s irgendein Problem und die komplette Metro fiel aus. Im Unterricht fehlten auch ein paar, für die der Weg zu Fuß zu weit war.

Jetzt musste ich umdenken. Zurück wollte ich nicht. Bis zum Museum war es mir bei dieser Hitze zu Fuß zu weit. Aber in der Nähe gab´s noch einen Park, den ich sehen wollte. Also lief ich im Zickzack im Schatten durch die kleinen Straßen abseits der Hauptstraße. Dort war es nämlich erstens zu heiß und zweitens konnte man sich kaum vorwärts bewegen vor lauter Menschen. Heute musste ja jeder zu Fuß gehen oder den Bus nehmen, was aber auch nicht möglich war, weil die hoffnungslos überfüllt waren und teils an den Stationen gar nicht mehr anhielten. In den Seitenstraßen dagegen wieder eine himmlische Ruhe, ich kann´s immer noch nicht glauben. Da waren richtig hübsche Häuser, eine tolle Wohngegend, und wenn du um 2 Ecken biegst,  bist du an der Metrostation einer Großstadt.

Der Parque Bustamente ist wie erwartet grün, schattig, hat viele Bänke, einen Spielplatz und einen riesigen Bereich für Skater. Im südlichen Bereich ist gerade 2 Wochen lang eine Ausstellung: Música, hecha a mano, Musik, handgemacht. Ich habe schon überall Plakate gesehen, mich aber nicht weiter informiert. Jetzt stand ich zufällig am Eingang. Also kaufte ich mir für 3000 Pesos (knapp 5 €) ein Ticket. Auf dem Gelände gab´s Stände aus ganz Südamerika, die ihr Kunsthandwerk anboten wie z.B. Stickereien, Getöpfertes, Geschnitztes. Hauptsächlich aber sah man Musikinstrumente, und diese wurden auch vorgeführt. Lauter kleine Konzerte also...

Mangels Metro lief ich den Weg auch wieder zurück, war aber schon ganz schön müde.

Überraschung! Zu Hause war Besuch gekommen: Cecilias Mutter und ihr Bruder mit Sohn waren da und man hat kurzfristig beschlossen, auf dem Balkon zu grillen. Das hat natürlich noch etwas gedauert. Ich hab bei den Salaten geholfen. Zuerst gab´s eine typische, scharfe Wurst in einer Semmel, dann Fleisch. Da war ein Stück schöner als das andere und geschmeckt hat´s auch. Im Fernsehen war ein Fußballspiel zu sehen, Chile gegen Venezuela, 4:1

  • Missing
    Monika hat am kommentiert:

    Grüß dich, statt Zeitung lese ich morgens deine Berichte. Wie geht es dir denn bei Conin? Bist du nicht täglich bei den Kindern?

  • Small
    IngeK hat am kommentiert:

    Das freut mich aber!
    Conin, ja das ist komisch. Die haben zu wenig Personal, deshalb kann ich nicht jeden Tag kommen, paradox. Aber auch verständlich. Die "Volontarias" dürfen nur mit einer Schwester zusammen bei den Kindern sein. Also: zu wenig Schwestern (weil schlecht bezahlt), noch weniger Freiwillige. Also komm ich nur Mo, Di, Mi. Erst war ich etwas enttäuscht. Aber alles hat 2 Seiten. So habe ich noch mehr Zeit, Land und Leute kennen zu lernen. Außerdem habe ich bemerkt, dass das Spielen am Boden und das Herumtragen der Babys ganz schön anstrengend sein kann in meinem Alter. Aber die Kinder sind so empfänglich für jede Aufmerksamkeit, das ist Wahnsinn!

IngeK Small

Mercado central

Heiß! Heute war es einfach nur heiß! Auf dem Schulweg habe ich heute früh schon gesehen, dass am Mapocho entlang ein Markt ist. Nach dem Unterricht bin ich dort hin, es gab Gemüse, Obst und Blumen, und von allem reichlich. Da kann man sich gar nicht satt sehen. Für unterwegs kaufte ich ein paar Mandarinen. Am liebsten hätte ich von allem probiert. Aber ich wollte ja eigentlich zum mercado central. Den Weg dorthin habe ich allerdings unterschätzt. Ich lief am Mapocho entlang, von Brücke zu Brücke, in der Mittagshitze. Da half auch der Schatten der Bäume nicht viel. Mir fielen heute zum ersten Mal die Penner auf, die an dieser Wegstrecke überall zu finden sind. Die haben sich am Brückenrand mit Decken und Seilen so eine Art Zelt gebaut und hausen da. Und die sehen wirklich übel aus: dreckig, schäbig, armselig.

Nach einer Stunde Fußmarsch - ich bin´s ja gewohnt - war ich endlich am Ziel. Es war bereits 15 Uhr. Was man wissen muss: der mercado central ist ein reiner Fischmarkt. Was woanders die Früchte sind, sind hier der Fisch und die Meeresfrüchte. Fisch, soweit das Auge reicht. Und dazwischen winzige Lokale, manche mit nur 3 Tischen. Wenn ich hier schon  mangels Küche nicht einkaufen kann, habe ich mir vorgenommen, wenigstens was zu essen. Hunger hatte ich eh inzwischen. Vom Ober ließ ich mir was typisches empfehlen und bekam congrio mit Salat und einem Weißwein. Congrio ist Meeraal, der in einem Backteig frittiert ist, davon gibt es 3 Stück (siehe Foto). Während man auf das Essen wartet, bekommt man hier immer Brot mit einer Salsa, die jedes Mal anders schmeckt, heute war sie ziemlich scharf. Das ist so ein Gemisch aus Tomaten, Gewürzen, Koriander, so ähnlich wie ich es aus Mexiko kenne. Es hat sehr gut geschmeckt und war sehr günstig, umgerechnet etwa 6,50 €. Da komm ich doch glatt wieder!

Zurück bin ich nur die Hälfte des Weges gelaufen und habe mir bei segafredo noch einen Cappuccino gegönnt. Da kann man einen Kaffee trinken, ansonsten gibt´s hier nur Nescafe, egal wo. Heute habe ich auch gelernt, wie der Chilene frühstückt, nämlich gar nicht, allerhöchstens trinkt er einen Kaffee, sprich Nescafe. Etwas Üppigeres bekommt man nur in einem Hotel. Da habe ich ja Glück, dass ich bei meiner Familie nicht nur Kaffee, sondern sogar noch Toast und Marmelade und Käse und manchmal noch einen selbstgemachten Aufstrich, z.B. aus Avocados, bekomme.

IngeK Small

Conin

Heute war mein erster Tag bei Conin. Ich war schon sehr gespannt, was mich da erwartet. Nach dem Sprachkurs bin ich dann also erst mal zum Büro von Chile Inside gelaufen und Esperanca hat mich dann mit dem Bus hingebracht. Maria Luisa von Breitenbach leitet das Ganze. Sie ist gebürtige Chilenin, ihr Vater war aber Deutscher, er ist 1905 ausgewandert. Sie ist also auch nicht mehr die Jüngste, aber total quirlig. Ihr Deutsch ist perfekt, hab sie gefragt, woran das liegt. Sie liest sehr viel auf deutsch. Dann ist da noch eine Volontärin wie ich, Carolin, 19. Sie ist ein halbes Jahr im Lande und soll mir erst mal alles zeigen. Dann wurde ich rumgeführt. Jetzt war Spielstunde. Carolin und ich saßen mit 2 Babys im Garten, dann kam noch eins und noch eins und noch eins.....Am Schluss saßen wir zu fünft mit 7 Babys da und spielten eine gute Stunde. Wir brachten die Kleinen dann wieder zurück in ihre Betten. Danach waren wir mit etwa 2-jährigen draußen, es kamen dann noch ein paar Größere aus der Vorschule zurück, die spielten auch mit. Im Anschluss wurden die Kinder von den Schwestern gebadet. Währenddessen machen die Volontarias Kaffeepause. Essenszeit. Ich half bei den Kleinen mit. Normalerweise ist eine festangestellte Schwester in einem Raum mit ca. 7 Kindern. Das dauert bis alle gefüttert sind. Da ist es natürlich gut, wenn Hilfe kommt. Zu zweit ging´s dann viel schneller. Die Babys bekommen eine Flasche, die etwas Größeren Gemüsebrei und Obstmus. Das war´s für heute.

Mit dem Bus ging´s wieder zurück und ich musste höllisch aufpassen, dass ich die richtige Haltestelle erwische, sieht alles so gleich aus. Im Bus waren zwei junge Typen mit Gitarre, Percussion und irgendeinem Blasinstrument. Die haben ein richtiges Konzert gegeben und dann gesammelt. Einer hat sogar gesungen, das war super! Wahrscheinlich haben die sich mit dem Trinkgeld die Fahrt verdient. Man ist hier immer wieder aufs Neue überrascht.

Meine Gastfamilie dagegen hat im Moment eine Pechsträhne. Vorletzten Sonntag hatten sie mit dem Auto einen Zusammenstoß mit einem Motorrad. Die Fahrertür hat unten einen Riss von ca. 20 cm, die ganze Seite sieht ziemlich schlimm aus. Vorgestern war Cristian mit einem Freund in einem Lokal, das Auto vor der Tür. Als er rauskam, war das Auto gestohlen. Da war die Aufregung groß! Die beiden brauchen ihr Auto beruflich! Gestern dann erfuhren sie von der Polizei, dass das Auto gefunden wurde und heute waren sie auf dem Kommissariat. Das Auto wurde aufgebrochen und total ausgeräumt, vom Radio angefangen über eine Thermoskanne bis zum Spielzeug des Kleinen, das noch drin war. Und das Fahrzeug ist ziemlich demoliert.

Das haben sie mir alles erzählt, als sie um 22:30 Uhr von der Polizei kamen. Ich bin davor das erste Mal abends rausgegangen. Wollte mal sehen, wie viel hier in der Gegend los ist. Das ist echt unglaublich. Ich bin die Manuel Montt etwa 2 km in die eine Richtung gelaufen: ein Lokal am anderen, alle voll besetzt, ein Traum. Da wäre ich gern in Gesellschaft gewesen! Aus einem Impuls heraus bin ich in ein indisches Lokal gegangen, wollte nur mal sehen, wie es innen ist, weil es schon von außen so hübsch war. Ich wurde aber gleich in Beschlag genommen. Ich sagte, ich möchte mich nur umsehen, zum Essen komme ich ein anderes Mal. Ich musste unbedingt warten. Man holte den Chef, einen Inder in einem weißen Gewand, der mich sehr freundlich begrüßte: Namaste! Er hieß mich in seinem Haus willkommen und führte mich persönlich durch alle Räume und erklärte mir alles, wann wo geöffnet ist, wie jeder Raum heißt (Saal der Götter, Saal des Tanzes usw.) Wenn ich zum Essen komme, werden sie sich bemühen, damit ich mich wie zu Hause fühle. Ist das zu glauben? Da ist der Name des Restaurants angebracht: Jewel of India. Der Inder hat übrigens mal in Düsseldorf gelebt?!

Zu den Fahrrädern muss ich auch noch was erzählen, aber nicht heute.

IngeK Small

La Chascona

Vormittags war wieder Schule angesagt. Das macht echt Spaß, man wird aber auch ganz schön gefordert. Heute gab´s sogar Hausaufgaben.

Da ich ja eh schon im Viertel Bellavista war, beschloss ich, nach dem Unterricht La Chascona zu besichtigen. Dazu muss man wissen: Der chilenische Schriftsteller und Nobelpreisträger Pablo Neruda baute seiner Geliebten und späteren 3. Frau Matilde Urrutia dieses Haus, in dem er später mit ihr auch lebte. Matilde war eine schöne Frau, deren Haar immer zerzaust war, so wurde das Haus La Chascona = zerzaustes Haar getauft. Neruda baute an diesem Hügel einen Pavillon, weitere folgten, mit Terrassen dazwischen, einer Sommerbar und einer Bibliothek ganz oben. Wunderschön! Neruda liebte das Meer und war leidenschaftlicher Sammler. Da er als junger Mann als Botschafter in vielen Ländern war, findet man in seinem Haus Gemälde und Kunstgegenstände aus aller Welt.

Allmählich bekam ich Hunger, konnte mich aber nicht entscheiden, wo ich was essen sollte. Das bekannte Spiel, ich lief ein paar mal hin und her und setzte mich dann doch an einen Tisch, den ich zuallererst schon in Betracht gezogen hatte. Reineta Rellena bestellte ich mit einem Glas Weißwein. Das ist Fisch mit einem Berg Gemüse und Oliven zugedeckt und mit Käse überbacken. Wenn der Fisch nicht schon vorher tot war, hat ihn sicher das Gemüse erdrückt, so viel war da drauf. Ich weiß auch ganz genau, wem das sonst noch gemundet hätte! :)

Weiter ging´s wieder stadteinwärts. Da waren noch ein paar kleinere Museen, die ich ansehen wollte. Zuerst setzte ich mich in die Basilica de la Merced, das ist die Hauptkirche der Stadt. Das kleine Museum nebenan beherbergt eine der seltenen Schrifttafeln der Osterinsel, Rongo-Rongo. Die wollte ich unbedingt sehen. Aber: Das Museum wird gerade renoviert und ist daher geschlossen, schade. Naja, dann gab´s noch ein Ziel in der Nähe. Auch in der Calle Merced steht das Casa Colorada. 1769 im Kolonialstil erbaut, zeigt es die Wohnkultur der früheren Oberschicht, sagt der Reiseführer. So was schaue ich mir immer gerne an. Aber: Wieder Pech gehabt, auch hier ist wegen Renovierungsarbeiten geschlossen. O.k., dann halt nicht. Ich lief noch einen Bogen durchs Zentrum bis zum Berg Santa Lucia. Da soll gegenüber ein Souvenirmarkt sein. Diesmal hatte ich Glück, der stand noch. Sieht aus wie ein Bazar, lauter kleine Stände, mit Planen oben abgedeckt, ziemlich groß. Zu kaufen gibt es: Schmuck aus Silber, Lapislazuli oder Kupfer, Schnitzereien, Handarbeiten, gestrickte Ponchos, jede Menge Kitsch, dazwischen Churros (chilenisch oder spanisch, sehen aber gleich aus).

Da sich plötzlich eine neue Blase an meinem rechten Fuß bemerkbar machte, steuerte ich die Metro an und ließ den Tag ausklingen. Ich kann mich gar nicht erinnern, jemals so viele Blasen in so kurzer Zeit gehabt zu haben. Dank einem guten Tipp von Moni hatte ich den Franz dabei, der mir sehr hilfreich war. Danke Moni!



  • Missing
    Maria hat am kommentiert:

    Das hört sich nach vielen Kilometern an ,die du zurück legst. Jeden Tag so viele neue Eindrücke, mir wird schon vom Lesen ganz schwindlig. Hat dein Gemüseberg denn auch geschmeckt?
    viel Spass und Freude wünsch ich dir

  • Small
    IngeK hat am kommentiert:

    Der Gemüseberg war lecker, si claro

IngeK Small

Escuela Bellavista

Heute war mein erster Schultag. Schultüte bekam ich leider keine. Von zu Hause aus musste ich bereits einen Sprachtest machen. Heute folgte dann noch ein kurzes Interview, dann wurde man in einen Kurs eingeteilt. Es sind sehr viele Deutsche dort, das sieht man an der Liste mit der Kurseinteilung, die jeden Tag neu aufgehängt wird. Aber in meinem Kurs bin ich die einzige Deutsche, dann sind da noch eine Japanerin und 5 Brasilianer. Davon sind 3 Mädels Freundinnen und dann noch ein Pärchen, beide Architekten. Somit gab´s schon mal genug Gesprächsstoff für die Pause. Esteban, unser Lehrer für die ersten beiden Stunden gibt sich wahnsinnig viel Mühe und spricht sehr deutlich. Nach der Pause kommt für die nächsten beiden Stunden Ricardo, für ihn gilt das gleiche. Nach der Pause hat bereits eine Brasilianerin den Kurs gewechselt, dafür kam bei uns eine Belgierin dazu. Bäumchen wechsle dich! Was mich zuerst verwundert hat, war, dass Brasilianer einen Spanischkurs machen, wo ihre Sprache doch ähnlich ist. Aber anscheinend müssen die das auch lernen, wobei sie sich aber schon leichter tun als ich. Hanoe, die Japanerin hat es aber noch schwerer, allein schon mit der Aussprache. Sie ist mit ihrem Mann für 2 Jahre hier.

In der Pause habe ich dann schon ein paar der anderen kennengelernt. Außer mir sind noch viele von Chile Inside hierher vermittelt worden. Die, die den ersten Tag hier hatten, wurden zu einer Informationsveranstaltung ins Office der Agentur eingeladen. Zu viert sind wir dann mittags erst mal Empenadas (diesmal mit Carne / Fleisch) essen gegangen und sind dann leicht verspätet - chilenisch eben -  angekommen. Viele Fragen und Antworten! Insgesamt waren wir 3 Stunden dort. Deshalb gibt's heute auch keine Fotos. Und auch nicht so viel Text, ich bin nämlich saumüde. Gute Nacht!

Da fällt mir doch noch was ein. Neulich habe ich auf dem Nachhauseweg einen Menschenauflauf vor einem Haus in der Nähe meiner Gastfamilie gesehen. Ich wollte wissen, was da los war und siehe da, da ist ein Theater! Mit dem sinnvollen Namen " Teatro Nescafe de las artes". Heute hab ich da nochmal vorbeigeschaut und mich nach dem Programm erkundigt. Wer weiß, vielleicht kauf ich mir demnächst eine Karte für eine Vorstellung. Wen es interessiert, hier der link: www.teatro-nescafe-delasartes.cl

Naja, 2 Fotos hab ich doch für euch: Das blaue Haus ist die Schule und die Tafel zeigt, was wir in der ersten Stunde gelernt haben.

IngeK Small

H&M and more

Sonntag: Alle schlafen aus, tut gut! Nach dem gemeinsamen Frühstück lassen wir´s langsam angehen. Die Familie bringt mich mit dem Auto bis zur Station Tobalaba. Dort steht das höchste Gebäude Südamerikas. Im unteren Teil des Gebäudes ist auf 6 Etagen ein modernes Shopping Centre untergebracht. Bei Entel wollte ich nach einer Prepaid Karte für mein Handy schauen, hatten die aber nicht. Ich sollte zur Casa Royal gehen, hatte dann aber keine Lust, lang rumzusuchen, so wichtig war´s mir nicht. Ich schaute mich lieber im Shopping Centre um, jetzt wo ich schon mal da war. Hier gibt´s Läden wie Esprit, Mango, Zara, H&M. Also doch! Ich dachte schon, diese Ketten hätten es nicht bis hierher geschafft. Im normalen Straßenbild findet man sie nämlich nicht - was ehrlich gesagt ganz gut tut. Jetzt haben mich natürlich die Preise interessiert. Und ob die hier unsere Sommermode vom Jahr 14 haben oder uns voraus sind. Nun, bei H&M entdeckte ich eine Hose, die ich mir diesen Sommer gekauft hatte und der Preis war ziemlich der gleiche. Alles klar. Und wer hätte das gedacht: hier ums Eck gibt´s ein Hard Rock Cafe. Eh klar, dass ich mir gleich mein Souvenir - ein Schnapsglas - kaufte.

Die Metro brachte mich nun zum Museo Nacional de Bellas Artes. Am Sonntag ist der Eintritt frei - auch gut. Interessante Ausstellung. Vor allem im inneren Galeriebereich: da ist einfach ein Kleiderberg, 10 m hoch oder so...

Anschließend lief ich im Schatten durch die Grünanlagen bis zum Mercado Central, der heute natürlich geschlossen war. Aber er ist auch von außen sehenswert. Nicht weit entfernt ist der ehemalige Bahnhof Estación Mapocho, dessen Eisenkonstruktion ein Entwurf der Brüder Eiffel ist. Die Eisenbahnstation wurde umgebaut zu einer luftigen Kunsthalle. Momentan ist dort die Buchmesse. Ich hab mir dann glatt eines gekauft.

Jetzt überquerte ich den Mapocho. Das ist eine braune Brühe! Da ist unsere Isar mit der Kulisse von Landshut schon ein ganz anderes Bild! Der Obst- und Gemüsemarkt hatte heute einen Teil der Stände offen, so dass ich mir ein paar Orangen kaufen konnte. Daneben gönnte ich mir noch so einen Kringel. Mit der Zeit möchte ich alles probieren, was hier so angeboten wird.

Da ich keine Lust auf Umsteigen in stickigen U-Bahnhöfen hatte, lief ich südwärts bis zur Linie 1, die mich direkt nach Hause bringt. Unterwegs musste ich noch Geld abheben, meine ersten Pesos, die ich von zu Hause mitgebracht hatte, waren alle. Aber der Kurs ist hier eh viel besser.



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    Maria hat am kommentiert:

    Hi Inge, du kommst ja ganz schön rum.
    Ich hätte mir die Stadt ganz anders vorgestellt, so modern und sauber. Na ja ,die Hundehaufen sehe ich natürlich nicht auf den Bidern.
    Viel Spass noch , morgen beginnt ja der schwierigere Teil deiner Reise oder auch nicht.

    Bin schon so gespannt. (:

IngeK Small

Barrio Brasil

Wieder ein strahlender Tag! Trotz Blasen machte ich mich wieder auf den Weg, aber heute hatte ich zum Wechseln Flip-flops mit dabei. Mit der Metro fuhr ich 8 Stationen bis República. Die gleichnamige Straße gings ein Stück südwärts bis zum Allende Museum, das in einer alten Villa untergebracht ist. War interessant! Im Obergeschoß war eine Sonderausstellung. Da mein Spanisch noch nicht so besonders ist, hab ich nicht recht verstanden worum es da ging.

Was mich immer wieder aufs Neue verwundert, ist, dass in unmittelbarer Nähe des Zentrums solch ruhige Straßenzüge existieren. Alte Villen, blühende Bäume, kein Hochhaus, einfach nur schön!

Nachdem ich die Alameda, eine der großen Straßen, wieder überquert hatte, durchstreifte ich das Barrio Brasil. Die Straße Brasil ist sehr befahren, aber wunderschön, sie ist gar nicht so breit, hat einen Mittelstreifen mit wuchtigen Palmen und der Fußweg ist wieder mal gesäumt von meinen mittlerweilen Lieblingsbäumen - den blauen. Und jetzt kommt´s: diese Straße würde jedes Männerherz höher schlagen lassen. Was ich vor ein paar Tagen über die Schuhmeile geschrieben habe, gilt hier für Autos. Etwa 1 km beidseitig ein Autoladen neben dem anderen, entweder automarkenbezogen oder einfach alles rund ums Auto. Aber Achtung Männer: hier ist keine Fußgängerzone!

Mein nächstes Ziel war der große Parque Quinta Normal. Hier gibt es viel Grünfläche/Liegewiesen, mehrere Spielplätze, eine Cafeteria, einen kleinen See mit Tretbooten, einen Sportplatz (hier spielten grade 2 Teams gegeneinander mit einer Frisbyscheibe). Ich legte mich auch auf die Wiese unter einen Baum und las in meinem Reiseführer.

Etwas später stärkte ich mich mit einer Empenada con cheso und ging Richtung Bahnhof. Die Estación Central wurde schön restauriert. Aber es gibt nur eine Zugverbindung Richtung Süden.

Für heute hatte ich genug gesehen, stieg also gleich hier in die Metro Richtung Heimat. Es war noch so schön draußen, dass ich nicht widerstehen konnte, in dem kleinen Lokal vor unserem Haus wieder einen Pisco sour zu bestellen. Das ist genau der richtige Abschluss für so einen Tag.

Noch ein paar Details für die, die es interessiert:

Hunde! Man hat das Gefühl, hier gibt es mehr Hunde als Menschen. Sehr viele sind an der Leine mit ihren Herrchen unterwegs, aber noch mehr laufen allein durch die Gegend, die wurden ausgesetzt. Selbsterklärend, dass es hier keine Tüten für die jeweiligen Hinterlassenschaften gibt. Wer würde auch die herrenlosen Hunde bedienen? Diese Hunde liegen wirklich überall herum. Heute kam ich an einer Polizeistation vorbei, da standen jede Menge Streifenwagen vor der Tür. Und unter jedem Wagen schliefen 2 Hunde. Unglaublich.

Heute habe ich außerdem noch entdeckt, wie man hier sein Auto wäscht: Man fährt z.B. an den Parque Brasil, parkt am Rand, steigt aus, hupt davor noch und setzt sich auf eine Bank im Schatten und wartet. Die Autowäscher stehen schon mit einem Eimer Wasser parat und machen sich an die Arbeit. Nach einer Zigarette oder einem Telefonat steigt man wieder ein und fährt weiter. Cool, oder?


IngeK Small

Pisco sour

Auch heute war ich wieder unterwegs. Nach der Wahl der richtigen Schuhe - ich musste auf eine Blase von gestern Rücksicht nehmen - machte ich mich auf den Weg. Diesmal nahm ich gleich die Metro. Mein erstes Ziel war der Cerro Santa Lucia. Das ist ein Hügel mitten in der Stadt, 70 m hoch. Da er sich doch ganz schön hinzieht, sieht man ihm die Höhe gar nicht an. Ich startete an der Neptun Terrasse. Sehr schön angelegt, ganz nach meinem Geschmack. Und dann diese Gegensätze: Fast auf jedem Foto hast du im Hintergrund einen gläsernen Wolkenkratzer. Ich folgte dem Weg, der vorbei am Castillo Hidalgo und einer weiteren Aussichtsterrasse bis zum engen Aussichtspunkt ganz oben führt. Ein toller Blick rundum, im Hintergrund sieht man die schneebedeckten Berge.

Wieder unten angelangt machte mich mein Reiseführer neugierig auf das Barrio Lastarría. Ein altes historisches Viertel, nur ein paar Straßenzüge, mit kleinen Restaurants, blau blühenden Bäumen. Kaum zu glauben, dass das mitten in einer Großstadt ist.

Weiter gings durch die Straßen Merced, Miraflores, Huerfanos, San Antonio, Augustinos, vorbei an der Oper bis zur Plaza de la Constitucion. Dort steht der Palacio de la Moneda, der Regierungssitz. Die chilenische Flagge weht eigentlich überall, aber hier steht ein Fahnenmast neben dem anderen. An der Seite des Platzes ist in einem ehemaligen Grandhotel das Außenministerium untergebracht. Eine Statue von Allende darf natürlich nicht fehlen. Ihm zu Füßen lagen neben drei schlafenden Hunden viele rote Nelken. Ich ging um den Palast herum und entlang der Alameda zur Iglesia San Francisco. Mit ihren roten Mauern gehört sie zu den Wahrzeichen der Stadt, sie ist Santiagos ältestes Bauwerk.

Mittlerweile war es furchtbar heiß geworden. Mir war nach einer Pause, da fiel mir wieder das Viertel Lastarría ein, das ist nicht weit von hier. Neben den vielen Restaurants gibt es hier auch ein nettes Cafe mit herrlichen Kuchen. Ich bestellte einen Cappuccino, ein Wasser und eine Schokotorte. Da war so üppig Schokolade drauf, dass selbst ich das Stück nicht schaffte. Überhaupt: die Kuchen hier sind der Hammer, einer schöner als der andere; wieso gibt´s sowas bei uns nicht? Und was mir noch aufgefallen ist: Über der ganzen Stadt liegt so ein süßer Duft, manchmal mit Zimt vermischt. Es gibt auch wirklich viele Bäckereien mit den köstlichsten Sachen, da werde ich mich noch durchprobieren müssen. Außerdem gibt es überall Stände, die gebrannte Nüsse, Churros und vieles mehr frisch anbieten.

Nun war es 16 Uhr. Ich konnte nicht mehr laufen, heim wollte ich aber auch noch nicht bei dem herrlichen Wetter. Also beschloss ich, es den Chilenen gleich zu tun und legte mich in die nächste Grünfläche. Ich bin fast eingeschlafen, war das schön! Als ich mich dann wieder auf den Weg machte, war der Park bevölkert wie bei uns die Liegewiese eines Schwimmbades, hauptsächlich waren es junge Pärchen. Vorbei  an einigen Flohmarktständen, von denen die meisten alte Bücher verkaufen ging mein Weg zur Metro.

Einen letzten Halt machte ich in unserer Straße. Auf Luis´ Rat hin bestellte ich einen Pisco sour. Das muss man hier getrunken haben. Da gerade happy hour war, zahlte ich nur die Hälfte und bekam sogar noch Tapas dazu (ein paar Scheiben sehr guter Salami). Das Getränk an sich ist wahnsinnig lecker, kann ich nur empfehlen.

  • Missing
    Monika hat am kommentiert:

    Grüß dich,Inge,freu mich schon täglich auf deine Infos und die Bilder.Kann mir dann a bissl vorstellen, wie es wär, dabei zu sein. Mach weiter so. Moni

  • Missing
    Maria hat am kommentiert:

    Servus Inge,
    wunderschöne Bilder , ich bin ganz begeistern. Da kriegt man schon ein bisschen Fernweh, vor allem bei der strahlenden Sonne. Ich freu mich auch schon auf deine Berichte. <3

  • Missing
    Maria hat am kommentiert:

    Servus Inge,
    wunderschöne Bilder , ich bin ganz begeistern. Da kriegt man schon ein bisschen Fernweh, vor allem bei der strahlenden Sonne. Ich freu mich auch schon auf deine Berichte. <3

  • Small
    IngeK hat am kommentiert:

    Freut mich, dass es Euch gefällt!

IngeK Small

Santiago

Meine Beine sagen, ich bin heute quer durch Santiago gelaufen und fast stimmt das auch. Am Vormittag habe ich mich auf den Weg gemacht nach Bellavista, dort ist meine Sprachschule. Ich hab schon mal Hallo gesagt und ein paar Infos eingeholt. Danach bin ich durch das Stadtviertel gestreift, hab einige Punkte auf Rat meines Reiseführers angesteuert, in ein paar Lapislazuliläden reingeschnuppert, das Patio Bellavista angesehen.

Dann hab ich mir ein Ticket für die Standseilbahn (Funicular) und eins für den Zoo gekauft. Mit der Bahn fährt man eine Station den Berg hoch, dann ist man am Eingang des Zoos. Der ist recht nett, vor allem hat man hier schon einen tollen Blick über Santiago. Dann geht's mit der Bahn ganz rauf auf den Cerro San Cristóbal (800 m). Dort geht man noch ein paar Meter und steht vor der riesigen Madonna. Die Temperatur stieg und machte Durst. Am Kiosk kaufte ich mir den für hier typischen Rico Mote. Was das genau ist muss ich erst noch herausfinden aber es war sehr lecker.

Wieder unten angelangt brauchte ich eine Pause. Ich schlenderte durch den Parque Forestal, wo die vielen Bänke zum Verweilen einladen. Am anderen Ende gönnte ich mir einen Cappuccino mit Blick auf das Museo Nacional de Bellas Artes. Ich hab schon überlegt, ob ich noch reingehe, aber dazu war die Zeit bis zur Schließung zu knapp. Ein anderes Mal!

Also doch noch zum Zentrum. Aber auf der empfohlenen Route. Plötzlich war ich in der Fußgängerzone. Der Reiseführer muss für oder von Frauen geschrieben worden sein. Diese Straße war ein Schuh-Schlaraffenland! So was hab ich noch nicht gesehen: Auf ca. 100 m rechts und links nur Schuhgeschäfte, als Abwechslung dazwischen hin und wieder ein Taschenladen. Das war sehr sinnvoll, hier eine Fußgängerzone zu machen, sonst würden die Ladies wohl zuhauf überfahren werden, wenn sie kreuz und quer die Läden ansteuern.

Allmählich näherte ich mich der Plaza de Armas. Welche Enttäuschung: Der Platz war nicht zu sehen, er ist von einem schwarzen Bauzaun umgeben, der keinen Blick durchlässt. Und auch die Kathedrale ist eingerüstet, aber die hatte immerhin ein "Gewand" an mit ihrem Foto drauf. Die Gebäude rings um den Platz sind allerdings sehenswert: das Rathaus, das Nationalmuseum, die Hauptpost, die verhüllte Kathedrale.

Jetzt war es aber genug für heute, ich bin das alles zu Fuß gelaufen. Für den Rückweg verlangten meine Beine die Metro. Ich kaufte mir also eine Karte und lud sie auf und fuhr mit der stickigen Metro zur rush hour nach Hause. Hier ein paar Bilder von heute:

IngeK Small

Angekommen

Nach langer Reise (Di abends Flug von MUC nach Madrid, dort Aufenthalt bis Mitternacht, dann Weiterflug nach Santiago) habe ich am Mittwoch vormittags um 10 Uhr erstmals chilenischen Boden betreten. Bis ich dann den Flughafen verlassen habe dauerte es nochmal eine Stunde (Passkontrolle, Gepäck holen). Der Transfer mit TRANSVIP beanspruchte eine weitere Stunde. Dann stand ich endlich in meinem Zuhause für die nächsten 4 Wochen. Die Concierge Jessica ließ mich rein, kurz darauf kam Cristian, der Hausherr. Nachdem ich ausgepackt hatte wurde ich saumüde. Aber ich muss die Zeitumstellung ja mitmachen. Die 4 Stunden wären ein Klacks, schlimmer war, dass ich ja seit gestern früh fast kein Auge zugemacht hatte. Trotzdem zog ich erst mal los. Ich lief die Avenida Providencia bis fast zur Stadtmitte und wieder zurück. Einen ersten Eindruck habe ich somit gewonnen:

Es ist herrliches Wetter, ziemlich warm, manchmal weht ein kühler Wind. In meiner Umgebung sind viele kleine Kneipen und Geschäfte und (gut zu wissen) ein kleiner Supermarkt namens Lider. Obwohl das hier eine Geschäftsstraße ist stehen überall Bäume, die gerade blau oder rot blühen. An jeder größeren Kreuzung gibt es einen Platz mit Grün, einer Statue und Bänken. Zwischen den großen Straßen sind Grünstreifen wie kleine Parks angelegt.

Nach meinem Bummel musste ich mich dann doch hinlegen. Cecilia, die Hausherrin lernte ich somit erst kennen, als sie mich zum Abendessen weckte. Jetzt habe ich also bisher 3 Chilenen kennengelernt und alle drei sind supernett. Halt, stimmt nicht, unterwegs sprach ich eine junge Frau an und fragte sie nach dem Weg zu Lider. Si claro, antwortete sie und setzte sofort ein strahlendes Lächeln auf. Also 4 von 4!

Beim Abendessen hatte ich meine erste Herausforderung. Die Unterhaltung auf spanisch funktionierte aber ganz gut. Beide bemühen sich, langsam zu sprechen. Und wenns gar nicht geht, erklärt Cecilia es auf englisch.

Hier ein herzliches DANKE an Luis! Ohne seine Bemühungen, mir Spanisch beizubringen hätte ich mich allein schon auf der Reise nicht so leicht getan. Auch wenn ich lange nicht alles verstehe, ist es doch sehr hilfreich, das Wichtigste aufzuschnappen (Hinweise am Airport zu welchem Gate ich muss, an welchem Gepäckband ich meinen Koffer finden werde usw). Hat mich eh gewundert, dass ich soviel verstehe. Bei einer längeren Unterhaltung merke ich dann aber ganz schnell, wie viel ich noch lernen muss, wie viele Wörter ich einfach nicht kenne.

Mein Bett hier ist Gott sei Dank gut, ich habe geschlafen wie ein Stein. Nach einem gemeinsamen Frühstück sind C+C los zur Arbeit. Ich mache mich jetzt dann auf den Weg zum Zentrum in der Altstadt. Die Metro ist nicht weit, jetzt muss ich nur noch an ein Ticket kommen.

IngeK Small

Morgen gehts los

Letzter Abend zu Hause. Der Koffer ist immer noch leer. Mach ich morgen früh. Alle Sachen liegen vorbereitet neben (!) dem Koffer. Ich muss dann nur noch entscheiden, was mitkommt und was nicht.

Hoffentlich vergess ich nichts.

Danke an alle, die mich hier so ermutigt und unterstützt haben!

Nächste Meldung dann vom anderen Ende der Welt!

IngeK Small

Vorbereitung

Abenteuer Chile.

Dieses Jahr erfülle ich mir einen lang gehegten Wunsch: Ich werde an einem Hilfsprojekt ehrenamtlich mitarbeiten. Dazu habe ich mir ein Kinderheim ausgesucht, in dem fehl- und unterernährte Kinder betreut werden.

In den letzten 2 Monaten wurde alles geplant, der Flug gebucht, über eine Agentur eine Gastfamilie gesucht und ein Spanischkurs gebucht.

Jetzt sind es noch genau 2 Wochen bis es losgeht. In Gedanken packe ich schon und überlege, was ich brauche und was nicht. Das wird wohl das Hauptproblem, alles in einen Koffer zu bekommen. Schließlich will ich auch was für die Kinder und die Gastfamilie einpacken.

Leider habe ich nur 6 Wochen Zeit. In dem Kinderheim arbeite ich 4 Wochen mit. Davor und danach habe ich also nur ein paar Tage Zeit, mir außerhalb von Santiago etwas anzusehen. Wer mir hierzu einige Tipps geben kann, ist herzlich dazu eingeladen, ich freu mich über jede Antwort!

  • Small
    Claus hat am kommentiert:

    Hallo Inge,
    das permondo-Team wünscht dir eine tolle Zeit.
    Falls du Fragen zur Nutzung des Systems hast (z.B. zum Hochladen eines Tourbildes ;-)) - nutze das Fragezeichen unten rechts.
    Claus