Überfahren: Die Hügel von Novosibirsk nach Irkutsk (Etappe 4)

1.897 km mit dem Fahrrad

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Dies ist dein Tour-Blog. Füge Einträge mit Fotos und Standort hinzu oder einfach nur Text und dokumentiere was du gesehen hast, wo du warst und worüber du nachgedacht hast. Wenn du möchtest, lass andere deinem Tour-Blog folgen und an deinen Erfahrungen teilhaben. Wie das geht? Hier entlang zum Video-Handbuch.

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Station erstellen
PuC Small

No Sports!

Zum Abschluss der Etappe einige Bilder, die wir während der Erholungsphase gemacht haben.

Irkutsk hat etwa die Einwohnerzahl von Hannover. 

Das Zentrum ist sehr kompakt und gepflegt. Es gibt sehr schöne Gebäude aus dem 19. und 20. Jahrhundert und alle Geschäfte, die man sich denken kann. Bei der scheinbaren „Verschlossenheit“ der Geschäfte (es gibt kaum mal ein Schaufenster, nur Plakate an der Fassade), darf man nicht vergessen, dass -30 Grad im Winter Standard und -50 Grad möglich sind.

Wir haben allerdings +20 bis +30 Grad ;-).

Danke allen Blog-Lesern für den langen Atem. Ein wenig  weiter fahren wir dann noch …

Auch die Kommentare motivieren uns zum Fahren, fotografieren und schreiben. Danke auch dafür. Weiter geht es  mit den Erinnerungen an die Urlaubswoche am Baikalsee und den ersten Etappen, wenn wir nach Irkutsk (also nach dem 19.7.) mal wieder online sind.

Der neue blog „Baikal und Mongolei“ ist hier: http://www.permondo.com/en/tours/106 zu finden.

Irkutsk
Irkutsk Oblast, Russia
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    Isabelle hat am kommentiert:

    Das Fussgängerschild sieht sehr dynamisch aus!

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    Hendrik hat am kommentiert:

    Hallo Ihr Zwei!

    Viele Gruesse von den Sachsen aus dem gelben Ungetüm (IFA L60).
    Respekt vor Eurer Willenskraft!!!

    Wir sind nach unserem Treffen für 2,5 Tage am Baikal geblieben und haben dann am 08.07. die Mongolei in 15 h Fahrt erreicht.
    Wir werden Eure Tour weiter verfolgen und wünschen Euch alles Gute und vorallem Gesundheit.

    Hendrik und Katrin

PuC Small

Baikal

74 km. Sonne, leichter Rückenwind, wenig Hügel. Da stört auch die teilweise schmale und schlechte Straße nur wenig. 

In der Komhata am Ortsende waren wir die Einzigen, die ein Zimmer mit Fenster hatten. Als wir abends auffällig viele junge Damen ein- und ausgehen sehen, verstehen wir, dass die anderen Kunden auch keine Fenster benötigen. Die Wände scheinen stabil, wir schlafen gut. 

Apropos Verkehr. Rote Ampeln sind Gesetz und Autos und Fußgänger halten sich daran. Alle. Auch Zebrastreifen werden von den Autofahrern respektiert, sogar auf den Magistralen. Man muss nur forsch losgehen…

Mit steigenden Temperaturen erreichen wir Irkutsk. Mit unserem handgemalten Plan und einem Taxifahrer finden wir die Agentur, die unseren Aufenthalt vorbereitet hat, für die wir aber drei Tage zu früh kommen und nach weiteren vier Stunden sind  wir dann auch in unserer Privatunterkunft.

Zum Ende von Etappe 4 wieder ein wenig Statistik:

• Ziemliche Punktlandung mit 1.897 gefahrenen Kilometern. 

• In 102 Stunden reiner Fahrzeit.

• Durchschnittliche Geschwindigkeit 18,6 km/h

• Durchschnittliche Tagesetappe 105 km

• 31 % Regentage

• 28% der Toiletten hatten keinen Sitz.

Zum Vergleich die Gesamtstrecke:

• 7.778 gefahrene Kilometern. 

• In 424 Stunden reiner Fahrzeit.

• Durchschnittliche Geschwindigkeit 18,3 km/h

• Durchschnittliche Tagesetappe 97 km

• 17% Regentage

• DtO (Distance to Origin) ist jetzt 5. 948 km

• TD/DtO  hat sich auf die Gesamtstrecke nur leicht auf 130,8% verschlechtert, da wir jetzt schon ein gutes Stück weiter südlich sind.

Irkutsk
Irkutsk Oblast, Russia
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    Anika hat am kommentiert:

    Glückwunsch zur Erreichung dieses nächsten Zwischenziels! Und natürlich gute Erholung!

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    Gebke hat am kommentiert:

    Herzlichen Glückwunsch!
    Hier noch ein Buchtipp für alle H. G. Konsalik Fans ;-) : http://www.amazon.de/dp/3453047818. Beschreibt dieses Buch die Gegend so, wie sie tatsächlich ist? Oder war Konsalik nur ein Träumer, wie Karl May?

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    jupp hat am kommentiert:

    Glückwusch, weiterhin alles Gute. Ihr seid wirklich gut drauf. Hg aus dem sonnigen H. Jupp

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    Laura hat am kommentiert:

    Yeah, herzlichen Glückwunsch! Erholt euch gut!!!

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    Hermann Rottmann hat am kommentiert:

    Hallo Ihr Beiden, herzlichen Glückwunsch!! Das ist ja wirklich toll, was Ihr da auf die "Räder" stellt! Gute Erholung und dann weiter toi toi toi für die nächste Etappe ! Viele Grüße
    Hermann

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    A&A Jäger hat am kommentiert:

    Wir freuen uns mit Euch über diese tolle Leistung! Und jetzt genießt mal die nächsten Tage mit den Mädels (ich meine nicht die in den fensterlosen Räumen :))

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    Isabelle hat am kommentiert:

    Tolle Fotos. Bravo und gute Erholung. Hier im ganz Süden ist es auch sehr heiss.

PuC Small

Vorwarnung

Wenn nichts ganz Großes dazwischen kommt, sind wir morgen in Irkutsk angekommen. Zwei Tage vor der Planung, aber besser als umgekehrt. Dann haben wir das Ziel der Etappe 4 erreicht. Es gibt dann noch die gewohnte Statistik und ein paar Eindrücke aus Irkutsk.

Dann ist erstmal Urlaub - eine Woche ohne Fahrrad.

Wir melden uns dann hier mit Etappe 5: http://www.permondo.com/de/tours/106 wieder, und starten mit ein paar Erinnerungen an Olchon und den Baikalsee.

  • Missing
    Rainer Ernst hat am kommentiert:

    Hallo ihr zwei, habe mich lange nicht gemeldet ... wenn einen die EDV verlässt. Euch geht es gut wie ich lese. Klasse Planung, mein tiefster Respekt. Wünsche euch jetzt eine tolle Woche ohne Fahrrad, beste Grüße Rainer

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    Gebke hat am kommentiert:

    Liebe Mitleser, der Link zeigt auf die gleiche Route (105). Passt in der URL den Link auf 106 an und ihr könnt die Reise weiterverfolgen.
    PuC weiterhin eine gute Reise!

  • Small
    PuC hat am kommentiert:

    Ist jetzt korrigiert. Danke für den Hinweis. Wenn It-Amateure am Werk sind ....

PuC Small

Kornkreise?

89 km. Wir starten um 7.00 Uhr bei Sonnenschein mit 6 km Baustelle. Danach wird die Straße gut, wir nehmen einen kleinen Schauer mit und fahren durch gewohnt hügeliges Land. Tagebau und viel Industrie. Die Entfernungsangaben für Irkutsk schrumpfen zusammen und wir suchen eine Unterkunft am Ortsende, um morgen Mittag in Irkutsk einfahren zu können. 

Nachmittags Pizzeria mit irgendeinem offenen Netz.

Als Ergänzung die Galerie Windows 2.1

Usol'ye-Sibirskoye
Irkutsk Oblast, Russia
  • Small
    Isabelle hat am kommentiert:

    Wie war die Stimmung in der Pizzeria?

PuC Small

Modelbauland

115 km. Regen beim Aufstehen, aber dann 40 km Glück, dass es überall um uns herum regnet und wir verschont bleiben. Bei fast Windstille lässt es sich dann nicht vermeiden in den Regen hinein zu fahren. Bis wir beim Sonnenloch angekommen sind, sind wir nass und kalt. Dann wird es besser.

Wieder viele Höhenmeter. Beim Blick von oben in alle Richtungen kommt schnell mal das Gefühl auf, ein kleines bewegliches Element in einer Modelbauwelt zu sein, zumal wenn vor dem Horizont scheinbar endlose Güterzüge vorbeifahren. Mit einigen Natur- und Landschaftsaufnahmen können wir euch auch heute nicht verschonen. 

Abends treffen wir noch Michael aus der Schweiz, der an einer Extrem-Fahrradtour teilnimmt. Wladiwostok bis Eismeer, 10.500 km in 40 Tagen. Er liegt 400 km vor den anderen 6 Teilnehmern. 7 Teilnehmer, bei einer weltweiten Ausschreibung! Im Durchschnitt 250 km am Tag – da machen wir dann doch eher einen Fahrradausflug.

Zabituy
Irkutsk Oblast, Russia
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Sachsen

45 km. Sonne, kaum Gegenwind und gute Straße. Trotzdem entscheiden wir, das Motel 12 km vor Zima anzutesten, bevor wir wieder eine teure und schlechte Ortsunterkunft bekommen. Bei der Ortsausfahrt sehen wir noch eine zweite Unterkunft. 

In Erwartung der kurzen Strecke trödeln wir so vor uns hin, machen ein paar Landschaftsaufnahmen, weil uns der Anblick einfach nicht loslässt, als ein „Wohnmobil“ aus Pirna uns überholt. Wir halten gemeinsam an. Katrin und Henrick sind schon 13.000 km unterwegs und planen auf ca. 2 Jahre. Sie haben etwas Zeit in Kasastan verloren und holen das gerade auf, um pünktlich in der Mongolei zu sein. Der robuste Wagen bietet viel Komfort und erst mal wollen sie nach Malaysia.

Das Motel vor Zima entpuppt sich als absoluter Glücksgriff (und wir können das inzwischen beurteilen!). 25 € für das Zimmer in einem Blockhaus mit Toilette (und Toilettenbrille). Zusätzlich Duschen, Waschen und Sauna (eine Stunde 7,50 € für zwei). Also Entspannung für die Muskeln, etwas Stretching, große Wäsche und noch dazu sauber. Das Essen hier (Fleisch, Nudeln, Salat und Bier) für weniger als 5 € pro Person.

Inside 16: Dorfspaziergang

In der Nähe unserer Unterkünfte gibt es gelegentlich kleinere Orte/Dörfer und auch tagsüber fahren wir immer wieder durch diese durch, teilweise auch auf der Suche nach einem Magazin.

Einschränkend muss man sagen, handelt es sich um Orte nahe den Magistralen, auf denen wir hauptsächlich unterwegs sind, also nicht in der Einsamkeit. Die Magistralen sind – neben der Bahn – die Lebensadern des Landes, da ein Großteil der Versorgung durch LKWs passiert.

In der Regel gibt es eine asphaltierte oder betonierte Hauptstraße – Nebenstraßen sind meist Sandpisten. Neben der Straße gibt es eine Graswiese, durch die ein Fußweg verläuft.

Die Häuser machen auf den ersten Blick einen grauen, baufälligen Eindruck. Beim genauen Hinsehen muss man aber differenzieren. Natürlich gibt es auch die, aus irgendwelchen Gründen fast verfallenen Grundstücke. Meist sind die grauen Dächer und Holzwände aber durch verzierte Fenster und teilweise Zaunschmuck verschönert. Die einzelnen Parzellen sind gedrungen bebaut, die Anbauten sind meist verbunden. Bedenkt man den Winter mit -50 Grad und mehr, macht das alles Sinn. Wenig Raum zum Heizen, alles direkt erreichbar – auch der Holzvorrat.

Jeder macht es sich also auf seinem Grundstück so angenehm wie möglich – auch einige Steinhäuser gibt es dazwischen. Die Menschen machen keinen unglücklichen Eindruck. Die Kinder spielen in größeren Gruppen, die älteren Leute sitzen vor den Häusern. Der Wald und Wiesen und Felder sind nah, oft Seen und Flüsse. Jedes Dorf hat ein oder mehrere Magazine oder Produkty, kleine Geschäfte gut sortiert für den täglichen Bedarf.

Irritiert sind diese Menschen sicher von den Fernsehserien, in denen z.B. die Polizisten in großen, modern eingerichteten Wohnungen leben, genau wie die Leute, die in der Werbung auftreten.

Passen dazu unsere Galerie Zaunkunst

Sayansk
Irkutsk Oblast, Russia
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    Jan hat am kommentiert:

    Geniales "Wohnmobil"!

PuC Small

Es bleibt bei Gelb

85 km. Es ist morgens nach wie vor kalt, aber wir starten mit blauem Himmel und ohne Wind. In Tulun erledigen wir Bankgeschäfte und lassen den russischen Zirkus rechts liegen.

Am Ortsausgang hat Claus seine erste Reifenpanne. Es zeigt sich, dass – wie bei Peters Panne – ein Stück Draht aus einem Autoreifen sich durchgearbeitet hat. Bei jeweils einem „Platten“ auf 7.500 km wollen wir mal nicht klagen.

Wir fahren an einem Glücksbaum vorbei, wo man auch schon mal Münzen aus dem Auto, bzw. vom Fahrrad wirft und kaufen unterwegs Fahrradöl in einem kleinen Magazin, das einfach alles hat.

Die Strecke wird zunehmend ländlicher. Kühe, Pferde und Schafe weiden ohne Sicherung an der Straße, Das Getreide steht gut und wir sehen viele Leute, die in den Kartoffelfeldern arbeiten.

Auf den Wiesen bleibt die beherrschende Farbe Gelb, auch wenn die Blumensorten wechseln. Wir bewegen uns jetzt durchgehend über 500 m und der Blick ins Land ist nach wie vor unendlich.

In Kuytun finden wir eine günstige Unterkunft mit Dusche auf dem Flur und Toilette im Garten …

Kuytun
Irkutsk Oblast, Russia
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    Annette hat am kommentiert:

    Wie schön, dass ihr nicht mit dem "fahrendem Volk" (Zirkus) mitgereist seid, obwohl ihr ja auch zu den "fahrenden" gehört. So bleibt uns doch die Hoffnung, dass ihr irgendwann einmal wieder kommt und nicht als Artisten eueren Lebensabend fristet (z. B. mit dem Fahrrad auf dem Drahtseil!!)
    Haltet durch der Sommer kommt bestimmt auch nach Sibirien. Liebe Grüße

  • Small
    Isabelle hat am kommentiert:

    es wird immer schöner. Die Landschaft gefällt mir sehr gut. Die Strassen motivieren aber eher mit einem Wohnmobil unterwegs zu sein...

  • Small
    Gebke hat am kommentiert:

    Wie funktioniert eigentlich die Navigation über "herkömmliche" Karten oder per GPS-Modul??
    Gibt es "mulmige" Situationen mit "dunklen Gestalten" oder ist ein Tramper immer willkommen?

    übrigens: gelben Blumen kenne ich auch aus meinem Garten: "Löwenzahn". Will keiner haben, kommt aber trotzdem!

    GUTE FAHRT!
    P.S. Der Fußball-Tipp wird bald wieder gestartet, ich hoffe, dass aus der Ferne auch getippt wird, oder?

  • Small
    PuC hat am kommentiert:

    Karte/Kompass, GPS nur im Notfall.
    Spielen Sie bei den dunklen Gestalten auf unsere gesunde Farbe an? Nein wenig Stress, nur ein paar übliche Kaschuben.
    Die Löwenzahnsaison ist schon durch.
    Ich hoffe Herr Wesseler denkt daran einzuladen.
    Grüße aus fast Irkutsk

PuC Small

Projekt Baykal

107 km. Mit dem Aufstehen fängt der Regen an. Wir warten ab bis 9.30 und fahren dann los. Ab 9.45 gibt es nur noch seitliches Spritzwasser und auch die Straße ist bald trocken. Wir fahren etliche Hügel (insgesamt gut 1.000 Höhenmeter heute). Als die Hügel auf einer Ebene auf 600 m (der Rekord von gestern hat nicht lange gehalten) aufhören, hört auch der Asphalt auf. Wir befinden uns im „Projekt M53 Baykal“ das wohl bis 2017 läuft und einige Kilometer renovieren wird. Das wird sicher sehr schön und alle Radwanderer sollten etwas warten, damit sie dann auf Pflüsterasphalt gen Osten radeln können. Wir haben nun 25 km Sand- und Steinpiste davon. Als die endet – genau! – beginnen wieder die Hügel.

Unterwegs laufen uns einige Tiere und eine neue gelbe Blume über den Weg. Wenn der Regen aufhört, wird es sofort wieder staubig.

12 km vor Tulun sehen wir unerwartet eine Gastinizu, und entscheiden uns zu bleiben. Es gibt eine Sauna und eine gute Küche mit Grill.

Bulyushkina
Irkutsk Oblast, Russia
PuC Small

Es gibt noch andere

90 km. Zum Glück ist die Wettervorhersage auch heute falsch und wir fahren fast den ganzen Tag ohne Regen auf ausgezeichneten Straßen. An der Raststätte steht ein Wagen mit Überlänge - die tauchen jetzt vermehrt auf. Insgesamt ist der Straßenverkehr aber deutlich dünner geworden.

Die ersten 40 km sind unspektakulär. Wir schonen uns, in Erwartung einer langen Steigung, die dann auch pünktlich beginnt. Etwa nach der Hälfte treffen wir bei ein paar fahrenden Händlern Mark. Mark ist Nordamerikaner, ist in Wladiwostok gestartet, fährt nach Novosibirsk, um dort links abzubiegen in Richtung Thailand. Er fährt ein selbstgebautes Fahrrad mit den gleichen Taschen und –haltern wie wir. „ and I thought I was in a good shape on my 43th birthday last month” sagt er, als er uns sieht. Man sieht ihm die 43 aber auch nicht an.

Nach Foto und email-Adressen-Austausch arbeiten wir weiter an unserer Höhe, bis wir ca. 550 m erreicht haben. Der bisher höchste Punkt der Tour und nahezu identisch mit der Km-Entfernung nach Irkutsk von hier. An verschiedenen Stellen sehen wir jetzt „gehäutete“ Birken. Wir sind gespannt, ob uns die Rinde irgendwo als Souvenir begegnet.

Die Wiesen werden jetzt wieder farbiger und auch die Berge am Horizont erweitern die Farbpalette, auch wenn die Sonne nicht scheint.

Die Unterkunftsuche ist heute erst beim dritten Anlauf erfolgreich. 7 km vor dem Ort gibt es nur Einzelzimmer ohne irgendeine Dusche. Im geplanten „Stadthotel“ sind die beiden Rezeptionsmatronen noch nicht in der nachsozialistischen Realität angekommen. Die eine will – um die Arbeit die Ausländer machen, zu vermeiden – gar nichts vermieten, die andere bietet „Lux“ für 5.000 Rubel an (in einem Plattenbau). Also zurück in ein Motel an der M53 für 1.500 Rubel mit Dusche für Schwindelfreie, Toilette ohne Brille und Wäscheleine im Hof.


Nizhneudinsk
Irkutsk Oblast, Russia
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    Isabelle hat am kommentiert:

    Schöner Holzstapel!

PuC Small

Stundenhotel

98 km. Wir starten schon um 8.00 Uhr, um den vorhergesagten Nachmittagsregen zu vermeiden, nehmen so aber den nicht vorhergesagten Vormittagsregen voll mit. Bis Tayshet sind wir nass und die Räder schmutzig. 

In den Orten hier gibt es viel Holzverarbeitung im großen Stil. Vor den Häusern (in allen Orten bisher) türmen sich die Holzberge für die Zerkleinerung. Der nächste Winter kommt bestimmt.

Einen kräftigen Schauer warten wir an einer Bushaltestelle ab. Als wir den Ort über einen Hinterausgang verlassen lässt der Regen nach. Dem Abschiedsbild hilft das wenig. Wir haben wieder weite Strecken keinen Asphalt und sind froh wieder auf der M53 zu sein. 

Nach einer weiteren kilometerlangen Baustellenumleitung finden wir das geplante Motel. Hier wird der Preis nach Anwesenheit festgelegt – Pro Person und Stunde 80 Rubel. Wir widmen uns ein wenig den geschundenen Fahrrädern und nutzen das unverhoffte Internet.

Wir fahren also morgen um 8.00 – wahrscheinlich im Regen...

Alzamay
Irkutsk Oblast, Russia
PuC Small

ßjem

142 km. Sehr unterschiedliche Teilstrecken. 

Nach verschlungener, aber teilweise gut ausgeschilderter Ausfahrt aus Kansk begleitet uns der Regen (wir hatten eine ¾ Stunde auf das Ende gewartet, ohne Erfolg) noch 20 Kilometer. Gleich nach Kansk machen wir 200 Höhenmeter fast am Stück.

Zur Belohnung gibt es bis zu unserer Mittagspause bei 105 km eine gute Straße bei flachen Ab- und Anstiegen und nachmittags kommt sogar die Sonne durch.

Am Bahnübergang von Nizhnyaya Poyma stauen sich dann ca. 80 Fahrzeuge. Wir fahren schlank und wendig daran vorbei, sehen noch zwei Züge und nutzen die nächste Chance uns über den Bahnübergang zu mogeln. Die eine Bahnschranke lässt sich wohl nicht öffnen. Auf der anderen Seite sehen wir einen liegen gebliebenen LKW, drei Kilometer Stau und sieben Kilometer Baustelle ohne Asphalt, teilweise bergauf. Nicht schön, aber besser, als vor der Bahnschranke den Sonntagnachmittag zu verbringen.

Als wir in den Oblast Irkutsk einfahren, verlieren wir wieder eine Stunde. Zeitdifferenz zu Deutschland jetzt, und für den Rest der Fahrt 7 Stunden. Wir fahren ab nach Yurty (frei übersetzt Yourtui ;-)), wo es eine Unterkunft geben soll, die wir nach einigen Kilometern und mehreren Nachfragen auch finden. Dusche und Toilette auf dem Gang, Gemeinschaftsküche, die wir auch nutzen. 

Inside 15: Vögel die uns begleiten

Die Vogelarten, die wohl auch gern an der Straße leben, haben sich seit Deutschland kaum verändert, als da sind:

• Dohlen,

• Krähen,

• Bachstelzen,

• Elstern,

• und ein Kuckuck, den wir aber nur hören – vielleicht gibt er sein Password aber auch an Artgenossen weiter 

(Password heißt hier Parole, klingt logisch, warum heißt das in Deutschland nicht so?)

• seit Novosibirsk gibt es konstant noch einen Greifvogel (der steht u.a. auf die kleinen Erdhörnchen, die manchmal nahe der Straße sitzen und pfeifen um die Ihren zu warnen). Falls jemand (nach dem Foto) den Namen kennt, bitte melden.

Yurty
Irkutsk Oblast, Russia
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    jupp hat am kommentiert:

    Ihr seid ja sehr gut drauf, und lachen könnt Ihr auch noch. Tolle Germanskis seid Ihr. Weiterhin HG und alles Beste. Jupp

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    Anika hat am kommentiert:

    Bei der Treppe darf man aber auch nur max ein Bier getrunken haben, oder!?

  • Small
    PuC hat am kommentiert:

    Es gehen bis zu vier (praxisgetestet).

PuC Small

Im Schwimmbad

0 km. Heute ist wirklich Pause. Nach dem gestrigen Ritt heute Pflege der Räder und der Körper. Claus verbringt den Vormittag im Kassenraum der Schwimmbades wg. WiFi. Ein nettes WiFi-Kaffee hat vorher erst durch ihn gemerkt, dass es gar keine Internetverbindung hat. Hektische Betriebsamkeit ohne Ergebnis - also Schwimmbad.

Kansk ist so entzückend, dass wir hier noch einige Impressionen liefern. Fast 100.000 Einwohner müssen es sich schon schön machen, um
sich wohl zufühlen. Das Stadtbild selbst gibt dafür wenig Anlass.

Einer der Hauptkreuzungen (Richtung Zentrum und Magistrale nach Irkutsk) gibt vielleicht schon mal einen Eindruck.

Kansk
Krasnoyarsk Krai, Russia
  • Small
    Isabelle hat am kommentiert:

    hier schwimmen wir auch! Dauerregen und 13 Grad in Grenoble...

  • Small
    Gebke hat am kommentiert:

    Herzliche Grüße aus dem schattingen Wunstorf. Ein Vorteil hat der Sommer in Niedersachen, der Rasen wächst nicht so schnell, bei den niedrigen Temperaturen. Gute Fahrt und ich freue mich schon jetzt auf die "Media-Vision" im Theater am Aegi!!

  • Small
    Astrid Jens-Rosendahl hat am kommentiert:

    Die Strassen sehen"Rough"aus - hoffe, die Reifen sind robust ;-) weiterhin viel Glück und Danke für die tollen Bilder, die einen kleinen Eindruck vom Abenteuer geben. Hier wird's langsam wärmer, trotz allem läuft die Grillsaison schon auf Hochtouren. Was gibts denn so in Kansk??

  • Small
    PuC hat am kommentiert:

    Die Reifen halten - toi, toi, toi - bisher recht gut. Einen Anflug von Grillsaison gibt das allgegenwärtige Schaschlik. Im Südosten, am Baikal soll es auch schon wärmer sein, da fahren wir jetzt mal hin.

PuC Small

½ Ruhetag?

176 km. Längste bisherige Strecke mit mehr als 1.400 Höhenmeter bergauf in mehr als 9 Stunden gefahren. Früher Start im Nebel, nach 80 km entscheiden wir, bis Kansk zu fahren, allerdings in der Erwartung, dass es ca. 10 km vor der Stadt ein Motel gibt. 

Eigentlich ideale Bedingungen, leichter Rückenwind, Sonne, aber nicht zu warm, lange Anstiege. Die Baustellen sind wie üblich staubig, und in diesem Fall sogar teilweise Sandpisten, aber nur 3-4 km lang. Danach erleben wir noch ein Beispiel russischer Schlagloch-Behandlung. Das Loch wird mit Asphalt aufgefüllt, in der Hoffnung, dass dieser, wenn er die richtige Konsistenz hat, dann platt gefahren wird. Kommt der LKW zu früh, ist das Loch wieder da und nebenan ein kleiner Hügel.

Kurz vor Kansk treffen wir die Celle Wohnmobil-Abenteurer erneut. In Kansk finden wir „citynah“ ein nettes, preiswertes Hotel. Nebenan ist heute Abend Hochzeitsparty.

Inside 15: Bergauf, Bergab

1. Natürlich ist Bergab-Rollen angenehm, erfordert aber wg. Schlaglöchern und höherer Geschwindigkeit mehr Konzentration.

2. Gefälle ist nur der Vorbote des Hügels nach der nächsten Kurve. 

3. Wenn es geht, nutzen wir den Bergab-Schwung um möglichst weit in einem hohen Gang nach oben zu fahren.

4. Dann – richtigen Gang suchen und den Rhythmus bis nach oben durchhalten (hört sich einfach an – ist es aber nicht ;-).

5. Manchmal hilft ein Autotransporter, der von hinten kommt. Die geben den meisten Schwung.

6. Abstand zum Vordermann halten! Jeder hat seine Rollgeschwindigkeit. Überholen geht wegen des Verkehrs nicht immer, und Bremsen zerstört den Schwung für den nächsten Berg und nutzt unnötig die Beläge ab.

Kansk
Krasnoyarsk Krai, Russia
PuC Small

Schön war’s nicht in Krasnojarsk

62 km. Der Regen droht, aber wir kommen mit leichten Schwierigkeiten trocken aus der Stadt. Die Polizei hilft bei einer plötzlichen Sackgasse/Umleitung mit dem Hinweis, dass das mit Fahrrädern schon geht.

Am Ortsausgang sehen wir die ersten Prostituierten seit Polen. Mehr als 90% aller auf unserer Tour haben wir allerdings zwischen Wolfsburg und Rathenow gesehen.

Der befürchtete Anstieg auf über 400 m erweist sich als fahrbar, das Motel finden wir gut und finden wir gut. Die Räder stehen warm und trocken in einem Fischladen und das Essen ist leicht erkennbar, reichlich und preiswert. Ein guter Platz für einen ½ Ruhetag.

Abends laufen wir ca. 500 m zu einer empfehlenswerten Schaschlik-Kooperative, wo uns der Platzregen zwingt, noch ein zweites Bier zu trinken.

Kuskun
Krasnoyarsk Krai, Russia
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    Laura hat am kommentiert:

    ..aber schöne Tischdecken haben sie da. ;)

  • Small
    Jan hat am kommentiert:

    Das Nebel-Bild ist besonders cool!

  • Small
    Isabelle hat am kommentiert:

    Umwelt ist echt toll! Irgendwie erinnert es ein bisschen an USA... komisch

PuC Small

Sibirischer Sommer

45 km. Es regnet schon beim Aufstehen und hört bis Krasnojarsk nicht mehr auf. In der Stadt macht uns ein freundlicher Tankwart eine Zeichnung, wie wir die City und ein paar Hotels finden können. In der Stadt regnet es in Strömen. Die Buchungslage in den Hotels ist hier allerdings ausgezeichnet, so dass wir lediglich ein teures Zimmer für eine Nacht finden. Also neue Planung für den Ruhetag …

Greetings to the birthday of Dave from Siberia to New Zealand!

Wegen der heutigen Fotoflut eine weitere Galerie. Die Dichte der Bushaltestellen nimmt ab – eine kleine Erinnerung an besondere Exemplare.

Krasnoyarsk
Krasnoyarsk Krai, Russia
  • Small
    Annette hat am kommentiert:

    Wenn ich eure Unterkünfte (Bushaltestellen für die Mittagspause) und die Schlafgelegenheiten so sehe, bin ich mir ganz sicher, dass ich euch nicht darum beneide. Lasst es euch ansonsten so gut gehen, wie es euch möglich ist. Ich verabschiede mich für eine Weile. Passt auf euch auf - und auf die LWK-Fahrer!!
    Gruß Annette

  • Missing
    jupp hat am kommentiert:

    hey ihr Helden, macht weiter so, alles Gute auf eurer Tour, Wind von hinten. Viel Erfolg. Gruß Jupp

  • Small
    Laura hat am kommentiert:

    Da sind ja sehr interessante Modelle dabei!

PuC Small

Niedersachsen

147 km. Gestern werden wir noch geweckt, um den „Raum“ freizumachen, heute wecken wir den Wirt um Frühstück zu bekommen. Alles ein wenig lustlos hier. Am Ortseingang und am Ortsausgang von Achinsk (Richtung Krasnoyarsk) sehen wir Unterkünfte, die wir beim nächsten Mal vorziehen würden. Unterwegs wieder viele Straßenhändler, die hier auch Birkenbündel für die Sauna verkaufen und mal wieder das Spiel der Wolken.

Wir passieren einen kleinen Flughafen und machen uns bei gutem Wetter auf Hügeltour (heute ca. 1.200 HM bergauf). Unterwegs überholt uns ein Wohnmobil aus Celle. An der nächsten Raststätte kommen wir bei frischem Kaffee ins Gespräch. Christiane und Reiner sind unterwegs auf einer mehrjährigen Weltreise (hier der Blog: www.chrischi.rtwblog.de). Schön, mal wieder auf hochdeutsch ein wenig zu klönen.

Mittags überrascht uns ein längerer Regenschauer. Wir stellen uns bei einer Tankstelle unter und legen Regenkleidung an. Die brauchen wir zum Glück nicht lange, aber die Strecke zieht sich durch die ständigen Hügel. Wir finden ein überraschend nobles Hotelzimmer, das wir trotzdem schnell verwüstet haben. Auch zum Abendessen gute Küche mit Torte zum Abschluss. Leider ist das Personal nicht sehr kooperativ. Vielleicht muss man sich auch nicht wundern - Auf Russia 1 gibt es zur besten Sendezeit regelmäßig Kriegsfilme, in denen Deutsche Russen und Russen die Deutschen töten.

Grüße heute an Jünter zu seinem 85sten! Vor allem Jesundheit und feiert schön. Wir trinken hier einen Wodka auf dich!

Yemel'yanovo
Krasnoyarsk Krai, Russia
PuC Small

Seitenwechsel

84 km + 15 km Kettentest und Bierholen. Wir starten gegen 7.00 Uhr – einmal, weil der Wind vormittags günstig ist und auch weil die „Wirtsleute“ nerven, weil sie den Raum reinigen wollen. Die Mitbewohner auf der anderen Containerseite sind bereits zwischen 4.00 und 4.30 Uhr abgereist.

Nach ca. 10 km ist es bereits 8.30 Uhr – wir haben wieder eine Stunde verloren (Zeitdifferenz zu Deutschland jetzt 6 Stunden). Wir passieren Bogotol und damit den letzten Ort auf der ersten Seite der Streckenplanung.

Die Strecke hat gut machbare Hügel und bei leichtem Seitenwind, sonnigem Himmel und guter Straße haben wir mittags Achinsk fast erreicht. Unterwegs sehen wir, dass das Hotel, das 2011 bereits im Bau war, immer noch nicht fertig ist und fahren an einer Art Lokomotivenfriedhof vorbei. 

Früh sieht man vor Achinsk eine riesige Abraumhalde und viele Schlote. Wir beschließen, vor dem Ort zu übernachten und den Ruhetag in Krasnoyarsk einzulegen. Das muslemische Motel führt keinen Alkohol und so fahren wir nach Fahrradpflege, Kettenwechsel und –korrektur zum nächsten Laden. Dort haben sie sogar unsere Lieblingssorte „Baltika“. Abends macht Peter noch eine Fotosafari ins nächste Dorf.

Inside 14: Streckenplan

• Basiert auf

1. Machbarkeit: was haben andere schon geschafft, wie gut sind wir eingefahren, Höhenmeter.

2. Terminen: 90 Tage Visum für Russland, Besuchszeiten in Moskau und am Baikal,

3. Erholungsnotwendigkeiten: Ruhe- oder Puffertage möglichst an interessanten Orten.

• ist eine zweiseitige Excelliste mit Tagesangaben zu Kilometern, Höhenmetern etc.

• wird aktuell (Wetter, Fitness, Übernachtungsmöglichkeiten) angepasst. Wir wissen so aber immer, wie wir im Zeitplan stehen.

Achinsk
Krasnoyarsk Krai, Russia
  • Small
    Anika hat am kommentiert:

    Na, dass Excel nicht fehlen darf, wundert mich nicht. Da braucht man ja auch eine langsame Entwöhnung nach jahrelanger Abhängigkeit :-)

PuC Small

Es ist ja immer nur für eine Nacht …

100 km. Warm und trocken, aber teilweise bedeckter Himmel. Bei  der überraschend komplizierten Ausfahrt aus Mariinsk stehen hübsch beschnitzten Häusern Werbetafeln gegenüber. Bei fahrbaren Steigungen radeln wir die Strecke ab und haben sogar Zeit für eine Mittagspause in der Sonne mit Blick auf einen ausgedienten „Öltransporter?“.

Durch die Hügel und den Mischwald ist die Gegend abwechslungsreicher geworden, aber es dominiert weiter die Farbe Grün. Die gelben Wiesen sind verschwunden und bisher ist keine neue Farbe ins Spiel gekommen. Wir überqueren mehrfach die nahe Bahnlinie. Das Motel stellt sich als Wohncontainer mit separater Dusche und Toilette (über die wir nicht reden wollen) heraus.

Abendspaziergang im nahen Dorf.

Itatskiy
Kemerovo Oblast, Russia
PuC Small

1. Bergetappe

138 km. Wir starten um 7.15, um die Kühle des Morgens noch mitzunehmen. Der Parkplatz hat sich seit dem  Sonnenuntergang deutlich gefüllt. Die Sonne scheint während der ganzen Fahrt – Wind von Nordwest und gute Straßen. 

Die ersten 80 km sind eine wirkliche Bergetappe, um in der Sprache der Tour der France zu reden. Wie viel fahren die eigentlich (ohne Gepäck und mit Masseur)? Auf der Rückseite der Kilometerschilder sehen wir jetzt die Entfernung nach Irkutsk. Das motiviert zusätzlich.

Kurz vor unserem Ziel sprechen uns an einer Raststätte die beiden Bedienungen an. Die eine, Anastasiya ist sichtbar froh, bei jemandem ihre Englisch-Kenntnisse anzuwenden. Sie kommt aus Krasnoyarsk und lernt Tanz in Kemerovo. Zum Fotoshooting sind schnell die Bedienungsschürzen verschwunden.

Mit leichten Schwierigkeiten finden wir die Unterkunft. Warmes Wasser rechts und kein Zimmerschlüssel. Die Räder nehmen wir mit ins Zimmer. Das Abendessen kommt heute aus dem Supemarkt.

Inside 13: Wo übernachten die Räder?

Die zweite Frage nach der nach dem Zimmerpreis ist die zum Stellplatz der Räder. Und da gibt es viel Varianten:

In den Stadthotels gibt es: 

• den Gepäckraum,

• den bewachten Parkplatz,

• Garderoben,

• irgendeinen Keller wo das Gerümpel von Jahren steht und in den sicher kein anderer Gast je kommt,

• in Novosibirsk standen die Räder draußen direkt neben dem Eingang (Kamera- oder Wachmann-überwacht).

In den Autobahnunterkünften gibt es:

• meist irgendwelche Anbauten, in denen manchmal auch noch der Wachmann schläft,

• Plätze auf dem Hof (eingezäunt),

• unser Zimmer (ist uns am liebsten, kann man gut Wäsche hängen und ist sicher),

• den Flur,

• das Beste gab‘s in Polen, als unsere Räder ein besseres Doppelzimmer hatten als wir.

Bis auf einem Fall (dem Koch, dem Kaschuben, wo die Räder für 100 R neben seinen Schweinehälften standen), haben wir immer zwei bis drei Schlösser an Rohren oder Geländern befestigt.

Mariinsk
Kemerovo Oblast, Russia
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    Winfried Schulze hat am kommentiert:

    Na, die Damen haben sich ja richtig in Pose geschmissen...

  • Small
    Gebke hat am kommentiert:

    Seit gestern wissen wir, dass Jan Ulrich nun auch offiziell zugegeben hat Doping mit Eigenblut zur Leistungssteigerung eingesetzt zu haben. Also die hochgezüchteten Tour de France Fahrer hätten im Vergleich zu Ihnen keine Chance auf dieser wirklich immer wieder beeindruckenden Strecke. Weiter so, ich liebe diesen Blog und erzähle jedem davon!

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    Annette hat am kommentiert:

    Na Liebster, dein Farhrad ist ja selten so schön "bewacht" worden!!

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    A&A Jäger hat am kommentiert:

    Jungs! Passt weiter gut auf Eure Fahrräder auf und lasst Euch nicht von hübschen Damen klauen! L.G. Astrid

PuC Small

Cowboys

144 km. Bedeckter Himmel, kaum Wind gute, aber hügelige Straße. Wir fahren heute noch auf Nebenstrecken nach Kemerovo. Am Ortsausgang beim kleinen Flughafen gibt es auch noch ein Gastinizu.

Mehrfach sehen wir Rinderherden, die teilweise mit Schafen gemischt sind. Hier gibt es keinen „Zaun an der Nordweide“ zu flicken, weil es keinen Zaun braucht. Es gibt so viele Wiesen, dass die Herden immer nur winzige Teile davon bevölkern.

Unterwegs treffen wir die Polizei aus Potemkin.

Wir erleben Kemerovo nach ca. 110 km so liebreizend, dass wir beschließen, gleich durchzufahren. Hier sieht man, dass es genug Energie gibt. Das Durchfahren gelingt nicht sofort, weil Claus nach der Brücke über den Tom die Kette reißt. Vorgezogener Kettenwechsel. 

Beim ersten Test am Anstieg zum Ortsausgang hält uns Hans an. Hans fährt mit dem Motorrad seit Anfang Juni allein. Der link zu seinem Blog wird nachgereicht.

Wir finden das Motel am Ortseingang relativ schnell. 

Berezovskiy
Kemerovo Oblast, Russia
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    Isabelle hat am kommentiert:

    Das Thema Umwelt ist dort echt nicht angekommen! Wahnsinn Potenzial für Bluecontec...

  • Small
    Laura hat am kommentiert:

    Ich dachte erst "Och, der arme Hans soll aber auf sich aufpassen.". Nach dem Foto, weiß ich nun, dass Hans ein Riese ist und sich bestimmt zu verteidigen weiß, falls ihm was passiert. ;)

PuC Small

Neue Ansichten

154 km. Wir kommen gut aus der Stadt heraus, über den In und fahren jetzt auf der P 19 K oder P384, wenig LKW-Verkehr, gute Straße, Sonne. Da die Schulter und der Zahn sich ruhig zeigen, nach dem Ruhetag beste Voraussetzungen, um wieder ein paar Hügel zu fahren (heute 1.100 HM). Gutes Training, für das, was noch kommt.

Wir sehen wieder Kiefern und riesige Getreide- und Dillfelder. Dill wird hier für viele Mahlzeiten verwendet, jetzt wissen wir, wo die Massen herkommen. Mittags fahren wir durch Lebedevo, ein langes Straßendorf mit Magazin am Dorfplatz, wo wir auch essen. Auffällig viele Fahrräder begegnen uns in der kurzen Zeit.

Zu ersten Mal erscheint Irkutsk auf einem Straßenschild. Beim ersten Motel vorm Ort gibt es nieto Zimmer, am Ortsanfang sind wir dann erfolgreicher.

Inside 12: Unsere Mit-Gäste

In den Motels gibt es zwei Kategorien: Die Trucker und die PKW-Fahrer.

•Die Trucker duschen in der Regel (100 R) und essen ggf. abends und morgens in dem Kofe, das i.d.R. einer Kantine gleicht. Sie schlafen meist länger als wir, in ihrem Wagen.

•Die PKW-Gäste (Paare, aber häufig Familien oder Monteurgruppen) haben ein Zimmer wie wir, kommen spät und fahren früh (manchmal zwischen 4 und 5 Uhr, mit logischerweise quängelnden Kindern). Ähnlich wie bei uns, ist das Hauptziel, viele Kilometer zu machen.

In den Stadthotels treffen wir hauptsächlich auf Business-Reisende und Kongress-Teilnehmer. Kaum Touristen.

Überall sind wir Exoten. In den Motels gehen wir mit kurzen Hosen frühstücken und schleppen unsere Taschen durchs „Lokal“ um sie dann irgendwo auf die Räder zu laden. In den Stadthotels ist es ähnlich. Wir blockieren bei An- und Abreise einen Fahrstuhl mit unseren Taschen, was nicht immer zu freudigen Reaktionen führt, und schleppen auch hier alles durch die Lobby. Manchmal beladen wir das Rad vor der Rezeption.

Zhuravlevo
Kemerovo Oblast, Russia
  • Small
    Isabelle hat am kommentiert:

    Habt ihr auch versucht auf der Markt was zu kaufen? Sieht nicht alles appetitlich aus...
    Sonst sind die Felder weiterhin wunderschön. Auf der Karte sieht Peking nicht mehr so weit weg aus. Unglaublich wie schnell ihr seid. Viel Spass weitherhin

  • Small
    Winfried Schulze hat am kommentiert:

    Schade, ich bin zu spät. Die linke Kunststoff-Dame mit der Gans in der Hand fände ich richtig gut für unser Hotel. Hättet ihr uns mitbringen können... ha, ha, ha... Ich hoffe ihr habt Sturz und Zahnarzt gut überstanden. Ich kann Isabelle nur zustimmen: Unglaublich, wie schnell ihr seid. Da steckt viel Zielstrebigkeit drin... Gönnt euch mal eine längere Pause. Viele Grüße nach Potemkin (gibt es da nicht diese bekannten Dörfer...) und weiterhin viel Rückenwind und genug Luft auf dem Reifen. Wir bleiben dran!

PuC Small

Reha

Claus erholt sich von seinem Sturz und Peter geht zum
Zahnarzt. Erholungsphase vorm Altai-Gebirge. Neben den Bahnfotos haben wir
gestern und heute natürlich einige Bilder der Stadt gesammelt.

Nach vielen Tagen in Trucker-Kantinen mit Frikadelle oder
Gulasch und Maccaroni oder Kartoffelbrei oder – wenn es gut läuft - gibt es
Pelmeni oder Manti, ging es gestern zum Italiener und heute zu KFC. Alles nicht
so viel anders, als in anderen Städten der Welt …


Novosibirsk
Novosibirsk Oblast, Russia
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    Isabelle hat am kommentiert:

    Sieht sehr modern und voller Leben aus. Gute Erholung und Besserung!

  • Small
    Frosch hat am kommentiert:

    Hallo, ich hoffe die folgen des Sturzes für Claus sind nicht so schlimm und du hast dich erholen können. Wie war der Besuch bei einem Russischen Zahnarzt? Hat er den richtigen Zahn repariert oder alle? Scherz beiseite. Ich wünsche Euch gute Besserung, gutes Essen zur Stärkung für diese anstehende Etappe und keine weiteren Stürze! So jetzt muss ich los. Wird ein anstregender Tag bei 36° C in Berlin.

  • Missing
    Carina Mank hat am kommentiert:

    Hey, ich hoffe, ihr genießt euren freien Tag. Ich bin echt stolz auf euch. Ihr habt wirklich eine spektakuläre Leistung erbracht. Ich denke, die nächste Etappe wird leicht zu erreichen sein, immerhin warten eure Frauen am Ende der Etappe auf euch. Viel Erfolg weiterhin.

  • Missing
    Carina Mank hat am kommentiert:

    Hey, ich hoffe, ihr genießt euren freien Tag. Ich bin echt stolz auf euch. Ihr habt wirklich eine spektakuläre Leistung erbracht. Ich denke, die nächste Etappe wird leicht zu erreichen sein, immerhin warten eure Frauen am Ende der Etappe auf euch. Viel Erfolg weiterhin.

PuC Small

Die Bahn kommt

Alle Bahnanlagen, die wir bisher gesehen haben, bis auf die
Bahnübergänge, sind Tipp-Topp. Hier die Bilder aus Novosibirsk.

Novosibirsk
Novosibirsk Oblast, Russia
  • Small
    A&A Jäger hat am kommentiert:

    Klasse, Eure Bahmimpressionen. Bei uns macht die Bahn Schlagzeilen entweder wegen nicht stattfindender Verbindungen aufgrund von Hochwasserschäden oder aufgrund von - wie kann`s anders sein - nichtfunktionierenden Klimaanlagen in ICE`s. Zum Glück müsst Ihre Euch mit solch banalen Dingen nicht belasten.
    Die Fotogalerie der Peking/Paris- Fahrzeuge fand ich äussert spannend. Und schönen Dank noch für die Geburtstagswünsche. Hals- u. Rahmenbruch auf der Etappe nach Irkutsk. Liebe Grüße, Achim