Durchfahren: Jekaterinenburg bis Novosibirsk (Etappe3)

1.624 km mit dem Fahrrad

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Station erstellen
PuC Small

Ob oder nicht Ob?

68 km. Die ganze Nacht Regen und wir starten mit Regenhosen. Der Wind wenigstens kommt aus der richtigen Richtung und mittags, nachdem der Regen aufgehört hat, sind langsam auch die Straßen trocken und es gibt kein Spritzwasser mehr.

Die Geschichte der Orientierung ist voller Missverständnisse … So fahren wir erst nach Ob rein, merken aber schnell, dass wir da falsch sind und dann nach etlichen Staus über den Ob rüber. Mit Hilfe von Polizei und Passanten finden wir ein 4* Hotel direkt am Bahnhof, wo wir auch unseren wohl verdienten und auch nötigen Ruhetag verbringen werden, ehe es Richtung Irkutsk geht.

Das war die dritte Etappe unserer Reise in den Osten. Weiter geht es morgen mit ein paar Impressionen (werden wir schon finden) aus Novosibirsk, immerhin gut 1,5 Mio. Einwohner.

Wir hoffen Ihr seid weiter mit dabei! http://www.permondo.com/en/tours/105

Zum Ende von Etappe 3 wieder ein wenig Statistik:

•(Für uns) positive Planabweichung bei 1.624 gefahrenen Kilometern. 

•In 75 Stunden reiner Fahrzeit.

•Durchschnittliche Geschwindigkeit 21,6 km/h

•Durchschnittliche Tagesetappe 116 km

•29 % Regentage

•1 (Ruhe-)Tag, an dem wir nicht hauptsächlich Birken, Wiesen und Felder gesehen haben.

Zum Vergleich die Gesamtstrecke:

•5.881 gefahrene Kilometern. 

•In 323 Stunden reiner Fahrzeit.

•Durchschnittliche Geschwindigkeit 18,2 km/h

•Durchschnittliche Tagesetappe 95 km

•12,9% Regentage

•DtO (Distance to Origin) ist jetzt 4. 613 km

•DtO/TD  hat sich auf die Gesamtstrecke nur leicht auf 127,5% verbessert, da wir lange Strecken genau nach Osten gefahren sind.


Novosibirsk
Novosibirsk Oblast, Russia
  • Small
    Laura hat am kommentiert:

    Herzlichen Glückwunsch zur Vollendung der 3. Etappe!! :)

  • Small
    Isabelle hat am kommentiert:

    Bravo!

PuC Small

Gebrauchter Tag

118 km. Wir starten erstmals seit Langem wieder mit Handschuhen. Der Himmel zeigt sich zweigeteilt. Da wo wir hinwollen ist es grau, da wo wir herkommen blau. Leider geht es auch so weiter. Die Wettervorhersage stimmt nicht. Wir fahren bei seitlichem Wind und bedecktem Himmel. Mittags fängt der Regen an. Claus stürzt auf dem Standstreifen (ohne große Folgen) und wir beschließen die für ideales Wetter geplante Strecke zu verkürzen

Schönes neues Motel, WiFi, gutes Essen, trockener Platz für die Räder. 

Kochenevo
Novosibirsk Oblast, Russia
  • Small
    Isabelle hat am kommentiert:

    Schöne Landschaften!

PuC Small

Njeto Foto!

132 km. Als wir um 7.30 Uhr starten, schlafen die Fernfahrer noch.  Trockene, gute Straße, wieder seitlicher Rücken- und Gegenwind, ab und zu sonnig und anfangs wenig Verkehr. Die Landschaft besteht immer noch aus Birken und Wiesen, vielleicht ändert sich das ja nach Novosibirsk, daher noch ein paar Naturaufnahmen.

Als wir durch Gazprom-Land fahren, fotografieren wir das wenige, was man oberirdisch von der Pipeline sieht. Eine kleine optische Abwechslung zu Birken und Wiesen. Diesmal  sind die Ordnungshüter schnell zur Stelle und kontrollieren penibel, dass wir die gemachten Fotos auch wieder löschen. 

An der Raststätte, wo wir unser Mittags-Picknick machen, freundliche Begegnungen. Normalerweise sind die „Mit-Reisenden“ und LKW-Fahrer eher zurückhaltend und es kommt maximal zu einem Woher –Wohin –Austausch. Hier bekommen wir von einem Paar aus Omsk einen Teller Mirabellen und der Küchengehilfe möchte unbedingt ein Foto mit Peters Fahrradhelm.

An angepeilten Motel angekommen, kommt es zu einer überraschenden Begegnung mit dem Redakteur des Magistrale-Blättchens, in dem alle Tank- und Raststellen, Motels etc. verzeichnet sind. Die größte Freude machen wir ihm, als wir unseren ausgerissenen Zettel der M51 mit dem eingekreisten heutigen Ziel zeigen. Einfache Unterkunft mit separat abzurechnender Dusche.

Geburtstagsgruß an Achim. Da kam die Oldtimer-Galerie ja gerade richtig und hat hoffentlich Freude gemacht.

Kargat
Novosibirsk Oblast, Russia
PuC Small

Vorwarnung

Wir sind ja nun bald in Novosibirsk.

Die nächste Etappe (4) nach Irkutsk findet Ihr hier: http://www.permondo.com/de/tours/105. Wir werden dort nächste Woche mit den Berichten starten. Vielen Dank für's Dabeisein und Dabeibleiben!

  • Missing
    Konrad Pohl hat am kommentiert:

    Hallo Peter & Claus, vielen Dank für die Geburtstagsgrüße, es ist spannend und hochinteressant, Euch in der Ferne zu begleiten, manchmal könnte man denken, Ihr unternehmt eine Zeitreise, kommt Euch sicher auch häufig so vor (siehe Baustellen, Oldtimer, Rohrleitungsbau, etc.), viel Glück und Durchhaltevermögen bei Eurer weiteren Tour !!!

  • Small
    Gebke hat am kommentiert:

    Vielen Dank für die tollen Beschreibungen und Bilder. Ich wünsche weiterhin viel Spaß und stets ausreichend Luft im Reifen! Den nächsten Blog werde ich jetzt sofort liken und freue mich auf den nächste Etappe.

  • Small
    Frosch hat am kommentiert:

    Hallo Peter und Claus! Tolle Leistung! Es macht sehr viele Spaß euch auf der Tour zu begleiten. Euch weiterhin eine Gute Reise mit wenig Regen und vielen schönen Fotomotiven. Lasst es Euch gut gehen!

  • Small
    Isabelle hat am kommentiert:

    Die Zeit vergeht schnell und ich bin immer wieder überrascht, wie schnell ihr euch auf die Karte bewegt. Bitte aber vorsichtig bleiben!

PuC Small

Windows 2.0

80 km im überraschenden Regen bei seitlichem Gegen- und Rückenwind. Die Wettervorhersagen sind nicht mehr zu exakt wie weiter westlich. Die Anzahl der Stationen nimmt ab und die große flache Fläche macht eine Vorhersage sicher auch nicht so leicht.

Mit zwei kurzen Pausen fahren wir die Strecke durch, um nicht auszukühlen und sind bereits mittags im angepeilten Motel.

Die Vorhersage der Wohnmobilisten über den guten Streckenzustand hat sich bisher bewahrheitet.

Herzliche Grüße an Christa und Ewald zu ihrem besonderen Tag. Esst eine Portion Spargel für uns mit!

Da es heute nur ein Streckenfoto gibt, mal etwas Besonderes

Galerie Windows 2.0

Barabinsk
Novosibirsk Oblast, Russia
  • Small
    Isabelle hat am kommentiert:

    Geniale Fotos! Ich schicke bald ein paar aus dem Süden. Komisch, daß es an keinem Fenstern eine Katze gab...

  • Small
    Laura hat am kommentiert:

    Schöne Bilder!!!

PuC Small

Stonehenge in Sibirien?

129 km. Morgens einige kurze Schauer. Gute Strecke, Wind wird tagsüber besser, 26 Grad. Nach wie vor eindrucksvolle Landschaft – unendliche Wiesen, Birkenwälder, Felder. Kilometer für Kilometer, Tag für Tag. 

Keine Abwechslung – oder doch? Im Vorbeifahren sehen wir regelmäßig angeordnete Steine, die noch zu Zeiten des Baus der Gasprom-Leitung zu einer Behausung oder Beratungsstätte gehört haben können.

Das Motel mit wieder riesigem Truck-Parkplatz, gehört zu den teureren, trotzdem kein WiFi. Morgen. Die Straße (letztes Foto) besteht hier sehr häufig aus Betonplatten mit kleinen Zwischenräumen.

Nachträgliche Geburtstagsgrüße an Konrad.

Inside 11: Ausrüstung (1) Wäsche (natürlich abhängig von ev. Versorgung unterwegs)

1)Zum Fahren

a)3 x Funktionsunterwäsche möglichst dunkel

b)Sportsocken lang und 2 x kurz, möglichst dunkel

c)1 langärmliges Funktionsshirt, dunkel

d)1 Fahrradshirt

e)1 lange Laufhose, dunkel

f)1 langärmlige Laufjacke (kann man noch über die Hände ziehen), dunkel

g)Regenjacke/-hose

h)1 Fahrradhose (durchaus mit Trägern, hält die Nieren warm und drückt nicht am Bauch

i)Handschuhe, ggf. Fahrradhandschuhe

j)Dicke Mütze

k)Dünnes Kopftuch/Schweißband, ggf. zwei, damit eines trocknen kann unter dem Helm zu tragen

l)Helm

m)Sportschuhe Goretex o.ä.

2)Für Abends

a)Feste Schuhe (zur Not auch zum Fahren), auch in den Städten sind nicht alle Wege gepflastert

b)Stabile, leichte Badelatschen (keine Flip-Flops!)

c)Funktionshemd

d)2 x Socken (kann man irgendwann zum Fahrradputzen nutzen, wie alle anderen abgängigen Teile auch)

e)Zipp-Wanderhose

f)Gürtel mit Reißverschluss für Geld

g)Funktionspullover

h)Keine zusätzliche Unterwäsche, zieht man abends sauber an, auch zum Schlafen und dann tagsüber zum Fahren. Dann Duschwäsche.

3)Sonstiges

a)1 Handtuch, braucht man selten, aber wenn es keins gibt (z.B. beim Zelten), ist es ohne schon blöd

b)Geschirrtuch – Als Tischtuch für’s Essen unterwegs. Die Bänke in den Busstationen sind nicht immer so sauber. Und zum Einwickeln von Obst gegen Druckstellen. (wird später auch gutes Fahrradputztuch)


Novokoshkul'
Novosibirsk Oblast, Russia
  • Small
    Knud hat am kommentiert:

    Das sieht ja so aus, als ob auf dem 3. Foto geblitzt wird ;-)...Dann passt mal auf, dass sie euch bei eurem Tempo nicht erwischen

  • Small
    PuC hat am kommentiert:

    Bisher sind die Polizisten zu uns sehr nett. Dein Eindruck täuscht aber nicht - geblitzt wird aber an allen nur möglichen Stellen.

  • Small
    Isabelle hat am kommentiert:

    Ich kann Toilet auf russisch! Wie ist es bei euch inzwischen. Könnt ihr die Schildern gut verstehen?

  • Small
    PuC hat am kommentiert:

    Wenn es nicht zu viel Text gibt, schon. Leider stimmen sie nicht immer z.B. Entfernungen und Steigungen. Aber das Frühstück können wir schon auf russisch bestellen ;-)

PuC Small

Halbzeit ohne Halbzeitpause

143 km. Trockene und gute Straße, Seitenwind, 25 Grad. Nach 100 km Mittagspause in einem Motel mit offenem W-Lan. Leider sehr schwankend, so dass wir nur 1,5 Tage hochladen können. Nach weiteren 43 km haben wir das Ziel erreicht. Hier wieder kein Netz, aber ein sehr sauberes gut geführtes Motel. Wir trocknen unsere Wäsche in der Nachmittagssonne.

Mit 5.355 km haben wir die rechnerische Hälfte unsere Gesamtstrecke nach Peking überschritten. Bis Novosibirsk wollen wir an den nächsten fünf Tagen die guten Bedingungen nutzen und dann unseren Beinen vor den Hügeln bis Irkutsk etwas Erholung gönnen. 

Auf der Strecke heute wiederholten sich die Eindrücke der letzten Tage. Unterwegs treffen wir auf einen Nachzügler (R4) der Peking – Paris-Tour.

Ivanovskij
Novosibirsk Oblast, Russia
PuC Small

Peking – Paris

138 km. Trockene und gute Straße (bis auf Omsk, wo es die schlimmsten Spurrillen gibt), Rückenwind. Wir durchfahren Omsk bis zum Ortsrand, um für den morgigen Westwind eine Pole-Position zu haben.

Die Oldtimer-Dichte nimmt spürbar zu. Wir sehen Schilder „Peking to Paris“. An einer Tankstelle treffen wir ein japanisches und ein kanadisches Team. Gary und John fahren ein 1930er Ford Model A Cabriolet und erzählen uns, dass sie seit dem 28. Mai unterwegs sind. Ziel der ca. 100 teilnehmenden Wagen ist, Paris am 29. Juni zu erreichen.

Beide Teams mit denen wir sprechen, sagen, dass alle Teilnehmer der Tour crazy sind, aber nicht so crazy wie wir… ;-). Aus gegebenen Anlass eine Bilderauswahl für die Autofreunde.

Wie grüßen alle Teilnehmer „PEKING to PARIS 2013“ und wünschen weiterhin gute Fahrt.

Omsk
Omsk Oblast, Russia
  • Small
    A&A Jäger hat am kommentiert:

    Ich finde auch, dass Ihr seeeehr crazy seid! Ich bin begeistert, wie gut Ihr trotz der doch teilweise sehr schlechten Straßen vorankommt. Achim und ich überlegen, ob wir der Oldtimer-Tour mit unserem 911er entgegenfahren sollten - sozusagen auf den Spurrillen von Peter und Klaus. Seid lieb gegrüßt von Astrid

  • Missing
    Carina Mank hat am kommentiert:

    und ihr seid nicht auf die Idee gekommen, da einfach mit zu fahren? ich meine in so nem schmucken Oldtimer reist es sich doch angenehmer oder? ;)

  • Small
    Isabelle hat am kommentiert:

    Sehr schöne Autos! Ich muss das alles mein Vater zeigen Haben sie auch ein Blog?

  • Small
    PuC hat am kommentiert:

    schon, da kann man aber nicht kommentieren. Facebook-lhttp://www.facebook.com/EnduranceRallyAsso...

  • Small
    Laura hat am kommentiert:

    Hübsche Schilder haben sie aber!! Und eine gute "Navi-Karte". :) Wo kommen die Fahrer denn her? Und wenn nicht aus Peking (was ich mal vermute), wie haben sie dort ihre Autos hinbekommen?

  • Small
    Jan hat am kommentiert:

    Tolle Autos! Wobei ich euch Beiden die Strecke eher zutraue als einigen Oldtimern ;-)

PuC Small

Pjat

133 km. Trockene und gute Straße, Rückenwind, Erbsenfelder, viele Birken und gelegentlich Unfallfolgen.

Mit einem 23er Schnitt kommen wir an und lehnen erstmalig eine Unterkunft ab (kein Fenster und gruselige Dusche/Toilette auf dem Gang). Wir hatten aber bereits ein zweites Motel gesehen. Sehr familiär mit Lenin, den wechselnden Präsidenten und anderen hohen Tieren an der Wand. Die Logik der Toilettentür hat sich uns nicht erschlossen. Die Fahrräder stehen in einer Schrauberwerkstatt und Peter erkundet noch den Ort.

An der Oblast-(Bundesland)grenze verlieren wir eine weitere Stunde und der Unterschied zu Deutschland ist jetzt 5 Stunden. 

Tyukalinsk
Omsk Oblast, Russia
  • Small
    Gebke hat am kommentiert:

    In der Unterkunft mit der komischen Toilettentür wurde vermutlich die russische Version der "Suppe-Nanny" gedreht und die "bösen" Kinder wurde dann auf das "Stille" Örtchen verband?

  • Small
    PuC hat am kommentiert:

    Das durften dann aber keine dicken bösen Kinder gewesen sein.

  • Small
    A&A Jäger hat am kommentiert:

    Offensichtlich seit Ihr den Anfängen der Telekommunikation auf der Spur. Na ja, auch bei den Gasleitungsinstallationen scheint man dort noch nicht ganz auf dem Stand der Technik zu sein. Aber viel Wichtiger: Haltet bitte reichlich Abstand von den LKW`s, denn so mancher Fahrer wird sicherlich eine ordentliche Ladung Vodka durch die Gegend kutschieren. Liebe Grüße, Achim.

PuC Small

Seitlicher Sprühregen

76 km. Wir warten bis um 9.30 Uhr der Regen aufhört. Nach wenigen Kilometern geht es aber wieder los, so dass wir fast die ganze Strecke mit unterschiedlich starkem Regen zurücklegen. Die (kann man sagen: wie immer?) letzten 20 km sind dann Baustelle. Heißt nicht nur nass, sondern auch viel Dreck – aber das hatte wir ja schon. 

Das Motel finden wir leicht, wir schmuggeln unsere verdreckten Taschen auf’s Zimmer und es gibt für jede und uns erst mal eine Dusche. 

Da der Tag grau und wenig fotogen war, gibt es heute ein paar Impressionen von der gestrigen (deutlich über dem Durchschnitt liegenden) Truckerkneipe und Peters Flirt mit der Wächterin der nahegelegenen Bahnübergangs. Dort gibt es auch ein besonderes Messinstrument für die Temperatur der Schienen. Irgendwann werden wir hier auf der Rückfahrt nochmal vorbeikommen.

Abatskiy
Tyumen Oblast, Russia
  • Small
    andy kurth hat am kommentiert:

    Oh Mann, da seid Ihr aber gut nass geworden. Die Wächterin des Bahübergangs scheint es Euch angetan zu haben: Gleich 2mal in der Fotostrecke;-)
    Weiterhin gutes Gelingen!

  • Small
    Gebke hat am kommentiert:

    ...sind die Damen mit den blauen Hüten in einem russischen Ableger von KFC beschäftigt? Sommerliche Grüße aus Hannover!

PuC Small

Unendliche Weiten

120 km. Bei hilfreichem Rückenwind und kaum Höhenmetern erreichen wir einen Spitzenwert von durchschnittlich 24,3 km/h. Weiterhin gerade, unendliche Straßen. Und rechts und links geht die Unendlichkeit bis zum Horizont weiter.

Die Zahl der hupend grüßenden Autofahrer nimmt wieder zu. Seit der Zeit um den 1. Mai („Völker hört die Signale“) gibt es immer mal wieder PKW, aber auch LKW-Fahrer, die uns wohl hupend unterstützen wollen, aber seit Tyumen sind es deutlich mehr geworden. 

Das Motel ist da, wo wir es erwarten. Die Registrierung erfolgt vorschriftsmäßig. Man hat sich hier für den Umwelt-Award beworben und deshalb hinter dem Haus eigens eine Müllverbrennungsanlage installiert.

Inside 10: Am Weges- (Straßen-) rand (2)

findet man

1.An jedem Kilometer (hieß auch eine sowjetische Kriegsserie, die früher im DDR-Fernsehen lief – Weltkriegsfilme laufe hier heute auch noch, teilweise neu gemacht. Ebenso wie verschiedenste russische und US-Krimiserien, die sich vom Niveau nichts nehmen. Aber wir schweifen ab …) An jedem Kilometer also gibt es eine Kilometerangabe mit der Entfernung zur nächsten größeren Stadt oder zur Landes-(Oblast-)grenze. Da diese Kilometerangaben auch auf unserer Autoatlaskarte vermerkt sind, wissen wir immer ziemlich genau, wo wir gerade sind.

2.Schuhe – Auffällig oft finden sich einzelne Schuhe – fragt man sich, ob die jemand aus dem Auto geworfen hat, oder auf dem Autodach vergessen?

3.Verkäufer – von Tomaten und Gurken, Kartoffeln, Plüschtieren, Kanistern und Plastiktonnen, Grabschmuck, Honig, etc. Komischerweise verkaufen pro Standort alle, manchmal bis zu 10 Ständen genau dasselbe. Kann für die zu erzielenden Preise nicht gut sein.

4.Werbetafeln –  vor allem bei der Einfahrt in Städte – noch eine Gemeinsamkeit mit den USA. Hinweisschilder auf Unterkünfte oder Tourist Infos sind eher wenig vorhanden und dann klein …


Ishim
Tyumen Oblast, Russia
  • Small
    Laura hat am kommentiert:

    Inside 10 gefällt mir. Amüsant geschrieben. ;)

PuC Small

Chancen nutzen!

162 km. Seit langem mal wieder Nebel beim Start. Der lichtet
sich, als wir Tyumen hinter uns lassen. Dass wir auf der „Autobahn“ fahren ist
ja schon grenzwertig, aber gelegentlich kommt uns auf unserer Seite noch ein
Radfahrer entgegen … Rückenwind und angenehme Temperaturen helfen, dass wir
schon mittags unser Tagesziel erreichen.

Das nächste Motel ist 70 km entfernt und wir entscheiden,
die Bedingungen zu nutzen. 30  km vor
unserem Ziel dreht der Wind und wir müssen am Schluss noch etwas kämpfen. Bisher
längste Strecke mit 22er Schnitt. Das Motel an km 159 ist in Ordnung, es dauert
etwas, bis das heiße Wasser kommt. Abends gibt es noch heftige Gewitter. Wir
sitzen warm und trocken.

Die Weite Sibiriens mit seinen endlosen Feldern und Wiesen
ist noch unbeschreiblicher, als das, was wir bisher in Russland gesehen haben.
Die sibirische Tiefebene, durch die wir gerade (fast ohne Höhenmeter) fahren, ist
durch die Sümpfe ein hervorragendes Mückengewinnungsgebiet. Die scheinbar
endlosen Straßen erinnern (wie so Einiges) an die USA. Gestern waren wir in
einem Food-court (hieß auch so), der mit Plastikbesteck und  -geschirr auch in Las Vegas sein könnte.

Omutinskiy
Tyumen Oblast, Russia
  • Small
    Annette hat am kommentiert:

    Oh, ihr Helden!! Ihr solltet doch nicht die ganze Strecke nach Novosibirsk an einem Tag zurücklegen. Bei eurem Tempo seid ihr viel zu früh am Ziel und wir verfehlen uns womöglich :-) Die Fotos zeigen mal wieder einen krassen Gegensatz. Schönste Landschaft und Umwetlverschmutzung gleichzeitig. Bleibt gesund und passt auf der "Autobahn" auf!!

  • Small
    Claus hat am kommentiert:

    Keine Angst, wir erwischen euch schon. Du kennst doch den Plan, und wir wind nur ein wenig schneller.

Claus Small

Wechselhaft

0 km. Wegen des Präsidenten (vgl. 3.6.) und der Wettervorhersage legen wir heute unseren nachträglichen Ruhetag ein. 

Tyumen hat ungefähr die Einwohnerzahl Hannovers, die Bebauung geht über Holzhütten, Steinhäuschen bis zu maroden Plattenbauten und neuen Mietshäusern. Die Stadt macht nach unserer  Begehung, wir wohnen am Stadtrand, keinen armen Eindruck. 

Tyumen ist für sein wechselhaftes Wetter bekannt, was wir nur bestätigen können. Gewitterschauer, teils mit Hagel, wechseln sich ab mit Sonnenschein, bei Temperaturen von heute bis 18 Grad. Im Sommer gibt es hier schon mal +38 Grad, im Winter -50 Grad.

Ach ja, es kann sein, dass wir die nächsten Tage wieder offline sind, wenn wir uns von einem Truckermotel zum anderen hangeln. Spätestens in Omsk hört Ihr dann wohl wieder von uns.

Tyumen'
Tyumen Oblast, Russia
  • Small
    Isabelle hat am kommentiert:

    ich freue mich für euch, daß die Sonne wieder da ist. und endlich ein paar Fotos von Männer!

  • Small
    Laura hat am kommentiert:

    Tolle Impressionen!

  • Small
    Laura hat am kommentiert:

    Tolle Impressionen!

PuC Small

Waschanlage

64 km, wie erwartet bei frischem Gegenwind und fast durchgehend mit Regen und vor allem Spritzwasser der anderen Verkehrsteilnehmer.  Morgens flüchten die Mücken an unser Fenster und die Bettwäsche muss im Flur getrocknet werden.

Vom Windschattenfahren, aber auch dem Staub-Wasser-Nebel, den die LKWs über die Straße legen, sind Taschen, Klamotten, Fahrrad und wir nach 50 km (teilweise Baustelle) von einer braunen Schicht überzogen. Unverhofft kommt oft; als der Regen gerade aufhört, kommen wir an einer Autowaschanlage vorbei und nutzen die Chance zu einer Materialreinigung. Für 0 Rubel, denn der Mitarbeiter, der sogar noch die Fahne wäscht, will nichts als unseren Dank annehmen.

An Ortseingang finden wir ein Hotel mit sauberem Zimmer mit Dusche/Toilette, Fahrradplatz hinter der Rezeption, für eine Stadt preiswert (2.300 Rubel/Nacht) und nur einem Nachteil: Das Hotel ist im 4. Stock und hat natürlich keinen Aufzug ;-). Hier trennen wir uns auch von unserem Peeling.

Geburtstagsgrüße und schönes Wetter heute für Astrid!

Inside 9: Regen

1.Ist auf dem Fahrrad nicht so unangenehm wie es aussieht, richtige Kleidung und Taschen unterstellt.

2.Macht nach zwei Stunden auch keinen Spaß mehr (kalte Hände, nasse Füsse)

3.Schlimmer ist Spritzwasser (dichtes Auffahren auf den Vordermann vermeiden!) vor allem  seitlich von Autos. Macht nicht nur nass, sondern Fahrrad und Ausrüstung auch schmutzig.

Nachtrag zu Perm: heute erreicht uns eine email von Vladimir: Im Fahrradforum hier http://velo.perm.ru/forum/index.php?showtopic=15876 gibt es nette Diskussionen über uns ;-))

Tyumen'
Tyumen Oblast, Russia
  • Small
    PuC hat am kommentiert:

    Ein Bild von der P 242 nach Ekaterinenburg hatten wir noch unterschlagen, obwohl Peter dafür 3 Stunden auf der Lauer gelegen und mit den Mücken gekämpft hat ...

  • Small
    Laura hat am kommentiert:

    Sehr schöne gerade Linie da auf dem Bein. Und die Fahrräder sehen ja wie neu aus, was habt ihr für ein Glück. :)

  • Small
    Andrea hat am kommentiert:

    Ich wusste gar nicht, dass Ihr Euer Zweierteam erweitert habt?!? Bitte, wem gehört das graue Bein- fährt jetzt auch ein Ü 75 mit???

  • Missing
    Reinhold Nissler hat am kommentiert:

    Hallo Peter, hallo Claus,
    Auch wenn ich mich nicht oft meldende so lesen Ekki , Uwe und ich Euere Berichte und sehen uns die tollen Bilder an. Für die dritte Etappe schicke ich Euch positive Energie aus Hannover / Schwarmstedt.
    Gruß Reinhold

  • Small
    Laura hat am kommentiert:

    Mit den Ü75ern kennt Mama sich jetzt nämlich aus. ;)

  • Missing
    Carina Mank hat am kommentiert:

    Nach Gott sei dank gab es da eine dusche... ich wünsche euch noch viel Sonnenschein. Wir haben heute das Planschbecken aufgebaut und uns gefreut in der Sonne zu sitzen und kein Fahrrad fahren zu müssen.

  • Small
    Jan hat am kommentiert:

    Für so ein Peeling zahlt man andernorts viel Geld :D

  • Small
    A&A Jäger hat am kommentiert:

    Oh, vielen Dank, dass Ihr an diesem Tag an mich gedacht habt :) Das mit dem Wetter hat zumindest in Hannover geklappt.

PuC Small

Bedeckt

131 km. Start um 7.00 Uhr bei Regen, aber wir können die Regenhosen um 10.00 Uhr schon wieder ausziehen. Ganztägig bedeckt und immer mal wieder ein paar Tropfen. Die Strecke bietet nichts Besonderes, und wir nutzen die guten Bedingungen, möglichst nah an Tyumen heran zu kommen. Da für die nächsten beiden Tage ungünstiges Wetter vorhergesagt ist.

Zum Ende eine schier unendliche Baustelle. Motel mit Dusche/Toilette auf dem Flur und aufgeschlossenem Personal, das auch mal lachen kann.  Abend gibt’s eine von Koch, der hier der Chef ist, eingeheizte Banja  - für 300 Rubel.

Inside 8: Baustellen

Gelbe Schilder verkünden meist nichts Gutes

1.Können schon mal 15 bis 20 km lang sein.

2.Sind mit nichts abgesichert.

3.Jeder sucht sich seinen Weg. Da wird auch gern auf dem unbefestigten, staubigen „Standstreifen“ überholt.

4.Die Fahrbahndecke folgt dem Baufortschritt. Manchmal ist eine abgehobelte Straße angenehmer zu fahren als eine ausgefahrene.


Tugulym
Sverdlovsk Oblast, Russia
PuC Small

Wenn der weiße Flieder …

131 km. Das Gute daran, eine Woche Hügel zu fahren, ist, dass man sehr gut merkt, wenn es keine Hügel mehr gibt. Wir verlassen jetzt die Ausläufer des Ural und es wird merklich flacher. Bei für die Strecke moderaten 700 HM schaffen wir die Tagesetappenspitzendurchschnittsgeschwindigkeit von 21,7 km/h.

Die grüne Landschaft ist jetzt stark von blühenden Bäumen, Büschen und Flieder durchbrochen. Zum dritten Mal überholen uns die Wohnmobilisten. Vielleicht sollten wir ihnen etwas mehr Vorsprung geben. Inzwischen grüßen die meisten. 

Wir sind natürlich etwas auf Verkehrsschilder fokussiert, verzeiht, wenn wir auch heute wieder zwei besondere Exemplare mit in die Auswahl genommen haben.

Inside 7: Orientierung

ist das A und O, da jeder Fehler dabei Kilometer, Zeit und Kraft kostet

1.Strecke, Ziel(e), Pausen werden jeweils abgesprochen.

2.Jeder orientiert sich erst mal allein (Karte, Kilometerzähler, Kompass, Straßenschilder). Unterschiedliche Meinungen zu Standort und Richtung werden ernsthaft besprochen, deuten sie doch auf wenigstens eine Fehleinschätzung hin. 

3.Beste Ansprechpartner für Unterkunftsfragen in Städten sind Taxifahrer (am Bahnhof oder Busbahnhof zu finden). Sie kennen sich aus und können Entfernungen recht exakt angeben. Tankstellenmitarbeiter haben in der Regel keine Ahnung.


Kamyshlov
Sverdlovsk Oblast, Russia
  • Small
    Laura hat am kommentiert:

    "Tankstellenmitarbeiter haben in der Regel keine Ahnung".. :D
    Schöne Bilder, wirklich toll!!

PuC Small

nach Sibirien !

Nachdem wir in Ekaterinenburg bereits 560 km auf dem Sibirian Track hinter uns gebracht haben, wird es jetzt ernst.

Sibirien, Novosibirsk - man hat Vorstellungen davon im Kopf, weiß aber eigentlich nichts. Wir sind gespannt.

Da wir sicher öfter mal offline sein werden (wie auch die letzten beiden Tage) empfiehlt es sich, das "Verfolger-Auge" (oben neben der Straße) zu klicken. Dann bekommt Ihr per email Bescheid, wenn es etwas Neues von uns gibt.

Am 5. Juni sehen wir erstmalig Schilder, die auf Omsk und Novosibirsk hinweisen.