Tipp von   Kerstin & Constantin Small

So wird der Argentinien Urlaub 50% günstiger

Argentinien kämpft mit einer grossen Finanzkrise. Deshalb können Argentinier ihre Pesos (AR$) nicht in Dollar oder Euro tauschen. Das geht nur auf dem Schwarzmarkt. Für Touristen bedeutet das das durch cleveres tauschen von Euro oder Dollar 40%-50% beim Argentinien Urlaub gespart werden kann. Es geht aber auch ganz legal.

Bevor wir nach Argentinien gereist sind, haben wir schon von anderen Travellern gehört, dass es in Argentinien einen Schwarzmarkt für Dollar und Euro gibt, der deutlich bessere Kurse liefert als ein offizieller Umtausch bei einer Bank bzw. das Abheben von argentinischen Pesos am Geldautomaten mit unserer Kreditkarte (alles zur optimalen Bargeldversorgung findet Ihr hier). Das wäre zwar gebührenfrei, aber eben mit einem schlechten (dem offiziellen) Kurs verbunden.

In Ecuaor haben wir dann genauer recherchiert und sind auf die Seite www.dolarblue.net gestossen. Dort kann man tagesaktuell den Schwarzmarktkurs des USD zum AR$ vergleichen und es wird schnell klar, dass bei einem 40%-50% besseren Kurs auch der Aufenthalt 40-50% günstiger wird.

Wer von Deutschland also direkt nach Argentinien reist, sollte ordentlich Euros und Dollars ins Gepäck packen, weil damit erhält man die besten Kurse. Große Scheine mitnehmen, damit bekommt man noch bessere Kurse. Aber auch ein paar 20er sind nicht verkehrt: Viele Lokale akzeptieren Dollar/Euro und geben teilweise noch bessere Kurse als auf der Strasse, wollen aber dass man möglichst passend zahlt.

Hier mal ein Rechenbeispiel was möglich ist (Kurse vom 16.01.2015):

Wer 100 USD zum offiziellen Kurs wechselt erhält 805,10 AR$

Wer 100 USD auf dem Schwarzmarkt wechselt erhält 1.252 AR$, also fast $400 mehr oder über 55% mehr.

oder

Wer 1.000 AR$ am Geldautomat mit deutscher Karte abhebt bekommt 98,30 Euro auf dem Konto belastet.

Für 100 Euro bekommt man auf dem Schwarzmarkt aber 1.465 AR$. Gewinn 46,5%

In Restaurants haben wir teilweise Kurse von 14 für USD (14 ARS$ für 1 Dollar) bzw. 18 für den Euro bekommen.

Und wo bzw. wie finde ich den Schwarzmarkt?

Das ist zum Glück einfach, der Schwarzmarkt findet Dich. Zum Beispiel auf der Calle Florida. Dort stehen alle paar Meter Menschen auf der Strasse die "Cambio, Cambio – Euro, Dollar, Real" rufen bzw. dich auch direkt ansprechen. Diese 'Arbolitos' (heisst soviel wie Bäumchen, weil sie wie angewurzelt da stehen) führen Interessenten dann in eine sogenannte 'Cueva' (Höhle) was meist ein Laden oder kleines Büro ist, wo dann in aller Ruhe das Geld gewechselt wird. Es wird empfohlen nicht gleich beim Erstbesten mitzugehen, sondern einige Angebote zu vergleichen. Dabei hilft auch die dolarblue.net Seite, über die man sich vorher informieren kann, wie gerade gehandelt wird. Ein kleiner Abschlag von den dort veröffentlichten Kursen ist aber normal.

Und was, wenn ich nicht genügend Euro bzw. Dollar dabei habe?

Vor dem Problem standen wir auch. Bei unserer Abreise aus Deutschland Richtung Peru haben wir noch nicht an Argentinien gedacht und entsprechend nicht übermäßig viel Bargeld mitgenommen. Wir wollen ja nicht das ganze Geld durch Südamerika schleppen, nur um es irgendwann Argentinien auszugeben. Und dann geht es doch schneller als gedacht: von Ecuador geht's nach Argentinien weiter.

Auf der Suche nach einer Lösung sind wir auf AZIMO gestossen. Azimo ist quasi die junge Schwester von WesternUnion oder MoneyGram. Man kann mit AZIMO in die ganze Welt Geld versenden, das dann bei Partner vor Ort mit Ausweis abgeholt werden kann. Das tolle an AZIMO – es geht alles online: Anmeldung, Überweisung vom eigenen Konto, Empfänger (sich selbst) eingeben und los geht's. AZIMO ist dabei mit einer Gebühr von nur 5 Euro wesentlich billiger als die üblichen Verdächtigen. Und das beste – man bekommt nicht den offiziellen Wechselkurs, sondern einen besseren (nicht so gut wie Bargeld, aber immer noch 40% besser als der offizielle). Netter Nebeneffekt: AZIMO ist völlig legal. Der Schwarzmarkt ist zwar geduldet, aber eben doch etwas Illegales.

Als letzte Möglichkeit bleibt dann natürlich noch die Ausreise in ein Nachbarland, z.B. Chile oder Uruguay, wo man sich wieder Dollar am Automaten oder Banken beschaffen kann.

Tipp 1: Wer AZIMO nutzen will sollte für die Überweisung 2 Werktage einplanen. Zwar geht das ganze am gleichen Tag über die Bühne, aber manche Banken (z. B. die DKB) werden bei Bargeld Anweisungen ins Ausland misstrauisch (ist ja auch gut so) und Fragen nochmal nach, bevor sie die Überweisung ausführen.

Tipp 2: Vorsicht bei zu großen Beträgen. Wir hatten in Buenos Aires das Problem, dass die erste Abholstelle nicht genügend Bargeld da hatte und mussten dann zu einer anderen Filiale (der Zentrale) gehen. Also entweder kleine Beträge anweisen (~500 Euro) oder gleich zur Zentrale (Adresse) gehen.

Den komplette Beitrag und viele weitere Tipps zu Südamerika, Chile, Argentinien, Peru und Ecuador gibt es auf unserem Blog www.2malweg.eu