Tipp von   Kerstin & Constantin Small

Trekking im Himalaya in Nepal - unsere Tipps

Im Vorfeld haben wir uns ja relativ wenig informiert, wie das mit dem Trekken in Nepal so ist. Das meiste hatten wir von Freunden, die schonmal da waren und ein paar Blogs aus dem Internet. Am meisten haben wir uns auf unseren Guide verlassen und das hat auch wunderbar geklappt. Hier deshalb ein paar ganz persönliche Tipps die das Trekken in Nepal angenehm machen:

1. Ausreichend Zeit

Wir hatten für den Circuit 18 Tage eingeplant. Darunter würden wir es nicht machen. Besser noch ein paar Tage mehr und auf die Jeep-Fahrt am Anfang verzichten. Ausserdem würden wir einen Tag mehr in Manang verbringen, um einen echten Ruhetag zu haben und evtl. noch einen in Tatopani vor dem Aufstieg nach Ghorepani. Viele gehen nur bis Jomson und nehmen ab da Flugzeug oder Bus, dabei ist der Trek ab Jomson bis Poon Hill und weiter wunderbar schön, grün, abwechslungsreich und meist NICHT auf der Jeep-Road, wie viele annehmen! Die Landschaft wird eine ganz andere als vor dem Thorong Pass. Auch kann es immer mal Verzögerungen geben: Streik, schlechtes Wetter oder man ist selbst nicht ganz fit (Stichwort Höhenkrankheit), dann ist es Gut etwas Puffer zu haben.

2. Schlafsack

Unbedingt dabei haben. Wir haben einige getroffen, die keinen dabei hatten und das macht weder die Trekker noch die Hüttenwirte glücklich: Man bekommt zwar Decken (ab Manang sogar standardmäßig eine pro Person), aber die Anzahl reicht nicht wenn es voll ist und eine Decke wärmt nicht genug, weil es dort oben wirklich kalt ist nachts. Wenn dann die Trekker zusätzliche Decken brauchen, weil der Schlafsack gespart wurde, dann geht das zu Lasten der Porter, die in der Regel keinen Schlafsack besitzen und sich bis zu 3 Porter eine Decke teilen müssen!

Ein Gespräch mit den Betreibern der Thorong Phedi Lodge ergibt: "It's incredible how many trekkers don't have a sleeping bag with them! Even more how selfish some of them are when it comes to distributing the blankets; some may insist on getting 2 blankets even if we tell them that means 1:3 ratio for porters!"

Unser Erfahrung mit einen 0 Grad Schlafsack waren gut, wenn's zu kalt ist einfach mehr anziehen (Wolle hat sich bewährt, Mütze auf dem Kopf und leichte Handschuhe, dann hält man auch die <0 aus)

3. Vorhängeschloss mit Zahlenkombination

Die Zimmer in den Guesthouses werden immer per Vorhängeschloss verschlossen. Dumm wenn man zu zweit ist und dann immer schauen muss wer hat grad den Schlüssel. Da hat sich unser kleines Kombinationsschloss voll bezahlt gemacht.

4. CamelBak / Trinken unterwegs

So ein CamelBak ist super praktisch beim Wandern. Aber Vorsicht im Annapurna: Es kann gerne mal so kalt werden, das der Trinkschlauch einfriert (so mir passiert bei der Passüberquerung) und dann hat man statt 2 Liter plötzlich gar nichts mehr zu trinken. Entweder Isolieren oder auf jeden Fall eine Alternative dabei haben, wenn's kalt wird.

Das mit dem einfrieren ist uns bei der Passüberquerung auch mit unseren anderen Flaschen passiert, die wir aussen am Rucksack hatten (für leichten Zugriff). Also auch hier: Wasser in den Rucksack oder Thermoskanne.

Da das Wasser in den Zimmern ab 3.500m auch sehr kalt wird und unangenehm zu trinken, haben wir uns oft morgens zum Frühstück eine Kanne heisses Wasser bestellt. Damit kann man dann die eiskalten Wasservorräte auf Trinktemperatur bringen.

5. Wo wir gerade beim Trinken sind: Safe Water Stations

Man muss ja viel trinken und Wasser ist teuer. Umso teurer je höher man kommt. Dazu kommt, dass die Plastikflaschen in denen das abgepackte Wasser kommt, meist oben bleiben und ein Müllproblem werden. Deshalb gibt es die Safe Water Stations in vielen Dörfern auf dem Annapurna Circuit. Dort kann man Mit Ozon gereinigtes, sauberes Wasser kaufen. Der Preis liegt zwischen 40 und 60 Rupien/l und damit bei ca. 50-25% des abgepackten Wassers (Preis Thorong Phedi: 220NPR pro 1l Flasche; in Kathmandu sind's 20 NPR). Man vermeidet so Müll und unterstützt gleichzeitig die Dorfgemeinschaft, die das Wasser als Teil eines Entwicklungshilfe Projektes reinigt und verkauft. Die Stationen gibt es laut Schild in: Tal, Bagarchhap, Chame, Pisang (bei uns nicht in Betrieb), Manang, Churi Letdar, Thorong Phedi (bei uns nicht in Betrieb), Muktinath, Kagbeni, Jomson, Marpha, Tunkeche, Larjung, Lete, Ghasa und Birethanti. Man braucht natürlich Flaschen zum reinfüllen, am besten 1l.

Ausserdem gibt es in Ghorepani ein ähnliches Projekt; hier kann man das Wasser in der Lodge zu 60NPR/l abfüllen lassen.

5.1 Trinken und sonst?

Falls es mal keine Safe Water Station gibt, empfiehlt es sich das Leitungs/Brunnenwasser zu behandeln. Wir hatten dazu Micropur Forte Tabletten und einen UV Licht Wasserreiniger. Die Mikcopur Tabletten funktionieren bestens, man muss halt 30-60 Minuten warten und regelmäßig schütteln. Der UV Licht Reiniger ist schneller, allerdings braucht er viel Strom = Batterieren, dazu siehe den nächsten Tipp. Es gibt auch andere Reinigungstabletten, die man auch in Kathmandu oder Pokhara bekommt. Da aber auch viel gefälschte Medikamente im Umlauf sind, würden wir uns hier nur auf Sachen aus sicherer Herkunft verlassen.

6. Strom

Strom und Licht hatten wir in jeder Unterkunft. Allerdings kann es schon mal vorkommen das der Strom ausfällt. Viele Zimmer hatten auch keine Steckdosen. Handys, iPads, kindles, etc. kann man dann meist beim Wirt aufladen, was allerdings zwischen 100 und 150 Rupies kostet. Billiger geht's teilweise in Läden ohne Guesthouse, da kostet dann die Stunde um die 50 Rupies (so gesehen in Manang). Also immer laden wenn es eine Steckdose gibt. Zu beachten ist auch, das Akkus und Batterien aufgrund der Kälte deutlich schneller erschöpft sind als üblich. Deshalb wenn möglich alles was einen Akku hat bzw. die Batterien warm lagern (heißt in diesem Falle nah am Körper). Wir haben deshalb unterwegs auch keine Batterien gekauft, denn diese hängen unter Umständen wer weiß wie lange in den kalten Läden.

7. Telekommunikation

Wer mal wegkommen möchte von Internet und Telefon, für den ist der Annapurna Circuit das richtige: Es gibt praktisch keinen Mobilfunk Empfang und auch nur selten Internet. Wenn Internet dann gegen Bezahlung (100 - 150 NPRs pro 10 Minuten) und sehr langsam. Wer unbedingt Telefonieren möchte, sollte sich eine Nepal Telecom (NTC) SIM besorgen. Ich hatte NCell (der Nepal Telecom Schalter am Flughafen hatte bei unserer Ankunft zu) und damit nur in der Umgebung von Jomson Empfang.

8. Schuhwerk

Meine Hauptsorge im Vorfeld galt dem Schuhwerk. Bergstiefel oder Turnschuh. Von den meisten hab ich gehört, das Trekking-Halbschuhe völlig ausreichend seien. Mein Kompromiss waren dann Trekking-Stiefel. Ich wäre aber mit meinen festeren Wanderstiefeln trotzdem glücklicher gewesen. Die Wege und Strassen sind sehr uneben und steinig, eine festere Sohle bietet da mehr Komfort. Wenns dann Richtung 4.000m und Passüberquerung geht spricht auch schon die Kälte und der Schnee für einen festen und wärmeren Stiefel. Außerdem haben wir jeden Tag Bäche und Flüsse überquert - ein Wasserdichter Stiefel ist hier allemal besser als ein Halbschuh.

9. Essen

Uns hat man gewarnt, das man nicht genug zu Essen bekommt und man unbedingt noch Müsli- und andere Energieriegel mitnehmen soll. In vielen Reiseführern liest man auch das man abnimmt beim Trekken - Wir nicht! Die Karte in den Guesthouses ist zwar meist die gleiche, aber es gibt in jedem Fall genug leckeres zu essen. Wer viel braucht, dem sei Dal Bhat ans Herz gelegt, da gibts immer Nachschlag. Und die Karte gilt 24h. Wir haben eine russische Gruppe dabei beobachtet, wie sie zum Frühstück Spaghetti, Pizza und Steaks verdrückt haben.

10. Läden entlang des Treks

In jedem Dorf gibt es einige Shops, die alles für den alltäglichen Bedarf verkaufen. Von Shampoo und sonstige Körper-Pflegeprodukte (teils auch in kleinen Größen) über Klopapier, Batterien, Schmerztabletten, Feinstrumpfhosen ( gesichtet in Manang, wozu auch immer), immer mal wieder Trekkingklamotten und Zubehör; aber meine Damen, Achtung: Tampons gab's nirgends (erstmalig gesichtet in Pokhara), lediglich Damenbinden in allen Varianten! Also genügend einpacken!

11. Höhenkrankheit

Da am besten den Blog von Kerstin lesen: Die Sache mit der Höhenkrankheit

Mehr Tipps zum Trekken in Nepal und unser Reisetagebuch über unsere 4 Wochen in Nepal und Himalaya findet Ihr auf www.2malweg.eu


Annapurna
, Nepal