Reiseswag: Horizonterweiterung II

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Dies ist dein Tour-Blog. Füge Einträge mit Fotos und Standort hinzu oder einfach nur Text und dokumentiere was du gesehen hast, wo du warst und worüber du nachgedacht hast. Wenn du möchtest, lass andere deinem Tour-Blog folgen und an deinen Erfahrungen teilhaben. Wie das geht? Hier entlang zum Video-Handbuch.

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Station erstellen
Jule und Robert Small

Hasta luego!

Die letzten zwei Tage in Quito mussten wir natürlich ausführlich mit der Kamera dokumentieren, wodurch diese Fülle an Bildern entstand. Einige davon sind aber wegweisend für alle anderen Reisenden. So sieht man z.B. Jule, wie sie meinen Arm hart schlägt. Das liegt daran, dass sie zuerst den blauen Käfer gesehen hatte. Sie rief "Fusca azul!" und durfte daraufhin den Versuch starten, meinen Arm mit einem Schlag in die Farbe des Käfers umzuwandeln. Versagt! Insgesamt habe ich dieses Spiel gefühlt mit 90:15 gewonnen, ihr Arm ist jedoch auch nie blau geworden. Wir kauften an diesem Tag noch einmal ordentlich ein und im Nachhinein lässt sich sagen, dass es sich gelohnt hat...die Familie hats gefreut.

Unseren letzten Abend verbrachten wir mit neuen guten Freunden. Julia, James, Carlos und Sofía bereiteten uns einen schönen Abschied, den wir nach einem authentischen Essen und dazugehörigen Getränken ("canelazo") wieder auf der Jungfrau verbrachten. Carlos hatte das Auto seines Vaters bekommen und so konnten wir Quito nochmal bei Nacht von oben betrachten. Er hätte uns sogar am nächsten Tag zum Flughafen bringen können, doch diese Email las ich leider erst bei meinem letzten Hühnchen auf südamerikanischem Boden. Am Flughafen selbst wurde man schonmal auf seine Rückkehr nach Europa eingestimmt: man durfte sein Klopapier wieder ins Klo werfen!!! Ich habe mich seitdem häufiger dabei erwischt, dass die Hand in Richtung eines nahestehenden Mülleimers ging. Ich habe es aber immer rechtzeitig bemerkt und so landet das Papier seit nunmehr 10 Tagen im Klo!

Jule und Robert Small

Que lindo es Mindo!

Von
Puerto Lopez aus begaben wir uns im Nachtbus nach Quito. Eine
interessante Fahrt, von der es noch einen Nachbericht geben wird. Wir
kamen morgens um 5 in Quito am Suedbusbahnhof in Quitumbe an und suchten
uns dort dann einen Bus um zum noerdlichen Terminal zu kommen. Wir
fuhren also im Morgengrauen eine Stunde durch Quito, was sehr schoen
war. Dort konnten wir dann auch wieder direkt einen Bus nach Mindo
finden, der uns innerhalb von zwei Stunden in eine komplett andere Welt
brachte. Die Nebelwaelder von Mindo waren so wunderwunderschoen, dass
die Muedigkeit ploetzlich komplett weg war. Wir fuhren auf der
Ladeflaeche eines Jeeps dann hinunter ins Tal der ruhigen Ortschaft und
durften auch gleich die Haengematte unserer kleinen Huette benutzen. Die
Unterkunft hiess Cabañas Armonia und strahlte diese auch aus. Sie war
umgeben von einem Orchideengarten und man hoerte Voegeln und Insekten
beim Quatschen zu. Wir unternahmen erstmal einen kleinen Spaziergang
und erkundschafteten die Umgebung. Am naechsten morgen gab es Kolibris
zum Fruehstueck und auch an anderen Voegeln wurde nicht gespart. Nicht
andereM!!! Diese stritten sich um die Bananenstuecke, die auf den
Bauemen ausgelegt waren. Es war idyllisch!!!

Anschliessend
machten wir uns auf den Weg zu den Cataratas, die man lediglich durch
die Benutzung der Tarabita erreichen konnte, eine Gondel, die in 70
Metern Hoehe ueber den Rio Mindo hinwegschwebt. Die Wanderung durch den
Wald war beeindruckend, aber ging aufs Knie. Da tat das Bad in der
inzwischen beruehmten Eistonne, die dieses Mal aus einem
Wasserfallwaesserchen bestand, richtig gut, auch wenn sich alles
zusammenzog.

Nach
einem erneuten Fruehstueck mit dieses Mal Huendchen, Kolibris inkl.
Voegeln ging es noch zum Mariposario, eine Schmetterlingsfarm, in der
wir selbige haben schluepfen sehen. Die Puppen waren ganz schoen krass,
so gold, wie die glaenzten. Mit ein bisschen Banane am Finger, konnte
man die kleinen Tierchen sogar auf den Arm nehmen.Mindo war soo toll und
so nah dran an dem internationalen Flughafen von Quito! Also schwingt
eure Hintern hier rueber!

Jule
hat leider erst hier angefangen, schoene Armbaender zu knuepfen. Haette
sie damit vor 4,5 Monaten begonnen, die Luxuskreuzfahrt auf den
Galapagosinseln waere uns sicher gewesen.



  • Small
    Isabelle hat am kommentiert:

    was für eine Reise!! genial euch zu folgen

Jule und Robert Small

Reiseswag Informationsweitergabe

Wir wollen im Flugzeug die Reise ein bisschen statistisch aufarbeiten und sind offen für Fragen eurerseits. Z.B. "Wie oft wart ihr in Bolivien bei Mc Donald's essen?" (Na, wer weiß es?)

  • Small
    Angelika Heldt hat am kommentiert:

    Ich möchte wissen:
    wie viele neue Freunde habt ihr gewonnen auf der Reise?
    Gab es Tage, an denen eure Augen mal nicht so gestrahlt haben, wie ich das immer erlebt habe, wenn ihr erzählt habt? Ich meine, wirklich nicht einmal am Tag.
    Wie viel Kilometer habt ihr zurückgelegt? In der Luft, auf Schienen, im Bus, zu Fuß...
    Was wünscht ihr euch zu Essen, wenn ihr wieder hier seid? :-)
    Vielleicht ergänze ich die Liste noch :-)

  • Small
    Anni hat am kommentiert:

    Mc Donald´s in Bolivien?!?! Ich tippe mal gaaanz mutig auf 0. :p
    Gab es neben der Mammut-"Fast-Food-Kette" noch andere geile "Gringo"-Imbisse?
    Blieb das Meerschweinchen in Roberts und Tills Magen das Einzige?
    Als Till und ich Euch besucht haben war Euer Highlight noch die Iguazú-Wasserfälle. Ist das so geblieben? (Okay - gibt bestimmt mehrere Highlights…)

  • Missing
    Dan hat am kommentiert:

    Heißt es Wüste oder Würste? Bringt ihr mir was mit? Wievie Traffic hattet ihr auf eurem Blog? In welchem Land ward ihr am längsten? Auf einer Skala von 1 bis 10, wie schön war es? Wenn ich Bratmaxe grille, wie sehr ermöglicht es, den Beginn der Stimmung zu erwirken (DASS es das tut, ist hinlänglich bekannt)? Wieviel Bier hat Robi getrunken? Wie viele cm ist sein Bart gewachsen? Wieviele verschiedene Tänze habt ihr gelernt? Wie oft hat Jule Guacamole gemacht? :) Wie hoch war der höchste Punkt an dem ihr ward? wo der südlichste, nördlichste, westlichste und östlichste? Ein Wort: Wenn ihr an Südamerika denkt, denkt ihr: ...

  • Missing
    Peter Heldt hat am kommentiert:

    Wie viele verschiedene Früchte habt ihr ausprobiert? Waren auch verbotene dabei? Wo habt ihr den tiefsten Punkt eurer Reise durchschritten? Wo war die Luft am dünnsten, kältesten, heißesten? Auf welcher Preis- und Beliebtheitsskala bewegten sich eure Übernachtungsquartiere. Wie viele Sterne verdienten eure Hostels und Hotels nach eurer Beurteilung? Lässt sich das auch auf eure Fortbewegungsmittel übertragen?

  • Missing
    Gabriele Heldt hat am kommentiert:

    Welche Begegnung Hat Euch am Meisten Beeindruckt, Wie Viele Sonnenuntergänge oder
    Aufgänge Habt Ihr Gesehen? Am Welches Land War Schönsten, am wo Hut Das Essen Besten Geschmeckt Und wo Waren Die Sanitären Anlagen am Besten? Am Worauf Freut Ihr Euch Meisten, Wenn Ihr Jetzt Wieder Im Jäger-Und Weltmeisterland Ankommt?

Jule und Robert Small

Puerto Time!

Es ging weiter nach Puerto Cayo, wo wir eine Nacht auf einem Campingplatz verbrachten, von dem wir LEIDER keine Fotos gemacht haben. Es war total schoen da, die Caipis haben geschmeckt und das Meeresrauschen wog uns in den Schlaf, nachdem wir Uwe Woellners Hoerbuch zu Ende gehoert haben. Ein Ort zum absoluten Abschalten, ruhiger Strand, nette Menschen, kaum Tourismus. Das Gegenprogramm hatten wir dann am darauffolgenden Tag (heute) in Puerto Lopez, wo sich die Tourimeute trifft und Wale gucken faehrt. Haben auch welche gesehen, war ganz ok........WAR GEIL! Wir waren clever genug es nicht die ganze Zeit auf Topfotos abzusehen, sondern schauten uns mehrfach an, wie die Giganten in unmittelbarer Naehe in die Hoehe sprangen und Rueckenklatscher fabrizierten. Dabei sassen wir vorne auf dem Boetchen. Seht selbst und staunt, muessen gleich weiter. Vorher noch HAENGEMATTEN kaufen!

  • Missing
    Birgit Weidner hat am kommentiert:

    Dank für die Bilder! Jetzt sieht es auch einmal wie Urlaub aus! Schade das es am Sonntag nicht geklappt hat. Robi, am Montag ist Sportfest. IGS Henriette Breymann-Schule und IGS Wallstraße. Ich habe gerade erfahren, dass du mit Planer gewesen bist. Da staunst du was!
    Freu mich auf Euch!
    Birgit

  • Small
    Angelika Heldt hat am kommentiert:

    Wirklich schöne Aufnahmen! Genießt die letzten Tage in Südamerika. Ich freue mich TOTAL auf euch!

  • Missing
    Gabriele Heldt hat am kommentiert:

    0

  • Missing
    Peter Heldt hat am kommentiert:

    Lecker! Wal-Menü?

  • Small
    Angelika Heldt hat am kommentiert:

    Genauso wie ich mich auf euch freue werde ich doch eure tollen Reiseberichte und Fotos vermissen :-) Guten Heimflug!

Jule und Robert Small

Nochmal Urlaub am Pazifik

In Baños blieben wir also nur eine Nacht. Es bleibt zu ergaenzen, dass Jule auf der Busfahrt dorthin ein Armband aus kleinen bunten Gummibaendchen von einer jungen Dame von 8 Jahren geschenkt bekam, die uns die ganze Zeit freundlich beobachtete. Sie bekam ein kleines Armbaendchen zurueck. Ihre sehr kleine Schwester bot uns daraufhin einige Dinge u.a. ein Winnie Puh-Sticker an, aber wir hatten kein Tauschmaterial mehr. Trotzdem wurde uns bei deren Ausstieg noch lange zugewunken. Wir fuhren also nach Guayaquil um dort wieder innerhalb von 30-40 Minuten einen weiterfahrenden Bus zu schnappen und schnell dort abzuhauen. Abends kamen wir dann in Salinas an und waren die dritte Buchung in dem neueroeffneten Hostal, aus dem was werden kann. Natuerlich erhalten wir an der Hostalfotowand ein Foto mit Ehrenplatz, da wir den Pokal dabei hatten! In Salinas fuhren wir am naechsten Tag per Taxi zur Landspitze. Als der Taxifahrer waehrend der Fahrt uns den ueberteuerten Preis von 10$ eroeffnete kam aus Jule ein bestimmtes: "Alto aqui!" (Hier anhalten!") heraus. Und so verlangte er dann doch nur 3$ fuer die gesamte Fahrt. Gute Frau! An der Landzunge begaben wir uns zu einem Mirador und es dauerte nicht lange und am Horizont schnellte ein Buckelwal in die Hoehe und klatschte mit brachialer Gewalt wieder ins Wasser zurueck! Haetten  wir es nicht beide gesehen, wir haetten spaeter gedacht, es sei nur eine Einbildung gewesen, so beeindruckend ist es, diese grossen Wesen in Natura zu sehen. Richtige Oschis! Wir verweilten dort eine ganze Zeit im Schneidersitz und die Balustrade diente als Sichtfenster. Das starren auf den Horizont ohne diese Sehhilfe hatte vorher die Augen ganz schoen angestrengt. Anschliessend schlenderten wir am bekrebsten Strand entlang und man wusste nicht, ob die Krebse vor uns weglaufen oder Jule vor den Krebsen...haha...Die roten Kmer waren aber alles andere als kmerig und blieben friedlich. Am Ende der Bucht war dann eine Seeloeweninsel, auf der sich einige dieser Tierchen tuemmelten. Es stank. War aber schoen, genau wie der gesamte Vormittag.

Wir fuhren dann weiter nach Montañita, wo wir einen Fernseher im Zimmer hatten und wir uns nen gemuetlichen Tag im Bett machten, weil es ganz schoen diesig war. Bei einem Strandspaziergang entdeckten wir schliesslich einige schoene Hostals ausserhalb der Surferhochburg und mieteten uns dort weitere zwei Naechte ein, sodass die Mutation zum Haengemattenfaultier wieder stattfinden konnte, mit benachbarter Fensterladenkioskfrau. Wir fruehstueckten mit direktem Blick auf den Pazifik, knuepften Armbaender oder wanderten ueber gefaehrliche Klippen, wobei man besonders an den ebenen Flaechen auf den Hintern fallen konnte. Schoener Urlaub!!! Man mag es kaum glauben, gab auch watt leckeres zu essen. Lecko mio, watten Urlaub!

  • Missing
    Peter Heldt hat am kommentiert:

    Aber Jule: 10 $ sind doch nicht teuer für eine solche Fahrt. Helge Schneider hätte für 2 Meter 2 Mark genommen!

  • Missing
    Dan hat am kommentiert:

    In Puerto Lopez war ich auch mal :) aber nicht bei den Walen... bin schwer neidisch :)

Jule und Robert Small

Quite (engl.) erfolgreich in Quito

Der erste Erfolg war natuerlich, dass wir ueberhaupt in Quito angekommen sind. Von dem ewig dauernden Einreiseprozedere hat Jule ja bereits berichtet. In Guayaquils riesigem Busbahnhof buchten wir schnell den naechsten Bus, um ratzfatz nach Quito zu kommen. Wir dachten, 25 Minuten waeren genug Zeit, um noch bei einem bekannten Fastfoodrestaurant fast (engl.) etwas zu kaufen. Fast (deutsch) war fast (wieder engl.) nicht fast (wieder engl.) genug, so wollten wir das Essen mit in den Bus nehmen, den wir dann 5 Minuten vor Abfahrt erreichten. Es war allerdings bis dahin nur Wasser im Bus erlaubt und so mussten wir nach der anstrengenden Nacht ordentlich schlingen, um in den Bus zu duerfen. Auf der Fahrt kamen dann natuerlich VerkaeuferInnen in den Bus um ihre vielfaeltigen Speisen anzubieten, das Nahrungsverbot wurde somit aufgehoben. In Quito angekommen, kamen wir in einem Hostal unter, in dem Eva (eine Freundin aus Bremen) vor 4 Jahren war und deren Freundin dieses leitet. Es befindet sich in dem Viertel Mariscal, das auch "Gringolandia" genannt wird. Eine schreckliche Gegend, zumindest wenn man aus nem gewissen Alter raus ist...wir sind zu alt fuer den Scheiss. Die Naechte Montag und Dienstag gingen noch, aber am Mittwoch ging es richtig rund vor dem Hostal. Wir erklaerten der netten Christina, dass wir uns etwas in einer anderen Ecke suchen werden, woraufhin sie uns anbot zum gleichen Preis ins hochwertigere zweite Etablissement des Hostals unterzukommen. Super! Erfolg! Zuvor sahen wir natuerlich noch das Spiel gegen die Brasilianer, ERFOLG!!! Es war herrlich, wie uns die Ecuadorianer zuhupten und -jubelten, als wir mit unserem kleinen Deutschlandfaehnchen durch die Strasse liefen. Generell muesste ich mich nochmal ueber die oeffentliche Wahrnehmung und Meinungsaeusserung in Deutschland waehrend der WM auslassen und die Meinung ueber unser Team im Ausland dem gegenueberstellen, mach ich aber jetzt nicht. Mittwoch waren wir dann so erfolgreich, dass wir zwei Kirchen gefunden haben, von denen wir uns eine angeguckt haben. Prachtvolles Exemplar. Ebenso sahen wir kleine Laeden mit Piñatas und feuerten effektiv Argentinien an. Donnerstag gab es leckeres Essen mit getrocknetem Blut auf dem Mercado, ich fands toll, Jule fast. Freitag kamen wir dann mit den oeffentlichen Verkehrsmitteln zur Mitte der Welt, die wir durch eine kroosartige Leistung ueberquerten und endlich wieder ein Bier auf der noerdlichen Seite der Welt trinken konnten. Sonst wars eher solala, aber wir waren nicht bereit in die Nachspielzeit zu gehen, um die wohl etwas schoenere Umgebung zu erkunden. Samstag flanierten wir durch einen Park, um spaeter Carlos zu treffen, den wir Dienstag gelungen im Casa Humboldt gemeinsam mit seiner Schwester Sophia kennengelernt haben. Mit ihm erkundeten wir die wirklich schoene Gasse La Ronda in der Quitonischen Altstadt und litten dort wirksam mit Brasilien mit. Wir bestiegen noch mit Erfolg die Jungfrau von Quito und konnten so auch den suedlichen Teil der Stadt sehen. Glorios wurde anschliessend noch Karaoke gesungen, wobei die Maria Careys der Bar in Punkten geschlagen wurden. Wir schafften es sogar, das komische ecuadorianische Biermischgetraenkt "Micheladas" dabei zu leeren. Erfolg auf ganzer Linie. Was uns am Sonntag passiert ist, hab ich irgendwie vergessen. Aber irgendwie fuehlte es sich heute Morgen verdammt gut an. Mit einer gelungenen Geschichtsstunde fuer den Taxifahrer verabschiedeten wir uns vorerst unter Applaus der Massen von Quito und fuhren nach Baños, wo es aber ziemlich nass ist. WIR WOLLEN SONNE, die uns nicht nur aus sondern auch auf den...ihr wisst bescheid!

Weitere vorzuweisende Erfolge, die im Fliesstext keine Beachtung finden konnten:
- Kinderbueno noch vor der Rueckkehr nach Deutschland verspeist
- vermieden Jaegermeister fuer 60$ zu kaufen
- Schrumpfkoepfe gesehen und drueber informiert
- angefangen, Plaene fuer eine Galapagosreise in 4-5 Jahren zu planen
- nicht an der Grossstadtsafari der deutschen Reisegruppe teilgenommen
- endlich mal wieder nen Rucksack gepackt
- den Weg nach Baños gefunden
- achja...von zwei Argentiniern nen Pokal geschenkt bekommen (warum bloss...???)

  • Missing
    Gabriele Heldt hat am kommentiert:

    0

  • Small
    Jule und Robert hat am kommentiert:

    Vergessen: erfolgreich auf deM Strich gegangen!

  • Missing
    Birgit Weidner hat am kommentiert:

    Hallo Ihr Lieben,

    habe mir gerade mit Georg die Fotos angeschaut. Wir waren wieder einmal hin und weg. Ich glaube ich würde gar nicht mehr weg wollen, von diesem herrlichen Strand. Georg war wieder einmal ganz gerührt als er seine "KLEENE" gesehen hat.
    Tolle Eindrücke auch vom "Fußballabend". Heute sind die neuen Trikots auf den Markt gekommen, die mit den 4 Sternen. Hätte gern eins für Hugo, sind aber wohl schnell vergriffen und ausserdem sauteuer.
    Na, ohne gings ja auch.
    Habt noch eine schöne Zeit.
    Mama + Papa

  • Missing
    Peter Heldt hat am kommentiert:

    Hätte nicht gedacht, dass es so nah am echten Äquator Weissbier gibt. Da lohnt es schon, einfach mal hinzufahren!

  • Missing
    Dan hat am kommentiert:

    Hei, ihr ward aber am falschen Äquatordenkmal oder? :) der echte Äquator verläuft ca 200 m daneben, ward ihr da auch und habt die ganzen Experimente und so gemacht? :)

  • Missing
    Dan hat am kommentiert:

    ich seh grad, dass da wohl auch nur Schmu betrieben wird :D sowas! diese Mittelerdler!

Jule und Robert Small

7:1

Im Casa Humboldt liess es sich gut feiern. Lokale Fernsehsender haben sich danach auf den redseligen, deutschen Spanischlehrer aus der Jaegermeisterstadt gestuerzt, der mit viel Emotion seiner Freude ueber das gol- und glor-reiche Semifinale der mundial 2014 in Brasilien Luft machte.

Jule und Robert Small

Erstmal Urlaub in Máncora

So gut, Sven?!
Urlaub am peruanischem Strand ist schon ganz schoen dekadent, aber in der Nebensaison bezahlbar: So kam es, dass das Haengematten-Faultierchen und ich (Jule!) zuerst Ruhe und Entspannung in einem Bungalow suchten. Es bot einen herrlichen Blick auf den Ort und Pazifik. Nach drei Naechten war es uns jedoch zu ruhig und zu umstaendlich immer auf den Berg zur Anlage zu kraxeln und so zogen wir ins Las Olas um!
Nein, nicht in das Las Olas am Titikaka-See, sondern in ein geschmackvolles Hotel direktestens am Strand von Máncora. Von unserem Zimmer aus fielen wir quasi direkt vom Bett auf den Strand...so etwas habe ich noch nie erlebt! Fast noch besser war, dass auch Julia und James aus England dort urlaubten. Die beiden reisen schon seit zehn Monaten umher und haben mit dem Jakobsweg in Spanien ihr Reiseabenteuer angefangen. Obwohl wir nur zwei, drei Tage mit den Beiden Kontakt hatten, sind sie mir schon ans Herz gewachsen. James moechte eine Wein-und-Kaese-Bar in Brighton eroeffnen, wenn sie in zwei Monaten wieder nach Hause kommen. Natuerlich haben wir ihm wertvolle Tipps dafuer mit auf den Weg gegeben, sowas wie den stinkigen "Harzer Roller" und gratis Nuesschen fuer jeden Gast (anlehnend an die spanische Tapas-Kultur). Ich bin schon ganz erpicht darauf die beiden im naechsten Jahr zu besuchen!
Wir haben nun schon sehr viele spannende Persoenlichkeiten auf unserem Weg kennen gelernt, doch wie wunderbar es ist, wenn mal jemand auf derselben Wellenlaenge surft wie wir. Apropos surfen: eine Menge Surfer gab es auch noch zu beobachten. Die Peruaner habens echt drauf! Wir haben uns das Surfen jedoch erstmal nur theoretisch erschlossen und wollen vielleicht in Ecuador noch einen Kurs machen. Es war jedenfalls herrlich einfach nur am Strand zu sein, Krebschen rumkrebsen zu sehen oder wie die Pelikane und Kormorane nach Fischen tauchten. Waehrend eines Strandspaziergangs zum Hafen stoerten wir dann noch Geier beim Mittagessen und entdeckten einen (leblosen) Kugelfisch. Die Abende verbrachten wir oft im "Angela´s", einem vegetarischen
Restaurant-Café indem Federico aus Argentinien sein Geld fuers Reisen
verdient. Nach einer Woche verabschiedeten wir uns von Máncora und wollten den Bus nach Guayaquil in Ecuador nehmen, der um Mitternacht losfahren sollte...sollte. Wir fuhren gegen 1 Uhr los und verbrachten ab ca. drei Uhr zwei Stunden an der peruanisch- ecuadorianischen Grenzkontrolle, da es fuer zwei Reisebusse voll Grenzueberquerer nur je ein Mitarbeiter fuer Aus- und Einreise-Schalter gab. Eine Qual! Man muss ihnen aber zugute halten, dass sie ihren Job sehr gruendlich gemacht haben...und das ist auch was wert.



  • Small
    Angelika Heldt hat am kommentiert:

    Das findet auch die Mudder gut!

  • Small
    Anni hat am kommentiert:

    ... da kenn ich aber noch jemanden dem das da gut gefallen hätte! :) Traumhaft schön!

Jule und Robert Small

Auf nach Peru, schoen gemuetlich wandern oder so...

Am Sonntag reisten wir dann von Rurrenabaque aus direkt nach Peru. Direkt klingt jetzt aber direkter als es eigentlich war. Zunaechst ging es in einer Propellermaschine von eine halbe Stunde bergauf, um im kalten El Alto zu landen.  Von daaus gab es leider keinen preiswerten Flug nach Arequipa, also mussten Alternativen her. Die erste hiess, Direktbus am Busbahnhof in La Paz suchen. Gab keinen. Also zur Kleinbusstation im anderen Barrio am Friedhof, da stiegen wir in nen groesseren Kleinbus und fuhren von La Paz nach Desaguadero, eine Grenzstadt am kleinen Teil des Titicacasees.  Dort erledigten wir geschmeidig die Migrationsangelegenheiten, wechselten Geld und guckten nach Bussen, die uns Arequipa naeher bringen sollten. Puno wollten wir dabei meiden, da wir da schon durchgefahren sind und es irgendwie auch wieder weiter weg von Arequipa gewesen waere. Also entschieden wir uns fuer einen Kleinbus, der Moquegua ansteuerte. Dieser wollte jedoch erst  bei einer Befuellung von 13 Leuten losfahren. Also kamen zu der 4stuendigen Fahrtzeit noch eine 3 stuendige Wartezeit hinzu. Wir buchten in den blauen Dunst  hinein schonmal ein Hotel, dessen Telefonnummer Till uns geschickt hatte, ohne dass er weitere Informationen erhalten konnte. Nach einer turbolenten Fahrt mit zum Teil Hunger  und zum Teil Erbrechen, kamen wir gegen zehn Uhr in Moquegua an und fuhren mit gemischten Gefuehlen ins Hotel. Die 15 Euro fuer das Doppelzimmer waren guenstig und so erwarteten wire in einfaches Zimmer mit kalter Dusche. Was wir vorfanden war ein riesiger Fernseher, eine wunderbare Matratze (auf nem Bett natuerlich) und eine warme druckvolle Dusche. Ein grossartiges Hostal (Hostal Plaza Moquegua, fuer alle, die sich hier inspirieren lassen).  Fast so grossartig, dass wir noch ne Nacht geblieben waeren, wenn da am Donnerstag nicht Deutschland gegen USA gespielt haette.

Also fuhren wir am naechsten Tag weiter nach Arequipa, suchten da eine Tour um durch den Cañon de Colca zu wandern und fanden diese auch. Da wir bereits wussten, dass die Touren um 3 Uhr morgens starten, entschieden wir uns fuer ein billiges Hostel (9Euro fuer beide), das an einer entsprechend lauten Ecke lag L Schlaf war rar. Um 3 Uhr warteten wir dann eine Stunde bis wir von unserer Reisegruppe abgeholt wurden. Die Reisefuehrerin Vanessa hatte ihr Portemonaie verloren, also mussten sie nochmal rumfahren um es zu suchen. Naja…immerhin konnten wir im Bus nocheinmal schlafen, wenn auch nicht toll. Um 8 Uhr wurde dann in Chivay, dem ersten Ort im Cañon de Colca, gefruehstueckt, bevor es weiter zum Cruz del Condor ging.
Dort flogen die maechtigen Tiere an uns vorbei und sie waren noch groesser als die Geiervoegel, die wir vorher in Chile gesehen hatten, welche wir schon fuer Condore hielten. Leider hatte man nicht soo viel Zeit, um sie sich zu beobachten, denn es sollten ja noch 18km gewandert werden.  Zunaechst ging es auf einer Strecke von 6km 1000 Meter in die Tiefe…ist halt nen Canyon. Das ging verdammt auf die Kniee und auf eines dieser ging auch Jule nach 4km das erste Mal und zog sich eine klaffende Wunde zu. Jod und professionell angelegter Verband (ich hab von Papas 1. Helferausbildung gelernt) liessen sie aber weiterkaempfen. Bei einem Mittagessen in einem kleinen Doerfchen kamen wir wieder zu Kraeften...vorerst. Die naechsten paar Kilometer liefen ganz gut, doch am Ende ging es wieder eine laengere Strecke bergab, sodass die Kniee wieder schmerzten. Es war eine ziemlich heftige Wanderung, bei der man von der Natur kaum etwas gesehen hat, da man immer auf die Fuesse gucken musste. Die Reiseagenturen teilen einem solche Aspekte nicht mit. Sie verkauften es als normale Wanderung, die man auch bestehen kann, wenn man nicht so Wandererfahren ist.  Gut, dass Vanessa beim Abendbrot fragte, wer gegen Aufpreis ein Maultier fuer den Aufstieg, der fuer 5 Uhr morgens angesetzt war, nutzen wolle. Jule, eine krampfgeplagte Schweizerin und ein US-Boy nahmen diese Gelegenheit wahr. Und so machte ich mich am naechsten Morgen ohne mein persoenliches M(j)ulichen auf den Weg nach oben…wieder 6km, wieder 1000 Hoehenmeter. Es war anstrengend, aber bei weitem nicht so anstrengend wie am Vortag und ich denke, Jule haette es auch geschafft, da die Belastung ne ganz andere war. So ueberholte sie mich 15 Minuten vor Gipfelankunft auf ihrem Pferdeesel, obwohl sie ne Stunde spaeter aufbrach. Das Muli schwitzte und wurde auch immer langsamer, waere nicht der nimmermuede Antreiber hinterher gelaufen, der Muli Andres&Co  voranpeitschte. Nach dem anschliessenden Fruehstueck fiel es wirklich schwer wieder aufzustehen, kleine Treppenstufen waren ne Qual. Aber es war geschafft. Danach ging es nur noch weiter zu kleinen Orten, wo wir Adler streicheln konnten oder die mueden Muskeln in Thermalquellen pflegen konnten…auch Jules Hintern hatte gelitten und die Leistung vom Vortag ist absolut nicht zu verachten. Auf der Rueckfahrt erfuhren wir von Vanessa, dass sie die einzige professionelle Reiseleiterin vor Ort war, da die anderen Guides sich im Streik befanden. 200€ im Monat ist auch wahrlich zu wenig fuer die Verantwortung, die sie tragen und von Gesundheitsschutz muss man gar nicht reden. In Arequipa angekommen, wurde sie leider gleich aus der Gewerkschaft der Guides geschmissen, da sie den Streik gebrochen hat. Wir unterhielten uns noch eine Weile mit den Streikenden, obwohl wir sehr kaputt waren. Vanessa tat uns leid, aber wir konnten natuerlich auch die Wut der Guides ueber die mangelnde Solidaritaet verstehen. Einer von ihnen hatte sich z.B. auf einer Tour verletzt und fiel einen Monat aus, ohne dabei irgendwelche Arztkosten erstattet zu bekommen. Vom Gehalt ganz zu schweigen. Wir empfahlen ihnen sich direkt an die Touristen zu wenden, da man von der Situation ueberhaupt nichts mitbekommt und die Agenturen es ziemlich egal ist, wer durch die Schlucht fuehrt, hauptsache die Touris bezahlen. Scheinbar sind sie tatsaechlich noch nicht selbst auf die Idee gekommen, denn sie fanden die Idee ziemlich gut. So konnten wir wenigstens ein bisschen etwas dazu beitragen, dass das Lied "Vienes y te vas" nicht ganz auf unsere Reise zutrifft.

Am naechsten Tag taten die Knochen und Gelenke immer  noch weh, aber es half ja nix...das Laenderspiel gegen die USA musste bestritten werden. Wir sahen es gemeinsam mit Almut, die gerade ihre Winterferien in Peru verbrachte und auch in Arequipa war. Anschliessend assen wir noch in einem kleinen Imbiss leckere Kartoffelgerichte mit sieben verschiedenen Kartoffelarten (Name folgt)...sehr empfehlenswert. Abends setzten wir uns dann in den Bus nach Lima, in dem wir gut schlafen sollten, da er 6 Stunden in der Nacht stand. Zum Glueck hatten wir keinen Anschlussbus gebucht...hinter uns sassen zwei junge Menschen, denen das Gesicht bei der Info ueber die Verspaetung ausrutschte, da sie abends weiter nach Bogota fliegen wollten. Es hatte zum Glueck geklappt, den Flug umzubuchen.

  • Small
    Angelika Heldt hat am kommentiert:

    Das war ja interessant zu lesen! Ich habe mich heute morgen gewundert, dass ich den Text noch nicht gesehen hatte, aber den anderen über Mánorca schon. Es ist sagenhaft, was ihr erleben dürft und danke, dass ihr uns teilhaben lasst!!!! Ganz liebe Grüße aus Wolfenbüttel

  • Missing
    Gabriele Heldt hat am kommentiert:

    Auch Wir Sind Wieder Begeistert Und Dankbar, Einen so und Einblick in Eure Erlebnisse Zu Bekommen. Man Kann Nur Hoffen Und Wünschen, Das Sich Die Arbeitsbedingungen in Diesen Ländern Verbessern, Ich Sag' ja, Deutschland Hat Auch Viele Gute Seiten!!! Das gilt Hoffentlich Auch Heute Für Das Spiel. Auch Für Euch, Direkt Nach Dem Frühstück, Heißt es Spannung Aufbauen.
    Liebe Grüße aus Lehrte

  • Missing
    Peter Heldt hat am kommentiert:

    Maultiere sind übrigens intelligent, las ich kürzlich. Sie wissen nicht immer, wo und wie es weitergeht, deswegen gehen sie langsamer. Für den Antreiber sicher nicht ganz verständlich. Wenn ihr wieder zu Hause seid, müssen wir mal wieder über (nicht) gegebene gelbe Karten und den Fußballplatz als offensichtlich rechtsfreien Raum sprechen. Ich war schockiert über den spanischen Schiedsrichter, der seine Karten wohl als Andenken unversehrt behalten wollte. Fußball wird dadurch nicht spannender, dass jeder Angriff zertreten wird.

Jule und Robert Small

Fotos sind da und News

Die Fotos fuer die letzten beiden Posts sind nun hochgeladen. Wir sind nun mal wieder in Arequipa, nachdem wir gestern eine anstrengende Reise hinter uns gebracht haben. Anstrengend geht es weiter, denn heute Nacht wird um 3 Uhr der Wecker klingeln und wir brechen auf zum Colca Canyon um dort Condore zu sehen und den ganzen Tag zu wandern. Am Mittwoch kommen wir dann wieder, ruhen uns aus um am Donnerstag um 11 Uhr das Deutschlandspiel zu sehen. Wir reihen uns nun mal oeffentlich in die FIFA-Kritik ein: Warum traegt man eine WM ausserhalb von Europas aus, wenn man vor Ort zu den beschissensten Uhrzeiten die Spiele sehen kann oder eben nicht, weil die meisten arbeiten muessen!?!? Gute Nacht!

  • Missing
    Peter Heldt hat am kommentiert:

    Kann euren FIFA-Frust verstehen, aber Problemlösend denken ist besser, als zu maulen: Ich empfehle vor dem Spiel ein leichtes Frühstück nach Spaghettiparty am Abend zuvor. Nichts Saures Trinken, es könnte mit zuschauen wollen;)

Jule und Robert Small

Theo, The-e-e-o, Theo mach mir ein Bananenbrot: Rurrenabaque!

Die Tage nach dem Besuch der Pampas verbrachten wir tiefenentspannt im bolivischen Ort Rurrenabaque. Wir hatten noch drei Tage zu verplemmpern, bis das Deutschlandspiel am Samstag ausgestrahlt wurde, und verbrachten diese sogar sehr aktiv: wir fuhren mit dem Boot in eine nahegelengende Bucht des Rio Beni (Obermeier, oh oh oh oh oh) und badeten dort zusammen mit einem Schweizer und einer Hollaenderin im Schlamm. Am Tag darauf kraxelten wir den Berg hoch zu einem Kreuz. Hoch oben trafen wir auf einen jungen Mann, der fuer seine Freundin ein Buch mit Gedichten und Zeichnungen versah und sehr redselig war. Er erzaehlte uns auch von der Verschmutzung des Rio Beni, in dem wir gestern gebadet hatten...naja, aber bisher fuehlen wir uns noch putzmunter. Das war jedenfalls eine wunderbare Begegnung. Samstags trafen wir dann Patrick und Martin, die wir bereits waehrend der Salzwuesten-Tour kennengelernt haben zum Mitfiebern des Deutschland-Ghana-Spiels (2:2). Wir verbrachten mit ihnen ein sehr amuesantes Wochenende und flugen Sonntag morgens auch zusammen in einer kleinen Propeller-Maschine zurueck nach La Paz. Die beiden Jungs sind dann weiter Richtung Brasilien und wir starteten unsere Reise ins peruanische Moquegua. Ach so...und warum Bananenbrot?! Weil es das im Dschungel gab plus gekuehlten Kokosmilchsaft...mhhhh!

  • Small
    Angelika Heldt hat am kommentiert:

    Oh! Treiberameisen...

  • Missing
    Peter Heldt hat am kommentiert:

    Genau, der Gedanke kam mir sofort, als ich die Spur im Wald sah. Es können nur Treiberameisen gewesen sein. Vorsicht also. Sie sind gefährlicher als Piranhas!!!

Jule und Robert Small

Rambazampa in der Pampa!

Ruckeln die Zweite! Nach Cuzco raubten uns erneut uebereifrige Reisende den Schlaf...betrunken und nicht in der Lage das Begonnene zu beenden. Aber dazu spaeter.

Jule und ich machten uns am Dienstag auf den Weg nach Santa Rosa um von daaus unsere Pampastour zu starten. Auf der 3stuendigen Fahrt dorthin sahen wir bereits die ersten Aligatoren und Wasserschweine. Ein Vorgeschmack auf das was noch kommen sollte. In Santa Rosa trafen wir dann auf unseren persoenlichen Guide. Im Gegensatz zu vielen anderen haben wir nur eine 2 Tagestour gebucht und somit waren wir privat unterwegs, waehrend andere sich zu zehnt einen Guide und ein Boot teilen mussten. Wir fuehlten uns schon sehr dekadent und die Leute aus unserer Unterkunft dachten, wir seien auf Honeymoon. Hehe...Aber fuers Ruckeln waren andere zustaendig. Aber dazu spaeter mehr. Zunaechst fuehrte uns Yasmani, ein netter Kerl, durch die unuebersichtlichen Wasserstrassen, wobei wir bereits in den ersten 2 Stunden Aeffchen, diverse Voegel, unteranderem den gemein bekannten Paradiesvogel, ein Faultier und einen Caimán negro, das groesste dort lebende Krokodil, sahen. Vorallem die letzten beiden waren beeindruckend und werden nicht haeufig gesichtet. Anschliessend hiess es kurz ausruhen in den Haengematten unserer Unterkunft. Die Haeuser dort sind alle auf Holzpfaehlen gebaut, selbstredend. Diese koennen bei falschem Gebrauch ganz schoen ruckeln. Aber dazu spaeter mehr. Wir fuehren dann fort und angelten uns fuers Abendessen leckere Piranhas. Wir waren beide erfolgreich und er schmeckte uns sogar. Auf dem Rueckweg hielten wir noch an einer Art Bar, wo sich alle Gruppen trafen und den Sonnenuntergang bestaunten...erinnerte uns an Wendessen. Dazu passend wurde dort noch Fussball gespielt, wobei sich ein Brite nicht das letzte mal ueber den Platz ruckelte. Aber dazu spaeter mehr. Vorher ist noch zu sagen, dass wir im Dunkeln dann noch auf Aligatorsuche gingen. Die Augen funkelten im Schein der Taschenlampe, doch unsere Kamera ist fuer Nachtaufnahmen nicht gemacht. Die tanzenden Luciernagas (Gluehwuermchen) und phosporisierenden Pflanzen auf der Wasseroberflaechen battleten sich mit dem klaren Sternenhimmel. Wir wuerden von einem sehr attraktivem Unentschieden sprechen. Die Geraeuschkulisse war ebenfalls beeindruckend. Die Geraeuschkulisse zum Einschlafen wurde dann zunaechst von einer feiernden Tourigruppe gestoert. Das Grillenzirpen wurde von schlechter Musik uebertoent und anschliessend von starken Ruckelgeraeuschen, die im ganzen Haus zu spueren waren. Der Spass sei den Leuten ja zu goennen, aber nach ner halben Stunde haette dann ja auch mal gut sein koennen, in der duenn bewandeten Huette. Irgendwann kam sogar einer der Guides aus dem Nachbarhaus und ermahnte wie auf einer Klassenfahrt zur Ruhe. Am naechsten Morgen zerrissen sie sich auf Spanisch das Maul ueber die beiden "Liebenden" und begruendeten die "Ausdauer" mit cortado su ron....ein Treffer, vier Fehlversuche, ein Treffer, vier Fehlversuche...Genug gelaestert. Am naechsten Morgen gingen wir selber auf Anakondajagd...wir haben keine gefunden, vielleicht am falschen Ort gesucht...so reicht jetzt. Schluss mit lustig. Jule hatte ganz nasse Fuesse, da ihre Gummistiefel vermutlich schon den vielen Schlangenattacken Rechnung trugen und zerloechert waren. Da schadete es nichts, nach einer Stunden im Sumpf mit rosa Delfinen baden zu gehen. Leider liessen sich diese auch nur aus der Ferne blicken, sodass wir einfach nur im gleichen Umkreis mit ihnen badeten, statt an ihrer Flosse zu kitzeln. Piranhas liessen sich zum Glueck auch nicht blicken und das Schwimmen an diesem speziellen Ort war sogar fuer mich als Schwimmverachter wunderbar.

Das war unser Aufenthalt in der Pampa. Am Ende fuhren wir in rasanter Geschwindigkeit gen Hafen von Santa Rosa. Yasmani hatte als gelernter Mechaniker den besten Motor im River und haengte auch durch geschickte Manoever die anderen Kapitane ab. Er war quasi Chile und die anderen Spanien :) Jules Hut blieb dabei leider auf der Strecke. Er hat ihr 3 Monate (seit Colonia in Uruguay) gut gedient.

(Fotos vom Ruckeln gibts keine)

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    Gabriele Heldt hat am kommentiert:

    Das war Mal Wieder Ein Schöner Start in Den Sonntag Morgen Und Eine Schöne Abwechslung Zum Fußball. Gleich Machen Wir Uns Nämlich Auf den Weg Nach Hannover, wo Die U-19-Mannschaft Gegen Hoffenheim um Die Deutsche Meisterschaft Spielt. Euch Noch Eine Schöne Restzeit Und Danke Für Die Ruckelnden Berichte, die Waren Auch Ohne Fotos Klasse.

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    Peter Heldt hat am kommentiert:

    Komme erst jetzt dazu, euren Bericht zu lesen, und sehe erwartungsvoll den Bildern entgegen, die ja wohl noch geliefert werden. Hatte bisher immer gedacht, ihr mögt keinen Fisch, aber es scheint ja zu schmecken, wenn die Fleisch fressen;)

Jule und Robert Small

Zum groessten Rambazamba in La Paz: Gran Poder

Das unsere Rueckreise auf das Wochenende des groessten andinen Festivals namens Gran Poder (dt.: grosse Macht, meint damit Jesus) faellt war reiner Zufall und estupendo! Nach zwei Naechten bei Almut inkl. netten Restaurantbesuch fanden wir bei Jorges Familie Unterkunft, die direkt in der Calle 20 de Octubre wohnt, direkt beim San Pedro Gefaegnis im Herzen La Pazes. Erst am Wochenende lernten wir alle Mitglieder der 6-koepfigen Familie kennen, da alle viel und lange zu abeiten hatten. Doch am Samstag assen wir gemeinsam zum Mittag ein bolivianisches Gericht mit getrocktem Rindfleisch (bol. charque), tranken Singani- Grapefruit- Cocktail und stimmten uns auf den grossen Festumzug ein. Mit Julio, dem Vater und dem aeltesten Sohn Julio Alberto, genannt Beto, ergatterten wir noch ein paar hintere Stehplaetze um uns die Taenze der 60 Tanzgruppen anzuschauen. Zur zweiten Halbzeit des WM-Spiels England-Italien mogelten wir uns vorne in die Schlange, um die Strasse, in der der Umzug stattfand, zu passieren. Auf der anderen seite befindet sich das "Wild Rover Hostal" in der eine Schar britischer Reisender unter anderem Jamie und Tasha (von der Salar-Tour) dem Spiel folgten. Die Hostal-Atmosphaere ging uns schnell auf die Nerven, es ist schon ein Privileg bei Einheimischen unterzukommen und nicht auf diese einsamen Gringo-Inseln angewiesen zu sein. Es gibt wirklich Unterschiede im Reisestil: entweder man bereist ein Land um es kennenzulernen und sich auch abseits der Touri-Pfade bewegt oder man kann in diese Party-Hostals gehen und "unter sich bleiben", wo keiner ein Wort spanisch spricht und Bars wie die Route 36 (Kokain-Bar fuer Gringos) als Touri-Ort besucht wird. Wir machten uns nach Abpfiff also schnell wieder auf zu Julio y Beto um den Rest des Umzugs und die Morenada-Tanzgruppen mit ihren Matracas zu sehen. Am naechsten Morgen herrschte sehr traurige Stimmung in der Familie, denn Beto wurde auf seinem Weg von einem Konzert nach hause zusammengeschlagen und ausgeraubt. Sein Gesicht war ganz angeschwollen und er war richtig geschockt, wie ein Haeufchen Elend, der Arme! Das ist in der Familie noch nie vorgefallen und alle waren schwermuetig. Imzwischen geht es ihm aber wieder gut. 

Entretanto waren wir noch bei Familie Viscarra-Hoffmann (Sinja, Marcelo und Klein-Leonel) und hatten da ein richtig nettes Abendessen, das die beiden uns kredenzten als Dank dafuer, dass wir Sinjas Koffer fuer ihre Reise nach Deutschland nochmal ordentlich befuellt haben :) Mit leerem Koffer reist sich schlecht. Stoffe, ole!

Ferner waren wir noch an der Kurmi Wasi Schule, an der ich vor 3 Jahren gearbeitet hat. Sowohl gebaeudetechnisch als auch personell hat sich einiges getan. Es ist nach wie vor ein schoener Ort, der Jule auch sehr gut gefallen hat. Es bleibt zu hoffen, dass sich didaktisch-methodisch dort ein wenig mehr getan hat :)

Jule und Robert Small

Pfff...wer braucht schon Rio de Janeiro,...

...wenn man die größte Christusstatue in Cochabamba bestaunen kann?! Dies taten wir nach einer wirklich notwendigen Massage am Dienstag und hatten einen entspannten Tag. Am Abend zuvor trafen wir Jorge, den ich vor drei Jahren zum Glück kennnlernen durfte und den Jule auch schon in Deutschland kennengelernt hat. Es war ein sehr schöner, geselliger Abend mit seinem bald-Schwager, dessen Frau und einem Freund namens Elvis.

Im Zusammenhang mit Cochabamba möchten wir den Film "Und dann der Regen" mit Gael Garcia Bernal empfehlen, der unter anderem von den Wasserkriegen im Jahr 2000 in Cochabamba handelt. 

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    Sven Ruppelt hat am kommentiert:
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    Sven Ruppelt hat am kommentiert:

    Du musst mit der Kamera noch ein wenig näher ran, damit die Nase dann formatfüllend ins Bild ragt!
    :-))

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    Peter Heldt hat am kommentiert:

    Kann es sein, dass der Mann in der Mitte auf dem dritten Bild im Film mitgespielt hat? Er hat eine ungeheure Ähnlichkeit mit dem indigenen "Aufrührer". Nur nebenbei: Mama führt ihre Tippliste an. Die Trainer und Mannschaften der WM halten sich fast perfelkt an unsere Vorgaben:)

Jule und Robert Small

El Sabor de Sucre

Sucre haben wir kulinarisch erschlossen, obwohl eigentlich Cochabamba die Gourmethauptstadt des Landes ist. Sucre selbst ist die konstitutionelle Hauptstadt Boliviens, in der 1825 die Unabhängigkeit erklärt wurde. Mit dem Niedergang der Wirtschaft verlor auch das nahe gelegene Sucre immer mehr an Bedeutung, sodass 1899 Hoffenheim...äh...La Paz zum Regierungssitz wurde.

Am Ende der Potosi-Bildserie seht ihr wie ich gerade noch so einen Platz im Bus bekam...natürlich bin ich nur zum Spaß in den Laderaum gesprungen. Wir saßen bei der Abfahrt gen Sucre vielleicht zu fünft im Bus. Kaum hatte dieser den Terminal verlassen, stieg die Zahl der Mitfahrenden auf ca. 20. An der nächsten Ampel füllte sich der Bus dann vollends. Die Frau vom Office war die ganze Zeit dabei und kassierte die gängigen 20bs. Somit erschloss sich uns dieses Prozedere nicht wirklich, aber war interessant zu sehen, auch wenn wir erst nach 30 Minuten endgültig aus Potosi wegkamen. Und so erreichten wir nach einer nach einer mal wieder landschaftlich beeindruckenden Busfahrt verspätet die schöne weiße Stadt Sucre. Unser Hostal befand sich direkt um die Ecke des Mercado Central, der uns am ersten Abend zu Silpancho einlud, am 2. Abend zu einem Hamburger, am Sonntagmittag zu Mondongo (Empfehlung des Taxifahrers) und Montagmittag zu legendärem Choripan. In der Zeit, in der wir nicht auf dem auch durch seine prallgefüllten Stände großartigem Markt waren, aßen wir vegetarisch im Cafe Condor, für 20Euro exquisites Fleisch inkl. Wein, Vorspeise und Livemusik in La Taverna oder leckere Kräuterspaghetti auf nem Mirador. Hier pfeilten wir weiter an unseren Reiseplänen mit dem Ergebnis: nix genaues weiß man nicht, aber eventuell fallen die Galapagosinseln nun doch raus. Ebenso sinnvoll nutzten wir den Aufenthalt im Cafe Condor, ein Non-Profit-Cafe (wie will man mit vegetarischem Essen auch Profit machen??? :-) ) und schrieben hier die in diversen Orten gekauften Postkarten...wir schicken auch bald mal die in Buenos Aires geschriebenen Karten ab. Ansonsten aßen wir im Schatten des historisch bedeutsamen Casa de la Independencia Eis und quatschten dabei mit derKrankenschwester Ana und sahen ihrem Enkel Santiago beim Hombre Araña spielen zu.

Nebenschauplätze ohne Essen:

-Breakdance-Battle in altehrwürdigem Gebäude, den der Bboy Chiclet gewann. Es war mal etwas anderes diese Hiphop-Attitude, ein wahrer Culture-Clash, bei den BolivianerINNEn zu sehen. Und Breakdance an sich ist ja schon beeindruckend genug.

-3Stunden Fotos von der defekten SD-Karte retten. Sollte geklappt haben!

Wir entschieden uns dann für 230bs von Sucre nach Cochabamba zu fliegen und waren kurz nach dem Start angekommen, anstatt für 90bs 9 Stunden durch die Nacht zu fahren um um 5 Uhr unausgeschlafen am Busbahnhof auf den Sonnenaufgangzu warten. Clever sind wir!

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    Angelika Heldt hat am kommentiert:

    Hotel sieht aus wie auf Teneriffa, nur dass wir statt Fächer auf dem Bett Schwäne aus Handtüchern hatten. Am besten gefällt mir das Bild von Jule mit Tiramisu und das mit Kind und Mutter :-).
    Und an Plänen feilen kommt von Feile, nicht von Pfeil ;-)
    Und warum nicht Galapagos?
    Texte sind alle gesaftet, äh gesafet.

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    Anni hat am kommentiert:

    Soll das Brech-Foto eine Anspielung sein?! Ich hab mich auf jedenfall angesprochen gefühlt! :) hihi

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    Peter Heldt hat am kommentiert:

    Bo Dega all over the world:))

  • Small
    Jule und Robert hat am kommentiert:

    Nur für dich, Annika :-)
    Und Galapagos: sollten wir vom Festland aus ein günstiges Angebot finden, ddann nix wie hin. Die günstigen Angebote gibts aber eher vor Ort. Wir müssten uns einige Tage Zeit nehmen, um geduldig zu suchen und auch das kann dann schon teuer sein.

  • Missing
    Gabriele Heldt hat am kommentiert:

    Schön Gefaltete Handtücher Haben Wir Auch Schon Gesehen, Hammer Aber Das Salz, Das ist der!!! Hoffentlich Hat die Spülung Trotzdem Funktioniert, Hallo, Hallo. .Euch Ein Schönes Wochenende Und Liebe Grüße aus Lehrte

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    Sven Ruppelt hat am kommentiert:

    Jaaaaahh!!!
    Jetzt kommen wir den Temperaturen schon näher!
    So stell ich mir das vor.
    A pro po vor: Tooor!

Jule und Robert Small

Eine kleine Bildergeschichte aus Tupiza

Titel: Kampf der Geschlechter

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    Gabriele Heldt hat am kommentiert:

    Das Waren Wieder Schöne Geschichten in Wort Und Bild, ja man Kann schnell von Filme Sprechen Und ist Dann quasi live Dabei. Danke Dafür Und Auch aus Lehrte Frohe Pfingsten!!!

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    Sven Ruppelt hat am kommentiert:

    Recht so!
    Prost!

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    Peter Heldt hat am kommentiert:

    Gönnt euch doch mal eine zweite Flasche - oder war es schon die dritte???

Jule und Robert Small

Potosi, Potosi, Potosiii...

Um zur Minenstadt Potosi zu gelangen, nahmen wir uns zunächst ein Sammeltaxi zum kleineren Ort Cotagaita.Neben uns saß ein älterer Mann, der sehr redselig war und uns erzählte, dass der Präsident Evo Morales am selben Tag mit dem Hubschrauber in Tupiza erwartet wurde (und ich habe mich schon gefragt, wie er die beschwerlichen Straßen Boliviens überwindet). Es war schön warm im Taxi und durch das Geruckel nickten der Mann und ich ab und zu ein. So ebbte das Gespräch ab und schon bald erreichten wir Cotagaita. Dort angekommen verwies uns der nette Taxifahrer auf einen Bus nach Potosi. Kurz vor Potosi gab es eine Polizeikontrolle: wir standen etwa eine halbe Stunde, da jemand zuviel Mais im Bus mittransportierte und die großen Säcke nun beschlagnahmt wurden. Viele der Mitfahrer versuchten die Polizisten umzustimmen, vorallem eine junge Frau setzte sich stark für den Mann ein. Doch es half nichts, die Mitnahme im Bus verstieß gegen ein Gesetz und die Polizei blieb standhaft. Wir kamen in Potosi an, fanden ein günstiges Hostal und waren überrascht von der lebendigen Stadt voller junger Menschen. Am nächsten Morgen besuchten wir das Casa de Moneda, eine Kolonialbaute, in der das Silber des Cerro Rico in Münzen in schwerer, gefährlicher Arbeit verarbeitet wurde. Potosi ist eine geschichtsträchtige Stadt und der Berg Cerro Rico ragt wie ein Mahnmal über ihr. Das große Silbervorkommen brachte großes Unglück über die indigene Bevölkerung Südamerikas, denn durch die Kolonialzeit wurden die Menschen und die Natur unter der Spanischen Krone ausgebeutet. Der Einfluss Potosis ist immernoch im Dollar-Zeichen behaftet: $ es sind die letzten Buchstaben der Stadt, das S und I, die es geprägt haben. 

Zum Schluß sei noch zu erwähnen,  dass immernoch Einheimische in den gefährlichen Minen arbeiten und ihre Gesundheit aufs Spiel setzen, um ihre Familie ernähren zu können.  

Jule und Robert Small

"Der zieht jetzt noch die Reifen fest...

...ach nee, doch nicht." So hätten die letzten Worte, die in einem Lachschwall von Jule erstickt wurden, klingen können. Nach dem surrealen Erlebnis in der Uyuniwüste ging es in das surreale Erlebnis 5.30-Uhr-morgens-kalter-ruckelnder-Bus von Uyuni nach Atocha nach Tupiza. Der Co-Pilot musste immer wieder aussteigen, um die Alternativrouten zu inspizieren und so kamen wir nach 3 Stunden im abgelegenen Örtchen Atocha an, wo die Fahrt nach einer Stunde fortgesetzt werden sollte. Authentizität pur und kein Gringo-Tourismus machten diesen Ort ganz besonders. Die Leute grüßten freundlich auf der Straße und fragten, was wir suchen würden. Api und Pastel wurden also einfach gefunden und dort wurde ebenso freundlich mit uns parliert. Wir waren mit zwei Australierinnen unterwegs und eine derer trug einen traditionellen hübschen Poncho und einen paillettenbesetzten Hut beides aus Peru. Auf die beiden Stücke wurde sie auch direkt mehrfach angesprochen, "que lindo" sagte eine Cholita und befühlte den Poncho. Ein älterer Herr im Bus bestaunte den besonders schönen Hut. Weiter ging die Fahrt, es war wärmer geworden und die Landschaft veränderte sich. Western-Kulisse war das Stichwort. Der perfekte Ort für einen Ausritt zu einem Canyon, an dem sich bereits Butch Cassidy und Sundance Kid versteckten, nachdem sie in Argentinien, Chile und Bolivien mehrere Verbrechen begangen haben. 1908 wurden sie vermutlich in der Nähe Tupizas voon der bolivianischen Armee erschossen. Anderntags erfuhren wir die Landschaft auf dem Drahtesel. Bewaffnet mit Steinen in den Händen hielten wir uns diverse kleffende Köter vom Leib...einen Warnschuss mussten wir abgeben, ansonsten reichte die erhobene Hand.

Tupiza war ein schöner Ort zum entspannen und Blog schreiben. Leider haben wir erst am letzten Abend ein schön authentisches Hähnchenlokal entdeckt, in der alle Gäste untereinander nette Worte austauschten.

  • Small
    Jule und Robert hat am kommentiert:

    Der Bus auf dem 3. Foto war der von Uyuni nach Atocha. Danach wurde es leicht besser.

Jule und Robert Small

Fuer unseren Lieblingsschaffner Hugo

Husch husch husch...

  • Small
    Angelika Heldt hat am kommentiert:

    Jim Knopf und Luka (wie Günta)...

  • Missing
    Peter Heldt hat am kommentiert:

    Bilder wie in "Ein Quantum Trost". Schöne Grüße von James Bond;)

  • Small
    Angelika Heldt hat am kommentiert:

    Wir wünschen euch ein frohes Pfingstfest und weiterhin eine schöne Zeit!

  • Small
    Sven Ruppelt hat am kommentiert:

    Frohe Pfingsten!
    Schade, dass die Lokomotiven so bekritzelt sind.

  • Small
    Jule und Robert hat am kommentiert:

    Asi es la vida :-)

Jule und Robert Small

Fancy Fotos aus der Salzwueste

Welches gefaellt euch am besten?

  • Small
    Anni hat am kommentiert:

    Wahnsinn! So geniale Bilder!! Das hätte ich gerne mit Euch zusammen erlebt. Aber ganz klar mein Favorit ist die springende!! Jule aus der Lays Dose. Die Chips scheinen sich durch die gesamte Reise zu ziehen. Dicht gefolgt aber von dem gefräßigen Dino! :) Hundert Küsse aus der Heimat!

  • Small
    Angelika Heldt hat am kommentiert:

    WOW! Das übersteigt noch die Fotos davor - DEHHHR Hammer!

  • Missing
    Peter Heldt hat am kommentiert:

    Wer hat denn da das Salz gefegt??!! ... und die Kakteen gepflanzt?
    Der Bluescreen ist einmalig:)

  • Small
    Sven Ruppelt hat am kommentiert:

    Die sind alle klasse! Was für eine Kulisse! Mein Favorit ist der Geldschein!

Jule und Robert Small

Der Tag an dem Jule den Zug stoppte!

Hier gibts Fotos vom 2. Tag in der Salar-Tour!

  • Missing
    Gabriele Heldt hat am kommentiert:

    Bei Mir Hat es Mal Wieder Etwas Länger Gedauert Bis Ich Den Neuen Link Angeklickt Habe. Da Hatte Ich Wieder Viel Zu Lesen Und Das war Wieder Beeindruckend. Liebe Grüße aus Lehrte von G + W

  • Small
    Angelika Heldt hat am kommentiert:

    FANTASTISCH! Ich kann eure Begeisterung verstehen. Die Bilder haben mir die Tränen in die Augen getrieben. Ich freue mich so für euch, dass ihr so tolle Gegenden sehen könnt.
    PS: Gut, dass der Zug nicht von der anderen Seite kam...

  • Small
    Sven Ruppelt hat am kommentiert:

    Immer noch nette Bilder. Aber immer noch nicht mein Wetter!

Jule und Robert Small

Salar de Uyuni - watt ne COOLE Tour

Um 4:45 Uhr aufgestanden, Sachen gepackt und ab gings in den Transporter Richtung Grenzkontrolle in Ollagüe. Auf uns wartete eine abgespeckte Variante der Salar-Tour, da eine Teilstrecke fuer die naechsten 10-14 Tage nicht befahrbar sein wird und durch die Schneefaelle der dortige Grenzposten zu diesem Zeitpunkt gesperrt war. Wir verpassten also einzelne Lagunen, warme Termalquellen und Geysire. An der Grenze gab es ein ordentliches Fruehstueck und wir wechselten vom Transporter in einen Jeep, in dem wir die naechsten drei Tage hauptsaechlich verbringen sollten. Unser Fahrer hiess Juan, war ein sportlicher Bolivianer mit viel Humor und Hilfsbereitschaft sowie gutem Musikgeschmack, sodass wir unter den vier Jeeps unserer Gruppe, die aus Malin und Patrik aus Finnland und Mathieu (EIN echter Sch'ti) und Vicky aus Frankreich bestand, zum Partyjeep avancierten. In der Morgenkaelte liess sich bei guter Cumbiamusik wahnsinnig gut wach werden. Die gute Laune die Juan verspruehte steht vielleicht sinnbildlich fuer das, was Till und Annika auch erlebt haben. Der Job, den Juan hat, ist ein Knochenjob. Am Montag brach er mit seinen Kollegen um 2 Uhr morgens auf um uns von der Grenze abzuholen. Um 18 Uhr war der Tag fahrtechnisch fuer ihn beendet. Autopflege stand dann aber auf dem Programm. Mittags fungierten die Fahrer als Koeche und schnibbelten Salat und richteten das Buffet an, das fuer einen solchen Trip durchaus abwechslungsreich war. Im Monat verdient Juan 2000Bs, was umgerechnet leicht ueber 200Euros sind. Das ist der Durchschnittslohn in Bolivien, war es zumindest vor drei Jahren. Der Junge ist drei Tage am Stueck unterwegs und hat dann einen Tag Pause, in dem er sich seiner Familie widmen kann. Und trotz dieser harten und nicht gut bezahlten Arbeit (die Tourunternehmer berechnen pro Teilnehmer 180 Dollar) witzelte er den ganzen Tag mit seinen Kollegen rum, war durchgehend nett und offen zu uns und trommelte freudig sowohl zur hiesigen Musik als auch zu Bon Jovi und den Backstreet Boys.

Am ersten und zweiten Tag der Reise machten wir einige Stopps an Lagunen und an Felsformationen und fuhren auch an einer Borax-Miene vorbei. Fuer den Abbau des Lithiums wurde immer noch keine Loesung gefunden. Unsere Gruppe bestand aus insgesamt 24 Personen zzgl. 4 Fahrer. Abends sass man noch gemeinsam beim Abendessen, was am ersten Abend in der Basic-Unterkunft sehr kurz ausfiel, weil sich viele wegen der Hoehe Gedanken machten und nach der warmen Suppe die waermende Bettdecke suchten. Es war eine Nacht, von der man wollte, dass sie schnell rumging und Schlaf war rar. Umso schoener fiel das morgendliche Tanzen aus, um die Muedigkeit aus den Knochen zu schuetteln und der Sonne entgegen zu fahren. Doch zunaechst sollten wir an der Laguna colorada, die sich durch ihre Mineralien rot faerbt und den Flamingos ihre Farbe verleiht, den Friedhof der Flamingos besuchen. Eigentlich tummeln sich diese posierlichen Tierchen in der Lagune, doch mussten wir feststellen, dass die Kaelte und der Andenfuchs an diesem Ort ihr Unwesen getrieben haben. Ueberall lagen Flamingokadaver herum. Die Koepfe schienen den Fuechsen jedoch gar nicht zu schmecken. Die Fahrt ging weiter vorbei an Lamaherden und kleinen Ortschaften, die troepfchenweise in der Salar verteilt angesiedelt sind. Zur Mittagspause konnten wir am bolivianischen Dia de la madre ein Maedchen-Basketball-Spiel auf dem Dorfsportplatz inkl. Dorfblaskapelle besichtigen. Gar nicht mal so uebel. Den Abend verbrachten wir dann in einem Salzhotel, in dem uns Strom zum Aufladen der Kamera als auch warmes Wasser versprochen wurde. Die lange Schlange vor der Dusche lichtete sich, als festgestellt wurde, dass das Gas in der Buddel eingefroren war. Fuer Jule und mich kein Problem, da wir ja wussten, dass wir uns am naechsten Tag ein Hostel mit warmen Wasser suchen werden. Andere wollten per Nachtbus weiter nach La Paz, was weiter stinken bedeutet haette. Festival halt! Das Abendessen an diesem Abend fiel etwas laenger aus und es wurde sogar Wein kredenzt, weil man den auf 3700m besser vertraegt als in den vortaeglichen 4100m. Da es aber am naechsten Morgen zum Sonnenaufgang in die Salzwueste gehen sollte, entfernten wir uns von der Singanitrinkenden Gruppe, betrieben mit unserer Hoehenerfahrung noch ein wenig erste Hilfe und schliefen bald.

Der Besuch in der Salzwueste war dann das absolute Highlight und es ist schoen das am letzten Tag zu erleben und nicht am ersten, so wie es vor 3 Jahren fuer mich war. Eine absolut surreale Welt tut sich einem dort auf und es ist sowohl ein Spass, die Leute beim Fotos machen zu beobachten als sie auch selbst zu kreieren. Da natuerlich mal wieder unser Akku leer war, mussten wir immer wieder unsere Karte in die Kamera von Malin und Patrik stecken, sodass wir nicht viel experimentieren konnten. Achso, der Sonnenaufgang auf der Kaktusinsel war absolut bezaubernd!!!

Abschliessend besuchten wir noch den Zugfriedhof, auf dem Zuege aus dem 20. Jahrhundert ihre letzte Ruhe finden. Ein schoenes Kletterparadies und eine schoene Fotokulisse fuer Hugo.

Danach hiess es Abschied nehmen von Juan (dem wir natuerlich noch mit warmen Worten einen kleinen Obolus ueberreichten), Mathieu und Vicky. Mit Malin und Patrik, sowie mit Emilia, Patrick, Martin und Iain gingen wir abends, nachdem wir troepfelnd aber warm geduscht haben Pizza essen und Tipps fuer La Paz weitergeben. Es war eine tolle Tour, die nicht so anstrengend war wie vor drei Jahren. Ausserdem hat es mit der grossen Gruppe, voll von netten Leuten wahnsinnig Spass gemacht. Mal sehen, wem wir von denen nochmal ueber den Weg laufen. Nach Finnland sind wir jedenfalls eingeladen.

  • Small
    Angelika Heldt hat am kommentiert:

    Hallo, ihr beiden! Als erstes: Hoffentlich bist du, liebe Jule, schnell wieder fit!!!! Am Freitag klangst du noch so fröhlich und sahst so gut aus!!!! Stimmt, ich habe lange nichts mehr kommentiert, bin aber immer fleißig am Lesen und für Oma kopieren. Ich warte nur auf die neuesten Fotos, um ihr dann eine schöne Lektüre zu bauen :-). Hier war das sonntägliche Wetter ganz schön, so dass wir nach dem "Zweit"-Kommuniongottesdienst und einem Resteessen fröhlich zu Fassbenders geradelt sind und einen gemütlichen Nachmittag mit Erdbeeren mit Eis und Sahne und (von mir) schnell noch selbst gebackenem Teegebäck einschließlich einer Teerose aus dem Garten :-) (duftend!!!) verbracht. Auch ihnen erzählen wir immer viel von eurer Reise und euren tollen Erlebnissen und so wundervollen Begegnungen mit vielen Menschen aus allen Ländern. Das fasziniert mich auch am meisten, dass ihr immer so nette Menschen kennen lernt. Das wird euer Leben und eure Zunkunft enorm bereichern! Alles Liebe aus Wolfenbüttel, Geli

  • Small
    Angelika Heldt hat am kommentiert:

    Noch eine Frage: Der alte Blog geht doch nicht verloren, oder???
    Oh, und ein so schönes neues "Titelbild"!!!!

  • Small
    permondo hat am kommentiert:

    Nein! Der alte Blog geht nicht verloren. Das wäre ja auch extrem schade. So geht das Bloggen und Lesen für alle aber etwas leichter.
    Wir hoffen, Jule und Robert und alle anderen haben weiterhin soviel Freude.

  • Missing
    Peter Heldt hat am kommentiert:

    Was für Jeeps waren das: Toyotas oder Mitsubishis? Und warum musste Robert auf dem einen Bild laufen?
    Traurig euer Bericht von den Flamingos: Die Natur hat aber auch wirklich keine Moral!

  • Small
    Jule und Robert hat am kommentiert:

    Tooooyoootaa!! Wie sollen die Tiere Moral haben, wenn im Fernsehen. NurStallone und Arnie zu sehen sind?!

Jule und Robert Small

Hasta luego Chile, die letzten Tage in Santiago und San Pedro de Atacama

Den letzten Tag in Santiago verbrachten wir kulturell und besuchten zunaechst das Museo precolombino, in dem man sehen kann, wie hoch entwickelt die amerikanischen Kulturen waren, bevor die Europaeer ihre Finger im Spiel hatten. Anschliessend klappte es noch, dass wir Andres, den Geschichtslehrer, und seine Freundin (zu unserer Schande erinnern wir uns gerade nicht mehr an ihren Namen) noch auf einen guten arabischen Kaffee treffen konnten - in Chile wird ansonsten nur Instantkaffee getrunken. Es war ein richtig netter Nachmittag mit den beiden und wir hoffen, dass das nicht das letzte Treffen war. Danach hatten wir auch noch Zeit um uns die Fotoausstellung von Jorge Larrain anzusehen, der in Europa hohes Ansehen geniesst und nun auch in seinem eigenen Land grosse Anerkennung findet. Diese Ausstellung wurde uns von dem zukuenftigen chilenischen Botschafter fuer Kultur in Peru (ein neues Amt, das zur Annaehrung beider Staaten beitragen soll) empfohlen, der ein Freund von Susi ist und den wir bei einem Abendessen in ihrem Empleadahaeuschen kennenlernen durften. Abends hiess es dann Abschiednehmen von Toño, Jose, Marta und Susi. Antonio verabschiedete sich schon Montag von uns in einem peruanischen Restaurant, da er zu einem Aerztekongress nach Mexiko musste, die wohl aus einem Vortrag und viel Tequila bestehen sollte... Wir haben uns im Hause Hernandez sehr wohl gefuehlt und bedanken uns hiermit nocheinmal stellvertretend ganz herzlich bei Ale, dass sie uns mit den besten Empfehlungen bei ihrer Familie untergebracht hat und wir hoffen, dass wir bei deren naechsten Deutschlandbesuch ein Stueck Gastfreundlichkeit zurueckgeben duerfen.

MUCHAS GRACIAS a Antonio, Marta, Toño y Jose y sobre todo a la jefa Susi! Lo pasamos muy bien en Santiago gracias a ustedes! Fue una estancia inolvidable y ya tenemos ganas de volver en unos años. Les deseamos todo lo mejor! Que nos avisen cuando estan en Alemania!!!

Nachdem wir unsere Bustickets fuer die Luxusfahrt verlegt hatten, schafften wir es mit wenig Aufwand dennoch in den Premium Cama Bus und genossen dort die 24 Stundenfahrt nach San Pedro mit Sandwich, Schlafsofa und Stallone-Filmen. Die Fahrt haette ruhig laenger dauern koennen. In San Pedro kamen wir im Hostal Mama Tierra in der Strasse Pachamama unter. Urspruenglich wollten wir 2 Naechte in dem Ort bleiben, um am Sonntag in die Salar aufzubrechen, doch das Wetter machte uns einen Strich durch die Rechnung. San Pedro war durch Schneefaelle von der Aussenwelt abgeschnitten, sodass erst am Montag eine Abreise moeglich war. Und das Wetter hatte noch weitere Ueberraschungen parat. So konnten wir am Samstagvormittag noch cool auf dem Sandboard Sandduenen runterrasen, wobei Jule sich mit ihrem Kamikazestyle als echtes Naturtalent erwies, und erlebten am Abend dann als wir aus einem mit Kamin beheizten Restaurant kamen, dass alle Leute wie verrueckt Selfies unter Strassenlaternen machten, um den ersten Schnee nach 50 Jahren in San Pedro zu dokumentieren. Es war schoen diese Freude darueber mitzueerleben.

Im Hostal lernten wir Malin und Patrik kennen, ein finnisches schwedischsprechendes Paar, das auch urspruenglich die Tour am Sonntag antreten wollte. Mit ihnen wechselten wir Sonntag das ausgebuchte Hostal und traten am Montag mit ihnen gemeinsam die Salartour an. Nachdem wir damals nicht mit Rebecca, Katja und Serge fahren konnten, waren wir sehr gluecklich diese netten Zwei dabei zu haben. Sie sollten nicht die einzigen netten Menschen bleiben.

  • Missing
    Peter Heldt hat am kommentiert:

    Was so ein Wir alles verbirgt bzw. offenbart - einfach schöön:)

  • Small
    Sven Ruppelt hat am kommentiert:

    Nette Bilder! Toller Bus. Aber das ist nicht mein Wetter!!!
    Lasst es euch gut gehen'

Jule und Robert Small

Parque por La Paz Villa Grimaldi

Der Parque de La Paz Villa Grimaldi ist eine Gedenkstaette, in der an die Verbrechen der Pinochetdiktatur erinnert werden soll. Die Erinnerungskultur, die hierbei verwendet wird hat uns sehr beeindruckt und empfanden wir als sehr gelungen. Viel ist von den urspruenglichen Folter- und Hinrichtungsstaetten nicht mehr zu sehen, es gibt lediglich noch eine Rekonstruktion einer 1x1 Meter grossen Folterkammer, einen Turm, den die meisten gefolterten nicht mehr lebendig verliessen, einen Pool und einen grossen Ombusbaum. Letztere werden spaeter noch aufgegriffen. An dieser Gedenkstaette wurde ein Park mit vielen kunstvollen Bodenverziehrungen und vielen Rosenbeeten geschaffen. Die meisten hier her gebrachten Personen kamen mit verbundenen Augen an, sodass sie lediglich den Boden sehen konnten. Aus den schlimmen Erinnerungen sollte etwas neues, etwas schoenes erwachsen, also wurde an vielen Stellen der Boden verziehrt. Den Einfahrtssbereich, das Einfahrtstor wurde vor einigen Jahren fuer immer geschlossen, schmueckt nun ein bunter Baum in Form einer Flamme. Ebenso stehen die Beete stellvertretend fuer das Erwachsen neuer Schoenheit durch die Traenen der Trauer und der Erinnerung. Ich halte diese Art und Weise des Erinnerns fuer sehr gelungen, da trotz der positiven Herangehensweise, das Erinnern und Gedenken trotzdem gefoerdert wird. Wir waren jedenfalls durch die Informationen, die wir ueber den Audioguide erhielten, sehr betroffen und durch die Gestaltung des Parks ergriffen. Die kleinen Zellen der Gefangenen wurden durch kleine Rasenflaechen gekennzeichnet, auf jeder einzelnen stand eine kleine Birke, deren Symbolik ich nun gerade nicht mehr im Kopf habe. Der grosse Ombusbaum neben den Zellen ist stehen geblieben, obwohl auch in ihm ein junger Insasse erhaengt wurde, da er innerhalb der Folteranstalt kritisch ueber das Regime gesprochen hat. Der Pool ist vielen Zeitzeugen in Erinnerung geblieben, da sie haeufig plantschende Kinder und klirrende Glaeser aus dieser Ecke gehoert haben. Das Anwesen wurde perverserweise auch als Erholungsort von den Aufsehern genutzt. In einem weiteren Bereich wurden Fundstuecke vom Meeresgrund ausgestellt. In der Villa Grimaldi wurden nicht nur ca. 4000 Insassen gefoltert und mehr als 200 hingerichtet, von hier aus verschwanden auch zahlreiche Regimegegner, die sogenannten "Desaparecidos". Ermittlungen ergaben, dass von Hubschraubern aus, in den Pazifik geworfen wurden. Ohne Worte.

Der Besuch hier hat sich sehr gelohnt und war sehr bewegend. Auch wird er mir wohl in Zukunft fuer den Geschichtsunterricht, wenn es um Erinnerungskultur geht, sehr nuetzlich sein.


  • Missing
    Peter Heldt hat am kommentiert:

    Prodesse et delectare in Reinform; So schön - traurig - kann Erinnerung sein. Unglaublich auch, wozu Menschen fähig sind: Homo homini lupus.
    Es ist packend, euren Bericht zu lesen, der zeigt, dass so manche Nation Leichen im Keller hat. Nicht alle stehen dazu. Ein Problem ist wohl auch, an sie zu erinnern, ohne die nachfolgenden Generationen zu verprellen. Wenn es in Chile gelungen ist, darf man dazu neidlos gratulieren und überlegen, was man davon übernehmen kann und darf.
    Danke für euren Bericht:)