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Anja und Rene Small

Singapur

Wir sind nicht ganz sicher, ob nun Singapur oder Kuala Lumpur die meisten Shoppingmalls hat. In beiden Städten sollten Männer ihre Frauen besser im Hotelzimmer einsperren und Männer die spezialisierten Elektronikmalls meiden. Ansonsten kann man schnell in eine Art Rausch verfallen und schoppen bis der Arzt kommt. In beiden Städten gilt jedoch, dass die Preise sich kaum von denen in Deutschland unterscheiden. Wer stattdessen im Internet schoppen geht, wird so einige Euronen sparen. Wir hätten zumindest gedacht, dass es in Kuala Lumpur etwas billiger sein würde. Die Fressmeilen in den Malls beider Städte sind aber vergleichsweise günstig.

Singapur ist bei einem mtl. Durchschnittseinkommen von 5000 Euro recht teure Stadt (Stadtstaat). Das malayische Durchschnittseinkommen dürfte sich hingegen bei vergleichsweise mageren 300 bis 400 Euro bewegen, wobei es in der Hauptstadt wohl etwas darüber liegen dürfte. Die Malls in Kuala Lumpur dürften daher eher für die vielen Touris gedacht sein. Der Ottonormalmalaye scheint die Malls aber vorallem wegen der Fressmeilen und Kinos aufzusuchen.

Im Gegensatz zu Kuala Lumpur haben wir die Sightseeingtour nicht mit dem Hop-on Hop-off Bus gemacht. Wir haben uns ein Dreitageticket für die U-Bahn (heißt hier MRT) gekauft und alle Hotspots selbst abgeklappert. Das U-Bahn Netz ist sehr gut und zählt zu den Besten weltweit. Wir haben uns denn auch von Anfang an sehr gut zurecht gefunden. Füa a boa Bambercher die ohne so an moderna Schnickschnack aufgwachsn sin goa net so schlecht.

Ebenso wie in Kuala Lumpur gibt es hier Little India, Chinatown, einen Birdpark, Malls über Malls und vieles mehr. Zu den absoluten Highlights gehört auf jeden fall Garden by the Bay. Das ist eine weiträumige Parkalage in deren Nähe sich auch das bekannte Marina Bay Sands Hotel befindet. Es besitzt auf dem Dach einen Pool, den Höchsten weltweit, und bietet einen traumhaften Überblick über Singapur. Man kann hier also gut und gerne auch eine Woche oder mehr verbringen. Leider hat uns das Wetter einen gehörigen Strich durch die Rechnung gemacht. Der Himmel hatte seine Schleusen geöffnet und wir konnten viele Attraktionen nicht oder kaum besichtigen. Das war wirklich sehr schade.

Als Anja durch Little India streifte, während Rene sich ein Kaffeepäuschen gönnte, dachte sie wirklich sie wäre in Indien. Es war Sonntag und wie sie erfuhr kamen alle Inder die außerhalb dieses Gebietes wohnten um ihre Verwandten zu besuchen und die indischen Köstlichkeiten zu genießen. Warum auch immer, waren es fast ausschließlich Männer und Anja fühlte sich mit der Zeit immer unwohler.

In Chinatown aßen wir die berühmte Singapur Laksasuppe. Die besteht vor allem aus Kokosmilch, Tofu, Hähnchen, Curry und Nudeln und schmeckte uns hervorragend. Die vielen nachgemachten Artikel der Chinesen langweilte uns eher. Der gleich Nepp wie in Kuala Lumpur mit einer absolut mießen Qualität. Ohne Markenaufdruck gibt es das Gleiche auch im 1 Euroshop in Bamberg. Singapur ist auch für nachgemachte Elektroartikel bekannt und die sollen einem sogar in manchen Malls, neben den Originalen, angedreht werden.

Wir haben schon viel davon gelesen wie sauber Singapur sei und welch horrende Strafen es gibt, wenn man eine Kippe oder sonst was auf die Straße wirft. Die Stadt ist wirklich sehr sauber, wenn man aber genauer hinsieht, findet man wie in jeder Großstadt Ecken die sehr sauber sind und Ecken die nicht ganz so sauber sind. Von den angeblich mit Blumen gesäumten Straßen haben wir hingegen wenig gesehen.

Zum Essen gibt es hier die sogenannten Hawkers, das sind Ansammlungen von meist mehreren Dutzenden Imbissen. Das hat sich so ergeben, weil die Stadtplaner nicht wollen, dass es überall einzelne Imbisse gibt. Das würde ihrer Meinung nach das Stadtbild zu sehr verschandeln. Die Idee mit den Hawkers ist nicht mal so schlecht, nicht weil es angeblich das Ortsbild verschandelt, sondern weil man viel Auswahl auf kleinem Raum hat und sich die ganze Nachbarschaft hier zum Quatschen trifft. Gequatscht wird tatsächlich viel, aber das mit der Auswahl ist noch etwas verbesserungswürdig. Die meisten Imbisse haben das gleiche oder ein sehr ähnliches Angebot. Bei so etwa 30 bis 50 Imbissbuden gibt es letztlich nur drei oder vier Unterschiedliche. Was aber noch schlimmer ist, alle bieten das gleiche Bier an (Carlsberg) und dann auch noch für 3, 50 Euro.

Ob nun Kuala Lumpur oder Singapur die sehenswerte Stadt ist können wir nicht entscheiden. Wir finden beide sehr sehenswert. Wer nach Malaysia kommt sollte unserer Meinung nach beiden Städten einen Besuch abstatten und je nach Interesse mehr oder weniger Tage einplanen. Es gibt hier für jeden etwas zu entdecken, egal ob man nur Spaß haben oder sich zu Tode schoppen will, hauptsächlich an Kultur interessiert ist oder seinen Gaumen mit den vielen kulinarischen Genüssen erfreuen möchte.

Singapore
, Singapore
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    Frank Niggemann hat am kommentiert:

    Hallo, Ihr Beiden... Uuund? war Geht Noch Bei Euch? Lang Schon Kein Update Mehr Hier... Traumplatz Schon Gefunden?

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    Frank Niggemann hat am kommentiert:

    Hallo, Ihr Beiden... Uuund? war Geht Noch Bei Euch? Lang Schon Kein Update Mehr Hier... Traumplatz Schon Gefunden?

Anja und Rene Small

Perhentian Islands - Malaysia

Von den Perhentian haben wir schon viel positives gehört und gelesen. Wir haben uns für die grössere (Besar) der zwei Inseln entschieden. Hier sollte das Hinderland schöner und alles etwas ruhiger sein, als auf der Nachbarinsel (Kecil), wo vor allem die jüngeren Backpacker Party machen sollen.

Die einstündige Fahrt vom Flughafen zum Bootshafen war schon ein kleines Abenteuer. Das Taxi hatte seine besten Jahre schon lange hinter sich und wir spürten jede Unebenheit auf der Straße. Nach etwa 10 Minuten fiel uns auf, dass der Taxifahrer nervöse Zuckungen hat. Der Kopf und der Arm zuckten von mal zu mal immer schlimmer. Da wurde uns im Laufe der Fahrt gelinde gesagt schon etwas mulmig. In Deutschland hätte der wohl kaum eine Konzession bekommen. Unsere beiden französischen Mitfahrer haben das wohl auch gemerkt, da sie merklich stiller wurden nachdem sie sich kurz angesehen und mit den Augen gerollt haben. Anja hatte sie am Flughafen angesprochen, ob sie nicht mit uns das Taxi teilen wollen. Die 50 minütige Überfahrt mit dem 10 Mann Schnellboot war dann aber ein ziemlich großes Abenteuer. Das war wie Achterbahn fahren, nur halt unter Wasser. Für nur 9 Euro pro Person eigentlich a Schnäbbla.

Der Captain fuhr bei mittlerem Wellengang und starkem Regen scheinbar annähernd Vollgas. Wir verspührten immer einen ziemlichen Schlag im Rücken, als das Boot bei einer größeren Welle abhob und wieder auf dem Wasser aufschlug. Das geschah immerhin alle paar Sekunden und manche Schläge waren schon ziemlich heftig. Die Bootsbauer sollten hier mal über ein paar Stoßdämpfer nachdenken. Nach etwa 10 Minuten Bootsfahrt fing es auch noch an cats and dogs zu regnen. Gut, dass das Boot überdacht war. Dumm nur, dass vorne und seitlich keinerlei Schutz vorgesehen war. So waren wir alle ein paar Minuten später klatschnass, einschließlich unserem Gepäck. Anfangs lachte noch jeder, aber mit zunehmender Länge der Fahrt könnte man sehen wie sich die Gesichter langsam verzogen. Einige hatten mit der Seekrankheit zu kämpfen, andere mit den Schlägen auf die Wirbelsäule. Also Leute, ohne Witz, dass war echt ne harte Nummer.

Selten waren wir so froh an Land zu kommen und Rene viel auch so gleich auf die Knie, murmelte irgendwas Richtung Himmel und küsste dann den Strandboden. "Wann hat er mich eigentlich zuletzt so innig geküsst?", dachte Anja in diesem Moment. Dann fiel ihr ein, dass man sich in Bali und in Malaysia in der Öffentlichkeit eigentlich nicht küssen sollte. Den anderen Mitfahrern war die Erleichterung aber auch deutlich im Gesicht anzusehen.

Das Bier ist hier für 2, 50 Euro für eine 0, 33 l Dose nicht gerade ein Schnäppchen. Wir hörten schon, dass manche sich palettenweise das Bier vom Festland mitbringen, wo es deutlich billiger ist. Das Essen war dann preislich aber gerade noch im Rahmen. Von den Zimmerpreisen kann man das aber nicht sagen. Wir haben uns einige Resorts angesehen, wo es Zimmer zwischen 20 und 100 Euro gibt. Die sind aber mal wieder ziemlich abgewohnt, seit über 20 Jahren nicht mehr renoviert und Schimmel ist eher die Regel als die Ausnahme. Trotz Vorsaison ließ auch niemand mit sich handeln, denn die wissen ja auch, dass das Angebot auf einer Insel relativ begrenzt ist.

Die ersten beiden Nächte schliefen wir in Mamas Chalett, aber die Betten waren sehr unbequem und die Hütte hat bei jedem Tritt gewackelt, was vor allem Nachts doof war, wenn Anja mal wieder auf Toilette musste. Mama lieb aber unser Stammlokal für die insgesamt neun Tage. Das Essen war ausgezeichnet und die Milchshakes ne Wucht. Am dritten Tag beschossen wir ums Eck an eine schönere Bucht umzuziehen, mit Meerblick selbstverständlich. Was bei Mama noch 25 Euro kostete, war hier erst ab 40 Euro zu haben. Dafür waren aber die Kissen verschimmelt und die Bettwäsche total muffig. Wir ließen erstmal die Putzmänner kommen und das Zimmer generalreinigen. Geputzt wird hier scheinbar ausschließlich von Männern - verkehrte Welt! Na ja, die fahren ja auch auf der linken Seite, wen wundert es da noch, wenn hier die Männer putzen. Vier Tage später haben wir dann noch mal das Zimmer gewechselt. Ein Bungalow direkt am Strand mit Sonnenliegen, Aircon usw. Die Lage ein Traum und wir wollten uns am Schluss noch etwas Schönes gönnen. Das Zimer war zwar auch ziemlich abgewohnt, aber wenigstens von außen recht sehenswert. Wir waren ja eh nur Nachts zum Schlafen drin und Tagsüber haben wir uns auf den Sonnenliegen geräkelt. Die 75 Euro pro Nacht waren aber schon fast eine Frechheit.

Rene kam von seiner ersten Schnorcheltour die gleich bei uns am Strand mit Riffen losgeht, begeistert zurück. Er hatte 2 Haie gesehen, welche in nur etwa 3 Meter Entfernung an ihm vorbei schwammen. Das waren wohl Riffhaie und die waren schon gut 1, 5 Meter lang. Ein etwas mulmiges Gefühl hatte er dann auch, als er die fast 50 Meter zurück an Land schwimmen musste. Anja schnorchelte zwei Tage später auch an der Stelle, wo Rene den Hai sah und wurde ebenfalls belohnt. Alles in allem ein sehr erhabenes Gefühl so einem Jäger in seinem Element zu begegnen. Außerdem sahen wir neben sehr vielen Fischen, Korallen, Muscheln etc. auch Schildkröten, Rochen und einen Napoleonfisch.

Mit den Franzosen, die wir auf der Überfahrt kennengelernt haben, hatten wir ein paar mal zu Abend gegessen. Mit ihnen unternahmen wir auch einen Bootsausflug mit vier Schnorchelstops zur nahe gelegenen Insel Rawa. Das waren die ersten Franzosen mit denen wir engeren Kontakt hatten und entgegen der verstaubten Meinung so mancher Deutscher, kann man mit den Franzosen auch Spaß haben.

In unserem Coralview Resort gibt es viele einheimische Tiere aus dem angrenzenden Urwald. Vor allem die Brillenlinguren, eine Affenart mit weiß umrandeten Augen, hat es uns angetan. Die sind regelmäßig direkt an unserem Bungalow vorbeigekommen. Aber auch die Eichhörnchen waren der Hammer. Eines hat uns direkt aus der Hand gefressen, was naturgemäß eher sehr außergewöhnlich ist. Es gab natürlich nur artgerechtes Futter von uns und nicht etwa Brot oder Süßigkeiten,  wie von so manchen hirnlosen Touristen. Aber auch jede Menge Flughunde, Fledermäuse, Vögel, Echsen (manche über einem Meter lang), sehr ausgefallene Spinnenarten und anderes Getier konnten wir bestaunen. Besondere Aufmerksamkeit erregte auch ein Säugetier, welches mit Flughäuten ausgestattet ist und von Baum zu Baum segeln, aber nicht fliegen kann. Leider ist uns der Name entfallen.

Für die Rückfahrt haben wir alles doppelt und dreifach wasserdicht verpackt. Es hat dann natürlich nicht geregnet und nicht ins Boot gespritzt, da wir auch kaum Wellengang hatten. Die Fahrt dauerte diesmal auch gerade mal halb so lang. War bei der Hinfahrt wohl doch nicht Vollgas!

Wir wollen an dieser Stelle auch mal kurz erwähnen, dass es für die Taxis in Malaysia feste Preise gibt und man das Ticket an einem Schalter bekommt. Man bekommt dann eine Quittung, welche man dem Taxifahrer übergibt. Eine feine Sache, da man so nicht übers Ohr gehauen werden kann, wie es uns etwa auf den Philippinen passiert ist. Zudem sind die Taxipreise relativ günstig. Für eine einstündige Fahrt vom oder zum Flughafen zahlt man gerade mal 18 Euro.

Kota Bharu
Kelantan, Malaysia
Anja und Rene Small

Langkawi und Kuala Lumpur

Die letzte Etappe unserer Südostasienreise hat begonnen. Zuerst ging es auf die Insel Langkawi an der Westseite von Malaysia. Hier konnten wir, trotz gelegentlicher Schauer, gerade noch die letzten Tage der Trockenzeit genießen. Beim Anflug sah die Insel schon mal sehr sympatisch aus, denn die grüne und bergige Lanschaft ließ bei uns schon ein wenig Vorfreude aufkommen. Über das Internet und von anderen Backpackern haben wir ja auch schon viel positives gehört. Auf der Taxifahrt Richtung Cenang Beach ließ die Vorfreude aber langsam nach. Was wir auf dem Weg so sahen und vor allem der Strand gefiel uns erst mal nicht so gut. Anja hatte diesen Ort ausgesucht, da wir natürlich kein 5 Sterne Hotel gebucht hatten. Das liegt zwar meist einsam in einer Traumbucht, ist für unser Budget aber bei weitem zu teuer.

Natürlich durfte der heißgeliebte Roller nicht fehlen, denn Rene meistert den Linksverkehr mittlerweile spielend. Den mieteten wir dann auch gleich bei der Ankunft am Beach und für die Zimmersuche war das bei 38 Grad im Schatten ein wahrer Segen.

Der Strand bzw. die Bucht wären gar nicht mal so schlecht, wenn nicht alles so verbaut und die Zimmer überteuert und abgewohnt wären. Nach dem wir in dritter und fünfter Reihe ein paar günstige Unterkünfte inspiziert hatten, beschlossen wir doch recht schnell weiterzufahren. Die Zimmer waren extrem abgewohnt, teilweise schmutzig und die Gegend ringsum ziemlich ugly. Wir entschieden uns dann für eine Bucht weiter in einem kleinen, netten, ökologischen Resort mit Dschungeläffchen inklusive. Für 15 Euro hier fast schon ein Schnäppchen, wenn man mal davon absieht, dass das Zimmer nicht viel größer als das Bett war. Wir fühlten uns in dem kleinen Resort mit dem klitzekleinen Zimmer trotzdem sauwohl. Die Affen zogen auf der Suche nach eßbarem mehrmals am Tag durch unser Resort. Dabei haben sie, erstaunlicher Weise, Chipstüten den Bananen vorgezogen. In diesem Resort sollte man bei Abwesenheit nichts draußen (auf der Terrasse oder Wäscheleine) lassen. Anja's Unterhose (natürlich frisch gewaschen) musste dies auf schmerzliche Art und Weise am eigenen Leib erfahren (grins).

Wir fuhren, wie es sich für einen braven Touristen gehört, natürlich auch zur beliebten Seilbahn, um die Insel vom höchsten Punkt aus zu überblicken. Am nächsten Tag quälten wir uns in der größten Hitze einen ziemlich steilen Dschungelpfad empor. Eigenartig fanden wir, dass uns in über 2 Stunden nur ein einziges Tier begegnet ist. Ein riesiger Vogel mit gelben Schnabel, der von uns genauso erschrocken ist, wie wir vor ihm. Na ja, eigentlich sind wir wohl viel mehr erschrocken. Der hat uns wahrscheinlich absichtlich erschreckt.

Die wenigen schönen weißen Strände im Westen waren ganz nett und im Landesinneren gibt es auch einiges zu entdecken. Für einen zwei- oder dreiwöchigen Urlaub wäre die Insel aber eher nix für uns. Mit dem Roller kann man die Hotspots locker in 5 Tagen erkunden. Wer in einem Luxusresort relaxen oder golfen möchte ist hier aber ganz gut aufgehoben. 

Das Essen ist hier sehr gut und für 2 Euro inclusive Getränk, ein Freudenschrei für unseren geplagten Geldbeutel. Hier auf Langkawi sind wie im gesamten Malaysia die meisten Menschen moslimisch. Die meisten Damen sieht man daher im modischen Kopftuch und man ist eher etwas zurückhaltend. Man sieht auch einige Damen mit Burka und Burkini. Für uns ist das schon ziemlich gewöhnungsbedürftig, vor allem wenn der Mann in kurzer Hose und T-Shirt rumläuft, während seine Auserwählte daneben bei fast 40 Grad im Schatten unter ihrer schwarzen Burka dahinschwitzt.

Ach ja, die Insel ist übrigens zollfrei und wir ließen uns das Bier für unter einem Euro ganz besonders schmecken!!!

Wir wollten als nächstes mit dem Bus an die Ostküste Malaysias. Als wir erfuhren, dass an unserem Abreisetag und auch noch zwei Tage danach alle Busse aufgrund von Semesterferien ausgebucht waren, ließ Anja erst mal einen Schrei los. "Des konn ja wohl net wahr sei!" sprudelte es in bestem Bamberger Dialekt aus ihr heraus. Also blieb unser wieder nur das Flugzeug, welches auch noch einen Stop in Kuala Lumpur hatte. Diesen Stop nutzten wir dann und blieben gleich 3 Nächte in der malaysischen Hauptstadt. 

Am Flughafen entschied Rene schnell, dass wir die 60 km in die Innenstadt von Kuala Lumpur mit dem Bus fahren, dann können wir auch gleich was von der Landschaft sehen und es kostet nur ein drittel von der U-Bahn. Im Bus wurden wir dann eine Stunde von einheimischer melancholischer Musik berieselt, die uns etwas an Griechenland erinnerte. Leider gab es keinen Ouzo und kein Gyros im Bus.

Am Hotel angekommen, hatten wir einen kurzen Schock bei der Ansicht des Gebäudes, aber außen pfui und innen hui, waren wir vom Preisleistungsverhältnis sehr angenehm überrascht. Für eine Hauptstadt kann man hier wirklich gute und sehr günstige Zimmer bekommen. Wir waren also sehr mit dem Zimmer und der Stadtlage zufrieden. Wir waren insgesamt auch sehr von dem angetan was wir bisher von Kuala Lumpur gesehen haben. Es ist zwar nicht ganz so sauber wie Singapur, kann aber mit so einigen Großstädten in Europa konkurrieren, unter anderem auch mit Berlin oder München. Was für ein krasser Gegensatz zum Molloch Manila.

Am nächsten Tag ging es mit dem "Hopp on Hopp off Bus" auf Sightseeingtour in und um die Stadt. Der Bus hält an 23 Stellen und deckt alle Örtlichkeiten ab, die man so besichtigen sollte. Eine komplette Tour, ohne auszusteigen, dauert etwa zweieinhalb Stunden und das Englisch ist relativ gut verständlich. Wir sind in Little India, Chinatown, am Vogelpark und anderen Sehenswürdigkeiten ausgestiegen und haben jeweils die nähere Gegend erkundet. Auf den nächsten Bus warteten wir meist nur wenige Minuten. Es war aber auch Sonntag und deutlich weniger Verkehr als unter der Woche. Der Vogelpark ist der größte überdachte Freiluftpark für Vögel weltweit und sicherlich eines der Highlights der Stadt. Am KL-Turm haben wir auf über 400 Meter die Aussicht über die Hauptstadt genossen. Der Turm hat Ähnlichkeit mit dem Fernsehturm in Berlin, nur das der Deutsche viel kleiner ist. Die Aussicht von den bekannteren Twintowers ist sogar etwas güstiger, aber völlig überlaufen und angeblich weniger spektakulär. 

Was es hier massenweise gibt sind Shoppingmalls. Von Malls für billig Ramsch über Malls mit ausschließlich Elektroartikeln über solche mit Markenartikeln und Designerware ist alles dabei. Ich glaube wir haben über 100 gesehen. Die Dunkelziffer liegt wohl weit darüber. In fast jeder dieser Malls kann man auch gut einen ganzen Tag verbringen. Eine hatte sogar einen kleinen Vergnügungspark mit der größten Indoor-Looping-Achterbahn der Welt und einen Pool auf dem Dach. Schoppingsüchtige sollten also einen großen Bogen um Kuala Lumpur machen. Alle anderen können ruhig zwei drei Koffer mehr mitnehmen, aber auch einen großen Geldbeutel, denn die Preise liegen eher auf deutschem Niveau. Liegt wohl aber auch etwas am schwächelnden Euro. In Chinatown kann man notfalls recht günstig einen ganzen Satz Koffer erstehen. Man sollte aber gut handeln und keine allzu hohen Erwartungen in die Qualität haben. In Chinatown gibt es vor allem den nachgemachten Plunder der Modemogule und Sporthersteller. Da hält aber wohl kaum was länger als ein zweiwöchiger Urlaub. Für die verhasste Schwiegermutter lässt sich hingegen so manches "Schnäppchen" finden.

Uns hat es also sehr gut in Kuala Lumpur (KL) gefallen. Vor allem unseren Gaumen konnten wir hier mit sehr leckeren indischen Gerichten beglücken. Und bei den Preisen war auch unsere Geldbörse mehr als glücklich.

Langkawi
Kedah, Malaysia
Anja und Rene Small

Die Gillis und Nusa Lembongan

Mit dem Schnellboot ging es zu den Gili Islands, das sind drei kleine Inseln zwischen Bali und Lombok. Hier gibt es keine Autos und was noch viel wichtiger ist keine Motorroller. Egal ob auf den Philippinen zuvor oder hier auf Bali, wollten wir nicht nur unseren Nerven mal eine Pause von dem Katastrophenverkehr gönnen, sondern auch mal unseren Ohren und unserer Nase. Wer hier keinen Rennauspuf drauf hat, hat entweder gar keinen Auspuff dran oder mindestens ein Dutzend Löcher in selbigem. Diese kleinen lärmenden und stinkenden Mistdinger haben uns daher schon so manchen schönen Traum gekostet.

Hier geht man entweder zu Fuss, mit dem Fahrrad oderü dem Pferdekarren. Als erstes gingen wir auf Gili Trawangan von Bord, der grössten der drei Inseln. Trotz eines schönen und recht günstigen Bungalows blieben wir nur kurz hier, da der Muezin (die Gilis sind muslimisch) bereits kurz vor fünf Uhr in der Früh eine halbe Stunde von der Moschee plärrte. Vor lauter Schreck und noch halb im Schlaf standen wir senkrecht im Bett und wussten nicht so recht was los war. Wir dachten schon an einen Feueralarm oder noch schlimmeres. Als wir langsam erwachend so etwas wie Gebetsklänge erkennen konnten, sahen wir uns etwas verdattert an. Als es dann endlich hell wurde und wir nach Draußen gingen, konnten wir den Turm mit den riesigen Lautsprechern der etwa 10 Meter entfernten Moschee sehen. Somit war uns aber auch schnell klar, dass ein muslimisch geprägtes Land für unsere Auswandererpläne eher suboptimal sein würde. Wir haben nämlich kein Lust uns jeden Morgen gegen 4:45 Uhr von jodelartigen Gebetsklängen wecken zu lassen.

Trawangan war als eine Partyinsel für Backpacker im Internet beschrieben. Aber außer das es mehr Bars und Restaurants als auf den anderen Gilis gibt, konnten wir von Party nicht viel sehen. Naja vielleicht stept der Bär ja mehr in der Hauptsaison.

Wir entschieden uns mal wieder einen frischen Fisch grillen zu lassen. Auf dem Markt standen viele kleine Imbisse mit einer um so grösseren Auswahl an allem was das balinesische Herz begehrt, einschließlich Süßspeisen. Leider war auch diesmal der Whitesnapper so zu Tode gegrillt, dass Rene ihn sogar verweigerte. Der Grillmeister entschuldigte sich zwar tausendmal, aber unsere Lust auf Fisch war mal wieder für länger Zeit gestillt.

Wir sind jetzt schon bald drei Monate am oder in der Nähe vom Meer, haben aber fast noch keinen vernünftig gegrillten Fisch bekommen. Ein paar mal haben wir aus Mangel an Alternativen frittierten Fisch gegessen und der war immer um Längen besser als der frisch gegrillte. Da nützt es halt auch nichts, wenn der Fisch billiger ist. Zäh und halb verbrannt schmeckt er auch für 5 - 9 Euro nur wiederlich. 

Nach 2 Tagen machten wir einen Tagesausflug nach Gilli Air. Von dieser Insel waren wir dermaßen begeistert (fast ein wenig verliebt), dass wir beschlossen gleich am nächsten Tag umzuziehen. Als wir auch noch ein tolles Bungalow am Strand für nur 10 Euro inclusive Frühstück bekamen, überlegten wir ob wir nicht doch noch bis zum Ende unserer Balizeit bleiben sollten. Vor allem war diese Insel fast Müllfrei, was man von Gili Trawangan leider überhaupt nicht sagen kann. Es machte Spaß auf den schmalen Sandpfaden die Insel zu Fuß zu erkunden. Und was besonders schön war, der Muezin war mit seiner Moschee am anderen Ende der Insel. So hatten wir an unserem Strandbungalow eine himmlische Ruhe. 

Zum Schluss sollte es dann aber doch noch auf die Insel Nusa Lembongan gehen. Diese Insel ist vor allem dafür bekannt, dass man hier mit Mantas schnorcheln kann. Diesen Tripp hatten wir bereits eine Woche vorher gebucht. Rene konnte wegen seines entzündeten Ohrs nicht ins Wasser und war deswegen ziemlich angepisst. Anja zuliebe ging er aber dennoch mit aufs Boot. Er hoffte auch ein wenig einen Manta vom Boot aus sehen zu können. Schließlich hat er dann aber doch nicht viel verpasst, den an diesem Tag hatten die Riesenmantas keine Lust auf die trotteligen Touris. Stattdessen ist Anja in den Genuss von reichlich Salzwasser gekommen, da das Meer sehr aufgewühlt war. Rene wurde währenddessen ordentlich auf dem Karn rumgeschaukelt und müsste gegen den Brechreiz kämpfen. Anjas Cousen war schon öfters an dieser Stelle und hatte auch immer Mantas gesehen, wir hatten halt Pech. Als Anja zurück aufs Boot kam war sie etwas gereizt und hatte für diesen Tag eigentlich genug vom Schnorcheln. Das Schnorcheln am Mangrovenpoint war dann aber doch super und Anja konnte viele Fische und schöne bunte Korallen bei sehr wenig Wellengang bewundern und fotografieren.

Eines Nachts schrieh Rene plötzlichen laut auf und fluchte. Da es stockdunkel war sprang Anja schlaftrunken zum Lichtschalter um zu sehen was passiert ist. Dabei verkordelte sie sich auch noch im Moskitonetz und rammte mit ihrem Knie den Bettpfosten. Jetzt schrie und fluchte sie ebenso wie Rene kurz zuvor. Rene rieb sich am Kopf und schrieh "Da rennt was!". Anja rieb sich das Knie und schrieh: "Wie, was wo!".

Etwas angeekelt sahen wir dann eine riesige Kakerlake, die Rene scheinbar trotz unseres Moskitonetzes ums Bett, im Schlaf in den Kopf gebissen hat. Anja las daraufhin im Internet, dass Kakerlaken nachts gerne ins Bett kriechen, da sie Speisereste um den Mund des Menschen suchen. Außerdem beißen sie manchmal auch Menschen, was zu schlimmen Entzündungen führen kann. Die Lektüre dieser Zeilen bereitete uns natürlich eine Menge Spaß und auch die Folgenächte waren sehr lustig für uns. Rene's Kopf wurde erstmal mit 70-prozentigem Alkohol durchgeschrubbt und eine Folgeentzündung blieb gottlob aus. Das mulmige Gefühl in den kommenden Nächten ließ sich dann aber nicht so einfach mit ein wenig Alk wegschrubben.

Nusa Lembongan wollten wir dann auch noch mit dem Roller erkunden. Die Schlaglochdichte und -größe hat uns dies aber etwas schwerer gemacht als geplant. Die Straßen erinnern auch eher an eine Mondlandschaft als an einen Weg für Roller- und Autofahrer. Vermutlich sind so manche Touri in diesen überdimensionalen Schlaglöchern vom Roller gestürzt.

Wie auf den Philippinen sind auch hier auf Bali und den umliegenden Inseln die Einheimischen sehr nett und wir fühlten uns immer sehr wohl und sicher. Leider klappt es halt mit der Verständigung nicht immer so gut, aber mit ein wenig Geduld kommt man auch irgendwann zum gewünschten Ziel. Die Qualität bzw. das Preisleistungsverhältnis der Zimmer ist auf Bali und den umliegenden Inseln deutlich besser und das Essen, wie bereits erwähnt, sowieso. Renoviert wird aber scheinbar nirgendwo etwas und so sehen viele Zimmer nach ein paar Jahren sehr abgewohnt aus. Wir haben daher oft nach neueren Unterkünften Ausschau gehalten. Je mehr Touristen in einer Gegend sind, desto geldgieriger scheinen auch so manche Einheimische zu werden. Es ist also meist besser Gegenden zu bereisen, die noch nicht so sehr touristisch sind. Hier spiegelt sich dann auch eher das wahre Leben der Einheimischen wieder, falls einen das interessiert. Das das Geld so manchen Charakter verdirbt, ist aber wohl ein weltweites Phänomen, von dem auch schon der eine oder andere Deutsche betroffen sein soll.

Wie auch schon ein paar mal erwähnt gibt es halt auch das Problem mit dem Müll und dem Abwasser. Da haben wir schon wirklich viele Dinge gesehen, die wir so mal lieber nicht im Detail im Blog erwähnen wollen. Auch die Armut vieler Menschen wird für uns mit der Zeit immer mehr zu einem Problem. Es ist halt nicht immer so leicht bei so vielen offensichtlichen Missständen abzuschalten bzw. den Urlaub zu genießen. Wenn man hier nur zwei Wochen Pauschalurlaub gebucht hat, bekommt man davon kaum etwas mit oder tut sich noch etwas leichter alles auszublenden. Obwohl es den Balinesen im Großen und Ganzen deutlich besser geht, wirken die Philippinen bein uns doch noch etwas nach.

Richtig schöne und bezahlbare Unterkünfte, wo auch das außen herum passt sind leider nicht so leicht zu finden. Entweder ist ringsherum alles verbaut oder vermüllt oder der Geräuschpegel macht einen erholsamen Aufenthalt unmöglich. Wann immer wir aber genügend Geduld und Zeit für die Suche einer schönen Unterkunft hatten, wurden wir letztlich auch dafür belohnt. Die einschlägigen Seiten im Internet mit ihren Bewertungen waren dabei meist nur bedingt hilfreich.

Bewunderungswürdig bleibt für uns aber wie glücklich viele ärmere Menschen hier wirken und mit wie viel Erfindungsreichtum und Improvisationstalent diese Menschen so manches Problem lösen oder ihr Schicksal meistern. Da wirkt so manch ein Problem von uns Deutschen doch ein wenig lächerlich, auch unsere eigenen.

Lembongan
Bali, Indonesia
Anja und Rene Small

Bali -Indonesien

Da wir bei unserer Ankunft in Manila vor über 8 Wochen vom Taxifahrer abgezockt wurden, beschlossen wir jetzt mit dem Jeepney zum Flughafen zu fahren. Das kostet nur einen Bruchteil, ist aber etwas mühsam, da man mehrfach umsteigen muss. Wir haben uns also mehrfach durchfragen müssen und sind dann am Schluss auch noch fast 30 Minuten zu Fuß unterwegs gewesen. Als Low-Budget-Reisender ist das aber eher die Regel als die Ausnahme. Bei fast 40 Grad im Schatten im Molloch Manila ist das aber schon eine gewisse Herausforderung und nur mit genügend Trinkwasser zu bewerkstelligen. Gott sei Dank haben wir jeder nur einen kleinen 35 Liter Rucksack als Reisegepäck. Über unsere Entscheidung mit Minimalgepäck zu reisen, waren wir nun schon mehr als einmal froh gewesen. 

Am 07.03. um 1 Uhr morgens kamen wir endlich in strömenden Regen in Bali an. Wir wussten zwar, dass wir am Ende der Regenzeit ankommen, aber als unser Taxifahrer auf dem Weg zum Hotel meinte es regnet schon mehr als 24 Stunden durchgehend, waren wir im warsten Sinne des Wortes etwas angepisst. Auf dem Weg zu unserem Zimmer mussten wir dann auch durch knöchelhohe Wasserlachen laufen. Auch im Zimmer war eine große Pfütze, was uns fragen ließ, ob hier schon mal jemand im Schlaf ertrunken sei. Das Hotel ist ziemlich neu und die Zimmer absolut top. Mit kleinem Frühstück für 19 Euro zu zweit ein echtes Schnäpchen. Bis auf den "Pool" direkt im Zimmer haben wir uns sofort wohl gefühlt. Das war wohl auch das bisher schönste Zimmer auf unserer kompletten Reise.

Das Hotel lag direkt in Kutta, etwa 1 km vom Strand, der so lala ist, entfernt. Da es etwas versteckt in einer kleinen Gasse liegt, ist es auch relativ ruhig. Kuta ist bekannt als Party- und Nightlifemetropole von Bali. Das wollten wir natürlich mal etwas genauer unter die Lupe nehmen. Wir fühlten uns in unserem Hotel mit Swimmingpool recht wohl und haben dann auch gleich 3 Nächte verlängert. Ursprüglich wollten wir ja am nächsten Tag weiter, direkt zu einem Hotel am Strand. Da im Hotel auch einige Deutsche und Schweizer waren, konnten wir auch endlich mal wieder etwas ausführlichere Gespräche führen und erfahren, was sich so in good old Germany die letzte Zeit ereignet hat.

Eine von den Deutschen hat ein Importgeschäft mit balinesischen Möbeln aus Holz und anderen schönen Accessoires.  Sie ist gebürtige Indonesierin und lebt seit über 20 Jahren in der Nähe von Nürnberg. Sie kommt regelmässig zum einkaufen nach Bali und kennt viele Großhändler. Einen Tag nahm sie uns direkt zu den Herstellern mit und wir konnten einiges über Preis und Material erfahren. So trödelten wir vor uns hin, machten einen geführten Tagesausflug ins spirituelle Ubud und den Monkey Forest. Die Besichtigung der vielen hinduistischen Tempel mit ihren vielen Gottheiten, dem heiligen Wasser und einem typisch balinesischen Tanz, sollten unser kulturelles Bedürfnis dann auch für die nächsten 2 Wochen gedeckt haben.

Wir beschlossen uns einen Roller zu mieten um die Insel genauer zu erkunden. Öffentliche Verkehrsmittel gibt es ja kaum und ein Roller mit 125 cc ist schon für 35 Euro für 3 Wochen zu haben. Der Sprit kostet auch weniger als 50 Cent pro Liter. Jetzt waren wir also unabhängig und wir haben uns erst mal überlegt in welcher Reihenfolge wir welche Sehenswürdigkeiten abklappern könnten.

Zuerst ging es nochmal nach Ubud, da wir uns hier etwas genauer umschauen wollten. Fast jedes Haus hat hier im Garten seinen eigenen hinduistischen Tempel und es liegt ein extrem spiritueller Hauch auf diesem Örtchen. Es gibt viele Yogaschulen und Spa's zu humanen Preisen. Sehr viele Handwerksbetriebe sind hier angesiedelt. Die meisten haben sich auf Holz spezialisiert und uns haben vor allem die Möbel fasziniert. Man kann hier riesige handgeschnitzten Eingangstüren, wunderschöne Gartenmöbel, die schönsten Aquarelle und vieles mehr kaufen. Einen Container zum exportieren vollzubekommen, geht hier ganz schnell. Wir haben uns gleich mal schlau gemacht, was so ein Container kosten würde, denn für unsere Zwecke würden wir hier sehr viele ausgefallene Möbel bekommen, die in Deutschland wohl kaum bezahlbar währen. Aufgefallen ist uns noch, dass hier viele "hängengebliebene", auch ältere Aussteiger (meist Frauen), wohnen. Unter anderem nicht wenige Deutsche.

Am 21.ten  März wird das balinesische (asiatische) Neujahrsfest gefeiert. An diesem Tag darf keiner auf die Strasse, da böse Geister kommen und die Menschen aufsuchen. Das gilt auch für die Touristen. Wir suchten uns ein Zimmer mit Garten und Swimmingpool und verbrachten den Nachmittag und Abend mit einem australischen Pärchen und ein paar Dosen Bier am Pool und auf deren Terrasse.  Die zwei sind ein Jahr auf Reisen und suchen auch einen Ort, an dem sie sich niederlassen könnten. Den haben sie aber noch nicht so recht gefunden. Am Besten gefällt es ihnen noch zuhause, aber da ist leider tote Hose, meinten sie. Da sie auch gerne ein kleines Hotel betreiben würden, aus unternehmerischer Sicht also eher ungeeignet. Die Fotos von ihrer Heimat sahen aber wirklich vielversprechen aus. Tolle Natur und traumhafte Strände, wie wir es von Australien noch nie so gesehen haben. Jeder von uns hatte viel vom Erlebten zu erzählen und wir trainierten dadurch wieder mal ein wenig unser Englisch.

Die Einheimischen ruhen und meditieren am Neujahrstag, da am Vortag viele Opfergaben in Form von Früchten, Blüten, Reis und vielem mehr zu den Tempeln der jeweiligen Orte gebracht werden und dort gebetet wird. Vor dem Neujahrstag gibt es viele Umzüge mit Pappmascheefiguren die wie Monster aussehen (hinduistische Gottheiten). Diese sollen die bösen Geister vertreiben. Kleine Opfergaben mit Räucherwerk werden aber nahezu jeden Tag vor die Eingänge von Häusern und Gebäuden gestellt. Die stehen dann mitten auf dem Gehsteig oder der Straße und werden durch die Fußgänger und Rollerfahrer in alle Richtungen verstreut. Wohl auch ein Grund dafür, dass jeder zweite Balinese den ganzen Tag am kehren ist.

Apropos Rollerfahrer. Der Verkehr ist die totale Katastrophe auf Bali, ähnlich wie auf den Philippinen oder in Süditalien. Die überholen ständig links und rechts, manchmal sogar zu zweit oder zu dritt auf einer Seite. Ob Gegenverkehr kommt oder nicht ist denen auch meist egal. Trotz Linksverkehr kommt einem regelmäßig ein Rollerfahrer entgegen der rechts fährt. Die drängeln viel und sind sehr ungeduldig. Die Autofahrer sind aber oft auch nicht viel besser, fahren komischer weise aber relativ langsam. Rote Ampeln werden gerne ignoriert und Verkehrsregeln kennt eh keiner. Fragt man nach Speedlimits o.ä. erndet man nur ein Achselzucken. Dazu kommt noch, dass es hier ziemlich viele Schlaglöcher gibt. Manche so groß, dass wohl so manch ein Tourist mit seinem Roller auf Nimmerwiedersehen verschwunden ist. Das Rollerfahren macht hier nicht wirklich Spaß und schlaucht einen schon ziemlich. Rene ist nach ein paar Stunden den Rest des Tages kaum mehr zu gebrauchen. Anja hat auch gleich abgewunken, als Rene den Vorschlag machte bei dem Preis doch gleich zwei Roller zu mieten.

Wir wollten noch an die Nordküste zum schnorcheln. Auf dem Weg dorthin ging es mit unserem Roller durch das Landesinnere durch Munduk, welches recht bergig und nett anzusehen war. Allerdings regnet es hier immer wieder kurzfristig, so sind wir den Wolken davon gefahren und gleich nach Permuteran. Hier ging es dann am nächsten Tag zur Schnorcheltour zur Insel Menjangan. So viele Fischschwärme hatten wir zuletzt beim Tauchen im Roten Meer gesehen. Leider war das Meer an diesem Tag an manchen Stellen dermaßen mit Plastik zugemüllt, dass man schon Mühe hatte die Fische zu erkennen. Bis in über 5 Meter Tiefe schwebt hier der Plastikmüll, ein wirklich erschreckender und sehr sehr trauriger Anblick. Angeblich kommt der Müll von Java rüber, hier vor Ort sind sie angeblich nicht für das Plastik verantwortlich. In Java sind dann wohl die Balinesen schuld.Ist halt wie bei uns, schuld sind immer die anderen. Indonesien ist laut Internet angeblich sogar die Nummer 1 was diesen Plastikmüll anbelangt. Klar ist aber, dass man hier in Asien scheinbar sehr nachlässig ist, was das Thema Müll oder Umweltschutz angeht. Hoffentlich bekommen die keine Berater aus Süditalien oder gar Neapel.

Der Roller sollte noch viele Kilometer vor sich haben, den es ging über die Nordkuppel nach Westen. Hier wurde uns der Ort Amed empfohlen. Nach 5 Stunden Fahrt und reichlich  Popposchmerzen kamen wir dann an. Endlich angekommen machte sich doch schnell die Ernüchterung breit. Der Strand war übersäht mit Fischerbooten und Baustellen. Es lag jede Menge Bauschutt und Müll herum und auch das Wasser war sehr dreckig. So zog sich das dann mehrere Kilometer lang. Von der landschaftlichen Lage, mit Blick auf den Vulkan, war es sehr schön, aber der Strand war für uns ein Nogo. Sieht man mal vom Müll und den Baustellen ab, so bleiben mehrere kleinere Fischerörtchen, deren Architektur auch sehr zu wünschen übrig lasst.

Das mit der Architektur ist aber auch so eine Sache in den asiatischen Urlaubsorten. Es scheint keinerlei Regeln zu geben. Jeder baut was, wann und wo er will. Da gibt es so schöne Strände und tolle Natur im Hintergrund. Man hätte hier riesiges Potential tolle Urlaubsorte zu schaffen, stattdessen wird alles mit riesigen Resorts und hässlichen Stein- und Bretterbuden vollgepflastert.

Also ging es weiter auf der Suche nach einem schönen Strand, denn die Suche nach schönen Örtchen haben wir schon längst aufgegeben. Den Strand fanden wir zwar nicht gleich, dafür eine Übernachtung in einer ursprünglichen balinesischen Reisscheune. Diese Hütten haben Tania und ihr balinesischer Mann Lempot in Karangasem direkt am Strand für den etwas anderen Urlaub (ökologisch) aufgebaut. Hier konnten wir direkt zusamen mit der Familie wohnen, was eigentlich einen richtigen Homestay ausmacht. Der Strand ist hier schwarz mit sehr großen Kieselsteinenund das Wasser war recht stürmisch. Anja traute sich nicht mal ins Wasser zu gehen, während Rene den hohen Wellen nicht wiederstehen konte. Er hatte dabei aber so seine Schwierigkeiten sich über Wasser zu halten. Nur ein paar Kilometer entfernt befindet sich der bekannte Whitesandbeach. Der ist ganz nett, aber auch nicht unbedingt ein Traumstrand. Für die 30 Minuten Spaß mit den Wellen bekam Rene am nächsten Tag auch gleich die Quittung. Er bekam wieder Probleme mit den Ohren. Diesmal war vor allem das Linke betroffen. Wieder eine schmerzhafte Entzündung und das auch noch kurz bevor wir mit den Mantas schnorcheln gehen wollten. Auf einer vorgelagerten Insel gibt es nämlich eine Stelle, wo man mit diesenmajestätischen Tieren schnorcheln und tauchen kann.

Unser nächstes Strandziel stand dann auch bald fest. Tania empfohl uns den Bingin Beach im Süden der Insel. Das ist tatsächlich ein wunderschöner weißer Sandstrand mit herrlichen Klippen und Felsen. Auch in der nähe gibt es weitere schöne, teils sehr einsame Strände. Da es uns hier sehr gut gefiehl, blieben wir gleich 5 Nächte.

Wegen Rene's Ohr mussten wir mal wieder ins Krankenhaus fahren. Das Touri-Krankenhaus in Nusa Dua ist absolut auf europäischen Standard und der Arzt hat Rene in einer Stunde toll behandelt und aufgeklärt. Er meinte Rene hat ein "Surfersear". Der Knochen im Gehörgang ist etwas gewölbt, weshalb der Ohrenschmalz nicht nach außen befördert werden kann. Das geschieht im Laufe der Jahre, wenn man zu oft mit Salzwasser und Wind in Berührung kommt. Auf dem verbleibenden Ohrenschmalz nisten sich dann Bakterien ein, die eine Entzündung verursachen können. 

Last but not Least waren wir froh, dass unsere Rollerfahrt über die Insel trotz Höllenverkehr ohne Unfall oder sonstige Schäden verlaufen ist, denn die Mietroller sind hier ja nicht versichert. Außerdem haben die Touris bei einem Unfall eh immer Schuld. Die Logik der Gerichtsbarkeit lautet nämlich: Wären sie nicht ins Land gekommen, dann wäre der Unfall nicht passiert. Diese "vollkommen nachvollziehbare Logik" ist aber in den meisten südostasiatische Ländern anzutreffen, aber auch in Südamerika folgt man gerne dieser zeifelhaften Logik.

Auf der Halbinsel im Süden Bali wo sich auch die meisten exklusiven Resorts befinden sind gleichzeitig auch die schönsten Strände zu finden. Ansonsten kan Bali eher durch seine Natur und das bergige Hinterland bestechen. Zwei bis drei Wochen reichen dann aber auch aus, wenn man mit einem Roller die Insel erkunden will. Besonders schöne Strände gibt es aber vor allem auf den größeren und kleineren Nachbarinseln, wie Java, Lombok oder eben den Gilis. Wer das noch in seine Reiseplanung aufnehmen will, sollte freilich etwas mehr Zeit einplanen.

In Bali findet man relativ günstige Übernachtungen inklusive Frühstück. Manchmal muss man erst ein wenig suchen, aber für unter 20 Euro fanden wir meist recht schnell eine ansprechende Übernachtung. Die Zimmer sind insgesamt schöner und günstiger als auf den Philippinen und das Essen ist auch viel besser. Die Essenspreise sind relativ gleich, nur das Bier (Alkohol allgemein) ist auf Bali deutlich teuerer.

Bali ist durch den voherrschenden Hinduismus sehr spirituell angehaucht. Die vielen Räucherstäbchen und Opfergeben mit vielen Blüten versprühen einen sehr angenehmen Duft. Auf uns wirkten die vielen Opfergaben und der Glaube an die bösen Geister in dieser Ausprägung und trotz Aufklärung auf Dauer doch etwas befremdlich. Aber wenn sich die Menschen hier dadurch besser fühlen, ist das schon in Ordnung.

Die Behausungen und der allgemeine Lebensstandard erscheinen uns deutlich besser als auf den Philippinen, wenn man mal vom erbärmlichen Zustand mancher Straßen und den fehlenden öffentlichen Verkehrsmitteln absieht. Leider müssen wir auch nochmal erwähnen, dass es auf Bali kaum einen nennenswert schönen Ort gibt. Man baut halt wie so oft alles ohne Sinn und Verstand zu, wobei vieles natürlich dem meist zu schnell gewachsenem Tourismus geschuldet ist. Jeder will halt ein Stückchen vom Kuchen abhaben. Den Menschen kann man daher auch nicht unbedingt einen Vorwurf machen. Hier müsste die Regierung halt die nötigen Grundlagen schaffen und so etwas wie eine Baubehörde mit Baugenehmigungen einführen. Nicht unbedingt nach deutschem Vorbild, denn da neigt man ja wiederum gerne dazu alles zu sehr regulieren zu wollen. Halt so eine Art Mittelding zwischen deutscher Regelungswut und nicht  vorhandenen balinesischen Regelungen. Wer sich in englisch verständlich machen will oder Informationen benötigt, braucht eine Menge Geduld oder sieht besser gleich selbst im Internet nach. Auf den Philippinen hat die Verständigung jedenfalls um Längen besser geklappt.

Insgesamt hat es uns auch auf Bali gut gefallen und nach den ersten paar Regentagen hatten wir ja auch Sonne satt. Zu unseren Top Reisezielen würden wir Bali aber nicht unbedingt zählen. Wir haben nämlich beide festgestellt, dass wir nicht unbedingt nochmal bzw. so schnell wieder nach Bali gehen würden. Ganz im Gegensatz zu Thailand, wo wir unbedingt wieder mal hin wollen, obwohl wir schon zweimal dort waren.

Bali
Bali, Indonesia
Anja und Rene Small

Reisterrassen im Norden der Insel Luzon

Als wir früh am Morgen in Banaue ankamen machten wir 3 Kreuzzeichen. Besonders Rene, dem das fehlende Klo und die geringe Beinfreiheit arg zu schaffen machten. Natürlich hatte die ganze Nacht keiner von uns ein Auge zugemacht.

An der Busstation in Banaue angekommen, stellte sich heraus, dass keiner der vielen Touris, einschliesslich uns natürlich, ein Zimmer reserviert hatte. Der Fahrer schickte uns alle zu den bereitstehenden Jeepneys, die uns in die Stadt bringen sollten. Rene wurde von einem Philippino, der ein Schild in der Hand hielt, angesprochen: "Are you Boris". Wir verneinten, aber Anja entdeckte auf dem Schild den Hotelnamen den sie bereits im Internet gesehen hatte. Wir würden gerne bei Ihnen übernachten, sagte sie. Zufällig war noch ein Zimmer frei und wir waren froh unseren eigenen Chauffeur zu haben. Da dieser Boris nicht mehr auftauchte und die Jeepneys komplett überfüllt waren, waren wir nicht gerade traurig. Es stellte sich dann auch noch heraus, dass wir Glück hatten ein halbwegs vernünftiges Zimmer zu bekommen. Im gesamten Ort waren nämlich kaum noch preislich und einem gewissen Mindeststandard entsprechende Zimmer zu bekommen. 

Am selben Tag wanderten wir einen Weg hinauf, wo wir an mehreren Ausichtspunkten mit Blick auf die Reisterrasse von Banaue vorbeikamen. Unsere Gedanke dabei war uns nicht zu weit vom Hotel zu entfernen. Montezuma hatte Rene ja noch voll im Würgegriff. An einem der Viewpoints bekamen wir die notwendigen Informationen für eine Wanderung entlang und um die Reisterrassen. Man hatte uns aber mehrfach davon abgeraden diese Tour alleine zu machen, da es zu viele Abzweigungen gäbe und man an den schmalen Terassen leicht in die Tiefe stürzen könne. Rene wollte es aber dennoch alleine machen, da er keine Lust hatte dem Guide alle halbe Stunde zu erklären,  dass er mal wieder ein Gebüsch für sein Geschäft braucht. Wir wussten ja auch nicht ob er es durchhält und die geführte Tour war mit 24 Euro für etwa 3 Stunden auch nicht gerade billig.

Am Morgen drauf ging es dann ohne Guide aber mit reichlich Klopapier, Handdesinfektion und Glukose-Elektrolytlösung los. Die Zeit lief uns langsam davon und wir konnten nicht auf Rene's Besserung warten. Auf einige Touren, sei es zu Fuß oder mit dem Boot mussten wir wegen dem blöden Montezuma ja schon verzichten. Hinzu kam ja noch sein großer Zeh der wohl tatsächlich angebrochen war.

Ohne einheimischen Führer haben wir es dann nach knapp 5 Stunden geschafft wieder im Ort anzukommen und zwar ohne in die bis zu 3 Meter tiefen Reisterrassen zu fallen. Die Tour ist mit Guide zwar deutlich kürzer,  aber da fährt man einen nicht unerheblichen Teil mit dem Tricycle bergauf. Auch wenn wir uns ein paar mal verfranzt haben, waren wir mit unseren 5 Stunden gar nicht so schlecht.

Anja stand ein paar mal der Schweiß auf der Stirn, vor allem wenn der Reispfad mal wieder extrem schmal wurde und es tief nach unten ging. Manchmal sahen wir nur eine Böschung und konnten die Tiefe nicht einschätzen. Der Ausblick von der Reisterrasse war absolut gigantisch und für uns eine unvergessliche Wanderung. Rene hatte am Tag zuvor mal wieder kaum was gegessen (absichtlich), weshalb das Klopapier im Rucksack bleiben konnte (Gott sei dank!).

Am Abend trafen wir Richard und Rita, ein älteres deutsches Paar, die seit über 40 Jahren in Australien leben. Die beiden hatten die Tour mit einem Guide gemacht. Und was soll ich sagen, beide sind der Reihe nach mit Sack und Pack in eines der Reisfelder geplumst. Kleidung und Schuhe mußten danach in der Reinigung vom Schlamm befreit werden und Rita hat sich auch noch am Fuß verletzt. Guides schützen halt vor Schäden nicht.

Für die nächsten zwei Übernachtungen hatte Anja eine andere Reisterrasse (Batad), nur 12 km entfernt von Banaue ausgewählt. Die Fahrt bis zum Beginn eines Bergpfades machten wir mal wieder in einem engen Tricycle. Die sind halt nicht für europäische Ärsche gebaut, wobei Arsch hier nicht als Schimpfwort, sonder als Körperteil zu verstehen ist.

In Batad fanden wir das Hillside Inn mit einem atemberaubenden Blick auf die Reisterrasse und Berge. Wir saßen stundenlang da und genoßen die Aussicht. Es ist schwer in Worte zu fassen wie positiv sich so ein Ausblick auf einen auswirkt. Unglaublich wie sich diese von Menschen gemachten Wunderwerke in die natürliche Landschaft schmiegen. Die philippinischen Gebäude muss man sich dabei allerdings ausblenden, denn schöner wohnen geht anders.

Badad selbst ist nur auf einem schmalen 45 minütigen Fußpfad zu erreichen. Wie die da alle ihre Baustoffe,  Lebensmittel etc. hinschaffen ist alle Achtung wert. Auch das bestellen der Reisterassen nötigt uns allerhöchsten Respekt ab. Da soll noch mal einer sagen deutsche Bauarbeiter oder Bauern hätten eine schwere Arbeit. Hoffentlich gehört keiner der werten Leser einer dieser ehrenwerten Berufsgruppen an. Wenn doch hoffe ich das er ein wenig Spaß verstehen mag.

Es gibt hier einen schönen Wasserfall der in einer sehr schönen, aber auch sehr anstrengenden dreistündigen Wanderweg erreichbar ist. Der erste Teil geht entlang der Reisterrassen, danach gilt es einige ziemlich hohe Stufen zu überwinden, was die Sache so anstrengend macht. Uns ein Rätsel, wie die Philis mit ihren kurzen Beinen das machen, aber selbst die Kinder Flitzen solche Stufen rauf und runter, als ob sie gar nicht da wären.

Wir wollten die Tour natürlich auch machen, auch wenn es Rene noch nicht besser ging. Kaum machbar ohne Guide hieß es wieder. Wir haben von unserem Hotelrestaurant am Tag zuvor genau den Weg über die Reisterrassen studiert. Als wir dann an die erste schwierige Gabelung kamen waren wir etwas verdutzt. Jeder halbwegs vernünftige Weg war mit Ästen und Wellblech verbaut. Rene hat dann weiter oben und unten nach alternativen Routen gesucht. Plötzlich kam eine ältere einheimische Bäuerin und schrie ihn an, er habe hier nicht rumzulaufen, weil die Touris alles kaputt trampeln. Ein ziemlich gutes Stück weiter oben hat er dann aber doch einen, wenn auch sehr abenteuerlichen Weg, gefunden.

Auf dem Rückweg hatten wir uns kurz verlaufen, plötzlich kamen drei Kinder mit einem Hund angelaufen und fragten Anja ob sie einen Guide bräuchte. Von Rene, der einen geeigneten Weg suchte, war weit und breit nichts zu sehen. Anja nahm dankend an und die Knirpse von höchstens 8 Jahren flitzten mit ihren kleinen Badeschlappen geradezu über die Reisterassen und vielen Stufen. Ihr Hund schien die Gene einer Bergziege zu haben und flitzte die engen Pfade und Stufen ebenso entlang.

Anja lief eher in Zeitlupe und fluchte über ihre Ungelenkigkeit im Vergleich zu den Kindern. Als Kind und Jugendliche war sie doch um einiges sportlicher, aber der Zahn der Zeit nagt halt auch an ihr. Dann tauchte plötzlich Rene vor uns auf und die Knirpse und ihr Hund bekleideten uns noch bis ins Hotel. Wir haben dann jdem 20 Peso gegeben und uns artig bedankt. Die Pesos haben die sicherlich gleich in süßes eingetauscht, denn wenn die Philippinos nicht viel haben, gibt es doch fast an jeder Ecke einen kleinen Laden mit Bonbons und anderen Leckereien.

Wie bei der letzten Tour kam Anja aber wieder deutlich fitter im Hotel an, da Rene in den letzten Tagen, nun eigentlich schon Wochen, deutlich Kräfte lassen musste. Das wenige Essen und der hohe Wasserverlust haben ihm stark zugesetzt. Am dritten Tag ging es wieder nach Banaue zurück, da nur von hier aus der Bus wieder nach Manila zurückfährt. Wir haben vor der Abfahrt aus Banaue mit unserem Tricyclefahrer einen Treffpunkt ausgemacht. Das hieß aber noch mal 2, 5 Stunden ordentlichen Fußmarsch. Rene ging es noch mal schlechter und wir mussten alle paar Meter eine Pause machen. 

Am Montag beschlossen wir mochmal in die Apotheke zu gehen und geeignete Medikamente zu kaufen. Die Dame fragte uns warum wir keinen Stuhltest in der Klinik gemacht haben, dieser dauert im Labor nur 30 Minuten. Wir waren der Meinung das würde hier alles deutlich länger dauern und wollten dies eigentlich in Bali machen. So gingen wir kurz entschlossen direkt in die Klinik und hofften auf ein schnelles Ergebnis. Wir waren dann insgesamt auch nicht mal 2 Stunden im Krankenhaus, bis wir das Ergebnis hatten.

Als Rene das Gefäß für die Stuhlprobe erhielt, schaute er es etwa eine Minute ungläubig an. Etwa 2 cm hoch und mit einem Durchmesser von etwa 3 cm überlegte er krampfhaft, wie er das mit halbwegs sauberen Händen bewerkstelligen sollte. Die Toilette war eines Krankenhauses alles andere als würdig und es gab weder Seife noch Klopapier. Eigentlich hatt Rene, besonders wegen der letzten Wochen, da immer genügend von bei sich. Da die Apotheke aber nicht weit vom Hotel entfernt war und wir nach der Apotheke spontan entschieden sofort ins Krankenhaus zu fahren, hatte er diesmal nichts dabei. Auf nähere angaben bezüglich der Stuhlprobe möchten wir aus Rücksicht auf unsere Leserschaft diesen Abschnitt hier aber beenden. Erwähnen wollen wir aber noch, dass die komplette Untersuchung einschließlich Labortest und Medikamente nur 13 Euro gekostet hat. Für das Ohrproblem von Rene haben wir mehr als das Doppelte bezahlt. Ohren sind auf den Philippinen also teurer als Ärsche.

Leider war das Ergebnis nicht so prickelnd. Mit Bakterien und Amöben verunreinigtes Trinkwasser war die Diagnose. Die Amöben können sich unbehandelt durch die Darmwand fressen und Organe befallen, auch Herz und Gehirn. Unbehandelt kann die Erkrankung auch tödlich enden. Und das wo wir doch beide immer alles mögliche und bekannte unternehmen um solche Dinge möglichst zu vermeiden. Nur selbst geschältes Obst, alle Speisen gut gekocht, Zähne putzen nur mit Trinkwasser...

Mit Rene geht es nach der Behandlung nun wieder aufwärts. Leider waren wir durch Rene's Krankheit in letzter Zeit ziemlich eingeschränkt, sonst hätten wir noch die Rundreise zu den Sehenswürdigkeiten in Sagada und Baguio gemacht. In Palawan konnten wir ja auch schon viele Touren nicht machen. Der Reiseblog hat natürlich auch etwas darunter leiden müssen.  Wieso ist der Hornochse nur nicht gleich ins Krankenhaus gegangen.

Wir freuen uns jetzt erstmal auf  Bali, da wir nicht mehr wissen was wir hier essen sollen. Die Auswahl hält sich in Grenzen und über Zubereitung und Geschmack wollen wir gar nicht mehr reden. Die Portionen kosten zwar meist "nur" 2 bis 6 Euro, sind für europäische Verhältnisse aber auch nur halb so groß. Na ja, die Einheimischen sind ja auch nur halb so schwer, von daher eher verständlich. Man kann in so Garküchen am Wegesrand zwar um einiges billiger essen, sollte dann aber keinen all zu empfindlichen Magen haben.

Sehr oft, wenn wir mal besonders Lust auf ein Gericht aus der Speisekart hatten, hieß es: "We don't heb" oder "We not heb". Das bedeutet dann, dass das gewünschte Gericht nicht vorhanden ist. Das sagte man uns aber meist erst nachdem wir uns gesetzt und die Getränke bestellt hatten (Grumpfff). Einmal hat Rene eine Bottel Wasser bestellt. Als der Kellner fragte wie groß, sagte Rene 1 l. Kurz darauf kam dann die Bedienung und sagte: "Sorry, we don't hab one liter, we only hab 1000 Mililiter". Wir sahen uns an und mussten laut losbrüllen. Die Bedienung hat uns nur mit großen Augen und verständnislos angesehen. Wir sagten dann ist gut, 1000 ml ist ok.

Wir träumen schon immer öfter von deutschen und fränkischen Leckereien. Unsere Unterhaltung untereinander oder mit anderen Langzeiturlaubern dreht sich auch immer öfter um gutes Essen. Der Gedanke, selbst an so einfache Gerichte wie etwa Pellkartoffeln mit Quark oder Brathering oder an ein gutes deutsches Bauernbrot mit Wurst oder Käse lässt uns das Wasser im Mund zusammenfließen.

Heute Abend gehts mit dem Flieger nach Bali und wir hoffen mal, dass wir dort unseren vernachlässigten Gaumen mal wieder ein wenig verwöhnen können.

Banaue
Cordillera Administrative Region, Philippines
Anja und Rene Small

Beliebtes Reiseziel die Insel Palawan

Am letzten Tag in Boracay hatten wir einen Fisch- und Fleischmarkt kurz vor der Station 2 gefunden. Der Strand wird nämlich in 3 Stationen unterteilt. Um diesen Markt herum befinden sich diverse Restaurants, wo man sich den frisch gekauften Fisch oder das Fleisch zubereiten lassen kann. Man zahlt dann für die Zubereitung einen Kilopreis. Leider wurde unser Fisch, ein 1, 5 kg Papageienfisch, mal wieder zu Tode gegrillt. Die Haut war total verbrannt und das Fleisch fast schon zäh, jawohl zäh. Die Philis schaffen es tatsächlich einen Fisch zäh zu kriegen. Ist ja auch schon wieder eine Kunst sowas zu schaffen. Wir hatten auch Gambas die wir gegrillt haben wollten. Die Bedienung meinte aber, die sind für den Grill zu klein. Kennen wohl keine Spieße hier, dachten wir. Etwas genervt haben wir dann die Variante mit Butter und Knobi in der Pfanne bestellt. Gott sei Dank dachten wir, als zuerst der verkohlte Fisch ankam.

Am 04.02.15 ging es dann für eine Übernachtung weiter nach Iloilo, von wo aus unser Billigflug nach Palawan ging. Wir hatten unseren alten Kameraden Henning mit im Schlepptau (oder er uns, je nach Sichtweise) der auch unbedingt nach Palawan wollte. Am frühen Morgen kamen wir am Flughafen von Puerto Princesa an und im wirklich sehr engen Van gleich weiter nach Port Barton. Der war so groß wie ein VW Bus, aber mit Fahrer waren wir zu siebzehnt eingepfercht. Das war eine totale Zumutung. Noch dazu, weil der Fahrer den anderen Mitreisenden erklärte, dass es nur in Puerto Princesa Geldautomaten gibt und man genügend Bares mitnehmen müsse. Wir wussten das leider als einzige schon vorher, da wir mehrere Geldautomaten ansteuern mussten bis jeder genügend Geld hatte. Das hat fast 1, 5 Stunden gedauert und wir haben unsere Beine schon vor der eigentlichen Abfahrt nicht mehr gespürt. Henning der Glückliche hatte sich da schon von uns getrennt, da er eine etwas andere Reiseroute geplant hatte.

Aus den angeblichen 1, 5 Stunden Fahrtzeit wurden dann fast 6 Stunden. Rene wollte den Fahrer schon nach 3 Stunden erwürgen. Eigentlich reichte es uns ja noch von der 6 Stundenfahrt nach Iloilo und der anschliessenden Übernachtung dort. Eingepfercht wie bei eine Schweinetransport sind wir dann mit dem Minivan bis kurz vor Roxas gefahren. Die Assoziation zu einem Viehtransporter drängt sich da einem unweigerlich auf.  Fast schon ein grund darüber nachzudenken Vegetarier zu werden. Hier, kurz vor Roxas, sollten wir dann umsteigen in einen Jeepney. Der letzte ging um 13 Uhr und es war natürlich schon 13:30 Uhr.So waren wir auf ein Tricycle angewiesen. Der Preis von da nach Port Barton sollte dann 16 Euro betragen. Nach langem hin und her dann immer noch 10 Euro. Für philippinische Verhältnisse sehr viel Geld, wenn man den Monatslohn von 150 Euro in Relation setzt. Die Fahrer wussten wir sind auf sie angewiesen und haben sich auch noch ziemlich arrogant verhalten. Wir haben jetzt leider schon sehr oft erlebt, wie hier das Geld den Charakter verdirbt, denn die Philis sind sonst ein sehr nettes und hilfreiches Volk.

Es muß aber noch kurz erwähnt werden: Hätten  wir in Puerto Princesa auf den öffentlichen Van um 14 Uhr gwartet, wäre die Fahrt direkt nach Port Barton gegangen und das auch noch mit mehr Beinfreiheit. So ließen wir uns zu einem privaten Van überreden und standen nun an der Wegkreuzung nach Port Barton wie die Ölgötzen. Wir waren aber nicht allein, denn drei anderen Touris ging es ebenso wie uns. Die waren übrigens auch ebenso angepisst wie wir. Dann kam plötzlich ein großer Jeep vorbei und Anja winkte ihm. Er hielt an und sie fragte die Männer, ob wir mitfahren dürfen. Kein Thema sie fahren sowieso nach Port Barton und der Beifahrer war Manager eines Resorts dort. Toll wir haben sowieso noch kein Zimmer antworteten wir. So konnten wir, dank Anja, letztendlich alle mit fahren. Die 3 anderen Touris mussten allerdings auf der Verladefläche Platz nehmen. Hätten die gewusst, in welchem miserablen Zustand die Straße nach Port Barton ist, hätten sie es sich sicherlich anders überlegt. Schlaglöcher, in denen ein halbes Tricycle Platz gehabt hätte, waren eher die Regel als die Ausnahme. Ärgerlich war nur dass wir des lieben Frieden Willens den Tricyclefahrern einen Obulus geben mußten, da diese sich beim Jeepfahrer beschwerten, er mache ihr Geschäft kaputt, wenn er umsonst Touristen transportiere. Die würden ihm sonst auch keine Touris mehr zu seinem Resort bringen.

In Port Barton bei "Elsa's Beach Cottages" waren wir dann vollstens zufrieden mit unsere Unterkunft und der  Entscheidung hierher zu fahren. Anja konnte erstmal ihre leichte Erkältung auskurieren, die sie schon seit unserem letzten Bootsausflug mitschleppte. Wir hatten ein neues  Zimmer mit Veranda und Meeresblick, am Strand gab es mehrere Hängematten zum relaxen.

Wie klein doch manchmal die Welt sein kann. Wir trafen hier im Resort Ivo, den Rene bereits in einer Bar in Boracay kennengelernt hatte. Zwei Tage drauf stand dann Henning plötzlich vor uns, denn auch er wollte sich dieses nette Fischerdörfchen nicht entgehen lassen. Ivo war mit seinem kleineren Bruder hier und wir haben uns abends zusammengesetzt und das günstige Barbeque am Strand ausgenutzt. Für einen Euro gab es gegrillten Fisch, Schwein oder Hühnchen mit Reis. Es war ein netter Abend und die beiden waren uns sehr sympathisch.

An einem anderen Abend gab es ein Lagerfeuer mit Grill und kühlen Getränken direkt am Strand, organisiert von einigen Einheimischen. Wir hatten lange Gespräche mit ihnen, da ihr Interesse an unserer Kultur- und  Lebensart recht groß ist. Dazu gab es etwas merkwürdige philippinische Musik. Sowas habt ihr noch nicht gehört und würdert ihr wohl auch nicht hören wollen! Das hört sich an wie in den 80ern das Schallplattenscratchen (ohne Gesang), aber irgendwie viel schriller.

Rene holte sich Tags darauf beim abkühlen im Meer eine Ohrenentzündung. Das liegt wohl, man muss es leider sagen an den fehlenden Kläranlagen auf den Philippinen. Es sieht leider so aus, als ob das Abwasser oftmals direkt ins Meer geleitet wird. Je mehr Touristen, desto trüber ist das Meer meist, obwohl Port Barton noch nicht so überlaufen ist. Boracay stellt hier mit seinem klaren Wasser übrigens eine sehr rühmliche Ausnahme dar, mal abgesehen von der Seite, wo sich die Kitesurfer tummeln. Liegt aber nicht an den Kitern, sondern daran, dass angeblich das ganze Abwasser der Insel auf deren Seite geleitet wird.

Am vorletzten Tag wollten wir noch am Strand entlang zum White Beach wandern. Ivo und sein Bruder hatten die Tour bereits hinter sich und fanden es super. Wir kamen aber nur bis zum Strandende von Port Barton. Wir wollten durch das ziemlich trübe Meer zum nächsten Strandabschnitt, aber Anja hat sich an einem scharfen Gegenstand im Meer einen tiefen Schnitt in der großen Zeh zugezogen und ist dabei auch noch mit Sack und Pack ins Wasser gefallen. Rene wollte ihr schnell zur Hilfe eilen und ist dabei, ebenfalls mit der großen Zeh, an einem großen Stein hängen geblieben. Anjas Zeh wurde von Rene noch an Ort und Stelle desinfiziert und verbunden. Wir sind dann halt schon nach 20 Minuten wieder zurück gehumpelt. Das war dann einer unser bisher kürzesten Ausflüge. Zurück im Zimmer konnten wir bewundern wie Rene's Zeh immer mehr anschwoll, fast bis auf doppelte Größe. Blau wurde er auch noch und am nächsten Tag waren dann alle Farben des Regenbogens zu sehen. Die Schmerzen waren auch nicht ohne. War wohl angebrochen der Zeh, lautete unsere und Ivo's Selbstdiagnose.

Nach einer Woche bei Elsa verabschiedeten wir uns, da wir ja unser Hauptziel auf der Insel den Ort "El Nido" im Visier hatten. Hier angekommen, nach einer sehr sehr holprigen Fahrt von 4 Stunden mit dem großen Linienbus, war die Überlegung erst mal: Onkel Doktor oder nicht. Das Ohr schmerzte so stark, dass er kaum noch kauen konnte. Der dicke Zeh war da noch das geringere Übel. Die letzten beiden Tage hatte er wegen der Ohrenschmerzen auch fast nichts mehr gegessen. Es blieb uns also nichts anderes übrig als Dr. Reyes den einzigen Arzt weit und breit aufzusuchen. Das machten wir dann 3 Tage lang. Bis die Ohrenschmerzen langsam besser wurden. Leider legte sich auch noch das Antibiotika auf Rene's Magen, so dauerte die Gesundung ein paar Tage länger. Aber wir gaben nicht auf, denn wir sind ja hergekommen wegen den berühmten Bootstouren um die vorgelagerten Inseln und vorher fahren wir hier nicht weg, sagten wir uns.

Als es Rene wieder einigermaßen gut ging, wurde von Anja gleich die Bootstour zu den herrlichen Felsinseln gebucht. Sie hatte mehrmals mit Daphne gesprochen, daß wir gern ein kleines Boot mit wenig Touris drauf hätten. Daphne versprach uns das wär kein Thema. Wie wir dann an dem besagten Tag vor ihr standen, meinte sie, sie hat uns auf ein großes Schiff umgebucht, da sie heute nicht fährt. Wir waren mal wieder "leicht" angesäuert, denn wir wußten, dass wir heute kein anderes Boot mehr bekommen würden und wir wollten auch nich mehr lange in El Nido bleiben. Der Ort selbst, ebenso wie unsere Unterkunft waren nämlich ziemlich sch... So schluckten wir unseren Ärger runter und fuhren trotzdem mit. Am Ende ärgerten wir uns, da alle die den Ausflug mit kleinen Booten gemacht hatten geschwärmt haben, dass sie auch einsame Strände angefahren haben, wo keine Touris waren. Wir mussten uns dagegen durch Horden von Touristen kämpfen. Nichts desto trotz ist die bekannte Insellandschaft in El Nido einfach gigantisch uns sehr sehenswert.

Anja geigte Abends Daphne die Meinung und sagte ihr, daß uns jegliche Lust auf weitere Bootsfahrten vergangen ist. Wir hatten auch noch die chinesische Neujahrswoche erwischt und da waren diese Ausflüge restlos überlaufen. Das Trostpflaster war das leckere Essen, welches direkt auf dem Boot zubereitet wurde.Fleisch und Fisch bis zum Abwinken, dazu Gemüse, Obst und natürlich jede Menge Reis.

Im letzten Blogeintrag erwähnten wir ganz stolz, dass wir noch keine Magen-Darmprobleme haben. Dies hatte sich dann in El Nido schlagartig geändert. Wir waren nicht die einzigen. Jeder zweite mit dem wir uns unterhielten klagte über Unwohlsein. Nach 3 Tagen üblen Durchfall, ging es aber wieder bergauf. Wir wollten schon eher weiterreisen hatten aber erst am 24. Februar einen Weiterflug bekommen. Von El Nido aus war alles ausgebucht und so mussten wir wieder die anstrengende stundenlange Fahrt zurück nach Puerto Princesa machen. Das ist mit Durchfall gar nicht so lustig. Ins Handgepäck kam deswegen auch eine extra Unterhose und reichlich Klopapier und Seife. Das wollen wir an dieser Stelle aber nicht weiter erläutern. Sowas wie Klopapier oder Seife sucht man hier in öffentlichen Toiletten bzw. Restauranttoiletten übrigens vergebens. Diese Toiletten sind hier übrigens auch kein Ort, wo man länger als nötig verweilen möchte. Männer, eure Lieblingszeitschrift könnt ihr also getrost zu Hause lassen.

Rene wollte abends in einer großen, bekannte Burgerkette Essen, in der Hoffnung, hier seien die hygienischen Zustände am besten. Rene hatte Montezumas Rache deutlich stärker erwischt als Anja. Reis konnte er auch nicht mehr sehen, denn die letzten Tage hat er fast nur Reis mit Bananen gegessen. Seit Wochen gab es ja zu fast jedem Gericht nur Reis. Gar nicht so einfach für einen Kartoffelfanatiker wie Rene. Leider gingen am nächsten Tag die Beschwerden erst so richtig los. Montezuma scheint Rene so richtig auf dem Kicker zu haben.

Früh um 8 Uhr landeten wir in Manila. Dummer Weise fuhr der Bus zu den Reisterrassen erst um 21 Uhr. Eine Nachtfahrt in eine Bus mit verminderter Beinfreit und ohne Toilette bis nächsten Tag früh um 6 Uhr. Uns blieben also genug Stunden zum totschlagen übrig. Das ist in Manila aber nicht so einfach, denn im Freien gleicht die Stadt eher einem stinkenden Molloch. Die vielen Obdachlosen (ganze Familien mit kleinen Kindern) wohnen auf ausgebreiteten Kartons mit Plastikplanen zum Schutz gegen die Sonne und erledigen ihr Geschäft quasi auf offener Straße und die Kanalisation verläuft so zu sagen oberirdisch. Nach einer Stunde fängt es wegen der Abgase im Hals an zu kratzen. Die Tricyclefahrer schlafen in ihrem Beiwagen zusammengekauert. Aus humanen Gründen haben wir von diesen Armen Menschen keine Bilder in den Blog gestellt.

Nach einigem hin und her beschlossen wir in eine Mall zu gehen. Nein, nicht um hemmungslos zu schoppen sondern um hemmungslos zu schei... Die haben da nämlich ziemlich annehmbare Toiletten und Rene war dafür sehr dankbar. Natürlich auch wegen dem Smog und dem Gestank. Ein Kinobesuch auf Englisch rundete dann den Tag ab.

Die letzten Tage hat Rene nachts mehr auf der Toilette als im Bett verbracht. Gegessen hat er auch kaum noch um nicht ständig aufs Klo zu müssen. Da er kaum andere Symptome hat, wollte er bisher noch nicht zum Arzt, auch wenn die Kohletabletten bisher völlig wirkungslos waren. Die hygienischen Verhältnisse bei den Ärzten oder in den Krankenhäusern machen einem auch nicht unbedingt Mut auf einen Arztbesuch. Der Doktor in El Nido konnte Rene wegen des Ohrs zwar helfen. Aber wenn man als Deutscher in so eine Praxis kommt, wird einem schon ziemlich mulmig. Anja bekommt schon langsam Angst, weil er immer dünner wird. Wir hoffen mal, dass wir in Banaue einen vernünftigen Arzt bzw. ein Krankenhaus finden, wenn es nicht besser wird.

Palawan
Mimaropa, Philippines
Anja und Rene Small

Die Insel Boracay

Vor einer Woche sind wir auf der Insel Boracay angekommen. Entlang des bekannten White Beach, wo auch wir uns niedergelassen haben, gibt es sehr viele neue Hotels. Die Preise für ein Zimmer direkt am Beach bewegen sich so um die 200 Euro aufwährts. Einige ältere Resorts bieten Bungalows mit Meeresblick für 50-100 Euro an. Momentan werden noch jede Menge neuer Resorts gebaut oder befinden sich gerade in Planung. Teilweise müssen ältere Hotels neueren mit deutlich höheren Standards weichen, weshalb sich die Abrisshämmer im Dauereinsatz befinden.

Wir haben ein sehr schönes ursprüngliches Resort mit Bambushütten und Orchideengarten in etwa 1-2 Minuten Entfernung zum Strand gefunden. Für die Übernachtung inclusive Frühstück zahlen wir zusammen nur 17 Euro. Der Wohlfühlfaktor ist hier ebenfalls inklusive, weshalb wir auch gleich für zwei Wochen gebucht haben.

Man fühlt sich hier wie in einem kleinen familiengeführten Hotel. Die Angestellten sind sehr nett und hilfsbereit.

Boracay ist die von den Philippinenurlaubern am meisten frequentierte Insel. Neben Palawan ist es auch einer der schönsten Inseln des philippinischen Inselreiches. Dies spiegelt sich leider auch an der Bauwut der Hotels/Resort wieder. Bedauerlicher Weise ist der ursprüngliche Charme dadurch weitestgehend verloren gegangen. Nur noch zwei Resorts mit Bambushütten direkt am Strand sind übrig geblieben. Der Rest musste den 4-5 Sternebunkern weichen.

Es gibt hier unzählige Bars und Restaurants entlang des 4 kilometerlangen White Beach. Man hat daher Schwierigkeiten sich am Abends für ein Restaurant oder Bar zu entscheiden. Die neueren Bars und Restaurants sind meist Teil eines zugehörigen Hotels und sehen daher entsprechend modern, für uns aber eher seelenlos aus. Noch gibt es aber einige sehr urige Bars und Restaurants aus Holz und Bambus, die mit viel Liebe zum Detail eingerichtet sind. An Einkaufsmöglichkeiten mangelt es nicht und neben dem üblichen Firlefanz findet man jede Menge schöner Mitbringsel.

Obwohl die Preise auf der Insel entsprechend hoch sind, findet man mit ein wenig Geduld trotzdem schöne und bezahlbare Unterkünfte und Restaurants. Die bieten dann natürlich keinen Meerblick, verströmen dafür aber ihren ganz eigenen Charme. Wer sich von Happy-Hour zu Happy-Hour durchschlängelt, kommt hier auch mit deutlich weniger Geld als der Durchschnittstouri über den Tag.

Der Puderzuckerstrand mit den vielen Palmen ist wahrlich eine wahre Augenweide. Viele Bars und Restaurants haben ihre Tische direkt am Strand zwischen den Palmen aufgestellt. Einem romantischen Dinner steht dadurch nichts im Wege. Wie immer sehr nervig sind halt die vielen Strandverkäufer. Das Meer ist sehr klar und bietet schöne Türkis- und Blautöne, die aber zum Teil von einer ganzen Armada von Booten überdeckt werden. Auf der Ostseite der Insel befindet sich ein Kite- und Surfparadies aufgrund des starken und beständigen Windes. Dies ist nur wenige 100 Meter vom White Beach entfernt und gut zu Fuß zu erreichen.

Am Abend findet nahezu jeden Tag bei einem anderen Restaurant eine Hochzeit oder eine andere Feierlichkeit statt. Sehr viele Restaurants und Bars bieten täglich Livemusik an und am Strand tummeln sich sehr viele Feuerjongleure und Sandburgenbauer. Man kann in so eine Sandburg für ein paar Cent seinen Namen schreiben lassen oder sich gleich eine ganze Burg für ein paar Cent mehr bauen lassen. Oft sind die Burgenbauer jünger als 10 Jahre.

Vorgestern haben wir für 15 Euro pro Person eine Inselumrundung mit dem Boot gebucht. Im 6 stündigen Ausflug waren ein Schnorcheltrip und ein Mittagessen inbegriffen. Aufgrund des starken Wellengangs hat die Bootsfahrt aber nur 4 Stunden gedauert. Für das schnorcheln wurde eine Extragebühr von 0, 60 Cent verlangt. Der Abstecher auf eine kleine Insel sollte pro Person 4 Euro Eintritt extra kosten. 

Das war jetzt unsere zweite Bootstour auf den Philippinen wo im nachhinein diverse Extrakosten angefallen sind. Alles keine hohen Kosten, aber es nervt wenn man ständig wegen ein paar Cent seine Geldbörse zücken muss. Uns wäre es lieber wenn man vorher alles in einem Gesamtpreis bezahlen könnte. Man sollte vorab daher immer nachfragen, ob noch weitere Gebühren hinzu kommen.

Beim angepriesenen Mittagessen dachten wir an ein gemütliches Barbeque am Strand. Dies entpuppte sich dann jedoch als ein Mittagsbuffet in einem großen Strandrestaurant in dem auch zehn andere Boote mit jeweils etwa zwanzig Passagieren teilnahmen. Obwohl sich die Essensauswahl in Grenzen hielt hat es uns unerwarteter Weise sehr geschmeckt. Der Fisch war für philippinische Verhältnisse sogar mal zart gegart.

An dieser Stelle möchten wir erwähnen, dass Fisch und Fleisch hier meist zu Tode gegrillt/gebraten werden. Da 

alle tierischen Produkte hier auf den Märkten ungekühlt und offen rumliegen und somit für alle möglichen Fliegen den ganzen Tag zugänglich sind, macht diese überlange Garzeit wohl auch Sinn. Wir haben ja schon einiges davon gegessen, sind aber noch immer von Durchfall oder ähnlichem verschont geblieben.

Viele kleine Kioske verkaufen in selbst abgefüllten Flaschen ein merkwürdig aussehendes Gebräu. Wir wollten uns das gerade mal näher ansehen, als ein Tricyclefahrer vorbeikam, sich so eine Flasche schnappte und in den Tank seines Mopeds füllte. Somit erfuhren wir auch gleich, wie eine typisch philippinische Tankstelle aussieht.

Auf der Überfahrt haben wir einen Schweizer kennengelernt, der zum Tauchen und Kitesurfen auf die Philippinen gekommen ist. Mit ihm haben wir die ersten Abende verbracht, bis er wegen seiner Kitetour weiterziehen musste. Er konnte uns einige nützliche Infos für unsere weitere Reiseplanung geben.

Seit der Schweizer weg ist sind wir ein paar mal Abends mit Henning aus unserem Resort los gezogen. Er reist 4 Monate durch Asien und konnte uns aufgrund seiner langen Backpackererfahrung ebenfalls einige Tipps geben.

Wir haben ja beschlossen wenig über unsere Urlaubsbekanntschaften zu schreiben oder gar Bilder von ihnen hochzuladen, da das ja nicht jedem recht ist. Sollten trotzdem mal Bilder oder längere Textpassagen dabei sein, so haben wir deren ausdrückliche Genehmigung dazu bekommen.

Gestern hatte Rene bei einer Unterhaltung vor einer Bar eine unglückliche Kollision mit einer Baseballkappe. Als der Träger der verfl... Kappe seinen Kopf drehte erwischte er mit dem Mützenschirm Rene's rechtes Auge. Das Auge ist stark gerötet, tränt und schmerzt ständig. Das Tageslicht ist sehr unangenehm, weshalb er sich eine Augenklappe basteln musste. Sollte es nicht besser werden müssen wir wohl einen Arzt aufsuchen.

Unter diesem Blogeintrag könnt ihr ein Bild sehen, das mit den allerneusten technischen Mitteln geschossen wurde. Man sieht darauf, wie Rene Anja nach dem zweiten (oder war es doch schon das dritte) Bier sieht. Ratet mal welches Bild das ist.

Für den 04.02.15 haben wir einen Weiterflug für nur 50 Euro pro Nase auf die Insel Palawan gebucht. Hier und besonders auf den vielen kleinen vorgelagerten Inseln soll es die schönsten Strände der Philippinen geben. Auch landschaftlich soll es sich vor allem bei der Gegend um "El Nido" um die schönste Gegend der Philippinen handeln. Im Süden ist dagegen Vorsicht geboten, da hier die Verbreitung von Malaria am stärksten ist.

  • Small
    Jasmin hat am kommentiert:

    schöne Fotos! Super, dass ihr wieder unterwegs seid!

Anja und Rene Small

Weiter nach Sabang

Wir sind vor zwei Tagen mit dem Tricycle weiter nach Sabang gefahren. Der Ort ist sehr touristisch mit vielen Kneipen, Restaurants und Diskotheken. Er besteht aus drei Buchten die mit Tauchbasen nahezu überwuchert sind. In unmittelbarer Nähe soll es ja einige interessante Tauchreviere geben. Leider ist bis auf die Big La Laguna der Sand in den Buchten sehr dreckig. Schuld sind wohl die vielen Tauchtouristen. Also unser Fall ist dass hier nicht, weshalb wir morgen, nach nur drei Tagen wieder weiter reisen werden. 

Wir wollen auf die Insel Boracay. Die Anreise ist zwar mit 12 Stunden Fahrt und 4 verschiedenen Verkehrsmitteln eine kleine Odysee, aber auch ein Abenteuer. Auf Boracay gibt es 4 km Pudersandstrand mit vielen Restaurants, Livemusik und netten Bars. Essen und Cocktail trinken mit den Füßen im Sand, das gefällt uns. Wir können es kaum erwarten.

Sabang
Mimaropa, Philippines
Anja und Rene Small

Aninuan Wasserfall

Eine Wanderung in den Dschungelwald und in die Berge zum Aninuan Wasserfall wollten wir uns nicht entgehen lassen. Hier im Wald leben die Menschen noch ärmlicher. Nur über Fußpfade erreichbar, leben viele von der Kokosölherstellung. Dazu werden unter anderem die Schalen getrocknet und als Feuerholz verwendet. Das ist auch der Grund, warum es auf den Phillippinen oft nach Lagerfeuer riecht und überall qualmt. Anja findet diesen Geruch sehr angenehm, weil es sie wohl an ihre Kindheit erinnert. Angenehmer Nebeneffekt des Qualms, die Mosquitos werden so auch gleich ferngehalten. 

Am Nachmittag machte Rene eine ausgiebige Schnorcheltour, während Anja sich bei einer Ganzkörpermassage für 6 Euro die Stunde verwöhnen ließ.

Abends ging es dann aufs Floatingboat. Das ist eine Art Floß als Bar zu dem man mit einem Tenderboot gelangen kann. Wer will kann natürlich auch hinschwimmen. Wir waren in Bantayan ein paar mal auf so einem Teil und das war sehr urig und liebevoll mit Holz gebaut. Wir hatten da jede Menge Spaß (weißt noch Flatti). Hier war auf dem Floatingboat nix los und es war auch nicht so urig. Es war zweistöckig und hier schien das Motto eher Masse statt Klasse zu sein.

Deshalb blieben wir auch nur für ein Stündchen und entschieden uns dann zum Essen mit Livemusik im Ort zu gehen. Dies stellte sich allerdings als Karaoke mit krächzenden dumpfen Boxen heraus. Da der Sänger so nett war und für uns Wunschlieder spielte, hielten wir es dann aber doch eine Weile aus.

Wir fühlen uns hier unter den Einheimischen sauwohl und sind nun über eine Woche am Whitebeach in Mindoro. Nach dem Essen bei einheimischen Imbissen hat uns Momtezumas Rache zum Glück noch nicht erwischt. Am liebsten möchten wir hier gar nicht mehr weg, aber es gibt ja noch so viel zu sehen. Die Whitebeachbucht hat all das was wir in Florida an den Küsten vergeblich gesucht haben. Geschäfte, Supermärkte, jede Menge Bars und Restaurants sind alle gut zu Fuß erreichbar. Mit ein wenig Ausdauer und Verhandlungsgeschick findet man dann auch noch ein schönes und günstiges Zimmer mit herrlicher Aussicht.

Etwas befremdlich empfinden wir die vielen weißen Herren im Rentenalter, die mit den teils sehr sehr jungen philippinischen Frauen bzw. Mädchen in den Bars sitzen oder hand in hand am Strand entlang laufen. Manche sind auch schon deutlich über 70 oder gar 80 Jahre alt. Nicht selten haben die auch noch Nachwuchs im Babyalter dabei bzw. die Philippinas sind gerade schwanger. Manche der Mädchen sehen kaum älter als 16 oder 18 Jahre aus.

Wir haben nichts gegen einen höheren Altersunterschied, aber hier nutzen die alten Dackel sehr offensichtlich die Armut der Mädchen aus. Ob ein Kind, so um die 10 Jahre, dann noch viel von einem achtzigjährigen Vater hat wagen wir mal zu bezweifeln.

Wir haben auch Rentner gesehen, die mit Frauen zuammen waren, die nur 10 oder 15 Jahre jünger waren. Damit konnten wir uns schon eher anfreunden. Das ist aber doch eher die Ausnahme.

Anja und Rene Small

Bootsausflug mit Beachhopping und Schnorcheln

Gestern beim Frühstück kam ein Philippino namens Lowel an unseren Tisch und hat uns zum wiederholten male eine Bootstour angeboten. Er sprach sehr gut Englisch und war insgesamt recht redselig. Nachdem er uns von einer schönen Schnorchelgegend den Mund wässrig gemacht hatte, schlugen wir bei seinem Angebot zu. Für 40 Euro pro Tag wollte er mit uns schnorcheln gehen und ein paar Strände ansteuern, die nur mit dem Boot erreichbar sind. 

Eine besonders schöne Bucht davon war sogar in Privatbesitz. Um hier zu halten musste unser Guide sogar eine Gebühr bezahlen. Ausser uns war noch ein anderes Boot mit Touristen da, um diesen schönen einsamen Strand rand für eine Weile zu genießen. 

Über dem kompletten Strand erstreckte sich hinter hohen Bäumen und Gebüschen nahezu blickdicht ein eingezäuntes Anwesen. Anja, neugierig wie sie nun einmal ist, lief die Grundstücksgrenze entlang, um zu sehen was sich dahinter verbergen könnte. Plötzlich rief jemand "Hallo Mam". Es stand ein Einheimischer hinter einem Gartenzaun und hatte scheinbar Langeweile. Anja fragte ihn ob die vielen Tische und Stühle hinter ihm zum Party machen aufgebaut waren. Der Mann sagte ja und Anja wunderte sich nicht, denn kurz zuvor hatte sie von Lowel erfahren, dass das Grundstück zwei sehr reichen Brüdern aus Manila gehört. Die kommen jedes Wochenende aus Manila und feiern mit dutzenden Freunden und den schönsten Frauen Manilas die wildesten Partys. Sieben Angestellte putzen und fegen dafür angeblich täglich das komplette Anwesen, auch wenn die Eigentümer unter der Woche nicht anwesend sind. Na hoffentlich reichen die Stühle ...

Rene war ziemlich enttäuscht als Anja ihm diese Storry erzählte und sie ohne Einladungskarten zurück kam.

Das Schnorcheln im Coral Garden bei Puerto Galera war ganz interessant. Es gab einiges zu sehen, leider war das Wasser nicht sehr tief und somit schnorchelten wir meist am Rand des Riffs entlang, um die Korallen nicht zu beschädigen. Um Anja schwammen plötzlich dutzende Fische. Laut Lowel werden diese meist von Touristen mit Brot gefüttert. Da wir sowas unverantwortlich finden gingen die Fische bei uns leer aus. Oder habt ihr schon mal einen Bäcker oder eine Bäckerei für die Fische unter Wasser gesehen? Warscheinlich war das der Grund warum einer von ihnen Rene in den Fuß biss, während er ein Unterwasserphoto mit Anja und den hungrigen Fischen machen wollte.

Als wir eine riesige Wasserschildkröte sahen wäre Rene vor Aufregung fast die Unterwasserkamera aus der Hand gefallen. Als er endlich bereit war ein Foto zu knipsen, konnten wir die Schildkröte nicht mehr sehen. Die hatte wohl genug von den dummen Touris und ist einfach abgetaucht.

Auf jeden Fall haben wir viel von Lowel über die Einheimischen erfahren. Unter anderem, dass der Verdienst im Durchschnitt bei 200 Euro im Monat liegt. Grundstücke können nur über Philippinos erworben werden, d.h. sie geben für einen Kauf ihren Namen her und bleiben somit immer Eigentümer. In Thailand und anderen asiatischen Ländern ist das unseres Wissens ebenso. Für uns käme sowas daher eher nicht in Frage.

Calapan
Mimaropa, Philippines
Anja und Rene Small

Whitesandbeach

Am Wochenende wird diese Bucht von vielen Manilesen und Manilesinnen sowie einigen Touristen zum Party machen aufgesucht. Von den gut 15 Bars und Restaurants wetteifern ab 20 Uhr etwa 5 um die lauteste Musik am Strand. Aus fürchterlich krächzenden und dumpfen Boxen dröhnen neben Disco- und Technobeats die aktuellen Charthits. Gott sei Dank geht das Spektakel nach Mitternacht nur noch mit eingeschränkter Lautstärke weiter. Wohnt man etwas weiter hinten in den Seitenstrassen hört man jedoch verwunderlich wenig davon.

Nach der ersten Nacht sind wir gleich umgezogen. Wir haben ums Eck ein sehr viel grösseres Zimmer für nur 15 Euro gefunden. Leider gibt es hier keine urigen Hütten am Strand, wie etwa vor 4 Jahren, als wir auf den Inseln Bantayan und Bohol waren. Die Hütten müssen wohl, wie in vielen anderen Ländern, größeren Hotels Platz machen. Damit wird halt einfach mehr Geld verdient. Wer findet das nicht schade. 

Da wir am Whitesand Beach mindestens eine Woche bleiben wollten, erkundigten wir uns nach den Zimmerpreisen mit direktem Meeresblick. Wir hatten Glück und erhielten mit ein wenig Verhandlungsgeschick ein sehr schönes Zimmer für 22 Euro. Es hatte annähernd europäischem Standard, weshalb wir gleich eine ganze Woche blieben. Die Aussicht von der Terrasse auf die Bucht war, um es mit den Worten einer "berühmten" Societylady zu sagen  "Voll der Burner". 

Nachmittags erkundeten wir den Ort und schlossen auch gleich Kontakt zu einigen Einheimischen. Fast jeder möchte etwas verkaufen oder bietet seine Dienste an. Ein Tricyclefahrer verwickelte uns in ein längeres Gespräch, wo er uns überall hinfahren könnte.

Tricycles sind hier das Hauptverkehrsmittel. Dabei handelt es sich um ein Moped mit Beiwagen. Ein Bild davon ist an diesem Blog angehängt. Nicht selten werden auf einem solchen Gefährt zehn Philippinos befördert. Vier sitzen auf dem Moped, drei oder vier im Beiwagen und manchmal auch noch drei oder vier auf dem Dach. Dies ist besonders gut kurz nach Schulschluss zu sehen. Was da wohl die deutsche Polizei sagen würde?

Wir verglichen die Restaurantpreise im Ort mit denen am Strand. Das diese letztendlich gleich waren hat uns dann doch sehr gewundert. Üblicherweise zahlt man für den Meeresblick ja einen saftigen Aufschlag. Außerdem dürften die Restaurants im Ort so manchen Europäer eher abschrecken.

Leider stellten wir nach der ersten Nacht in unserem gemütlichen Zimmer fest, dass die Partymusik aus den grausigen Boxen sehr laut über die Bucht zu uns hallt. Selbst die guten alten Oropax haben vor dieser Lautstärke kapitulieren müssen. Wir lieben trotzdem unser Zimmer mit dem herrlichen Meeresblick und beschlossen uns nicht vergraulen zu lassen. Wie bereits erwähnt wird der Krach ab Mitternacht ja deutlich zurückgefahren. Im Erdgeschoß hat unser Vermieter, ein Italiener, eine Pizzeria. Dadurch duftet es den ganzen Tag nach leckerem Essen.

Am Nachmittag kletterten wir über Steinfelsen zum Nachbarstrand. Hier ist es aufgrund der wenigen Resorts sehr ruhig. Zwischen dieser und der nächsten Bucht wohnen Einheimische Fischer in sehr einfachen Hütten am Strand. Nicht weit entfernt von dem Fischerdorf kam ein 5-Sterne-Resort. Da kostet die Nacht dann mehrere Hundert Euro. Das ist schon ein wenig pervers, finden wir.

Zurück sind wir dann entlang einer Strasse gelaufen und kamen an einem philippinischen Dorf vorbei. Hier sahen wir das Elend der Einheimische, die in zusammengeschusterten Hütten aus Holz und Blech ohne Strom und Wasser hausen mussten. Aber immerhin hatten sie ja Blick auf das 5-Sterne-Resort, wo die dickbäuchigen weißen am Pool lagen.

Später erfuhren wir, dass das ansässige Krankenhaus und die Schule von den Resorteigentümern gesponsert wurden. Dafür sollten die Philippinos dann für die Touristen wie vor 100 Jahren leben. Dazu soll sich dann mal jeder seine eigene Meinung bilden. 

Gestern war Rene beim schnorcheln und Anja hat die Philippinenroute grob ausgearbeitet. Nachmittags haben wir uns dann zur Happyhour mal wieder ein paar Margaritas gegönnt. 

Am Abend haben wir uns die Bars und Läden in zweiter und dritter Reihe angesehen. Der Hintereingang der Bars dient als Umkleide und Schminkabteilung für die Damen, welche mit Playback eine Riesenshow auf den Strandbühnen abziehen. Die Abende davor konnten wir diese heißen Bräute ja bereits bewundern. Anja musste Rene deshalb auch etwas fester an die Kandarre nehmen.

Als wir also so nichts ahnend an den offen einsehbaren Umkleiden vorbeikamen wurde Rene etwas blass um die Nase, wie Anja feststellen konnte. Die ganzen heißen Bräute entpuppten sich als Männer. Na, sagte Anja, willst du mit deinen heißen Bräuten immer noch ein Tänzchen wagen? Quatsch, sagte Rene etwas kleinlaut, er wusste doch, dass das alle Männer seien.

Erstaunlich wie sich mit einer Perücke, ein wenig Schminke, Puschupps an der richtigen Stelle und ein paar gewagten Kleidern aus einem Durchschnittsmann eine verführerische Braut machen lässt. 

Bei Anbruch der Dunkelheit tanzen die Feuerjonglierer am Strand, was für die Philippinen sehr typisch ist. Viele Touris lassen sich dann mit ihnen fotografieren, was deren Haupteinnahmequelle ist.

Mindoro Island
Mimaropa, Philippines
Anja und Rene Small

Ankunft in Manila und nichts wie weg

Angekommen auf philippinischen Boden konnten wir, dank der netten Angestellten am Flughafen, direkt unser Visum beantragen. So bekamen wir recht schnell und unbürokratisch unsere Aufenthaltserlaubnis für 59 Tage. Jetzt war es schon nach Mitternacht und eine Flughafenangestellte rannte Anja mit unserem Gepäck hinterher. Sie fragte: "Are you Mrs. ..." ? Oh, wie peinlich. Vor lauter Visum und Geld wechseln hatten wir nicht mehr an unser Gepäck gedacht.


Das Hotel befand sich laut Fahrer im Armenviertetel, na super dachten wir ... Warum das Zimmer so klein war und kein Fenster hatte, bleibt wohl ein Geheimnis des Architekten. Es stellte sich dann auch noch heraus, dass es ein Stundenhotel war. Dementsprechend gingen viele Pärchen ein und aus. Sie kamen über eine Seitentür, zu welcher Rene ihnen kurz darauf folgte. Er kam zurück und meinte zu Anja sie solle sich das mal anschauen. Die Neugierde, grösser als die Angst wo man da denn wohl landen könnte, lies Anja natürlich gleich loslaufen. Zu finden war eine Bretter- und Blechbude mit Billardtischen, diversen Bars, einem fürchterlichen Gestank und leicht bekleideten Mädchen. Und das als Anbau im Hinterhof unseres Hotels. Den Rest in Verbindung mit unserem Stundenhotel überlassen wir dann mal eurer Phantasie (Pfui, schämt euch ...).

Völlig erschöpft nach über 30 Stunden Anreise und etwas zu viel Aufregung sind wir Nachts gegen 3 Uhr in unser Stundenbett gefallen. Rene hatte nicht mal mehr Lust mit den leicht bekleideten Damen im Hinterhof eine Runde Billard zu spielen.

Nach einer kurzen Nacht waren wir recht planlos, ob wir nun in den Norden oder Süden weiterreisen sollten. Fakt war, dass wir zuerst an einen schönen Strand wollten. Deshalb haben wir uns, aufgrund einer Empfehlung von Anjas Cousin, für die Insel Mindoro entschieden. Da wir ja jetzt das Visum hatten und somit aktuell nicht in Manila bleiben mussten, waren wir mehr als froh hier nicht länger bleiben zu müssen. Der Gestank nach Verwestem und Fäkalien in Verbindung mit Smog machte uns die Entscheidung auch nicht gerade sehr schwer. Wir wollten ursprünglich ja zwei bis drei Nächte bleiben.

Wir können ja bis zum Heimflug recherchieren ob und wo es vernünftige Hotels in einem halbwegs sauberen Viertel gibt. Es gibt hier nämlich sehr günstige Shoppingmöglichkeiten und das Nachtleben soll auch recht sehenswert sein. Da würden wir dann schon noch zwei Nächte einplanen.

Dank dem netten Hotelpersonal und ein/zwei Nachfragen konnten wir relativ problemlos den Bus zum Hafen nach Batangas finden. Im Bus wurden wir dann ordentlich durchgerüttelt und durchgeschüttelt. Der halbe Saft den wir für die Fahrt gekauft hatten landete auf Anja's Hose. Bei dem wohl über 30 Jahre alten Bus wurden wohl noch nie Federn oder Stoßdämpfer gewechselt.

Der Sitzkomfort ist dummer Weise auf philippinische Verhältnisse ausgelegt. Rene hatte während der über vierstündigen Fahrt vergebens versucht eine halbwegs vernünftige Sitzpossition zu finden. Das war wegen der beschränkten Beinfreiheit aber kaum möglich. Stehen im Gang war auch keine echte Alternative, da er mit seinen 1,87 Metern ständig den Kopf hätte einziehen müssen.

Am Hafen angekommen führte uns ein lahmer Phillppino zum Boot und kaufte uns unser Ticket. Daß er sich seinen Obulus gleich auf den Ticketpreis schlug, haben wir uns schon gedacht. Na ja, die 2,50 Euro machten uns dann auch nicht ärmer und wir hätten den Ticketschalter auch nicht so schnell gefunden.

Während der eineinhalbstündigen Bootsfahrt hatten wir recht ordentliche Wellen. Anja schlief auf ihrem Rucksack, als eine dicke Wasserladung auf ihrem Rücken landete. Schade das Rene von Anjas entsetzten Gesicht kein Bild geschossen hat. Das wäre auch so schnell nicht gegangen, da der Fotoapparat gut verstaut war und Rene sich vor lauter Lachen kugeln musste.

Gegen 19 uhr sind wir dann endlich angekommen (im wahrsten Sinne des Wortes). Leider war es schon stockdunkel und so waren wir doch froh ausnahmsweise mal im Voraus ein Zimmer für eine Nacht gebucht zu haben. Da gab es nämlich diverse Angebote am Pier von Batangas. Das Zimmer stellte sich als sehr hellhörig heraus und so war die Nacht schon wieder viel zu schnell vorbei. Unser Schlafdefizit hatte sich nun schon auf über 20 Stunden.


Manila
National Capital Region, Philippines
Anja und Rene Small

Abfahrt aus Bamberg

Wir haben unsere Weltreise für eine Woche unterbrochen,  um Anja's Mutter zu ihrem 80ten am 01. Januar in Bamberg zu überraschen. Die Überraschung ist uns bestens gelungen, da keiner mit uns zur Feier gerechnet hatte. Es sind natürlich auch jede Menge Freudentränen gekullert.

Wir waren bereits zwei Tage vorher in Bamberg,  wo wir mit guten Freunden Silvester gefeiert haben. Das hervorragende fränkische Bier und Essen haben wir ausgiebig genossen. Nach dem vielen Mikrowellenfraß (sorry, natürlich Mikrowellenessen) in den USA hatten wir das doch schmerzlich vermisst.

Wir hatten natürlich das "Glück", dass gerade in dieser Woche Schnee lag und die Temperaturen unter Minus gerutscht sind. Ständig hatte man uns am Telefon erzählt wie mild es doch in Bamberg um diese Jahreszeit sei. Da wir ja fast unseren gesamten Hausstand aufgelöst haben,  sind kaum noch Winterklamotten übrig geblieben. Man freuten wir uns, obwohl die Woche in Bamberg sehr schön war, bald wieder am Strand in der Sonne schwitzen zu können.

Mit dem Zug ging es heute zum Flughafen nach Frankfurt, mit dem Ziel Philippinen. Schon auf der Zugfahrt malten wir uns die Hängematte und den Cocktail in einer Palmenumsäunten Bucht mit weißem Sandstrand aus.

Am Flughafen angekommen freuten wir uns, dass es einen Rail-In Check-In gibt. Ein Service den wir bisher noch nicht kannten. Als Zugreisender hat man hier die Möglichkeit bereits vor dem Öffnen des offiziellen Check-In Schalters sein Reisegepäck abzugeben und einzuchecken.

Wir legten Reisepass und Flugtickets vor und waren begeistert, dass alles so schnell gehen soll. Plötzlich meinte der Herr am Schalter "Und wo ist ihr Visa für die Philippinen?". Wir schauten uns an als ob er chinesisch sprechen würde. Wieso Visa fragten wir etwas verdattert. Laut der Dame vom Reisebüro benötigt man kein Visum für die Einreise. Möchte man länger als 30 Tage bleiben,  kann man dies einfach im Land verlängern.

Rene rutschte das Herz in die Hose und Anja drehte sich der Magen um, wie so oft, wenn sie aufgeregt ist. Als nächstes rannten wir schnurstracks und mit weichen Knien zu unserer Fluggesellschaft, in der Hoffnung eine positive Nachricht zu erhalten. Es war lediglich der Firstclasschalter offen. Wir erzählten kurz unser Visaproblem, doch das schien die Dame nicht zu interessieren. Sie meinte nur lapidar wir sollten eine halbe Stunde warten bis der Check-In aufmacht. Trotz unserer wiederholten Bitte, ließ sich die Dame nicht erweichen uns behilflich zu sein. Wir sind halt nur Economykunden. Nett wie sie war, rief sie uns noch hinterher: "Ein Visum bekommen sie heute eh nicht mehr".

Jetzt wurde uns doch ein wenig übel. Na Gott sei Dank sind wir die ersten und müssen somit nicht lange warten, sagte Anja und rief mit schwitzigen Fingern das Reisebüro an. Von dort wurde Anja nur mitgeteilt, dass das Visum laut Internet direkt auf den Philippinen beantragt werden kann. Das Reisebüro habe damit aber noch keine Erfahrung, da noch kein Kunde länger als 4 Wochen geblieben ist. Wir hätten das Visum in Deutschland auch gar nicht beantragen können, da wir ja mit dem Reisepass in den USA unterwegs waren.

Als der Schalter dann öffnete, stellten wir fest, dass wir uns in der falschen Reihe hingestellt hatten. Anja bat die Leute vor uns höflich uns vor zu lassen, da wir als Erste anstanden und ein Problem mit dem Visum haben. Als Antwort bekamen wir ein: "Und wir haben noch keine Sitzplätze". Dann drehte sich die "freundliche" Dame wieder um. Na wenn dass ihr einziges Problem ist ... Rene wäre ihr am liebsten an die Gurgel gesprungen. Unser Puls hatte auch schon Werte jenseits der 200 erreicht.

Mit zittriger und stotternder Stimme erklärten wir der Dame am Schalter dann, dass wir noch kein Visum haben. Diese meinte ganz locker, das wäre doch kein Problem. Wir hätten  im Land 30 Tage Zeit dieses zu beantragen. Es ist ja nur ein Stempel im Reisepass. Uns viel ein riesen Stein vom Herzen. Bei dem Knall hätte leicht eine Bombenalarm ausgelöst werden können.

Man waren wir froh als der Flieger endlich (mit uns an Board) Richtung Südosten abhob. Als kurz nach dem Start die ersten Turbulenzen losgingen, waren wir noch recht entspannt. Dies sollte sich im Laufe des Fluges aber langsam ändern. Es wurden die stärksten Turbolenzen die wir bisher erlebt haben. Der Flieger wurde während des kompletten Fluges von etwa 12 Stunden so sehr durchgerüttelt, dass wir zeitweise dachten: "Oh hätten die uns wegen des Visums doch lieber nicht mitfliegen lassen".

Bamberg
Bavaria, Germany
Anja und Rene Small

Miami Beach und Sightseeingtour

Die Weihnachtstage waren sehr verregnet, teilweise mit Dauerregen bei Tag und Nacht. Am zweiten Weihnachtsfeiertag hat es dann ab Nachmittag aufgehört zu regnen und bis zum Abend war es auch weitestgehend trocken. Darauf hatten wir schon zwei Tage gewartet, denn wir hatten uns Fleisch zum Grillen besorgt, da im Hof des Hotels ein Grill für die Allgemeinheit stand.

Nach 6 Wochen Kochen mit der Mikrowelle war das ein mehr als willkommene Abwechslung für unseren Gaumen. Man war das lecker. Andererseits sollten wir nicht unerwähnt lassen, dass wir jetzt absolute Experten auf dem Gebiet des Mikrowellenkochens sind, um nicht zu sagen wahre Mikrowellengourmets.

Nachdem wir uns so richtig den Wamst vollgeschlagen hatten, kamen die Zimmernachbarn vom Essen aus Hollywood Downtown zurück. Wir dachten zuerst es seien Franzosen, aber sie waren aus dem französisch sprechenden Teil von Kanada, in der Nähe von Quebec. Wir haben uns eh schon gewundert, wieso in Florida so viele Franzosen sind. Das waren wohl meist Kanadier.

Es wurde ein sehr netter Abend, obwohl sich die Kommunikation nicht so einfach gestaltete. Entgegen unserer Erwartung sprechen die Kanadier aus diesen französisch sprechenden Gebieten relativ schlecht englisch. Sie lernen zwar ein wenig in der Schule, wenden es dann aber kaum an, ähnlich wie in Deutschland. Über die Jahre vergisst man dann vieles wieder. Im laufe des Abends und direkt proportional zur Abnahme des Inhalts der Weinflasche(n) wurde die Verständigung aber immer besser.

Wir haben einiges über Kanada erfahren und unsere Nachbarn waren auch sehr interessiert an unserer Reise und wie es so in Deutschland aussieht. Sie fanden unsere Erzählungen so spannend, dass sie so bald wie möglich mal nach Deutschland kommen wollen, nach Bayern natürlich.

Es war überhaupt einer der sehr wenigen Kontakte die wir hier in Florida in einem Motel/Hotel hatten. Meist sahen unsere Nachbarn eher aus, als ob sie aus irgend einer Gang waren oder frisch aus dem Knast entlassen wurden. Andere waren ständig besoffen oder haben einen unglaublichen Lärm gemacht. Wir haben uns dann, wenn wir etwa wegen des schlechten Wetters schon am frühen Abend im Motel waren dann meist lieber drin verbarrikadiert.

Tags darauf wurde das Wetter wieder etwas besser und die Sonne ließ sich hin und wieder blicken. Das war auch gut so, denn wir hatten eine Sightseeingtour mit Bus und Boot in und um Miami gebucht.

Der Tag startete mit unserer „Lieblingstätigkeit“, einen bezahlbaren Parkplatz zu finden. Viele Parkplätze verlangen in Miami bis zu 90 Dollar pro Tag. Die Nacht kostet dann aber noch extra. Die Sightseeingtour ging erst um 14 Uhr los und sollte so etwa bis 18 Uhr dauern. Wir waren schon relativ früh in Miami und haben einen Parkplatz angesteuert der laut Internet nur 20 Dollar am Tag kosten soll. Vor der Tour wollten wir noch ein wenig South Beach mit dem bekannten Ocean Drive besichtigen.

Der Parkplatz hätte auch nur 20 Dollar gekostet, aber nur bis um 14 Uhr. Da die Tour bis 18 Uhr gehen sollte, wollten wir auf Nummer sicher gehen und einen Parkplatz bis mindestens 19 Uhr haben. Das sollte dann so etwa 70 bis 90 Dollar kosten, so genau könne man uns das aber nicht sagen. Freundlich und  mit einem Lächeln auf den Lippen haben wir dieses überaus günstige Angebot dann abgelehnt.

Ein paar Meter weiter fanden wir dann eine öffentliche Parkfläche mit Parkscheinautomat. Leider war nicht direkt ersichtlich, wie lange und für welchen Preis man da parken kann. Es stellte sich dann mit der Hilfe eines netten Amerikaners heraus, dass man hier bis zu 8 Stunden parken kann. Bei einem Preis von 1,75 Dollar macht das dann nur 14 Dollar. Da hatten wir richtig Glück, denn billiger geht es in Miami nicht, sagte der Amerikaner. Ab Mittag sind diese Plätze dann auch alle weg. Da wir aber kurz vor 10:30 da waren, haben wir noch über eine halbe Stunde gewartet, um das Parkticket zu ziehen. Ein paar Straßen weiter haben wir dann noch so ein Parkuhr gesehen und es war auch noch ein Stellplatz frei, dort war die maximale Parkdauer auf 10 Stunden begrenzt. Aber eine Stunde Puffer sollte ja ausreichen.

Der South Beach und der Ocean Drive sind schon mal sehenswert. Am Ocean Drive gibt es halt hauptsächlich Restaurants, Bars und einige Geschäfte mit Klamotten und Firlefanz. In der Nähe gibt es auch noch so etwas wie eine Fußgängerzone mit vielen Geschäften und diversen Nachtclubs. Manche der Clubs sind nur für Mitglieder, aber man kommt auch oft so rein. Das Bier kostet dann aber 250 Dollar (nein, kein Schreibfehler) – wohl bekomms. Das haben wir später auf der Sightseeingtour erfahren. Ebenso, dass ein Essen das am Ocean Drive über 50 Dollar kostet zwei Strassen dahinter für etwa 20 Dollar zu haben ist.

Anja war total begeistert, da hier in Miami Beach endlich mal alles in einem Gebiet ist und man auch zu Fuß viel anschauen kann. Es gibt auch in den viele Seitenstraßen einiges zu entdecken.

Bei der Bustour konnte man viele Gebiete von  Miami sehen wie: Coconut Grove, Coral Gables, Little Havannah, Downtown usw. Die Bootstour erstreckte sich hauptsächlich um die kleinen Inseln der Millionäre und Milliardäre. Die sind meist über Brücken mit dem Festland verbunden. Unter anderem Starisland, wo Gloria Estefan, David Backham, Sylvester Stallone, Puff Daddy, der Erfinder von Viagra und weitere Stars ihre Luxusvillen haben.

Insgesamt war die Tour sehr empfehlenswert und man hat viel Hintergrundinfos bekommen. Dazu sollte man aber relativ gut englisch oder spanisch sprechen können.

Miami ist sicherlich ein Highlight in Florida und neben den Stränden und Orlando mit seinen Vergnügungsparks leider auch eines der wenigen. Die Stadt bietet eine unglaublich bunte Vielfalt an Architektur. Vom verwahrlosten viertel bis zur absoluten Mega-Luxusvilla ist alles dabei. Ebenso gibt es einen unglaublichen Kulturmix. Leider haben wir das legendäre Nachtleben nicht miterleben können, dazu fehlt uns dann doch das nötige Kleingeld.

Miami
Florida, United States
Anja und Rene Small

Weihnachten im Amilan

Für unsere letzte USA-Etappe sind wir vor 2 Tagen in Hollywood oberhalb von Miami angekommen. In Miami gab es für um die 100 Dollar nur absolute Drecklöcher zum übernachten, meist mit Bettwanzen inklusive. Die wollten wir uns aber für die letzten Tage ersparen. Ein Wunder, dass wir es bei den Motels bisher geschafft haben uns diese pusierlichen kleinen Tierchen vom Hals zu halten.

Miami, so wie scheinbar ganz Florida, scheint zur Weihnachtszeit recht ausgebucht zu sein. Wir wundern uns etwas, da wir gehört haben, dass die Amerikaner Weihnachten immer mit der Familie verbringen und die Motel- und Hoteldichte schon beeindruckend ist.

Die letzten Tage wollten wir aber nicht wieder in so einem schäbigen Motel an der Autobahn verbringen. Wir entschieden uns daher für ein Zimmer in Hollywood, oberhalb von Miami, direkt am Strand. Das Zimmer ist recht sauber und hat eine kleine Küchenzeile. Frühstück ist nicht dabei, aber auf das kann man im Amiland ja getrost verzichten. Mit 135 Dollar aber auch nicht gerade ein Schnäppchen. Es war aber noch eines der billigeren. Das günstigste gab es so ab 115 Dollar, aber da waren laut Bewertungen die Bettwanzen inklusive und auf die können wir ja getrost verzichten. Wir sind zwar recht vorsichtig was Bewertungen im Internet angeht, aber was unsere bisherigen Schmuddelmotels angeht, haben die Bewertungen fast zu 100 Prozent gestimmt. Auch bei den etwas besseren Motels waren die Bewertungen meist relativ zutreffend.

Zum Strand haben wir nur 100 Meter und der ist auch sehenswert. Wie fast immer leider ein eher dunkler Sand, nicht so schön wie der karibisch wirkende auf der Westseite, aber dafür sehr klares Wasser und reichlich Palmen die Schatten spenden. Dumm nur, dass für unsere letzten 5 Tage hauptsächlich Regen und starke Bewölkung angesagt war.

Die letzten 3 Wochen hatten wir fast immer herrlichstes Badewetter mit Temperaturen von 24 bis 29 Grad. Dumm, dass unsere Motels immer weit weg von Strand an der Autobahn lagen. Jetzt ist es halt umgekehrt, beste Strandlage bei schlechtestem Wetter.

Hier gibt es auch eine richtige Strandpromenade mit allem was dazu gehört. Besonders schön ist, dass die für Autofahrer gesperrt ist. Hier joggen jung und alt von früh bis spät am Strand entlang. Bei der Architektur der Gebäude muss man allerdings beide Augen zudrücken. Die versprüht wieder so einen Ostblockcharme aus den 70er Jahren.

Am Heiligabend haben wir einen lagen Sparziergang am Strand gemacht. Vormittags kam vereinzelt die Sonne raus und ab Mittag wurde es immer bewölkter. Leider hat der Wetterbericht diesmal die Wahrheit gesagt. Man konnte den nahenden Regen schon richtig spüren und riechen. 

Die Weihnachtsdekoration an der Strandpromenade hielt sich in Grenzen und wir hatten vor 3 Jahren in Thailand mehr Weihnachtsfeeling als hier in den USA. Manche schmücken ihr Haus ein wenig, andere übertreiben es regelrecht mit der Weihnachtsdeko. Der Großteil ist aber gar nicht geschmückt. Ganz anders, als wir es vom Hörensagen oder aus so manchem Hollywoodstreifen kannten.

Wir konnten uns vor dem ersten größeren Regenschauer in eine Pizzeria retten. Das war Glück im Unglück, denn für die stattliche 20 Zoll Pizza (51 cm) und einem Pitcher Bier (etwa 1,5 Liter) mussten wir nur 19 Dollar (einschl. Trinkgeld) bezahlen. So günstig konnten wir in Florida bisher noch nicht essen gehen. Die Pizza war lecker und ratz fatz weggeputzt. Das war vom Preis her ein krasser Widerspruch zum Rad, welches wir am frühen Nachmittag eigentlich mieten wollten. Für so ein schäbiges, halb verrostetes Bike ohne Vorderbremse und ohne Gangschaltung wollte man hier mal wieder 10 Euro pro Stunde. Rene konnte es nicht fassen und faselte fast eine Stunde lang was von Wucher, blöde Amis, die Spinnen doch total usw. und zwar so lange, bis Anja die Schnauze voll hatte und ihm einen Tritt in den Allerwertesten verpasst hat. Schließlich war ja Weihnachten und wir wollten uns ja einen schönen Tag machen.

Wir schmiedeten schon Pläne für den weiteren Verlauf des Abends, als der Kellner um kurz vor 21 Uhr kam und uns überraschend die Quittung hinlegte. Es kamen noch einige weitere potenzielle Gäste, denen der Kellner mitteilte, dass das Restaurant um 21 Uhr schließt.

Tja, auch hier werden die Gehsteige um 9 Uhr abends hochgeklappt. Das ist schon sehr sonderbar hier im Amiland, wie halt so vieles. Wir hatten uns noch auf einen gemütlichen Ausklang in einer Bar gefreut, da man hier Heiligabend ja eigentlich nicht so wie bei uns kennt und feiert. Da spielt sich das alles einen Tag später ab. Bescherung und große Familienzusammenkunft gibt es hier erst am 25. Dezember.

Na so gingen wir halt auch Richtung Bettchen und machten es wie die Amerikaner „den geliebten Fernseher einschalten“, der hier bei den Amis den ganzen Tag lang läuft. Es war sehr interessant mal die Filme im Original zu sehen bzw. zu hören. Wir müssen sagen, dass wir die deutschen Stimmen meist viel besser finden. Viele Hollywoodschauspieler nuscheln regelrecht und man hat Schwierigkeiten die einzelnen Worte richtig zu verstehen, das ist sehr anstrengend. Auch hat man oft das Gefühl, dass die Stimme nicht wirklich zum jeweiligen Schauspieler passt. Sicherlich ist das auch ein wenig Gewöhnungssache, aber wir haben nun größten Respekt vor unseren Synchronsprechern und den Leuten die diese auswählen.

Heute ist also bei den Amerikanern Weihnachten. Weiß eigentlich einer von euch, warum die erst am 25ten feiern?

Wir haben gestern Fleisch und Gemüse eingekauft und wollten uns heute einen schönen Grillabend in unserem kleinen gemütlichen Innenhof am Motel machen. Falls der Wettergott mitspielt, aber das sieht momentan nicht gerade danach aus. Ein Strandtag fällt wegen des schlechten Wetters heute eh schon mal ins Wasser. Wenigstens ist es nicht so kalt wie zu Beginn unserer Reise.

Hollywood Beach
Florida, United States
Anja und Rene Small

Die Everglades und die Key´s

Es gibt verschiedene Nationalparkeingänge zu den Everglades, da das Gebiet ziemlich groß ist. Genauso groß ist auch das Angebot für diverse Bootsfahrten. Wir haben uns für die Öko-Variante entschieden, da diese umweltschonender ist und die Tierwelt weniger stört. Die sehr beliebten Airboote haben hinten einen sehr lauten Propeller der mächtig Wind erzeugt, Krach gemacht und dadurch Pflanzen beschädigt und die Tiere unnötigerweise aufscheucht. Den „typischen Amerikaner“ juckt das aber reichlich wenig. Natürlich gibt es aber auch viele Europäer denen das piep egal ist.

Der Spaßfaktor mit dem Airboot ist zwar sicherlich groß, wir möchten der Natur, so weit es uns möglich ist, aber immer mit dem nötigen Respekt entgegentreten. 

Die Bootstour entlang und durch die Mangroven der Everglades war für uns ein tolles Naturerlebnis. Neben Manatees und Alligatoren gab es viele verschiedene Vogelarten zu sehen. Teilweise fuhren wir sehr enge Stellen entlang und die Bäume und Sträucher die entlang unserer Fahrrinne wuchsen haben uns oft dazu gezwungen den Kopf einzuziehen. Wenn man nicht aufgepasst hat, konnte man schon mal volle Kanne, mit dem Gesicht, in einem riesigen Spinnennetz landen, echt gruselig. 

Wer den großen Nationalpark der Everglades etwa auf Höhe von Miami besuchen möchte findet in Florida City oder Homestead einigermaßen empfehlenswert Unterkünfte. Wir haben zwei Nächte in Homestead verbracht. Die Eintrittskarte kostet nur 10 Doller und ist 7 Tage lang gültig. Man kann hier diverse Trials bewandern und fast unberührte Natur genießen. Wirklich sehr sehenswert und eine mehr als willkommene Abwechslung zum ewigen Strandeinerlei. Von diesem Punkt des Nationalparks kann man mit dem Auto bis Flamingo fahren. Das ist der wohl südlichste Ort vom Festland von Florida, wenn man mal die Florida Keys außer Acht lässt. Die rund 75 km bis Flamingo haben wir aus Zeitmangel aber ausgelassen.

Am Anhinga-Trail haben wir jede Menge Alligatoren und viele Vogelarten gesehen. Da der Trail hauptsächlich über Holzblanken entlang über dem Wasser verläuft, welches erstaunlicher Weise glasklar ist, konnten wir auch viele Fischarten bewundern. Viele Vögel konnten wir aus unmittelbarer Nähe bei ihrer Lieblingsbeschäftigung bestaunen, dem Fische fangen und verschlingen.

Die Alligatoren liegen meist nur reglos in der Sonne und wenn man es nicht besser wüsste, könnte man sie für Plastikatrappen halten. Das sollte man aber lieber nicht, denn die liegen teilweise neben dem Trail auf der Grasfläche und nur 50 cm von den Waden der Besucher entfernt. Für uns ziemlich erstaunlich, dass der Trail da nicht entsprechend abgesichert ist. Hier laufen ja auch Kleinkinder und hirnlose Touristen rum die schon mal eine Hand Richtung Alligator strecken. Wollen die ihn streicheln oder haben die eine hohe Unfallversicherung abgeschlossen und brauchen dringend Geld. Man weiß es nicht genau und bei grober Dummheit gibt es, soviel wissen auch kein Geld von der Versicherung.

Wenn man schon so weit im Süden Floridas ist, fährt man als Urlauber natürlich auch auf die Key´s und vor allem bis nach Key West, der letzten Insel der Key's. So haben wir das natürlich auch gemacht. Nicht zuletzt weil wir schon oft gehört haben wie sehenswert Key West und der Weg dort hin sein sollen.

Wir haben eine Übernachtung in der Mitte der vielen Inseln gemacht. Der Ort hieß Marathon und war nicht sonderlich spektakulär. Spektakulär sind vor allem die Übernachtungspreise. Wir hatten aber Glück und mussten nur 115 Dollar für eine Nacht zahlen. Die Nacht darauf hätte 249 Dollar gekostet. Dafür gab es zum sonst unerwähnenswerten Frühstück sogar Rührei und eine Art Würstchen aus Hackfleisch sowie Jogurt und richtige Pancakes.

Anja wollte ursprünglich länger bleiben, aber als wir die Übernachtungspreise gesehen haben uns das schnell vergangen. Wir mussten in Key West für ein 10 qm Zimmer 160 Dollar bezahlen. Frühstück gab es keines dazu, aber Platzangst war inklusive. Tag darauf sollte das Zimmer 250 Dollar kosten und noch einen Tag später 500 Dollar. Ok da ist dann auch Weihnachten und das Zimmer war relativ sauber, aber so klein und im Hinterhof, dass man sich absolut unwohl gefühlt hat. Das ist absoluter Wucher und Leutverarsche. Welche Hornochsen zahlen denn diese Preise.

Wir haben uns von den Keys und Key West wesentlich mehr erwartet und sind doch sehr enttäuscht worden. Für uns gab es wenig Sehenswertes. Strände gibt es kaum und der etwas größere auf Key West (Smather Beach) war insgesamt eher mittelmäßig. Eine Bar oder ein Restaurant suchte man wie immer vergebens. Hier ist das Wasser so dreckig (Sichtweite gleich 0 Meter), dass wir hier freiwillig nicht rein wollten. Am Strand lag sehr viel nach Fisch stinkendes Seegras. Schade, dass die Gemeinde sich nicht besser darum kümmert, denn man könnte aus diesem Strand schon etwas machen.

Es gibt hier trotz der absolut überhöhten Preise sehr viele marode und renovierungsbedürftige Gebäude. Die Ortschaften haben keinen flair und alles wirkt irgendwie zusammengeschustert. Wir haben sogar ein viertel entdeckt wo scheinbar nur Schwarze der Unterschicht gewohnt haben. Schlimm, dass es so etwas noch gibt.

Den guten Ruf hat Key West wohl nur durch die bekannte Duvalstraße. Am Ende von Key West verläuft sie quasi von Ost nach West quer über die ganze Insel. Hier befinden sich sehr viele Geschäfte, Kneipen und Restaurants. Die Architektur ist hier auch recht nett anzusehen. Da es sowas wie schon oft beschrieben in Strandnähe nicht oder nur sehr sehr selten gibt, scheinen die Amis ganz verrückt danach zu sein und bereit jeden Mondpreis zu zahlen. Das hat etwas Ähnlichkeit mit dem Ballermann in Mallorca. Dummerweise werden hier auf Key West die Gehsteige schon nach 9 Uhr hochgeklappt. Jedenfalls war nach 10 Uhr nur noch ganz vereinzelt in einigen Bars etwas los. Die Hälfte der Geschäfte und Bars hatte schon geschlossen.

Da wir in ganz Key West mit dem Rad rumgefahren sind, glauben wir auch nicht etwas interessantes übersehen zu haben. Erstaunlicher Weise hat das Rad für den halben Tag nur 10 Dollar gekostet. Bei anderen Verleihern entlang unserer Floridaroute waren es üblicher Weise 5 bis 10 Dollar pro Stunde. Das ist auch wieder absoluter Wucher. Das sind einfachste Stadträder mit einem erhöhten Lenker. Die haben nur eine Rücktrittbremse und kein Licht. Im Walmart haben wir so ein Teil für 99 Dollar gesehen.

Wir hätten uns gerne viel öfter ein Rad geliehen, aber für so um die 3 Stunden wären das meist 30 bis 60 Dollar gewesen. Hätten wir platz im Mietwagen gehabt, hätten wir uns zwei Räder im Walmart gekauft. Ein straßentaugliches Rad (deutsche Verhältnisse) mit Gangschaltung, Licht etc. gab es im Walmart auch schon für 99 bis 169 Dollar. Für die Sechs Wochen in Florida wäre das schon ausreichend gewesen.

Was wir nicht verstehen, wenn die Amerikaner bereit sind solch übertriebenen Preise zu bezahlen, und hier waren sehr viele Amis, warum fliegen sie nicht für deutlich weniger Geld in die richtige Karibik. Da gibt es Traumstrände und glasklares Wasser. Günstiger einkaufen kann man auch und die Zimmer sind in besserem Zustand. Außerdem kann man da auch gut essen und trinken gehen.

Echt lustig fanden wir die vielen freilaufenden Hühner in Key West. Wer sammelt denn da die Eier ein? Vielleicht die Obdachlosen die wir am Strand sahen, die hatten jedenfalls eine ganze Schar an Hühnern um sich.

Key West
Florida, United States
Anja und Rene Small

An die Ostküste nach Palm Beach

Wir machten mal wieder einen Sprung an die Ostküste. Die Fahrzeit hält sich mit 2,5 Stunden in Grenzen und auf der Westseite haben wir mittlerweile eigentlich alles gesehen.

Die günstigeren Motels, so ab 70 Dollar, gab es bei West Palm Beach. Aber auch hier ist der gebotene Standard mit dem eines Hotels aus dem Ostblock der 70er Jahre zu vergleichen. Allerdings dürfte es damals im Ostblock sauberer gewesen sein und sogar das Frühstück war wohl um einiges reichhaltiger.

Wir hatten sogar mit teureren Zimmerpreisen gerechnet, da hier ja die ganz Reichen wohnen. Also keine pobligen Millionäre, eher die Milliardäre oder zumindest Multimultimillionäre. Jedenfalls können das die absoluten Megavillen mit riesigen Grundstücken und zum Teil eigenem Strandabschnitt und die vielen Luxusjachten in den Häfen eindrucksvoll bezeugen. Sicherlich wird da so mancher reicher aus Naples vor Neid erblassen. In Naples, an der Westküste, wohnen ja auch sehr viele Millionäre, aber halt nur die armen Millionäre.

In näherer Umgebung zum unserem Motel gab es leider keinen Strand für uns. Entweder weil die Milliardäre mit ihren Riesenvillen alle Zugänge zum Strand versperrten oder die Parkgebühren für uns unerschwinglich waren. Wenn zwischen den Milliardärsvillen doch mal ein Zugang war, gab es natürlich keine Parkmöglichkeiten. Als Milliardär will man halt unter sich bleiben. Irgendwie können wir das aber auch verstehen. Keiner mag ja ständig dutzende Gaffer um sein Grundstück schleichen haben.

So beschlossen wir nach Fort Lauderdale zu fahren, wo es einen schöne langen Strand gibt. Wir waren beide ganz begeistert, endlich mal ein Ort an dem eine Art Urlaubsfeeling aufkommen kann. Der Sand sieht aus wie aus dem Sandkasten und das Wasser ist relativ klar. Am Strand gibt es reichlich Palmen und eine Strandpromenade mit Geschäften, Bar und Restaurants. Das Wetter hat auch mitgespielt und die Wassertemperatur war endlich mal erträglich. So konnten wir mal so richtig ausgiebig im Meer herum plantschen. Dieser Strandabschnitt nennt sich „e las Olas Beach“ und es gibt hier im Hintergrund nicht ganz so viele Bettenburgen. Etwas störend ist der starke Autoverkehr der zwischen Strand und Flaniermeile entlangzieht. Hier wäre ein Autoverbot unserer Meinung nach sehr sinnvoll.

Hier gibt es auch einen Abschnitt mit Grill- und Sitzmöglichkeiten am Strand. Schade das wir keine Holzkohle und Steaks dabei hatten. Uns lief nämlich förmlich das Wasser im Munde zusammen, als der Duft der Nachbarsteaks zu uns rüber zog.

In Fort Lauderdale scheinen vor allem die jüngeren Urlaub zu machen. Bisher waren die Strände die wir besucht haben, egal ob auf der Ost- oder Westseite, mit auffallend vielen Älteren bzw. Rentnern bevölkert.

Wir sind auch etwas erstaunt das an der Atlantikküste weniger Wind herrscht und die Meeres- und Lufttemperaturen höher sind. Wir glauben aber das dies eher eine Art Wetterphänomen ist und die Westküste (karibische Seite) im Normalfall wärmere Luft- und Wassertemperaturen aufweist.

Zwischen Palm Beach und Fort Lauderdale hat uns auch noch der öffentliche Strand von Boynton Beach ganz gut gefallen. Es war der heißeste Tag den wir bisher in Florida erlebt haben, 28 Grad bei wolkenlosem Himmel. Wir sind dann auch  noch oberhalb von Palm Beach nach Jupiter (Ortschaft) und Junobeach gefahren. Hier hat es uns auch sehr gut gefallen, Natur pur.

Was wir bisher noch vergessen haben zu erwähnen: Die Müllabfuhr fährt fast jeden Tag zwischen 5 und 7 Uhr an die Motels. Das Gepolter und Geschäpper bei der Entleerung der Mülltonnen ist eine absolute Zumutung. Da uns irgendwelche Hotelgäste mit ihrem Lärm aber meist vorher schon geweckt haben ist das auch schon wurst.

Apropos Wurst: Wir haben hier in Florida noch keine vernünftige Wurst gefunden. Metzger haben wir keinen gesehen und in den Lebensmittelgeschäften sieht die Wurst immer total künstlich aus. Die hat sehr komische Farben und erinnert eher an Plastik als an ein Lebensmittel.

Palm Beach
Florida, United States
Anja und Rene Small

Zoo und Hafen von Naples

Gestern, an unserem Hochzeitstag, waren wir mal richtig gut Spareribs essen. Die waren echt lecker. Bei 15 Dollar pro Portion, war diese aber auch sehr übersichtlich. Da hätten wir schon ein wenig mehr erwartet, da es ja auch nur vom Schwein und nicht vom Rind war.

Die Amis machen viele Grillwettbewerbe. Wer die besten Ribs grillt kann damit sogar richtig Geld verdienen. Überhaupt scheint das Grillen hier eher eine Kunst zu sein. Nicht selten sieht man selbst in den runtergekommensten Gegenden einen Grill neben dem Haus stehen, wo man die Vermutung hat, dass der Grill mehr Wert ist als das Haus.

Über die Einrichtung bzw. das Ambiente des Restaurants möchten wir an dieser Stelle lieber kein Wort verlieren. Leider ist das bei weitem kein Einzelfall. Wir haben bisher in keinem Land so viele schlecht aussehende bzw. eingerichtete Restaurants gesehen. Auch was die Sauberkeit anbelangt möchten wir hier lieber keine weiteren Angaben machen. Da würde so manch einem Deutschem das Essen vergehen.

Obwohl man es mit der Sauberkeit nicht selten weniger genau nimmt, hier noch eine kleine Anektode. Während wir unsere Ribs aßen wurde unter unserem Tisch gesaugt. Die hatten in dem Restaurant nämlich einen Teppichboden. Für uns völlig unverständlich. Man saugt doch nicht während die Gäste essen und ein Teppichboden in einem Restaurant ist wohl auch eher unpraktisch.

Heute war herrlichster Sonnenschein und wir wollten uns mal wieder ausgiebig bewegen. Wir joggen zwar oft, aber ein stundenlanger Spaziergang in einem natürlichen Zoo mit überwiegend einheimischer Flora und Fauna bietet halt eine schöne Abwechslung.

Wir sahen eine Krokodilfütterung, Schlangenvorführungen, machten eine Bootsfahrt zu diversen kleineren Inseln die als Affengehege dienten und noch vieles mehr. Was wir besonders toll fanden:  Es gab feste Zeiten, wo die Tierpfleger vieles über bestimmte Tiere erzählten und Besucher fragen stellen konnten. Das haben wir in dieser Form noch in keinem deutschen Zoo erlebt. 

Danach waren wir noch am Hafen und den Docks von Naples. Hier gibt es Tincity, ein uriges Gewirr aus Verkaufsständen und Restaurants in einer Art altertümlichen Mall.

In Naples selbst haben wir einige Straßen abgelaufen und sind auch viel mit dem Auto rumgefahren.  Hier gibt es viele luxuriöse Villen und entsprechend saftig sind hier auch die Preise der Restaurants und Hotels. Aber auch hier gibt es wie immer viele marode Gebäude und architektonische Bausünden.

Naples
Florida, United States
Anja und Rene Small

Fort Myers und seine Beaches

Von Sarasota ging es mit dem Mietwagen weiter nach Fort Myers. Hier hatten wir über das Internet bereits ein, für amerikanische Verhältnisse, günstiges Motel mit „Frühstück“ gefunden. Das Frühstück verdient an dieser Stelle aber, wie bereits geschildert, keine weitere Erwähnung.

Die Zimmer wurden kürzlich renoviert. Ganz nach dem Motto „frisch gestrichen und gut is“. Ne halt, der Boden im Bad wurde neu gefliest. Das konnte man deutlich an den verschmierten Fugenresten sehen. Im Zimmer haben sie leider vergessen den Boden neu zu machen. Wir hatten unter dem alten Teppich mehrere Löcher im Boden. Da scheinen die alten Fließen durchgebrochen zu sein und man ist so etwa 2 bis 4 Zentimeter eingesunken. Die Einrichtung ist wie immer sehr altbacken und abgewohnt.

In Florida gibt es viele Outletstores für Markenklamotten. Da kann man dann im Gegensatz zu allem anderen wirklich mal ein Schnäppchen machen. Wir haben den größten nahe Fort Myers besucht und Anja hat mal wieder ordentlich zugelangt.

Der Fort Myers Beach ist ganz nett und man kann in hinterster Reihe, wenn man weiß wo, auch für 5 Dollar parken. Vorne in Strandnähe zahlt man 2,50 Dollar pro Stunde. Was ganz außergewöhnlich für floridianische Verhältnisse und für uns um so schöner war: Es gab hier in unmittelbarer Strandnähe ein paar Restaurants, einen Imbiss und einige Geschäfte zum Bummeln. Wir hätten nicht geglaubt, das es so was doch noch in Florida gibt. Naja, von Miami wissen wir, dass es da Flaniermeilen am Strand gibt, aber wir dachten halt das wäre in jedem touristischen Ort so.

In der Öffentlichkeit ist Alkoholverbot strengstens verboten. In Italien oder Kroatien haben wir uns im Supermarkt oft mal ein Radler im Laden gegenüber vom Strand geholt und uns ein gemütliches Eck mit Meerblick gesucht. Mal sind wir durch die Geschäfte gebummelt und einige Euronen liegenlassen, mal haben wir uns ein Eis oder einen Cocktail im Strandcafe gegönnt. Hier gab es in Strandnähe bisher weder Supermärkte, noch Geschäfte oder Restaurants. Nur vereinzelt mal ein Imbiss oder ein Imbisswagen mit Hotdogs oder Eis. Was zwar nicht besonders gut geschmeckt hat, aber dafür auch etwas teurer war.

Wir waren daher richtig froh mal ein wenig am Strand bummeln gehen zu können. Nach zwanzig Minuten hatten wir die drei Geschäfte aber schon durch. Zum Abschluss haben wir dann noch etwas im Restaurant direkt am Strand gegessen, mit Cola „all you can drink“.

Gestern war das Wetter mal wieder sehr durchwachsen und relativ kühl. Wir haben daher beschlossen uns die Strände zwischen Fort Myers und Napels anzusehen. Wir wollten uns dann die schönsten für die nächsten Tage raus suchen. Wir haben auch gleich abgecheckt wo man zu vernünftigen Preisen parken kann.

Napels ist so ziemlich der südlichste Teil auf der karibischen Seite, den man mit dem Auto besichtigen kann. Kurz danach schließen sich die Everglades an, die zum größten Teil unbewohnt und Naturschutzgebiet sind.

Bleibt noch zu sagen, dass es auf der karibischen Seite von Florida fast nur Strände mit sehr feinem, fast weißem Sand gibt. Die sind meist sehr lang und breit. Für Liebhaber von Sandstränden nahezu perfekt. Leider macht das Wasser wie gesagt einen recht schmutzigen Eindruck. Insgesamt sehen die Orte und Wohnviertel im Süden schöner und gepflegter aus. Man sollte aber manchmal nicht so genau hinsehen, denn von einer gewissen Entfernung sieht vieles irgendwie sehenswerter aus. Viele Gebäude sind bei näherer Betrachtung ziemlich renovierungsbedürftig und so manche Häuser oder ganze Viertel erinnern eher an Orte des ehemaligen Ostblocks. Oft steht in den Gärten auch ziemlich viel Gerümpel herum. Leitungen für Strom, Wasser, usw. verlaufen nicht selten, eher unfachmännisch verlegt, an den Außenwänden entlang. Da sie oft mit der gleichen Fassadenfarbe übermalt sind, fällt das aber von Weitem nicht so auf. Meist will man sich gar nicht vorstellen wie es in den Häusern so aussieht.

Fort Myers Beach
Florida, United States
Anja und Rene Small

Schöne Strände an den Shores von Sarasota

Gestern wollte Anja als erstes zum Anna Maria Island fahren. Anja ist ihr Rufname, ihr Geburtsname ist Anna Maria. So war sie ganz neugierig auf die Halbinsel die vorgelagert vor Sarasota liegt. Das ist an der Westküste von Florida, am Golf von Mexico.

Hier gab es viele kleine schnuckelige „Beach Resorts“ für Urlauber, leider auch erst ab 150 Dollar pro Nacht aufwärts. Man kommt daher auch nicht so leicht an den Strand. Danach fuhren wir an den Holmes Beach, der wieder ein Öffentlicher Strand mit Toiletten ist. Hier war, wir staunten sehr, das Parken sogar kostenlos. Es war recht sonnig und warm und wir konnten den Tag richtig genießen. Rene ist, wie nun schon fast täglich, eine Stunde am Strand entlang gejoggt. Räder oder Kanus ausleihen kostet oft 15 bis 25 Dollar pro Stunde und ist für uns daher keine dauerhafte Alternative. Zum Klettern gibt es leider weit und breit gar nichts und Rene ist deshalb schon ziemlich frustriert. Wir dachten halt, dass es hier und da mal auch den einen oder anderen größeren Felsbrocken am Strand gibt.

Heute an Nikolaus war dann der Siesta Key Beach dran. Ein sehr langer und tiefer Strand, in dem netten Ort Siesta Key. Da wir Strandfans sind und unser neues Zuhause in Strandnähe liegen soll, klapper wir auf unserer Reise halt vor allem immer alle Strände ab. Hier in Florida machen wir das aber auch oft mangels Alternativen.

An der Westküste gibt es sehr viele Shores. Das sind vorgelagerte Inseln die meist nur über Brücken erreichbar sind. Die eigentlichen Strände gibt es dann immer nur auf diesen Shores. Durch diese vielen Shores gibt es in manchen Orten auch viele Meeresärmel, die oft tief in die Ortschaften hineinreichen. Das Ortsbild wirkt dadurch sehr interessant, da viele Häuser so ihren Ankerplatz für ihr Boot direkt vor der Haustür bzw. Gartentür haben. Vor der Haustür steht ja meist der Pickup-Truck.

Apropos Pickup. Wir haben jetzt ja schon einige riesige RV's (Wohnmobile) gesehen. Die sind etwa so groß wie ein Reisebus in Deutschland und die Seiten lassen sich im Stand ausfahren um den Innenraum noch mal zu vergrößern. Die haben wir zwar auch schon in Deutschland auf der Campingmesse gesehen, aber niemals auf einem Campingplatz. Die kosten hier so ab etwa 240.000 Dollar aufwärts. Die Einrichtung a´la Eiche rustikal ist aber nicht gerade unser Fall und die Verarbeitung lässt auch ein wenig zu wünschen übrig. Soweit so gut. Das interessante ist aber, das manche dieser Ungetüme einen fetten Pickup-Truck im Schlepptau haben. Die können etliche Tonnen ziehen und auch Wohnwägen in der Größe so eines riesigen RV's werden mit diesen Pickups gezogen. Für uns daher etwas unverständlich, wieso man so einen Pickup als Anhänger mit dem RV mit sich zieht. Der Sinn ist klar, die Besitzer wollen, während der RV am Campingplatz steht mit dem Pickup rumfahren. Zum Essen gehen, einkaufen, ans Meer fahren usw. Ein Wohnwagen in der Größe eines RV's kostet ja aber nur 60.000 bis 120.000 Dollar und ist mit dem Pickup locker zu ziehen. Der Pickup kostet so um die 60.000 Dollar. Ein Gespann ist mit 120.000 bis 180.000 Dollar also immer noch deutlich billiger als der reine RV. Aber sei's drum, wir haben während unseres bisherigen Aufenthalts in den USA sehr viele Dinge erlebt, die wir nicht so richtig verstehen können.

An der Strandinfo teilte man uns mit, dass in Venice Beach, etwas südlicher, auch sehr viele bunte Muscheln am Strand zu sehen sind. Neugierig sind wir natürlich hingefahren, gefunden haben wir bis auf ein paar vereinzelter kleiner Muscheln aber nichts. Hier und an einigen wenigen anderen Stellen ist der Sand auch dunkler und etwas gröber. Eher so, wie er auf dem Bau verwendet wird um Mörtel anzumachen Anja hat der Strand am wenigsten von allen bisherigen gefallen.

Insgesamt finden wir die Strände und die Orte unterhalb von Orlando bisher schöner. Leider sieht das Meer auf dieser Seite (Atlantikseite) bisher durchgehend schmutzig aus. Wir vermissen halt die vielen Blau- und Türkistöne, die wir beispielsweise aus der Karibik, Thailand, Griechenland und Kroatien kenne. Je weiter man in den Süden kommt, desto weniger „abgesperrte“ Wohnparks scheint es zu geben. Auch diese hässlichen Holzzäune um die Grundstücke sieht man hier kaum noch. Es gibt hier scheinbar immer reichere Viertel, wie man an den Häusern und Wohnanlagen unschwer erkennen kann. Ziemlich ärmliche Wohnviertel gibt es hier aber noch immer und die Motels werden auch nicht besser, dafür aber teurer.

Anna Maria Island
Florida, United States
Anja und Rene Small

Autotausch in Tampa und verzweifelte Motelsuche in Sarasota

Gestern haben wir unseren neuen Mietwagen in Tampa abgeholt. Natürlich wieder nicht ganz ohne Probleme, aber letztlich mit Happyend. Wir hatten einen Mittelklassewagen über einen renommierten Vermittler über eine deutsche Webseite bestellt. Alle Versicherungen inklusive und deutlich über dem amerikanischen Standard.

Jedenfalls dachten wir das so. Wieder wollte man uns irgend welche Zusatzversicherungen aufschwatzen aber der Hammer war, dass man uns einen Kleinwagen geben wollte. Wir hatten im Internet einen Haken bei Mittelklasse gemacht und hier tauchten dann ein Nissan und ein Toyota auf. Da der USA-Urlaub schon länger keinen Spielraum mehr mit unserem Budget erlaubt, entschieden wir uns für den Nissan, der 40 Euro billiger war. Beide Autos waren anhand der sonstigen Angaben für uns identisch. Den kleinen Vermerk CC haben wir aber nicht bemerkt. Der stand für Kompaktklasse und gilt auch als Kleinwagen, wie uns die Dame am Schalter der Mietwagenverleihers mitteilte. Das bedeutet unter anderem kein Tempomat, keine elektrischen Fensterheber, usw. Wir wussten gar nicht das solche Autos noch hergestellt werden und waren entsprechend erstaunt.

Die Dame wollte uns dann „freundlicher Weise“ für 21 Dollar am Tag auf den Toyota upgraden. Bei 24 Tagen wären das dann satte 500 Euro Aufpreis gewesen. Nach langem hin und her sollten es dann 11 Dollar Aufpreis am Tag sein. Wir hatten aber keine Lust über 260 Dollar extra zu zahlen, wo es laut Buchung nur 40 Dollar Unterschied waren. Die Dame hatte dann irgendwann auch keine Lust mehr mit uns zu reden, wo sie uns doch so ein tolles Angebot gemacht hatte und meinte nur sie müsse jetzt in die Mittagspause. Ziemlich angepisst lehnten wir alle Angebote ab und wollten die vermeintlichen Kompaktklasse akzeptieren um endlich weiter fahren zu können.

Enttäuscht gingen wir mit unseren Unterlagen also zur Abholstation. Eine Dame die unsere Unterlagen entgegennahm führte uns zu unserem Mietwagen. „Is this ok, it is a full-size“ meinte sie lapidar und zeigte auf einen Ford Fusion. Wie sich herausstellte, waren alle unteren Klassen weg und wir hatten das Glück einen voll ausgestatteten Wagen der gehobenen Mittelklasse zu bekommen.

Schweren Herzens haben wir uns dann entschieden auf unser Recht einen Kompaktwagen zu bekommen verzichtet (Hi-Hi, ätsch bätsch du nette Dame am Schalter).

Rene hat sich erst mal ordentlich eins gegrinst. Leider gab es dann aber keinerlei Einweisung und jegliche Nachfrage bezüglich der Funktion der vielen Knöpfe im Wagen wurde von der Dame nur mit einem Achselzucken quittiert. Ein Handbuch oder gar Wagenpapiere haben wir auch vergeblich gesucht. Egal dachten wir dann nach ein paar Minuten. Nix wie weg, bevor noch ein Kleinwagen ankommt und wir noch umsteigen müssen.

Kurz nach dem Flughafen sind wir dann mal rechts ran gefahren und Rene hat sich „learning by doing“ erst mal mit allen nötigen Funktionen vertraut gemacht. Ordentlich PS hatte der Ford auch noch unter der Haube. Auf der Weiterfahrt nach Sarasota konnte sich Rene schnell mit dem neuen Mietwagen anfreunden. Der war deutlich komfortabler und leistungsfähiger als der vorherige. 

Hätten wir gewusst wie verzweifelt die Motelsuche vor Ort in Sarasota wird, wäre uns das Lachen gleich wieder vergangen. Preise wie im Freudenhaus und Zustände das man nur den Kopf schütteln kann. Wie schon so oft, waren bei den schlimmsten wieder ausnahmslos Inder an der Rezeption. Die eine oder andere Nachfrage bestätigte unsere Vermutung, dass viele Motels von Indern gemanagt werden.

Wir rannten also von einem übelriechenden und schmuddeligen „Motelloch“ zum anderen. Man kann die Gerüche gar nicht richtig deuten. Es riecht wie so manche Billigklamotten aus China oder Indien. Die riechen ja oft so stark nach chemischen Rückständen, dass einem fast schwindelig wird. Manchmal riecht es auch sehr streng nach Urin oder andere für uns undefinierbare Gerüche.

Wir haben jetzt endgültig beschlossen um indisch geführte Motels einen großen Boden zu machen. Andere Urlauber haben uns diese Erfahrungen übrigens auch bestätigt. Das bedeutet aber bedauerlicher Weise nicht, dass die amerikanisch geführten Motels viel besser wären. Es riecht nur nicht ganz so schlimm und ist nicht so sehr schmuddelig.

Zum Schluss sind wir dann im Day´s Inn Motel gelandet. Es war unser bisher bestes Zimmer, was aber nicht heißt, dass wir es unbedingt empfehlen würden. Für 72 Dollar die Nacht (nach längeren Verhandlungen) finden wir auch dieses Motel viel zu teuer. Immerhin wurde es kürzlich neu renoviert. Über die Qualität der Renovierungsarbeiten möchten wir hier aber lieber nichts weiter schreiben. Aus Mangel an Alternativen sind wir dann 3 Nächte geblieben.

Leider sind wie in bisher fast allen Motels ziemlich viele zwielichtige Gestalten unterwegs und viele kommen mitten in der Nacht völlig besoffen auf ihr Zimmer und veranstalten einen Höllenlärm. Manche kommen auch mitten in der Nacht an oder reisen ab ohne darauf zu merken, dass hier noch andere Gäste schlafen könnten. Wir haben deswegen bisher nicht sehr oft durchschlafen können. Man traut sich hier im Amiland aber auch nicht so richtig sich bei den Unruhestiftern zu beschweren. Manche schauen wirklich aus wie kürzlich aus dem Knast entlassen und jeder kann hier ja eine Waffe „zur Selbstverteidigung“ tragen. Wir hatten manchmal sogar schon bedenken, dass jeden Moment jemand die Tür eintritt, so laut wurde vor unserem Zimmer herumgestritten.

Wir wären ja auch gerne mit einem gemieteten Wohnmobil, hier in der USA „RV“ genannt, herumgefahren. Das Teil kostet allerdings ab 100 Dollar aufwärts und die Miete für einen Stellplatz in Florida beläuft sich meist so um die 50 bis 90 Dollar. Es gibt auch einige kostenlose oder günstige Möglichkeiten (so um die 10 bis 20 Dollar) im Landesinneren. Da ist dann aber Meilenweit nichts los und die Moskitos fressen einen auf. Der Sprit ist damit auch deutlich teurer und wir würden pro Tag so um die 160 bis 200 Dollar zahlen müssen. Mit dem Mietwagen für 30 Dollar und Motels zwischen 50 und 80 Dollar sind wir da deutlich günstiger und letztlich auch etwas flexibler.

Sarasota
Florida, United States
Anja und Rene Small

Ein paar Strandtage und Autowechsel in Tampa

Am 29.11. waren wir das erste mal etwas länger am Strand (eine Stunde). Länger haben wir es wegen des immer noch sehr kalten Nordwindes nicht ausgehalten, trotz der etwa 24 Grad. Zuvor haben wir die Strände in der Nähe von „Tarpon Springs“ besichtigt. Diese waren meist parkähnlich angelegt, d.h. mit Sitz und Grillmöglichkeiten sowie ein paar Palmen und öffentlichen Toiletten. Dafür wurde eine Parkgebühr von 5 Dollar pro Tag verlangt, was uns relativ angemessen erscheint. Wir haben sogar einen kleineren Strandpark gefunden wo das Parken kostenlos war.

Außer diesen Strandparks gibt es hier kaum eine Möglichkeit sich am Strand in die Sonne zu legen. Meist befinden sich die Wohnhäuser bzw. Wohnanlagen oder Hotelanlagen mit ihren Gärten direkt am Wasser. Auch wenn der Strand für die Allgemeinheit frei ist, fehlen hier einfach die entsprechenden Zugänge.

Den Tag darauf fuhren wir Richtung Clearwater und noch ein Stück weiter auf dieser Inselzunge. Dort hatten wir Glück und der Parkscheinautomat war kaputt. Wir waren nicht die einzigen die sich darüber freuten, denn von Clearwater bis St. Pete Beach muss man mit etwa 15 Dollar Parkgebühren pro Tag bzw. 2,5 bis 3 Dollar pro Stunde rechnen. Möchte man dann noch 2 Stühle und ein Sonnenschirm für 25 Dollar pro Tag, sind schon mal 40 bis 50 Dollar weg.

Es gibt hier zwar immer wieder schöne Strandzugänge über die Dünen und die Stränden sind meist sehr einsam. Leider gibt es dann aber weit und breit keine Toiletten und Bars oder Restaurants. Oft fehlen auch entsprechende Parkmöglichkeiten. Ist mal eine Parkuhr vorhanden, zahlt man etwa 2 Dollar die Stunde.

Die Strände hier um Clearwater sind sehr schön mit weißem Puderzuckerstrand, ziemlich tief und meilenweit. Wie auf einer Südseeinsel, nur dass ein paar Palmen für die Hängematte direkt am Strand fehlen. Für Sandstrandliebhaber also wie geschaffen. So etwas wie eine Strandpromenade mit Bars, Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten sucht man hier leider vergebens. Wenn überhaupt, gibt es nur vereinzelt mal eine Bar mit Imbiss oder ein Restaurant in Strandnähe. Das war aber bisher an jedem Strand, den wir uns bisher in Florida angesehen haben. Wir bedauern das sehr, da wir gerne ein wenig am Strand bummeln gehen und uns gerne mal in ein gemütliches Cafe oder eine Bar mit guter Musik setzen. So wie wir das halt von allen unseren bisherigen Urlauben kennen.

Es war erst sonnig und ab 13 Uhr kamen graue Wolken und kühler Wind auf. So konnten wir sogar mal zwei Stündchen in der Sonne genießen. Sobald der Wind etwas stärker wird, ist es fast unmöglich in Badesachen liegen zu bleiben. Man friert bei 25 Grad wie an einem schmuddeligen Herbstabend in Deutschland. So zogen wir uns halt an und hielten eisern auf unserem Strandtuch durch. Diesmal wollten wir uns nicht so leicht vom Strand vertreiben lassen. Rene ist dann zwischendurch am Strand entlang gejoggt um sich etwas aufzuwärmen.

Die nächsten Tage besuchten wir noch St. Pete Beach, der uns besonders gefallen hat, da es keine Hotelzimmerburgen im Hintergrund gab. Ansonsten ist er ähnlich wie in Clearwater. Endlich hat auch mal das Wetter mitgespielt und wir aalten uns in der Sonne und dem weißen Puderstrand.

Dummer weiße machten wir den Fehler und haben nach Zimmerpreisen in der näheren Umgebung gefragt. Obwohl es sich um ähnlich „schöne“ Zimmer wie unsere bisherigen handelt, von Standards oder gar Sternen möchten wir hier lieber nichts weiter erwähnen, beginnen die Preise ab rund 150 Dollar aufwärts. Das heißt dafür dann aber auch nicht mehr Motel sondern Beach Resort.

Die letzten Tage war das Wetter recht ordentlich und wir genossen die Tage am Strand. Gestern sollte es laut Wetterbericht wieder durchwachsen werden und so beschlossen wir nur zum nahe gelegenen Strandpark zu fahren. Das war eine gute Entscheidung, denn kaum am Strand angekommen zogen schon dicke Gewitterwolken auf. Es wurde zwar nur ein relativ kurzer Regenschauer, aber durch den kalten Wind wurde es mal wieder ziemlich ungemütlich.

Trotzdem hatten wir an diesem Tag ein wenig Glück, denn wir konnten am Strand einer Hochzeitstrauung beiwohnen. Hier in der USA darf der Pfarrer ja auch außerhalb der Kirche Trauungen vornehmen und viele Paare nutzen dazu natürlich den Strand. Das Hochzeitspaar hatte das Glück, dass der größte Teil der Trauung noch vor dem Gewitter und bei etwas Sonnenschein stattfinden konnte. Wir hoffen mal, dass das aufziehende Gewitter kein böses Omen für das Paar bedeutet und wünschen ihnen alles Gute.

Am Nachmittag war dann das bekannte griechische Viertel „Sponge Docks“ genannt, angesagt. Hier kann man alles über Schwammtaucher erfahren. Die ersten sind um das Jahr 1900 hier her gekommen. Im Laufe der Zeit kamen weitere Griechen hinzu und die griechischen Restaurants sind wie Pilze aus dem Boden gesprossen. Es gibt über 25 griechische Restaurants in einer Straße mit wenigen Seitenstraßen.

So hatten wir zuerst mit dem Problem zu kämpfen uns für eines zu entscheiden. Rene konnte seinen Augen kaum trauen, aber auf einer der Speisekarten stand doch tatsächlich sein Leibgericht – Zitronenhähnchen. So war es dann letztlich doch ein Leichtes sich für ein Restaurant zu entscheiden. Anja wollte Souvlaki und das gab es ja eh überall. Als alte Griechenlandfans durfte der Ouzo natürlich nicht fehlen. Da war es dann auch schon egal, dass ein Gläschen 5 Dollar kostete. Das Essen war gut, konnte aber mit dem Zitronenhähnchen von Rene's Mutter bei weitem nicht mithalten.

Tarpon Springs scheint für Angler sehr gut geeignet zu sein. Vom kleinen Kind bis zum alten Greis ließ hier jeder seine Rute ins Wasser hängen. Man hatte auch nicht so das Gefühl, dass man dafür  einen Angelschein bräuchte. Man kann sich hier auch Motorboote oder Kanus ausleihen und die vielen Meeresärmel erkunden. Ebenso gibt es viele geführte Bootstouren die auch auf die vielen schönen kleinen Inseln mit Traumstränden führen.

Heute ging es weiter Richtung Süden und wir haben noch mal einen Abstecher an den Traumstrand von Clearwater gemacht. Der ist auch schon als schönster Strand Floridas ausgezeichnet worden. Wir hatten Glück und konnten eine der recht wenigen Parkuhren für nur 1,25 Dollar die Stunde direkt am Strand ergattern. Sonst zahlt man am Parkscheinautomat 3 Dollar die Stunde. Wir haben die möglichen 5 Stunden bei bestem Wetter genutzt.

Insgesamt haben wir jetzt auch der Jahreszeit entsprechendes Wetter und das soll die nächsten Tage auch so bleiben. Das heißt es ist meist sonnig und erst am Nachmittag kommen Wolken auf. Mal mehr mal weniger und da es keinen so kalten Nordwind mehr gibt, ist es jetzt auch bei stärkerer Bewölkung noch im T-Shirt auszuhalten.

Morgen holen wir unser neues Mietauto am Flughafen in Tampa ab. Das bisherige hatten wir ja nur für 16 Tage gemietet, da wir nicht genau wussten wie die weitere Reiseplanung aussieht. Wir hatten ja überlegt für zwei Wochen in die Karibik zu fliegen, was mangels Angeboten bzw. überhöhter Preise dann leider doch nicht geklappt hat. Da wir mit dem alten Anbieter sehr unzufrieden waren, haben wir uns für einen anderen entschieden. Wir sind schon gespannt, wie das diesmal abläuft und ob man uns wieder lauter zusätzliches Zeugs aufschwatzen will.

Clearwater Beach
Florida, United States
Anja und Rene Small

Zwischenbilanz USA

Als Langzeiturlauber dreht sich bei uns sehr vieles um die Grundbedürfnisse wie Essen, Unterkunft und Wetter. Noch dazu haben wir in Deutschland unser bisheriges Leben an den Nagel gehängt und sind quasi heimatlos und ohne festes Einkommen. Daher möge man uns verzeihen, wenn wir in unserem Reisetagebuch immer wieder auf die Punkte Essen, Unterkunft, Wetter und Preise eingehen.

Es war für uns sehr schön bei Rene's Schwester und deren Kinder drei Wochen zu verbringen. Wir konnten hautnah miterleben wie sie leben und vieles erfahren, was in den letzten Jahren so passiert ist.

Amerika ist für uns ansonsten aber eher ein Reinfall. Wir sind mit Rene's Schwester und Kindern viel in Houston und Umgebung unterwegs gewesen und sind nun auch schon bald zwei Wochen mit dem Mietwagen in Florida unterwegs. Es gibt kaum sehenswerte Ortschaften. Oft beschränken sich die Wohnviertel auf abgeschlossene und bewachte Bezirke. Zwischen den Orten ziehen sich endlos lange Geschäfts-, Einkaufs- und Fressmeilen (überwiegend Fastfood) dahin. Die Ortschaften selbst, vor allem die kleineren, wirken lustlos entlang der Hauptstraße hin gebaut. Sehr viele Wohnhäuser und Geschäftsmeilen wirken extrem renovierungsbedürftig. Die Landschaft wirkt auf uns auf Dauer auch eher eintönig und langweilig. Es gibt zwar viel und sehr üppig wachsende Vegetation und eine einmalige Tierwelt, aber von Nord nach Süd und von Ost nach West wiederholt sich halt alles immer wieder. Wir vermissen halt auch ein wenig eine bergige Umgebung. Für einen zweiwöchigen Urlaub ist das aber schon sehenswert. Anja hat es vor 25 Jahren in Florida auch besser gefallen, sie meint das liege daran, dass sie damals noch kaum was von der Welt gesehen hatte und sehr jung war. Jetzt würde sie nachdem sie einige Länder mehr gesehen hat in ihrem Leben, lieber in andere Länder reisen. 

Leider spielt wie auch schon bei unserer Italien-/Kroatienreise das Wetter so überhaupt nicht mit. Wir haben uns vorab im Internet und bei Bekannten/Verwandten informiert und die Temperaturen im November liegen üblicher Weise bei 25 bis zu 30 Grad und im November etwa 3 bis 4 Grad darunter. Nachts hatten wir sehr oft Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt und teilweise sogar darunter. Tagsüber hatten wir meist Temperaturen zwischen 10 und 17 Grad. Es gab bisher nur sehr wenige Tage zwischen 20 und 24 Grad. Nahezu immer wehte bisher ein relativ eisiger Nordwind. Sehr starke Regenfälle hatten wir auch schon. An zwei Tagen (einschl. Nachts) hat es fast ununterbrochen geregnet. Jeder Einheimische hat uns erzählt, dass es im November eigentlich viel wärmer sein müsste und es der trockenste Monat sei. Die bisher wenigen schönen Tage hatten wir auf unserer Karibikkreuzfahrt.

Auf unserer Reise haben wir immer wieder an diversen Stränden angehalten um uns ein wenig auszuruhen, aber das war kaum möglich, da der eisige Wind jede Form von Gemütlichkeit sofort weggeweht hat. Sogar als wir mal über 20 Grad hatten, war es am Strand kaum auszuhalten. Außerdem weht der Wind auch so stark, dass man sich wie sandgestrahlt fühlt.

Hinzu kommen noch die Preise in Amerika. Jeder hat uns immer nur erzählt wie billig hier alles sei. Wenn man das amerikanische und deutsche Durchschnittseinkommen zugrunde legt, ist hier aber alles mehr als doppelt so teuer, denn das deutsche Durchschnittseinkommen ist deutlich höher. Wir bekommen für 1 Euro etwa 1,20 Dollar.

Lebensmittel und Getränke sowie Haushaltsware, Kleidung und Elektroartikel sind oft teurer als in Deutschland. Essen gehen (kein Fastfood) ist auch nicht gerade billig. Billiges Fastfood gibt es auch nur bei den in Deutschland bekannten Fastfoodketten. Ansonsten kosten beispielsweise Hamburger etwa 7 bis 12 Dollar. Allerdings muss man nur einmal ein Getränk wie Limonade, Cola oder ähnliches bestellen und kann dann so oft man will nachbestellen. Das bringt uns aber nicht so viel, weil wir zu Essen eh nicht viel trinken. Wasser gibt es in den Restaurants immer kostenlos, ist aber wahrscheinlich Leitungswasser. Wir hatten jedenfalls einmal eines, welches ziemlich nach Chlor geschmeckt hatte.

Für die zwei Monate USA, hätten wir auch locker sechs Monate auf den Philippinen verbringen können. Die hygienischen Verhältnisse sind auch nicht schlechter als in unseren bisherigen amerikanischen Motels, dafür sind sie aber viel viel billiger und in Top-Strandlage. Das ist vielleicht auch ein blöder Vergleich USA mit Philippinen, aber aber wir haben uns von Florida einfach viel mehr versprochen.

Die Motels waren bisher ausnahmslos schmuddelig und extrem abgewohnt. Längst überfällige Reparaturen oder Renovierungen sind, wenn überhaupt, nur sehr sehr mangelhaft durchgeführt. Ob es sich nun um abhängende Tapeten, kaputte Heizung oder ähnliches handelt. Außerdem befinden sich die Motels fast immer seitlich von den Hauptverkehrsstraßen. Auch von außen sieht es meist ziemlich runtergekommen aus. Mann kann sich das in etwa wie ein wenig ansehnliches Zimmer in einem Industriegebiet vorstellen.

Das die Motels in so schlechtem Zustand sind, kann vielleicht auch daran liegen, dass diese scheinbar ausschließlich von Indern betrieben oder gemanagt werden. Jedenfalls hatten wir es immer mit indischen Managern zu tun, während die Angestellten scheinbar Amerikaner waren. Wir möchten jetzt auch keinem Inder zu nahe treten, aber wir sind uns schon darüber im klaren, dass man in Indien eine andere Einstellung hat, was etwa hygienischen Verhältnisse betrifft. Mögen die Unterkünfte in Indien eher einem gehobenen Standard entsprechen, bleiben sie für uns eher aller unterstes Niveau. Leider erlaubt uns unser überstrapaziertes Budget aber keine Übernachtungen für 150 Dollar und mehr.

Unser Budget wird während unseres USA-Aufenthalts also deutlich höher belastet als vorgesehen, weshalb sich unsere Gesamtreisezeit entsprechend verkürzen wird. Diese Tatsache, gepaart mit den unterirdischen Unterkünften, den hohen Preisen und dem schlechten Wetter, drückt schon manchmal etwas auf die Stimmung. Dazu kommt noch diese ständige Verunsicherung mit den Mautstraßen (Toll-Roads).

Bleibt noch zu erwähnen, dass die Menschen bisher fast immer sehr nett und hilfsbereit waren. Zu einer schöneren Reisezeit wäre ein zwei- oder dreiwöchiger Urlaub in einer schönen Gegend in Florida aber sicherlich eine empfehlenswerte Sache. Vor allem weil man hier auch gut schnorcheln und tauchen gehen kann. Es gibt alle Arten von Wassersport und wirklich schöne und sehr lange Sandstrände. Auch ist die Tier und Pflanzenwelt in Küstennähe und im Hinterland sehr sehenswert. Für die kleinen und jung gebliebenen empfiehlt sich natürlich Orlando mit seinen vielen Vergnügungsparks.

Jedenfalls können wir es schon kaum mehr erwarten auf die Philippinen weiterzureisen. Wenn wir den Rückflug bzw. Weiterflug auf die Philippinen nicht schon gebucht hätten, hätten wir den USA-Aufenthalt schon längst abgebrochen.

Aber da wir ja noch nicht den ganzen Süden gesehen haben, wir sind bisher nur etwa auf der Höhe bis Tampa gewesen, kann sich unser bisheriges Bild ja noch verbessern. Gerade die Everglades, Clearwater, die Keys mit Key West und die Gegend um Fort Lauderdale und Miami soll ja recht sehenswertes bieten und das steht ja noch alles auf unserem Programm. Hoffen wir mal, dass es das Wetter dann ein wenig besser mit uns meint.

  • Small
    Michael hat am kommentiert:

    hi anja und rene... wo seid ihr jetzt? noch in den usa? seid ihr weihnachten wieder in deutschland oder unterwegs? grüße aus dem grauen norden deutschlands.

  • Small
    Anja und Rene hat am kommentiert:

    Wir sind immer noch in Florida. Das ist aktuell der wärmste Staat in der USA. Weihnachten sind wir nicht zu Hause. Es geht dann weiter nach Asien. Dies kann man unter unserem Routenplanungsblog verfolgen.

Anja und Rene Small

Ankunft an der Westküste in „Tarpon Springs“

Oh je, wir frieren …

Es regnet hier zwar nicht mehr, aber der kalte Nordwind bläst unablässig und zerrt ein wenig an unseren Nerven. Das Motel ist wie immer sehr schmuddelig. Die Handtücher waren etwas feucht und sehr fleckig. Das Bettlaken hatte einige blutige und andere Flecken, die ich hier nicht näher erläutern möchte. Auch einige Haare und Schamhaare waren zu finden. Der Boden hat beim Laufen geklebt und alles war staubig und dreckig. Die Liste könnte man noch um einiges erweitern. Laut der indischen Vermieterin war das aber ihr bestes Zimmer.

Jedenfalls liegt es an einer Nebenstraße und wir haben direkten Blick auf den nur wenige Meter entfernten See (Meeresausläufer). Auch sind die für uns wichtigen Ausflugsziele alle in der Nähe. Wir haben um frische Bettwäsche, Handtücher und Grundreinigung gebeten. Dies wurde relativ schnell erledigt. Die neue Bettwäsche und die Handtücher waren zwar auch wieder fleckig, aber nicht ganz so schlimm wie die vorherigen und frisch gerochen haben sie auch.

Letztlich ist es aber bei allen Motels, wie schon geschrieben, ähnlich. Egal ob wir sie nur besichtigt haben oder dort übernachten „mussten“. Man will einfach nur so schnell wie möglich wieder weg.

Lustig, die Vermieterin (wie immer indischer Herkunft) meinte noch, wenn wir dieses tolle Zimmer gesehen hätten, würden wir gar kein anderes mehr haben wollen. Da hat sie gar in zweierlei Hinsicht recht. Erstens, sollte das ihr bestes Zimmer sein wollen wir die anderen wirklich nicht mehr sehen und zweitens, eigentlich wollen wir in den USA gar kein weiteres Motelzimmer mehr sehen.

Auf der Herfahrt haben wir ein altes Auto gesehen, bei dem alle Seitenscheiben fehlten. Die fehlenden Scheiben wurden durch eine Klarsichtfolie ersetzt, die allerdings nur jeweils die Hälfte der Scheiben abdeckte. So wie der Wagen aussah, hat dem Besitzer wohl das Geld für eine ganze Folie gefehlt. Nach den letzten beiden Regentagen würde uns mal das Innere des Wagens interessieren. Kurz danach fuhr dann noch ein Wagen mit einem Einschussloch an uns vorbei. Prima, alles in der Nähe von unserem neuen Motel.

Gestern sind wir mal die Küste Richtung Norden entlang gefahren. Hier gibt es aber nicht wirklich viel zu sehen. Meilenweit wieder nur Einkaufsläden, Werkstätten und Fastfoodrestaurants. Nach etwa 40 Meilen kommt ein Naturschutzgebiet und man kann auf der ganzen Strecke nur zweimal direkt ans Meer fahren, wo es allerdings auch nichts sehenswertes gibt.

Auf dem Rückweg sind wir in Tarpon Springs mal durch das griechische Viertel gefahren. Hier hat sich eine Schwammtaucherindustrie angesiedelt. Die Schwammtaucher, Fischer, Laden- und Restaurantbesitzer stammen von einer Gruppe von Griechen ab, die sich etwa Anfang 1900 hier niedergelassen haben. Als Griechenlandfans werden wir uns das die Tage mal genauer ansehen und eines der griechischen Restaurants testen. Hoffen wir mal, dass die auch einen gescheiten Ouzo und Retsina haben.

Die Nacht war unerwartet kurz. Eine rollige Katze hat mehrere Stunden lang so laut miaut, dass an Schlaf kaum zu denken war. Gegen 1 Uhr in der Früh sind unsere direkten Nachbarn mit Gepolter und merklich gut angetrunken nach Hause gekommen. Um etwa 3 Uhr ist dann irgend ein Vollidi... abgereist oder angekommen. Der hat so einen Krach gemacht, dass man sich fragen muss, was in so manchen Köpfen vor sich geht.

Genervt stand Rene dann um 6 Uhr auf, weil auch die Nachbarn wieder rumgepoltert haben. Eigentlich war das aber ein Glück, denn als er aus dem Fenster sah, konnte er auf dem „See“ von unserem Motelzimmer aus Manatees (Seekühe) sehen, die zu dutzenden an die Oberfläche zum Luft holen kamen. Ein wirklich atemraubendes Schauspiel. Leider sieht man meist nur die Nasenspitze und das Wasser ist recht trübe. Einige kamen aber mit dem ganzen Körper nach oben und haben beim Abtauchen ihre Schwanzflosse in die Luft geragt. Richtige Bilder konnte er aber nicht machen, da das alles immer recht schnell ging.

Heute habe wir dann auch die nähere Gegend erkundet. Hier gibt es einige schöne Wohngegenden, die man staune, gänzlich ohne Umzäunung auskommen. Auch die üblichen Lattenzäune sahen wir nur selten. Die Gärten waren schön angelegt und alles sah sehr sauber aus. Wir haben auch die beiden nahe liegenden Strandabschnitte angesehen, die einen ordentlichen Eindruck hinterlassen haben. Auch eine weitläufige Parkanlage im Naturschutzgebiet ist vorhanden. Hier kann man picknicken, joggen oder spazieren gehen. Noch dazu war es heute sehr sonnig. Insgesamt also ein recht  gelungener Tag. Ein kleiner Wermutstropfen bleibt aber dennoch. Obwohl es heute in der Spitze, so zwischen 14 und 15:30 Uhr bis zu 24 Grad hatte und der Wind nur leicht geweht hat, war er doch so kalt, dass man in der Sonne am Strand trotzdem Gänsehaut bekam und sich nur langärmlig in die Sonne legen konnte.

Nichts desto trotz scheint es nun in den meisten belangen aufwärts zu gehen, wenn man mal vom aktuellen Motelzimmer absieht. Dieses haben wir gleich für 7 Tage gebucht, da wir mal wieder sehr auf den Preis gemerkt haben. Jetzt wohnen wir nicht direkt am schönen Strand in Clearwater, sondern fahren die nächsten Tage 20 Minuten dort hin, da der Sprit für die Fahrt billiger ist als die Motelzimmer dort!! Vielleicht hat der Herrgott auch mal ein Einsehen mit uns und führt uns mal zu einem bezahlbaren sauberen Zimmer in ordentlicher Lage, bei der nächsten Weiterfahrt.

Tarpon Springs
Florida, United States
Anja und Rene Small

Kennedy Space Center, Universal Studios und Adventure lsland

Unser neues Motel ist wie immer unterirdisch (einfach miserabel). Ziemlich renovierungsbedürftig und in bescheidener Lage. Vor uns die Hauptstraße und neben uns ein zwielichtiges Viertel mit viel Geschrei. So verhaute Containerwohnungen, wohl eine Art Armenviertel. Sieht aus als ob da lauter Amerikaner lateinamerikanischer Herkunft wohnen. Da das Auto neben uns eine eingeschlagene Scheibe hat, haben wir uns entschieden direkt neben der Rezeption zu parken. Auch das Frühstück war mit Toast und Butter so reichhaltig wie immer.

Das Kennedy Space Center bietet für Raumfahrtbegeisterte wie Rene einiges sehenswertes. Vor allem alles wissenswerte über die Apollo- und Space Shuttle Missionen. Die Raketen werden in Original- und Modellgröße ausgestellt. Außerdem gibt es alltägliche Dinge eines Astronauten und Mondgestein zu bestaunen. Besonders sehenswert war der 3D-Film der das Leben der Astronauten auf der ISS gezeigt hat. Es gab diverse Simulatoren von denen einige aber auch sehr billig wirkten.

Man sollte aber schon etwas in der englischen Sprache bewandert sein (Wort und Schrift), da der elektronische Guide für zusätzlich 6 Dollar hauptsächlich viel allgemeines Blabla enthält. Am Ende war Anja jedenfalls genauso begeistert wie Rene. Vor allem der 3D-Film von der ISS hatte es ihr angetan. Wir konnten wie „in echt“ dabei sein, das war der Hammer.

Richtig Spaß hatten wir aber in Orlando in den Universal Studios und im Adventure Island. Das 2-Tages-Ticket hat pro Person 165 Dollar gekostet, aber man bekommt schon einiges geboten. 3D-Kinofilme, teilweise mit bewegten Wagen (wie in einer Geisterbahn) und teilweise mit echten Schauspielern die zwischen Bühne und Leinwand hin und her springen. 4D-Filme wo unter anderem die Kinositze bewegt sind und so manche kleinere Überraschungen warten. Es gibt Stuntshows und Revues. Dazu kommen noch Achterbahnen und einige andere Fahrgeschäfte. Natürlich gibt es auch jede Menge Fresstempel. Auch für die ganz kleinen wird einiges geboten, vor allem im Adventure Island. In beiden Parks gibt es einen sehr großen Teil der den Harry Potter Filmen gewidmet ist. Gegen 40 Dollar Aufpreis kann man mit der U-Bahn zwischen den Harry Potter Welten der zwei Parks wechseln und natürlich auch die jeweils anderen Attraktionen bestaunen bzw. miterleben.

Am ersten Tag in den Universal Studios hatten wir sehr starken Regen und Gewitter, was am späteren Nachmittag etwas besser wurde. Da bis auf die Achterbahn alle nennenswerten Attraktionen aber innen stattfanden, war das gerade noch erträglich. Wenn man von einer Attraktion zu anderen wollte, war man halt schnell nass bis auf die Haut. Vor allem Transformers in 3D war der Hammer. Man fährt da wie bei einer Achterbahn von Leinwand zu Leinwand und sieht ziemlich realistische Filmsequenzen, ähnlich war es bei Harry Potter. Bei den Minions war es auch ähnlich, aber alles halt auf lustig gemacht. Bei den Simsons gab es kein 3D, was dem Spaßfaktor aber keinen Abbruch getan hat. Shrek war in 4D wie in einem Kino mit einigen speziellen Effekten. Bei Terminator 2 in 3D hüpften die Schauspieler aus der Leinwand auf die Bühne und wieder zurück. Rene hatte das Glück gleich früh um 8:30 Uhr zweimal mit der Achterbahn fahren zu können, die danach wegen des Regens geschlossen wurde. Auch einige andere Shows die im Freien statt finden konnten wir deshalb nicht sehen. 

Tags darauf ging es zum Adventure Island. Hier gibt es zwei richtige Achterbahnen und drei die eher für Kinder bzw. Kleinkinder gedacht sind. Zwei Fahrgeschäfte gingen auf dem Wasser entlang, wobei man sehr nass werden konnte. Das war aber nicht so schlimm, da es ja eh geregnet hat. Gott sei dank aber nicht so stark wie am Vortag. Spiderman in 3D war in etwa wie bei Transformers am Vortag. Rene hat vor allem die Achterbahnen ausgiebig genossen, ebenso ein Fahrgeschäft wo man senkrecht in die Luft geschossen wird. Anja wollte dies Art von Vergnügen aber nicht so recht mit ihm teilen. Den Rest fand sie aber trotzdem toll. In Spiderman ist sie gleich 4 mal mit reingegangen. Auch ein wenig weil dort mit echtem Feuer gearbeitet wurde und wir uns so ein wenig aufwärmen konnten.

Wir hatten eh das erstaunliche „Glück“, dass es geregnet hat und relativ kalt war. Am zweiten Tag gar nur 12 Grad und wir haben uns immer wieder irgendwo aufwärmen und trocknen müssen. Am Vortag war es bei knapp 20 Grad noch relativ erträglich. Durch das schlechte Wetter hatten wir aber das Glück viele Attraktionen ohne all zu lange Wartezeit nutzen zu können. Vor allem im Harry Potter Bereich waren Wartezeiten von 45 bis 60 Minuten aber trotzdem die Regel. Die Hauptattraktion im Adventure Island haben wir deshalb sogar ausfallen lassen. Wir haben immer gehofft, dass die Schlange später nachlässt und am Ende hat uns dann die Zeit gefehlt.

Die beiden Harry Potter Welten zwischen den Parks sollten sich echte Harry Potter Fans aber keinesfalls entgehen lassen. Man hat hier sehr viel wert auf Details gelegt und eine wirkliche Harry Potter Zauberwelt geschaffen. Man kann hier überall rumlaufen, essen und einkaufen und fühlt sich fast wie im Film.

Wer hier also in der Hauptsaison oder an schönen Tagen die Freizeitparks besuchen will, sollte viel Geduld mitbringen. Da dürften Wartezeiten von 90 Minuten oder gar länger keine Seltenheit sein. Ich glaube dann hätten wir uns über die Eintrittspreise mächtig geärgert, da man dann gerade mal die Hälfte der Attraktionen schafft. Das was wirklich Spaß macht wie Achterbahn und 3D/4D dauert aber kaum länger als 3 bis 5 Minuten und wenn man dann vorher eine Stunde und länger anstehen muss, kann das ganz schön nerven.

Man kann die langen Wartezeiten zwar verkürzen, wenn man das Expressticket nimmt, zahlt dann aber pro Person 100 Dollar extra. Bei Essen und Trinken wird auch nochmal richtig abkassiert. Da kommt man an einem Wochenende mit 2 Kindern schnell über 1000 Dollar.

Vor den meisten Attraktionen gab es immer viel Blabla, war uns bei einem wiederholten Besuch ein wenig auf die Nerven gegangen ist. Wir haben auch immer nur die Hälfte verstanden und wollten ja nur die eigentliche Attraktion genießen.

Wir hatten aber trotz oder diesmal gerade auch wegen des schlechten Wetters eine Mordsgaudi. Wir haben uns gefühlt wie die kleinen Kinder. Bei Anja war das auch ein Art Revival nach 25 Jahren, als sie schon mal die Universal Studios besucht hatte. Damals gab es noch kein 3D, aber Spaß hatte sie damals auch. Das mit dem 3D empfindet sie aber schon als besonderen Kick.

Orlando
Florida, United States
Anja und Rene Small

Daytona Beach

In Daytona Beach haben wir ein Motel direkt am Strand, neben der Hauptstraße gefunden. Die Hauptstraße führt auch direkt am Strand entlang. Das Motel und vor allem das Zimmer ist wie immer nicht der Hit, aber wir haben sogar mal einen Tisch, zwei Stühle und ein wenig Vegetation vor unserem Zimmer. Der Strand ist zwar schön und wir haben auch ein wenig Sonne mit etwa 20 Grad, aber der fürchterliche Wind macht es unmöglich sich mal an den Strand zu legen. Das kann man vielleicht auch auf einem der Photos sehen. Am Zugang zum Strand gibt es eine Art Mautstation (3 Dollar). Man kann hier den Strand mit dem Auto befahren. Das geht, weil der Sand leicht feucht und sehr fein ist. Dadurch ist er fast so fest wie Beton, wenn Gesicht darauf kommt.

Im Sommer ist der ganze Strand voll mit Menschen. Die fahren direkt mit dem Auto auf den Strand, steigen aus und legen sich quasi direkt neben ihr Auto. Ein Drive-In Strand sozusagen. Ja ja, die Amis und ihre Drive-In's. Unweit vom Motel haben wir sogar eine Drive-In Kirche gesehen. Die fahren da mit dem Auto zur Kirche und beten dann im Auto. Ein verrücktes Völkchen diese Amis.

Scheinbar gibt es nun nichts mehr in Amerika was es nicht auch als Drive-In gibt. Angesichts des „leichten“ Übergewichts vieler Amerikaner, sollten die sich aber doch mal überlegen den einen oder anderen Weg mal zu Fuß zu gehen. Erfreulicher weise gibt es in Florida aber doch viele Radwege und auch Fußgängerwege. Bis auf einige sportliche Jogger oder Radfahrer sind wir aber meist die einzigen die diese Möglichkeiten auch nutzen.

Morgen geht es auch schon wieder weiter. Wir werden tagsüber das Kennedy Space Center besuchen und dann weiter nach Orlando fahren, wo wir dann die Universal Studios besuchen wollen. Deutsche Urlauber fanden die Universal Studios nicht so toll und das Kennedy Space Center ganz ok. Die waren aber auch schon über 50 und wir wollten uns davon nicht beeinflussen lassen. Wir haben aber schon ein wenig rumüberlegt, da das Kennedy Space Center 50 Dollar und die Universal Studios 109 Dollar Eintritt pro Tag und Person kosten. Aber wir sind ja auch nur einmal hier und dann sollte man sich das nicht entgehen lassen, wenn man an so etwas interessiert ist.

Daytona Beach
Florida, United States
Anja und Rene Small

Ankunft in Jacksonville Florida und weiterfahrt Saint Augustine

Die letzten Tage war es in Houston ar... kalt und stark bewölkt. Was für diese Jahreszeit mal wieder ziemlich ungewöhnlich war. Wir wollten noch einiges in und um Houston unternehmen, unter anderem ein Open-Air-Fest mit Rittern im Mittelalter besuchen, was wegen des Wetters leider nicht möglich war. Da wir mehr auf Sommer eingestellt waren, hatten wir natürlich nicht die richtigen Klamotten für diese Temperaturen. Tagsüber ging es schon fast in den einstelligen Bereich. Dazu kam noch ein ziemlich eisiger Wind, was eine Temperatur von knapp über dem Gefrierpunkt ergab. Nachts gab es dann sogar Frost.

Wir wollten eigentlich noch ein Woche durch Texas fahren und dann weiter nach Florida, haben uns wegen des überraschend kalten Wetters dann doch dazu entschieden sofort nach Florida zu fliegen.

Mit Rene's Schwester gingen wir vorgestern abends in eine Bar und anschließend in eine Disco. Dort haben wir ein wenig das Tanzbein geschwungen. Yvonne hatte gleich zwei Verehrer an der Backe, von denen sich einer als ziemlich hartnäckig erwies. Als Anja von der Tanzfläche ging, hat sich eine Afroamerikanerin gleich an Rene rangetanzt. Mit Rene's jugendlichen Moves konnte sie aber nicht so lange mithalten. Lag vielleicht daran, dass sie in etwa das doppelte Gewicht wie Rene hatte. Für texanische Verhältnisse aber eher Normalgewicht. Lustig war's aber allemal, jedenfalls hat sich Anja köstlich amüsiert.

Gestern sind wir in Jacksonville/Florida am Flughafen angekommen. Als wir das Mietauto abholen wollten, haben wir erst mal erfahren, dass wir nicht die gewählte Vollkaskoversicherung und einen Kleinwagen gebucht hätten. Wir hatten uns für einen Kompaktwagen entschieden und sollten einen Kleinstwagen bekommen. Dazu wollte man uns die bessere Versicherung für 250 Dollar extra andrehen. Zusätzlich sollten wir den elektronischen Sunpass für 35 Dollar pro Woche bezahlen, da es in Florida Mautstraßen gibt, die nicht mehr Bar oder per Kreditkarte bezahlt werden können.

Da wir das Auto erst mal für 16 Tage gebucht haben, haben wir alles Zusätzliche abgelehnt und wollten uns zuerst schlau machen, wie wir in dieser Angelegenheit weiter verfahren werden. Fest stand für uns aber schnell, dass wir bei diesem Autovermieter keinen Mietwagen mehr holen werden. Anja wusste schon von ihrem letzten Floridaurlaub, dass bei Anmietung eines Mietwagens vor Ort noch so einiges an Versicherungen und sonstigen Gebühren anfällt. Da das damals schon alles recht unübersichtlich war entschieden wir uns über das Internet bei einen deutschen Anbieter/Vermittler zu buchen. Auch weil man das „kleingedruckte“ in deutsch leichter und schneller verstehen kann. Hat scheinbar aber doch nicht so gut geklappt.

Wir sind dann mit dem Mietauto erst mal bis kurz hinter Saint Augustine gefahren, da die Ortschaft sehr sehenswert sein soll. Wir haben einige Motels abgeklappert, waren aber bei Preisen um die 60 Dollar und den gebotenen Zuständen mehr als entsetzt. Wir haben uns dann irgendwann zwangsweise für eines entscheiden müssen, da es ja schon ab 17 Uhr langsam dunkel wird. Nachdem wir endlich die Formalitäten im Motel erledigt hatten, sind wir gleich mal zum Strand. Obwohl es sonnig war, war es ziemlich kalt und der eisige Wind am Meer hat uns dann schnell wieder vom Strand vertrieben. Wir sind jetzt 8 km von der Altstadt entfernt die wir morgen besichtigen werden. 

Beim Frühstück im Motel wurde uns erzählt das es in New York 2 Meter geschneit hat. In der Nacht ging es auch wieder Richtung Gefrierpunkt und daher hat uns das auch nicht so sehr verwundert. Wenn es in Florida schon so kalt wird, warum sollen dann in New York nicht auch 2 Meter Schnee fallen. Als wir das Wetter über das Internet ansahen, waren wir ziemlich angep... Die nächsten Tage soll es kalt bleiben und auch regnen, während es in Texas wieder deutlich wärmer werden soll.

Da wir für das Motel 56 Dollar zahlen mussten und dies unserer Meinung nach für den gebotenen Standard um etwa 30 Dollar zu teuer war (schmutzig und sehr abgewohnt), waren wir schon mal gespannt auf das Frühstück. Es gab Marmelade, Butter, Toastbrot, Apfel, Gebäck und Cornflakes. Dazu schwarzen Tee, eine Art Kaffee und Saft. Alles wurde mit Wegwerfgeschirr kredenzt.

Von anderen Gästen haben wir dann auch erfahren, dass dies in der Preisklasse von 50 bis 85 Dollar eher Standard statt Ausnahme sei. Unter 50 Dollar findet man kaum ein Zimmer und wir möchten uns gar nicht vorstellen, wie dort so die Standards sind.

Wir haben uns jetzt bei Einheimischen und Touristen mal nach den Mautstraßen erkundigt und auch lange im Internet recherchiert. Leider sagt jeder etwas anderes und wir sind jetzt noch verwirrter als vorher. Die einen sagen, man kann überall auch bar oder per Kreditkarte zahlen. Die anderen sagen es gibt Mautstationen die nur elektronisch abrechnen und man benötigt ein entsprechendes Kästchen im Auto. Jeder einzelne Verstoß wird mit 100 Dollar geahndet, was auch bei Falschanbringung des Kästchens der Fall sein soll.

Gestern sind wir dann auch in Saint Augustine gewesen. Es ist ein kleinerer Ort und er besitzt, was für amerikanische Verhältnisse eher ungewöhnlich ist, sogar einen richtigen Ortskern mit Geschäften, Bars und Restaurants gegründet im 18 ten Jahrhundert. Der Ort ist auf jeden Fall recht sehenswert und es gibt einige Geschäfte mit sehr schönen und außergewöhnlichen Kunstwerken.

Im Frühstücksraum des Hotels staunen wir nicht schlecht über die Breaking News im Fernsehen. Es gibt jetzt in den USA ein Restaurant mit Drohnen und daran hängendem Mistelzweig. Den näheren Sinn konnten wir leider nicht verstehen, aber man konnte klar und deutlich einen Hubschrauber sehen der in einem Restaurant herumflog und an dem ein Zweig hing.

St. Augustine
Florida, United States
Anja und Rene Small

Spring Downtown und Cheesecake-Factory in den Woodlands

Vorgestern waren wir in Spring Down Town. Das ist ein relativ kleiner Ort der um 1900 entstanden ist. Die etwa 50 ursprünglichen Holzhäuser sind alle zu Läden oder Restaurants umfunktioniert und haben Zulauf vom ganzen Land. Es gibt hier jede Menge Firlefanz, vom ganzjährigen Weihnachtsschmuck bis hin zur Kuckucksuhr aus dem Erzgebirge. Aber auch sehr ausgefallene Kleidung die an die Flower-Power-Zeit der 60er- und an die 70er-jahre erinnert. Ebenso haben wir einige Läden besichtigt die sehr ausgefallene Möbel, Skulpturen, Bilder und andere Kunstgegenstände im Angebot hatten. Der Knaller war aber der deutsche Laden. Hier gab es vor allem deutsche Lebensmittel und eben so „nützliche“ Dinge wie Kuckucksuhren.

Die hatten in diesem Laden auch so etwas ähnliches wie Überraschungseier. Rene fragte, wieso man hier nicht das Original verkauft. Die Antwort kannte Rene zwar schon, hielt sie aber immer nur für ein Gerücht. Nun stellte sich aber heraus, dass es kein Gerücht war. Also die Amis verbieten die Einfuhr, weil es ein gefährliches Spielzeug ist. Ein Kleinkind könnte sich an den Kleinteilen verschlucken. Schusswaffen sind aber erlaubt, vor allem in Texas, und wie die unrühmliche Vergangenheit schon viel zu oft gezeigt hat, kommen auch immer wieder Minderjährige und Kinder in den Besitz von Waffen. Was dabei schon alles passiert ist, möchte ich hier nicht weiter ausführen. Irgendwie sind die Amerikanische schon ein komisches Völkchen, aber das denken die sicherlich auch von uns Europäern.

Nichts desto trotz, dieser kleine, zum Einkaufsdorf umfunktionierte Ort, würde sich sicherlich auch in Deutschland regen Zulaufs erfreuen.

Nach dem wir die meisten Läden durch und kaum noch Geld in der Tasche hatten, sind wir in den hiesigen Saloon gegangen. Der hat schon sehr an die guten alten Wild-West-Western erinnert. Statt der Pferde vor dem Saloon standen halt die typischen Amiautos neben dem Gebäude. Das sind hier in Texas natürlich lauter „fette“ Pickup-Trucks. Wenn man da ans Tanken denkt, kann einen das als deutschen Durchschnittsverdiener schon ein paar Tränen in die Augen treiben. Bei einem Budweiser (amerikanisches Bier) und typisch amerikanischen Cheeseburger haben wir unsere Bummeltour gemütlich ausklingen lassen. Der Cheeseburger war mit denen der großen Ketten natürlich nicht vergleichbar und um Längen besser.

Gestern ging es in die Woodlands, einem Geschäfts- und Einkaufsviertel, nahe Spring. Hier haben wir vor der Karibikkreuzfahrt bereits die Mall besichtigt und wollten nun die Leckereien in der Cheesecake-Factory genießen. Das ist wie man vermuten könnte keine Fabrik, sondern ein Restaurant. Hier gibt es leckeren Käsekuchen in allen möglichen Variationen. Rene hat die Schokoladenvariante probiert und Anja hat sich auf die Variante mit Limonchello gestürzt. Dominique, der unseren Chauffeur gespielt hat, hat sich für ein Gericht mit Fleisch entschieden, wie es eben einem echten Texaner gebührt. Seine Wahl viel auf ein Gericht namens Renee's Special. Klingt zwar jetzt ein wenig komisch, ist aber so. Rene wusste nur nicht genau, ob das eine Art Ehre für ihn sein sollte, oder ob sein Neffe etwa kanibalistische Gedanken gegen ihn hegte. Dummerweise hatten wir ganz vergessen ein Bild davon zu machen. Man hat ja auch nicht alle Tage die Ehre, dass ein Gericht nach einem benannt wurde.

Wir waren jetzt schon ein paar mal Essen. Es hat uns immer gut geschmeckt und auch das Personal war stets sehr zuvorkommend. Ein kleiner Wermutstropfen bleibt aber und das sind die Preise, die haben nämlich eher italienisches Niveau. Anja war ja vor knapp über 20 Jahren schon mal in den USA und da war alles viel billiger als in Deutschland. In den großen Fastfoodketten kann man zwar günstig essen, aber da mögen wir nicht so gerne hin.

Der Aufenthalt in den USA wird wohl ein gewaltiges Loch in unser Gesamtbudget reißen, womit sich unsere Gesamtreisezeit wohl um einige Wochen verkürzen wird. Wir haben ja 3 Jahre geplant und wenn es so wie bisher weiter geht, werden es wohl eher 2 Jahre. Aber 2 Jahre Urlaub am Stück sind ja auch nicht das aller schlimmste Los.

Auf der Rückfahrt haben wir noch einen kurzen Abstecher zur Kletterhalle von Spring gemacht. Die ist nicht weit vom Apartment von Rene's Schwester entfernt. Rene hat sie für gut befunden und wollte gleich am nächsten Tag einige Routen ausprobieren.

Heute ging es also in die Kletterhalle. Yvonne wollte das Sportklettern auch mal in der Halle ausprobieren. Als sie mit Dominique zu Besuch in Deutschland war hatte sie Rene mal mit in die fränkische Schweiz mitgenommen. Da hatte sie sich gar nicht so schlecht angestellt wie Rene befand. Wohl auch ein wenig deshalb um vor ihrem „kleinen“ Bruder nicht als Schwächling dazustehen.

Die Kletterhalle war nicht allzu groß, hatte aber genug Kletterrouten (12 – 14 Meter hoch) und einen Boulderbereich (Klettern in Absprunghöhe) um sich richtig auszutoben. Neun der Kletterrouten waren sogar mit einem Selbstsicherungsapparat ausgestattet. Das bedeutet, dass man alleine, also ohne Sicherungspartner klettern kann.

Rene war sichtlich froh seine überschwängliche Energie mal wieder an einer Kletterwand ausleben zu können. Yvonne und Dominique hatten auch sichtlich Spaß am Klettern und machten ihre Sache, trotz eines für Anfänger üblichen Respekts vor der Höhe, erstaunlich gut. Obwohl Yvonne sehr sportlich ist und seit einigen Jahren recht intensiv Ausdauer- und Kraftsport betreibt, war sie sehr erstaunt, wie schnell man beim Klettern an seine Grenzen kommt. Das hat aber auch viel damit zu tun, dass man als Anfänger zu wenig auf einen guten Stand mit den Füßen achtet und sich zu sehr auf die „Hand- und Armarbeit“ konzentriert. Das zieht viel Kraft aus den Armen, vor allem aus den Unterarmen.

Bleibt noch zu erwähnen, dass es seit zwei Tagen deutlich kälter wurde. Die Sonne hat sich vorerst sehr rar gemacht und das soll laut Wetterbericht vorerst auch so bleiben. Es hat tagsüber gerade noch 12 Grad und in der Nacht geht es auf bis zu 4 Grad runter. Wir haben das mal mit Bamberg verglichen und da war es sogar 1 Grad wärmer als hier. Das ist sicherlich auch nicht der Normalfall, wenn man bedenkt wie viel weiter Houston im Süden liegt. Insgesamt meint es der Wettergott auf unserer Reise wohl nicht ganz so gut mit uns. Wir hören besonders von den Einheimischen immer nur, dass es heuer so kalt und/oder regnerisch sei wie schon seit Jahrzehnten nicht mehr. Hoffen wir mal, dass es in Florida, wohin wir in ein paar Tagen weiter reisen werden wieder etwas wärmer und sonniger wird.

Houston
Texas, United States
  • Small
    Claus hat am kommentiert:

    Immer wieder interessant, von euch zu hören (lesen).
    ...und schön, dass es in Houston für euch kein Problem gab.

  • Small
    Michaela hat am kommentiert:

    hallo anja & rene! schön, dass ihr wieder unterwegs seid! ich freue mich auf eure berichte, die ich abends immer lese :)

Anja und Rene Small

Kreuzfahrt vom 02.11-09.11.14 (Mexico, Grand Cayman und Jamaica)

Wir wollten ja schon lange mal eine Kreuzfahrt machen. Mehrere karibische Inseln in einem Urlaub ansehen fanden wir immer recht reizvoll. Ist aber nicht ganz billig von Deutschland aus und der Gedanke, ob es nicht doch besser ist eine karibische Insel in zwei Wochen zu bereisen hat uns bisher immer davon abgehalten. Da die Kreuzfahrt aber nur knapp 500 Dollar für eine Woche kosten sollte, haben wir die Gelegenheit beim Schopfe gepackt.

Unser Kreuzfahrtschiff, die Carnival Magic bietet etwa 4000 Gästen Platz, hat so etwa 2000 Mann (und natürlich Frau) Personal und sieht von außen natürlich ziemlich riesig aus. Bis man sich drinnen auf den 14 Decks zurechtfindet, dauert es auch eine geraume Zeit.

Waren wir bisher über die Körperfülle vieler Amerikaner doch recht erstaunt, durften wir nun erfahren, dass es noch deutliche Steigerungen nach oben gab. Nicht gerade wenige waren sogar so dick, dass sie auf einem elektrischen Fahruntersatz oder Rollstuhl aufs Schiff fuhren und diese auch während der Reise auf dem Schiff meist nur beim Anstehen am Buffet verließen und wohl auch zum Schlafen. Da es auf dem Schiff Essen All-inclusive und rund um die Uhr gibt, wird das Gesamtgewicht aller Reisenden am Ende wohl noch um einige Tonnen zunehmen. 

Bitte nicht falsch verstehen, wir wollen hier nicht über Dicke lästern, denn jeder darf unserer Meinung so leben wie er will und das schließt natürlich auch Dicksein mit ein. Aber dass auch so viele Kleinkinder hier bereits sehr deutliches Übergewicht haben und deren Eltern scheinbar keine vernünftigen Grenzen mehr kennen und den Kindern riesige Teller vorsetzen, macht uns schon sehr betroffen.

Erstaunlicher Weise, ist aber auch die Fitnessabteilung auf dem Schiff immer recht gut besucht und es finden einige Ernährungsworkshops statt. Auch die wohlbeleibten nehmen das Angebot rege an, was uns wiederum Respekt abnötigt.

Die Amerikaner, egal ob nun an Land oder hier auf dem Schiff, sind immer sehr nett und aufgeschlossen. Man hat kein Problem mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Manche labern einen echt schwindlig und man muss sich sehr konzentrieren sie zu verstehen, weil sie sehr schnell reden und/oder einen sehr eigenartigen texanischen Akzent haben, so als würden sie dabei auf einem Kaugummi herumkauen. Manchmal, besonders beim Abendessen, wünscht man sich daher hin und wieder sie hätten irgendwo auch einen Ausschalter. Natürlich gibt es aber auch Deutsche, bei denen man sich so einen Ausschalter wünschen würde.

Pizza, Hotdogs, Hamburger und diverse Sandwiches kalt und warm gibt es nahezu rund um die Uhr. Neben dem standardmäßigen Mittags- und Abendbuffet gibt es ein Buffet mit indischen, mexikanischen und asiatischen Spezialitäten. Auch Salat und Obst gibt es in Hülle und Fülle. Man kann sich hier also auch durchaus bewusst und gesund ernähren.

Gegen Aufpreis gibt es noch ein italienisches Restaurant und eines wo Steaks serviert werden. Tee, Kaffee, Wasser, eine Art Limonade und morgens Saft gibt es gratis. Alkoholische Getränke sowie Cola, Fanta, etc. kosten extra und sind nicht gerade billig. Das scheint die Amerikaner aber nicht weiter zu stören, denn Bier und Cocktails fließen hier in rauen Mengen.

Auf dem Schiff gab es eine Zone nur für Erwachsene (21+) , also ohne „Kindergeschrei“ und TV-Lärm oder ähnliches, halt mal wirklich zum Entspannen. Nein, wir haben nichts gegen Kinder. Wir beide mögen Kinder sehr gerne, auch oder sogar besonders die lebhafteren, aber manchmal ist es auch schön sich in Ruhe entspannen zu können bzw. einen ruhigen Rückzugspunkt zu haben.

Der TV am sonnigen Hauptdeck lief ununterbrochen und nicht gerade leise. Da war es auf der Zone 21+ mit Whirlpools, Hängematten, gemütlichen Liegen verschiedener Form und Größe schon sehr angenehm. Wäre da nicht dieser Wind gewesen. Trotz Sonnenschein und etwa 28 Grad kam da regelmäßig Gänsehaut auf. Wir haben uns dann halt in die Sauna oder einen Whirlpool verkrochen. Da die Hängematten meist besetzt waren, haben sich die großen runden Rattanbetten als unser Lieblingsplatz herauskristallisiert.

Auf dem Schiff gab es für die Jüngern und Junggebliebenen auch zwei relativ lange Wasserrutschen und unter Deck eine Abteilung mit Videospielen für verschiedene Altersgruppen. Für die Älteren gab es noch jede menge Läden, Bars, Unterhaltungsshows und eine Disco im Inneren des Schiffs. Ein Basketballfeld und einen Trimmdichpfad sowie eine Minigolfanlage fanden auch noch an Deck platz. Mit Abstand am meisten genutzt wurde aber das Casino im Inneren des Schiffs, da Glücksspiel fast überall in den USA verboten ist. Manche scheinen auch nur wegen des Glücksspiel auf dem Schiff gewesen zu sein.

Rene glaubt sogar, dass der Verkauf von Alkohol und das Glücksspiel mehr Umsatz erwirtschaften, als der eigentliche Reisepreis, denn der geht ja schon für Diesel und vor allem die Verpflegung drauf. Hinzu kommt noch ein nicht unerheblicher Anteil vom Verkauf der Duty-Free-Waren an Bord, die Ausflugspakete an Land und der Spa-Bereich. Da wurde mit den Preisen nicht gekleckert sondern geklotzt.

Ein durchschnittlicher Landausflug von 3 bis 4 Stunden kostet etwa 100 Dollar und Anwendungen im Spa-Bereich, wie etwa 90 Minuten Massage oder Behandlung von Gesicht und Hand, schlagen mit 169 bis 199 Dollar zu Buche. Aber auch hiervon wurde rege Gebrauch gemacht.

Der erste Tagesausflug ging auf die Insel Cozumel (Mexico). Hier beschlossen wir eine Inselrundfahrt zu machen, um mehrere Strände anzusehen. Das hätte als Buchung auf dem Schiff 99 Dollar pro Person gekostet. Wir haben bei einem Taxifahrer dafür nur 25 Dollar pro Person bezahlt. 

Der Besuch der Maja-Ruinen war aber eher ein Reinfall. Das Areal war sehr klein, man war in einer viertel Stunde durch, und kostete extra Eintritt. Man hat uns noch auf die vielen Moskitos hingewiesen und gleich am Eingang für uns ein Moskitospray bereit. Wie nett dachten wir. Das hat dann aber natürlich für 3 Sprühstöße pro Person nochmal extra einen Dollar gekostet. Yvonne meinte sie bräuchte das nicht. Entsprechend war sie dann auch zusammengestochen. Allerdings ließ die Wirkung des Moskitosprays zu wünschen übrig. Wir hatten zwar nur halb so viele Stiche wie Yvonne, aber trotzdem hat es jeden von uns gut 2 bis 3 Dutzend mal erwischt. Erfreulicher Weise, waren die Stiche am Abend fast alle wieder weg und der Juckreiz war auch nicht so schlimm wie wir es sonst kannten.

Am schönsten Sandstrand der Insel gingen wir baden und genossen einen Frozen Margerita. Unser Taxifahrer wartete die zwei Stunden auf uns und scherzte in dieser Zeit mit den Angestellten des Restaurants. Zum Abschluss sind wir dann noch durch die Innenstadt mit den zahlreichen Geschäften in der Nähe des Hafens geschlendert.

Die Mexikaner hier sind sehr nett und gesprächig. Leider macht das beim Bummeln keinen Spaß. Wer schon mal in der Türkei oder Ägypten in den bekannten Touristenorten Urlaub gemacht hat, weiß was wir meinen. Obwohl die Mexikaner hier auch sehr nervig waren und man vor jedem Laden angelabert wird, empfanden wir sie insgesamt nicht als ganz so aggressiv.

Den Tag darauf ging es auf die Hauptinsel der Cayman Islands, Grand Cayman, mit dem berühmten 7 Meilenstrand. Wir sind fast den ganzen Strand entlang gelaufen. Der ist wirklich klasse und das Wasser absolut glasklar. Entsprechend waren wir von den türkisen und blauen Farben und Farbnuancen fasziniert. So was sieht man wirklich sehr selten, besonders bei Sandstränden. Gerade wegen solcher Farben lieben wir ja das Meer an den griechischen Kiesstränden und seit heuer auch an den kroatischen.

Das liegt hier, am 7 Meilenstrand, wohl hauptsächlich daran, dass es sich nicht wirklich um Sand, sondern um zerriebene Korallen handelt. Diese etwa sandkorngroßen Korallenstücke sind wohl schwerer als Sand, da sie, wenn sie durch die Badegäste oder die Brandung aufgewirbelt wurden sofort wieder zurück auf den Grund sinken.

Neben dem glasklaren Wasser ist auch der Strand topp gepflegt. Hier sollten sich die Verantwortlichen „Tourismusexperten“ aus Italien mal ein paar Scheibchen abschneiden.

Der Strand war auch nicht mit Liegen und Sonnenschirmen zugepflastert, aber es war auch keine Saison mehr. Wir wissen also nicht ob das in der Hauptsaison anders ist. Der komplette Strand ist zwar für alle zugänglich, wird aber von Hotelanlagen im Hintergrund dominiert. Gott sei dank gibt es aber keine riesigen Hotelbunker. Es gibt drei relativ kleine öffentliche Strandabschnitte, wovon bei zweien jeweils eine Bar mit Imbiss vorhanden ist.

Der letzte Ausflug ging nach Jamaika. Hier haben wir uns von Anfang an für einen reinen Strandtag entschieden, da die meisten Ausflüge für uns zu weit entfernt waren. Bei maximal 6 Stunden Landgang fanden wir mehr als 3 Stunden Fahrtzeit im Auto oder Bus doch zu viel. Von der „Pünktlichkeit“ in Jamaika wurden wir auch gewarnt, weil das Schiff auf Zuspätkommer keine Rücksicht nimmt. Schade eigentlich, denn die Insel schaut sehr schön grün und bergig aus. Die wäre toll für einen Rucksackurlaub geeignet, wenn nicht die Kriminalität so hoch wäre.

Wir verbrachten den Tag also am Dr. Caves Beach. Dort angekommen wollte ein jamaikanischer 2 Meter Hüne Rene zu einer privaten Inselrundfahrt und nennen wir es mal Friedenspfeife inklusive überreden. Ehe Rene jedoch richtig antworten konnte, der Einheimische war ihm gleich auf Anhieb sympathisch, wurde er von Anja und Yvonne sofort weiter gezogen. Rene und der nette Jamaikaner hatten dann später aber noch eine nette Unterhaltung, natürlich ohne zu rauchen.

Am Strand genossen wir wieder mal einen Cocktail (Frozen Margerita). Anja und Yvonne konnten einem kurzen Shoppingausflug auf Dauer dann aber doch nicht widerstehen. Rene hat die Zeit heimlich genutzt um das jamaikanische Bier genauer zu studieren.

Besonders Anja war von der Art der Jamaikaner sehr angetan. Sie sprachen Anja und Yvonne beim Shopping zwar auch ständig an, jedoch weniger aufdringlich als die Mexikaner, wie sie fanden. Das wir nicht rauchen wollen, kann man den meisten Jamaikanern aber nicht so leicht klar machen. Die sind hier halt einfach zugedröhnter, äh Entschuldigung, ich meine natürlich gechillter als im Rest der Welt. Die Armut ist hier aber sehr hoch und man versucht halt so ein wenig schnelles Geld zu machen. 

Auf jeden Fall war der Strandtag mit der dazugehörigen Reggaemusik ein Genuss für uns. Der Strand war bewacht und so wurden wir kaum von Händlern belästigt und mussten auch weniger Angst um unsere Wertsachen haben. Ein fader Beigeschmack bleibt aber dennoch, wenn man an einem Strand Wachpersonal benötigt.

Insgesamt war jede Insel mehr als sehenswert und man könnte hier auch jeweils gut und gerne zwei schöne Wochen verbringen. Allerdings wird sich der Geldbeutel weniger darüber freuen. Obwohl viele der Karibikinseln recht arm sind, ist es doch erstaunlich wie teuer hier alles ist. Jedenfalls wenn man die einheimischen Löhne in Relation nimmt oder asiatische Urlaubsziele wie etwa Thailand dagegen setzt, die ebenfalls traumhaft schön aber deutlich günstiger sind. Auch ist die Kriminalität in den asiatischen Urlaubsländern deutlich geringer bzw. liegt auf deutschem Niveau und man fühlt sich abseits der Hotelanlagen immer sehr sicher.

Jamaica
, Jamaica
Anja und Rene Small

Ankunft in Spring/Texas (nahe Houston)

Die letzten Tage und Wochen waren voll gepackt mit Terminen und das nicht ganz so schöne Wetter sorgte dafür, dass sich unserer Vorfreude auf den nächsten größeren Teilabschnitt unserer Weltreise von Tag zu Tag mehr steigerte.

Am vergangenen Mittwoch war es dann endlich soweit. Nach etwa 15 Stunden Flug mit Zwischenstopp in Amsterdam sind wir etwas schlapp aber gut gelaunt und voller Vorfreude im sonnig warmen Houston/Texas angekommen. 

Rene hat sich schon lange auf diesen Tag gefreut. Es war das erste mal, dass er seine Schwester und deren Kinder, die vor etwa 15 Jahren in die USA ausgewandert sind, dort besuchen konnte.

Wir wurden von Rene's Schwester Yvonne und deren Sohn Dominique, also Rene's Neffe, abgeholt. Rene's Nichte Stephanie konnte am Flughafen leider nicht mit dabei sein, da sie arbeiten musste. Da wir Stephanie aber seit 15 Jahren nicht mehr sehen konnten, konnten wir auch noch ein wenig länger warten. Wir haben sie dann kurz auf der Arbeit besucht und uns alle zum Abendessen verabredet.

Yvonne und Dominique waren ja schon zu Besuch in Bamberg, aber Stephanie, um die sich Rene von klein auf  mit gekümmert hatte und die ihm deshalb besonders am Herzen liegt, war leider nie dabei.

Da Dominique kein und Stephanie nur noch wenig Deutsch spricht, gestaltete sich die Kommunikation zu Beginn etwas holprig. Wir sprechen zwar recht passabel englisch, aber immer wieder fallen einem wichtig Wörter nicht ein oder kennt sie einfach nicht. Es ist doch etwas ganz anderes, wenn man sich in seiner Muttersprache fließend ausdrücken kann und der Gesprächspartner einen entsprechend versteht.

Nach der Aklimatisierung in Spring, nahe Houston/Texas, wo Rene's Schwester wohnt, sahen wir uns die nähere Umgebung an. Entlang der vier- oder fünfspurigen Straßen haben sich vor allem Gewerbetreibende angesiedelt. Größere Einkaufsläden, Autohäuser, Handwerksbetriebe und vor allem Fastfoodläden. Dazwischen oftmals halb verfallene Gebäude. Dahinter schließen sich immer wieder Wohngebiete an. Diese sind meist komplett umzäunt. Teils mit Videokameras versehen und meist auch mit Security. So etwas wie einen Stadtkern mit Einkaufsmöglichkeiten, wie es in europäischen Städten üblich ist, scheint es hier nicht zu geben.

Fußgängerwege oder Radwege sucht man auch größtenteils vergebens. Mal eben durch ein Wohngebiet zu schlendern und sich in der Gegend umzusehen stellt dementsprechend eine Herausforderung dar. Man hat ja auch noch Nachrichten im Hinterkopf, wo schon mal jemand in den USA erschossen wurde, weil er ein Privatgrundstück betreten hat und der Besitzer meinte es mit einem Einbrecher zu tun zu haben. Noch dazu ist ja gerade in Texas jeder bewaffnet.

Rene's Schwester wohnt in einem Apartment in Spring, das sich auch in so einem eingezäunten und bewachten Wohnviertel befindet, obwohl die Gegend hier zu den besseren Gegenden zählt. Fenster und Türen müssen trotzdem immer blickdicht verschlossen bleiben, um potentiellen Einbrechern keinerlei Anhaltspunkte für einen möglicherweise lukrativen Einbruch zu liefern. Entsprechend dunkel ist es tagsüber, trotz großer Fenster, in den Wohnungen.

Nebenan gibt es mehrere eingezäunte Wohnviertel mit Einfamilienhäusern. Diese befinden sich teilweise auf relativ kleinen Grundstücken. Komisch, wo doch hier sonst alles eher überdimensioniert scheint. Die Nutzgärten sind alle komplett mit etwa 1,8 Meter hohen Holzbrettern blickdicht umzäunt. Die Vorgärten mit den Garagenauffahrten sind meist deutlich größer als der Nutzgarten und besitzen keinerlei Umzäunung.

Rene läuft und joggt, wann immer möglich, barfuß. Seine Schwester war deswegen etwas schockiert. „Das geht nicht in Amerika. Man könnte dich für einen Penner halten und die Polizei informieren“ meinte Sie. Rene hat natürlich nicht darauf gehört und „Gott sei Dank“ hat ihn beim Joggen die Polizei auch nicht gleich eingefangen!

Alles in allem wirkt das auf uns eher etwas befremdlich und eine Wohlfühlatmosphäre will bei uns erstmal nicht so richtig aufkommen. Berge gibt es hier weit und breit auch keine und das Meer ist zwar nur eine knappe Fahrtstunde entfernt, aber viel zu verschmutzt von den strandnahen Ölförderungsanlagen um dort auch nur ansatzweise Badespaß aufkommen zu lassen. Für unsere Auswandererpläne ist diese Gegend hier also eher ungeeignet.

Wir wissen aber noch nicht wie es so im Rest von Texas oder gar den USA aussieht und dies ist daher eher als erste, vorübergehende Bestandsaufnahme zu sehen. Wir haben bisher ja nicht einmal ein Prozent von einem Prozent von den USA gesehen.

Vorgestern haben wir eine große Einkaufsmall besichtigt. Die Geschäfte sind ähnlich wie bei uns in Deutschland, nur ist halt alles eine Nummer bzw. einige Nummern größer. Wahrscheinlich wurden die Mall's in Deutschland wiedermal einfach nur von den Amis kopiert, wie so vieles das aus Amerika kommt. Das wird auch ganz deutlich an diesen grässlichen Unterhaltungsshows die in Deutschland tagtäglich über die Flimmerkiste laufen und wohl in nicht unerheblichen Maße zur allgemeinen Volksverdummung beitragen. Wir haben das hiesige US-Programm mal durchgezappt und scheinbar alle Formate im deutschen Fernsehen haben ihren Ursprung im amerikanischen TV.

Etwas verstört waren wir als wir in eine Zoohandlung in die Mall gingen. Hier wurden Hunde in Käfigen bzw. Glaskästen gehalten, die eine Größe haben in der bei uns höchstens Kleinnager zum Verkauf angeboten werden. Das kann man auf dem Foto auch gut sehen. Was wir davon halten, wollen wir an dieser Stelle lieber nicht weiter kommentieren.

Auf der Rückfahrt von der Mall haben wir, wie es sich als braver Deutscher gehört, noch einen Abstecher zum Aldi gemacht. Ja, richtig gelesen, Aldi gibt es auch in den USA. Das ist wohl unsere Rache für das unsägliche TV-Programm, welches wir den Amerikanern zu verdanken haben. Im Vergleich zu Lidl und Aldi, die ja fast überall in Europa vertreten sind und dort auch sehr viele deutsche Produkte anbieten, gibt es im US-Aldi jedoch nur amerikanische Produkte.

Gestern waren wir mit Rene´s Schwester, Neffe und Nichte beim Mexicaner „El Palenque“.

Das nennen wir mal eine Auswahl, was bei einer Meal-Bestellung alles auf den Tisch kommt. Als Vorspeise vom Hause Tortilla Chips mit selbstgemachten Salsasaucen und zwar als „All you can eat“. Zum Hauptmenü wurden zusätzlich Fladentortilias zum befüllen gereicht. Außerdem gab es dazu Sourcreamsauce, geriebenen Käse, Reis und Bohnen mit Sauce. Lecker war alles obendrein. Wer da hungrig heim geht, der ist selber schuld.

Und stellt Euch vor, es hing ein Schild am Eingang des Restaurants: Betreten nur mit T-shirt und Schuhen erlaubt! Gehen die denn sonst barfuß und oben ohne zum Essen? So richtig vorstellen mag man sich das aufgrund der, sagen wir mal nicht zu übersehenden Körperfülle sehr sehr vieler Amerikaner hier in und um Houston nicht so unbedingt.

Wie es aussieht, machen nämlich sehr viele Amerikaner reichlich Gebrauch vom vielen Fastfood und/oder „All you can eat“. Man könnte fast sagen ein Durchschnittsamerikaner entspricht in etwa zwei bis drei Durchschnittsdeutschen. Aber vielleicht ist das auch nur in Texas oder im Gebiet um Houston so.

Wir sind mal gespannt ob es auch Restaurants gibt, wo auf dem Eingangsschild steht: Betreten nur mit Hose und Mütze erlaubt.

Wir freuen uns jetzt schon auf morgen, denn dann gehen wir gemeinsam mit Rene's Schwester auf eine einwöchige Karibikkreuzfahrt.

Spring
Texas, United States
Anja und Rene Small

Bamberg

Die letzten Tage haben wir einige Verwandte und Freunde getroffen und vor allem viel auf unserem Campingplatz in Bug verbracht. Wir mussten erst mal den Wohnwagen richtig von innen und außen reinigen und platz in unserer Hütte schaffen. Ebenso haben wir einige wichtige Sachen erledigt wie Behördengänge und ähnliches. Auch unsere weitere Reiseplanung nahm einige Zeit in Anspruch.

Morgen und nächste Woche stehen dann einige Arztbesuche auf dem Programm. Wir treffen noch einige Freunde und Verwandte und dann sind da ja auch noch die Bockbieranstiche in Bamberg und Umgebung. Als waschechter Bamberger darf man sich das ja nicht entgehen lassen.

Am 29.10. geht es erst mal für 3 Wochen nach Houston in den USA. Dort besuchen wir die Schwester von Rene und deren Kinder. Wir machen mit Rene's Schwester in dieser Zeit auch eine Karibikkreuzfahrt, da die für ein Woche nur rund 400 Dollar kostet. Danach wollen wir 5 Wochen in Florida herumreisen und wenn möglich den Neffen von Anja besuchen, der dort in Fort Lauderdale lebt. Wenn wir wieder so eine günstige Kreuzfahrt in die Karibik finden, werden wir dies von Florida aus noch mal  für eine Woche buchen.

Danach geht es weiter auf die Philippinen, da sich das mit Indien ja erledigt hat. Hier bleiben wir etwa 2 Monate. Auf dem Rückweg wollen wir dann je einen Monat auf Bali und 3 Wochen in Malysia verbringen.

Ab Anfang Mai geht es dann mit dem Wohnwagen nach Griechenland. Hier werden wir uns dann bis Oktober genauer nach Grundstücken bzw. älteren Häusern mit Grundstücken für unseren Traumplatz umsehen. Wie in unserm Reisetagebuch zu lesen war, fiel Italien ja relativ schnell aus dem Raster. Kroatien ist vom Wetter her ja deutlich unbeständiger als Griechenland und auch das Meer ist um einiges Kühler. Auch hat der Tourismus in Kroatien ab Ende August deutlich abgenommen. Insgesamt recht schade, denn gerade die Gegend Zwischen Omis und Dubrovnik hat uns ja außerordentlich gut gefallen.

Solange wir in Baberg sind, werden wir wohl keinen Blogeintrag mehr schreiben. Wenn wir ab Anfang November unsere Reise in den USA fortsetzen, geht es dann wieder weiter mit dem Blog.

  • Missing
    Sandra hat am kommentiert:

    Bamberg ist doch am schönsten :-) Toll das du uns besucht hast, wir haben uns sehr gefreut. Das ist ja der Wahnsinn wo ihr zwei schon überall gewesen seit ! Ich wünsche euch alles Gute für die Zukunft :-) Hoffe man sieht sich mal wieder. Liebe Grüße

  • Small
    Jasmin hat am kommentiert:

    ich freue mich schon auf euren USA blog! ganz toll eure reise(n).

Anja und Rene Small

Zurück in Deutschland

Rene konnte wegen starker Rückenschmerzen und Magen-Darmbeschwerden seit Tagen kaum noch liegen und war meist die ganze Nacht wach. Er meinte es mache keinen Sinn die ganze Nacht mit Schmerzen wach im Bett zu liegen um dann am Morgen übermüdet loszufahren. Am 29.10. sind wir deshalb bereits gegen 22 Uhr Richtung Deutschland aufgebrochen. Im Sitzen und durch die Ablenkung beim Fahren in der Nacht waren die Schmerzen nicht so schlimm.

Wir wussten nicht, das in den Tunnels nachts manchmal Renovierungsarbeiten ausgeführt werden. Dreimal dürft ihr raten, ob das in dieser Nacht so war. Ja, natürlich war das so. Wir kamen gegen 1:30 Uhr in der Nacht am Tunnel an, der von Slowenien nach Österreich führt. Er wurde um 1:00 Uhr gesperrt und die Sperre sollte bis 5 Uhr andauern. Also haben wir uns in der Nähe in einer Ortschaft einen Parkplatz gesucht um ein wenig im Wohnwagen zu schlafen. Das ist aber mitten in der Nacht gar nicht so einfach und wir haben fast eine Stunde gebraucht einen entsprechenden Platz zu finden. Den Wecker haben wir auf 5 Uhr gestellt um Früh gleich weiterfahren zu können. Logisch, dass die Sperrung dann bis 7:30 Uhr gedauert hat. Wir haben dann halt nochmal 2 Stunden vor dem Tunnel gestanden.

Da wir beim Grenzübergang nach Österreich die Aussicht auf die Berge bei einem kleinen Frühstück in einem Autobahnrestaurant genossen haben, verzögerte sich die endgültige Ankunft in Deutschland doch um einiges. Den Verkehr auf den Autobahnen in Österreich und Deutschland waren wir gar nicht mehr gewöhnt und wir wurde zusehends genervter und gestresster. In Italien, Kroatien oder Slowenien hat man ja immer das Gefühl alleine auf der Autobahn zu sein, weil wohl alle die Kosten scheuen und lieber die Landstraßen nehmen.

Am 30.09. um 14 Uhr kamen wir dann an einem Bauernhof neben der Therme Erding an. Dort sollte es Stellplätze für 10 Euro geben. Da wir aber mehrere Tage bleiben wollten und der Bauer, dem auch die Stellplätze gehören, einen großen Andrang von Wohnmobilen am Donnerstag erwartete, konnten wir unseren Wohnwagen direkt am Bauernhof abstellen. Da wir fix und foxi waren, sind wir dann am frühen Nachmittag die 3 Minuten zur Therme gelaufen und haben vor allem die riesige Saunalandschaft ausgiebig genossen. Als passionierte Saunagänger haben wir uns wirklich sehr darüber gefreut mal wieder einen Tag in einer solchen Saunalandschaft zu verbringen. Rene hat natürlich auch alle Rutschen getestet und da gibt es einige in der Therme. Auch das Thermenbad verbreitet ein schönes Südseefeeling und war eine gute Einstimmung auf unsere nächsten Reiseziele.

Gestern wollten wir dann mit dem Auto nach München fahren um das Indienvisum zu beantragen. Nach über 40 Minuten hatten wir dann die Schnauze voll vom Verkehr und den Umleitungen und sind zurück nach Erding gefahren. Wir haben dann das Auto am Bauernhof abgestellt und sind die 2 km zur S-Bahn gelaufen. Die hat dann etwa eine Stunde in die Münchner Innenstadt gebraucht.

Ein Visum für Indien oder Goa ist für 6 Monate gültig. Bei Aufpreis von 30 Euro beträgt die Gültigkeit 12 Monate. Da wir zuvor in die USA reisen und nicht genau wissen, wie wir einen Flug nach Indien, Sri Lanka und auf die Malediven bekommen, benötigen wir dringend die Variante mit den 12 Monaten. 

Man darf dann in diesem Zeitraum für 3 Monate in Indien bleiben. Reist man allerdings zwischendurch aus, etwa nach Sri Lanka oder auf die Malediven, darf man erst 2 Monate später wieder einreisen. Auch wer nur 2 oder 3 Wochen bleibt benötigt dieses däml... Visum. Man muss seinen Reisepass mit dem Antrag und Passbildern per Post hinschicken oder persönlich vorbeibringen. Die Bearbeitung dauert mindestens 3 Werktage und für nicht in Deutschland geborene noch etwas länger. Wie lange erfährt man aber nicht. Zurück bekommt man den Reisepass mit dem Visum dann wieder per Post oder man muss ihn wieder in München abholen. Da wir für den 29.10. schon den Flug in die USA gebucht haben, fällt für uns der Postweg aus, da die indische  Bootschaft ja auch keine Haftung übernimmt und eine Einreise in die USA ohne Reisepass unmöglich ist. 

Wir hatten die Tage zuvor vergeblich versucht das Visum, wie vorgeschrieben, über das Internet auszufüllen und auszudrucken. Immer wen wir alles ausgefüllt hatten und auf „Speichern und Weiter“ geklickt hatten, waren alle Eingaben weg und es kam auch keine weitere Meldung. Wir hatten halt die Hoffnung das Problem in der Antragsstelle für das Visum klären zu können. Diese Hoffnung hat sich dann aber schnell in Luft aufgelöst.

Die Dame im Amt konnte oder wollte uns nicht helfen und meinte nur wir müssen das nochmal am Computer machen, da es nicht anders gehe. Der Einwand, dass wir das schon zigmal vergeblich versucht hätten interessierte sie nicht weiter. So ist das Vorgehen und basta! Da Anja nicht in Deutschland geboren wurde, wollte man auch noch eine spezielle Meldebescheinigung. Welche das genau ist und wo man die beantragt wollte man uns aber nicht sagen. Wir können das ja alles im Internet nachlesen. Als die Dame dann noch sagte, dass das Visum für Anja, weil sie ja nicht in Deutschland geboren ist, nur maximal 6 statt bis zu 12 Monate Gültigkeitsdauer hat, ist Rene ein wenig der Kragen geplatzt. Anja hat schließlich seit 40 Jahren einen deutschem Pass.

Rene sagte dann in einem etwas lauteren Ton, schei... auf Indien, gehen wir eben wo anders hin, in ein Land die nicht so einen Zirkus wegen so eine bescheuerten Visum machen. Scheinbar wollen die Inder kein Geld von uns. Die Dame am Schalter schaute dann etwas verdattert als Rene hinausstürmte und die Tür hinter sich zuschlug. Rene meinte aber zu der Dame zuvor noch: „Ich weiß sie können ja nichts dafür, sie machen ja nur ihren Job. Mir ist das aber jetzt zu doof und ich habe keinen Bock mehr auf Indien“. Anja wollte der Form halber mit der Dame noch die Sache mit der ominösen Meldebescheinigung klären. Die war nun aber etwas beleidigt und reagierte kaum noch auf Anjas Fragen.

Sehr schade für uns, den wir wollten schon seit Jahren mal nach Indien und Goa reisen und hatten uns schon sehr darauf gefreut und entsprechende Reisepläne geschmiedet. Wir sind dann noch in die Münchner Innenstadt und haben ein paar Einkäufe getätigt. Gegen Mittag haben wir uns einen kleinen Imbiss genehmigt. Rene hat sich dann bei einem Cafe hingesetzt und ein Münchner Bier genossen, während Anja noch ein wenig weiter einkaufen ging. Später kam Anja dazu und wir kamen mit einer Gruppe aus Lübeck ins Gespräch, die extra zur Wies´n eingeflogen sind und mit uns noch gemütlich ein weiteres Münchner Festbier getrunken haben. Sie waren recht interessiert an unseren Reiseplänen und wir hatten ein paar tolle Gespräche.

Sie haben uns auch erzählt, dass sie Maschinen für die Lebensmittelindustrie bauen und momentan einen deutlichen Auftragsrückgang spüren, weil die Russen alle Bestellungen gestoppt haben. In den Nachrichten der letzten Tage haben wir ja auch so einiges negatives aus erfahren, was sich so in der Welt abspielt. Das war etwas erschreckend für uns, da wir ja fast ein halbes Jahr keine Nachrichten gehört hatten. Ständig diese schlechten Nachrichten, die Hektik und der Verkehr der Großstadt trafen uns schon wie ein kleiner Kulturschock.

Wir wollten dann noch auf die Wies'n, aber mit den Einkäufen, unter anderem ein neues Kletterseil, und weil wir ziemlich platt waren, wollten wir das dann auf den nächsten Tag verschieben. Abends im Wohnwagen beschlossen wir dann aber doch am nächsten Tag nach Bamberg zu fahren. Die Menschenmassen in der City von München ließen bei uns nicht so recht Lust auf das Oktoberfest aufkommen.

Heute war dann die Ankunft in Bamberg bzw. Bamberg-Bug auf unserem Campingplatz. Wir haben da ja einen Dauerplatz, wo unser Wohnwagen in den Herbst- und Wintermonaten steht. Da wir erst gegen 20 Uhr und bei völliger Dunkelheit ankamen, war es etwas schwerer mit der Orientierung. Wir haben nur den Wohnwagen ausgerichtet, ein wenig gegessen und geduscht und sind dann müde ins Bett gefallen.

Anja und Rene Small

Schönes Wetter

Die letzten 4 Tage hatten wir relativ sonniges Wetter. Lag wohl daran, dass die Bamberger abgereist waren (Scherz!). Wir haben uns gegen Mittag immer an den Strand gelegt und noch mal richtig Sonne tanken können. Da aber auch immer eine frische Prise geweht hat, war es schon relativ kalt, wenn man aus dem Wasser kam. Sobald die Sonne am Horizont verschwunden war, wurde es aber schon recht kühl und in der Nacht ging es schon bis auf 14 Grad runter. Da wir wussten, dass der erste Teil unserer langen Reise sich dem Ende zuneigt, konnten wir die letzten Tage aber nochmal so richtig genießen.

Der Campingplatz wurde von Tag zu Tag leerer. Vor allem die vielen Dauercamper haben ihre Plätze für die Wintermonate geräumt. Die stellen ihre Wohnwagen ein paar Meter weiter auf einer Wiese ab, weil es dann weniger kostet. Die Arbeit ist aber immens, da die meisten ein Vorzelt, ein Küchenzelt, ein Gerätezelt und was weiß ich noch alles haben. Im Vorzelt oder Küchenzelt stehen dann meist ein oder gar zwei große Kühlschränke, ein Gefrierschrank, diverse Küchenschränke und ein Herd mit Backofen.

Die haben mit ihren Hochdruckreinigern gekärchert und geschrubbt wie die Weltmeister. Manche 2 bis 3 Tage lang. Uns ging das langsam aber sicher ein wenig auf die Nerven, da die Hochdruckreiniger nicht gerade sehr leise waren. Einige kamen extra über ein verlängertes Wochenende um alles zu reinigen und abzubauen. Im Frühjahr bauen sie dann wieder alles auf und der Zyklus beginnt von neuem.

Wir sind ja mittlerweile begeisterte Camper, aber der Aufwand wäre uns dann doch zu hoch. Wenn wir eh jedes Jahr in die gleiche Gegend fahren würden, würden wir uns wohl eher ein kleines Häuschen mit Apartment kaufen. Wenn man so manchen Riesenwohnwagen mit Vorzelt und allem drum und dran sowie der Gebühr für den Campingplatz rechnet, dürfte das auch nicht viel teurer sein. Wir sind auch ein wenig der Meinung, dass das nicht mehr so richtig was mit Camping zu tun hat. Es geht dabei, wie wir finden, ja auch ein wenig darum sich auf das nötigste zu beschränken und ganz bewusst etwas einfacher zu leben.

Sicherlich könnte man nun einwenden, dass dann ja ein Zelt und eine Feuerstelle genügen würden, aber wir üben ja noch. Wir haben ja vom 130 qm Eingenheim über eine 50 qm Mietswohnung auf einen 10 qm Wohnwagen abgespeckt. Ein Zelt statt Wohnwagen stand bei uns ja zur Überlegung, aber bei den vielen Stürmen mit Gewitter und heftigsten Regenfällen, waren wir doch sehr oft heilfroh kein Zelt gekauft zu haben. Das war zwar im Wohnwagen auch nicht immer sehr spaßig, aber man fühlt sich doch etwas sicherer als in einem Zelt.

Wir machten gestern noch einen letzten Fahrradausflug. Wir fuhren nördlich von Rovinj, meist direkt am Strand entlang. An einem Imbiss am Strand habe wir dann bei einem Gläschen Wein und einer Portion Sardellen und Kalamari unseren ersten großen Urlaubsabschnitt Revue passieren lassen.

Die nächsten Tage sollte es wieder deutlich schlechter werden und weil der Wetterbericht für Deutschland deutliche besseres Wetter angezeigt hat, haben wir beschlossen eine Woche früher zurück nach Deutschland zu fahren. Wir werden wohl in der Nähe von München an einem See noch ein paar Tage verbringen und ein wenig in den Bergen zum Wandern gehen. Das macht Sinn, weil wir für unseren Nächsten Reiseabschnitt einen längeren Aufenthalt in Indien und Goa geplant haben und sich das zuständige Amt bezüglich der Visaformalitäten in München befindet.

Heute haben wir dann fast den ganzen Tag mit packen, putzen und ausmisten verbracht. Vieles ging bei den teils starken Stürmen kaputt oder war nicht mehr zu gebrauchen und musste entsorgt werden. Wir wollen am nächsten Morgen früh los um in Deutschland noch genügend Zeit zu haben einen vernünftigen Campingplatz zu finden. Es ist ja gerade Oktoberfest und da kann es eventuell problematisch werden einen guten Platz zu finden.

Anja und Rene Small

Unwetter und Heimfahrt der Bamberger

Vorgestern hatten wir nachts mal wieder ein sehr Starkes Gewitter, es war wohl das bisher stärkste. Es hat über eine Stunde geblitzt und gedonnert, als gäbe es kein Morgen mehr. Beim Donner hat mehrfach unser Wohnwagen vibriert und mindestens ein Blitz muss in unmittelbarer Nähe eingeschlagen haben. Gestern gab es dann wieder heftige Regenfälle und extreme Windböen. Rene ist bei Wind und Wetter Tag und Nacht raus um zu sehen ob noch alles steht an Vorzelt und Zelt, sowie um kleine Ausbesserungen auszuführen. Den Wohnwagen hat es mehrfach richtig durchgeschaukelt, dass Pavillon hat es zerlegt und das Sonnensegel vom Wohnwagen war zerfetzt. Die zwei Nächte haben wir dann entsprechend wenig geschlafen. Jörg und Katrin, die ein Apartment in Rovinj genommen haben, hatten von diesen Unwettern in der Nacht kaum was mitbekommen. Heute ist es wieder stark bewölkt und es gibt immer wieder leichte Regenschauer. Laut Wetterbericht sollte es ja schön sein, aber der ist in Kroatien scheinbar nicht ganz so zuverlässig wie in Deutschland.

Unsere beiden Urlauber hatten insgesamt ein eher durchwachsenes Wetter. Da sie es aber nicht so warm mögen und es tagsüber trotzdem knapp über 20 Grad bis 25 Grad hatte, fanden sie es nicht ganz so schlimm.

Vorgestern Abend ging es dann zum Abschied von den beiden Bambergern nach Rovinj zum Fischessen. Die beiden haben sich ein Fischfilet bestellt und waren recht zufrieden damit. Wir haben uns eine Fischplatte für zwei Personen bestellt, die wir schon so oft in Kroatien bewundern konnten, aber uns wegen unseres Budgets bisher noch nicht gegönnt hatten. Wir hatten uns den Fisch bisher halt immer selbst gegrillt oder wurden ja mehrfach von Milan vom Campingplatz bei Omis eingeladen. Da war der Fisch auch immer super lecker. Die Fischplatte war aber nicht so wie wir uns das vorgestellt hatten. Der Fisch war nicht gegrillt, sondern nur in der Pfanne rausgebacken und weder Fisch noch Beilagen waren gewürzt. Für uns insgesamt eher fade und etwas enttäuschend. Jörg hat dann zum Abschied noch eine runde Cocktails geschmissen. Die waren sehr lecker und auch die Bar war schön, aber es war zum Sitzen schon recht kühl und daher ungemütlich.

Gestern Früh haben wir die zwei Bamberger dann nach Trieste zum Bahnhof gebracht, da von Istrien aus der Zug erst über Zagreb fährt und sie dann ewig unterwegs gewesen wären. Auch die Mitnahme von Fahrrädern scheint in Kroatien nicht so leicht zu sein. Da wir schon so viele Städte gesehen haben, hatten wir dann aber keine Lust mehr Trieste zu besichtigen, da hier auch das Parken ein Problem zu sein scheint. Wir konnten auf der Hin- und vor allem auf der Rückfahrt aber ein wenig von der Altstadt sehen, die sicherlich sehenswert zu sein scheint. Jörg und Katrin hatten auf dem Weg zu uns dort ja eine Nacht verbracht und fanden es recht sehenswert.

Auf dem Rückweg haben wir dann doch noch einen Abstecher nach Umag, Porec und Vsar gemacht. Umag und Vsar sind kleinere, aber nette touristische Orte. Porec ist ein größerer ebenfalls sehr touristischer Ort. Hier haben wir frittierten Kalamari und Sardellen gegessen. Das Essen war sehr lecker und Meerblick inklusive. Preislich war das Essen auch in Ordnung, aber das Bier kostete mit 24 Kuna sogar mehr als in Dubrovnik. Bisher hatten wir für die Halbe 15 bis 17 Kuna und in den touristischen Hochburgen 19 oder 20 Kuna bezahlt. Das soll jetzt aber nicht heißen, dass wir nur Bier trinken. Rene hat es vor allem das Radler mit Lemon oder Grapefruit angetan. Das ist besonders lecker wenn es heiß ist, was aber in den letzten vier Wochen recht selten war, weshalb der Radlerumsatz bei uns deutlich zurückgegangen ist.

Insgesamt scheint Rovinj tatsächlich der schönste Ort in Istrien zu sein und auch wir finden den Ort sehr sehenswert. Die meisten Strände in Istrien finden wir aber nicht so schön, die fanden wir weiter unten im Süden meist viel schöner. Die älteren Orte in Istrien, auch Rovinj, bestehen meist auch nicht aus diesen urigen Steinhäuschen, wie wir sie im übrigen Kroatien so oft gesehen haben. Es gibt hier zwar auch einige Steinhäuschen, die sind aber nicht so schön. Es wird scheinbar auch eine andere Art von Steinen verwendet.

Porec
Istarska, Croatia
  • Small
    Claus hat am kommentiert:

    Hoffentlich waren die Schäden nicht so groß!
    Wie schafft ihr es immer wieder diese Postkartenbilder zu machen? Danke dafür und für die Stories dazu.

  • Small
    Anja und Rene hat am kommentiert:

    Die Schäden waren für die Stärke des Sturms noch akzeptabel.
    Danke für die Blumen. Das liegt wohl an unserem guten Fotoapparat.

  • Missing
    Mary Lou hat am kommentiert:

    Hi Anja, das gleiche Foto von der Fischgräten-Schaukel habe ich auch. Ich freue mich schon wenn ihr mal wieder heim kommt. Ich hoffe ihr habt noch ein paar sonnige Tage. LG

Anja und Rene Small

Ausflug nach Pula, Medulin und Prementura an den südlichsten Zipfel Istriens

Gestern nutzten wir das gute Wetter im Süden aus und fuhren zu dem bekannten Ort Pula. Dort besichtigten wir das Coloseum und die Altstadt, wobei man da unserer Meinung nach nicht unbedingt hinfahren muss, da gibt es schönere Orte. Zum Einkaufen oder Essen und Trinken rund um den Hafenbereich gibt es aber für jeden genug Möglichkeiten.

Kurz vor Prementura waren wir dann am Strand auf dessen gegenüberliegender Seite ein sehr schöner Campingplatz liegt, der von unserer Seite aber nur zu Fuß über eine lange Brücke begehbar war. Medulin finden wir für Bootfahrer interessant durch die vielen Halbinseln, kleineren Inseln und dem langen Südzipfel. Insgesamt fanden wir es aber nicht so toll.

Auf der Rückfahrt haben wir dann noch einen kurzen Stopp in Fazana gamacht. Das ist ein kleinerer Ort mit einem schönen Hafen. Hier haben wir uns zum Abendessen eine Pizza gegönnt, die mal wieder sehr lecker war. Mit Pizza kann man in Kroatien scheinbar nicht viel verkehrt machen.

Heute hat Rene mit Jörg eine kleine Runde mit dem Kanu gedreht. Es ging zu einer kleinen verlassenen Insel die nur ein paar 100 Meter entfernt vom Campingplatz liegt. Als wir drüben waren hatten wir ein wenig Muffensausen, da der Wind und die Strömung schlagartig immer stärker wurden. Bei zurück Paddeln hatten wir dann aber keinerlei Schwierigkeiten. Danach haben Jörg und Katrin noch einen kurzen Trip mit dem Kanu gemacht. Anja hat in der Zwischenzeit für uns alle eine leckeres Lendchen mit Sahnesoße gekocht. 

Was man noch unbedingt erwähnen muss, sind die vielen putzigen Eichhörnchen hier am Campingplatz. Die hüpfen quasi von früh bis spät quer über den Platz und sind scheinbar ununterbrochen damit beschäftigt Walnüsse und Baumaterial in ihre Nester zu bringen. Wir finden das total putzig und Rene könnte ihnen stundenlang dabei zusehen. Sie sind auch recht zahm und laufen bis auf wenige Zentimeter an einem vorbei. Wahrscheinlich würden sie einem auch aus der Hand fressen, aber wir haben beschlossen keine wilden Tiere zu füttern. Erstens sollen sie möglichst wild bleiben, denn es gibt immer auch Menschen die es weniger gut mit ihnen meinen und zweitens wissen wir nicht was ihnen bekommt.

Pula
Istarska, Croatia
Anja und Rene Small

Ankunft in Rovinj und Besuch aus Bamberg

Gestern ging es weiter zum Campingplatz Polari, 3 km südlich von Rovinj. Der Campingplatz ist mit etwa 1800 Stellplätzen unser bisher größter. Es gibt hier auch eine FKK-Abteilung, so dass wir unsere Körperbräune vervollkommnen können, vorausgesetzt das Wetter spielt mit.

Die Sanitären Anlagen sind soweit in Ordnung, aber es gibt fast nur heißes Wasser, was wir etwas merkwürdig finden. Wir hatten aber schon mal einen Campingplatz, wo es nur heißes Wasser gibt. Man kann sich nach dem Duschen nicht kalt abduschen oder mal eben am Morgen das Gesicht erfrischen. Obwohl der halbe Platz noch belegt ist, herrscht im Supermarkt schon Schlussverkauf und die Regale sind schon halb leer. Der Strand ist insgesamt nicht so toll, lediglich beim FKK-Bereich gibt es kleinere gemütliche Abschnitte.

Bei soviel Möglichkeiten hat die Platzsuche etwas länger als sonst gedauert. Danach hieß es Zelt aufstellen und ein wenig einkaufen. Zum Abschluss des Tages haben wir dann mit dem Rad einen kurzen Abstecher nach Rovinj gemacht. Es gibt hier mehrere gut ausgebaute Radwege, so dass man nicht auf der Landstraße fahren muss.

War es gestern noch relativ bewölkt mit sonnigen Abschnitten, hatten unsere Freunde aus Bamberg heute richtig Pech mit dem Wetter. Es fing schon am frühen Morgen an zu regnen und die teils sehr heftigen Schauer hielten bis zum Mittag an. Entsprechend durchnässt kamen unsere Bamberger Freunde dann bei uns am Campingplatz an. Sie fuhren ja von Villach aus über Slowenien und Istrien mit dem Fahrrad zu uns.

Wegen des schlechten Wetters und damit wir etwas mehr Platz mit unseren Freunden haben, wurde seit dem Gardasee im Mai mal wieder unser Pavillon aufgebaut. Rene hat mit dem Boden vom Pavillon zusätzlich noch einen weiteren Regenschutz zwischen Wohnwagen und Pavillon aufgebaut um nicht ständig den Matsch im Wohnwagen zu haben.

Kurz nach der Ankunft unserer Freunde Jörg und Katrin hat es dann zum Glück aufgehört zu regnen und es gab wieder sonnige Abschnitte. So konnten die beiden ihre durchnässten Sachen aufhängen. Anja hat für uns alle Spagetti und Salat gekocht. Wir haben bei ein paar Bierchen jede Menge Neuigkeiten ausgetauscht. Die Zeit verging wie im Flug und so beschlossen wir, dass die Beiden ihre Unterkunftsuche auf den nächsten Tag verschieben und bei uns im Wohnwagen schlafen können. Zum Abendessen hat uns Jörg dann alle zum Essen eingeladen. Wir bekamen seit längerer Zeit mal wieder ein Spanferkel, frisch vom Spieß. Jörg und Katrin haben sich für Cevapcici entschieden. Wir haben in Kroatien bisher 3 mal Cevapcici gegessen und waren jedes mal enttäuscht. Uns hat es überhaupt nicht geschmeckt. Jörg und Katrin ging es da leider nicht viel anders.

Rovigno D'istria
Istarska, Croatia
Anja und Rene Small

Die Sonne genießen

Heute Vormittag sind wir vom Campingplatz aus in das bergige Hinterland gewandert. Es gibt hier einige gut ausgebaute Wanderwege und die Natur ist absolut traumhaft. Wir hatten herrliches Wetter und konnten den Wanderweg in vollen Zügen genießen. Mann kommt sich ein wenig wie im Urwald vor. Die Wälder sind hier zum Teil naturbelassen und wir konnten unter anderem viele Bergveilchen bewundern. Nachmittag haben wir uns dann noch ein wenig die Sonne auf den Pelz brennen lassen, denn der Wanderweg ging größtenteils durch den Wald und wir hatten viel Schatten.

Gestern und Vorgestern haben wir den Vormittag auch am Strand verbracht. Wir hatten die Sonne mal wieder nötig, da wir langsam schon miesepetrig wurden. Für den Nachmittag war ja auch wieder Bewölkung angesagt. Nachmittags haben wir die nähere Umgebung mit dem Rad erkundet.

Vorgestern sind wir mit unseren Platznachbarn, einem älteren, aber sehr rüstigen Ehepaar aus Norddeutschland in der Konoba um die Ecke gewesen. So nennt man hier die einheimischen Restaurants. Wir haben uns nett unterhalten und ach wen wundert' s es waren mal wieder Segler. Wir treffen ja ziemlich oft Segler und fragen uns schon langsam ob uns das Schicksal hier einen Wink geben will. Mit dem Segelboot die Welt erkunden ist ja auch schon seit längerer Zeit so ein geheimer Traum (Wunsch) von uns. Ohne Erfahrung, Führerschein und hochseetaugliches Boot ist das aber nicht ganz so einfach, haben wir uns sagen lassen.

Der Wetterbericht sagt für die nächsten Tage mal wieder sehr wechselhaftes bis regnerisches Wetter voraus. Hoffen wir mal, dass unsere Freunde wenigstens halbwegs trocken bis Rovinj kommen. Wir werden wohl Morgen oder spätestens Übermorgen nach Rovinj weiterfahren, da man hier bei Regen auch nicht sehr viel unternehmen kann.

Heute Abend haben wir dann leider erfahren, dass Anja' s Mutter gestürzt ist und sich schwer an der Hand und im Gesicht verletzt hat. Die Stimmung ist bei uns jetzt natürlich etwas gedrückt. Anja macht sich große Sorgen um ihre Mutter und hätte sie gerne im Krankenhaus besucht. Rene ist auch sehr bedrückt, da er weiß, wie sehr Anja' s Mutter darunter leidet sich nicht selbst versorgen zu können durch die Hand-OP. Na mal schauen, vielleicht kommen wir doch eher nach Bamberg um zu helfen (kochen, Arztbesuche der Mutter usw.). Leider haben wir auf dem Heimweg auch noch was in München zu erledigen und müssen die Termine mal abklären.

  • Small
    Paul hat am kommentiert:

    oha! dann mal alles gute für deine mutter!

  • Missing
    Zaungast hat am kommentiert:

    Das ist eine schlimme Nachricht, hoffentlich ist Deine Mutter bald wieder fit!

  • Small
    Anja und Rene hat am kommentiert:

    Danke für Eure Anteilnahme. Meine Mutter ist wieder zu Hause und es geht ihr schon wieder besser.

Anja und Rene Small

Die kroatische Rivera

Vorgestern sind wir also in Klenovica am Campingplatz angekommen. Nach einer kurzen Besichtigung war uns jedoch schnell klar, dass wir hier nicht bleiben wollen. Wir haben dann beschlossen einen Campingplatz bei Opatija zu suchen. Etwa 10 km weiter in Medveja sind wir dann sozusagen fündig geworden. Das waren nochmal so etwa 80 km von Klenovica. Bis Klenovica  oder besser gesagt bis kurz vor Rijeka war die Küstenstraße touristisch kaum erschlossen und landschaftlich hat uns dieses Teilstück auch nicht sonderlich gefallen.

Der Campingplatz in Medveja liegt sehr schön umrahmt vom bergigen Hinterland. Der Strand liegt sehr nahe und in einer Bucht die sehr schön, aber auch touristisch ist. Leider muss man, um zum Strand zu kommen, die Hauptstraße überqueren. Wenn man der Hauptstraße ein wenig folgt, kommt man nach etwa einem Kilometer zu einer weiteren Bucht, die noch schöner und vor allem einsamer ist. Die Parzellen des Campingplatzes sind ausreichend groß, aber bei unserer Ankunft standen etwa 50 Prozent unter Wasser und 20 bis 30 Prozent waren so verschlammt, dass man nicht gerade Lust hatte seinen Wohnwagen dort abzustellen. Wir haben dann aber doch noch einen halbwegs trockenen, teils mit Schotter bedeckten Stellplatz gefunden.

So schön wie der Platz mit seinem alten Baumbestand und den umrahmenden Felsen ist, so unschön sind die sanitären Anlagen. Man hat den Eindruck, dass hier nur zu Beginn der Saison und sonst nicht mehr geputzt worden ist. Der Campingplatz hat immerhin fast 500 Stellplätze. Da ging es bei den kleinen Autocamps, wo wir waren, deutlich sauberer zu. Da man hier trotz Nachsaison auch noch 30 Euro für ein Stückchen Erde verlangt finden wir das schon etwas frech. Hätten wir kein ACSI für 16 Euro, wären wir wohl weitergefahren.

Mit dem Rad sind wir heute bis kurz vor Opatija gefahren. Ab Lovran, das von uns etwa 3 km entfernt ist, gibt es eine Strandpromenade die man entlang fahren kann. Die Küstenstraße ist für Radfahrer ja nicht so geeignet, da sie relativ eng ist und der Verkehr ziemlich nervt, auch wenn es jetzt in der Nachsaison nicht mehr so schlimm ist. Da es mal wieder sehr nach Regen aussah und auch zu nieseln begann, haben wir den Ausflug abgebrochen und sind zurück zum Wohnwagen.

Heute sind wir den 10 km Langen weg nach Opatija dann zu Fuß gelaufen. Opatija ist ein Seebad und einer der ältesten Fremdenverkehrsorte Kroatiens. Es war nur teilweise bewölkt und wir haben die sonnigen Abschnitte richtig genossen. Man kann hier sehr schön die Strandpromenaden entlang laufen. Die einzelnen Orte sind alle sehr sehenswert, aber die Strandpromenade bietet mit ihrem Betonboden einen doch eher abschreckenden Kontrast zu den prächtigen Villen und alten Herrenhäuser. Opatija und einige der nachfolgenden Orte versprühen den Flair aus der Zeit der Donaumonarchie. Viele der Prachtbauten sind renoviert, aber es gibt auch noch reichlich renovierungsbedürftige Objekte.

Von Opatija kann man noch weiter Richtung Rijeka laufen, wir haben uns aber entschieden den Sightseeing-Bus von Opatia nach Rijeka zu nehmen. Die Fahrt dauerte 2 Stunden und wir waren fast alleine im Bus. Zu empfehlen ist es aber nicht, wenn man nur die Busfahrt macht. Die Kopfhörer sind so leise, dass man kaum was versteht und zwischendurch sind längere Pausen und man weiß nicht wann der Sprecher wieder loslegt. Wer an den verschiedenen Haltestellen aussteigt und die Besichtigung zu Fuß fortsetzt, der hat sicherlich mehr von der Sightseeing-Tour, da die Fahrkarte 24 Stunden gültig ist. Was wir von Rijeka gesehen haben hat uns jedenfalls nicht dazu veranlasst die Stadt nochmal zu besichtigen.

Von Opatija sind wir dann mit dem Bus zurück zum Campingplatz gefahren. Wir hatten Glück, denn kaum haben wir die Tür zum Wohnwagen aufgesperrt, fing es mal wieder an zu regnen. Das hatte sich aber im Laufe des Nachmittags bereits angekündigt.

Die Vorfreude auf das Treffen mit unseren Freunden in Rovinj lässt uns das, sagen wir mal, recht durchwachsene Wetter, ein bisschen mehr ertragen. Wir können halt immer noch nicht glauben, dass es ab Ende August hier schon so durchwachsen sein kann. Vor allem wenn die Sonne nicht scheint oder Abends sitzen wir jetzt immer öfter im Wohnwagen, war es zuvor nur der Regen der uns dazu zwang. Wir sehen uns dann doch mal die eine oder andere DVD an, was wir in den ersten 3 Monaten nicht gemacht haben.

Um es mit den Worten eines großen italienischen Fußballlehrers zu sagen: „Was erlaube Wetter!“.

Anja und Rene Small

Was erlaube Wetter

Die letzten Tage haben wir, vor allem abends, viel mit Conny und Klaus zusammen gesessen. Mal haben wir zusammen gegrillt, mal sind wir Essen gegangen. Mit dem Rad haben wir an einem Tag  zusammen auch die nähere Gegend erkundet. Das war eine schöne Zeit und wir hatten irgendwie das Gefühl als seien wir schon ewig befreundet. 

Natürlich hatte Rene mal wieder einen Platten, irgendein beschi... Dorn hat sich in den Reifen gebohrt. Seine Begeisterung kann man an dem anhängenden Bild sehen. 

Es war oft bewölkt, aber wir hatten immer wieder auch sonnige Abschnitte. Für unsere Vorstellung könnte es aber vor allem Abends noch etwas wärmer sein. Wenn die Sonne untergegangen oder es sehr bewölkt ist, ist es mit kurzen Hosen und T-Shirt schon sehr ungemütlich. Da die Wolken immer mal wieder sehr dicht und dunkel sind, weiß man auch nicht so recht ob man jetzt mit dem Rad losfahren oder eine Wanderung machen soll. Wie wir bereits geschrieben haben, sind die Gewitterschauer teilweise ja ziemlich extrem.

Wir haben eine 3-Tageskarte für den Naturpark gekauft, pro Person etwa 13 Euro. Wir sind einen Tag gewandert und haben uns die Klettergebiete genauer angesehen. Wir haben die kürzeste Wanderroute genommen, da wir vom Campingplatz losgelaufen sind und bis zum Einstieg schon über eine Stunde laufen mussten. Insgesamt waren wir dann 6,5 Stunden unterwegs. Der Weg war ziemlich anstrengend und man sollte unbedingt festes Schuhwerk anhaben, möglichst richtige Bergwanderschuhe. Es gab aber auch wieder einige Touris, die mit Badelatschen unterwegs waren. Ein Frau war sogar mit Schuhen mit Absätzen unterwegs, wie man sie eher abends zum Essen gehen anzieht. Na ja, die Orthopäden wird’ s freuen. Die denken bestimmt „früher oder später kriegen wir euch“.

Am Zweiten Tag sind wir dann klettern gewesen. Ein sehr schönes Gebiet mit vielen Sportkletter- und Mehrseillängenrouten. Leider sind aber gerade in den mittleren Schwierigkeitsgraden die Routen sehr abgespeckt (glatt). Dadurch war die eine oder andere Route für Rene kaum oder gar nicht zu machen. Viele der Routen befinden sich links und rechts einer Schlucht, die den Hauptweg durch den Nationalpark darstellt. Es gibt auch einige Wanderrouten, die aber teilweise schwierig zu begehen und mindestens 5 bis 6 Stunden lang sind. Die Beschilderung ist teilweise sehr gut, dann gibt es unerklärlicher Weise immer wieder mal Abzweigungen, wo kein Wegweiser weit und breit zu sehen ist. Das haben wir jetzt aber schon oft in Kroatien erlebt.

Conny und Klaus haben immer wieder mit dem Gedanken gespielt weiter in den Süden zu fahren. Als vor zwei Tagen das Wetter wieder deutlich schlechter wurde und für die Nächsten Tage nur Regen gemeldet war haben sie beschlossen weiterzufahren. Sie wollten noch weg, bevor es richtig zu Regnen beginnt, weshalb die Verabschiedung leider reicht kurz ausfiel. Aber wir werden uns im Oktober sicherlich sehen, wenn wir für zwei Wochen in Bamberg sein werden.

Rene wollte ja noch ein paar mal im Nationalpark Klettern gehen, aber da wir nun zwei Tage Dauerregen haben und der Wetterbericht auch die nächsten Tage Regen meldet, wird das wohl nichts mehr werden. Wir haben ja noch einen Tag Eintritt von der 3-Tages-Karte frei, den wir aber wohl nicht mehr einlösen werden. Abends haben wir auch schon deutlich unter 20 Grad. Der Wetterbericht sagt es seien so um die 14 bis 16 Grad und wir denken schon langsam daran ob wir die Heizung im Wohnwagen einschalten sollen.

Da Freunde von uns mit dem Rad durch Slowenien fahren wollen, haben wir per Skype ausgemacht, wir könnten uns doch in Kroatien treffen. Daher haben wir uns etwa für den 20. September in Rovinj verabredet. Das soll der schönste Ort in Istrien sein. Wir freuen uns schon sehr darauf. Leider fahren Sie ja mit dem Rad und können uns daher kein leckeres Bamberger Bier mitbringen. So ein 10er Fässla vom Keesmann wäre schon was gewesen.

Wegen des anhaltenden Regenwetters haben wir heute beschlossen nach Klenovica weiterzufahren. Das liegt etwa auf halben Weg nach Rovinj, etwa 50 km vor Rijeka. Anja hat da einen Campingplatz herausgefunden der in einer sehr schönen Bucht vor der Insel Krk liegen soll. Auch wenn vom vielen Regen vieles noch feucht war haben wir heute alles zusammen gepackt, um Morgen früh weiterzufahren.

  • Missing
    Zaungast hat am kommentiert:

    Super Bilder...hoffe ihr habt noch mehr zum zeigen.
    Schade das der Wettergott nicht mit Euch war.

Anja und Rene Small

Mistwetter

Der Stellplatz bei unsere Ankunft war nicht unbedingt ideal aber wir konnten für den nächsten Tag einen Platz nahe am Meer reservieren. Gestern sind wir dann umgezogen. Leider hatte es in der Nacht ja ziemlich geregnet und alles war völlig vermatscht und verdreckt. Gestern war es zwar wieder etwas windig und bewölkt, aber es gab auch sonnige Abschnitte. Heute ist das Wetter ähnlich.

Ob das nun der Bora (spezieller Fallwind) ist oder nicht, wissen wir noch immer nicht. Die einen sagen so, die anderen so. Gestern haben wir auf einem anderen Campingplatz einen Forchheimer getroffen und der hat erzählt, dass hier schon mal ein Wohnwagen durch den Bora umgeweht wurde. Die Bedienung im Restaurant, wo wir gestern mit den Strullendorfen Fisch essen waren meinte, dass die höchste gemessene Windgeschwindigkeit beim Bora bei etwa 260 Stundenkilometern lag. Das ist in etwa so stark wie bei einem Hurricane in den USA. Deshalb werden hier auch jedes Jahr bestimmte Straßen und Teilstücke der Autobahn gesperrt, wenn der Bora kommt.

Alles in allem echt a Mistwetter hier zwischen Ende August und Anfang September. Wir hatten teilweise nicht mal Lust den Blog zu schreiben oder was zu unternehmen. Wir sollten uns zwar nicht die Laune vom Wetter verderben lassen, aber wir haben die Gegend ja wegen der Berge ausgesucht und Rene ist schon wieder ganz scharf aufs Klettern und Mountainbiken. Das ist aber bei den Wetterbedingungen zu gefährlich und wir haben keine Lust die Reise wegen einer vermeidbaren Verletzung zu unterbrechen. Letztlich bleibt es aber noch immer der insgesamt schönste Sommer, den wir je erlebt haben und vielleicht wird das Wetter ja doch noch besser.

Klaus hat für abends frischen Fisch besorgt und Anja sagt gerade er hat uns für den Abend recht herzlich dazu eingeladen. Wir sind mal gespannt ob wir es hinbekommen den zu grillen, denn wenn es abends wieder so starken Wind gibt, wird das schon einiges an Improvisationstalent abverlangen. Aber halb so wild, Klaus ist ja Bauingenieur und kann uns einen windgeschützten Grill bauen.

  • Missing
    Zaungast hat am kommentiert:

    Och.....hier gibt es Sonne satt, schick Euch mal welche.......

  • Small
    Felix hat am kommentiert:

    hier ist grade spätsommer, wie läufts bei euch inzwischen?

  • Small
    Isabelle hat am kommentiert:

    spannend euch zu folgen!

  • Small
    Anja und Rene hat am kommentiert:

    Schön wenn unser Blog gut ankommt.

Anja und Rene Small

Weiterfahrt nach Starigrad zum Camping Paklenica

Unser nächstes Reiseziel ist der Naturpark Paklenica, weil man hier wunderbar klettern, wandern und moutainbiken können soll. Ein freudiges Ereignis, wenn da nicht dieser Campingplatz wäre, von dem wir erst mal runter bzw. wieder rauf auf die Hauptstraße kommen müssen. Die Nacht hat es mehrere male leicht geregnet bzw. genieselt. Wir hatten zwar keine schlaflose Nacht, weil wir an die Abreise dachten, aber die teils starken Windböen lassen den Wohnwagen doch ab und zu etwas wackeln und Rene, der einen leichten Schlaf hat, wacht dann schnell auf. Der Boden war aber trotzdem wider gut abgetrocknet, sodass einer Abreise nichts im Wege stand. Am Himmel sah es aber ziemlich nach Regen aus und wir wollten dann doch lieber noch vormittags, statt nach dem Mittagessen losfahren.

Wir haben morgens alles im Wohnwagen nochmal extra gut befestigt, da wir ja schon andere Wohnwagen sahen, die ziemlich zügig die Schotterpiste hochfuhren und dabei deutlich sichtbar durchgerüttelt wurden. Das sagen wir, ziemlich ungünstig angebrachte Eisentor, direkt nach der 180 Grad Kurve, hat Rene dann aber schon etwas Respekt eingeflößt und er hat daher mit den zusätzlichen Außenspiegeln für den Wohnwagen am Auto noch eine Testfahrt ohne Wohnwagen mit 20 km/h gemacht. Diese Trockenübung hat er dann mit Bravur bestanden.

Dann rückte die Stunde 0 immer näher und als es endlich losging wurde Anja richtig nervös und meinte sie bräuchte fast ein paar Beruhigungstropfen in welcher Art auch immer. Rene (der Schreiber will hier nicht angeben) war natürlich die Ruhe selbst. Nein, kein Scherz, Rene war wirklich ziemlich entspannt und hatte höchstens einen ganz leicht erhöhten Puls.

Blöd war halt nur, dass sich der halbe Campingplatz versammelt hat um das Schauspiel zu begutachten. Ein paar weniger Zuschauer wären Rene dann doch lieber gewesen. Nachdem sich Anja oben positioniert hatte um das Ereignis im Film festzuhalten, ging es dann los. Rene gab Gas und als er die erste kleinere Kurve nahm, viel ihm gerade noch ein, dass er ja zuschaltbaren Allradantrieb hat. Als das Turboloch überwunden war, zog der Toyota flott aber nicht zu zügig an und konnte die entscheidende Kurve ohne größere Probleme bezwingen. Auch das Geholpere bei den anderen Wohnwagen konnte Anja nicht erkennen. Ihrer Meinung nach sah das so aus als ob Rene den ganzen Tag nichts anderes tun würde als mit dem Wohnwagen solche kniffeligen Stellen zu umkurven.

Man waren wir erleichtert als wir oben waren. Der verdiente Beifall der Zuschauer blieb aber leider aus. Voll Vorfreude wollte Rene gleich das Video seiner Heldentat begutachten. Leider kam Anja an eine falsche Taste, sodass sie einen schwarzen Bildschirm hatte und Rene's unglaubliche Heldentat nun nicht für die Nachwelt festhalten konnte. Die Erleichterung ohne Schrammen oben angekommen zu sein überwog dann aber die Enttäuschung über Anja's Missgeschick.

Am frühen Nachmittag trafen wir dann unbeschadet am Camping Paklenica ein. Die Windböen haben uns auf der Hinfahrt aber ein paar Schweißperlen auf die Stirn getrieben, da der Wohnwagen doch einige male heftig gewackelt hatte. Nachher erfuhren wir, dass einige Zufahrtsstraßen wegen starker Windböen und Regen zeitweise gesperrt wurden.

Die Freude war groß, als wir Conny und Klaus aus Strullendorf wieder trafen. Sie waren einer der ersten Reisebekanntschaften, als wir unsere Reise vor über drei Monaten am Gardasee (Camping Cisano) begannen. Sie wollten mit dem Wohnmobil eigentlich nach Frankreich, haben sich dann aber kurzfristig doch für Kroatien entschieden. Wir wussten, dass sie hier sind, weil wir zuvor miteinander telefoniert bzw. gesimst hatten.

Leider ist das Wetter hier auch nicht besser und der Wetterbericht sagt erst für Sonntag Wetterbesserung voraus. Der Wind pfeift hier wieder ordentlich und es regnet auch.

Starigrad
Zadarsko-Kninska, Croatia
Anja und Rene Small

Vodice, Tribunj und Murter

Der Wetterbericht sagt, dass es heute bis morgen Mittag weniger regnen soll. Der Campingplatz ist noch ziemlich feucht und wir beschließen heute einen Ausflug zu machen, auch wenn das Wetter sehr unbeständig aussieht. Wir hoffen, dass es bis morgen nicht mehr Regnet und wir einen Versuch starten können mit dem Wohnwagen wegzukommen.

Andere Urlauber hatten deshalb schon schlaflose Nächte, vor allem in der Nacht vor der Abreise. Wir haben zwar ein etwas mulmiges, vor allem wegen der Geschichten und dem einen oder anderen durchdrehenden Reifen den wir nun schon miterlebt haben, aber keine schlaflosen Nächte deswegen.

Heute ging es also nach Vodice, auch wieder so ein Ort, der uns empfohlen wurde. Auch wieder diese schönen alten Steinhäuser und engen Gassen mit viel Tourismus. Natürlich auch wieder sehenswert, aber wir fanden den nächsten Ort, Tribunj, fast noch sehenswerter. Genauer gesagt die Altstadt von Tribunj, die wie auf einer kleinen Insel ausgelagert ist und nur über eine kleine Brücke zu erreichen und für den Autoverkehr gesperrt ist.

Die Insel Murter ist über eine kurze Brücke erreichbar. Wir haben einige kleinere Orte auf der Insel und den Ort Murter selbst besichtigt. Die Orte waren urig, aber es war nichts spektakuläres dabei. Spektakulär ist aber die Aussicht von der Insel ringsum zu den anderen Inseln. Das Gebiet hier nennt man die Kornaten und ist wohl bei Seglern sehr beliebt. Die Inselwelt sieht toll aus und wer hier ein Boot besitzt, bei dem kommt ganz sicher nicht so schnell Langeweile auf.

Auf der Rückfahrt haben wir dann noch einen sehr schönen und einsam gelegenen Campingplatz gefunden. Der heißt Kosirina und erstreckt sich recht weitläufig um eine Bucht. An der Bar, direkt am Strand, haben wir uns einen Drink gegönnt. Rene ist dann mal ein wenig herumgelaufen und war einigermaßen verdutzt, als er etwa 15 Meter vor sich einen nackten Mann sah, der ihm den entblößten Hintern entgegen reckte und dessen Gehänge deutlich sichtbar war. Der hat kniend etwas unter seinem Wohnwagen gesucht. Ein ähnlicher Schauer lief Rene den Rücken runter, als er mit etwa 13 Jahren das erste mal Tanz der Teufel gesehen hatte.

Wir waren ja auch schon mal am FKK-Strand oder FKK-Camping, aber da waren halt alle nackt. Hier waren die Leute nur vereinzelt nackt, weshalb Rene am Anfang so verdattert war, als wer wieder zur Bar zurückging, wo Anja mit ihrem Kaffee wartete. Wie sich dann herausstellte, hat der Campingplatz einen FKK-Bereich. Da die Grenzen hier aber nicht klar abgesteckt sind, vermischen sich halt FKK-Gäste mit den Nicht-FKK-Gästen.

Auf dem Rückweg hatten wir dann das Glück knapp 30 Minuten an einer roten Ampel zu stehen. Wenn man von der Insel runter will bzw. auf die Insel Rauf will, muss man eine kurze Zugbrücke überqueren, die scheinbar mehrmals täglich für den Schiffsverkehr für ein halbe Stunde geöffnet wird.

Vodice
Šibensko-kninska, Croatia
  • Small
    Claus hat am kommentiert:

    1981 haben wir mal in Biograd (damals gab es noch Jugoslawien) gezeltet. Die Geschichte eurer Reise macht Lust, mal zu schauen, wie es heute dort aussieht.
    Viel Spaß weiterhin und danke für's Erzählen.

  • Small
    Anja und Rene hat am kommentiert:

    Kroatien ist auf jeden Fall eine Reise wert.
    Uns gefällt am besten der Abschnitt zwischen Omis und Dubrovnik incl. der Halbinsel Peljesac (Orebic).

Anja und Rene Small

Bora über Kroatien

Der Wind und die Böen haben nochmal deutlich zugenommen und in der Nacht fing es noch dazu heftigst an zu regnen. Der Regen hat auch den ganzen Tag lang angehalten und am Campingplatz haben sich ziemliche Wasserlachen gebildet. Der Wetterbericht zeigt sich weiterhin von seiner schlechtesten Seite und wir wollten ja eigentlich am Mittwoch weiter fahren. Wenn wir daran denken mit dem Wohnwagen die steile Kurve und den Steilen Hang mit Schotter hochzufahren wird uns schon etwas mulmig. Wir haben ja noch die Geschichten der ersten Tage im Ohr, als es mehreren Urlaubern unmöglich war bei Regen den Campingplatz zu verlassen.

Durch den starken Regen kam auch Wasser von oben zur Wohnwagentür herein. Wir haben mit Handtüchern und einer Schüssel das Meiste aufgefangen und Rene hat dann eine provisorische Vorrichtung gebastelt um weiteren Schaden zu vermeiden. Ärgerlich ist halt, dass wir unseren Händler daraufhin gewiesen haben, dass die Tür scheinbar etwas undicht ist, dieser das aber als normal abgetan hatte. Bisher hatten wir ja immer einen Sonnensegel oder Vorzelt in der Kederleiste über der Tür vom Wohnwagen und somit hatten wir das Problem bei Regen noch nicht.

Man hat uns gesagt, dass das mit den Windböen am Bora (Fallwind) liegt der hier immer im September auftritt. Andere sagen aber das sind ganz normale Fallwinde und der Bora kommt erst noch und ist viel heftiger. Na da sind wir mal gespannt, was da noch auf uns zukommt, denn die Windböen die wir heute und in der Nacht hatten waren für unsere Verhältnisse mehr als ausreichend.

Anja und Rene Small

Krka Wasserfälle und Radausflug nach Primosten

Gestern haben wir die etwa 50 Kilometer entfernten Krka Wasserfälle im Nationalpark Krka besucht. Mit 15 Euro Eintritt pro Person nicht ganz billig, aber der großen teils mit Holzblanken ausgebaute Weg war wohl auch sehr aufwendig und teuer zu errichten und muss regelmäßig gewartet werden. Der Rundweg ist nur etwa 2 bis 3 Kilometer lang, aber für Naturfreaks ein absolutes Muss. Man sollte da aber auf jeden Fall die Hochsaison meiden, denn es waren schon sehr viele Menschen unterwegs und Natur lässt sich einfach besser im Stillen genießen. Man kann die Krka auch mit einem Schiff entlang fahren, was wir dann aber nicht gemacht haben. Auf Bildern schaut der Fluss der teilweise durch eine tiefe chlucht fließt aber sehr spektakulär aus. Wir haben den Ausflug sehr genossen und sind den Rundweg gleich zweimal gelaufen. Wir haben auch alle Seitenwege und Pfade inspiziert.

Primosten haben wir, von Weitem, schon auf der Hinfahrt zum Campingplatz bewundert. Der Ort sah toll aus und wurde uns auch empfohlen. Mit dem Rad waren es vom Campingplatz nur etwa 10 Kilometer. Die Altstadt befindet sich auf einer kleineren Halbinsel und wenn man durch das Haupttor den Marktplatz betritt, freut man sich schon darauf, was einen noch so alles erwartet.

Leider ist der Rest dann nicht ganz so sehenswert, wie wir finden. Viele Häuser sind neu gebaut bzw. viele der ursprünglichen alten Steinhäuser sind nachträglich verputzt worden und am Putz und dem Anstrich hat der Zahn der Zeit schon wieder deutliche Nagespuren hinterlassen. Da wirkt halt vieles irgendwie Verfallen und unharmonisch.

Das Wetter war heute etwas unbeständig und der Wetterbericht zeigt eine erhöhte Regenwahrscheinlichkeit. Abends ist es jetzt nicht mehr ganz so kalt wie die ersten zwei Tage als wir ankamen. Tagsüber ist es zwar relativ warm, aber der Wind bzw. die Windböen zwischendurch sind schon manchmal ätzend.

Anja und Rene Small

Endlich das lang ersehnte Spanferkel und ein Ausflug nach Trogir (Unesco Weltkulturerbe)

Wir haben gestern mit dem Rad ein wenig die nähere Umgebung erkundet. Da wir immer wieder starke Windböen haben, ist es gar nicht so leicht mit der Rad vorwärts zu kommen. Unser  Sonnendach würden wir uns, bei diesem teils sehr heftigen Wind, gar nicht trauen aufzubauen.

Der Campingplatz liegt ja in einer größeren Bucht und es führen auch einige Straßen zu den den umliegenden Dörfern im Hinterland. In der nächst größeren Ortschaft (Grebastica) am Meer haben wir dann am Abend unser erstes kroatisches Spanferkel probiert. Die Grills stehen hier mitten am Straßenrand und ziehen die Fleischfresser wie das Licht die Motten an.

Vor allem Anja hat sich ja schon recht lange auf das Spanferkel am Drehspieß gefreut und wurde auch nicht enttäuscht. Wir haben jeder eine Portion gegessen. Die hat etwa 8 Euro gekostet und wir waren beide mehr als satt.

Unsere Tischnachbarn waren eingefleischte Kroatienfans und machen hier schon seit über 35 Jahren Urlaub. Lediglich während des Krieges haben sie mal für ein Jahr ausgesetzt, mutig mutig fanden wir. Von den beiden haben wir auch wieder gehört, dass sich das Wetter in den letzten Jahren zunehmend verschlechtert hätte. Die beiden kommen regelmäßig in dieses Restaurant um ihren Spanferkelhunger zu stillen. Es sind auch Camper die mit ihrem Wohnwagen am Campingplatz Adriatic bei Primosten stehen. Diesen Campingplatz haben wir uns bereits angesehen. Obwohl er doch etwas größer ist, gefällt er uns doch sehr gut. Er ist schön am Meer gelegen und hat viele schattige Plätze und einen Strand mit Steinplatten die zwischendrin oft mit Kies aufgefüllt sind. Das sieht optisch toll aus und man hat ein wenig mehr Privatsphäre als an einem reinen Kies- oder Sandstrand.

Abends ging es dann mit dem selbst gebastelten Fahrradlicht (Taschenlampe und Klettband) über die 8 Kilometer lange Schotterpiste zurück zum Campingplatz. Das war natürlich recht abenteuerlich, da wir durch mehrere zusammengebaute Ortschaften mussten und die Straße direkt am Meer liegt. Hier gibt es dann einige hohe Stufen, die man mit dem Rad eigentlich nicht befahren kann. Aber wenn man nicht aufpasst und ins Wasser fällt, fangen einen die vielen Seeigel und Felskanten wenigstens „sanft“ auf.

Heute haben wir mit dem Auto einen Ausflug nach Trogir gemacht. Als Unesco Weltkulturerbe erwartet man natürlich schon etwas. Auch haben uns viele Urlauber den Orts schmackhaft gemacht. Natürlich sind wir auch diesmal nicht enttäuscht worden. Die Altstadt ist absolut sehenswert, aber das sollte man wegen der vielen Touristen, dann doch lieber in der Vor- oder Nachsaison machen.

Wir haben heute auch neue Nachbarn bekommen und man glaubt es kaum, es waren Bamberger. Deren Sohn, der arme Kerl, ist vor lauter Freude gleich ins Meer gehüpft und hat vergessen seine Wasserschuhe anzuziehen. Der Seeigel, auf den er getreten ist, lässt ihn in Zukunft wohl nicht mehr vergessen vorher die Wasserschuhe anzuziehen. Rene hat mal gegoogelt, was man in so einem Fall tun kann und den Tipp gefunden und weitergegeben die Wunden mit Essig einzuweichen. Die Stacheln, von denen der arme Kerl wohl so an die 20 Stück hatte sind wohl überwiegend aus Kalk und lösen sich daher mit Essig auf. Einfach raus ziehen geht wegen der kleinen Widerhaken ja nicht so gut. Zusätzlich half eine Zugsalbe die Stacheln herauszubekommen.

Trau
Splitsko-Dalmatinska, Croatia
Anja und Rene Small

Alstadt Sibenik

Die letzten zwei Tage haben wir das eine oder andere Schauermärchen bezüglich Abfahrt vom Campingplatz mit dem Wohnwagen gehört. Wir konnten auch einen Wohnwagenfahrer sehen, der es nicht geschafft hat und rückwärts wieder zurückgerollt ist. Wir haben ihm dann aber mit vereinten Kräften helfen können. Zwei weitere Wohnwagen haben es nur geschafft, weil sie die 180 Grad Kurve fast mit Vollgas im ersten Gang nach oben gesaust sind. Einer ist wirklich um Haaresbreite am Eisentor vorbei geschrammt. Wenn es hier mal regnen sollte, sagte man uns, dann kommt da kein Wohnwagen mehr rauf. Das hat uns natürlich richtig Mut gemacht, da wir kommenden Montag oder Dienstag weiter wollten und der Wetterbericht Regen gemeldet hat. Bisher war der Wetterbericht aber nicht sehr zuverlässig und so haben wir einfach das Beste gehofft.

Die letzten beiden Abende und Nächte waren wohl die kühlsten unserer bisherigen Reise, etwa 18 Grad. Wir dachten eigentlich schon, dass es hier Ende August noch deutlich wärmer sei. Tagsüber war es schon noch recht warm, aber wenn das weiter so abkühlt müssen wir im September noch die Gasheizung anstellen. Das haben wir uns dann doch etwas anders vorgestellt.

Heute haben wir Sibenik besichtigt, weil uns die Stadt von mehreren Reisenden empfohlen wurde. Zuerst dachten wir ob die einen Knall hatten, denn da war gar nichts schön. Als wir dann aber die eigentliche Altstadt entdeckt hatten, waren wir schnell versöhnt. Hier kann man wieder schön bummeln gehen und die alten Gebäude besichtigen. Am Hafen haben wir dann zum Abschluss in einer Art Fastfood-Restaurant leckere Kalamari und diese kleinen frittierten Sardellen gegessen. Die isst man quasi mit Haut und Haaren, also einschließlich Kopf und Gräten, auch die Augen! Eine gute Vorbereitung für das Dschungelcamp.

Wir haben ja nun schon einige Städte oder größere Ortschaften besichtigt. Die sind meist absolut sehenswert gewesen, aber letztlich sind doch alle nach dem gleichen Prinzip aufgebaut. Sehenswert ist meist nur der Altstadtkern und hier hat man meist alte Steingebäude die manchmal durch merkwürdige Gebäude unterbrochen wurden. Meist sind das wohl auch ältere Steingebäude gewesen, die vor über 20 oder 30 Jahren verputzt wurden und seitdem keinerlei Renovierung mehr erlebt haben. Mit Steingebäude meinen wir die urigen alten Häuser, wo kein Stein dem Anderen gleicht und zwischen den Fugen oft diverse Pflanzen wachsen. Die Häuser sind meist vierstöckig und die Gassen relativ Eng. So toll das auch anzusehen ist, wohnen wollen würden wir hier nicht.

Da auf dem Rückweg ein Lidl war, haben wir als pflichtbewusste Deutschen natürlich wieder unsere Lebensmittelvorräte aufgefüllt. Wir würden zwar lieber in den einheimischen Märkten einkaufen, aber bei Lidl ist es halt wirklich merklich billiger und unser Budget schwindet schneller dahin als uns lieb ist.

Anja hat ja die Eigenschaft Rene vor allen Leuten immer Schnupsi zu nennen. Unsere Freunde ziehen Rene dann immer gerne damit auf. Anja lässt sich das aber nicht austreiben und mittlerweile hat sich Rene zähneknirschend daran gewöhnt.

Als wir nun abends wieder zurück am Campingplatz waren, rief Anja mal wieder über den halben Campingplatz: „Kommst du Schnupsi“. Robert, der Chef vom Camping, fragte darauf hin: „What is Schnupsi?“ Nun erklärt mal einem Kroaten in englisch was ein Schnupsi ist!

Hey Flatti, ich kann dich zwar schon auf dem Boden vor lauter lachen kugeln sehen, aber bitte keinen doofen Kommentar wegen dem Schnupsi.

Sebenico
Šibensko-kninska, Croatia
Anja und Rene Small

Lamm vom Spieß dank Markus und Weiterfahrt nach Primosten

Gestern spendierte Markus Lamm vom Spieß. Es war quasi sein Abschiedsessen, da er am nächsten Tag wieder zurück nach Deutschland fahren musste. Er war hier für eine Woche mit seinem Sohn, um auf der Heimfahrt dem Wohnwagen für seinen Freund mitzunehmen. Der konnte nämlich nicht kommen, da dessen Geschäft wegen starker Regenfälle im Juni oder Juli überflutet wurde, obwohl der Ort ein paar 100 Meter hoch liegt. Den Wohnwagen hatte er aber schon im Mai hergebracht. Langsam glauben wir auch, dass das Wetter immer mehr verrückt spielt.

Wir saßen mit Markus und seinem Sohn sowie Milan und Milan's Freunden die zwei Tage zuvor abends auch in netter Runde zusammen. Wir hatten gute Gespräche (deutsch und englisch) mit gutem selbstgemachten Wein, den Milan besorgt hat.

Danke Milan für den Fisch und den Wein den du uns mehr als einmal spendiert hast, danke Markus für das leckere Lammessen.

Heute sind wir  am Camping „Barinica“ zwischen Primosten und Sibenik angekommen. Wir hatten Glück und es war ein Platz direkt am Strand frei. Unser Stellplatz endet direkt am Meer das über ein paar Stufen erreichbar ist. Wenn man im Bett liegt kann man durch das Panoramafenster direkt auf Meer sehen, echt hammergeil. Die Zufahrt war aber etwas abenteuerlich. Es geht in einer 180 Grad Kurve und auf Schotter und teils geteert relativ steil nach unten. Das hat Rene zwar gut gemeistert, aber als wir unten waren, kamen doch relativ schnell Zweifel, ob und wie wir da wieder hochkommen sollen.

Auf dem Campingplatz gibt es jede Menge Pinien, die reichlich Schatten spenden und die nördliche  Ausrichtung bietet zusätzlich Schatten. Leider ist es nun, Ende August, aber nicht mehr so warm wie wir dachten und da ist so ein schattiger Platz eher suboptimal. Für den Hochsommer ist der Campingplatz aber durchaus zu empfehlen. Hier gibt es so etwa 30 Stellplätze, die aber größtenteils von Campingbussen und Zelten belegt sind. Liegt wohl an der etwas kniffeligen Zu- und Abfahrt. Die sanitären Anlagen sind, sagen wir, ausreichend. Wie am letzten Camping gibt es Warmwasser nur wenn die Sonne scheint und man einer der ersten unter der Dusche ist.

Primosten
Šibensko-kninska, Croatia
Anja und Rene Small

Gar nicht nett diese Würzburger

Gestern Morgen war das Wetter ziemlich unbeständig, was uns aber nicht davon abhielt wieder mal klettern zu gehen. Das Wetter war dann doch besser als es zuerst aussah. Als Rene seine letzte Route kletterte, die besonders schwer war, wurde es plötzlich ziemlich dunkel und starke Böen kamen auf. Er musste sich beeilen und konnte die Route mit letzter Kraft beenden. Gerade noch rechtzeitig, bevor es wieder aufklarte und so richtig schön wurde. Na ja, egal, immer noch besser als bei Regen in der Wand rumzubaumeln.

Als wir zurück am Campingplatz waren haben wir erst mal eine Abkühlung im Meer genossen. Am späteren Nachmittag wollten die Würzburger uns ja zum versprochenen Bootsausflug mitnehmen. Ein Boot hatten sie aber noch nicht organisiert. Es war kurz vor 16 Uhr und Rene ging daher nochmal schwimmen. Die Würzburger meinten das ist kein Problem und wir können ja um 17 Uhr oder etwas später mit dem Boot los. Um 16:40 Uhr als Rene mit dem Schwimmen fertig war, riefen die Würzburger bereits vom Boot aus: „Los beeil dich und hol Anja“. Es war ja frühestens 17 Uhr ausgemacht, aber ein paar Minuten eher sind ja auch Ok. Rene ist also schnell zum 20 Meter entfernten Autocamp geeilt um Anja zu holen. Die hatte schon fertig gepackt, weil sie wusste, dass das Boot da ist und auf Rene gewartet hat. Rene hat sich also schnell abgetrocknet, eine Hose und ein T-Shirt übergestreift und musste auch noch kurz auf die Toilette.

Alles in allem waren wir dann 5 oder 6 Minuten, nachdem die Würzburger Rene vom Boot aus am Strand zuriefen am Strand. Dumm nur, dass kein Boot mehr zu sehen war. Wir liefen also den Strand einige Meter rauf und runter und waren etwas verdutzt. Rene meinte dann, die sind wohl kurz mal ein paar Meter gefahren und kommen gleich wieder ums Eck. Nach über 10 Minuten hatte Rene dann aber so eine dunkle Vorahnung und meinte die sind doch tatsächlich ohne uns losgefahren, weil wir 5 oder 6 Minuten gebraucht haben. Dazu muss man noch sagen, dass beide großkotzig gemeint haben, dass Anja auch noch ein wichtiges Telefonat erledigen kann und es auch kein Problem ist, wenn wir erst nach 17 Uhr losfahren. Es war aber gerade mal kurz nach 16:45 als von den Beiden keine Spur mehr zu sehen war.

Rene ist dann etwas genervt zurück zum Wohnwagen. Anja konnte nicht glauben, dass manche Menschen solche Arschl... sein können. Sie stand dann über 40 Minuten am Strand und hat gewartet. Als ihr dann aber doch dämmerte, das die beiden uns verarscht haben, kam sie völlig aufgelöst zum Wohnwagen und hat die Welt nicht mehr verstanden.

Etwa 20 Minuten später kamen die „lieben“ Würzburger dann von ihrem Bootsausflug zurück. Sie gingen schnurstraks an unserem Wohnwagen vorbei zu ihrem Wohnmobil. Wir haben uns nur ungläubig ansehen können. Als Anja, noch immer aufgelöst, sie darauf ansprach, was diese Aktion sollte, hieß es nur sie hätten ewig gewartet und das Boot kostet ja 40 Euro die Stunde. Darauf folgten weitere fadenscheinige Erklärungsversuche und schließlich hieß es wir seien selber schuld. Wenn man über die Gespräche der letzten beiden Tage nachdenkt, wird auch klar, dass die beiden extrem geizig sind und wohl gerechnet haben, dass man bei 5 Minuten Wartezeit 3,30 Euro theoretischen Verlust gehabt hätte. Wahnsinn, wie manche Leute ticken.

Rene ging dann einfach dazwischen und sagte zu Anja: „Komm, mit solchen Leuten verschwenden wir nicht länger unsere Zeit, die sind es nicht wert.“

Vor wenigen Monaten wäre Rene da wohl noch etwas ungehaltener gewesen und es wäre zu ernsthaften Wortgefechten gekommen. Trotzdem hat sich Rene natürlich auch über diese ganze Aktion geärgert. Da ihm aber vor allem Anja leid tat, die sich die Sache sehr zu Herzen nahm, hätte er den Beiden gerne eins mit dem Gummiknüppel übergezogen. Mittlerweile ist er aber deutlich entspannter in solchen Situationen und hat gar keine Lust mehr mit Leuten zu streiten, die einfach nur dumm oder ignorant sind. Wer glaubt er sei im Recht, auch wenn alle Fakten dagegen sprechen, bei dem helfen eben keinerlei Argumente und beide Parteien reden sich nur unnötig immer weiter in Rage.

Heute ist ein wenig Faulenzen angesagt. Wir machen weitere Planungen für unsere Reise und Milan hat uns für den Abend wieder mal zum Fischessen eingeladen. Da wir nachgefragt haben, was Milan denn am liebsten trinkt, haben wir ihm bereits gestern eine Flasche Whisky besorgt. Mittags sind dann „leider“ auch unsere „lieben“ Würzburger Platznachbarn abgereist.

Die letzten beiden Tagen waren wir mit Milan, einigen seiner Freunde und anderen Campern abends zusammen gesessen. Es gab immer selbst gemachten Wein und andere Köstlichkeiten. Vorgestern hat jemand mehrere Pizzen für alle besorgt und wir haben uns gestern Abend mit frisch gegrillten Hähnchen revanchiert. Anja hat nämlich Vorgestern auch eine riesige Schüssel mit Spießen aus Käse, Weintrauben, Oliven und Schinken für alle gemacht. Dumm nur, das Milan und seine Freunde nur Fisch und Fleisch mögen. Wie schön, dass die vor allem unsere „lieben“ Würzburgern geschmeckt haben.

  • Missing
    Zaungast hat am kommentiert:

    Ja, ja....es gibt eben sone und solche, und noch ganz andere......
    auf Eurer Reise werdet ihr wohl allen mal begegnen *lächl*
    Viel Spaß und schöne Erlebnisse für Eure weiteren Etappen

    Lieben Gruß

  • Small
    Sarah hat am kommentiert:

    Hey ihr zwei! Danke mal wieder für die schönen Eindrücke eurer Tour. Ja es ist immer so ärgerlich, wenn man auf unzuverlässige Leute trifft! Davor ist man ja nirgends auf der Welt sicher... trotzdem viel Spaß auf eurer Tour weiterhin!!

  • Small
    Anja und Rene hat am kommentiert:

    Danke für euren netten Kommentar.

    Wir bekamen kürzlich eine anonyme Mail, wo man uns vorwarf über andere auf elektronischem Wege zu lästern. Das mit den "lieben" Würzburgern war aber nun mal so und wir stellen ja niemanden öffentlich an den Pranger. Wir geben lediglich unsere Erfahrungen weiter und da gehören manchmal eben auch schlechte Erfahrungen dazu.

    Wir hoffen aber, dass sich kein Würzburger an sich beleidigt fühlt, denn das ist natürlich nicht unsere Absicht. Wir nennen die Urlaubsbekanntschaften eben meist Würzburger, Coburger, usw. oder maximal beim Vornahmen, um eben deren Anonymität zu gewährleisten.

    Andere Würzburger, die wir trafen waren nämlich sehr nett, aber wir können ja nicht über alle Urlaubsbekanntschaften schreiben. Meist halt, wenn wir mehrfachen und/oder engeren Kontakt hatten.

  • Small
    Paul hat am kommentiert:

    Anonyme Mail ist ja auch geil! Prangert euch an, weil ihr mal Negatives berichtet und schreibt selbst nicht mal seinen Namen drunter! Ignorieren. Gute Reise weiterhin...

  • Small
    Ralf Winkler hat am kommentiert:

    Ärgert Euch nicht, das ist nämlich doof, die anderen ärgern einen schon genug: Da Ihr weder Namen, noch Fotos veröffentlicht habt, zeigt das nur den "Kleingeist" mancher Leute! Habt weiterhin Spaß und ich freu mich auf Euer nächstes Erlebnis.

  • Small
    Sarah hat am kommentiert:

    Habe gesehen, dass ihr euch über Tipps zu eueren Reisezielen freut. In eurem anderen Blog 898 können wir in der Route keine Kommentare hinterlassen.... Wenn ihr aber alle Stationen in den Blog kopiert, dann können wir kommentieren und Tipps hinterlassen... :-) Grüße!

  • Small
    Anja und Rene hat am kommentiert:

    Hallo Sarah, wir haben den Reiseblog und die Routenplanung absichtlich getrennt.
    Hier sind die Reiseziele enthalten, die uns am meisten interessieren, wobei hier die Reihenfolge evtl. kurzfristig geändert wird. Wir warten auf Tipps, welche von diesen Zielen besonders empfehlenswert sind und dementsprechend entscheiden wir uns bezüglich dessen Bereisung. Deinen Kommentar kannst Du in der Routenplanung unter Abschnitt: Route - Kommentar eintragen. Haben es gerade versucht, bei uns funktioniert es. Also freuen uns auf Info´s von Dir.

  • Small
    tom hat am kommentiert:

    mmhh... ich folge eurer tour 898 aber ich kann auch keine kommentare schreiben. das könnt wohl nur ihr.

  • Small
    Anja und Rene hat am kommentiert:

    Ja scheinbar können nur wir einen Kommentar schreiben. Wir haben jetzt in der Routenplanung unter Blog die kommenden Ziele hinterlegt. Hier könnt ihr eure Kommentare reinschreiben. Wir sind schon sehr gespannt...

  • Small
    Michaela hat am kommentiert:

    super! ich werde tipps hinterlassen!

Anja und Rene Small

Zip-Line

Gestern haben wir beschlossen Rene's Bike mit neuen Mänteln auszustatten. Nach 7 Löchern in zwei Wochen hatte er keine Lust mehr auf Reifen flicken. Scheinbar war das Profil zu gering und der Mantel zu schwach um gegen lausige Dornen bestehen zu können. In Split sind wir dann erst mal ziemlich rumgeirrt, bis wir den Radladen gefunden haben.

Wir haben gestern auch neue Nachbarn bekommen, ein Paar aus Würzburg. Da wir Fleisch übrig hatten, haben wir abends mit ihnen zusammen gegessen und einige Anekdoten ausgetauscht.

Man glaubt es kaum, aber heute früh hatte Rene schon wieder 2 Löcher im Schlauch. Und dass, wo er in den letzten 7 Jahren mit seinem Mountainbike kein einziges Loch hatte.

Heute hat Rene auch sein Geburtstagsgeschenk eingelöst. Über mehrere Abschnitte ging es mit etwa 60 km/h im Zickzack eine Schlucht entlang. Insgesamt 2,1 km und teilweise in 150 Metern Höhe. Zip-Line heißt das ganze. Insgesamt war das zwar eine nette Sache, aber Rene hat es sich noch etwas spektakulärer vorgestellt.

Auch heute hatten wir wieder zu viel zu Essen und haben es daher mit den beiden Würzburgern geteilt. Wir saßen bis Spät in der Nacht zusammen und haben uns Unterhalten. Wie gestern hat vor allem Thomas sehr viel erzählt. Im Gegensatz zu unseren bisherigen Begegnungen haben die beiden so gut wie nichts über unsere Reise wissen wollen. Sie haben von sich aus keinerlei Fragen deswegen gestellt, was wir irgendwie merkwürdig fanden. Beide, aber vor allem Thomas hat ein wenig viel über Ausländer in Deutschland geschimpft, aber immer betont nichts gegen Ausländer zu haben. Ansonsten waren die Beiden aber ganz nett und wir hatten die letzten Tage nicht so viel Ansprache, da hier nur Slowenen, Polen und Kroaten sind, die jeden Tag zusammen sitzen und feiern. Als die beiden uns dann sagten, dass sie ein Schlauchboot für 2 Stunden mieten wollen und uns dazu einladen, haben wir uns schon sehr darauf gefreut.

Die Karlsruher die hier waren, als wir ankamen, waren auch nur am ersten Tag etwas gesprächig. Wir haben das Gefühl, dass sie nur deshalb am ersten Tag so nett waren, weil sie wollten, dass Milan seinen Platz ausgebucht hat. Sie sind hier schon seit über 30 Jahren und haben daher ein entsprechendes Verhältnis zum Chef. Bisher kennen wir Camper eigentlich nur als recht gesellige Menschen und wundern uns daher doch sehr über die wortkargen Karlsruher.

Omis
Splitsko-Dalmatinska, Croatia
Anja und Rene Small

Bootsauflug nach Brac

Gestern ging es wieder zum Klettern. Danach sind wir in ein Reisebüro gegangen um einen Bootsausflug zu buchen. Wir haben uns für den nächsten Tag die Insel Brac einschließlich Essen und Getränke ausgesucht.

Heute früh um 8 Uhr ging der Bootsausflug los. Als wir losfahren wollten, hatte Rene's Rad mal wieder einen Plattfuß. Wir haben den Reifen schnell aufgeblasen und er hat für die Fahrt zur Bootsablegestelle gehalten. Als wir am Boot ankamen, haben wir uns erst mal verdutzt angesehen. Wir dachten es handelt sich um ein offenes Boot wo man auch rumlaufen kann, wie wir es schon ein paarmal erlebt haben. Es war aber rundum geschlossen und uns wurde ein fester Sitzplatz zugewiesen. Die Fenster waren ziemlich verdreckt und die vergilbten Vorhänge haben zusätzlich die Sicht versperrt. Das Boot hatte seine besten Tage auch schon lange hinter sich. 

Der Start in den Tag war also nicht gerade perfekt. Rene hat auch schon ernsthaft überlegt gleich wieder auszusteigen und eine andere Bootstour zu buchen. Anja war zwar ebenso wenig begeistert, hat Rene dann aber überredet sitzenzubleiben. Zur Begrüßung gab es um 8:30 Uhr erst mal einen Schnaps, dass hat Anja dann wieder ein wenig versöhnt (Scherz). Dummerweise lief dann aus dem Lautsprecher auch noch „Modern Talking“ Musik, da hat Rene seinen Entschluss doch an Bord zu bleiben fast wieder bereut.

Es ging mit dem Boot einmal um die Insel, wobei wir an drei Orten eine Pause eingelegt haben. Die Orte waren sehenswert und wir haben sie daher zu Fuß besichtigt. Nach dem ersten Stop gab es Mittagessen, wahlweise Fisch und/oder Fleisch, mit Wein und Wasser. Man konnte von allem auch nachbestellen, was wir vor allem mit dem Wein auch reichlich getan haben. Wir haben uns das Boot dann halt schön gesoffen. Das der Ausflug mit Essen und Trinken nur 30 Euro pro Person gekostet hat machte die Sache mit dem Boot dann auch erträglicher. Insgesamt war der Ausflug dann ziemlich lustig.

Auf der Rückfahrt haben fast alle auf dem Boot geschlafen. Wir hatten noch jede Menge Spaß und haben rumgealbert, lag wohl an dem Wein (grins). Wir haben unter anderem zu der laufenden Musik von „Modern Talking“ lauthals mitgesungen, dass alle an Bord lachen mussten. Das es von unserer Seite ironisch gemeint war, hat wohl keiner gemerkt. Wir kamen also als Fans dieser Gruppe rüber. Als wir am Campingplatz ankamen, waren wir dann aber auch ziemlich geplättet. Wir hatten Hunger, waren aber beide zu faul etwas zu Essen zu machen. Plötzlich stand Milan vor unserem Campingtisch und hielt uns zwei frisch gegrillte Fische unter die Nase, die wir dankend annahmen.

Bol
Splitsko-Dalmatinska, Croatia
Anja und Rene Small

Ausflug nach Split mit dem Linienbus

Gestern waren wir wieder klettern. Unser bisheriger Kletterwand war völlig überfüllt, sah nach einer Kletterschule aus, weil alle Helme auf hatten. Also sind wir auf eine anderen Kletterwand ausgewichen. Hier konnte Rene einige schöne Routen klettern, musste sich mangels Alternativen aber an einer 6c+ schließlich geschlagen geben, da ab 11 Uhr auch hier alles überfüllt war. Hatte wohl auch damit zu tun, dass Feiertag war. Mittag gab es dann nur rasch eine Wassermelone vom Gemüsehändler, da wir den Linienbus nach Split nicht verpassen wollten. Fahrpläne gab es keine und nach 3 Nachfragen hatten wir 3 verschiedene Fahrzeiten.

Split ist auch wieder sehr sehenswert, hat einen ganz eigenen Flair. Viel schöner als Dubrovnik, wie uns eine dortige Verkäuferin erzählt hatte, ist es für uns aber nicht. Dubrovnik ist perfekt renoviert, vielleicht sogar fast zu perfekt. In Split gibt es da noch so einige renovierungsbedürftig Gebäude. Natürlich jeweils bezogen auf die Altstadt. Alles was da so in den letzten Jahrzehnten neu gebaut wurde, möchten wir an dieser Stelle nicht weiter kommentieren. Wir haben oberhalb von Split eine Art Cafe gefunden. Die Einrichtung fanden wir nicht so toll, aber die Aussicht über Split war der Hammer und wir hatten Glück und ein Platz in der ersten Reihe wurde gerade frei. War natürlich das Glück des tüchtigen, denn wir sind vorher über zwei Stunden in Split rumgeeiert.

Wir wollten dann noch den, wie wir dachten, kleinen Park hinter dem Cafe entlang schlendern um noch etwas mehr von der Aussicht zu genießen. Danach sollte es dann in eines der urigen kleinen Restaurants gehen um den herrlichen Tag standesgemäß ausklingen zu lassen. Wir liefen und liefen und liefen. Nach über einer Stunde und etwas genervt überlegten wir dann ob wir weiterlaufen oder doch lieber umkehren sollten. Wir entschlossen uns dann fürs Weiterlaufen. 3 Stunden später kamen wir dann erschöpft am Cafe an. Bis wir dann die schnuckeligen kleinen Restaurants fanden, waren diese bereits überfüllt oder reserviert. Genervt fuhren wir dann zum Campingplatz zurück und haben das Gulasch vom Vorvortag aufgegessen.

Heute hat Rene mit dem Mountainbike das verlassene Bergdorf in der nähe von Omis besichtigt, von dem wir schon einiges gehört haben. Er hat sich schon gefreut mal vor der Mittagshitze los zu düsen und der Morgen war recht bewölkt. Also perfekte Wetterbedingungen für den anstrengenden Aufstieg mit dem Mountainbike. Als es um 10 Uhr losging, kam natürlich pünktlich die Sonne zum Vorschein. Als er dann kurz nach 12 Uhr wieder am Campingplatz ankam, hat es sich wieder zugezogen. Den Rest des Tages war es dann bewölkt. Tja, mal wieder die „beste“ Uhrzeit zu Radeln erwischt (grmpf).

Verlassen ist das Bergdorf aber nicht wirklich, wie sich herausstellte. Zwei oder drei Häuser wurden renoviert und sind bewohnt. Manche der verfallenen bzw. teilweise verfallenen Häuser werden als Lagerraum oder ähnliches genutzt. Auch einige der terrassenförmigen Gärten werden noch bewirtschaftet, größtenteils zum Weinanbau. Man hat hier eine tolle Aussicht aufs mehr, aber leider auch auf die Kiesgrube die direkt am Meer liegt.

Hier oben hat Rene auch wieder einen Wanderweg entdeckt. Hier um Omis haben sich die Verantwortlichen in den letzten Jahren wirklich viel Mühe gemacht schöne Wanderwege zu schaffen. Dumm nur, wenn man im Juli und August hier ist, da viele der Wege fast den ganzen Tag in der prallen Sonne liegen.

Split
Splitsko-Dalmatinska, Croatia
Anja und Rene Small

Wanderung auf die Burg Stari Grad weit oberhalb von Omis

Wie alle zwei Tage waren wir gestern wieder früh beim Klettern und am Nachmittag haben wir dann am Strand vor dem Campingplatz gefaulenzt. Anja hat die Zeit genutzt und einen Telefontag eingelegt, wie Frauen das halt so machen im Urlaub.

Heute ging es einen verdammt harten Aufstieg zur Burg Stari Grad oberhalb von Omis hinauf. Wir wollten unbedingt ein paar Bilder von Omis aus der Luft machen. Der Weg ist sehr steil und durch den vielen Schotter sehr schwer zu gehen. Nach jedem zweiten Schritt rutscht man gleich wieder einen Schritt runter. Anja fluchte fast den ganzen Weg und Rene hatte schon angst ihr Kopf explodiert gleich, da er rot (nein röter) als eine Tomate war. Eine echte sonnengereifte, nicht eine aus dem holländischen Gewächshaus. Obwohl der Weg nicht mal eine Stunde dauert, hat er es schon in sich. Wir hatten beide schon Muffensausen auf dem bevorstehenden Rückweg. Wir sahen uns schon den halben weg auf dem Hosenboden runter schlittern. Oben angekommen stellte sich dann aber heraus, dass es noch einen zweiten und leichteren Weg gibt.

Obwohl der weg um einiges leichter war, gab es auch einige steilere Stellen die durch den teilweise vielen Schotter nicht ungefährlich waren. Wir haben uns sehr gewundert wieso manche hier mit Badeschlappen und ähnlichem herumlaufen, nicht gerade ungefährlich. Rene hat sich aufgeregt, als er Eltern sah, die ihr Kind hier mit so komischen Schaumstoffschlappen, Crocs heißen die laut Anja,  herumlaufen ließen. Richtig zornig wurde er aber als er einen Vater sah, der seinen Sohn auf der Schulter nach oben trug. Wenn der auf einem steilen Stück mit Schotter ausgerutscht wäre, hätte der Junge diesen dummen Leichtsinn unter Umständen mit dem Leben bezahlen müssen. Scheinbar schalten einigen Menschen deren Hirn im Urlaub auf Notbetrieb.

Die Aussicht von oben ist natürlich toll, aber man sieht leider nichts von der Altstadt von Omis. Die Burg selber ist nett, aber nichts besonderes und die 15 Kuna Eintritt machen vor allem wegen der Aussicht und den Fotos Sinn.

Anja hat nach der Wanderung im Internet die weitere Reiseroute und die nächsten möglichen Campingplätze recherchiert. Während Anjas Kopf noch immer rot glühte hat Rene sich kurz im Meer erfrischt, ist dann aufs Mountainbike gestiegen und hat noch einige Kilometer Serpentinen in der näheren Umgebung erklommen. Er ist halt nicht platt zu kriegen, die alte Sportskanone.

Omis
Splitsko-Dalmatinska, Croatia
Anja und Rene Small

Rene hat Burtseltag

Rene hatte gestern Geburtstag. Er wollte mit Anja unbedingt den Wanderweg bei Zakucac gehen, den er wenige Tage zuvor mit seinem Rad erkundet hatte. Bis zum Gipfel waren es etwa 3 Stunden mit Sicht auf die Flussmündung und auf Omis. Anja war diesmal mit richtiger Wanderkleidung und Wanderschuhen unterwegs. Wohl weil sie noch die verkratzten Beine von der letzten Wanderung spürte. Auf dem Weg zum Gipfel lief sie Rene fast davon (der musste ja auch ständig die Bilder machen).

Der Plan war nach der Wanderung mit dem Auto ins bergige Hinterland zu fahren und eines der Dörfer anzusteuern, die wie man uns erzählte, Spanferkel vom Drehgrill anbieten. Wir suchen ja schon seit längerem so ein Spanferkel, weil man uns schon mehrfach den Mund damit wässrig gemacht hat. Das sollte zur Feier des Tages unser Festmal werden. Nach stundenlanger Fahrerei stellte sich dann aber heraus, dass das Spanferkel nur auf Vorbestellung gemacht wird. Man waren wir angep ... Es war mittlerweile 16:30 Uhr und wir waren bereits in Makarska angekommen. Eigentlich ein schöner Ort direkt am Meer, aber völlig überlaufen. Hier ging es zu wie im Taubenschlag und der Strand war vor Menschen übersät. Da kommt einen Omis schon fast wieder gemütlich vor. An den Strand zu gelangen ohne jemand auf die Hand oder sonst wo hin zu treten grenzt schon an ein kleines Wunder. Wer hier im August freiwillig Urlaub macht, muss schon an einer Form von Geisteskrankheit leiden.

Anja nervte Rene schon seit etwa 6 Wochen, dass sie gerne mal wieder einen Döner hätte. Zuletzt gab es einen vor etwa 8 Wochen in Italien. Da es kurz nach 17 Uhr war und wir noch nichts zu Mittag hatten, beschlossen wir Anjas gelüste zu befriedigen, als wir einen Dönerstand am Strand sahen. Das Fleisch am Spieß sah sehr lecker und knusprig aus. Leider war das dann der schlechteste Döner ever. Das Fleisch und das Fladenbrot waren kalt und durch die Soße war das Brot total durchweicht. Das war das schlechteste Geburtstagsessen, dass Rene bis dahin runter würgen musste. Einen Großteil ließen wir deshalb gleich in den Mülleimer wandern. Das Gute daran ist, dass Anja nun die nächsten Wochen und Monate nicht mehr mit dem Wort Döner nerven wird, weil ihr nämlich gehörig der Appetit darauf vergangen ist.

Makarska
Splitsko-Dalmatinska, Croatia
Anja und Rene Small

Klettern in Omis

100 Meter hinter Omis gibt es einige Klettergebiete die teilweise den ganzen Tag lang im Schatten sind. Wir haben uns für einen Abschnitt entschieden, der bis etwa 11:00 Uhr Schatten bietet, so macht das Klettern selbst im Hochsommer richtig Spaß. Wenn die Sonne runter knallt, findet man wegen der schwitzigen Hände ja kaum noch richtigen Halt. Es gibt in unmittelbarer Nähe Parkplätze, die in der Hochsaison aber möglichst vor 8:00 Uhr angesteuert werde sollten.

Nach wochenlanger Kletterabstinenz kam Rene morgens nicht so richtig in die Gänge und musste von Anja schon fast zu seinem Glück gezwungen werden. Er hat dann immer etwas Schiss, dass seine alten Verletzungen wieder durchkommen. Da keine leichtere Route zum Aufwärmen frei war, musste er gleich in einer schwereren Route beginnen. Mit etwas Zittern und Fluchen hat das dann aber recht gut geklappt und Anja war erstaunt wie flott er die 23 Meter erklommen hat.

Wie so oft hat ihn dann der Ehrgeiz gepackt und er hat eine Route nach der anderen abgespult, ein bisschen wie im Rausch. Einige davon zwar im Toprope, aber ihm ist das egal, weil er ja aus Spaß und Freude klettert und nicht um Pokale zu gewinnen. Er hat erst aufgehört, als ihm die Finger von den teils scharfkantigen Griffen so sehr geschmerzt hatten, dass er keinen richtigen Halt mehr finden konnte.

Das klettern macht hier sehr viel Spaß und die Routen sind ziemlich gut abgesichert. Leider war der Kletterführer aus dem Internet nicht mehr ganz aktuell. Die Schwierigkeitsgrade sind hier nach Rene's Meinung auch etwas knapper als in Italien bemessen. Wer also mal in Omis Urlaub machen sollte und gerne klettert, sollte sein Kletterequipment nicht vergessen. Es gibt aber auch viele Stände und Läden in Omis, wo Kletterkurse und andere Actionabenteuer für Adrenalinchunkies angeboten werden.

Milan, der Chef von unserem Campingplatz, hat heute Fisch für uns gegrillt, gratis. Das macht der scheinbar alle paar Tage für seine Gäste. So einen Service hatten wir bisher noch auf keinem Campingplatz. Der Fisch war wirklich sehr lecker. Das Blöde daran war nur, dass wir uns Mittag frischen Fisch gekauft hatten. Den haben wir dann halt eingefroren.

Anja und Rene Small

Wanderung um Duce, Dugi Rat und Omis

Zum Wanderweg vom Vortag war es zu Fuß etwas weit und mit dem Auto war es bereits zu spät, da nach 8:30 Uhr kaum noch ein Weiterkommen Richtung Omis ist. Da braucht man für die 2 oder 3 Kilometer gefühlte 2 Stunden. Daher beschlossen wir beim Frühstück mal den Berg entlang von Duce nach Dugi Rat und wieder zurück nach Duce zu wandern, nachdem Anja´s Zeh nicht gebrochen war und wieder gut in den Schuh passte. Hier soll es auch ein verlassenes Bergdorf geben, dass wir besichtigen wollten. 

Wie das immer so ist, haben wir dann noch dies und jenes erledigt und bis wir den eigentlichen Einstieg zum Wanderweg bei Dugi Rat gefunden hatten war es, man glaubt es kaum, Mittag. Na ja, wenigstens nehmen wir jetzt immer genug gekühlte Getränke mit, wenn wir es schon nicht schaffen mal außerhalb der Mittagshitze zu wandern oder zu radeln.

Wir hatten ein etwas mulmiges Gefühl, da wir ja schon mehrfach vor den Giftschlangen gewarnt wurden. Natürlich haben wir dann keine gesehen, obwohl Rene gerne mal eine vor die Linse bekommen hätte. Anja hat sich bei der Wanderung die beide Beine verkratzt und wollte deswegen teilweise gar nicht mehr weiter. Das ist aber die Schuld von Rene, da er ihr erst 150 mal gesagt hat sie soll bei Wanderungen in unbekanntem Gelände Socken und lange Hosen anziehen oder die Hosenbeine von der Ziphose mitnehmen.

Rene hat Anja auch erst 150 mal gesagt, dass sie die Sonnenbrille richtig aufsetzen soll. Deshalb ist es auch seine Schuld, dass sie seine Sonnenbrille in einen tiefen Schacht fallen ließ, weil sie diese nur lose an ihrem Hut gesteckt hatte und sich bückte um in den Schacht zu sehen. 

Nach einem kurzen Nachmittagssnack haben wir dann noch die Strände in der Umgebung begutachtet. Hier um Omis dominieren eher die Sandstrände. Es gibt auch einige Kieselstrände und Strandabschnitte die aussehen, als seinen sie mit Splitt aufgefüllt. Die Strände sind etwas tiefer als zuvor bei Dubrovnik oder Orebic. So richtig lange und tiefe Strände gibt es aber auch hier nicht. Uns gefallen die Strände aber ganz gut, vor allem auch weil es nicht diese ewig langen Schirm- und Liegenreihen gibt.

Zum Abendessen ging es dann zu einem nahe gelegenen Hähnchengrill. Hier gab es frisch gegrillte XL Hähnchen. Das war sehr lecker und mit Pommes und Getränk für 8,50 Euro auch sehr erschwinglich.

Dugi Rat
Splitsko-Dalmatinska, Croatia
  • Missing
    Zaungast hat am kommentiert:

    Hm...? habt ihr das alte Bergdorf das ihr suchen wolltet gefunden?

Anja und Rene Small

Gesagt getan: Autocamp Duce

Gleich früh haben wir uns auf die Räder geschwungen um die Campingplätze in den umliegenden Ortschaften zu begutachten. Uns wurde mal wieder klar, dass Kroatien doch besser mit Campingbus, kleinem Wohnmobil oder Zelt zu bereisen ist. Viele Plätze sind mit Gespann oder großem Wohnmobil relativ schlecht befahrbar, manche auch gar nicht. Vor allem in der Hauptsaison kann man mit Campingbus oder Zelt immer mal das eine oder andere Plätzchen mit Meerblick oder Bergpanorama ergattern.

Auf unserem Weg lagen etwa 10 kleinere Autocamps und alle waren für den August restlos ausgebucht. Aber der Reisegott hat es dann doch noch einigermaßen gut mit uns gemeint. Auf einem kleinen Platz mit etwa 10 bis 12 Stellplätzen wurde gerade ein Platz frei. Leider sind hier alle Plätze, so auch dieser, relativ nah an der stark befahrenen Hauptstraße. Der Stellplatz kostet aber auch nur 20 Euro am Tag und so ist noch das eine oder andere Gelati für Rene drin. Milan, der Chef ist sehr nett und spricht gut Englisch, versteht und spricht aber auch ein wenig Deutsch. Die sanitären Anlagen sind ausreichend und zum Strand sind es nur 20 Meter. Auch ein Supermarkt ist in unmittelbarer Nähe. Bis auf den Verkehrslärm gefällt es uns hier sehr gut.

Erstaunlich finden wir, dass es hier Seife und Klopapier auf scheinbar allen Campingplätzen gibt. Scheint so in Kroatien üblich zu sein, während es in Italien eher die Ausnahme war.

Nachdem wir den Wohnwagen abgestellt hatten, konnten wir endlich mal Omis richtig besichtigen. Die Altstadt hat ein wenig Renovierungsbedarf ist aber recht schnuckelig, leider halt etwas überlaufen und sehr touristisch. Direkt am Meer gelegen und von einem Fluss flankiert wird Omis von tollen Felsformationen umrandet. Um so erschreckender das Bild von den neueren Stadtteilen. Wie so oft in Italien haben wir uns gefragt, ob man hier als Architekt bzw. Stadtplaner lediglich ein 1-Stunden-Seminar besuchen muss um alle nötigen Qualifikationen vorzuweisen. Echt erschreckend und traurig zugleich, wie man einen so schönen ursprünglichen Ort so dermaßen verschandeln kann.

Omis und vor allem dass bergige Hinterland und die Lage am Meer sind schon traumhaft. Für unsern Traumplatz würde die Gegend schon zu den Top 10 gehören. Was da aber so außen herum an Wohn- und Geschäftsgebäuden errichtet wurde ist einfach nicht zu glauben. Wir versuchen das einfach auszublenden, solange wir hier sind.

Heute haben wir Omis auch bei Nacht besichtigt. In einer der zahlreichen Pizzerien haben wir zwei wirklich leckere Megapizzen und ein Karlovacko rein geschaufelt.

Rene war tagsüber mit dem Mountainbike unterwegs. In Zakucac, kurz hinter Omis, hat er einen Wanderweg entdeckt. Als alter Abenteurer hat er den natürlich mit dem Rad erkundet um zu sehen, ob er ihm mit Anja bewandern kann. Es ging fast ausschließlich bergauf und bergab. Das erste Teilstück bergauf hatte einige steile Stellen und war wegen des Schotters sehr schwer zu befahren. Dann kam eine relativ lange Passage die vollkommen unbefahrbar war. Aber voller Vorfreude auf die kommende Abfahrt hat er sich immer weiter den Berg rauf gequält. Anja würde sagen das ist Sturheit. Oben angekommen haben dann einige einheimische Kletterer irgend etwas von „Nichts für Mountainbikes“ gefaselt. Ja, ja redet nur hat er gedacht. Wo man rauf kommt kommt man auch wieder runter lautet ja sein Motto. Recht hatte er, dumm nur, dass er sein Rad fast den ganzen Weg wieder runter schieben musste. Hatte ja nur 38 Grad im Schatten und es war mal wieder Mittagszeit. Der letzte Teilabschnitt war dann aber gut zu biken und hat ein wenig für die Strapazen entschädigt.

Die Aussicht ins Tal, auf den Fluss und auf Omis war aber gigantisch. Da müssen wir so bald wie möglich rauf wandern und den Foto mitnehmen hat er voller Begeisterung zu Anja gesagt, als er total schlapp und verschwitzt aber glücklich zum Wohnwagen zurückkam, wo Anja bereits seit über 2 Stunden mit dem Mittagessen wartete.

Duce
Splitsko-Dalmatinska, Croatia
Anja und Rene Small

Campingplatzsuche in Omis zur Hauptreisezeit, das macht Spaß

Gestern sind wir in Omis 25 km südlich von Split angekommen. Anja hat im Vorfeld recherchiert, dass es hier ein Klettereldorado geben soll. Gute Freunde, die hier im Juni waren, haben uns darauf hingewiesen, da sie bei ihrem Besuch in Omis, Kletterer an den Felswänden sahen.  

Leider war der von uns reservierte Platz auf dem Camping Sirena vor Omis nicht so toll deswegen sind wir weitergefahren. Der Campingplatz ist recht schön, aber die Zufahrt für Wohnwagenanfänger wieder mal recht abenteuerlich. Für Zelt- und Wohnmobilurlauber aber sicherlich empfehlenswert. Wir haben erfahren, dass eigentlich alle Campingplätze in und um Omis nahezu restlos ausgebucht sein sollen. Nur Camping Galeb in Omis selbst hat zu dieser Jahreszeit immer mal wieder ein Plätzchen frei, hieß es.

Rene hatte auch keine Lust großartig weiter zu suchen, vor allem weil die kleineren Campingplätze oft sehr abenteuerliche Zufahrten haben. So haben wir also auf direktem Wege Camping Galeb angesteuert. Dank Navi kein Problem und oh Freude, die hatten bei fast 500 Stellplätzen noch 4 Plätze frei.

Uns war aber relativ schnell klar, dass wir hier nicht sehr lange bleiben werden. Die billigste Kategorie mit 33 Euro war völlig überbelegt und so blieb uns nur die zweit billigste für 36 Euro, fast das komplette Tagesbudget. Da ja Hauptsaison ist, haben wir aber schon mit so um die 35 Euro gerechnet. Die Parzellen sind zwar ausreichend groß, aber Wohnwagen, Reisemobile und Zelte stehen hier Reihe um Reihe. Wie an Stränden, wo sich Liegen und Sonnenschirme endlos aneinander reihen. Es gibt keinerlei Sichtschutz und nur wenige große Bäume die ein wenig Schatten spenden. Glücklich wer so einen Platz ergattern konnte. Dann haben die für etwa 500 Stellplätze sage und schreibe 8 Spülbecken. Die Leute standen da reihenweise an. Bei den Duschen sah es ebenso mau aus. Die Sanitären anlagen waren auch nur gerade mal durchschnittlich.

Am besten war aber, dass der Platz relativ nahe an der Hauptstraße liegt und der angrenzende Dinopark von früh bis spät im 5-Minuten-Takt die Titelmelodie von Jurassic Park spielt. Uns war bis dahin unklar, dass man für Folter bezahlen muss. Viele unserer Platznachbarn haben ständig die Melodie nachgesummt. Wohl eine Art Gehirnwäsche. Für uns war das jedenfalls ein klares Zeichen, das die Folter Wirkung zeigt und ein Zeichen möglichst bald das Weite zu suchen. Schlecht fanden wir also: Alles; Toll fanden wir: Nichts. Wenn wir Campingplätze benoten müssten, bekäme der von uns eine glatte 6.

Da der Platz aber doch so voll war und sehr viele Reservierungen vorlagen, scheint diese Art von Camping wohl doch sehr beliebt zu sein. Wir mögen aber lieber kleinere familiäre Plätze ohne Animation und abseits von stark befahrenen Straßen oder Freizeitparks. Anmerkung: Das ist aber nur unsere subjektive Meinung und manch anderer Camper würden den Platz sicherlich anders bewerten.

Anja hatte nach kurzer Zeit bereits schlechte Laune und wollte den Platz noch am selben Tag wieder verlassen. Wir haben dann einen Kompromiss geschlossen und beschlossen gleich früh am nächsten Tag einen anderen Platz zu suchen. Mit einem Gläschen Wein oder waren es doch zwei, haben wir dann den Tag ausklingen lassen und die schlechte Laune einfach runter gespült.

Omis
Splitsko-Dalmatinska, Croatia
Anja und Rene Small

Chill-Out and Think about

Die letzten beiden Tage haben wir mit Reiseblog schreiben, lesen und am Strand faulenzen verbracht. Wir hatten so auch wieder mal Zeit die letzten Wochen und Monate Revue passieren zu lassen. Wir können kaum glauben, dass wir nun schon fast 3 Monate unterwegs sind. Es ist interessant, was man so alles nicht schafft, wenn man den ganzen Tag lang nichts tun muss. Meine ehemaligen Deutschlehrer mögen mir diesen Satz und den einen oder anderen grammatikalischen Fauxpas verzeihen. Den einen oder anderen Rechtschreibfehler bitten wir auch großzügig zu überlesen, aber ab knapp unter 40 Grad kann einem der Denkapparat schon mal im Stich lassen.

Also was ich eigentlich sagen wollte: Je mehr Zeit wir haben, desto weniger schaffen wir von unserer Todo-Liste. Es ist nämlich so, dass wir uns für unsere Auszeit eine Menge Dinge vorgenommen haben. Vieles was wir schon Jahre lang tun wollten. Wenn die Todo-Liste sagen wir 100 Punkte umfasst, dann sind jetzt noch so schätzungsweise 99 Punkte übrig.

Es ist aber nun nicht so, dass wir den ganzen Tag lang faulenzen. Wir denken, dass kann man auch teilweise im Reiseblog nachlesen. Wir recherchieren den nächsten Campingplatz, gerade jetzt in der Hauptsaison sehr schwierig. Meist rufen wir dort vorher an und es heißt: wir sind voll, von daher sehr zeitaufwendig. Außerdem haben wir auch einen Alltag mit: spülen, Wäsche waschen, Wohnwagen reinigen innen und außen etc. Rene bastelt viel, z. B.sind die Vorzeltabspannungen d.h.  die Heringe mit Karlovacko 2 L Bierflaschen (Plastik unten aufgeschnitten) gesichert, da Anja des öfteren im Dunkeln über die Heringe gestolpert ist. Die Kleinkinder haben auch ihre Freude an diesen Flaschen und ziehen sie an der Zeltschnur hoch und runter. Ferner werde die Flaschen noch für Warmwasserspeicher benutzt, da das Spülwasser am Camping oft nur kalt ist. Die Flaschen werden mit Wasser gefüllt und bis gespült wird sind sie von der Sonne aufgeheizt. Ja Rene setzt den ganzen Tag solche Ideen um. Außerdem machenwir viele Tagesausflüge mit dem Auto, wandern und radeln viel und sehen uns oft die umliegenden Strände und Orte an. Abends sind wir dann meist ziemlich k.o. Rene bekommt vom Autofahren immer Kopfschmerzen. Wohl ein Gesamtergebnis aus Hitze und Konzentration, wegen der chaotischen Verkehrsverhältnisse, vor allem seit Juli (Hauptsaison). 

Wir hatten ja Bedenken wegen der Hitze im Juli und August. Wir dachten wir machen Nachts kaum ein Auge zu, da sich so ein Wohnwagen ganz schön aufheizen kann. Das ist aber gar nicht so schlimm, wie wir dachten, da es hier Nachts meist nur so um die 23 Grad hat. Perfekt für T-Shirt und kurze Hose, Moskitospray vorausgesetzt.

Das Meer bei Dubrovnik war ja deutlich kälter als zuvor in Italien. In Orebic und hier in Omis ist es zwar noch recht frisch, aber nicht mehr ganz so kalt. Wie wir vermutet haben, liegt das wohl daran, dass viele kalte Quellen aus den Bergen direkt ins Meer münden. Da es heuer ja deutlich mehr regnet als sonst, wird dieser Effekt wohl noch verstärkt. Wir sind ja auch begeistert, wie grün hier alles ist, selbst viele Campingplätze haben grünen Rasen. Das ist aber hauptsächlich dem ungewöhnlich vielen Regen geschuldet, wie wir von vielen Urlaubern erfahren haben die schon sehr viele Jahre in Kroatien Urlaub machen.

Wir waren ja auch so überrascht, dass Kroatien im Gegensatz zu Süditalien so viel sauberer ist (bezogen auf den Müll am Straßenrand). Das hat sich bisher auch auf dem Weg nach Orebic und von Orebic nach Omis bestätigt. Michael (der Coburger vom Campingplatz in Orebic) hat aber erzählt, dass er vor 3 Jahren hier war und da sah es entlang der Straßen nicht ganz so rosig aus. Da haben die Kroaten im Gegensatz zu den Süditalienern aber ziemlich schnell gelernt. Hut ab muss ich sagen.

Wir genießen unsere Auszeit noch immer sehr und freuen uns riesig auf die kommenden Wochen und Monate.

Anja und Rene Small

Schlauchbootausflug zum Schiffswrack

Michael, der ein Schlauchboot mit einem 10 PS Motor dabei hat, hat uns auf eine Fahrt eingeladen. Die fünf Coburger und wir zwei haben alle gut auf sein Boot gepasst. Vor 3 Jahren hat er einen Campingplatz weiter ein Schiffswrack entdeckt. Dieses Wrack wollten wir nun erkunden. Er hat sich dafür extra eine Unterwasserkamera zugelegt. Wir haben uns ja auch eine gekauft, kamen bisher aber nicht dazu diese zu testen. Laut Internet sind ja viele solcher Kameras abgesoffen, aber unsere haben ihre Aufgabe gut bewältigt und einige tolle Schnappschüsse abgeliefert. Michael hat vor allem Videos unter Wasser gedreht.

Das Wrack mit Schnorchel und Taucherbrille zu erkunden hat richtig Spaß gemacht. Michael war erstaunt darüber wie viel von dem Wrack innerhalb der letzten 3 Jahre dem Salzwasser zum Opfer fiel. Rene musste unbedingt unter den Wrackteilen durch tauchen und hat sich wie so oft dabei verletzt. Nichts schlimmes, nur eine leicht blutende Schürfwunde vom rostigen Wrack. Ist aber typisch für ihn, dass er sich ständig kleinere Verletzungen zuzieht. Er muss halt wie ein kleiner neugieriger Bub immer in jede Höhle klettern, auf jeden Fels oder Baum rumkrackseln und alles mögliche erforschen.

Nach dem Wrack ging es dann noch zu einer kleinen Insel wo man wegen des kristallklaren Wassers eine unglaubliche Sicht bis hinunter zum Meeresboden hat. Obwohl es sonnig und warm war, ist es auf so einem Schlauchboot mit Motor recht frisch, obwohl die Geschwindigkeit relativ moderat war. Michael meinte alleine oder zu zweit geht das Boot deutlich besser ab. Rene wunderte sich das ein Boot mit 10 PS Motor und Zubehör, dass über 250 Kilo wiegt und noch 7 Mann Besatzung hat überhaupt vorwärts kommt. Selbst alleine oder zu zweit glaubte er kaum so etwas wie Spaß mit einem 10 PS Motor zu erleben. Michael hat ihn dann aber eines besseren belehrt. Nachdem die anderen Coburger und Anja ausgestiegen sind, hat er mit Rene nochmal eine kleine Spritztour unternommen. Ein kleineres Boot mit 10 PS geht also wirklich ordentlich ab.

Bei dem Gedanken an ein kleineres Schlauchboot mit vielleicht sogar 20 oder 30 PS hat Rene dann gleich feuchte Augen bekommen. Laut Michael kann man das schon für so um die 4000 Euro bekommen, gebraucht auch deutlich billiger. Die Entscheidung heißt jetzt also nicht mehr ob, sondern wann wir uns so ein Bötchen zulegen und den Führerschein machen werden.

Anja und Rene Small

Erkundung der Halbinsel Peljesac

Rene hat am Morgen versucht den Hauptberg der Halbinsel mit Mountainbike zu erklimmen. Das hat aber nicht so gut geklappt. Das er ein Orientierungslegastheniker ist, hat er bei seiner Pilgerreise nach Rom vor 3 Jahren ja schon mehrfach unter Beweis stellen können. Das er einen so deutlich sichtbaren Berggipfel auf einer doch relativ kleinen Halbinsel nicht findet, hat ihn dann aber schon etwas stutzig gemacht. Da muss er halt doch sein Fahrradnavi auspacken. Da er auf der Suche nach dem richtigen Weg aber ständig bergauf und bergab musste, hat er aber doch einige Höhenmeter hinter sich gebracht. Und man staune, es geschah am Vormittag, also nichts mit Mittagshitze. Es waren nur knapp über 30 Grad (schwitz, stöhn, ächts). Die Aussicht war es aber mal wieder wert und er hat auch ein uriges Häuschen entdeckt, so ähnlich, wie wir uns unser Haupthaus auf unserer Ferienanlage vorstellen könnten. Manchmal kann seine Legasthenie dann doch wieder nützlich sein.

Nach dem Mittagessen hieß es dann Inselerkundung mit dem Auto. Wir haben die Coburger gefragt, ob jemand mitfahren will. Da gerade nur Brigitte und Michael greifbar waren und diese das toll fanden, ging es dann zu viert los. Wir hätten auch gerne Kerstin und Thomas mit ihrer Tochter Jaqueline mitgenommen, aber wir haben halt leider nur einen 5-Sitzer.

Zuerst ging es nach Loviste, wo auch die Hauptstraße endet. Auf halben weg hat sich mal wieder der Himmel verdunkelt und pünktlich in Loviste kam dann auch der Regen.

Wir sind immer noch erstaunt über den vielen Regen in Italien und Kroatien, war es doch der oft verregnete Sommer in Deutschland, der uns bei unserer Entscheidung, im Süden eine neue Bleibe zu suchen, stark beeinflusst hat. Pünktlich zu unserem Start gibt es dann so viel Regen, dass auch ältere Einheimische sehr über das schlechte Wetter wundern. Sollte das eine Art Omen für uns sein?

Da es regnete und man nicht direkt nach Loviste rein fahren konnte, haben wir dann nicht so viel vom Ort gesehen. Wir haben schnell ein paar Bilder geschossen und dann ging es auch schon weiter. Michael hat im Internet was über ein verlassenes Dorf gelesen, das wir als nächstes besichtigt haben. Es liegt nicht weit von der Hauptstraße entfernt und da der Regen aufgehört hatte, war es sehr interessant die alten Gemäuer zu erforschen. Ein wenig wie Marco Polo, der übrigens von der Insel Korcula kommt. Eines der Häuser wurde bereits restauriert und ist wieder bewohnt. Wir überlegen bereits ernsthaft, ob es eine Option ist, ein ähnliches verlassenes Dorf zu erwerben und für unsere Gäste zu restaurieren.

Zum Schluss ging es dann in entgegengesetzte Richtung nach Trpany. Trpany ist eine kleine Hafenstadt. Hier kann man mit der Autofähre rüber nach Kroatien fahren. Man spart sich so etwa 80 km Umweg und den Grenzübertritt zwischen Kroatien und Bosnien Herzegowina. Kostet aber deutlich mehr als der Sprit. Wenn wir wüssten, wie lange die Wartezeit an der Grenze ist, wäre das eine mögliche Alternative, wenn auch für unser Budget eine schlechte.

Trpani
Dubrovnik-Neretva, Croatia
Anja und Rene Small

Fahrradausflug zur Insel Korcula

Wir sind heute mit der Autofähre nach Korcula rüber. Die Fähre geht im Stundentakt und man kann nur staunen, wie viele Autos jedes mal aus der Fähre kommen bzw. in die Fähre rein fahren. Mit dem Rad war es natürlich etwas entspannter als mit dem Wohnwagen von Italien nach Kroatien. Wohnwagen wäre aber auch relativ easy, da man vorne rein und hinten raus fahren kann.

Korcula auf der gleichnamigen Insel hat schon ein wenig Ähnlichkeit mit Dubrovnik. Es hat einen sehr schönen alten Stadtkern mit engen Gassen und liegt auf einem kleinen Hügel. Hier geht es noch mal deutlich touristischer zu als in Orebic. Es gibt viel mehr Restaurants, Cafes und Geschäfte. Direkt neben bzw. um die Altstadt gibt es diverse Bademöglichkeiten. Meist sind es relativ schmale Felsplatten, wie so oft in Kroatien. Teilweise gibt es aber auch kleiner Buchten mit Kieselstrand.

Nach Besichtigung der Altstadt Korcula hieß es dann mit dem Rad die diversen Strände zu besichtigen und uns eine schönes Fleckchen zu suchen. Wie immer haben wir es perfekt geplant und sind pünktlich gegen 12 Uhr, in der größten Mittagshitze, zu unserer Radtour gestartet. Wir haben uns zwar schon ein gutes Dutzend mal geschworen nie mehr in der Mittagshitze mit dem Rad eine Rundtour zu starten, aber aus Gründen die wohl nur der Allmächtige kennt, bekommen wir das einfach nicht gebacken. Wir haben uns noch dazu für die falsche Richtung entschieden, da hier die Strände nicht gerade der Brüller waren, obwohl sie uns als Sandstrände empfohlen wurden. In die andere Richtung soll es einige kleinere Buchten geben, die karibischen Flair versprühen. Na egal, wir konnten wenigstens die Mittagshitze auf dem Rad genießen.

Für den Abend haben wir uns dann mit den Coburgern zu Essen verabredet, da wir sie ja sehr nett fanden. Wie sich herausstellte hatte Kerstin Geburtstag und uns kurzerhand zum Essen eingeladen (Danke Kerstin!). Auch wenn uns so eine Einladung noch immer etwas peinlich ist, haben wir uns sehr darüber gefreut. Der Stellplatz braucht ja schon fast unser komplettes Tagesbudget auf und wenn uns nichts einfallen sollte, wird unser Budget wohl kaum für die geplanten 3 Jahre ausreichen. Aber das Eine oder Andere wird sich schon noch ergeben und wir bleiben guter Dinge. Rene hat einen Grillteller bestellt und Anja bekam endlich ihr lang ersehntes Lamm zu essen.

Wir waren am Restaurant vom Campingplatz, dass einen sehr schönen Blick auf das Meer bietet. Danach gab es dann noch einen kleinen Absacker bei Kerstin's Wohnmobil. Es war ein toller Abend und wir hatten eine gute Unterhaltung.

Bleibt noch zu erwähnen, dass man hier im Restaurant keinerlei Extrawünsche entgegen nimmt. Also Pellkartoffeln statt Pommes oder ähnliches war nicht drin. Die Bedienung war zwar nett, aber seltsam kühl und unpersönlich. Uns ist so etwas völlig unverständlich und wir würden so ein Restaurant auch kein zweites mal mehr besuchen. Für den ansonsten sehr schönen Campingplatz daher ein deutlicher Punktabzug.

Curzola
Dubrovnik-Neretva, Croatia
Anja und Rene Small

Ankunft Camping Nevio in Orebic – Halbinsel Peljesac

Unser letzter Campingplatz hat uns eigentlich recht gut gefallen und mit unter 20 Euro noch dazu ziemlich billig für die Hauptsaison. Das recht durchwachsene Wetter hat es uns dann aber doch leicht gemacht unsere sieben Sachen zu packen und weiter zu ziehen. Dumm nur, dass das Wetter am neuen Campingplatz genau so besch... ist. Na ja, nur die ersten zwei Tage, dann war es mit dem regnerischen Wetter endlich vorbei.

Der Campingplatz Nevio ist recht aufwendig terrassiert und hat einen schönen Kieselstrand. Es gibt tolle Stellplätze mit Meerblick, aber auch die hinteren Plätze bieten eine tolle Aussicht auf den fast 1000 Meter hohen Sv. Ilias. Insgesamt eine sehr schöne Anlage mit ordentlichen und neuwertigen sanitären Anlagen. Wie auf allen größeren Plätzen kann man sich hier auch kleine Bungalows mieten. Das ist praktisch für Campingfans, denen Zelten zu anstrengend und ein Wohnwagen oder Wohnmobil zu teuer ist.

Die Preise reichen je nach Strand Nähe oder Meerblick von 24 bis 48 Euro für 2 Personen mit Auto und Caravan. Wir haben einen Platz für 32 Euro, weil die 24 Euro Plätze recht nahe an der Hauptstraße liegen und auch relativ uneben sind. Das ist zwar schlecht für unser knappes Budget aber gut für das Wohlbefinden. Gibt es halt für diese Woche nur Wasser und Brot.

Im Meer, vor dem Strand, haben viele der Urlauber ihre Schlauchboote oder Sportboote an Bojen festgemacht. Angesichts der vielen kleinen Inseln in der Nähe wäre das auch für uns eine schöne Sache. Wenn wir unseren Traumplatz am Meer gefunden haben, wird so ein kleines Schlauchboot mit Motor sicherlich eine unserer ersten Anschaffungen sein.

Rene hat sich schon sehr darauf gefreut hier mal wieder klettern gehen zu können und wir wollten auch gemeinsam das bergige Hinterland erkunden, immerhin bis zu knapp 1000 Meter hoch. Das hat uns der Angestellte vom Campingplatz, der übrigens perfekt deutsch spricht, aber gleich ausgeredet. Vor allem in den Monaten Juli und August kommen hier nämlich die ganzen Giftschlangen raus und machen das Klettern und Wandern daher zu gefährlich. Die Einheimischen bieten daher auch keine Touren an. Im Frühjahr und Herbst soll man hier aber sehr gut wandern können.

Leider, wie auf fast allen Campingplätzen, schaffen es die Urlauber aber immer wieder diverse Handtuchhalter und Ablagen zu beschädigen. Keine Ahnung ob das mutwillig geschieht oder nur Dummheit ist, jedenfalls finden wir es ärgerlich. Vielleicht ist aber auch die Qualität nicht immer die beste und nur selten werden die defekten Teile ausgetauscht oder sachgerecht repariert. Leider gibt es hier auch, wie auf fast jedem Campingplatz, Toiletten die man nicht absperren kann. Die schönste sanitäre Anlage nutzt aber auch nichts, wenn die Urlauber ständig ihre Hinterlassenschaften zurücklassen, was leider viel zu oft der Fall ist. Wäre mal interessant welche Nationalität hier unrühmlicher Spitzenreiter ist und ob die das bei sich zuhause auch so machen.

Orebic, das nur 2 km entfernt ist, ist ein kleinerer aber recht beliebter Urlaubsort mit vielen Apartments (Gott sei dank ohne All-inclusive!) und einigen kleineren Autocamps. Vom Hafen Orebic geht eine Fähre zur Insel Korcula (Fahrtzeit etwa 10 Minuten). Wir wollen da mal mit dem Rad rüber und die Stadt Korcula, die ähnlich schön wie Dubrovnik, aber um einiges kleiner sein soll, ansehen und die Strände in der nähren Gegend erkunden.

Heute haben wir sehr nette Coburger am Campingplatz kennengelernt. Zwei Familien mit Wohnmobilen, die hier gemeinsam 3 Wochen Urlaub machen wollen und den Platz über das Internet reserviert haben.

Gestern lagen wir am Strand und wollten uns etwas Sonne gönnen, da sich diese seit über einer Woche sehr rar gemacht hatte. Wir lagen noch nicht lange, da hörten wir auf einmal panisches Kinderschrei. Wir wussten zuerst nicht woher und wieso. Da Anja polnische Wurzeln hat, konnte Sie aus dem Gespräch der Polen neben uns entnehmen, dass ein kleineres Schlauchboot mit Kindern von einem motorisierten Schlauchboot überfahren wurde. Kurz darauf sahen wir die beiden verkeilten Boote. Ein Mann, es war der Unglücksfahrer, wie sich später herausstellte, versuchte vergeblich sein Boot vom Schlauchboot hochzuheben. In dem Moment sind Rene und etwa 7 oder 8 weitere Männer los gespurtet und in Richtung der Boote geschwommen. Kurz bevor alle an der Unglücksstelle ankamen, konnten die Anwesenden die Boote jedoch trennen. Gott sei dank wurde niemand verletzt. Alle konnten unversehrt zurück an Land, aber den Schreck war den Kindern und einigen Erwachsenen deutlich anzusehen.

Uns ist es schleierhaft, wieso manche mit ihren motorisierten Booten zwischen den im Wasser schwimmenden oder spielenden Kindern entlang brettern. Jeder soll seinen Spaß haben, aber ein wenig mehr Rücksichtnahme wäre doch angebracht.

Kuciste
Dubrovnik-Neretva, Croatia
Anja und Rene Small

Die ersten Eindrücke von Kroatien haben sich bestätigt

Nun haben wir mit dem Auto doch schon wieder einige hundert Kilometer abgespult. Meist ging es die Küste entlang, aber auch einige Abstecher ins Landesinnere waren dabei. Ebenso haben wir die Gegend mehrmals mit dem Mountainbike erkundet und das, obwohl Anja an einer ärztlich anerkannten Bergaufphobie leidet.

Einen Tag lang haben wir die Küste mit dem Kajak erkundet. Am FKK-Strand haben wir einen kleinen Badestopp eingelegt. Anfangs hat das mit dem Paddeln noch nicht so gut geklappt. Wir sind mehr im Kreis als geradeaus gefahren. Jeder hat natürlich den anderen beschuldigt falsch zu rudern. Das Kajak war aber wohl noch nicht richtig ausgewuchtet und musste sich im Meer erst richtig einschleifen (haben wir dann einfach beschlossen). Auf der Rückfahrt konnten wir dann schon fast synchron nach hause rudern. Eigentlich fast ein Wunder, da sich Anja am FKK-Strand den Allerwertesten verbrannt und beim Tragen des Bootes sich auch noch die mittlere Zehe verletzt hat. Rene hat für die Nacht eine provisorische Schiene aus Pappkarton gebastelt und mit Bandagen umwickelt. Der Zeh hat höllisch weh getan und war am nächsten Tag grün und blau war. Wir vermuten, dass er gebrochen ist. Die nächsten Tage ist daher erst mal etwas Ruhe angesagt.

Egal ob wir mit dem Boot oder dem Rad unterwegs sind, wir schaffen es immer genau die Stunden zu erwischen an denen keine Wolke am Himmel steht und man sich nach wenigen Metern unweigerlich fragt wo man den hier wohl ein kühles Radler bekommen kann.

Wir haben also in über einer Woche schon einiges gesehen und nachdem sich unsere ersten Eindrücke über dieses Land bestätigt haben, sind wir schon sehr gespannt, was hier in den nächsten Wochen noch alles auf uns wartet. Über die Mentalität der Kroaten können wir noch nicht so viel sagen, aber bisher waren die Kontakte alle sehr freundlich und positiv. Hie im Raum Dubrovnik gibt es auch viele Urlauber aus den umliegenden Ländern des ehemaligen Jugoslawien. Da ist es für uns auch nicht so leicht zu unterscheiden wer nun Kroate ist.

Andere Urlauber haben uns auch bestätigt, dass es überall in Kroatien sehr sauber ist und die Straßen in sehr gutem Zustand sind. Die Autobahnen sind sehr wenig befahren und in Topzustand, kosten aber Mautgebühren. Es soll auch überall in den Küstenregionen und dem angrenzenden Hinterland sehr schön sein.

Während wir diese Zeilen schreiben, zieht gerade ein regelrechtes Unwetter über uns herein. Die Nacht hat es ja schon ordentlich geregnet, aber das war nichts gegen dieses Unwetter. Es regnet sintflutartig und beginnt auch noch zu hageln. Erst Millimeter große Hagelkörner die rasch immer größer werden und um die 1,5 cm im Durchmesser erreichen. Das kracht und scheppert ziemlich stark und wir suchen schon nach Möglichkeiten die Fenster abzudichten, falls die Hagelkörner weiter an Umfang zunehmen, das bleibt uns aber dann doch erspart. Das Donnern und Blitzen lässt uns aber schon ein wenig den Schweiß von der Stirn perlen. So ein Unwetter haben wir beide noch nicht erlebt. Nach etwa einer halben Stunde gibt dann Rene's provisorisches Sonnensegel schließlich den Geist auf. Es flattert bei den Böen wie verrückt im Wind und klatscht immer wieder gegen den Wohnwagen. Rene muss jetzt raus und es irgendwie befestigen. Draußen schaut es aus wie in einem Sumpfgebiet. Alles steht unter Wasser und ist völlig mit Schlamm bedeckt. Die Campingstühle, die zwei Tische, die Kühlbox, der Gasgrill und die Gasflasche, das Kajak, die Räder, …

Rene kommt gerade in den Wohnwagen und ist völlig verdreckt. Welch ein Glück, dass Anja den Wohnwagen am Vormittag sauber gemacht hatte. Anja spricht ihn jetzt lieber nicht an und reicht ihm stattdessen eine Dose Bier, denn sein grimmiges Gesicht zeigt ihr, dass er aus irgend einem Grund genervt zu sein scheint. Wieso eigentlich, ist doch so ein Schlammbad gut für die Haut und in der Terme in Italien hat ihm das Schlammbad doch auch gut gefallen. Hier war es sogar kostenlos.

Der Sturm hat eine gute Stunde gedauert und die Sonne scheint wieder als ob nichts gewesen wäre. Jetzt geht es erst mal ans Putzen und Sturmschäden beseitigen. Das gute an dem Sturm ist die Tatsache, dass die Diskussionen, ob wir unsere Tour besser mit einem Zelt gemacht hätten, nun erst mal pase sind.

  • Small
    Flatt hat am kommentiert:

    Warum schriebt Ihr eigentlich in der Dritten Person? Liegt´s an den großen Bierflaschen :-) ?Gruezi, Lamm habt Ihr ja schon am Straßenrand entdeckt - Spanferkel nicht vergessen :-) Leckaaa. Und Fisch - auch leckaaaaaa

  • Small
    Anja und Rene hat am kommentiert:

    Nix große Bierflaschen, sondern damit die werten Leser wissen wer was erlebt hat, etc. Wenn wir schreiben würden: "Ich habe mir beim Sonnenbad den Allerwertesten verbrannt ...", wüsste ja niemand wer sein Hinterteil zu lange in die Sonne gereckt hat. Daher haben wir uns für diese Variante entschieden.

    Lamm war echt leckaaaa und leider war bisher nie ein Spanferkel zu finden, wenn wir Lust darauf hatten.

Anja und Rene Small

Abstecher nach Montenegro

Nach Montenegro sind es von unserem Campingplatz aus nur etwa 25 Minuten. Wir sind über einen kleinen Grenzübergang eingereist. Die Beamten wollten die grüne Karte für den PKW und die hatten wir Gott sei dank dabei. Reisepass war ja eh klar. Ansonsten war der Grenzübertritt eher unproblematisch.

Wir haben dann die komplette Bucht von der Stadt Herceg-Novi bis nach Kotor mit dem PKW umrundet. Die Straßen sind etwas schlechter als in Kroation, aber noch deutlich besser als in weiten Teilen Süditaliens. Auch mülltechnisch gab es wenig zu beanstanden. Man fühlt sich hier wie an einem See der von Bergen umrundet ist, fast wie an so manchem Bergsee in den Alpen oder in Teilen am Gardasee. Die Felsformationen sind gigantisch, egal von welchem Winkel, man sieht immer neue Felsvarianten. Es gibt hier auch einige kleiner Küstenörtchen die sehr sehenswert und sauber sind. Die Gebäude bestehen meist aus hellem Naturstein und sind recht ordentlich restauriert, also was für das Auge. Leider sind die Strände hier eher Mangelware. Die Einheimischen behelfen sich dann meist mit künstlich angelegten Liegeflächen.

Am besten gefiel Anja bei der Heimfahrt der einheimische Supermarkt. Das Angebot an Salami und Schinken hatte eine Größe das Anja wohl Tage gebraucht hätte alles zu probieren. Leider hatten wir keine Kühltasche dabei und noch eine lange Heimreise im heißen Auto. Um diese schmerzliche Erfahrung jedoch etwas abzumildern entschieden wir uns für einen Liter montenegrinischen Weißwein. Der hat nur 1,40 Euro gekostet und sich als der Beste der letzten 10 Wochen entpuppt. Dumm nur, dass wir nur eine Flasche mitgenommen haben. Wir mögen keine allzu süßen oder sauren Weine, eher halbtrocken bis trocken. Die meisten Weine, die wir in Italien probiert hatten würden wir eher in die Kategorie guter Essig stecken. Das ist nur unser subjektiver Eindruck, der aber von vielen anderen Campinggästen bestätigt wurde. Wir sind auch keine Weinkenner und bezweifeln auch nicht, dass es in Italien sehr gute Weine gibt.

Kotor
Kotor, Montenegro
Anja und Rene Small

Bucht von Cavtat und Dubrovnik/Ston

Vorgestern war Strandtag und wie so oft haben wir mal wieder einen Sonntag erwischt. Genau wie in Italien platzen die Strände und vor allem die Parkplätze in Strandnähe aus allen Nähten. Eine Frechheit von den einheimischen den Urlaubern einfach die besten Strandplätze wegzuschnappen.

Gestern ging es nach Cavtat, der letzten schönen Bucht vor der Grenze zu Montenegro, die recht sehenswert ist. Zwei kleinere Halbinseln können zu Fuß umrundet werden. Auf dem Weg gibt es zahlreich Möglichkeiten sich an den schmalen Felsstränden auszuruhen und ein Bad im Meer zu nehmen. Im Hafen und davor liegen eine menge Yachten. Zu den zahlreichen Segel- und Motoryachten haben sich auch einige Megayachten gesellt. Da wäre wohl so mancher Millionär oder gar Multimillionär neidisch geworden.

So eine Megayacht ist schon toll anzusehen. Luxus pur, egal wo man hinsieht. Das Personal, so etwa ein Dutzend, scheint den ganzen Tag damit beschäftigt zu sein das Boot zu putzen, während sich die Eigner in der Sonne liegend die Drinks bringen lassen oder das Essen vom Koch servieren lassen. Für uns wäre so ein Leben wohl etwas zu dekadent, aber gegen eine der kleineren Segelyacht hätten wir auch nichts einzuwenden.

Heute ging es an der Küste Richtung Norden auf die Halbinsel Peljesac mit der bekannte Stadt Ston. Hier gibt es eine Burganlage, die auf und um einen Berg herum führt, wie wir es noch nie gesehen haben. Erinnert ein wenig an die chinesische Mauer. Der Arbeitsaufwand der in dieser Anlage steckt ist heute mit Geld wohl kaum noch zu bezahlen. Der Ortskern hingegen ist dafür recht überschaubar. Hier haben wir unser erstes kroatisches Lamm a´la Spanferkel vom Spieß gekostet. Es wurden gleichzeitig 4 Lämmer auf einem Autoanhänger, der zum Grill umfunktioniert wurde, gegrillt. Gott war das lecker, wir glauben daher, dass unseretwegen noch so manches Lamm sein Leben lassen muss. Die Vegetarier mögen uns dies nachsehen.

Cavtat
Dubrovnik-Neretva, Croatia
Anja und Rene Small

Erste Eindrücke in Kroatien und Dubrovnik bei Tag und Nacht bestaunen

Die Ankunft in Kroatien und die ersten Kilometer zum Campingplatz und in der Gegend um den Campingplatz lassen sehr gutes erwarten. Die Mischung aus Bergen, Meer, Inseln und teils wilder Natur kommt unserer Erwartung nach einem Traumplatz schon sehr sehr nahe. 

Das Wasser ist super sauber, so wie wir es auch von Griechenland her kennen und es hat gleich eine ganz andere Farbe wie in Italien. Das Meer wechselt je nach Tiefe von türkis über hellblau bis dunkelblau. Wir können das schlecht beschreiben fühlen uns von den Farben aber wie gefesselt. Das liegt wohl auch daran, dass es überwiegend Kiesel- und Felsstrände gibt. Man sieht den Meeresboden aus mehreren Metern noch klar und deutlich. Liebhaber langer Sandstrände werden es hier wohl etwas schwer haben ein geeignetes Plätzchen zu finden. Uns macht das nichts aus, da wir Kieselstände eh lieber mögen, schon alleine deshalb, da man nicht ständig den Sand in sämtlichen Körperritzen hat.

Soweit wir das bisher beurteilen können, sind hier auch die Straßen und Gebäude in viel besserem Zustand als in Italien (teilweise auch als in Deutschland) und vor allem liegt hier kein Müll herum. Weder an den Stränden noch an den Straßen oder im Hinterland findet man Müll, wie das in Süditalien üblich ist. Natürlich liegt auch mal die eine oder andere Flasche oder Tüte herum, aber auch nicht mehr als das in Deutschland der Fall ist.

Wir wollten erst mal unsere Vorräte wieder auffüllen und zum nahe gelegenen Einkaufszentrum fahren. Die netten Schweizer vom Vortag waren mit einem größeren Wohnmobil hier, da sie auch zwei Kinder haben. Sie waren ganz froh, als Anja fragte ob sie mit zum Einkaufen wollen. Im Baumarkt wollten wir nach einem Campingtisch sehen, da das Kochen und Grillen mit dem neuen Gasgrill etwas lästig auf dem Boden war. Roland (der Schweizer) sagte ganz spontan wir können einen von ihm habe, da er eh alles doppelt hat. Obwohl wir beide uns immer etwas doof vorkommen ein Geschenk anzunehmen haben wir das Angebot freudig angenommen. Der Baumarkt hatte ja auch keine Campingartikel und Rene schon Kreuzschmerzen vom Grillen am Boden. Nicht zuletzt hätte der Tisch wohl auch ein ganzes Tagesbudget gekostet.

Für den frühen Nachmttag haben wir dann ein Ticket für ein Boot nach Dubrovnik gekauft. Da wir uns mit Roland und Christine (die Schweizer) gleich gut verstanden, haben wir beschlossen gemeinsam mit dem Boot nach Dubrovnik zu fahren. 

Dubrovnik sieht wirklich so wie auf den Postkarten aus, wirklich traumhaft. Selbst in good old Germany findet man kaum eine so gut restaurierte Stadt. Gebäude und Gassen, alles wirkt hier sehr harmonisch und man kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus. Die Preise fügen sich freilich nicht ganz so harmonisch ins Gesamtbild ein. Jedoch gibt es hier leckeres Gelati für die Hälfte des Preises wie in so mancher relativ schlecht oder gar nicht restaurierten Stadt in Italien. Auch Essen und Trinken gehen ist hier im Vergleich zu Italien billiger, obwohl Dubrovnik wirklich ein Touristenmagnet ist. Die Menschenmassen die sich durch die Altstadt zwängen sind hier wirklich gigantisch und wir würden empfehlen die Stadt an einem nicht so heißen Tag zu besichtigen.

Man kann über die Burgmauer um die Altstadt herumlaufen. Bei umgerechnet 13 Euro pro Person mussten wir leider auf diese Vergnügen verzichten. 26 Euro sind mehr als die Hälfte unseres Tagesbudgets. In den schmalen Gässchen gibt es Weinbodegas und viele schnucklige Restaurants und Geschäfte. Die Schwalben kreisen zu Tausenden über der Altstadt kreisen. Das ist fast wie bei Alfred Hitchcocks „Die Vögel“.

Für den Abend suchten wir uns ein Restaurant in der Bucht vor der Altstadt mit Meerblick aus. So konnten wir den Tag gemütlich Revue passieren lassen. Roland hat uns dann auch noch zum Essen eingeladen. Verrückt diese Schweizer. Erst hat er uns seinen Campingtisch geschenkt und dann lädt er uns auch noch zum Essen ein. Das war uns schon fast unangenehm. 

Um 22 Uhr fuhren wir bei Dunkelheit mit dem Boot zurück. Dadurch konnten wir die Altstadt auch mit Beleuchtung bestaunen. Es gab noch einen kleinen Absacker bei Roland und Christine, die diverse gute Liköre bei den Einheimischen erstanden hatten, einfach lecker.

Auch wegen des Campingtisches wollten wir Roland und Christine mit ihren Kindern am nächsten Tag zum Grillen einladen. Leider sind sie dann mittags schon abgereist.

Danke nochmal für Eure Großzügigkeit.

Mlini
Dubrovnik-Neretva, Croatia
  • Small
    Isabelle hat am kommentiert:

    Euer Abenteuer ist einfach faszinierend. Ich freue mich euch zu folgen und wünsche euch viel Spass!

Anja und Rene Small

Mit der Fähre von Italien (Bari) nach Kroatien (Dubrovnik)

„Uff , geschafft!“ Man hatten wir Schiss mit dem Wohnwagen auf die Fähre zu fahren. Rene ist vor Jahren schon mal mit dem LKW von Italien nach Griechenland gefahren. Am Hafen hat das totale Chaos geherrscht und die Anweiser haben nur herum geschrien und mit der Trillerpfeife gepfiffen. Jetzt also das Ganze mit Auto und Wohnwagen. Wir hatten deshalb schon eine schlaflose Nacht. Wir haben von den bisherigen Urlaubsbekanntschaften ja schon so einiges gehört. Die Meinungen reichten von „Null Problemo“ bis „nie mehr mit der Fähre“. Wo müssen wir am Hafen überhaupt hin und wenn da wieder das totale Chaos herrscht, wo können wir dann das Gespann parken um unsere Tickets zu holen. Muss man rückwärts auf die Fähre fahren oder vorwärts und dann am Zielhafen rückwärts runter und das alles bei diesen hektischen Einweisern und dem vielen Verkehr. Vielleicht haben wir auch Glück und die Fähre hat vorne und hinten einen Zugang (Abgang) oder wie man das in der Seefahrersprache auch immer nennen mag.

Leicht übermüdet und mit einigem Magengrummeln ging es dann mittags vom Campingplatz die 130 km zum Hafen nach Bari. Zuerst kamen mal einige Baustellen mit Totalsperrung und natürlich ohne Umleitungsschilder. Das Navi hat uns dann sehr abenteuerliche Straßen entlang geführt. Die wurden immer schmäler und proportional dazu nahm auch die Schlaglochdichte deutlich zu. Da uns ja schon mal in einer engen Kurve ein Italiener in den Wohnwagen gefahren ist und Rücksichtnahme hier im Straßenverkehr ein Fremdwort zu sein scheint, hat das unser Magengrummeln nicht gerade verbessert. Nur gut, dass wir vorsichtshalber einen Satz frischer Unterhosen griffbereit verstaut hatten. Irgendwann haben wir dann das Navi genervt abgeschaltet und kamen nach „nur“ 30 km Umweg und gefühlten 3 Stunden wieder auf die eigentliche Hauptstraße. Die Straße war wieder breit genug für uns und die entgegenkommenden Fahrzeuge. Auch die Schlaglochdichte wurde wieder geringer.

Tja, und wie das immer so ist im Leben, waren alle unsere Sorgen völlig überflüssig. Stundenlanges Magengrummeln und 5 Liter Angstschweiß für die Katz. Nach kurzer Nachfrage haben wir den Ticketschalter gefunden. Daneben war ein riesiger Parkplatz und wir waren auch noch die Ersten. Zu- und Auffahrt auf die Fähre war ein Klacks. Das befürchtete Chaos hielt sich in Grenzen und wir konnten vorne in die Fähre rein fahren und hinten im Halbkreis wieder nach vorne Richtung Ausgang. Am Zielhafen ging es dann einfach wieder vorwärts raus aus der Fähre.

Die Fähre hat pünktlich um 22:00 Uhr abgelegt und da wir übermüdet waren, hofften wir auf einen guten Schlaf. Natürlich haben wir auf der Fähre kein Auge zugemacht und kamen nach der zweiten Nacht fast ohne Schlaf völlig übermüdet am Hafen von Dubrovnik an.

Die vorgelagerten Inseln, die Buchten, die Berge und natürlich die Altstadt von Dubrovnik haben bei uns zu einem echten Wow-Erlebnis geführt. Früh um 7 Uhr war alles noch relativ verschlafen und leider war der von uns gewählte Campingplatz bei Dubrovnik ausgebucht und so fuhren wir erst mal etwas  hilflos von der Fähre Richtung Süden. Wir wollten Stadtnah bleiben und so fanden wir dann 12 km hinter Dubrovnik den Campingplatz „Autocamp Kate“. Über Treppen gelangt man runter zum Strand und einigen Restaurants und Bars. Hier am Camping haben wir auch gleich sehr nette Schweizer kennengelernt.

Der Campingplatz ist sehr schön, aber so mancher scheut hier den Weg hinunter zum Strand. Wir nehmen das aber gerne in Kauf, weil man von weiter oben immer auch eine tolle Aussicht hat. Nachteilig sind da aber wiederum die vielen Bäume, die einem zum Großteil die Sicht hinunter versperren.

Dubrovnik
Dubrovnik-Neretva, Croatia
Anja und Rene Small

Ein Traumplatz in Italien?

Insgesamt hat uns Italien landschaftlich recht gut gefallen. Einige Plätze könnten für unser Vorhaben sicherlich in die engere Wahl kommen. Letztlich steckt der Tourismus hier (Süditalien) aber vielerorts noch in den Kinderschuhen. Unterhalb des Gardasees ist der Tourismus meist nur auf die Einheimischen ausgerichtet. Einige löbliche Ausnahmen gab es noch in der Toskana. Es gibt nur selten englischsprachige Hinweisschilder oder Flyer. Die Italiener sprechen hier auch kaum englisch oder eine andere Sprache. Schade, denn wir haben fast nur positive Erfahrungen mit Italienern gemacht und mit Händen und Füßen hat es dann mit der Verständigung auch oft ganz gut geklappt.

Die Preise, egal ob Lebensmittel, Benzin, Grundbesitz, etc. sprechen auch deutlich gegen Italien. Außerdem geht die Saison hier nur etwa 6 Wochen lang (Juli/August) und da kann man schwerlich genug Geld für das ganze Jahr verdienen. Vor- und Nachsaison ist hier kaum was los. Am Gardasee sieht es da zwar deutlich besser aus und die Landschaft ist auch sehr schön, aber hier noch ein schönes Plätzchen zu finden ist nahezu ausgeschlossen.

Was uns insgesamt auch sehr abgeschreckt hat ist der viele Müll entlang den Straßen und in einigen Städten (Süditalien). Die laden da ihre vollen Mülltüten ebenso ab wie Kühlschränke, Autobatterien, Motoröl, Möbel, usw. Kleinere ländliche Dörfer und Bergdörfer bieten hier oftmals eine erfreuliche Ausnahme. Da weiß man vielleicht noch, dass man die Natur nicht gnadenlos ausnutzen kann. Die touristischen Strandabschnitte sind auch oft sehr sauber und gepflegt, aber wehe man läuft ein paar Meter weiter, dann stapeln sich wieder die Müllberge.

Exemplarisch haben wir mal drei Fotos hochgeladen die das Problem mit dem Müll zeigen. Diese Bilder haben wir trauriger Weise auch noch in einem ausgewiesenen Naturschutzgebiet gemacht. Schlimm finden wir auch das die Politik scheinbar gar nichts gegen dieses Problem unternimmt. 

Leider haben wir diese Erfahrung mit dem Müll auch schon in anderen Mittelmeerländern machen müssen. Schade, dass man in den sogenannten Industrienationen auch noch im 21. Jahrhundert so mit der Natur umgeht. Auch dass man hier so wenig Sonnen- und Windenergie zu nutzen scheint erstaunt uns sehr. Beides ist hier, vor allem am Meer und in den Bergen, ja in Überfluss vorhanden.

Laut Aussage eines Italieners gibt es hier auch ein Problem mit Neid und Missgunst unter den Einheimischen selbst. Keiner will sich vom Anderen was sagen lassen oder gemeinsam an einem Projekt arbeiten. Das macht es dann als Ausländer auch nicht gerade einfach etwas aufzubauen.

Bleibt also zu erwähnen, dass wir wohl keine weiteren Anstrengungen unternehmen werden unseren Traumplatz in Italien zu finden.

  • Small
    Felix hat am kommentiert:

    wo geht es jetzt für euch hin?

  • Small
    Anja und Rene hat am kommentiert:

    Morgen mit der Fähre nach Kroatien (Dubrovnik)

  • Small
    Ralf Winkler hat am kommentiert:

    Wenn Ihr das schlimm findet, fahrt mal nach Rumänien und Bulgarien....

  • Small
    Anja und Rene hat am kommentiert:

    Das so manche ehemalige Ostblockländer hier noch Nachholbedarf haben ist klar, Italien ist aber schon lange eine Industrienation und Teil der EU. Wir haben einfach gehofft, dass hier mittlerweile ein Umdenken stattgefunden hat.

    Es macht uns einfach nur traurig, dass man die schöne Natur als Mülleimer missbraucht.

  • Small
    Felix hat am kommentiert:

    cool! Ich habe mich bisher nicht nach Kroatien durchringen können. Bin aber gespannt auf eure Erlebnisse und Bilder. Denn ich möchte gern hin.

Anja und Rene Small

Fahrradtour, die Weltmeisterschaft und das Kind im Manne

Vorgestern haben wir den nächst größeren Ort „Manfredonia“ mit dem Fahrrad besichtigt. Schnell hatten wir 50 km zusammen und da es mal wieder 30 Grad hatte, gönnten uns danach ein erfrischendes Bad im Meer. 

Gestern ging es per Auto rund um die Stiefelspore. Hier gibt es Naturschutzgebiete sowie ein paar Badeorte mit Sand oder Kieselstrand. Wir waren erstaunt wie viele Campingplätze es hier gibt.

Das WM-Finale haben wir im Campingrestaurant auf italienisch angesehen und Rene wäre gerne danach mit Freunden Feiern gegangen. Da ist man einmal zu einer WM nicht im Bamberg und die Deppen werden echt Weltmeister, man glaubt es kaum.

Rene dachte ja, dass Italien ein fussballverrücktes Land sei. Aber Kneipen wo man die Finalspiele zeigt suchten wir vergeblich. An den Campingplätzen sahen sich auch nur vereinzelte Italiener die Spiele im eigenen Wohnwagen an. Kann sein, dass das etwas anders wäre, wenn die Italiener nicht schon in der Vorrunde raus geflogen wären. Letztlich war Rene schon sehr traurig, dass bei den ganzen Finalspielen und speziell im Finale am Sonntag nie eine richtige Stimmung aufkam.

Die Italiener haben den Deutschen den WM-Titel wohl auch nicht wirklich gegönnt. In den vorherigen Spielen und im Finale haben sie gejubelt, wenn die Deutschen ein Gegentor bekamen. Gott sei dank, war das Tor der Argentinier ja abseits. Auf dem Weg zu einem vereinten Europa ist es wohl noch ein recht langer Weg.

Nachdem Rene seinen Standesgemäßen WM-Kater auskuriert hatte konnte er endlich mal sein Wellenboard testen, da es relativ windig war und somit auch hin und wieder ein paar brauchbare Wellen dabei waren. Anja war ganz erstaunt was für fantastische Kunststücke Rene mit seinem neuen Wellenboard vollführen konnte (Scherz). Da kam deutlich der kleine Rene zum Vorschein. Nein, nicht das was ihr jetzt schon wieder denkt, sondern das Kind im Manne. Anja konnte Rene's fröhliches Grinsen deutlich vom Strand aus erkennen. Wenn er nicht die Probleme mit dem mittlerweile chronisch entzündlichen Ohr hätte, wäre er wohl noch etliche Stunden im Meer geblieben. Leider konnte ihm in Bamberg, keiner der vielen Ohrenärzte die letzten zwei Jahre wirklich helfen.

Die ersten Tage dachten wir im Meer schwimmen eine Menge Algen herum. Bei unserem niedrigen Tagesbudget hatten wir schon überlegt Algen mit auf den Speisezettel zu setzen. Das Zeug, was da am Strand herumschwamm sah aus wie Blattalgen, hat sich aber irgendwie komisch angefühlt. Nun glauben wir, dass das alles Plastiktüten sind die sich in der Brandung langsam zerkleinern und zersetzen. Es waren nämlich auch weiße und grün-weiße Teile dabei und von weißen Algen haben wir noch nichts gehört. Wird echt höchste Zeit, dass die EU etwas gegen den Plastikmüll tut und vor allem auch endlich Plastiktüten verbietet.

Manfredonia
Puglia, Italy
Anja und Rene Small

Letzter Campingplatz in Italien (Camping Lido Salpi im Gebiet Gargagno)

Wieder haben wir Glück und stehen an einem Campingplatz vergünstigt am Sandstrand mit einem sehr schönen Sandstrand. Diesmal sind wir nicht in erster Reihe, aber die 100 Meter Fußweg tun auch nicht weh. Hier sind endlich mal wieder auch zwei Deutsche Camper mit denen man quatschen kann. Aber mit einem holländisches Pärchen, er in Italien geboren und aufgewachsen, haben wir uns unterhalten. Das ging mit mehreren Sprachen, Deutsch, Englisch, Holländisch, Italienisch und ein wenig Spanisch.

Einziger Nachteil an diesem Campingplatz sind die Fliegen und Moskitos, die es hier wohl aufgrund des sumpfigen Naturschutzgebietes gibt. 

Aber am tollsten finden wir Maria aus Bamberg und ihren Partner, die hier in Italien mit Ihrem Wohnmobil mal kurz 4 Wochen Urlaub machen. Sie haben die Welt bereits mit einem Segelschiff 10 Jahre lang bereist und davon natürlich auch zeitweise an Land gewohnt. Unter anderem mit Auto und Zelt in Nordamerika, Kanada, Afrika, Neuseeland und Australien, sonst aber hauptsächlich auf dem Boot. 

Was sie erlebt haben ist einfach gigantisch, von Seeräubern mit schweren Gewähren, vor denen sie geflüchtet sind. Oder in der kroatischen Adria als Dieter von einem Motorboot angefahren wurde und sich dessen blaue Farbe in seine Haut regelrecht eingebrannt hat und vieles vieles mehr. Die 2 hatten ganz sicher kein langweiliges Leben in den letzten 26 Jahre. 

Dieter wird im Oktober 80 Jahre und fährt ein großes Wohnmobil ist sportlich und er wirkt  mindestens 20 Jahre jünger was auch auf Maria mit ihren unglaublichen 76 Jahren zutrifft. Das ist echt der Wahnsinn. Wir hoffen, dass wir in dem Alter auch noch so fit und weltoffen sind und weiterhin die Welt bereisen werden.

Wir haben ja in den letzten 3 Wochen mehrere segelbegeisterte Camper getroffen, von denen zwei Paare schon die Großen Weltmeere durchkreuzt haben. So langsam bekommen wir auch Lust darauf mal mit einem Segelboot die Welt zu bereisen.

Manfredonia
Puglia, Italy
Anja und Rene Small

Nochmal in den Westen nach Porto Cesareo und Gallipoli mit Strandbesichtigungen

Von guten Freunden bekamen wir die Info Porto Cesareo zu besichtigen. Der Ort war zwar ganz nett, aber wie so oft in Touristengebieten bauen die da ein Gebäude neben das andere und keines passt zum eigentlichen Altstadtkern. So geht leider viel zu oft der schöne Flair verloren. Auf dem Weg nach Gallipoli, weiter südlich, fanden wir einige schöne kleiner Orte, wo man den Massentourismus noch etwas verschlafen hat. Auch die Hafenstadt Gallipoli hat einen super schönen Altstadtkern der auf einer Landzunge liegt. Ferner waren wir überrascht dass eine so relativ große Stadt auch noch über diverse schöne Stadtstrände verfügt.

Für die Mittagsruhe fanden auch wir ein kleines Stück Kiesstrand in einer Bucht. Hier haben sie auch nur ein paar wenige Einheimische hin verirrt, sodass wir die Ruhe richtig genießen konnten. An dem Campingplätzen geht das ja schon einige Zeit nicht mehr. Überall wird bis früh um 5 – 6 Uhr Technomusik gespielt, die nur alle 10 Minuten von diesem unsägliche Animationsgeplappere unterbrochen wird.

Die Heimfahrt sollte dann schnell über die 2-spurige Bundesstraße im Landesinneren über die Bühne gehen. Anja war als Beifahrerin mal wieder weggedöst als Rene plötzlich laut aufschrie: „Verdammte Sch...!“. Keine 100 Meter vor uns kam ein italienischer Kleinwagen ins Schleudern. Er krachte mehrfach zwischen den Leitplanken der Straße hin und her. Wir hatten so 120 km drauf und Rene musste voll in die Eisen gehen. Bis Anja richtig wach war und begriff was gerade passiert ist, konnte sie nur noch sehen, wie der Fahrer des Unfallautos ausstieg und die Hände vor sein leichenblasses Gesicht hielt. Man konnte auch förmlich seine zittrigen Knie sehen. Wir Standen nur noch 5 Meter vom Unfallauto entfernt. Ein anderer Italiener stieg aus und kam dem Unfallfahrer zu Hilfe. Der war aber körperlich unversehrt, hatte halt nur einen gehörigen Schock. Als wir uns versichert haben, dass alles OK ist, fuhren wir dann mit einer gehörigen Portion Adrenalin im Blut weiter zu unserem Campingplatz.

Porto Cesareo
Puglia, Italy
Anja und Rene Small

Fahrt nach Brindisi zur Stadtbesichtigung

Diese Fahrt ging erst mal ins Industriegebiet, da hier ein Campingladen Zubehör für unsere neuen Außengaskocher anbot. Danach freuten wir uns, dass das Navi bei der Eingabe über die POI's sofort einen Strand in Stadtnähe finden konnte. Laut Reiseführer sollte Brindisi ja einen schönen Stadtstrand haben.

Ja wer sich zu früh freut: Wir landeten in einem Hafengebiet mit vielen Durchfahrt-verboten-Schildern. Die standen nicht nur auf der Straße (Schotterpiste), sondern auch auf den Feldern. Anja hatte schon Angst wir könnten uns auf einem Minenfeld des Militärs befinden. Wir fuhren aber trotzdem unbeirrt weiter, so wie es uns das Navi befohlen hatte. Irgendwann kam nur noch eine Art  Feldweg und wir entschlossen uns dann doch dazu umzudrehen („blödes Navi“).

Auf der Rückfahrt quietschte und krachte es auf einmal, ähnlich wie am Bahnhof, wenn ein Zug bremst oder angekoppelt wird. Rene meinte lapidar das kommt vom Industriegebiet neben uns, von dem wir nur durch eine hohe Mauer getrennt waren. Ok, klingt logisch dachte Anja, obwohl sie meinte, das könnte auch vom Auto her kommen. Nach mehreren 100 Metern war das Geräusch wieder da. Diesmal war nichts in der Nähe und Anja horchte aus dem Fenster. Das war definitiv das Auto! Es quietschte, krächzte und tat richtige Schläge. Abwechselnd horchte einer von außen während der Andere im Schritttempo vorbeifuhr. Wir kamen beide zum Schluss, dass die Geräusche aus dem Radkasten rechts hinten kamen. Beim Vorwärts- und Rückwärts fahren quietschte es recht laut und als Rene einige Vollbremsungen und schnelle Kurvenfahrten ausführte, hatte es ziemlich laute metallerne Klappergeräusche gegeben. Wir hatten nun wirklich die Befürchtung ein größeres Problem zu haben.

Ein Fall für die Werkstatt befanden wir, nachdem wir nochmal versucht hatten 500 Meter weiterzufahren und alles nur noch schlimmer wurde. Als wir angehalten hatten, entdeckten wir voller Freude, dass wir vor einer Autowerkstatt standen (BMW/Mini). Natürlich war mal wieder Siestazeit und die machten erst in 2 Stunden auf. Egal dachten wir rufen wir halt den ADAC. Das klappte nach längerem telefonischen hin und her dann recht gut. 20 Minuten nachdem der deutsche ADAC die Daten an seine italienischen Kollegen weitergegeben hatte, kam auch schon