NACHTRAG

Hier beschreiben wir kurz unsere erste Reise und tragen den Beginn unserer jetzigen Tour nach.

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Station erstellen
willi Small

Rund um Banfora

18.02.2015
Liebe Freundinnen und Freunde

Wir treiben uns zurzeit in der Umgebung von Banfora herum. Hier gibt es einiges zu sehen und da wir in der richtigen Reisezeit unterwegs sind, gibt es auch viele Touristen. Vor 3 Tagen fuhren wir zum Lac Tengrela einen See mit Flusspferden. Das Camp war direkt am See, sehr einfach Kübel Dusche, schönes gemauertes Sitzplumpsklo und wir freuten uns, dass es leer war. Das änderte sich schlagartig nach Einbruch der Dunkelheit. Eine Gruppe von 30 Französinnen und Franzosen stürmten das Camp. Wir verschoben unsere Pierroggenfahrt zu den Hippos um einen Tag, da wir uns eine ruhige Fahrt im Morgengrauen wünschten. Die hatten wir dann auch wirklich bei Sonnenaufgang und es war wirklich schön. Martin hatte schon am Vortag bei unseren Seespaziergang mit seinem Fernglas die Hippos ausgemacht. Da es so aussah als würden jeden Abend Reisegruppen aus Banfora angekarrt, fuhren wir weiter.
Uns lockte wie so oft, die skurrilen Steinformationen die Aiguilles de Sindou und die Falaise de Niansoroni. Die Piste verläuft großteils in einer schattigen Allee mit sehr großen Bäumen und ist gut zu fahren. Es gibt hier viele Dörfer und das einsame Platzerl haben wir bis jetzt nicht gefunden. Wir sind auf einen einfachen aber recht sauberen Campingplatz und werden morgen in der Früh mit einem Führer die Falaise hinaufklettern.
Martin macht jetzt einen Motorradausflug und ich habe Zeit zu schreiben was mir so durch den Kopf geht. Zum Beispiel, wie privilegiert wir sind, weil wir soviel Zeit haben. Die Touristen denen wir begegnen fliegen auf zwei bis vier Wochen hierher und wollen natürlich soviel wie möglich sehen. Das macht viele sehr unachtsam und hektisch. Und wir verwirren die Einheimischen, weil wir Zeit haben und bei unserer Ankunft nicht gleich ein Programm für die nächsten Stunden ausmachen wollen.
Auf dem ersten Blick ist Burkina Faso Mali sehr ähnlich, dieselbe Amtssprache und die gleiche Währung. In der Gegend wo wir jetzt herumfahren hat man aber den Eindruck, dass die Leute hier nicht so arm wie in Mali sind. Es gibt eher noch mehr Motorräder und Mopeds, viele Fahrräder und gute Straßen. Außerdem sind wir hier in einem Gebiet mit viel Wasser, was unterschiedlichen Ackerbau (Zuckerrohr, Reis, Baumwolle und Gemüse) und große Obstplantagen ermöglicht. Das meiste scheint von Hilfsorganisationen initiiert zu sein. In unserem Reiseführer steht, das Burkina Faso das Lieblingsland der Organisationen ist, da 80% der Projekte erfolgreich sind. Die Burkinabe werden daher auch die Preußen Westafrikas genannt.
Es gibt hier eine moderne Verfassung mit absoluter Religionsfreiheit, Verbot der Mehrfrauenehe und Frauenquoten in den Gremien. Die Menschen hier sind zu 60% Muslime, 20% Christen und eigentlich zu 100% Animisten. Das heißt, dass es heilige Flüsse mit heiligen Fischen gibt, Orte die an denen man zum Beispiel nichts Rotes anhabe darf, und viele Fetische in den Dörfern, denen man Respekt zollen muss. Teilweise ist das sicher auch ein Tourismusgag um Besucher von der Notwendigkeit eines Führers zu überzeugen. An vielen Orten muss man zwischen 1000 und 2000 CFA (1,50-3,00 €) zahlen. Auf den neuen Straßen gibt es Maut in derselben Höhe.
Die Camp und Restaurantpreise sind hier höher als in Mali oder gleich mit geringerer Ausstattung. Eine Nacht in einem Camp kostet für uns zwischen 3 und 6 Euro. Für ein einfaches Essen muss man ungefähr mit 3 € rechnen und im Hotel zahlten wir am Abend mit Tonic, Wasser, Haupt- und Nachspeise 25 Euro. Am Markt gibt es in den kleineren Orten viel vom Gleichen: Erdäpfel, Zwiebel, Kraut, Tomaten, einiges das ich nicht kenne und zurzeit außer Mangos, teure Äpfel und ziemlich kaputte Bananen kein Obst. Ein Baguette kostet 20 Cent und eine Flasche Wasser 50 Cent. Für die Zigaretten zahlen wir für Dunhill ca. 1,20 €.
Mir gefallen die Gesichter der Leute hier. Sie zeigen sehr offen was sie denken. Wenn sie zum Beispiel unseren Willi auf der Straße heranwackeln sehen, lachen sie über das ganze Gesicht oder ich kann sehen, dass sie uns für total bescheuert halten oder bewundern. Auch bei unseren Gesprächsversuchen ist meist der Gesichtsausdruck verständlicher als die Worte. Die Kinder schreien und winken unseren Auto zu, sind aber eher scheu, wenn sie uns begegnen. Die größeren sind sehr neugierig und fragen viel. Die wenigsten Leute hier wissen wo Österreich liegt und so zeichne ich immer wieder Deutschland, Österreich und Italien in den Sand.
So zum Schluss noch zu unsere Ausstattung. Die Sitze mit den Hosenträgern machen das Gewackel vom Will wirklich erträglicher. Die Matratze ist super bequem und nur etwas umständlich, wenn wir etwas aus den Kisten brauchen. Der Kühlschrank frisst zwar jetzt schon mehr Strom, aber kühlt spitzenmäßig. Die Treppe ist der absolute Hammer. Ich freue mich jede Nacht aufs Neue über sie.
Was allerdings wirklich fehlt ist eine Klimaanlage und ich ärgere mich, dass wir dafür kein Geld ausgeben wollten. Unser Ventilator ist ein unnötig Strom fressender Witz. Wir werden versuchen in Ouagadougou irgendetwas Brauchbares aufzutreiben. Wobei wir weiter im Süden in kühleres Klima kommen, da wir hier im Norden noch nahe der heißen Sahelzone sind.
So jetzt hab ich endlich Zeit gefunden über ein bisschen Hintergrund zu schreiben und gehe jetzt mir einen Kübel kaltes Wasser über den Kopf zu leeren. Handtücher bauch ich hier nicht, weil ich in ein paar Minuten trocken bin.
Seid ganz lieb gegrüßt
Martin und Franziska
PS: Heute 20.2.2015
Unser Ausflug in das Dorf in der Falaise war toll.  Die ziemlich anstrengende Kletterei mit Führer hat sich gelohnt. Es stammt aus dem 14. Jahrhundert und sieht aus wie ein Telemdorf, welches wir in Mali nicht besichtigen durften.


Banfora Department
Komoe, Burkina Faso
willi Small

Von Segou (Mali) nach Banfora (Burkina Faso)

15.02.2015
Hallo Ihr Alle!

Wir sind schon in Burkina Faso und zwar in Banfora in dem sehr schönen Hotel Canne a Sucre. Der Name bezieht sich auf die riesigen Zuckerrohrfelder und die Rumfabrik. Da es seit ein paar Tagen sehr heiß ist und unser Auto leider bis nach Mitternacht nicht mehr abkühlt, haben wir uns für 2 Nächte ein Zimmer mit Aircondition genommen. Es tut auch gut von Eurem Wetter zu hören und gestern haben wir im TV Schifahrer gesehen. Das Essen hier ist vom Feinsten und wir werden mit Tischtuch, Stoffserviette und Weingläsern verwöhnt. Ist natürlich nicht billig, aber wir wollen uns verwöhnen. Außerdem haben wir in den letzten Tagen einiges eingespart.
Von Bamako fuhren wir nach Segou, wo wir die deutschen Freunde mit dem MAN-Lkw trafen. Unsere gemeinsame Suche nach einem Platz für unsere zwei Trucks gestaltete sich ziemlich schwierig. Blauäugig hatten wir unterschätzt wie viele Leute zum Festival kamen. Die ganze Stadt war im Festivalfieber, es gab mehrere Spielorte und ein volles Programm. Es war sicher nicht so groß, wie das Donauinselfest aber das Gedränge der Leute war sehr ähnlich. Nach einem Spaziergang am Nachmittag war mir klar, dass ich am Abend sicher nicht hingehen würde.
Dank eines Einheimischen, den wir schon in Bamako kennen lernten, fanden wir mit unseren Autos einen Platz ziemlich weit außerhalb bei einem kleinen Hotel direkt am Niger. Amandou arrangierte auch ein Motorradtaxi, welches uns abends in die Stadt brachte und wieder abholte. Eine Fahrt mit diesen Gefährt bestehend aus Motorrad mit 3 Rädern und einer überdachten Ladefläche auf der Lasten und bis zu acht Personen transportiert werden können, ist eine ziemlich holprige Angelegenheit.
In dem Hotel sind einige Musiker abgestiegen und wir saßen am Nachmittag gemütlich im Schatten mit Blick auf den Niger zusammen und hatten eine tolle Jamsession. Am Abend fuhren wir mit besagtem Taxi zu einem Hotel in der Stadt, wo die Musiker ein Konzert gaben. Das Hotel war nur über schlechte Piste zu erreichen. Umso erstaunter waren wir als wir ankamen. Die Anlage sah aus wie in einem Tausend-und-einer-Nacht-Märchen. Nach Mitternacht kamen Musiker von ihren Auftritten und es wurde gejamt und getanzt was das Zeug hält. Ein unvergesslicher Abend und wir kamen um 3 Uhr nach Hause
Am nächsten Tag fuhren unsere deutschen Freunde weiter und zum Abschied gab’s natürlich noch Musik. Einer brachte dann noch eine ca. 1,5 Meter lange Schlange und ich durfte eine Schlange halten. Um den Hals, wie ich es mir als Kind erträumt habe, getraute ich sie mir aber nicht zu legen. Es war toll.
Wir blieben noch eine Nacht und fuhren diesmal mit unserem Motorrad noch mal ins Hotel in die Stadt. Wir wurden von den Musikern mit Umarmung und Wangenküsschen begrüßt. Diesmal war es nach 4 Uhr als wir endlich ins Bett kamen. Wir mussten für den Platz nichts bezahlen und die 30 € pro Person Eintritt haben wir auch gespart.
Nach Segou fuhren wir auf feinstem Asphalt Richtung Grenze. Das Gebiet ist dicht besiedelt und es war schwer einen Platz zum Schlafen zu finden. Die Leute aus den Dörfern in deren Nähe wir stehen kommen meist neugierig vorbei und plaudern ein bisschen bevor sie nach Hause gehen. Nicht so in der letzten Nacht vor der Grenze. Die Motorräder und Fahrräder fuhren ohne winken schnell weiter. Nach dem Essen saßen wir noch eine Weile im Dunkel als plötzlich ein Auto auf uns zukam. Taschenlampen blitzten aus dem Fenster und die Scheinwerfer blendeten uns. Erstaunlicher Weise hatte ich keine Angst und dachte nur, dass wir jetzt zusammenpacken und im Finstern wegfahren mussten. Aus dem Wagen stiegen 3 Uniformierte und ein Mann in Zivil. Wegen der Tarnuniform dachte ich es sind Soldaten, aber es war die Polizei. Sie kamen freundlich lächelnd und grüßend auf uns zu. Allerdings machte mich die Maschinenpistole, die der eine lässig in der Hand hielt, doch etwas nervös. Nach einigen hin und her stellte sich heraus, dass die Polizisten vom Mann in Zivil gerufen wurden, weil sich dieser von uns fürchtete. Martin erklärte, dass wir nur hier schlafen wollten und am Morgen wieder weiterfahren würden. Der Polizist fragte den Mann ob das für ihn ok sei und dieser stimmte zu. Na fein, wegfahren mussten wir nicht. Wir bekamen noch die Handynummer des Polizisten, damit wir anrufen könnten, falls es noch Probleme gäbe. Beim Plaudern stellte sich heraus, dass einer der Polizisten ein wenig Deutsch konnte und so bekamen wir zum Abschied noch eine gute Nacht gewünscht. Uff.
Beim Frühstück überlegten wir, was wir tun würden, wenn auf unserem Grund plötzlich ein Auto steht und fremde Leute übernachten wollen, ohne uns zu fragen.
Wir fuhren bei Sona (Mali) und Faramana (Burkina Faso) völlig stressfrei über die Grenze. Bei der Polizeistation mussten wir uns die Hände mit Seife waschen und uns wurde das Fieber gemessen. Auch in Segou mussten wir uns Fiebermessen lassen und bekamen Desinfektionsmittel auf die Hände gesprüht.
Unser erster Stopp war in Bobo Dioulasso der zweitgrößten Stadt von Burkina. Wir standen in der Auberge La Pacha, wo wir einen Kölner trafen, den wir schon im Sleeping Camel und in Segou gesehen haben. Er führte uns am nächsten Tag in das Hotel Auberge wo man für 2,50 € den erstklassigen Swimmingpool benutzen kann. Es war so schön, dass wir den ganzen Tag blieben. Abend fuhren wir dann noch mit einem Freund des Aubergechefs in ein Kabarett. So heißen hier die Bars in denen Live Musik gespielt wird. Der Freund zahlte die Zeche und brachte uns auch noch nach Hause.
Heute machten wir einen Ausflug zu einem Wasserfall. Auf der landschaftlich schöneren aber etwas schlechteren Piste mussten wir wegen einem Loch in der sehr schmalen Brücke leider umdrehen. Ja das tun wir auch, vor allem wenn es eine Alternative gibt. Bei den Wasserfällen war die Hölle los. Wie das Gänsehäufel wenn es wegen Überfüllung geschlossen wird. Martin und ich waren die einzigen Weißen und die einzigen Erwachsenen Ich war mit Kleid im Wasser obwohl einige Mädels mit Bikini und Jungs mit Badehosen waren. Die meisten waren aber angezogen. Martin hielt nur die Füße hinein. Ist wirklich nicht leicht sich auszuziehen, wenn man so auffällt. So oft sind wir in Afrika noch nie fotografiert worden
Jetzt habe ich im Bett mit eingeschalteter Klimaanlage den Blog geschrieben und Martin hat die Fotos ausgesucht und verkleinert. Posten kann man jetzt in fast allen Hotels oder Cafes, Wifi macht’s möglich. Freue mich schon auf ein feines Abendessen.
Seid gegrüßt geküsst und umarmt
Martin und Franziska
PS: Martins Haare sind wirklich ziemlich ergraut, die noch braunen sind in der Sonne fast blond geworden und staubig sind sie auch meistens.


Banfora Department
Komoe, Burkina Faso
willi Small

Alte Bekannte in Manantali, Kassama und Bamako

02.02.2015
Hallo Ihr Lieben, wir sind wieder da!
Genau sind wir jetzt in Bamako im Sleeping Camel. Wir haben in der Zwischenzeit soviel erlebt, dass ich gar nicht weiß, wie ich anfangen soll.
Vielleicht zuerst zu Mali. Hier hat sich einiges verändert. Einige neue Asphaltstraßen, einige Pisten, die schon vor 6 Jahren schwierig waren und seither total verfallen sind. Die Motorräder haben sich vervielfacht was in den Städten zum Alptraum wird. In Bamako gibt es mittlerweile moderne 3-stöckige Straßen aber in den Seitengassen sind nach wie vor schlechte Sandpisten. Der Staub und Abgassmoke ist unbeschreiblich. Leider nicht geändert hat sich die Angewohnheit alles einfach auf den Boden zu werfen. In den Höfen wird in der Früh zusammengekehrt und dann bleibt alles bis nächsten Morgen liegen.
Wettermäßig sind wir jetzt in der kühleren Jahreszeit. Das heißt ein bisschen wie Frühling. Tagsüber über 30 Grad heiß, aber in der Nacht kühlt es noch unter 20 Grad ab. Viele Bäume blühen und haben frische grüne Blätter. Bei den Dörfern gibt es kleine mühsam bewässerte Gemüsebeete, die oft mit Tüchern beschattet werden.
Von Kayes sind wir auf einer neuen Straße bis Bafulabe gefahren und dort mit der Fähre über den Balfing. Auf der Fähre sagte man uns, dass die Piste nach Kassama unpassierbar sei und wir es bestenfalls von Manantali aus probieren könnten. In Manantali stellte sich heraus, dass aus dem Boully Camp ein Cool Camp geworden ist. Ein Holländer hat es Boully abgekauft und ausgebaut. Boully kümmert sich um die Gemüsegärten. Er hat sich sehr über unseren Besuch gefreut und uns gleich frisches Gemüse, sogar grünen Salat geschenkt. Unser beschriftetet Stein war auch noch da.
Über unsere Weiterfahrt wurde viel diskutiert. Mehrheitlich wurde uns abgeraten nach Kassama zu fahren, da die Piste nur mehr für Motorräder geeignet ist. Zu schmal, zu niedrig und neben der Motorradspur nur mehr Löcher, Abbrüche und Geröll. Aber vor 2 Monaten ist ein MAN-Truck durchgekommen. Hat sich allerdings beim Ausweichen eines tiefen Astes in ein schlammiges Reisfeld gelegt. Es brauchte viele Helfer und 3 Tage bis er wieder heraußen war.
Wenn der durchkommt, schaffen wir das auch und wir wollten ja unbedingt die Leute in Kassama wieder sehen. Ich will Euch mit der Schilderung nicht langweilen unsere Actioncamera war voll im Einsatz. Nur soviel. Es war Horror, wir brauchten für 100 Kilometer 3 Tage, Fußgänger überholten uns, ein Reifen ging kaputt.
Die Ankunft in Kassama war toll. Wir wurden ganz herzlich begrüßt. Die konnten gar nicht glauben, dass wir auf der Piste gekommen sind. Der Hof hat sich sehr verändert. Statt viel freier Platz, wie früher, wurden und werden neue Häuser gebaut und alles wirkt ein bisschen chaotisch. Die Hausfrau erkannte ich fast nicht wieder. Die energische schlanke Frau ist rundlich und müde geworden. Allerdings war sie auch gerade ziemlich verkühlt. Aus den Mädels sind Frauen geworden, nur unsere Teeköchin wirkte unverändert. Diesmal wurden auch wir fotografiert denn Handys haben hier jetzt alle.
Wir blieben 3 Tage(Festivaltermin!), verteilten Kuscheltiere, Kosmetika, Marmelade, Kinderkleidung und einen Fußball. Großer Abschied in Begleitung unseres Freundes der uns mit seinen Motorrad den Weg zeigte. Jetzt ging es die Falaise hinunter. Wir brauchten 3 Stunde für eine Strecke, die in 30 Minuten mit dem Motorrad zu schaffen ist.
Auf neuen Asphalt ging es vorbei an einer riesigen Goldmine über eine tolle Brücke über den Balfing und weiter auf der Straße auf der wir vor 6 Jahren gefahren sind, als sie gebaut wurde. Wir halfen einen Holländer mit Landrover dem der Diesel ausgegangen ist und er gab uns die Adresse vom Sleeping Camel in Bamako.
Wir kamen wieder einmal in der Dunkelheit in eine große Stadt, ein Alptraum. Endlich im Hotel angekommen wurden wir noch zum Sektanstossen eingeladen, da der Holländer seine 40sten Geburtstag feierte.
Das Hotel ist nett mit einem guten Restaurant, der Stellplatz für die Autos und Zelte schattig aber eher klein. Dachten wir bis die Autos von der Budapest-Bamako Rallye eintrudelten. Unglaublich wie viele Autos da noch Platz fanden. Insgesamt sind an einem Abend 300 Autos von der Rallye angekommen und in der Stadt verteilt worden. Die wahnsinnigen Fahrer sind die Strecke Budapest-Bamako, durch Frankreich und Spanien in 12 bis 15 Tagen gefahren.
Hier gibt es einen Mann namens Bapist, der alles besorgen und organisieren kann, was man so braucht. Am Morgen nach unserer Ankunft hatten wir gleich jemanden da, der den Reifen flickte und Mechaniker, die an unserem Auto direkt am Platz einen Ölwechsel und ein Service machten. Wir mussten Visa für Burkina Fasso besorgen und fanden mit Hilfe von Bapist die größte Apotheke der Stadt. Der Apotheker versprach meine Medikamente zu organisieren aber bis jetzt erfolglos.
Wir trafen den Präsident einer großen NGO für die unser Freund in Kassama arbeitet. Er holte uns am Samstag ab und wir fuhren in sein Haus in Kati. Eine wirklich große Villa. Wir wurden gut und reichlich bewirtet und weil er nur wenig Englisch spricht, hat er noch einen Englischlehrer zum Übersetzen eingeladen. Ich konnte sogar ein Mittagsschläfchen im kühlen Gästezimmer ohne Fliegen und Moskitos halten. Am Nachmittag wurden wir wieder zurückgebracht.
Am Abend kamen unsere Freunde aus Atar mit ihrem endlich reparierten MAN-Truck an und siehe da auch für diesen Riesen gab’s noch Platz. Wir sind hier ziemlich nahe am Niger und sobald es dämmrig ist fallen die Moskios über uns her. Es stellte sich heraus, dass unser rundes Moskitonetz für unser Bett untauglich ist. Gerade jetzt, während ich das schreibe, kommt Baptist und bringt mir ein rechteckiges Moskitonetz origineller Weise in blau. Die heutige Nacht wird also ein Traum in blau.
Gestern hatten wir noch eine Verabredung mit Saba, den Studenten aus Manantalis. Hier im Hotel wurde eine Nigerfahrt in einem kleinen Boot organisiert und wir luden Saba dazu ein. War richtig schön. Leichter Wind, Fischerboote, Wäscherinnen, Leute die sich wuschen. Der Niger ist hier stellenweise sehr breit mit kleinen Inselchen. Auf dem Boot gab es Getränke und gute Musik. Der Trip dauerte über 2 Stunden und wir konnten auch mit Saba plaudern.
Heute Vormittag waren wir in einem französischen Supermarkt und haben zur Abwechslung von den vielen afrikanischen Essen Käse und Speck eingekauft. Morgen fahren wir auf Asphalt nach Segou zum Festival und werden dort wieder einige Leute von hier treffen. Dann geht’s auf Asphalt weiter nach Burkina Fasso.
So das war’s mal wieder.
Seid umarmt und geküsst
Martin und Franziska

Bamako
Bamako, Mali
willi Small

Grenzwertig, Kayes

18.01.2015
Hier kommt die Fortsetzung
Ich muss noch bis zum heutigen Tag kommen, weil es ziemlich unsicher ist, wann es wieder ein Netz gibt.
Wir fahren also auf Asphalt ein Stück auf der Straße der Hoffnung. Geht schnurgerade aber bergauf und bergab dahin. In den Tälern sind Dörfer und oben gibt es noch Dünen. Die erste Nacht also auf in die Dünen und Lagerfeuer. Bekommen sehr freundlichen Besuch von Vater mit kleinen Sohn. Wir sind im Finstern erschrocken aber die wollten nur Wissen ob wir Hilfe brauchen. Für die zweite Nacht fanden wir einen Platz zwischen Bäumen auf hartem Boden
Wir verließen die Straße die quer nach Osten geht und fuhren Richtung Selibabi. Es ist sehr eben aber der Boden neben der Straße ist immer wieder von manchmal sehr tiefen Gräben zerfurcht. Fanden ein Platzerl neben den Gräben, hatten unsere erste Flaschendusche und grillten unser eingebeiztes Fleisch. Trotz 3 Tage in der Beize immer noch zäh wie Schuhsohle.
In der Nacht rumorte mein Bauch und ich ging weiter vom Auto weg. Visierte den Schatten eines Busches vor mir und platsch lag ich rücklings im Graben. Rund um mich finster und Stacheln vom Busch. Kam nur mühsam hoch und stolperte Richtung Auto. Martin war gleich wach und bei Licht sah ich ganz schön zerkratzt aus und wir mussten Dornen aus meinem Nachthemd entfernen.
Bis Selibabi ging’s noch auf Asphalt und dann kam unverhofft Piste. In unsere Vorstellung und der Beschreibung nach musste jetzt gleich die Grenze kommen. Nach einer Stunde ziemlich anstrengende Piste kamen erste Zweifel auf. Hier hätte es noch Sinn gehabt umzukehren. Aber wir gurkten weiter. Es gab zwar Dörfer aber nirgends eine Hütte mit Fahne. Unser GPS und die Karten am PC halfen auch nicht weiter.
Am nächsten Tag waren wir nicht mehr sicher ob wir in Mauretanien, Mali oder Senegal waren. Beim Verlassen eines Dorfes überholte uns ein Motorradfahrer und zeigte uns die richtige Piste. Leider standen wir vor einen Graben wo keine Piste drüber ging. Also zurück zum Dorf. Da kamen schon der Motorradfahrer und ein Polizeiauto. Da wir schon solange von der letzten Polizeikontrolle weg waren und bei der nächsten nicht ankamen, haben die per Handy schon die Polizisten angewiesen nach uns Ausschau zu halten. Der Motorradfahrer war auch ein Polizist und fuhr vor uns damit wir endlich auf der richtigen Piste blieben. Er fuhr bis der Tank leer war und Martin hat dann mit unseren Motorradbenzin bet(d)ankt.
Nach höchstens 2 Kilometer war aus der Piste wieder viele Pisten geworden aber wir kamen dann doch im richtigen Dorf an. Das blöde war, dass wir so viele teilweise halsbrecherisch steile, enge Gräben durchfahren mussten wo wir eben auf der richtigen Piste sein mussten, da uns sonst der Graben den Weg versperrte.
Wir fanden den Polizeiposten, den mauretanische Grenzposten und verfuhren uns wieder in den Versuch die Maligrenze zu finden. Wieder 1 Stunde hin und her durch steile und teilweise sehr breite Flussbette mit Tiefsand standen wir plötzlich vor einer Hütte mit malinesischer Fahne und einem Schild das dies der Grenzposten sei.
Mittlerweile waren wir schon ziemlich erschöpft und waschelnass geschwitzt. Aber es half alles nicht. Der Grenzer wollte ins Auto und darin in alle Kasteln schauen. Und weil’s so schön spannend war sollte Martin noch die 3 Kisten vom Dach räumen. Bei dieser Hitze hatte er dann doch ein Einsehen und Martin musste nur alle Kisten losbinden und der Mann kletterte hinauf und untersuchte alles gründlich. In der Zwischenzeit hatte sich schon das halbe Dorf zu uns gesellt. Während Martin die Kisten wieder verschnürte kämpfte ich in der Hütte mit dem Papierkram. Als wir endlich fertig waren erkundigte ich mich noch wo wir als nächstes hinmüssen. Nach Kayes zur Polizei wo wir noch 2 Stempel kriegen sollten. Bis Kayes seien es noch 30 Kilometer aber die Piste sei viel besser als in Mauretanien.
Also weiter wie gehabt und eine weitere Nacht im Busch. Das blöde an der ganzen Geschichte war, dass wir laut der Schilderung auf eine einfache Piste eingestellt waren wo wir spätestens am Mittwoch in Kayes sein sollten. Jetzt kamen wir am Samstagabend an und hatten kein malisches Geld. Auf diesen Grenzübergang gab es kein Geldwechsler und in Kayes hatte die Wester Union bis Montag geschlossen.
Nach Versuchen an mehreren Banken konnten wir mit meiner Visakarte abheben. Das GPS wies uns den Weg in die Jugendherberge. Die kalten Duschen und die Klos sind mit den Jahren auch nicht besser geworden. Na ja dafür schaute das Restaurant sehr nett aus. Also nichts wie Essen und ins Bett. Es gibt nur eine afrikanische Speise. Uns ist alles recht und wir bestellen. Nach einer Stunde beschlich uns der Verdacht, dass das ein Fehler war. Als die anderen ihr Essen bekamen, stellte sich heraus, dass der junge Mann verstanden hat, wir wollen kein Essen. Als wir unsere Getränke bezahlten mussten wir noch eine halbe Stunde aufs Wechselgeld warten. Martin ging noch schnell Brot und Kekse kaufen und daswar unser Abendessen.
In der Nacht spielte noch bis 2 Uhr Musik. Wir konnten nicht schlafen weil trotz großer Vorsicht viele Gelsen im Auto waren. Das war halt einer jener Tage.
Unsere Pläne schauen bis Anfang Februar so aus. Wir fahren über Bafulabe nach Kassama zu unserem Bauernhof. Dann weiter nach Manantali zur Boulli-Beach. In Manantali gibt es jetzt einen schönen Campingplatz zum Ausruhen. Dann weiter an Bamaku vorbei nach Segou wo Anfang Februar das Festival de Fleuv ist. Da kommt die Creme de la Creme der malischen Musikerinnen und Musiker zusammen.
Ich nehme an, dass es frühestens in Manantali wieder ein Netz gibt.
So zum Schluss das Wichtigste:
Lieber Johann die besten Wünsche zu Deinem Geburtstag
Liebste Brigitte, Freundin und Schwester alles Liebe und Schöne zu Deinem 60ger. Du bist somit in den Kreis der alten Damen aufgenommen.
Herzliche Grüße an alle
Martin und Franziska

Kayes
Kayes, Mali
willi Small

Atar, Nouakchott, Grenzwertiges Erlebnis Mali

18.01.2015
Hallo liebe Leserinnen und Leser!
Besonders ihr lieben Kommentarschreiberinnen und Kommentarschreiber!
Wir sind schon in Mali in Kayes, die Stadt, die ihren Namen als Hot-Spot Afrikas gerecht wird. Über die Fahrt hierher könnte ich ein Buch schreiben. Werde versuchen zwei Blogs daraus zu machen.
Doch zuerst einmal herzlichen Dank für die lieben Geburtstagswünsche. Tja …when I´m sixty four. Immerhin bin ich es geworden und John Lennon nicht.
Nun zurück zum nochmaligen Abschied vom Bab Sahara am 6. Jänner und die Fahrt nach Nouakchott. Guter Asphalt und wir freuten uns schon auf die Dünen vor der Stadt für eine vorläufig letzte Nacht mit Lagerfeuer und Wüstenfeeling. Aber die Dünen kommen nicht. Ziemlich verwirrend, neue verlegte Straße, weg gewanderte Dünen???
Fahren also weiter und kommen wieder einmal im Dunkeln in eine große Stadt mit Megaverkehr. Das GPS lotst Martin zu unserer Auberge. Mir war klar, dass der alte Hund nicht mehr da sein wird aber dass aus unseren Hofplatzerl eine Billardhalle geworden ist war ganz schön verwirrend. Also suchen wir die Auberge, auf die unsere Nachbarn vom Bab gefahren sind. Fanden sie endlich und stellten uns mit Millimeterarbeit (fast kein Platz mehr) wieder neben die Nachbarn. Gehen schnell zwei Pizzen Essen und fallen ins Bett.
Am nächsten Morgen fahren wir zusammen auf die malische Botschaft und bekommen unsere Visa gleich am selben Tag. Die zwei wollen möglichst schnell weiter und wir suchten uns einen Platz.
Fanden die Auberge Jelua. Ein wunderschönes Hotel mit Spitzenrestaurant. Könnte Coras Stadthaus zum Landsitz Bab Sahara sein. Die Besitzerin kennt Cora gut. Okay, der Haken war nur, dass wir wegen der Bäume mit tiefen Ästen mit unseren Willi nicht hineinkamen. Aber kein Problem, ein junger Mann kam mit einer Säge und flugs wurden die störenden Äste abgesägt.
Wir beschlossen bis zu meinem Geburtstag da zu bleiben. Zu der köstlichen Speise- und Getränkekarte, gibt es noch schöne heiße Duschen und starkes gratis Wifi. Der Preis ist wie die andere Auberge. Allerdings gaben wir ziemlich viel fürs Essen und Trinken (alle Drinks alkoholfrei) aus. Mitten in diesem Luxus feierte ich Geburtstag mit einem köstlichen, kleinen Dosenkuchen (danke Stephanie) und einer Sprühkerze (Danke Brigitte) und einen Stirnlamperl und von Martin gemachten Ketterl.
Da wir mit dem Auto nur sehr mühsam raus und rein fahren konnten, waren wir zu Fuß oder mit Taxi unterwegs. So latschten wir durch die Stadt. Ist anstrengend, weil es entweder tiefer Sand oder zur Abwechslung hohe Gehsteige gibt, die man rauf und runter steigen muss. Wir wollten von der Western Union Geld holen, aber wegen dem bewölkten Wetter gab es Probleme mit dem Internet und wir bekamen das Geld erst in der dritten Filiale.
Mit dem Taxi waren wir am Fischerhafen. Da ganz Nouakchott seit Tagen in gelbe Watte gehüllt war, sah der Strand auch sehr außergewöhnlich aus. Der Atlantik war jadegrün und viele Fischerboote lagen draußen vor Anker. Schade, dass ich die Stimmung nicht beschreiben kann. War jedenfalls ein sehr schöner Ausflug.
Am Montag ging´s ans Einkaufen. Käse, Fleisch und endlich wieder Kaffee. Ich war erstaunt, dass es in einer Millionenstadt keine Kalender zu kaufen gibt. Hab dann einen Buchkalender gefunden.
Noch schwieriger und leider erfolglos, war die Suche nach meinen Medikamenten. Die französischen Apothekerinnen in den laut Internet größten Apotheken waren sehr bemüht. Die letzte Apothekerin wollte sogar mit mir mit dem Taxi ins Krankenhaus fahren. Wir fuhren mit unseren Auto hin aber auch hier gab es kein Medikament mit dem Wirkstoff obwohl meine Ärztin mir mehrmals versicherte, dass es in ganz Afrika zu bekommen ist.
Somit war es schon später Nachmittag bis wir die Stadt verließen.
Fortsetzung folgt.
Bussi Martin und Franziska


Kayes
Kayes, Mali
willi Small

Jahreswechsel und Kamelrennen in Chinguetti

06.01.2015
Seid alle herzlichst gegrüßt im neuen Jahr!

Wir hoffen Ihr hattet einen guten Rutsch. Unser Silvester war sehr, sehr schön.
Zu der Stammbelegschaft von ca. 20 Leuten kamen noch Bekannte und Freunde von Cora und Just aus Atar. Es gab ein großes Büfett mit dazugehöriger Schlacht ums Essen. An unserem Tisch wurden unter viel Lachen und Leute ausrichten auch einiges verdrückt. Meine Pina Cola da und der Geburtstagkuchen von Justs Bruder waren der krönende Abschluss. Ursprünglich war ja ein Lagerfeuer geplant, welches Just wegen des starken Winds absagte. Umso erstaunter waren wir als wir auf die Düne gingen und dort ein Feuer brannte. Eine Gruppe die oben ihm Garten campten hatten einfach das für die Verandabalustrade gestapelte Holz verbrannt. Naja es gibt halt auch solche Leute.
Auf der Düne wurde ein Feuerwerk gestartet. Aber nur kurz, denn nach der dritten Rakete brannte der Zaun aus trockenen Palmwedeln lichterloh. Martin und ein paar andere rissen ein Loch in den Zaun, damit sich das Feuer nicht weiter ausbreiten konnte. Die anderen warfen Sand auf die Flammen und der Sektkübel wurde zum Schaufeln verwendet. Schnell war wieder alles vorbei und es war Mitternacht. Der Vollmond stand hoch am Himmel, darüber leuchtete die Venus, unten war es kurz still. Dann knallten zwei Sektkorken und Gläser mit einem kleinen Schlückchen wurden verteilt. Die Küsserei, Umarmungen und liebe Wünsche rundherum. Es war wirklich berührend.
Am 2. Jänner brachen wir nach Chinguetti auf. Leider ist die schöne (wenn auch in schlechten Zustand) Piste nicht mehr befahrbar. Wir wollten versuchen von der neuen Piste abzufahren, um zu der überwältigenden Aussicht über das Adrargebirge zu kommen. Wir fanden die Abfahrt aber nicht und der kalte Wind trieb uns Richtung Chinguetti. Die 50 km Wellblechpiste ist sehr breit und ohne Löcher und Steine und so versuchte Martin zum ersten Mal die schnelle Wellblech Fahrweise. Gas geben und zwischen 70 und 80 km/h losbrettern. Bei diesem Tempo fahren die Räder oben auf den Wellen dahin. Geht wirklich.
In Chinguetti war schon viel los. Leider auch sandiger Wind bei dem man weniger als bei Nebel sieht. Das Wadi zwischen der alten und der neuen Stadt ist ungefähr so breit wie der Donaukanal und man sah auf der anderen Seite nur eine ockerfarbene Wand bis in den Himmel. Ja hier ist jetzt gerade auch Winter. Das heißt sehr kalter Wind und selten Sonne, die aber sehr heiß herunterbrennt, falls sie durchkommt. In der Nacht hatte es 6 Grad. Die Auberge, wo wir schon Mal waren ist in den 6 Jahren ziemlich heruntergekommen. Keine heißen Duschen, also kochen im geschlossenen  Auto wo der Teekessel heißen Dampf verbreitet.
Es gab kein gedrucktes Programm und die jeweiligen Aktionen wurden nur auf arabisch durch die Lautsprecher geplärrt. Der Prämierminister eröffnete das Fest, was wir aber ignorierten. Kaum waren wir dick eingepackt und vermummt (macht hier wirklich Sinn) auf dem Festgelände angekommen, trafen wir alle Leute vom Bab Sahara und die frechsten Jungs aus Atar. Immerhin konnten sie hier die Zigaretten um den dreifachen Preis verkaufen.
Irgendwie hat mich das Fest an unser Volkstimmefest erinnert. Viele Standeln, die hier halt Zelte sind, viele Organisationen und Kooperativen und viel Ramsch. Nur keine Fressmeile. Wie erfuhren, dass sich die Reiter mit ihren Kamelen um 15 Uhr treffen und das Kamelrennen um ca. 15:30 beginnt. Die Kamele trafen sich und verschwanden hinter der schon bekannten Mauer. Dann hieß es warten. Viele Autos fuhren mehr oder minder erfolgreich im tiefen Sand des Wadis umher. Aber es kamen keine Kamele und wir froren. Schließlich waren einige Autoscheinwerfer zu sehen und dazwischen rannten endlich die Kamele. Es gab keine Rennpiste und die armen Reiter mussten ihre Tiere zwischen Autos und Menschen durchlenken.
Alles sehr laut chaotisch und uns reichts und wir gehen bzw. laufen zu unseren Autos. Am nächsten Morgen gings zurück nach „Hause“. Bei der Rückfahrt kam die Sonne heraus und wir fanden die kleine Piste zum alten Pass. Dort war ein alter Mann, der uns rund um die tollen Felsen führte. Wir sahen Höhlenzeichnungen und Hinweise, dass früher bis in diese Höhe das Meer war.
Im Atar war es plötzlich wieder warm und im Bab Sahara ging´s unter die heiße Dusche. Es ist unglaublich wo feiner Sand überall hinkommt.

Morgen geht es los nach Noakchott.  Insha`Allah
Mai alslama Martin und Franziska

PS:  Hallo Su! Der Sidi Ahmet sitzt schon wieder in seinen Baum mit Kofferradio und hält Wache. Restauriert hab ich ihn mit 2 dunkelbraunen Frotteesocken und 1 beigen Zwirnsocken.


Chinguetti
Adrar, Mauritania
willi Small

Weihnachten und Silvester in Atar

31.12.2014
Halli, Hallo Ihr alle!

Zuerst die Beantwortung der Frage, was Martin angebaut hat. Er hat die Beete für Cora umgegraben und eine große Grube für eine Feuerstelle gegraben und diese dann gemeinsam mit unserem Nachbarn mit Steinen umrandet.
Unser mit Lichterketten geschmückter Will war ein echter Burner, wie die Frauenrunde sagen würde. Danke liebe Stephanie. Ein kleines Weihnachtswunder war, dass in Brigittes Packerl alles heil geblieben ist. Immerhin eine Glasflasche mit Marillensirup und ein Marillenkompott auch im Glas und eine kleine Schneekugel war zwischen Holzscheite fürs Lagerfeuer in der Wüste und Kerzerl, Tannenzweige und Nüsse eingepackt. Brigitte nochmals Danke.
Rund um mich sind schon alle mit den Vorbereitungen für den Silvesterabend beschäftigt. Nach einem üppigen gemeinsamen Essen, werden alle Ihre Alkoholreserven auspacken. Wir machen Pina Cola da mit und ohne Alkohol. Falls kein Wind geht werden wir die neue Feuerstelle einweihen.
Die Zeit hier war richtig angenehm. Nette Leute, viel plaudern, wenig tun. Ich habe einen Stofftieraffen, der jahrelang auf einem Baum saß, mit alten Socken runderneuert. War eine ziemlich knifflige Spielerei. Cora hat sich sehr gefreut. Aber wenn ich mich auch sehr bemüht habe, hat mir der alte Sidi Ahmed eigentlich besser gefallen. Martin machte Motorradausflüge in die Dünen.
Eine 2CV-Rally mit ganz vielen Enten ist gestern angekommen aber heute wieder weitergefahren. Gestern waren wir abends in der Stadt auf der Suche nach einen Farbdrucker, weil wir den Frauen vom Fest Fotos versprochen haben. Wurden kreuz und quer durch die teilweisen sehr finsteren Gassen geführt, bis wir endlich fündig wurden.
Heute hab ich mit unserer Nachbarin, die besser französisch kann, die Bilder vorbeigebracht. Haben sich alle sehr gefreut.
Wir fahren am 2.Jänner nach Chinguetti zum Geburtstagsfest vom Propheten Mohammed, welches 3 Tage dauert. Dann fahren wir weiter nach Nouakchott, wo wir die Visa für Mali besorgen wollen.
So jetzt bleibt mir nur noch Euch einen guten Rutsch zu wünschen. Möge bitte das neue Jahr besser werden als das alte.
Bussi Martin und Franziska
PS: Danke den treuen Kommentarschreiberinnen und –schreibern!
Bitte an die anderen auch zu schreiben.


Atar
Adrar, Mauritania
willi Small

Advent in Atar

23.12.2014
Hallo
Nachdem mich die letzten Tage eine Verkühlung fest im Griff hatte, hab ich heute wieder Lust aufs Schreiben.
Diesmal über Land und Leute.
Atar ist zwar eine Stadt aber das Leben hier ist eher dörflich. Ein Fluss fließt hier durch ist aber meist ziemlich ausgetrocknet. Trotzdem reicht es offenbar um hier viele Dattelpalmen zu pflanzen und die Datteln in die ganze Welt zu verschicken.
Der Hauptplatz ist ganz neu gestaltet aber sonst eher heruntergekommen. Unser Cafe gibt es nicht mehr und auch das Internetcafe ist geschlossen. Es gibt zwar ein neues und angeblich schnelleres aber wir haben gratis WIFI am Campingplatz.
Bab Sahara (es gibt eine Webseite) liegt über dem Fluss und somit im ärmeren Viertel. Da es aber viele neue Häuser gibt sieht es stellenweise besser als die feine Stadt aus. Cora und Just wollten die Müllabfuhr für Atar organisieren aber der Bürgermeister hatte kein Interesse. Also funktioniert jetzt die Müllabfuhr nur in unserem Viertel. Beide haben sich an vielen Projekten beteiligt. So kümmern sie sich um die Schulen, eine davon ist gleich nebenan. Außerdem wurde in Atar ein Plastiksackerlverbot durchgesetzt. Stattdessen gibt es verottbare  Sackerl. In Afrika eine Sensation! Ein Optiker aus Deutschland hat hier einen jungen Mann angelernt und seit vierzehn Jahren gibt es hier billige Brillen auch mit Weitsichtgläser und die Stammgäste vom Camping bringen Brillenfassungen mit. Dieses Projekt ist so erfolgreich, dass es sich mittlerweile selbst trägt.
Susanne, eine mittlerweile 80-jährige Frau aus Regensburg verbringt seit über zehn Jahren die Monate Ende Dezember bis Ende März hier und hat auch ein erfolgreiches Projekt gestartet. Sie hat ein Haus gebaut wo anfangs 18 und jetzt schon 50 Kinder Lernhilfe bekommen, damit sie die Schule schaffen. Außerdem gibt’s noch eine warme Mahlzeit pro Tag. Bei der Finanzierung helfen Freunde und Bekannte.
Cora hatte eine zeitlang ein Malerprojekt, wo sie für die Künstler Bilder ausstellte und verkaufte. Ein Taschenhäkelobjekt hat sich zu einem Taschenflechtobjekt gewandelt. Das Material sind diese unverwüstbaren Paketbänder, in allen Farben.
Und jetzt kommt etwas ganz tolles. Cora hat mich zu einem Tauffest bei den Nachbarn mitgenommen. Das Fest richtet die Großmutter für Mutter und Kind aus und alle Frauen aus der Verwandtschaft und dem Freundinnenkreis sind eingeladen. Wir wurden beim Hofeingang begrüßt und in einen Raum voller Frauen (bei zwanzig hab ich den Überblick verloren und zum zählen aufgehört) geführt. Schuhe ausziehen und auf den Matten und Teppichen einen Platz suchen. Cora und ich bekamen noch ein Kissen zum Anlehnen. Es war ziemlich warm und sehr laut. Zwei Frauen trommelten was das Zeug hergab. Die eine hatte eine große Schüssel umgekehrt auf einer Metallplatte stehen und trommelte mit ihren Flip Flops. Die andere hatte auch eine große Schüssel mit einem umgestülpten Plastikkübel und stimmte ihr Instrument sorgfältig mit Sand, den sie rund um den Kübel in die Schüssel goss. Sie trommelte mit den Händen und die Frauen klatschten, sangen und trillerten dazu. In der Mitte war ein bisschen Platz und da wurde getanzt.
Wir bekamen eine Schüssel mit gewässerter saurer Ziegenmilch nahmen einen Schluck und reichten die Schüssel weiter. Dann wurde vor Cora und meinem Platz Plastik ausgebreitet und eine Platte mit Datteln und einer Dipsoße hingestellt. Etwas später wurde diese Platte durch eine andere ausgetauscht. Darauf waren Bratkartoffeln Fleisch mit Soße und ein Baguette. Das schmeckte echt lecker.
Wenn eine Frau gut tanzte wurde ihr ein Geldschein zugesteckt, der auf einem Haufen Geldscheinen landete. Cora und ich wurden auch zum tanzen genötigt.
Die Frauen waren meist jung und die Hautfarbe war von ganz hellbraun bis schwarz. Alle hatten sich ins Festtagsgewand geworfen. Viel hatten mit Henna gefärbte Hände oder wie feine Damen Handschuhe an. Die Großmutter ist eine traditionelle Handmalerin und hat selbst auch wunderschöne Hände.
Auf einen der Fotos ist beim Eingang auch ein junger Mann zu sehen, der geistig zurückgeblieben ist und daher noch zu den Kindern zählt. Der Vater feiert am Abend mit seinen Freunden ein eigenes Männerfest.
Ich habe die Großmutter um die Erlaubnis zu Fotografieren gebeten und sie hat mir gleich ihre Hände vor die Kamera gehalten. Auch das kleine Mädchen für die dieses Fest war durfte ich fotografieren. Die Jungen Frauen filmten oder machten mit ihren Handys auch Fotos. Es war wirklich ein sehr lebhaftes Fest und ich bin froh, dass ich dabei sein durfte.
Martin ist hier zum Gärtner und Umgraber geworden, weil Cora gerade dabei ist einen kleinen Gemüse und Blumengarten anzulegen. Gar nicht so leicht bei dem vielen Sand. Ich hab auch schon Arbeit für die nächsten Tage bekommen. Ich darf einem kleinen Stoffchimpansen, der durch das Sitzen im Baum schon seine Haare verloren hat, mit einem alten Socken ein neues Fell nähen.
Also fad wird es uns nicht. Trotzdem würden wir gerne mehr Kommentare zum Lesen haben. Ganz lieben Dank an unsere treuen Schreiber.
Dickes Bussi, feste Umarmung
Martin und Franziska

Wir wünschen Euch ein gemütliches, frohes Fest.


Atar
Adrar, Mauritania
willi Small

Entlang der Bahn nach Choum und Atar

18.12.2014
Liebe Freundinnen und Freunde, Verwandte und Unbekannte

Wir haben es geschafft! Sind vorgestern Nachmittag im Bab Sahara eingetroffen und hier werden wir wirklich rasten.
Aber vorher über unsere 6 Tage in der Wüste.
Hat ziemlich blöd angefangen, weil wir in Bou Lanouar den Einstieg auf die Wüstenpiste trotz GPS-Daten einfach nicht gefunden haben. Fuhren auf der Asphaltstraße vor und zurück, irrten durchs Dorf, fragten Leute und verstanden deren Erklärungen offenbar nicht. Bei der Dorfschule tauchte dann ein Mann auf, der sich anbot uns hinzuführen. Die Piste geht viel weiter außerhalb des Dorfes, als wir gesucht haben. Um halb 4 Uhr standen wir dann vor einer mit tiefem Sand gefüllten schmalen Piste. Der Mann lehnte jede Belohnung ab und fuhr zurück. Wir ließen die Luft aus unseren Reifen aus und plötzlich kam der Mann zurück. Ihm war eingefallen, dass er unsere Abschleppstange gut gebrauchen könnte. Martin konnte ihn aber überzeugen, dass wir sie unbedingt zum Weiterfahren brauchen. Er ließ sich dann doch dazu überreden, 1000 UM etwa 3,60 € stattdessen anzunehmen. Wir fanden bald ein Platzerl neben den Gleisen und kochten und machten noch ein kleines Lagerfeuer.
So in etwa verliefen auch die nächsten Tage. Es war kalt viel Wind und wenig Sonne, die uns im Auto einheizte aber die Luft noch nicht erwärmte. Die Piste war oft mit Sand verweht oder so steinig und Wellblech, dass wir uns einen eigenen Weg suchten. Verirren konnten wir uns ja nicht, da zwar die Schienen nicht immer zu sehen waren aber die kleinen weißen Häuschen, die alle 10 km bei den Gleisen standen waren fast immer sichtbar. Außerdem fuhr mehrmals täglich der Zug vorbei. Der lange schwere nach Nouadhibou allerdings nur in der Nacht.
Meistens fuhren wir wie in der Hochschaubahn, 3m ein Dünchen hoch gleich wieder hinunter und das nächste hoch. Bei so  einer Düne muss man ziemlich angasen. Hab ich gemacht. Nur bei meiner dritten hörte die Spur vor dem Gipfel auf. Beunruhigte mich etwas und ich gab noch mehr Gas. Dann konnte Will einen tollen Luftsprung machen. Ich hielt das Lenkrad eisern fest und gab sanft Gas sobald die Räder wieder den Boden berührten. Hab ich richtig gemacht und nach ein bisschen Gewackel fuhr ich ohne umfallen weiter. Witzigerweise war das die einzige Düne, die eine ungefähr 80 cm hohe Treppe hatte. Die „normalen“ (manche ganz schön hoch) hab ich Martin überlassen.
Die Strecke ist landschaftlich eher eintönig aber auch beeindruckend. Soviel „Nichts“. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass wir beide trotz des Höllenlärms den unser Will macht, in eine Art Trance zu fallen. Wir beschlossen eine Stunde Mittagspause zu machen und um 17 Uhr stehen zu bleiben. Lagerfeuer haben wir nur dreimal gemacht. Erstens gibt es kaum bis kein Holz und zweitens war unser treuer Freund der eiskalte Wind nicht los zu werden.
Gelernt haben wir allerdings ziemlich viel. Zum Beispiel das Auto mit der Schnauze in den Wind zu stellen. Zuerst wollten wir mit der Seitenwand den Wind abhalten. Das geht aber nicht weil er dann unter dem Auto erst recht durch pfeift. In der Nacht wackelt dann das Auto wie wild und man wird richtig seekrank. Pinkeln ist bei Sturm auch kein leichtes Unterfangen. Nicht nur spucken gegen den Wind hat Nachteile.
In der dritten Nacht bekam ich passender Weise wieder starken Durchfall und wäre gerne zu Hause auf meinen Klo gewesen.
Aber wir haben es geschafft. Martins unendliche Geduld und großartige Fahrtechnik, meine Hilfe durch die meist schlechte Sicht trotzdem noch eine fahrbare Spur zu finden. und mein Catering aus Obst und Keksen brachte uns jeden Tag weiter.
Gesehen haben wir auch einiges. Drei oder vier Dörfer wo die Menschen in Häusern aus Teilen der Schienen inmitten von Abfall lebten. Bei diesen Sturm kein Wunder, da alles davon flog was nicht niet und nagelfest war. Insgesamt begegneten uns fünf Autos und die vorbeifahrenden Züge grüßten uns mit lautem Getute. Einmal tauchte mitten im Nichts ein einzelner Hund auf, der wie in selbstmörderischer Absicht vor unser Auto lief, aber dann doch abbog. Und dann sahen wir einen Fenek, einen Wüstenfuchs und konnten sogar ein Foto machen. Viele lebende und einige tote Kamele und zu unserem Erstaunen einige Vögel und viele Fliegen.
Und nach 430 Kilometer erreichten wir Choum. Ich hatte schon von einem kleinen Cafe geträumt, doch die Enttäuschung war groß. Choum ist ein relativ großer Ort  mit gemauerten Häusern aber keinem Cafe keine reguläre Tankstelle und eine total verwahrloste Stimmung.
Die Weiterfahrt war leider auch nicht das was wir uns insgeheim erhofft hatten. Die 140 km Asphaltstraße wird sicher einmal kommen. Derzeit ist eine große Baustelle und immer wieder ist die daneben laufende Piste zu eng um den großen Lastern auszuweichen. Außerdem ist der Willi nun mal besser im Sand. Für Steine oder Wellblech ist er zu hoch und schaukelt sich stark auf wenn wir schneller als 20kmh fahren wollen.
Jetzt sind wir im Bab Sahara und ich hatte schon Angst hier wäre es nicht mehr so schön wie in meiner Erinnerung. In de letzten Jahren hab ich immer wieder mit den Gedanken gespielt hierher zu fliegen und meine Ruhe zu haben. Die Stadt Atar ist sehr gewachsen aber der Hauptplatz ist ziemlich heruntergekommen. Kein Cafe und kein Internetlokal. Mein Herz sank immer tiefer aber hier im Camp ist es so schön wie früher. Sie haben den Platz etwas verkleinert, weil die Touristen zunehmend Mauretanien meiden. Es gibt jetzt aber den ganzen Tag heiße Duschen und die Sammlung von Coras Fundstücken ist um einiges gewachsen. Außer uns ist derzeit noch ein Bayer namens Hans hier, der mit Öffis unterwegs ist und in einem Beduinenzelt wohnt. Vor Weihnachten kommt noch Susanne, die wir schon vom letzten Mal kennen und die hier wie schon oft einige Monate den Winter verbringt. Wir werden bis nach Weihnachten hierbleiben.
Diejenigen, die auf Zugfotos warten muss ich leider enttäuschen. Der lange, schwere Zug fährt nur nachts und die kleinen haben wir schlichtweg zu fotografieren vergessen. Dafür gibt’s aber in unserem Film von der letzten Reise 3 Minuten Zugfahrt zu sehen. Apropos Film, die Action Camera war vorne auf der kleinen Schwester montiert und hat einige spannendere Wegabschnitte gefilmt.
So ein Blogeintrag ist ziemlich zeitaufwendig, die Fotos auswählen und verkleinern, den Text schreiben und dann noch alles ins Netz stellen und ein angenehmes Tagwerk ist vollbracht.
Bitte liebe Leserinnen und Leser schreibt uns, wir sind neugierig wer Ihr seit.

Bussi, Umarmungen und Händeschütteln
Martin und Franziska


Choum
Adrar, Mauritania
willi Small

Endlich Mauretanien

09.12.2014
Hallo Daheimgebliebene

Das Abendessen in einem schönen windgeschützten Restaurant am Meer war die reinste Völlerei. Hungrig wie wir waren aßen wir die Oliven mit Brot schon vorher auf. Dann kam Martins Vorspeise. Tortillias als Vorspeise so üppig wie ein Abendessen für zwei. Dann kämpfte sich Martin durch den Fisch des Hauses und Franziska hatte ein Gratine mit Meeresfrüchten. Dann ging nicht einmal mehr die Creme Karamell. Und das ganze kostete  knappe 25 Euro. Der Weg von und zum Campingplatz ging über eine diesmal mit grünen Lichtern beleuchtete Chaussee. Dakhla wird zu recht als gemütliche Stadt für „retired Europeans“ beschrieben. Nach einem tollen Frühstück und Einkauf in der Patisserie  (ca 3 Euro für einen Sack Schleckereien) ging’s weiter auf der N1 durch die Westsahara Richtung Grenze. Nach einer Übernachtung an einem Strand mit schwarzen Gestein mit Regen am Morgen, erreichten wir um 12:30 die Grenze.
Vor uns eine Schlange mit 20 Pkws und eine zweite mit einigen LKWs. Sah also ganz gut aus. Mittlerweile war es ziemlich plötzlich sehr heiß geworden. Der erste windstille warme Tag und wir stehen in der Schlange wo sich nichts bewegt. Manchmal kommt ein sehr wichtig aussehender Uniformierte und winkt heftig herum, bevor er wieder im Kaffeehaus verschwindet. Um es kurz zu machen verlassen wir nach 17 Uhr Marokko.
Dann kommen ca. 4 km Niemandsland, welches diesen Namen zu Recht hat. Zuerst fallen die Geldwechsler über und her. Dann chaotische Spuren, keine wirkliche Piste zu erkennen über Stock und Stein und durch tiefen Sand. Und überall Abfall und Autowracks.
Endlich die Mauretanische Grenze. Autos kreuz und quer, viele Leute und es ist nicht zu erkennen wer eigentlich für was zuständig ist. Dafür gibt es Guides und wir fallen völlig entnervt prompt einen zum Opfer. Kostet statt 10 Euro, 50 Euro. Aber dann sind wir noch lange nicht fertig, weil sich Martin noch um eine Versicherung anstellen muss. Mittlerweile ist es stockfinstere Nacht und das Gewirr ist noch undurchschaubarer. Kurz vor 20 Uhr dürfen wir fahren. Nun haben wir auch noch eine Versicherung für 3 Monate um läppische 65 Euro.
Wohl wissend, dass uns noch Polizeikontrollen erwarten fahren wir Richtung Nouadhibou. Statt der erwarteten zwei- wurden wir fünfmal angehalten und um unsere Papiere (= Fiche) gefragt. Die Lichtausbeute unseres Willis ist nicht wirklich berauschend zumal das Abblendlicht immer wieder mal ausfällt. Trotzdem lotse uns das GPS durch die ganze Stadt zu unseren Campingplatz. Während das Wasser für unsere Dusche gewärmt wurde, gingen wir noch schnell was Essen. Wir waren so müde, dass wir uns nicht einmal mehr wundern konnten, als wir die Preise sahen.
Wir schliefen tief und fest bis zu Mittag. Beim Frühstück wurde uns erst so richtig klar, wie viel Geld wir an der Grenze ausgegeben hatten. Schlimmer noch die Erkenntnis, dass hier alles sehr teuer ist. Der Campingplatz kostet statt unter 10 Euro, wie bis her, 20 Euro die Nacht. Das Internet hat bisher nur einige Cent gekostet und jetzt mussten wir  fast einen Euro bezahlen. Die Kuchen in der Patisserie kosten 1,50 das Stück.
Wir sind trotzdem schon 2 Tage hier und werden morgen Früh weiterfahren. Es ist ein gemütlicher Campingplatz in der Stadt und wir können hier abends bummeln gehen. Heute war das Wetter eigenartig schwül, völlig windstill und der Himmel mit gelben Wolken bedeckt. Wir hatten das Gefühl beim Atmen Sand zu schlucken. Und es hat gerade gedonnert. Mal sehen was daraus wird.
Zum Schluss noch eine Bitte an Euch. Falls Ihr nicht benachrichtigt werdet oder keine Benachrichtigung wollt, teilt uns das bitte mit. Ich glaube wir haben ein Durcheinander mit den Mailadressen.

Umarmung, Küsse und liebe Grüße
Martin und Franziska


Port-Etienne
Dakhlet Nouadhibou, Mauritania
willi Small

Dakhla

04.12.2014
Hallo liebe Freundinnen und Freunde
Heute ist der 4. Dezember also alles Liebe zum Krampus und Nikolo!
Wir sind seit vorgestern auf einen unserer Lieblingsplatzerl gelandet. Ist ungefähr 30km von Dakhla entfernt in der Wüste mit Strand. Hier waren wir auf der vorigen Reise bei der Hin- und Rückfahrt. Die Zufahrt ist 15km  anspruchsvolle Piste und wir sind hier bis auf einige Kite-Surfer, die tagsüber in einiger Entfernung zu sehen sind, ganz alleine.
Also lauter Premieren, stehen hier wild, erstes Lagerfeuer, Martins erster Ausritt mit der kleinen Schwester (so heißt die kleine KTM die wir mithaben weil wir zu Hause eine große hatten) ich habe unseren tollen Klosessel eingeweiht, ist super. Sonne und Mond gehen im Meer unter, der Sternenhimmel ist der Wahnsinn und es geht uns richtig gut
Das bringt mich zu Deiner Frage Verena, warum wir uns so hetzen. Erstens hat uns das Wetter bis jetzt ziemlich fertig gemacht. Entlang der Straße war es überall nass und schlammig. Nachdem wir die umgekippten Laster gesehen haben fanden wir es nicht ratsam von der Straße herunterzufahren. Unser erstes gemütliches Rasten hätte das Camp Beduine sein sollen. Dort war es aber so stürmisch und nasskalt und die Duschen funktionierten auch nicht. In Boujdour blieben wir länger als geplant weil es dort gemütlich war. Allerdings haben wir zweitens in Rabatt blödsinniger Weise unsere Visa für Mauretanien ab 1. Dezember beantragt was uns allerdings mittlerweile egal ist. Und drittens gehen wir uns auf den Campingplätzen nach dem dritten Tag vor Langeweile auf die Nerven. Hier ist es anders weil wir jeder und jede für sich Dinge tun können, zu denen wir Lust haben. Alleine am Strand spazieren oder Motorradfahren, fotografieren, filmen etc. Unser Ziel zum wirklich längeren Ausruhen ist Bab Sahara aber bis dahin ist es noch ein ganz schön großes Stück zu fahren.
Der einzige Nachteil hier ist, dass es jeden Nachmittag mehr stürmt, hängt glaub ich mit dem kommenden Vollmond  zusammen. Die Sonne ist schon heiß aber der Sturm kalt. Sobald es finster wird ist es zwar kühl aber kaum Wind und vor allem die Fliegen, die in ungeahnten Scharen über uns tagsüber herfallen, gehen schlafen.
Für heute Abend gibt es zwei warme Wasserflaschen zum Duschen. Haben jetzt auch angefangen zu kochen, Gestern gab es Spaghetti und heute gibt’s Eierspeise mit Zwiebel. Wurst und Oliven. Für mich habe ich gestern eine Flasche Rotwein aufgemacht, also noch eine Premiere.  Zum Frühstück essen wir in der Pfanne geröstetes Brot mit Butter und Marmelade oder Milchreis.
So das war zwar wieder nicht Land und Leute aber Alltag von Martin und Franziska on the beach.

Heute den 5. Dezember sieht alles wieder anders aus. Der Wind hat in der Nacht nicht aufgehört und war heute Früh ein beachtlicher Sturm geworden. Wir beschließen unser mutiges Zelt von seiner Zerreißprobe zu erlösen und abzubauen. Ziemliche schwierige Angelegenheit. Mittlerweile heult und pfeift es nicht nur sondern jetzt fängt der Sand auch noch an durch die Luft zu sausen. Ok wir sind vielleicht Weicheier aber wir packen ein und fahren.
Jetzt sind wir in Dakhla und gehen heute Abend in ein Restaurant essen.
Bussi Martin und Franziska


Ad Dakhla
Oued Ed-Dahab-Lagouira, Western Sahara
willi Small

Sturm und Krach

29.11.2014
Liebe Freundinnen und Freunde

Dieser Blog sollte zur Abwechslung ein gemütlicher Artikel über Land und Leute werden. Wir sind in Boujdour auf einen großen gut ausgestatteten Campingplatz, den wir schon vom letzten Mal kennen. Die Wäsche wird von einer Maschine gewaschen die Sonne scheint und der Wind ist erträglich.
Aber scheinbar passieren uns zu Zeit die unwahrscheinlichsten Dinge. Das Abendessen im traumhaft schönen Beduinenzelt war köstlich. Mit Duschen wars wieder nichts, nur eiskaltes Wasser. Also wieder Waschlappen und Reinigungstücher, von uns Fetzerlbad genannt.
In der Nacht fing es an richtig zu stürmen. Konnte die Türe zum pinkeln gehen kaum aufmachen und unser Willi schaukelte wie ein Boot. Es steigerte sich bis zum Morgen, das Dach eines der Bungalows wurde weggerissen. Unser Zelt hielt ziemlich tapfer durch bis die Füße der Zeltstangen zerbrachen. Der Himmel war dunkelgelb und ließ immer wieder zwischendurch Wasser herunter fluten.
Also nichts wie weg hier. Erstaunlicherweise half der Wind beim Zelteinpacken, da er den Stoff auf die Autowand presste. Wir erreichten nach ein paar Kilometer ziemlich zerstörter Piste die Straße und fuhren mit starkem Gegenwind nach Laayoune.
Da wir einen Bankomaten brauchten und ins Internet wollten, fuhren wir in die 200.000 EW zählende große sehr moderne Stadt.
Zufällig kamen wir an dem Cafe vorbei, wo wir auf der letzten Reise waren und machten Kaffeepause. Dann schüttete es gerade wieder einmal und wir liefen zum Auto. Nach dem Motto nichts wie weg. Aber beim Rückwärtsfahren krachte es wieder. Diesmal leider nicht die Leiter sondern das Rücklicht eines parkenden Autos.
Geschrei, Martin sprang fluchend aus dem Will und ich dachte ich will nach Hause.
Es war natürlich ein ganz neuer VW und der Besitzer nicht gerade erfreut. Einige Leute sammelten sich, gezückte Handys, Fotos wurden gemacht und alle redeten durcheinander in verschiedensten Sprachen. Ein Mann holte klugerweise eine junge Frau aus einem Geschäft die Englisch konnte. Unser Opfer konnte kein französisch und wurde auch nicht wirklich verstanden. Ich versuchte den ÖAMTC zu erreichen, aber das Netz brach dauernd wegen Überlastung und dem Wetter zusammen. Endlich hatte ich den ÖAMTC und wurde zur Rechtsabteilung weitergeleitet, Ein paar Minuten Musik und dann brach die Verbindung ab. Nach gezählten 9 Versuchen hatte ich den Mann von der Rechtsabteilung fürs Ausland an der Strippe, der leider wörtlich sagte er habe keine Ahnung ob wir die Polizei einschalten sollen und auch sonst im gesamten ÖAMTC wisse keiner über die Rechtsvorschriften in Marokko bescheid. Ich vermied diesmal das Wort Westsahara. Martin kopierte inzwischen in einen Copyshop unsere Auto- und Versicherungsdokumente. Die grüne Karte ist auch in Marokko gültig. Dann holte er zwei Polizisten, und in der Zwischenzeit ist auch ein Mann von der Versicherung des anderen mit Englisch sprechenden Begleiter aufgetaucht. Die Polizisten sind in Zivil und begrüßen alle sehr höflich mit Händeschütteln. Beschluss nach allgemeinen Palaver und weiteren Fotos, wir fahren alle auf die Polizeistation.
Wir folgen also in unserem Auto der Polizei quer durch die Stadt. Die Polizeistation ist ein supermoderner Bau und auch hier wurden wir nahezu herzlich begrüßt. Der Chief of Charge half Martin ganz geduldig den französischen Unfallbericht zu schreiben. Er fragte immer wieder nach ob wir verstehen und es für uns so stimmt. Dann wurde der Bericht des Geschädigten aufgenommen, der wie sich herausstellte nur arabisch schreiben kann und für den ein weiterer Polizist geduldigst alles übersetzte und schriebt. Eine Zeichnung wurde auch noch solange berichtigt, bis wir alle zustimmten. Dann allgemeines Händeschütteln, bedanken und entschuldigen und dann waren wir fertig. Mittlerweile war es 16 Uhr geworden, aber wir wollten unbedingt noch die 180 Kilometer bis Boujdour schaffen.
Nach mehreren Versuchen fanden wir einen funktionierenden Bankomat, tankten voll (Diesel in der Westsahara 70cent/L)und brausten los. Vorübergehend trocken aber beim Verlassen der Stadt wehten die Dünen über eine 2x3spurige Straße. Später wurde es zwar enger aber immer noch guter Asphalt.
Wir gurkten dahin, außer ein paar großen Lastern war kaum Verkehr. Es wurde schon dunkel und es schüttete. Da gingen unsere Scheibenwischer kaputt und ließen sich nicht mehr antreiben. Unser GPS zeigte, dass wir ganz nahe der Stelle waren wo wir vor 6 Jahren unsere Windschutzscheibe verloren haben. Wir schafften die letzten 50 Km und fuhren auf einer ganz neuen sehr breiten mit blauen Lichtern beleuchteten Straße in Boujdour ein. Wie Triumphbögen und Disneyland in einem.
Fanden schnell den Campingplatz blieben aber vorher noch bei einem Straßengrill stehen und aßen gute gegrillte faschierte Spieße. Am Campingplatz sind die Duschen noch immer so schön, wie ich sie in Erinnerung hatte und das Wasser ist heiß.(statt Skorpion große Kakerlake in der Duschtasse aufgetaucht)
Während ich das hier schreibe sammeln sich viele Leichen auf der schönen Frauenrunde Decke. Sobald der Wind nachlässt werden die Fliegen lästig. Martin versucht schon den ganzen Vormittag die Scheibenwischer zu reparieren. Scheint nicht so einfach, weil ein Teil angeschweißt werden sollte. Vielleicht müssen wir doch noch in „unsere Werkstatt in Boujdour“ fahren.
Hoffentlich funktioniert heute das Internet, weil ich mittlerweile ja schon zwei Kapitel senden will. Außerdem bin ich schon neugierig auf Eure Kommentare! Es war mir gar nicht bewusst wie oft ich auf meinem Handy im Internet etwas nachgeschaut habe und wie sehr mir das abgeht.

Bussi und Umarmung Franziska und Martin


Cabo Bojador
Laayoune-Boujdour-Sakia El Hamra, Western Sahara
willi Small

Camp Bédouine, Atlas, Guelmim

27.11.2014
Hallo uns gibt es noch!

Heute ist der 27.November und ich sitze hier im Camp Bédouine (hat schöne Webseite), wo wir auch schon auf unserer letzten Reise waren. Macht einen etwas heruntergekommenen Eindruck, weder die Campingplatzleute noch die Ziegen haben wir bisher gesehen. Bis gerade eben waren wir seit 2 Tagen die einzigen Gäste hier. Es gibt immer noch heftige Wolkenbrüche. aber wenn zwischendurch die Sonne herauskommt, ist es ziemlich warm.
In der letzten Woche hat sich unglaublich viel getan und ich weiß gar nicht wie ich anfangen soll.
Wir haben gehört, dass sogar im Fernsehen und Internet über die Fluten in Marokko berichtet wurde. Ja und wir waren mittendrin.
Wir fuhren von Tarondout auf einer kleinen Straße durch den Ante Atlas nach Tafraoute. Landschaftlich im Regen eher ein bisschen eintönig. Es ging wieder in engen Kurven steil bergauf und bergab. Die Straßensenken waren meist überflutet und mit Steinen und Geröll schwer passierbar. Außerdem haben wir uns offenbar bei einer Abzweigung geirrt und sind auf Umwegen gefahren. Kurz vor Tafraoute soll ein schönes Tal sein, wir fuhren im Wolkenbruch und Sturm durch. Fanden einen kleinen Campingplatz  mit deutschen und österreichischen Caravans. Heiße Dusche gab es nur bis 18 Uhr und wegen der Unwetter funktionierten die Wasserpumpen schlecht. Haben einen absoluten Faultag eingelegt und uns vom Campingplatzwirt zu einem Abendmenü überreden lassen. War recht witzig, weil wir das 3 gängige Essen ins Auto serviert bekamen. Viel zu viel aber wir haben ja einen noch gut funktionierenden Kühlschrank.
Am nächsten Morgen kam kurz nach dem Start  Richtung Tiznit sogar die Sonne heraus und wir konnten die bizarren Felsen bewundern. Vorbei am Chapeau de Napoleon ging‘s zu den bemalten Felsen, die ein Belgier 1984 mit Hilfe der Feuerwehr mit Farbe übergoss. Witzig, wenn auch eher unnötig.
Ein paar Kilometer später ein plötzlicher Halt. Vor uns ein paar Pkws, vorne die Feuerwehr und herumlaufende Leute. Wir fuhren nach vor und sahen, dass statt einer Brücke ein ziemlich wilder gelbrauner Fluss war. Da der Übergang nur ungefähr 4 Meter breit war fuhren wir vorbei an staunenden Blicken und Beifallsrufen einfach durch.
Weiter ging‘s und wir kamen auf eine gut ausgebaute Straße und ein Schild zeigte uns 40 km bis Tiznit. Super endlich einmal früher dran. In einer kleinen Stadt war wieder alles vorbei. Die Brücke war weggerissen und diesmal gab es kein Weiterfahren, weil die Fluten tief unten dahinbrausten. Also ein Stück zurück und dann eine Abzweigung, die plötzlich in eine Piste mit Geröll und riesigen Lacken überging. Wir plagten uns eine halbe Stunde und dann war es auch hier aus. Ein zirka 15 Meter breiter Fluss überquerte die Piste. Die Kinder, die wir fragten, wie wir weiterfahren können schüttelten sich vor Lachen. Gar nicht. Wir fuhren  die Piste zurück und nahmen diesmal die richtige Abzweigung. Eine kleine enge aber asphaltierte Straße, auf der uns der Wegweiser 58 km bis Tiznit versprach. Nach über einer Stunde grauslicher Gurkerei waren wir jetzt um 18 km weiter weg.
In Tiznit angekommen landeten wir auf einen Megacampingplatz mit 200 Stellplätzen für Wohnmobile. Der Alptraum wurde durch Dauerregen auch nicht besser. Heiße Dusche und ab ins Bett.
Nach einem guten Frühstück, Bankomat suchen und im Supermarkt einkaufen fuhren wir weiter Richtung TanTan.
Relativ schnell erreichten wir auf einer großen Straße mit viel Verkehr Guelmim. Bei der Ausfahrt war alles voll LKWs. einigen Wohnwagen und ein paar Pkws und viel aufgeregte Polizei. Die Straße war gesperrt und es gab keine Umleitung. Als ein Landrover vor uns versuchte übers Gelände die Sperre zu umfahren machten wir das auch. Der Empfang von der Polizei war aber so unfreundlich, dass wir lieber wieder umkehrten. Wir beschlossen  zurück in die Stadt zu fahren und irgendwo zu Essen.
Nach einer gemütlichen Mittagspause hatte sich der Stau aufgelöst und wir konnten aus der Stadt fahren Aber nur kurz, denn nach der zweiten Kurve sahen wir die Megakolonne vor uns. Wir wussten noch immer nicht, was eigentlich los was aber nachdem es keinen Gegenverkehr gab vermuteten wir schon bald, dass die Straße auch überflutet war. Und so war es auch. Die Straße war überflutet und ist offenbar am Rand eingebrochen. Zwei Lkws lagen umgekippt im Wasser und von einem Pkw war nur etwas mehr als das Dach zu sehen.. Wir fuhren also im Schritttempo und in der Straßenmitte weiter. Es gab noch ein paar kleinere Überflutungen und einen weiteren umgekippten Lastwagen. Dann sahen wir vor uns eine weitere endloslange Kolonne. Das waren die Wagen, die schon seit Stunden in die andere Richtung fahren wollten. Als wir an ihnen vorbeifuhren ergaben sich im Sonnenschein nette Bilder am Wegesrand. Die Leute lagernden und Kinder spielten. Einige Fahrer hatten sich zum Schlafen hingelegt.
Wir waren also draußen und es viel uns ein, dass wir vergessen hatten in Guelmim zu Tanken. Die Kanister füllen wir erst in der Westsahara auf, weil hier der Diesel viel billiger ist. Aber wir schafften es mit den letzten Litern zur ersten Tankstelle von Tan Tan, wo wir auch gleich zum Schlafen bleiben wollten. Im Restaurant servierten sie mir ein Omelett mit faulen Eiern und Martin wollte ohnehin nur ein Brot essen. Mit dem Schlafen war es aber nicht so einfach, weil ein paar Jugendliche ihren Spaß haben wollten und dauernd anklopften.
Am nächsten Morgen waren wir sehr geschlaucht. Beim Rückwärtsfahren gibt es ein lautes Scheppern. Wir hatten unsere Leiter abzuhängen vergessen. Sah ziemlich verbogen aus. Komischerweise setzte dann so eine Art Galgenhumor ein und wir konnten uns das gute Frühstück im Restaurant schmecken lassen. Willi bekam noch eine Dusche um den Schlamm loszuwerden und es ging weiter.
Beim Verlassen von Tan Tan die vorläufig hoffentlich letzte Umleitung wegen einer unpassierbaren Brücke. Und dann war ganz plötzlich alles anders. Nein der Regen hat noch immer nicht ganz aufgehört und große Lacken bis kleine Seen sind auch jetzt noch immer neben der Straße. Aber es ist brettleben und hin und wieder ist der Atlantik zu sehen. Die ersten Dünen tauchten auf und versuchten über die Straße zu wandern.
Aber über die Westsahara das nächste Mal. Geh mich jetzt Duschen und dann werden wir Im Restaurantzelt ein Beduinenmenü essen.
Hoffentlich haben wir bald wieder Internet damit ich den Blog auch posten kann.

Liebe Grüße von Martin, der in der Zwischenzeit die Leiter repariert hat und Franziska


Morocco
, Morocco
willi Small

Hoher Atlas

November 2014
Hallo liebe Freundinnen und Freunde

Der Hohe Atlas hat’s gebracht. Wir sind ziemlich bald nach dem Tizi-n-Tichka Pass auf einer kleinen Straße/Piste weitergefahren. Es stimmt wirklich, je schneller wir fahren umso später kommen wir geistig/seelisch an.

Allerdings gibt es auf den kleinen Straßen auch keine hippen Tankstellen mehr. Da wir erst zu Mittag nach einem ausgiebigen Einkauf im Riesensupermarkt losgefahren sind und es schon um 6 Uhr abends total finster ist gestaltete sich die Suche nach einem Schlafplatz etwas schwierig. Fanden dann ein Kaffee-Restaurant, wo wir für unseren doch etwas größer geratenen Willi ein Platzl zum Stehen fanden und wir konnten noch im Restaurant essen.
Die Aussicht beim Frühstückskaffee war bei strahlendem Sonnenschein atemberaubend.

Weiter ging’s bergauf und bergab sehr steil und sehr enge Kurven, wie auf der Hochschaubahn. Dann schafften wir es rechtzeitig vorm Finsterwerden unseren ersten wilden Übernachtungsplatz zu finden. Wir kochten (wärmten eine Gulaschdose auf) und haben im Bett gegessen.

Da klopfte es an unserer Türe. Martin machte einen Spalt auf und draußen standen zwei Männer, die ihm überzeugen wollten, dass es hier zu gefährlich zum Übernachten sei. Martin wimmelte sie ab und dann wussten wir nicht was wir tun sollten. Alles zusammenpacken und weiterfahren geht eigentlich nicht, weil die Straße in der Nacht nicht befahrbar ist. Aber einfach schlafen gehen und hoffen, dass die beiden uns nur ängstigen wollten, verspricht auch keine ruhige Nacht. Wir entschieden uns dann doch für´s Dableiben. Ich suchte in unserem Marokkobuch vergeblich eine Polizeinummer. Da wir nicht wussten wo wir waren schrieben wir uns die GPS-Koordinaten auf. Wir hatten Handynetz und ich hätte halt auf der Botschaft oder sonst wo angerufen. Eigenartigerweise schlief ich ziemlich gut und am nächsten Morgen waren wir froh über unsere Entscheidung.

Wir fuhren nämlich nur ein paar Kurven weiter und standen vor einem Haufen Felsbrocken, die die Straße blockierten. Es waren aber schon Räumbagger dabei die Straße wieder frei zu schaufeln. Nach einer knappen Stunde konnten wir weiterfahren. Trotz der kleinen Straße haben wir viele Dörfer durchfahren. Im Hohen Atlas leben hauptsächlich Berber. Die Berberinnen gehen nicht verschleiert sondern mit Kopftuch wie meine Oma.

Gestern sind wir am späten Nachmittag aus den Bergen gekommen. Leider mussten wir wieder im Finstern fahren, aber diesmal war die Straße breit und starker Verkehr. In Taroudannt angekommen, war die Hölle los. Pkws, LKWS hunderte Mopeds und Fahrräder, die meisten ohne Licht und Menschen die kreuz und quer liefen. Ich bewundere Martin, wie gelassen er da fahren kann. Ein Mopedfahrer, auch ohne Licht aber dafür für uns extra aufgesetzten weißen Helm führte uns zu einem Campingplatz.

Wir waren so erschöpft, dass wir nur ein paar Kekse aßen. Außer uns waren noch zwei Franzosen mit Motorrädern da, die uns schon auf der Piste gesehen hatten und kurz mit uns plauderten. Dann unter die heiße Dusche und ab ins Bett. In der Früh sahen wir wie groß und schön dieser Platz ist. Als ich mit dem Wäschewaschen fertig war, teilte mir der Campingplatzmensch mit, dass sie hier sogar eine Waschmaschine hätten.

Heute Nachmittag werden wir mit einem Taxi um 2 Euro in die Stadt fahren. Wir brauchen diesmal ein Internetcafe, weil das Internetkonto von Martins Handy beim letzten Blog aufgebraucht wurde.

Die Währung ist hier der Dirham und ein Euro sind etwas mehr als 10 Dirham. Amerikanische Zigaretten kosten zwischen 20 und 25 dh. Eine große gemischte Fischplatte kostete in Safi 70dh. Für die beiden Campingplätze zahlten wir 70 dh pro Nacht

So jetzt mache ich mich stadtfein und freue mich auf eine Boulangerie wie sich hier eine Konditorei nennt.

Tschüss Franziska


Morocco
, Morocco
willi Small

Stress lass nach!

November 2014
Hallo Ihr Lieben!

Diesmal war zum Start alles anders. Wir haben unterschätzt wie müde und erschöpft wir beide sind. Sind jetzt schon in Safi auf einem Campingplatz, wo wir schon auf unserer ersten Reise waren. Der mit den vielen Pfauen. Waren drei Tage fast alleine hier und haben uns ausgeschlafen, die Wäsche gewaschen, im Auto herumgeräumt und das Zelt aufgestellt (Brigitte noch mal vielen Dank fürs Nähen!). Leider war jetzt auch Zeit zum Streiten.

Schon die Ankunft in Tanger war verwirrend. Statt Enge und Gedränge alles neu und gross. Keine Leute die uns bedrängten alles ruhig bürokratisch. Durch den Zoll ging es schnell, aber wir freuten uns zu Früh. Bei der Polizeikontrolle wurden wir nicht durchgelassen. Unser Motorrad hat ja keine Papiere. Der Zollbeamte war aber sehr nett und schrieb es, wie Martin es wollte als Motocross Sportgerät zum Auto dazu. Dann waren wir auf einer großen Straße und wie sich herausstellte ca. 50 km außerhalb von Tanger und es schüttete immer noch. Also nichts mit Hotelluxus in Tanger sondern Autobahnraststätte im Nirgendwo. Es stellte sich heraus, dass diese Raststätten meist super ausgestattet sind. Restaurant mit gutem, billigem Essen, feinstem Frühstück und sauberen Toilettanlagen. Auch Geld konnten wir hier wechseln.

So fuhren wir also auf der Autobahn (billige Maut) bis Rabatt, bekamen die Visa für Mauretanien am selben Tag und weiter ging es an Casablanca vorbei bis El-Jadida. Ziemlich langweilig, obwohl wir mit Willi viele LKWs und ein paar Pkws überholten.
Auf der Landstraße hatten wir zum ersten Mal das Gefühl in Marokko zu sein. Städte und Dörfer mit vielen Menschen und die Raststätten meist nicht so geschleckt.

Safi ist eine sehr wohlhabende Stadt. Hier werden die Sardinen gefangen, eingedost und in die ganze Welt verschickt. Der Supermarkt sieht aus wie ein riesiger Merkur und hat alles. Wir kaufen dort heute noch einmal ein und dann geht es ab in den Hohen Atlas. Freuen uns schon sehr auf diese schöne Landschaft.

So das wärs für heute!
LG Franziska


اسفي
Doukkala-Abda, Morocco
willi Small

Die Reise geht weiter, oder auf in ein neues Abenteuer!

November 2014

Als Franziska zu ihrem 60er beschloss ein Feuerwehrauto (Unimog 416) zu kaufen, war es eigentlich schon klar, dass wir irgendwann wieder in Afrika landen werden. Das war im Jänner 2011.
Die Namensfindung ergab sich aus der Beklebung „FREIWILLIGE FEUERWEHR“. Beim Herunterkletzln blieb „WILLI“ übrig und schon flog die Sektflasche.

Da sich unser Container vom Mogli bewährt hat, wurde kurzerhand der Feuerwehraufbau entfernt, ein neuer Rahmen gebaut und der Container draufgesetzt.
WILLI ist 10 Jahre jünger als Mogli, hat einen stärkeren Motor (125 PS), längeren Radstand, größeren Tank (200 l), und, und, und. Außerdem ist der Aufstieg zum Container durch eine super Treppe endlich um einiges bequemer.
Eine sehr liebe Freundin hat den Begriff „age-upgrading“ erfunden, der zu WILLI sehr gut passt. Ja, wir haben auch viel bequemere Sitze und eine neue Matratze! Wir werden älter und unser Fahrzeug jünger, so soll´s sein!

Unser Plan lautete:2013 wird das Haus renoviert und im Herbst 2014 wollen wir drei Jahre lang Afrika bereisen, und zwar kreuz und quer. Einige unserer Ziele sind: Gorillas im Nebel, Schimpansen in Tansania, Namibia, Äthiopien,… Starten wollen wir mit Marokko, Besuchen in Mauretanien (Bab Sahara) sowie Kassama in Mali. Wie wir dann weiterkommen werden wir erst sehen. Durch Ebola und Unruhen wollten wir keine Route fixieren.

Im Sommer 2014 war es dann soweit. Unser Haus wird vermietet und unsere Katzen sind versorgt. Louise und Felix waren maßgeblich an der Auswahl des Mieters beteiligt, da sie kurzerhand auf dessen Schoß saßen und sich streicheln ließen. Der Fahrzeugumbau schritt voran und diverse bürokratische Hürden wurden genommen. Am schwierigsten war das Carnet de Passage, weil wir eine Bankgarantie über 15.000 € brauchten. Die Fähre buchen und ein Abschiedsfest organisieren war da schon bedeutend einfacher.
Der Tag der Abreise kam näher und näher und wir konnten fast alles erledigen (irgendwas bleibt immer über).

Am 6.11.14 knatterten wir los. Brigitte winkte uns als Einzige und Aura wedelte mit dem Schwanz. Heute (10.11.14) sitzen wir in der Lounge auf der Fähre (mit der wir auch letztes Mal gefahren sind) und sollten um 18:30 in Tanger einlaufen.

So das wär´s fürs Erste, Schluss aus Ende.
Bussi, Franziska und Martin


willi Small

UNSERE ERSTE REISE 2008-2009

Unsere erste Reise nach Afrika brachte uns bis Mali. Die Erlebnisse waren unbeschreiblich schön: lebendige, freundliche Menschen, Landschaften die uns faszinierten, Wildtiere aus nächster Nähe, viele neue Gerüche und interessante Speisen. Damals beschlossen wir zurück zu kommen und weitere afrikanische Länder zu bereisen.

2008 brachte uns ein Unimog 403 (54PS/BJ1969) nahezu überall hin.
Wir sind in 220 Tagen 19.000 Km durch Österreich, Italien, Marokko, Mauretanien, Mali und Senegal gefahren. In Afrika war unser südlichster Punkt der Grenzfluss zu Guinea in Mali. Der östlichste Mopti auch in Mali. Der westlichste Punkt war Dakar im Senegal und der nördlichste Tanger in Marokko. Am höchsten waren wir in Tiz´n Test auf 2100 Meter im Atlas in Marokko. Am heißesten war es in Kayes in Mali, wo es nach Mitternacht noch über 40 Grad waren und am kältesten in Tiz´n Test, wo wir Eisblumen am Fenster hatten. Was uns die Reise gekostet hat wissen wir noch nicht. Am teuersten war sicher der Diesel und das extra Öl für Mogli, der immerhin alle 100 Km 1 Liter brauchte.

Wir wünschen allen Leserinnen und Lesern ebensolche Erlebnisse und Erfahrungen!