bike&kite around the world

Wir sind mit dem Radel unterwegs, zunächst mal nach Los Angeles, danach wohl noch weiter. Wohin genau wissen wir noch nicht. Weil wir gerne kiten, ist auch ein Kitebrett mit an Bord!

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A. Nicholas Grundy Small

Myanmar mit dem Velo

Im April 2016 sind wir beinahe 1000km mit dem Velo durch Myanmar geradelt. Wir geben es zu, wir waren schon ein bisschen nervös als wir diese nächste Etappe unserer Veloreise antraten. Wir haben in den Abgründen des Internets recherchiert und Reiseberichte von Abenteurern gelesen, die von extrem schlechten Strassen, unwegsamem Gelände, Spionen die einen verfolgen, Ameisen, extremer Hitze, teuren Hotels und grosser Distanz zwischen Orten, die einem dazu zwingen verbotenerweise zu campen, etc… erzählen. Kurz, wir hatten das Gefühl Myanmar ist nur für Super Hero Touren Fahrer und nichts für uns Normalos. Und dann kam alles anders und wir haben wieder gelernt, dass man nicht alles glauben soll, was im Internet steht. Ich glaube sogar, dass viele Reiseblogger alles viel schwieriger aussehen lassen als es wirklich ist, um ihre eigene Leistung aufzublähen. Hier also was wir erlebt haben:

Visa. Wir haben unser Visum in Kuala Lumpur machen lassen und es war das einfachste Visum, das man sich überhaupt vorstellen kann. Pass, Passkopie und Passfotos abgeben, Formular ausfüllen, bezahlen und ein paar Stunden später den Pass wieder abholen.

Einreise. Wir sind von Ranong im Süden Thailands mit dem Longtail Boat nach Kawthaung rüber. Wir haben für 400B ein Privatboot genommen, Velos und Anhänger waren überhaupt kein Problem mitzunehmen. Auch die Einreise war supereinfach. Ins Passbüro, Pass abstempeln lassen, fertig!

Geld wechseln und Bankautomaten. Als wir in Kawthaung ankamen, war der einzige Bankautomat «out of service» und so beschlossen wir unsere restlichen Singapore Dollars zu wechseln. Die 50$ Note wurde nicht akzeptiert, weil sie schmutzig war, das Wechseln der restlichen 6$, die wir noch hatten, dauerte über eine halbe Stunde. Das Prozedere war so ineffizient, es war zum Totlachen! Bankomaten haben wir sonst immer gefunden und Geld abheben war überhaupt kein Problem.

Öffentlicher Verkehr. Die Strecke von Kawthaung über Myeik, Ye und Thanbyuzayat nach Mawlamyine haben wir mit Bus und Zug zurückgelegt, weil die Strecke bis nach Dawei tatsächlich für Radfahrer verboten ist und auch weil die Distanzen zwischen den Ortschaften doch recht gross sind. Es gab bis vor kurzem ein Schnellboot von Kawthaung nach Myeik und Dawei, es fährt aber nicht mehr. Wir hatten nie Probleme unsere beiden Räder und den Anhänger in Bussen oder im Zug mitzunehmen. Die Leute sind super hilfsbereit und total pragmatisch. Geht nicht, gibt’s eigentlich nicht. Der Zug war definitiv ein Erlebnis! Wieder wie eine Zeitreise in eine längst vergangene Epoche. Mit knapp mehr als Schritttempo schaukelt man durch die Wälder, Entgleisungen sind an der Tagesordnung und zu guter Letzt sind wir mit einem Lastwagen kollidiert. Abenteuer nahezu garantiert!

Radfahren in Myanmar. Ist einfach nur sensationell. Auch die kleinen unasphaltierten Nebenstrassen sind völlig OK zum Fahren und führen durch zauberhafte Gegenden, an goldenen Pagoden vorbei und durch Dörfer wie aus dem vorherigen Jahrhundert. In Myanmar ist die Englische Kolonialzeit vor allem in weniger entwickelten Gegenden noch deutlich spühr- und sichtbar. In vielen Kleinstädten und in ländlichen Gegenden sind fantastische Kolonialbauten zu sehen, die Leute kleiden sich vornehmlich traditionell, die Frauen und auch die Männer tragen Longys (ein langer Rock), die aber je nach Geschlecht anders geknüpft werden. Und von überall am Strassenrand winken und grüssen die Kinder. Abseits der Touristentrampelpfade ist dieses Land wirklich noch magisch.

Hotels. Tatsächlich gibt es recht wenige Hotels, die Qualität ist recht schlecht und die Preise sind deutlich überhöht. Normalerweise haben wir zwischen 10 und 20$ bezahlt für einfachste Guesthouses. Von anderen Tourenfahrern haben wir gehört, dass bei Locals oder in Tempeln übernachten tatsächlich relativ problematisch ist, weil oft die Polizei gerufen wird. Campieren wäre überhaupt kein Problem gewesen, nur die drückende Hitze wäre sehr unangenehm gewesen. Wir haben es vorgezogen uns das Leben einfach zu machen und einfach so zu planen, dass wir immer in ein Guesthouse gehen konnten.

Essen und Trinken. Fernab der grösseren Städte oder Touristenzentren ist das Essen doch recht einfach: Fried Rice und Noodles. Auch die Hygiene war eine Herausforderung für unsere zarten, verwöhnten, westlichen Verdauungsträktchen und so verbrachten wir beide mehr Zeit auf dem Topf als uns lieb war. Eine grosse Tradition in Myanmar ist Tee trinken und frittierte Flachbrote, sogenannte «Roti» essen. Wir haben uns dieser Tradition mit Hingabe gewidmet! Es war fantastisch sich mit den Locals hinzusetzen, fast immer kamen wir mit Händen und Füssen ins Gespräch und nicht selten resultierte daraus ein Selfie. Einmal haben wir nach ein paar Tagen das gleiche Teehaus noch einmal aufgesucht. Sofort wurden wir erkannt und jemand hat sein Smartphone gezuckt und uns ein Foto von uns auf Facebook gezeigt. Wir werden eigentlich die ganze Zeit fotografiert oder gefilmt, sei es vom Strassenrand oder vom Scooter oder aus dem Auto hinaus. Wahrscheinlich kursieren schon hunderte Fotos von uns irgendwo auf dem Netz!

Yangon. Wir haben unsere Räder in einem Hotel in Kyaikto stehen gelassen und haben den Zug nach Yangon genommen (der Zug fährt direkt ins Zentrum von Yangon. Mit dem Bus muss man mit dem Taxi ins Zentrum fahren: 1 Stunde und 10$!). Yangon ist überraschend aufgeräumt und ruhig. Zweiräder wurden aus der Stadt verbannt und so sind die Strassen ziemlich leer. Die Shwedagon Pagoda ist ein absolutes Muss, ansonsten ist die Stadt ganz OK aber nichts Spezielles.

Golden Rock (Kyaikto / Kin Pun). Diese Attraktion lag auf dem Weg und so haben wir sie mitgenommen. Dieser goldige Felsen, der zuoberst auf einem Berg über einem tiefen Abgrund balanciert, ist eines der heiligsten Wallfahrtstätten des Buddhismus. Highlight war die Wanderung den Berg hoch. Wir sind kurz nach um 3 in der Früh losmarschiert. Wir wollten eigentlich den Sonnenaufgang oben auf dem Berg erleben und uns auch den Eintritt von 6$ pro Person ersparen (kommt man vor 6 Uhr an, ist der Posten nicht besetzt und der Eintritt ist gratis). Wir waren aber zu spät, dauert die Wanderung auch zügigen Schrittes über 3 Stunden. Die Stimmung oben ist wie auf einem Jahrmarkt, nichts von stiller Meditation. Der kleine Felsen ist hübsch anzusehen aber verschwindet fast in der Riesenanlage die drum herum hingepflanzt wurde. Schon am morgen früh geht es zu und her wie in einem Ameisenhaufen. Am Wochenende muss der Teufel los sein. Die Fahrt auf der Ladefläche eines Lastwagens die Serpentinen hinunter zurück nach Kin Pun ist auch ein Abendteuer, wie auf der Achterbahn (5$ pro Person).

Bagan. Bagan wollten wir unbedingt mitnehmen. Mit dem Fahrrad war die Distanz für uns zu gross, und so haben wir den Nachtbus von Yangon genommen. Bagan ist in der Tat umwerfend. Wir fühlten uns wie in einer anderen Welt mit den unzähligen Tempeln und Pagoden. Es war definitiv die Reise wert! Leider kann man sich fast nicht bewegen ohne dauernd angehauen zu werden, ob man Sandpaintings, Guide, Massage, etcetc… will.

Strände und Kitesurfen. Wir haben ein paar Tage am Strand auf der Halbinsel westlich von Dawei und auch am Strand westlich von Thanbyuzayat verbracht und haben auf Kitesurfwind gehofft. Leider war der Wind ein bisschen zu schwach und so sind wir auch nur ein bisschen zum Kiten gekommen. Die Strände sind nicht schlecht, richtig schön soll der Strand ganz am Ender der Halbinsel vor Dawei sein, aber wir haben’s nicht bis dorthin geschafft.

Zähne der Locals. In Myanmar grassiert die Unsitte Betelnüsse zu kauen. Diese wirken aufputschend und leicht beduselnd, leider färben sie die Zähne durch das Kauen hässlich dunkelrot. So wirkt dann oft auch das freundlichste Lächeln ziemlich furchteinflössend!


Yangon
Yangon, Myanmar
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    Steffi hat am kommentiert:

    Hallihallo ihr zwei! Wo ihr unterdesse wohl stecket? Ojsi Wäg händ sich kurz vor/nach Murghab gkrüzt & lustigerwys sind de Adri & ich ines paar Täg in Myanmar. Mr händ drum grad sehr Frojd gha a dem letzte Blogitrag vo oj :) Guets Strample & en liebe Gruess, Adri & Steffi

A. Nicholas Grundy Small

Singapore, Malaysia und Südthailand mit dem Velo

An einem späten Nachmittag Ende März 2016 sind wir in Singapore gelandet und haben unsere beiden Räder und die ganze Kiteausrüstung, total ca. 150 kg, vom Band auf zwei Gepäckwagen gehievt. Schon im Vorfeld haben wir diskutiert ob wir die verpackten Velos direkt in ein Taxi laden und ins Stadtzentrum von Singapore fahren sollten, oder ob wir die Räder in Flughafen auspacken, zusammenbauen und cool in die Stadt fahren sollten. Die Unvernunft obsiegte und so holten wir uns einen Kaffee, schnitten die Kartonschachteln auf und machten uns ans Werk. Nach etwas mehr als einer Stunde waren unsere Räder fixfertig, voll bepackt und wir abfahrtbereit. Wir wussten, dass wir zuerst ein paar wenige km auf der Flughafen Autobahn fahren mussten, aber wir dachten das würde schon irgendwie gehen. Als wir losfuhren war es schon dunkel. Die Autobahn war 8-spurig und extrem stark befahren, fast ausschliesslich von Taxis. Kaum zu glauben, dass es so viele Taxis gibt! Bald schon kamen wir zum Abzweiger. Das Problem war nur, dass zwei Spuren links (in Singapore herrscht Linksverkehr) abbogen und wir diese beiden Spuren überqueren mussten um geradeaus zu fahren. Ein Ding der Unmöglichkeit! Nachdem wir sehr lange vergeblich eine Lücke abgewartet hatten, gaben wir auf und kehrten Richtung Flughafen zurück um zu versuchen ein Stück weit einen Bus zu nehmen. Alle Busse waren voll und Velomitnahme sowieso nicht erlaubt. Wir waren nahe am Verzweifeln. Die einzige Möglichkeit die wir sahen, war auf der Autobahn zu bleiben und zu hoffen, dass es irgendwo eine Möglichkeit geben würde sie zu verlassen. So fuhren wir also wieder los, bald kamen wir zu «unserem» Abzweiger. Just in dem Moment tat sich eine kleine Lücke auf, ich schwenkte aus und schrie Siria an es mir gleich zu tun. Bald waren wir auf der mittleren Spur und hupende Taxis schossen links und rechts an uns vorbei, noch ein paar Meter und wir hatten die Sperrfläche erreicht. Wir hatten es geschafft! So schlimm unsere Reise begonnen hatte, so erfreulicher wurde sie: Ein fantastischer Veloweg führte alles dem Wasser entlang durch einen riesigen Park bis in die Stadt hinein. Im Park hätte es gratis Campiermöglichkeiten gegeben, zwar nur für Einwohner von Singapore, aber ich bin sicher ein Tourenfahrer würde niemanden stören. Auch Freiluftduschen gab es. Den Schlusspunkt dieses Monstertages war, dass wir gegen 1 Uhr in der Früh zu unserem Hostel kamen und das Tor abgeschlossen war. Nur mit viel Glück konnten wir die Zahlenkombination erraten und hatten dann noch zusätzlich Glück, dass wir gerade noch eine Mitarbeiterin erwischten vordem sie ins Bett ging. Nachdem wir Singapore für ein paar Tage genossen hatten, kam die Zeit Richtung Malaysia aufzubrechen. Die allerbeste Route um Singapore mit dem Velo zu verlassen, ist den Veloweg entlang vom East Coast Park bis an den Flughafen zu nehmen, dann östlich vom Flughafen den Veloweg am Kanal bis zur Fähre in Changi (nicht Changi Point!) zu nehmen. Die Fähre nach Malaysia kostet zwar gegen 15 EUR, aber man lässt den ganzen Verkehr der Agglo komplett aus. In Malaysia gibt es in der Nähe der Grenze in Desaru einen super «Warmshower» und eine gute Tagesetappe weiter im Norden noch einen in Tanjung Sedili. Beide sollte man auf keinen Fall auslassen. Es sind wirklich super Gastgeber. Radfahren in Malaysia ist fantastisch. Die Strassen sind perfekt asphaltiert, es gibt in jedem Dorf gute und günstige Verpflegungsmöglichkeiten und was mir besonders gefallen hat ist, dass man oft durch unberührten Urwald fährt. Wir sahen unzählige Affen und knallbunte Vögel. An den überfahrenen Tieren konnten wir erahnen was uns sonst noch alles über den Weg hätte laufen können: Riesen Anakondas, Meerkatzen, Ameisenbären, Wildschweine, etc… Wir sind die Ostküste hochgefahren, hier wechseln sich relativ langweilige Palmöl und Gummibaumplantagen mit tollen Stränden (sensationell zum Kitesurfen während den NE-Monsun Monaten Dezember – April!) und magischem unberührtem Urwald ab. Auf der Höhe von Pekan haben wir die Malaiische Halbinsel über die Cameron Highlands überquert. Im Landesinnere sind die Abstände zwischen Städten recht gross, aber es finden sich überall am Strassenrand idyllische Zeltplätzchen. Kommt man in die Berge, dann kühlt es in der Nacht wunderbar ab. Wasser hingegen sollte man genügend dabeihaben, die Bäche zum Filtern sind doch ziemlich zugewachsen und schwierig zu erreichen. Die Cameron Highlands sind sehr touristisch aber lohnen sich schon nur, wegen der tollen Fahrt die Passstrasse hinauf und natürlich wieder hinunter. Auch die Teeplantagen sind eine Augenweide. Wir haben in einem Nationalpark gezeltet, wo es auch unzählige Wandermöglichkeiten gibt. Die Westküste ist dann doch recht mühsam mit grossen Strassen und extrem viel Verkehr. In Ipoh haben wir unsere Räder für ein paar Tage deponiert und sind mit dem Zug nach Kuala Lumpur gefahren. Eine tolle Stadt, diesen Ausflug bereuen wir definitiv nicht, zumal wir auch unser Hinterrad beim besten Veloladen in der ganzen Stadt (The Basikal) neu bauen lassen konnten. Von Ipoh sind wir nach Georgetown auf der Insel Penang, das man am besten mit der Fähre erreicht. Georgetown sollte man auf keinen Fall auslassen. Die Stadt ist ein Velomekka und die Street Art, für die die Stadt berühmt ist, enttäuscht ebenso wenig wie das fantastische Essen. Die Strände im Norden der Insel sind auch eine Erkundungstour wert. Wir haben dort zwei gemütliche Tage verbracht und haben (leider vergeblich!) auf Wind gewartet. Von Penang sind wir mit der Fähre nach Langkawi. Diese Insel soll auch fantastisch sein, wir haben sie aber komplett ausgelassen, haben lediglich eine Nacht im Park biwakiert und uns von Fledermäusen wahnsinnig machen lassen. Übermüdet sind wir dann am nächsten Morgen in der Früh mit der Fähre nach Kuala Perlis gefahren und von dort in Richtung Thailändische Grenze. Einige Leute haben uns vor Radfahren in Thailand gewarnt, geschehen dort doch statistisch gesehen die meisten Strassenunfälle weltweit. Wir fühlten uns aber niemals unsicher. Das einzige gefährliche ist, dass die Thailänder die nervige Gewohnheit haben ihr Auto auf dem Pannenstreifen zu parkieren. Da gilt es einfach immer: Blick über die Schulter und mit grossem Abstand überholen, dass man ja nicht in eine sich öffnende Türe reinfährt! Sobald man nach Thailand reinfährt, versteht man warum dieses Land bei Touristen so beliebt ist. Alles ist einfach ein bisschen besser: das Essen ist fantastisch (wenn auch ziemlich scharf!), die Unterkünfte sind ausgezeichnet und sehr günstig, es gibt eine tolle Kultur von winzigen klimatisierten Cafés am Strassenrand die herrliche Mocha Frappés verkaufen, einfach perfekt für verschwitzte Velofahrer und der Frischgepresste Zuckerrohrsaft der an jeder Ecke verkauft wird, ist einfach himmlisch. Auch landschaftlich ist die Fahrt von der Grenze über Krabi und Khao Lak bis nach Ranong und der Grenze zu Myanmar toll, mit viel grünem Wald und diesen bizarren Kalkfelsen, für die vor allem Krabi berühmt ist. Und natürlich sind die Strände um Khao Lak einfach nur sensationell, vorallem wenn man mit der unbegrenzten Freiheit eines Tourenfahrers unterwegs ist und so auch die einsamen versteckten Strände fernab vom Massentourismus erkunden kann.

Cameron Highlands
Pahang, Malaysia
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    lina hat am kommentiert:

    liebe frau grippo

  • Missing
    lina hat am kommentiert:

    liebe frau grippo

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    lins hat am kommentiert:

    ich hoffe der kommentar ist vollständig

  • Small
    andy kurth hat am kommentiert:

    Denn eimol "coconut Lum, bitte" :-)

A. Nicholas Grundy Small

Die Philippinen mit Bike und Kite

Ich weiss ja nicht wie andere Leute eine Weltreise machen, ob sie wirklich schon vor der Reise wissen, welche Länder sie wann besuchen werden, ob sie sogar schon all die Flugtickets gebucht und Reiseetappen geplant haben. Wir gehen jedenfalls ein bisschen anders vor, unser Plan ist ganz einfach grob nach Westen zu radeln, wenn ein Ozean kommt, fliegen oder ein Boot nehmen und mal sehen wie weit wir kommen. Wenn’s uns irgendwo nicht passt: abhauen! Und natürlich wenn’s Wind hat, Kite und Brett auspacken und abkiten! Dieser Masterplan hat uns schon durch Deutschland, Dänemark, Island, Kanada, bis an die Westküste der USA gebracht und wir sind schon bei 10'000 fantastischen geradelten km und ein paar wenigen geilen Kite Tagen angekommen. Und getreu dem Punkt «wenn es uns nicht passt: abhauen!» haben wir unseren ursprünglichen Plan von San Francisco weiter nach Vancouver, Japan, S Korea, China, etc… zu radeln, aufgegeben, weil es uns in diesem El Niño Jahr an der Westküste der USA einfach zu nass und kalt ist. Wir wollten in die Wärme und haben so ein Ticket in die Philippinen und dann weiter nach Singapore gebucht.

So haben wir beim Velohändler nahe am Flughafen von San Francisco Kartonschachteln geholt und im Flughafen die Velos und unseren ganzen Kram verpackt. Scheinbar kann man auch am Flughafen Schachteln kaufen für 40$ pro Stück und es gibt auch einen speziellen Bereich wo man die Velos auseinanderschrauben kann. Unnötig finden wir, da der Eingangsbereich im Erdgeschoss dafür perfekt ist, kaum Leute und praktischerweise hat es ein paar unbenutzte Check-In Schalter wo man die Gepäckstücke wägen kann. Routiniert haben wir unsere 150kg auf 5 Gepäckstücke zu je 23 kg und zwei Handgepäckstücke zu 8 kg aufgeteilt, alles auf 2 Gepäckwagen gepackt und ab zum Check-In. Meine Gitarre habe ich unauffällig an eine Bank gelehnt und nicht mit zum Check-In genommen, meinen Pullover, Fleece, meine Daunenjacke, Softshell und Goretex Jacke habe ich angezogen und all meine Jacken und Hosentaschen habe ich mit Kameras, Kabel, GoPro, Battery-Pack, Stirnlampe, etc. gefüllt. Ich sah aus wie der Michelin Man und hatte heiss wie Sau, aber wir hatten kein Übergewicht. So mussten wir «nur» für das eine Zusatzgepäckstück 150$ hinblättern. Meine Gitarre war wohl doch nicht so unauffällig und wurde prompt als verdächtiges Gepäckstück gemeldet. Als ich sie holen wollte näherten sich gerade zwei schwer bewaffnete Polizisten mit grimmigem Blick. Unser Flug wurde übrigens gestrichen und wir wurden auf den nächsten Tag umgebucht. So genossen wir noch eine letzte Nach in San Francisco und zwei fettige Mahlzeiten in Joe’s Diner auf Kosten der Philippine Airlines.

In Manila hatten wir einen Warmshower in der Nähe vom Flughafen organisiert. Gerädert vom knapp 15 stündigen Flug haben wir unseren Gepäckberg in ein Taxi geladen und sind direkt zu unseren Gastgebern gefahren. Die Ankunft am Flughafen war wesentlich stressfreier als ich befürchtet habe. Die Einreise und Passkontrolle war effizient, es gab keine Meute von Leuten die uns etwas andrehen wollten, nur die Taxis waren mit 60$ für die 15 km (ca 1.5 Stunden im Stau stehen!) extrem teuer. Am Flughafen gibt es nur die offiziellen. Aber wir hatten überhaupt keine Lust unseren ganzen Kram auf die Strasse zu schleppen und dort einen Jeepney zu nehmen.

Unsere Gastgeber waren wohlhabende Geschäftsleute aus der Modebranche und wohnten in einer Luxusvilla in einer «Gated Community». Es war der perfekte Start zu unserem Asienabenteuer. Nach 2 Tagen Luxus pur bei diesen supernetten Leuten (wir wurden sogar in ein Schweizer Apenzeller Stübli ausgeführt, wo wir eine feine Röschti genossen) sind wir Richtung Süden losgeradelt.

Unsere Ängste und Sorgen vor diesem neuen Abenteuer waren schnell verflogen. Es war zwar heiss und der Abgasgestank ziemlich unerträglich, dafür winkten und lachten uns tausende Menschen zu und aus jeder Ecke hörten wir «Hey Joe», «Nice Bike» und «Where are you going?». Die erste Etappe führte uns nach Tagaytay welches auf 600m Höhe auf dem Rand eines Vulkankraters liegt. Am nächsten Tag sind wir durch dichten Dschungel die Serpentinen hinunter zum Kratersee gefahren. Danach weiter zur Hafenstadt Batangas wo wir eine Fähre auf die Insel Mindoro genommen haben. Das Wetter war feuchtheiss und stickig. Bei jedem Anstieg tropfte der Schweiss von meiner Nase und es war ein echtes Problem genügend Flüssigkeit zu trinken. An einigen Tagen ergossen sich erfrischende tropische Regenstürme über uns. Dies waren deutlich angenehmere Radelbedingungen. Auf Mindoro verbrachten wir zwei Strandtage auf White Beach, einem üblen Touristen Resort, wo vor allem Wochenend-Touristen von Manila hin pilgern um auf den Putz zu hauen.

Danach durchquerten wir die Insel Mindoro, über Hügel, durch Dörfer, Wälder und entlang von Stränden. Wir hatten nie Mühe irgendeine Bleibe zu finden. Die Preise bewegten sich zwischen 5$ und 10$ pro Nacht und Zimmer. Auch habe ich gelernt was ein Stunden Hotel ist: Wir hatten schon eingecheckt und unsere Velos ins Zimmer gestellt als uns mitgeteilt wurde, dass wir für den gebuchten Service in 12 Stunden, also um 2 in der Früh, wieder auschecken mussten. Wir haben gelacht und dann ein anderes Hotel genommen. Das Blue Waves Resort in Pinamalayan ist auch erwähnenswert. Die Stadt wurde im Dezember von einem Taifun ziemlich übel verwüstet. Wir haben im Resort für 5$ ein Zimmer genommen mit fantastischem Blick über den Pazifischen Ozean, dafür konnte man die Zimmertüre nicht schliessen, die Decke war ein Flickwerk und das Dach hat halb gefehlt.

Auch essen war nie ein Problem. Es gibt an jeder Ecke Sari-Sari Läden, die alles Mögliche verkaufen, alles fein säuberlich in Plastiksäckchen verpackt, die in Plastik verpackt und dann in Plastik verpackt in einem Plastiksack verpackt werden. Oft gibt es auch eine Suppe oder Reis zu essen. Normalerweise ist das Essen nicht so prickelnd, dafür unglaublich billig. Aber manchmal wird man positiv überrascht. Highlight waren Lomi suppe in einem kleinen Restaurant fernab der Zivilisation wo uns mitgeteilt wurde, dass das Fleisch von seiner lieben Kuh stammt, die er vor ein paar Tagen schlachten musste, oder Bibinka, ein süsses Kokos- und Reisbrötchen, welches in einer Gusseisenpfanne über lodernden Kokosschalen mit Kokosöl gebraten wird, oder auch 3 kleine in Caramelisiertem Zucker gebratenen Bananen die uns ganze 10 Pesos (~20 cent) kosteten.

In Roxas nahmen wir dann eine Fähre auf die Insel Panay und von dort eine Banca auf die kleine Ferieninsel Boracay, wo wir uns 5 Tage Ferien von den Ferien gönnen wollten, vor allem um zu kiten was das Zeug hält. Es war schockierend zu sehen wie der Massentourismus diese kleine Paradiesinsel zerstört hat. Die Luxusresorts stehen dicht an dicht entlang dem schneeweisse Strand von White Beach. Der feine Korallensand wird Nacht für Nacht mit grünen schleimigen Algen zugedeckt, die frühmorgens von fleissigen Arbeitern zusammengerechelt werden, vordem die krebsrot verbrannten dicken Russen und die mit Smartphones und Selfie-Sticks ausgerüsteten Chinesen, die stets in grossen Gruppen hinter einem Reiseführer hinterherwackeln, den Strand übernehmen. Die Sonnenuntergänge sind ein Spektakel, weil der Strand durch die tausenden Smartphone Bildschirme und Kamerablitze zu leuchten und glitzern beginnt. Nachts beginnt dann der Lautstärkenwettbewerb, bei dem jede Bar seine Nachbarn zu übertönen versucht. Boracay ist locker 5-mal so teuer wie der Rest der Philippinen und komplett überrannt. Es ist eine faszinierende aber auch traurige Fallstudie über die zerstörerische Kraft des Tourismus. Aber die Kitesurfbedingungen waren perfekt. Wir hatten einen kleinen einfachen Bungalow direkt am Kitesurfstrand und so waren unsere Tage ganz klar strukturiert: Frühstück, kiten, kiten, kiten, Mitagessen, kiten, kiten, kiten, kiten kiten kiten, Bierchen. Wir trafen uns auch mit Freunden aus der Schweiz, genossen die Tage und schlossen unsere Augen ob der Zerstörung um uns herum.

Nach Boracay verbrachten wir weitere 3 Tage auf Union Beach, direkt gegenüber von Boracay auf der Hauptinsel, wo es nur 2 oder 3 einfache Bungalow Resorts gab und die Kite Bedingungen fast genauso gut waren wie auf Boracay. Besonders toll war es zu sehen, wie Siria, noch vor wenigen Tagen blutige Anfängerin, stilsicher über die Wellen flitzte. Danach packten wir endlich wieder unsere Räder und fuhren nach Culasi, wo wir uns mit einer Truppe von Kitesurfern von Boracay trafen, um 3 Tage auf der winzigen unbewohnten Robinson Insel Seco Island zu Biwakieren und zu kiten. Die Insel ist nicht umsonst bekannt als ein Paradies für Kitesurfer. Täglich pfeifft ein strammer Wind durch die Lagune und über die kleine Sichelförmige Sandbank. Der Sand ist ebenso weiss wie auf Boracay (weshalb die halbe Insel bereits abgebaggert und nach Boracay verschifft wurde, aber das ist ein anderes Thema), das Wasser ist innerhalb vom Riff Türkisblau, glasig und Spiegel glatt. Glücklicherweise gab es genügend Leute mit kleinen Schirmen die ich ausleihen konnte, weil mit meinem violetten 12er hätte mich der Wind direkt weg Richtung Australien geblasen.

Vor unserer Reise haben wir einige bewusste Entscheidungen getroffen. Wir haben uns von allen materiellen Gütern getrennt, unsere Wohnung aufgegeben, unsere Jobs gekündigt und uns in der Schweiz abgemeldet. Nur wenn man Leere schafft, hat man Platz wo neue Ideen gedeihen und wachsen können. Ein Thema, welches immer und immer wieder bei verschiedenen Begegnungen auf unserer Reise zur Sprache kam, war das Konzept der Permakultur. Mit ein Grund warum wir auf den Philippinen gelandet sind ist, dass es im Dschungel im Bergigen Hinterland von Panay ein Permakultur Hilfsprojekt gibt, welches nach dem verheerenden Taifun Yolanda lanciert wurde. Wir haben uns dort als freiwillige gemeldet um zu helfen und gleichzeitig mehr über das Konzept Permakultur zu lernen. Dies wird also die nächste Etappe unserer Reise sein…


Barbaza
Western Visayas, Philippines
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    andy kurth hat am kommentiert:

    Tip Top Siria! Wenn ihr noch keinen weiteren Plan habt, empfehle ich auch einen Abstecher nach Borneo und rauf auf den Mount Kinabalu https://www.google.de/maps/place/Kinabalu,...
    Safe Travels

  • Small
    Claus hat am kommentiert:

    Immer wieder starke Berichte von Euch! Kleiner Tipp: beim Kopieren des Textes "als unformatierten Text kopieren" auswählen. Dann sieht's besser aus ;-). Ich wünsche euch gute Erfahrungen.
    Claus vom permondo-Team

  • Small
    f.fiori hat am kommentiert:

    Hola ihr Beiden...toller Reisebericht und dann noch die super Kitebilder! Das macht Laune! Geniesst die Zeit weiterhin. Save Travels.

  • Small
    Claus hat am kommentiert:

    Hallo Siria und Nicholas,
    ich höre von sagenhaften 14.000 km!!! Wann gibt's wieder was zu lesen?
    Grüße aus Norddeutschland
    Claus

A. Nicholas Grundy Small

Mit dem Velo von LA nach San Francisco: die wohl beliebteste Velotour der Welt…

Alle haben von der Fahrt entlang der Küste zwischen LA und San Francisco geschwärmt. Wir haben so viele Tipps bekommen von Dingen, die wir auf keinen Fall auslassen sollten, dass wir das Gefühl hatten wohl nie in San Francisco anzukommen.

Nachdem wir die Tour nun also selbst gemacht haben einige Facts.

Das positive: Die Küste, die Strände, die Wellen, die Berge sind einfach nur sensationell, wie auch die Seeelefanten, die Riesenbäume bei Big Sur und die Sonnenuntergänge. Es sind etwa 1000 km und die Steigungen sind deutlich weniger schlimm als man uns weismachen wollte. Übernachten ist überhaupt gar kein Problem, es gibt sensationelle Hiker-Biker Campingplätze auf den State Parks, die nur zwischen 5 und 10$ pro Person kosten. Wenn man mal eine Nacht neben der Strasse oder im Wald zeltet, sagt niemand was. Es gibt auch einige tolle Warmshower Angebote, die man als Tourenfahrer auf keinen Fall auslassen sollte, vor allem «The Establishment» in San Luis Obispo und Murdock in Plasket. Und einmal in San Francisco angekommen, sollte man auf keinen Fall die Fahrt über die Golden Gate Bridge auslassen, auch wenn San Francisco Endstation ist. Diese Brücke ist mit dem Velo der Oberhammer…

All die «Geheimtipps» und Dinge, die man auf keinen Fall auslassen sollte (wie zum Beispiel das Mitternachts Bad im Esalen Institut, der violette Julia Pfeiffer Strand oder Hearst Castle), haben wir allesamt ausgelassen. Die Tour bietet auch so mehr als genug.

Unterwegs trifft man so gut wie sicher die verschiedensten Tourenfahrer an, die mit den unterschiedlichsten Beweggründen und dem unterschiedlichsten Equipment unterwegs sind. Nebst dem «Klassiker», also den Leuten, die von Alaska nach Patagonien fahren oder von Vancouver nach San Diego, oder auch nur von San Francisco nach LA gibt es auch Leute wie Stone, der von Alabama gekommen ist, so halb homeless ist und alle 5km kurz anhalten muss um sich einen joint reinzuziehen, John, ein Uni Dozent, der vor 5 Jahren einfach nicht von einem Sabbatical zurück an seine Uni ist und seither die USA zu Fuss und mit dem Rad bereist oder Callum, der von Asien kommend die Welt am umrunden ist, um Geld für eine Krebsstiftung zu sammeln.

Alle sagen, man soll die Tour mit dem Velo von Norden nach Süden machen wegen dem Rückenwind und weil man auf der Küstenseite der Strasse fährt. Nun, im Sommer ist das Windargument wahrscheinlich richtig, im Winter ist der Wind kein Thema. Als Bike & Kiter haben wir ja eigentlich auf Wind gewartet. Es gab aber so gut wie keinen und so haben wir das Kitesurf Zeugs wieder vergeblich die Hügel raufgeschleppt. Dafür hatte es richtig beeindruckende Wellen. Ein Surfbrett wäre wohl eher das Richtige gewesen…

Nun noch einige negativen Punkte zum Schluss. Der Verkehr ist richtig schlimm und es hat sogar im Januar richtig viele Touristen. Kaum auszudenken was im Sommer los ist! Entsprechend ist alles richtig teuer und die Städtchen sind ziemlich übel auf Tourismus ausgerichtet. Zudem kann das Wetter in einem El Niño Jahr (wie dieses) im Winter / Frühling richtig übel kalt und sehr sehr nass werden! Wir hatten mit einigen wahrlich biblischen Regenstürmen zu kämpfen… Aber wie gesagt, das positive überwiegt bei weitem und es ist kein Wunder, dass dies die wohl beliebteste Velotour Strecke der Welt ist.


San Francisco
California, United States
  • Small
    andy kurth hat am kommentiert:

    Ändlich es Update! Aber d´Bay von Frisco muess doch super si zu Kite! Abr sau chald :-)

A. Nicholas Grundy Small

Los Angeles mit dem Velo?? Los Angeles mit dem Velo!!

Die Velofahrt von San Diego nach Los Angeles ist nichts Besonderes. Es gibt einen durchgängigen Velostreifen, die Orte sind schön, es gibt einige tolle Strände, dafür ist alles überbaut und es hat extrem viel Verkehr.

Nähert man sich Los Angeles kommt man auf Velowege, die weg vom Verkehr direkt entlang dem Strand führen. In der Stadt selbst lernt man, dass man einfach nicht auf die ganzen Weltuntergangspropheten hören soll, die einem weis machen wollen, dass LA mit dem Velo überhaupt gar nicht geht, dass es ein Moloch sei und dass man innert kürzester Zeit über den Haufen gefahren wird. Ganz im Gegenteil: LA mit dem Velo ist total easy und man lernt diese absolut geniale Stadt voller versteckter Höhenpunkte viel besser kennen, als wenn man sich in einer Blechbüchse, zusammen mit all den anderen Blechbüchsen, auf den verstopften Highways abquält.

Weihnachten verbrachten wir in Park La Brea bei meinem Bruder, hatten so das Glück in ihm einen ortskundigen Super-Veloguide zu haben, der uns auf einige fantastische Velotouren in und um LA mitnahm. Hier die Höhenpunkte an die ich mich erinnern kann. Es gibt aber unendlich viel mehr!!

Nördlich von Park La Brea das kitschige «The Grove» Einkaufszentrum und der angrenzende Farmers Market, weiter südlich die Tar Pits, das ganze LACMA Gelände mit der «Urban Lights» Installation und das Automobilmuseum. Weiter im Süden Little Ethiopia mit ganz geilen Restaurants.

Als Tour lohnt sich Beverly Hills und hinauf in den Franklin Canyon sowie ans Franklin Reservoir und weiter auf den Mulholland Drive. Das Observatorium und Griffith Park sind auch fantastisch. Downtown gibt es unendlich viel zu sehen; angefangen bei der Disney Concert Hall von Frank Gehry, die Central Library, das Bradley Building (Blade Runner), «Clifton’s Cafeteria» und vieles vieles mehr.

Hollywood mit dem Walk of Fame ist eine üble Touristenfalle die man getrost links liegen lassen kann. Im Chinese Theater ins Kino zu gehen, ist hingegen ein tolles Erlebnis. Wir sahen «Star Wars» in 3D und i-Max. War schon geil!

Für New Year hatten wir mit Freunden aus der Schweiz ein AirBnB in Venice Beach. Venice Beach ist definitiv ziemlich crazy. Einfach unglaublich was für Selbstdarsteller sich hier rumtreiben! Von Venice ist es nur ein Katzensprung nach Santa Monica, auch ein tolles kleines Städtchen und der Strand und die Sonnenuntergänge sind einfach fantastisch.

Komisch ist hingegen wie ziemlich kurz nach Sonnenuntergang all Leute von den Strassen verschwinden, die ganzen Obdachlosen sich in ihre Zeltstädte verkriechen und sich eine gespenstische Stille ausbreitet…


Los Angeles
California, United States
A. Nicholas Grundy Small

Von Tucson and den Pazifischen Ozean!

Wir sind wahrlich untypische Tourenfahrer: Uns ist kein Umweg zu weit und kein Hügel zu hoch. Gemäss Google sind es von Tucson nach San Diego knapp 700 km, 2500 Höhenmeter und ein Berg von ca. 1000 m, den es zu überwinden gilt. Die Route, die wir an die Küste gewählt haben, führt über ca. 1200 km, zuerst runter auf -60 m unter Meer, hinauf auf 1500 m, dann wieder runter auf 0m, wieder steil hinauf auf 1400m, dann über eine hügelige Hochebene bevor es schlussendlich runter an die Küste geht. Total haben wir über 7000 Höhenmeter durch die Wüste abgestrampelt und das mit Kite Board!

Aber es war eine sensationelle Fahrt voller grosser (++) und kleiner (+) Höhepunkte aber auch mit einigen Tiefpunkten (-)…

+ Direkt nach Tucson haben wir auf einem geilen Moon Docking Camping übernachtet an der Ecke 86 und San Joaquin Road. Moon Docking heisst hier halboffiziell und gratis campen. Auf diesen Plätzen, oft auf BLM Land (Bureau of Land Managment) findet man alle möglichen Leute in allen möglichen Motorhomes und Trailers, von riesengross und protzig bis komplett abgefucked.

++ Direkt nach Tucson kommt man in den Saguaro National Park. Saguaros sind diese ikonischen Kakteen, die in keinem Westernfilm fehlen dürfen. Sie sind einfach nur fantastisch und sie stehen wirklich überall, gross, klein zu tausend! Wir hätten stundenlang diese geilen Gewächse bewundern können. Ins Desert Museum sind wir auch. Ebenfalls supertoll, wenn auch mit 20$ pro Person über unserem Budget…

- Von Tucson nach Yuma gibt es eigentlich nur die Autobahn. Es ist eigentlich OK darauf zu fahren, aber es gibt schöneres. Besonders schlimm ist es, wenn es direkt neben der Autobahn eine Service Road gibt. Dann ist es nämlich verboten auf der Autobahn zu radeln und man muss auf die Service Road. Und die ist meistens in miserablem, holprigem, arschversohlendem zustand.

-- Yuma ist eine fürchterliche Stadt. Kein Zentrum, extrem viel Verkehr und sehr Velo unfreundlich. Immerhin haben wir auf einem tollen RV Park direkt neben dem Colorado übernachtet und Siria hat mit den Senioren Bingo gespielt aber leider nichts gewonnen…

++ Eloy Sky Dive Center. In Eloy haben wir via Warmshower erfahren, dass man an der Sky Dive Fallschirm Basis in Eloy gratis zelten kann. Der Spot hat uns so gut gefallen, dass wir gleich zwei Nächte geblieben sind. Es gibt eine geile Dusche, geiles Kaffee mit super Frühstück, Waschmaschine und natürlich gab es abends eine riesen Party mit den ganzen Skydivers in der Bent Prop Bar. Tagsüber kann man in die Sonne sitzen und zuschauen wie sich die Sky Diver aus dem Flieger runter stürzen…

++ Salton Sea. Alle haben uns abgeraten an den verseuchten Salton Sea zu fahren, dort würde es himmelhoch nach toten Fischen stinken, es gäbe nur Geisterstädte, es wäre furchtbar. Als ich dies hörte, MUSSTE ich einfach hinfahren! Dieser See hat eine lustige, oder eher tragische Entstehungsgeschichte: im frühen 20ten Jahrhundert wurde ein Bewässerungskanal gebaut um Wasser vom Colorado River abzuzwacken und damit das fruchtbare Land um El Centro zu bewässern. Dabei kam es zu einem Dammbruch, den man zwei Jahre lang nicht flicken konnte und so entstand der Salton Sea! In den 70gern erlebte die Gegend einen Boom und wurde zu einer Touristenhochburg. Heute kommt niemand mehr, weil man im Wasser nicht baden kann. Aber die Gegend ist super, der See wunderschön, es gibt viele interessante Gebäude, die am verfallen sind und skurrile Städtchen, die von ein paar Verwegenen noch bewohnt werden.

++ Slab City, East Jesus (liegt östlich von West Satan) und Salvation Mountain. Dieser Ort ist der Oberhammer! Man kann ihn gar nicht in Worte fassen. You must see it! Es ist eine Hippie Hochburg, berühmt geworden durch den Film „Into the Wild“. Wo man hinschaut, gibt es interessantes zu sehen. Am beeindrucktesten sind die ganzen Kunstwerke aus Schrott…

++ Box Canyon und Joshua Tree National Park. Zwar muss man von unter Null auf 1500m hinauf radeln. Aber die Strapazen lohnen sich. Sowohl der Box Canyon (BLM Land, also Gratis Camping!) als auch der Nationalpark sind einmalig. Die Joshua Trees sehen aus wie von einem anderen Planeten und die riesigen Granit Blöcke, die den Park zum Kletterparadies machen, sind fantastisch. Auch ohne Kletterausrüstung macht es Spass auf den Blöcken rumzukraxeln.

++ Palm Springs und Palm Desert. Hier wohnen definitiv Gutbetuchte, was unschwer an den Luxusboutiquen, Ferraris, Bentleys und der weltweit höchsten Golfplatzdichte zu erkennen ist. Wir hatten das Glück in einer tollen Villa in einer Gated Community bei einem WarmSchower zu nächtigen, der mit Steven Spielberg zusammen gearbeitet hat. Die Veranda ging direkt auf einen Golfplatz!

++ Paradise Valley Cafe. Nach einer superanstrengenden Passfahrt auf einer schmalen vielbefahrenen Strasse kommt man zum Paradise Valley Café. Hier gibt es sensationelle Burgers und genauso sensationelle Breakfast Burritos und Pancakes. Um die Zeit zwischen den Burgers und Burritos zu vertreiben, kann man auf der Veranda des Cafés das Zelt aufschlagen und gemütlich pfuusen.

++ Trail Angels. Am Tag nach dem Paradise Valley Café hatten wir übles Wetter. Kälte, Regen und ein starker Wind auf die Nase. Wir hatten das unfassbare Glück, dass ein junger Aussteiger mit seinem Truck, Airstream Wohnwagen und Hund namens Gravy anhielt und uns anbot ein Stück mitzunehmen.

++ Kiten in San Diego. Als wir in San Diego ankamen, hatte es einen satten Wind und so kamen wir nach langer Zeit zu einem sensationellen Kite Tag!!!


San Diego
California, United States
  • Small
    Claus hat am kommentiert:

    Geile Bilder! Glückwunsch zu 8.000 (wahrscheinlich inzwischen schon 9.000 ;-)).
    und das alles immer noch mit Brett - Respekt!
    weihnachtliche Grüße vom permondo-Team
    Claus

  • Small
    andy kurth hat am kommentiert:

    Merry Xmas nach San Diego! Andy, Ina und marielou

A. Nicholas Grundy Small

Mit dem Velo durch New Mexico und Arizona

Diese Zeilen schreibe ich vom Roadrunner Hostel in Tucson (AZ) nach einer, wegen üblem Geschnarche im Dorm, ziemlich schlaflosen Nacht. Nun haben wir also schon beinahe 7000 km und über 45‘000 Höhenmeter abgestrampelt. Zunächst zum Hostel. Es ist ein supertolles Hostel, geile Ambience, gute Lage, feines Waffel Frühstück. Aber ich muss dennoch gestehen, dass mir dennoch mulmig war. Wir sind just an Thanksgiving angekommen und das Hostel hat ein Thanksgiving Dinner, inklusive Truthahn, aufgetischt. Zuerst dachte ich, es wäre ein Wohltätigkeitsanlass für Obdachlose, es stellte sich aber nach und nach heraus, dass all die Leute Gäste des Hostels waren. Die Rechnung, die wohl gemacht wird, ist 22$ pro Nacht, macht 660 $ pro Monat, Frühstück ist mit dabei, an Thanksgiving gibt es ein grosses Fest und man ist nicht alleine. Trauriges Amerika!

Fahrradfahren im Südwesten der USA ist aber grandios. Unsere Räder sind heil mit Amtrak in Albuquerque angekommen und nach einem Ruhetag sind wir dann direkt nach Süden losgeradelt. Zuerst haben wir noch kurz überlegt auf der Route 66 nach Flagstaff zu fahren um Las Vegas und den Grand Canyon mitzunehmen. Das wäre aber die falsche Entscheidung gewesen, mit Schneesturm und Kälte wäre es dort ungemütlich geworden.

Und so sind wir via dem fantastischen Vogelreservoir Bosque del Apache und dem ebenso stimmungsvollen State Park am gestauten Rio Grande entlang gefahren. Dann sind wir nach Westen über den 2500 m hohen Emroy Pass nach Silver City und von dort nach Norden durch richtiges Cowboy Country an Ranches und Prärien vorbei nach Three Way. Von dort sind wir dann langsam zurück in die Zivilisation gekommen. Übernachten in dieser Gegend ist absolut kein Problem, man kann das Zelt irgendwo neben die Strasse stellen, das kümmert hier kein Schwein, auf BLM (Bureau of Land Managment) Land oder in State Forests ist es sogar legal. Kaffee gibt’s da und dort in kleinen Stores, dazu selbstgemachtes Jerky und Biskuits (ziemlich ähnlich wie ein Hamburger, nur mit Ei und Wurst zwischen den Brötchen). Die Gesellschaft ist auch grossartig: ziemlich verlebte Cowboys, komplett mit Hut und vom Tabak zerfressenen Zähnen, die vor allem über Rinder fachsimpeln.

Weiteres Highlight dieser Gegend sind die offenen Kupferminen. Ich hätte stundenlang zusehen können, wie die 80t Dumptrucks sich langsam aus dem 600 m tiefen und über 1.5km breiten Loch in der Erde hochkämpften.

Um nach Tucson zu gelangen, gibt es auch für Radfahrer eigentlich nur die Autobahn durch die Wüste. Das ist hier legal und eigentlich auch ziemlich spannend. An den ganzen toten Kadavern von Eulen, Greifvögeln, sonstigen Vögeln, Coyoten, Waschbären, Schlangen etc. sieht man, wie reichhaltig die Tierwelt hier ist und man lernt wie die Trucker ihr kleines Geschäft erledigen (viele mit gelber Flüssigkeit halb gefüllte Plastikflaschen am Strassenrand). Die Truckstops sind zum Teil auch ziemlich legendär. An einem haben wir gemütlich unsere Nudeln gekocht als wir plötzlich merkten, dass direkt vor uns im Sand eine –zum Glück tote!- Klapperschlange lag.

Kommt man dann langsam Richtung Tucson sieht man dann bald die grossartigen Saguaro Kakteen, die in keinem Westernfilm fehlen dürfen. Sie sind riesengross und keine zwei sehen gleich aus und hier stehen sie zu hunderten.

Zum Schluss noch zwei praktische Tipps für Velofahrer in dieser Gegend.

1) Radfahren ist hier fantastisch, aber platte Reifen sind hier ein echtes Problem. Es hat viele Scherben von Bierflaschen, Drähte von geplatzten Truckreifen und dann noch die berüchtigten „Goat Heads“. Die kommen von einer fiesen Pflanze, die stachelige kleine Kügelchen macht, die aussehen wie Hellebarden. Wenn man über eine solche Pflanze fährt, kann man den Schlauch verschrotten. Nach 6 Plattfüssen habe ich aufgerüstet mit Kevlarbänder zwischen Pneu und Schlauch und mit extra dicken Schläuchen, die mit einem Leim gefüllt sind, der kleine Löcher verstopfen soll. Danach war Schluss mit Platten.

2) Radfahren hier ist fantastisch, aber jedes Haus hat hier mindestens einen Wachhund, normalerweise in einem Gehege oder angekettet, aber manchmal eben nicht. Ein guter Trick um die Hunde zu verjagen ist, eine Plastikflasche halb mit Ammoniak und halb mit der schärfsten Chilli Sauce, die man finden kann, zu füllen. Wenn das Viech angerannt kommt, gilt es Geduld zu haben bis man seinen Atem spürt und dann -zack!- die Mischung direkt zwischen die Augen! Gefechtsmässig habe ich diesen Trick einmal anwenden müssen und es hat fabelhaft funktioniert. Der Pit Bull ist augenblicklich stehen geblieben. Ammoniak ist Bestandteil vom Hundeurin. In konzentrierter Form ist der Geruch für den Hund derart überwältigend, dass er alles andere (zum Beispiel Radlerwaden) sofort vergisst. Chilli wäre nicht nötig, brennt aber hoffentlich!


Tucson
Arizona, United States
  • Small
    andy kurth hat am kommentiert:

    ...und ich dachte Ihr hättet den Hund mit dem Kiteschirm umwickelt.
    Wie heisst eigentlich nomol Euri Velomarke?

  • Small
    Siria Grippo hat am kommentiert:

    Tout Terrain, Modell: Silkroad

A. Nicholas Grundy Small

Zug von Pittsburgh nach Albuquerque via Chicago.

Nach wunderbar warmem Herbst an der Ostküste der USA haben wir beschlossen nun definitiv in den Süden abzuhauen. Getreu dem Motto unserer Reise, das Flugzeug möglichst wenig zu gebrauchen, nehmen wir den Zug und zwar nach Albuquerque. In den USA gehen alle Züge über Chicago, was uns richtig gut passt, weil Chicago eine richtig geile Stadt ist und auf der Zugreise auf keinen Fall ausgelassen werden darf! Von Pittsburgh nach Chicago gibt es genau 1 Zug pro Tag. Abfahrt 23:50, Ankunft 9:00 für ca. 80$ pro Person in der Holzklasse, ab Chicago geht’s 24h lang weiter nach Albuquerque, Abfahrt und Ankunft um 15:00 für 150$, wieder nur ein Zug pro Tag. Bis nach Chicago wäre es möglich gewesen die Räder einfach auf den Zug zu rollen, ein brandneuer Service. Wir haben uns aber entschlossen die Velos als Check-In Baggage bis nach Albuquerque durchzuchecken für 10$ pro Rad. Velo Schachteln haben die Leute von Amtrak zuhauf, also war es nicht nötig eine Schachtel zu kaufen. Die Gewichtslimite ist 50lb pro Gepäckstück und wird streng eingehalten, aber das reicht für ein Velo und ein Kite Surf Brett. Den Anhänger haben sie problemlos mitgenommen. Dann haben wir uns noch eine weitere Kartonschachteln geben lassen und die noch mit unserem Restkram gefüllt. Leider hatten wir aber immer noch irgendwelches Zeugs das nirgends reinpasste und mussten noch eine zweite Schachtel füllen was uns 20$ kostete, weil es unser 5tes eingechecktes Gepäckstück war. 2 Grosse und 2 kleine Rucksäcke, eine Gitarre und eine Ukulele haben wir dann als Handgepäck mitgenommen. Wir haben definitiv viel zu viel Zeugs dabei!

So sind wir dann um Mitternacht, nachdem wir uns in einem Convenience Store mit üblem fettigen und süssen Frass eingedeckt hatten, in den grossen doppelstöckigen Zug eingestiegen und haben uns durch die Nacht nach Chicago chauffieren lassen. Dort haben wir eine Nacht verbracht und sind erst am nächsten Tag weiter nach Albuquerque. Für unser Check-In Gepäck war das kein Problem, es ging direkt weiter nach Albuquerque.

Mit dem Zug durch die USA ist definitiv empfehlenswert, man trifft die schrägsten Typen und es ist einfach fantastisch zu beobachten wie das Klima und die Landschaft sich langsam verändert, es gibt einen Panoramawagen, Snack Bar und ein Restaurant. Auf den Sesseln kann man sogar schlafen, empfehlenswert hierzu ist einen Schlafsack mitnehmen, weil die Klima Anlage manchmal auf recht kalt gestellt ist und auch ein aufblasbares Kissen wirkt wunder.

Wir hatten mit unserem Zug ein bisschen Pech. Er ist ständig stehen geblieben und schlussendlich mit 4h

Verspätung in Albuquerque angekommen. Dafür war unser Gepäck und unsere Velos komplett und völlig schadlos angekommen und hat schon auf uns gewartet…

Chicago
Illinois, United States
  • Small
    andy kurth hat am kommentiert:

    Ab in d´Wärmi !! Zugfahrä gseht ächt gmuetlich us :-) Do bereite mir üs grad uf d´Skisaison vor. Händt dir eigentlich au ä Ski Stop plant?

A. Nicholas Grundy Small

Auf dem C&O Trail und dem Great Allegheny Passage über die Appalachen

In den Appalachen gibt es viel Kohle. Um sie zu transportieren wurde zwischen Washington und Cumberland (PA) der fast 400 km lange C&O Kanal ausgehoben. Die Barken mit der Kohle wurden mit Pferden, die auf Trampelpfaden neben dem Kanal liefen, gezogen. Der Kanal hatte über 70 Schleusen und führte zum Teil sogar durch Tunnels. Nur wenige Jahrzehnte nach Inbetriebnahme des Kanals wurde er von der Eisenbahn verdrängt und wurde geschlossen. Geblieben ist eine Imposante Industrieruine, die nun in einen Nationalpark umgewandelt worden ist. Dieser ehemalige Kanal ist heute ein sensationeller Veloweg der (bis auf die Schleusen) topfeben ist und wunderbar entlang vom Potomac River fernab vom Verkehr durch die Wälder bis an den Fuss der Appalachen führt. An duzenden von Bike&Hike Campings kann man das Zelt aufschlagen und gratis übernachten. Von Cumberland führt ein fast genauso gut ausgebauter Rail-Trail quer über die Appalachen bis nach Pittsburgh.

Wir sind in Hagerstown (PA) auf den C&O Kanal und sind in zwei Tagen ca. 160 km bis nach Cumberland geradelt. Dort kann man für 10$ pro Person direkt neben dem YMCA zelteln und auch die ganze Infrastruktur nutzen. So haben wir ausgiebig geduscht, sind in die Sauna und sind auch ein bisschen im Pool rumgeplanscht. Es war fantastisch!

Ab Cumberland haben wir dann den Rail-Trail genommen. Die ersten 40 km steigen mit konstanten 1.8% Steigung bis auf ca. 800 M.ü.M an, man fährt durch einige Tunnels und an ein paar wenigen Dörfern vorbei. Es ist eine wunderbare Fahrt. Die bewaldete Hügellandschaft öffnet sich langsam mit zunehmender Höhe und der Weg ist perfekt präpariert. Die erste Nacht haben wir auf einem Camping in Rockwood verbracht der leider schon geschlossen war. Schade, denn wir hatten uns schon auf eine warme Dusche gefreut. Aber wir fanden Holz und so gab es zumindest ein Feuer um einige Marshmallows zu braten. In der Nacht ist die Temperatur bis weit unter den Gefrierpunkt gefallen. Am nächsten Morgen war unser Zelt mit Raureif überzogen und das Wasser in unseren Flaschen ein einziger Eisklotz. Es war hart aus dem warmen Schlafsack zu kriechen. Auf den ersten Kilometern wurden Hände und Füsse trotz Handschuhe und Überschuhe taub vor Kälte. Wir haben aber durchgebissen und sind an dem Tag doch noch knapp 120 km weit geradelt.

Die nächste Nacht in Cedar Creek war deutlich gemütlicher. Unser Zelt stellten wir unter einen Unterstand. Es gab einen weiteren Unterstand mit Cheminée wo wir die restlichen Marshmallows grillten. Trotz Kälte ging ich in den Fluss baden um den klebrigen Schweiss abzuspülen.

In der Nacht hat es in Strömen geregnet, doch unser Zeug blieb unter dem Unterstand wunderbar trocken. Am nächsten Tag sind wir bei Regen auf dem Trail weiter bis kurz vor Pittsburgh und unserer WarmShower Unterkunft gefahren und am Tag darauf schliesslich bis nach Pittsburgh hinein.

Zusammenfassend kann man sagen, dass die 5 Tage und 450 km auf dem C&O Kanal und der Great Allegheny Passage ein fantastisches Velo Abenteuer fernab von Verkehr und meistens abseits der Zivilisation war. Dies ist wohl der beste Weg die Appalachen mit dem Velo zu überqueren. Und auch Pittsburgh ist eine fantastische Stadt, die den Untergang der Stahlindustrie offensichtlich bestens überstanden hat.


Cumberland
Pennsylvania, United States
  • Small
    Laura hat am kommentiert:

    Tolle Bilder und Gratulation zu den 6000 km! :)

A. Nicholas Grundy Small

Mit dem Radel durch New York City? Na klar doch!

Wir geben es zu, wir hatten im Vorfeld ein bisschen Bammel durch die ganzen Vororte von New York zu radeln, auch vom Verkehr und dem Gedränge in Manhattan hatten wir ein bisschen Schiss. Unser Plan war mit der Fähre von New London (CT) nach Long Island zu gelangen und von dort dann Richtung Brooklyn, über die Brooklyn Bridge nach Manhattan und dann mit der Fähre über den Hudson nach Hoboken in New Jersey wo wir in der Wohnung von guten Freunden übernachten konnten. Danach wollten wir via Newark den Grossstadtjungel wieder zu verlassen.

Rückblickend können wir sagen, dass es ein fantastisches Abenteuer war und wir hatten nur wenige kritische Situationen zu überstehen. Die Fährfahrt nach Long Island war wunderbar und die erste Nacht verbrachten wir im Zelt direkt beim Ferry Terminal. Der Osten von Long Island ist noch wunderschön und dünn besiedelt. Bald nimmt jedoch die Bevölkerungsdichte dramatisch zu und schon bald fuhren wir auf dem Pannenstreifen von 6-spurigen Autobahnen. Am dritten Tag auf Long Island stand dann endlich die Fahrt nach Manhattan hinein auf dem Programm. Ausgerechnet an diesem Tag war ein Sturm angesagt, der gegen Mittag zuschlagen sollte. Entsprechend früh legten wir los. Wir folgten strikt dem Routenvorschlag von Google. Er lotste uns zunächst durch Wohnquartiere, dann entlang von Zubringern, die ziemlich mühsam waren, weil wir gefühlt jedes einzelne Rotlicht erwischten. Bald kam auch noch der Sturm dazu, der uns ziemlich bald völlig durchnässte. Dafür hatten wir dann die Brooklyn Bridge (fast) für uns alleine, da sich an dem Tag all die anderen Touries wohl irgendeine trocknere Aktivität ausgesucht hatten.

Die Fahrt durch Manhattan ging dann wie der Blitz und auch die Fährfahrt nach Hoboken war absolut unproblematisch.

Mühsam wurde es erst als wir nach ein paar Tagen Sightseeing in New York dann in Richtung Newark stadtauswärts führen. Hier muss man über ein paar unangenehme Autobahnbrücken fahren, und auch die Vororte von Newark sind nicht wirklich angenehm. Auch fing ich mir einen Plattfuss ein. Dafür kamen wir beim Flicken mit einem netten Inder ins Gespräch, der uns dann zur Aufmunterung prompt ein paar Dosen Energy Drink geschenkt hat.


New York
New York, United States
  • Small
    andy kurth hat am kommentiert:

    irgendwo hab ich die gelber Helme schon mal gesehen...

Siria Grippo Small

Trail Angels

Kurz vor Montréal hat uns beim Sonnenuntergang-anschauen ein Herr angesprochen. Als er erfuhr, dass wir aus der Schweiz kommen, hat er uns, ohne gross zu zögern, mit zu sich nach Hause mitgenommen. Bei einem wunderbaren Nachtessen und einem Glas Rotwein, hat uns das polnische, sehr gebildete Ehepaar seine Geschichte erzählt, welche uns noch heute sehr berührt. Vor 40 Jahren aus Polen geflüchtet und in der Schweiz um Asyl gebeten, waren sie "bei uns" leider nicht willkommen und wurden so nach fünf Jahren leider ausgeschafft. Ohne Zorn über uns Schweizer (im Gegenteil, wehmütig sind sie noch immer total verliebt in die Schweiz!), haben sie uns mit einer Herzlichkeit aufgenommen, die ich nur selten erlebt habe. Dass Ewa um 7 Uhr in der Früh bei 2 Grad beim Bäcker Gipfeli holen ging (und wer Kanada kennt, der weiss, dass Gipfeli hier ein riesen Luxus sind!), ist nur ein kleiner Teil von dem, was das grosszügige Paar für uns getan hat! Von ihnen hätte die Schweiz einiges lernen können!

Für den nächsten Tag stand Montréal City auf dem Programm. Die Skyline - wenn auch nicht vergleichbar mit derjenigen einer amerikanischen Grossstadt - war eindrücklich und auch die Fahrt über den "Pont Jacques Cartier" war.... eigentlich fast schon halsbrecherisch. Im Feierabendverkehr stehend, wurden wir von einem Auto angehalten. Ich dachte, es sei ein Verrückter. Total angetan von unserem Vorhaben, tauschten wir kurzerhand alle Personalien aus und am nächsten Tag sassen wir zusammen bei Kaffee und Kuchen und erzählten ihm von unserem Abenteuer. Und ehe wir uns versehen hatten, sassen wir mit Jacques und seinem Bruder Baudouin auf Amanzi - ihrem wunderbaren Segelboot - und segelten den "Lake Champlain" hoch, um es für den Winter aus dem Wasser zu holen. Es wurde so viel diskutiert, getrunken, gegessen und gelacht, dass wir es locker noch einige Tage mehr mit den beiden Jungs auf dem Boot "ausgehalten" hätten.

Im wunderschönen Vermont ging es weiter mit faszinierenden - ja fast schon unheimlichen - Begegnungen.
Für die Nacht nach dem Segeltrip hatten wir einen Camping-Platz im Visier, den wir erst spät gegen 20:00 Uhr erreichten. Müde mussten wir feststellen, dass der Platz für die Saison bereits geschlossen hatte. So standen wir ein wenig planlos da, als plötzlich aus dem Nichts ein riesengrosser schwarzer Cadillac auftauchte. Andrea stieg aus dem Wagen und bot uns mir nichts dir nichts einen Platz zum Schlafen an. Das Tüpfelchen auf dem i waren an jenem Abend kaltes Bier, Chips und Äpfel aus dem eigenen Garten!

Gestärkt ging die Reise weiter. Eines ist klar: wir fallen auf der Strasse auf! Jeder dreht sich zu uns um und winkt und fast jeder quatscht uns an. Einige andere beobachten uns aus der Ferne. So auch Marilyn Cochran, welche uns vor dem Supermarkt gesehen hatte, kurz darauf nach Hause fuhr, Bananen, Waffeln und Ahornsirup holte und uns hinterher fuhr. Nachdem sie uns mit ihren Gaben reichlich beschert hatte, zeigte sie uns ihre kleine Kristallkugel, welche sie für den Sieg im Riesenslalom-Weltcup 1969 gewonnen hatte. Und so geheimnisvoll wie sie aus dem Nichts erschienen war, verschwand sie nach einer Umarmung auch wieder in der Ferne.

Noch am gleichen Tag wurden wir am Strassenrand von einem Reverend in sein Gebet aufgenommen.

So haben wir uns die Nordamerikaner definitiv nicht vorgestellt. Wir nennen diese wertvollen Begegnungen "trail angels" - sie tauchen aus dem Nichts auf, tun uns unglaublich gut und suchen sich einen Platz in unseren Erinnerungen.

  • Small
    andy kurth hat am kommentiert:

    wow, das tönt wirklich toll. Vor allem der Segeltrip. Hier in Hannover hält mittlerweile der "fiese Herbstniesel" Einzug. Freu mich jedesmal von Euch zu lesen. Grüße

Siria Grippo Small

Swissness in Kanada

Auf dem Weg von Quebec City nach Montréal haben wir in der Nähe von St. Ferdinand auf der Domaine Fraser Halt gemacht. Sandra und Jürg, ein Schweizer Paar, haben die Domaine vor 12 Jahren übernommen. Mit Pferden, Hunden, Mini Pigs und weiteren Tieren sind sie vor 12 Jahren ausgewandert und haben die Domaine übernommen.
Seither organisieren sie im Sommer Camps für Kinder, bieten Ausritte an und kümmern sich um ihre rund 200 (??) Tiere, darunter auch Alpacas, Lamas, Ziegen und Kühe.
Ihre super Praktikantinnen haben uns die äusserst anspruchsvolle Arbeit auf dem Hof näher gebracht. Alpaca-Babys wiegen und füttern, Ziegen melken und Tiere zusammentrommeln und allenfalls verletzte Tiere versorgen, sind nur ein Teil der Tätigkeiten, die auf dem täglichen Programm stehen.

Es war toll, wieder einmal ein bisschen Schweizerdeutsch zu sprechen, ihre "Geschichte" zu hören und zu sehen, was sie sich da aufgebaut haben und natürlich war es für mich sensationell, einen Dodge RAM zu fahren (ein Traum wurde war:-))

www.domainefraser.com

Kurz vor Montréal hat uns beim Sonnenuntergang-anschauen ein Herr angesprochen. Als er erfuhr, dass wir aus der Schweiz kommen, hat er uns, ohne gross zu zögern, mit zu sich nach Hause mitgenommen. Bei einem wunderbaren Nachtessen und einem Glas Rotwein, hat uns das polnische, sehr gebildete Ehepaar seine Geschichte erzählt, welche uns noch heute sehr berührt. Vor 40 Jahren aus Polen geflüchtet und in der Schweiz um Asyl gebeten, waren sie "bei uns" leider nicht willkommen und wurden so nach fünf Jahren leider ausgeschafft. Ohne Zorn über uns Schweizer (im Gegenteil, wehmütig sind sie noch immer total verliebt in die Schweiz!), haben sie uns mit einer Herzlichkeit aufgenommen, die ich nur selten erlebt habe. Dass Ewa um 7 Uhr in der Früh bei 2 Grad beim Bäcker Gipfeli holen ging (und wer Kanada kennt, der weiss, dass Gipfeli hier ein riesen Luxus sind!), ist nur ein kleiner Teil von dem, was das grosszügige Paar für uns getan hat! Von ihnen hätte die Schweiz einiges lernen können!

Saint-Ferdinand
Quebec, Canada
A. Nicholas Grundy Small

Fast Food Schuppen

Nun sind wir schon über einem Monat in Kanada und sind hier schon über 2000 km geradelt. Wir verbringen wirklich viel Zeit auf unseren Rädern, oft 6 Stunden und mehr pro Tag und verbringen die meisten Nächte in unserem Zelt. Wir sind also eigentlich immer draussen im Freien. Wir mögen aber Bequemlichkeit und sind ganz sicher nicht auf einem Survival Trip. Wir müssen uns auch nicht beweisen, wie unabhängig wir von der zivilisierten Welt leben können.

Und so kommt es, dass die Fast Food Restaurants, die es hier an jeder Ecke gibt, ins Zentrum unseres Alltags rücken. Hier werden die Wasserflaschen gefüllt, das stille Örtchen aufgesucht, das gesamte Arsenal an elektronischen Gerätschaften aufgeladen. Hier entfliehen wir der Kälte und dem Regen oder ruhen uns einfach ein bisschen aus und geniessen den Komfort eines Stuhls und eines Tisches. Ganz wichtig ist auch das Internet zum Skypen mit Familie und Freunden, Nachrichten zu lesen, den Blog aktualisieren, die nächste Übernachtung zu planen und um Google Maps zu aktualisieren. Das offensichtliche, nämlich Fast Food zu essen, normalerweise Kaffee, Bagels und Donuts, machen wir natürlich auch. Da wir wahrlich zwei Exoten sind, mit unseren vollbepackten Rädern, kommen wir fast immer mit den Einheimischen ins Gespräch, die sich meistens brennend interessieren wo in aller Welt wir herkommen und wohin wir gehen wollen.

Einen Verbesserungsvorschlag für die Fast Food Ketten hätte ich allerdings. Wenn sie noch eine Dusche und ein Fleckchen Gras zum Aufstellen des Zeltes zur Verfügung stellen würden, dann wären sie schlichtweg perfekt. Wenn ich CEO von Tim Horton’s oder McDonalds wäre, würde ich dies einführen! Ich habe jedenfalls mal damit angefangen diesen Vorschlag auf die Feedback Zettel zu schreiben…


  • Small
    andy kurth hat am kommentiert:

    Ächti Abentüürer.

  • Missing
    Timothy hat am kommentiert:

    *Seufz*

Siria Grippo Small

Wunderbares Kanada

Nachdem wir wunderbare Tage in Nova Scotia verbracht und wir den Cabot Trail auf Cape Breton ausgelassen haben, nahmen wir die Fähre nach Prince Edward Island (kurz PEI). Die Fähre bezahlt man erst, wenn man den Weg zurück nach Nova Scotia in Angriff nimmt - wir Glücklichen - denn wir hatten nicht vor, mit der Fähre nach Nova Scotia zurück zu fahren.
Zuvor hatten uns verschiedene Personen von den „Îles de la Madeilene“ berichtet und als Nicholas erfuhr, dass es sich dabei um ein Kitesurf-Paradies handelt, hatten wir PEI nach nur wenigen Stunden wieder verlassen..... wohin wohl?
Mit dem Wetter hatten wir auf „Îles de la Madeleine“ nicht besonders Glück, mit dem Kite waren wir aber jeden Tag auf dem Wasser - auch ich habe es endlich geschafft aufs Brett zu stehen und davon zu düsen (ich hatte sogar Zeit um meine Körperhaltung - Bauch/Po - zu perfektionieren)
Zurück auf PEI fuhren wir innert 3 Tagen auf dem Confederation Trail - ein lahmgelegtes Schienennetz, welches für Radfahrer und Wandertouristen aufgewertet wurde - alle paar Meter hat es überdachte Picknick-Tische sowie Platz um das Zelt aufzuschlagen - die ehemaligen Bahnhofshäuser wurden zu Bäckereien oder Touristeninformationen mit Couch, Kaffee und Gratis-WiFi umgebaut - eine super Sache!
Der Weg zurück auf Kanadas Festland (New Brunswick - ja, da hat es Schwarzbären!) führte über eine 13 km lange Brücke - für Fahrräder nicht passierbar - also hiess es: Räder und Gepäck bereits zum zweiten Mal auf einen Pick-Up (nein, es war leider kein Dodge RAM!) laden und die 15-minütige Überfahrt geniessen.
Hier in New Brunswick spulen wir nun seit mehreren Tagen Kilometer um Kilometer ab- Camping und Nationalpärke schliessen Stück für Stück ihre Tore, die Blätter nehmen langsam ihre herbstlichen Farben an - aber dies bei noch immer sehr warmen 25 bis 30 Grad! Wir geniessen das Reisen noch immer: Wir starten den Tag mit einer grossen Schüssel Birchermüesli - halten bei JEDEM TimHortons für Kaffee, Bagels und Donuts, kommen zum Teil kaum vom Fleck - ein „Schwätzli“ hier und eines dort - und wir nsind noch immer überwältigt von der Freundlichkeit, Offenheit und Grosszügigkeit der Kanadier (heute hat uns tatsächlich ein Rentner ein Scheinchen in die Hand gedrückt und uns eine angenehme Zvieripause gewünscht!)

Ein spezieller Dank geht in diesem Beitrag an Charles und Marthe.

Durch die Organisation „Warmshowers“ (www.warmshowers.org) - ähnlich wie couchsurfing einfach für Radfahrer - haben wir mit den beiden Kontakt aufgenommen und sie haben uns nach Strich und Faden verwöhnt: Feines Nachtessen, grandiose Cookies, nette Gespräche, leckeres Hummer-Frühstück, Sightseeing-Tour zum Nationalpark und sehr gemütliches Picknick am Strand - DANKE!

St.-Louis de Kent
New Brunswick, Canada
  • Small
    andy kurth hat am kommentiert:

    Glückwunsch zum Kite-Erfolg! Gibt´s auch Kitebilder von Siria?

Siria Grippo Small

Farewell to Nova Scotia - your sea-bound coast

Nachdem wir vor zwei Wochen in Halifax angekommen sind, befinden wir uns nun auf dem Weg nach Prince Edward Island, womit wir die Provinz Nova Scotia verlassen. Natürlich ist Halifax eine tolle Stadt, in der es einiges zu erleben gibt. Auch die wilde und raue Küstenlandschaft von NS ist wunderschön, so auch die Sandstrände, die Wälder, die Wildnis und die kleinen Fischerdörfer samt Kirche und Restaurants.

Aber was uns wirklich in Erinnerung bleiben wird, sind die Begegnungen. Wir sind überwältigt von der Offen-, Freundlich- und Grosszügigkeit der Menschen in Nova Scotia. Kein einziger Tag ist vergangen ohne ein freundliches Gespräch, ein gemeinsames Lachen oder sogar eine Einladung.

Wir können euch, Jeanna&Dale, Lehrer in der Fastfood-Bude, der Tag und Nacht arbeitet um seiner Tochter das Studium zu finanzieren, dir, Chris, Harald, Rhonda, Bernie, Karen&Jeremy, Frederick&Colleen&Nachbar und all den anderen Begegnungen, gar nicht genug danken. Danke für ein Znacht bestehend aus Crackers, Schimmelkäse, frischen Bohnen und Blaubeeren direkt aus dem Garten, für ein Bett und eine warme Dusche und dafür, dass ihr uns eure fantastische Fahrradsammlung gezeigt habt. Danke für den Kaffee am Morgen, nach dem wir auf deinem Grundstück direkt am See campiert haben, für den schönsten Campingplatz überhaupt, für die kalten Biere und sogar für die Einladung zu Eier&Speck bei dir zuhause. Danke für die feinen Erdbeeren mit Schlagsahne am gemütlichen Feuer, für die Gespräche bis tief in die Nacht hinein. Danke für den Campingplatz auf eurem frisch gemähten Rasen, gleich neben einem plätschernden Bächlein, dann für die Einladung und die netten Gespräche bei euch zuhause zu einem Glas Pinot Gris. Und dann natürlich danke, dass du unseren Tag gerettet hast, indem du uns durch dein Grundstück geführt hast, uns mit Tomaten, Mangold, riesigen Gurken, Erbsen und Bohnen beladen hast, welche wir fürs Zmorge, für Spaghettisauce oder für kleine Snacks zwischendurch verarbeiteten und du dann all unsere Bagagen auf deinen Pick-Up geladen hast, um uns zum nächsten Fahrradmechaniker zu fahren, welcher in 20 Minuten fürs lange Wochenende schliessen wollte, aber noch meine gebrochene Speiche reparierte.

All diese Begegnungen werden uns Nova Scotia in guter Erinnerung behalten. Vielen herzlichen Dank euch allen!

Nova Scotia
Nova Scotia, Canada
A. Nicholas Grundy Small

Kite and Bike in Canada? Hell yeah!!

Grindstone Island
Quebec, Canada
  • Small
    andy kurth hat am kommentiert:

    Where´s the bike? You are my hero!!!! Kitemania! Spotname?

  • Small
    Siria Grippo hat am kommentiert:

    Die Isles de la Madeleine sind ein absolutes Kite Paradies (bild 2 und 3). Einfach fantastisch!! Auch die Nordküste von Nova Scotia ist super (bild 1), die Südküste östlich von Halifax ist eher nicht geeignet: nur Wald und Felsküste mit Ausnahme von Lawrencetown Beach.

  • Small
    andy kurth hat am kommentiert:

    Toll - warst Du auch mit dem Kite unterwegs?

  • Small
    Siria Grippo hat am kommentiert:

    Hey Andy, der Kommentar oben hat Nic mit meinem Account geschrieben..,
    Aber JA, ich bin auch zum 1. Mal richtig abgefrötzt - sooooo coool!!

A. Nicholas Grundy Small

Mein Mätteli ist (teilweise) geplatzt!!

Und zwar frühmorgens. Ich dachte ein Vulkan sei ausgebrochen. So eine K***e!!

Mývatn
Sudur-Tingeyjarsysla, Iceland
A. Nicholas Grundy Small

Velos verpacken und ab auf einen neuen Kontinent!

Wenn man mit bike & kite unterwegs ist, dann schleppt man wahrlich einen Haufen Gepäck mit sich rum. Wie in aller Welt wollen wir das alles in den Flieger kriegen? Schlussendlich ist aber alles ziemlich glatt verlaufen, völlig stressfrei!

Im Veloshop Verpackungsmaterial holen - gratis :)

Velo auseinanderschrauben, leider mussten auch die Lowrider vorne und das Schutzblech weg…

Velo zusammen mit anderem Kram in die Schachtel.

Schwein haben, dass ein Kiteboard genau in eine Veloschachtel passt:)

Glück haben, dass in der “Gratis” Kiste einer Rolle Klebeband liegt. Damit die Schachteln zutapen.

Beim Zelt abräumen und alles in die Taschen verpacken so lange trödeln, dass es nicht mehr reicht um ein letztes mal im Sprudelbad zu sprudeln :(

Pasta kochen und essen :)

Alles an die Bushaltestelle schleppen und im Bus versorgen.

Im Flughafen zuerst Pech haben, dass hunderte Piloten und Stewardessen sich am sonst leeren Check-In vordrängeln.

Dann riesen Dusel haben, dass wir den blutjungen Check-In Boy erwischen, der für unser Übergepäck und unsere 2 Räder statt 210 Euro nur 60 Euro verrechnet :) :)

Räder und Anhänger auf das Übergepäck Band und hoffen, dass alles heil in Kanada ankommt!!

Canada here we come, Juhuuuuu!!

Reykjavik
Reykjavik, Iceland
A. Nicholas Grundy Small

Manchmal muss man einfach aufgeben...

Nach über 1000 km und 13‘000 Höhenmeter auf Island neigt sich diese Etappe langsam dem Ende zu, Zeit also für einige Reflektionen. Die wichtigste Erkenntnis ist ohne Zweifel, dass das Wetter hier ein absolut zentrales Thema ist. Wetterglück hatten wir wahrlich nicht, war es doch der kälteste August seit 15 Jahren -im Norden und im Hochland typischerweise 5-10°C, Nieselregen und fast immer Wind.

Hier also kurz unsere drei intensivsten Wettererlebnisse.


  1. Als wir uns bei strömendem Regen von Akureyri nach Varhmalid aufmachten, wussten wir, dass wir zuerst kurz Gegenwind, dann lange Rückenwind und am Schluss nochmals Gegenwind haben würden. Nur wussten wir nicht, dass der Wind bis auf 60km/h zunehmen würde. In der Tat ein Erlebnis gegen einen solchen Wind Velo zu fahren! In einem Auto kann man sich nicht einmal vorstellen wie schwierig und anstrengend es ist. Nach ca. 2 Stunden hatten wir es dann geschafft. Die Wärme und Sicherheit des einfachen Kaffees im Supermarkt hat sich unglaublich gut angefühlt!


  2. Dann war noch der Sturm, dem wir es zu verdanken haben, dass wir Landmannalaugar nicht erreicht haben. Eigentlich wussten wir, dass schlechtes Wetter im Anmarsch war. Eine Kaltfront mit ca. 30km/h Wind aus der falschen Richtung war für den Nachmittag des Folgetages angekündigt. Also nutzten wir den noch vorherrschenden Rückenwind um möglichst weit Richtung Landmannalaugar zu kommen. Nach ca. 100km und 40km vor unserem Ziel haben wir dann spätabends an einem Fluss gezeltelt. Am nächsten Morgen sind wir dann relativ früh raus um sicher vor dem angekündigten Wetterumschwung anzukommen. Doch schon relativ bald wurde klar, dass die Front uns nicht nur deutlich früher, sondern auch deutlich heftiger als angekündigt treffen würde. Kurz nachdem wir alles zusammengeräumt hatten, fielen die ersten Tropfen und der Wind wurde stärker und stärker. Wir kämpften uns etwa 2 Stunden lang gegen den Sturm vorwärts bis zu einem Abzweiger. Jetzt lagen noch 30km auf Schotterstrassen vor uns. Noch waren wir einigermassen warm und trocken, aber wie lange noch? An Zelt aufstellen war bei dem Wind nicht zu denken und Schutz in Form von Wald oder Felsen gab es weit und breit auch nicht. Also gab es nichts anderes als umzukehren und mit Rückenwind die ganze Strecke zurück zu fahren zu einem Hotel, wo auch eine Bushaltestelle war. So verbrachten wir den ganzen Tag in diesem Hotel und warteten auf den Bus, der zum Glück für 100 Franken(!) noch Platz für uns und unsere Velos hatte. In einem Bus bekommt man überhaupt nichts von der Rauheit des Wetters draussen mit. Gemütlich gondelten wir in 2 Stunden 100km weit zum nächsten Camping, eine Strecke, die mit dem Velo bei solchen Bedingungen schier undenkbar gewesen wäre.


  3. Und zum Schluss noch die Fahrt von Hveragerdi nach Selfoss, wo es abends nach einem wunderbaren Bad in einem warmen Fluss, dermassen geschifft hat, dass wir einfach keine Lust hatten weiter zu radeln oder das Zelt aufzustellen. Leider war in Hveragerdi alles ausgebucht, also hatten wir keine andere Wahl als die 20km nach Selfoss unter die Räder zu nehmen. Das Schicksal meinte es gut mit uns, es gab in der Jugi noch genau ein Zimmer frei und so genossen wir eine warme trockene Nacht in einem richtigen Bett.


Für mich sind es genau solche Erlebnisse, wo man an seine Grenzen kommt und manchmal wirklich nicht mehr weiss wie es weiter gehen soll, die das Reisen ausmachen. Wenn man einige Tiefs überstanden hat geniesst man die Hochs umso intensiver.

Das Video von der Islandreise gibt es hier: www.outandaway.weebly.com

Landmannalaugar
Vestur-Skaftafellssysla, Iceland
A. Nicholas Grundy Small

Ein bisschen Statistik

Vor der Abreise wurde ich oft gefragt „wie viele Kilometer macht ihr pro Tag?“ oder „Wie viel Geld werdet ihr pro Tag ausgeben?“. Irgendwann habe ich angefangen zu sagen, dass wir 50km pro Tag radeln und 50 Franken pro Tag ausgeben werden. Im Schnitt natürlich. Manchmal mehr, manchmal weniger. Ich hatte keine Ahnung ob diese Zahlen in irgendeiner Form realistisch sind. Nun sind wir seit über einem Monat schon unterwegs und ich habe ein bisschen Buch geführt.

Bis jetzt ist es so, dass 50km pro Tag eine ziemlich gute Abschätzung ist. 50km schaffen wir jetzt auch bei recht schwierigen Bedingungen wie Gegenwind, Berge oder Schotterstrasse. Mit einfacheren Bedingungen sind über 100km problemlos machbar. An einigen Tagen fährt man gar nicht, und so kommt bis jetzt ziemlich genau ein Schnitt von 50km pro Tag raus.

Auch merken wir einen sehr deutlichen Trainingseffekt. Am Anfang der Tour mussten wir auch für 60-70km bei relativ einfachen Bedingungen recht kämpfen. Jetzt machen wir 40, 50km mit einer kurzen Pause relativ locker in einem Zug.

Bezüglich Ausgaben hingegen sind 50 Franken pro Tag eher unrealistisch. Klar könnten wir noch asketischer leben, weniger auf Campings übernachten, uns keinen Kaffee und Kuchen, keine Restaurant-Besuche und auch keine Sprudelbäder gönnen, aber das wollen wir nun definitiv wirklich nicht! Auch muss man sagen, dass wir mit Dänemark und auch mit Island in relativ teuren Ländern unterwegs sind. So sind wir zurzeit mit einem Budget von knapp unter 100 Franken pro Tag unterwegs, alles mit eingerechnet, was eigentlich auch nicht so schlecht ist…

  • Small
    Claus hat am kommentiert:

    Geile Statistiken - da lacht das Controller-Herz ;-)

  • Small
    Siria Grippo hat am kommentiert:

    1-2 Stück Schoggikueche weniger am Tag und denn würde d'Usgobe au scho wider anders usgseh, N! ;-)

  • Missing
    René hat am kommentiert:

    Ich find das Ganze eifach nume genial. Hebät dure denn an das wo easy lauft chönnet ihr euch in 5 Joohr nümme erinnere. :-)

A. Nicholas Grundy Small

(Lots) of Bike & (no) Kite in Iceland

Die grosse Frage bleibt: warum zum Teufel schleppe ich eigentlich mein ganzes Kite Surf Material mit auf einer Velotour durch Island?!? Langsam lerne ich, dass das Konzept "Bike & Kite" ein paar ganz grundsätzliche Probleme hat. Hier in Island sind wir schon an ein paar ganz idyllischen Seen vorbei gefahren, allen voran Myvatn, eine sensationelle Gegend mit perfekten Vulkankegeln, die aus einem riesigen, topfebenen Lavafeld herausragen, gespenstische Fumarolfelder mit blubbernden Schlammlöchern, dampfenden azurblauen Thermalquellen. Einfach fantastisch! Leider aber gab es keinen Wind. Also nichts mit Kitesurfen.

Dann gibt es auch den anderen Fall. Ein Haufen Wind aber leider kein Gewässer. So geschehen als wir ganz im Norden, der Ringstrasse folgend, von Akureyri, der zweitgrössten Stadt in Islands, nach Varmahlid geradelt sind. Eigentlich wollten wir ja wegen Regen den Bus nehmen. In Island gibt es übrigends sehr viele Radfahrer. Interessanterweise sieht man die meisten auf Zeltplätzen und an Bushaltestellen. Auf der Strasse sind wir bis jetzt ganz wenigen begegnet. Mit anderen Worten, ist es in Island ganz praktisch und bequem, das Radel bei schlechten Bedingungen wie Regen, Gegenwind, Berg oder müden Beinen einfach in den Bus zu laden und sich zum nächsten Hot Pot chauffieren zu lassen. Dies ist bei der nationalen Busgesellschaft sogar gratis! Also wie gesagt, eigentlich wollten wir ja den Bus nehmen. Aber leider ist das mit Anhänger nicht so einfach. Die Räder werden hinten am Bus befestigt, da wäre noch Platz vorhanden gewesen, aber keine Chance den Hänger mit dem Kite Board irgendwie zwischen den ganzen Koffern und Rucksäcken im Gepäckfach zu verstauen. So sind wir unter den bemitleidenden, oder wohl eher schadenfreudigen Blicken der Businsassen (inkl. einem Velofahrer OHNE Anhänger) bei strömendem Regen auf unsere Räder gestiegen. Schlimmer als der Regen war aber auf dem letzten Streckenstück der Sturmwind, der uns mit 60 km/h auf die Nase blies. Obwohl die Strasse eben war, mussten wir im ersten Gang mit ca. 6 km/h gegen den Orkan ankämpfen. Fix und fertig am Camping angekommen, war es schmerzhaft zu hören, dass einige Kite Surfer auf dem Eyafjördur (wo wir eben hergekommen sind) abgefetzt sind wie die Blöden. Mit dem Radel kann man halt nicht bei Wind schnell 50 km ans nächste Gewässer radeln!

Auch im isländischen Hochland ist Kite & Bike nicht eben einfach. So muss man auf der Kjölur Route, die wir für unsere Tour quer durch Island gewählt haben, den blöden Hänger auf knapp 800 m über Meer schleppen. Dies würde eigentlich noch gehen, aber diese 800 m müssen auf holprigen Kiesstrassen über unzählig steile Rampen, die sich mit kurzen Abfahrten abwechseln, erkämpft werden. So kommen bis zum Gipfel, gemäss Velocomputer, gut 3500 Höhenmeter zusammen. Und auch auf diesem Abschnitt: es gab ein sensationeller Kite See, das Wetter war aber neblig, mit Nieselregen und vor allem windstill.

Immerhin kann man in Island fast überall in einen Hot Pot steigen, die Muskeln lockern und von Sonnenschein, 15-20°C, 4-5 Bft Wind und einem kleinen, abgelegenen, blauen See träumen... Gut zwei Wochen bleiben uns ja noch!

Egilsstaoir
Sudur-Mulasysla, Iceland
  • Small
    Claus hat am kommentiert:

    Glückwunsch zur ersten 1.000. Die nächsten gehen gefühlt schneller ;-)

  • Missing
    Timothy hat am kommentiert:

    Siria certainly seems to be expressing all the frustration resulting from cold, rain, and headwind. However, sulfurous landscapes, roadside geysers, out-door hot-tubs... s'all awesome!

  • Small
    andy kurth hat am kommentiert:

    Your kite baby safely arrived at Grellingen! Hugs from all of us! Great blog keep on updating it!

  • Small
    Siria Grippo hat am kommentiert:

    Tim, yes, indeed! There are no words to express how I felt on picture no. 18!
    Andy, it seems you bumped in to a big party in Grellingen :-) Nic says: "a big thank you for the curier service!" Enjoy your holidays in France!

  • Small
    Siria Grippo hat am kommentiert:

    Danke Claus! Für dich hätte ich ein paar "Gullideckel-Bilder" von den Färöern und Island! Interessiert? Finde ich eine grossartige Aktion!

  • Small
    Claus hat am kommentiert:

    :-)) sehr gern. Lade sie einfach hier http://www.permondo.com/de/tours/98/blog/?... als Kommentar hoch.
    Was neues Verrücktes gibt's hier: http://www.permondo.com/de/tours/1573
    good roads!

  • Small
    andy kurth hat am kommentiert:

    jetzt sin mir au unterwägs http://www.permondo.com/de/tours/1563/blog

  • Missing
    Mori & Claude hat am kommentiert:

    Wow, die Bilder! Seht fantastisch us (aber zT au eher bitt kalt..!). Genieeds!

A. Nicholas Grundy Small

Zwischenstop: 3 Fantastische Tage auf den Färöer...

Zwischen Dänemark und Island gibt es auch eine Fährverbindung die einen 3-Tages Stopp auf den Färöer Inseln einlegt. Und wenn man schon mal out and away ist -dachten wir uns- dann schauen wir mal auf diesen Inseln vorbei. Und es war fantastisch: Tiefe Fjorde, pechschwarzes Vulkangestein und überall Wattenstäbchen ähnliche Schäfchen, die durch dunkelgrünen Wiesen hoppeln. Dazu die rund 40’000 Färoer die irgendwo mitten im Nordatlantik glücklich und zufrieden ihr eigenes Süppchen kochen.

Leider hat es “nur” für einen kurzen aber knackigen 40 km Abstecher nach Vestmanna und zurück gereicht und dann wieder ab auf die Fähre zu unserem ersten grossen Ziel: Island…

Torshavn
Torshavn, Faroe Islands
  • Small
    Fabienne hat am kommentiert:

    Ui Siria, sone böse Blick wie uf Bild 1 hani au no nie gseh bi dir:-)

  • Small
    Siria Grippo hat am kommentiert:

    Seekrank!

A. Nicholas Grundy Small

Mit Sonne und Rückenwind in 3 Tagen 250km durch Dänemark

Dänemark ist gar nicht soooo einfach zu erreichen! Ab Flensburg fahren zZ wegen Reparaturarbeiten keine Züge sondern nur Bahnersatzbusse. Zum Glück konnten wir einen netten Busfahrer überschnurren unsere Velos samt Anhänger in seinen Bus zu laden, trotz des dicken “Kein Velotransport” Klebers auf seiner Scheibe.

Auch die erste Etappe von Struer an die Küste war zäh, mit Gegenwind und Dauer-Nieselregen. Danach wurden wir aber auf traumhaften Velowegen durch die Dünenlandschaft Dänemarks mit Sonne und Rückenwind verwöhnt.

Besonderes Highlight der für Autos und Velos freigegebene 15 km lange Sandstrand zwischen Blokhus und Lökken und am letzten Tag hat sogar noch eine kleine Kite-Surf Session reingepasst!

Am Samstag ging es dann bei Sturm und Dauerregen auf die Fähre zu den Faroe Inseln…

Klitmoller
Nordjylland, Denmark
  • Small
    andy kurth hat am kommentiert:

    Gseht so us als hättet Ihr doch dr 7er Kite bruucht :-) Bi scho gschpannt uf d´Bilder vo Island. Safe travels.

  • Missing
    Timothy hat am kommentiert:

    Okay, okay, I admit: Kite not such a silly idea after all! But: with all that tailwind, why not let the kite pull the bike?

A. Nicholas Grundy Small

Hanover - Hamburg: Just made it!!

Start of holiday packed train, packed bike compartment madness:
Transpiration instead of inspiration...

Flensburg
Schleswig-Holstein, Germany
  • Small
    andy kurth hat am kommentiert:

    You´ve made it! Enjoy the heat before entering iceland. ha ha ha

A. Nicholas Grundy Small

Second stop: Baden in Hannover

Kiten?! Kiten!

Nach einem Hitzetag am Hufeisensee in Hannover und einer leckeren Currywurst im Seegarten, gings am nächsten Tag ab ans Steinhuder Meer. Windverhältnisse: eher schlecht bis miserabel! Nervenaufreibendes "Kiten" wurde am Abend dennoch mit einem wunderbaren Grill belohnt! Danke Ina, Andy und Marielou!

Hanover
Lower Saxony, Germany
Siria Grippo Small

First Stop: Icecream in Enschede

Nach einer Nacht in Münster (Nordstern Hostel - sehr empfehlenswert!!) fuhren wir 70km in Richtung Enschede. Der Gegenwind machte uns ziemlich zu schaffen, dennoch erreichten wir unsere Freunde Jeanna, Chris und Kaden am Dienstagabend. Am nächsten Tag ging es über den Offlumer See nach Osnabrück und danach weiter nach Hannover. 

Enschede
Overyssel, Netherlands
Siria Grippo Small

Achtung - fertig - los!

Auf geht's!

Basel
Canton of Basel-City, Switzerland
  • Missing
    Sepp Kohl hat am kommentiert:

    Hi Nick & Friend !
    Super, what you have achieved so far. I was actually intending to spend 4 weeks on the Phillipines in May / June this year, however I broke my neck when skiing in Vals (bad handling from my side: to fast and lost a ski, got completely out of control). Luckily only the bone was broken and all other functions are ok.
    My daughter now is after several months Vietnam, Cambodia, Laos and Thailand back in central Asia (Kasakhstan, Kirgistan, Usbekistan (basically now on the silk road). They have started a travel enterprise (indy-guide.com.
    All the best / good biking and even better kite surfing !
    Yours Sepp