Rund um Afrika

Wir reisen mit unserem Unimog durch Afrika um möglichst viele Länder und Leute kennen zu lernen. Wir nehmen uns dafür viel Zeit und hoffen auf viele Abenteuer.

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willi Small

TRAURIGES ENDE EINER WUNDERVOLLEN REISE

Wien, 04.01.2017 (eine Woche vor Franziskas Geburtstag) 


Der traurigste Tag in meinem Leben ist der 25. Dezember 2016. Meine geliebte Frau, Franziska Domforth-Henschl ist letztendlich friedvoll gestorben. 

Wie alles Begann ist im vorangegangenen Bericht zu lesen. 

Eine von Franziskas letzten E-Mails beschreibt total schön, wie es uns zuletzt in Nairobi gegangen ist: 

„Hallo liebe Frauen!

So wie es jetzt aussieht ist hier in Nairobi das Ende meiner Reise durch Afrika. 

Bei der Kontrolluntersuchung meinte der Orthopäde, dass hier noch etwas anderes als die Osteoporose nicht in Ordnung zu sein scheint. Er empfahl mir eine Biopsie der Knochen zu machen. Die Beweglichkeit hat sich zwar sehr gebessert aber die Schmerzen, vor allem im rechten Fuß sind schlimmer geworden. Zum Glück gibt es Morphium und Opium und ich schlafe viel mit sehr interessanten Träumen.

Ich habe mich daher entschlossen die Biopsie und alle weiteren Behandlungen zu Hause machen zu lassen, was auch billiger ist. Wir lassen den Willi vorläufig hier stehen und kommen am Freitag nach Hause.

Da ich mir von den Ärzten unterstützt nicht vorstellen konnte viele Stunden im Flugzeug zu sitzen mussten wir eine leistbare Möglichkeit finden wo ich liegen kann. Martin erkundigte sich per Mails bei 10 Fluggesellschaften über Kosten für das Liegendfliegen, war aber schnell in einem undurchschaubaren Formulardschungel gelandet. Die Preise werden erst bei der tatsächlichen Buchung bekannt gegeben so dass ein Vergleich nicht möglich war. Wir erfuhren, dass die Sitze in der Business Class zum Liegen geeignet sind aber ab 1.500 $ kosten. 

Wir haben jetzt einen Trick angewandt der sogar zu funktionieren scheint. Wir buchten bei der Egypt Air ein Sonderangebot von unter 400$ pro Sitz für 4 Personen. 1 Sitz für Martin und 3 Sitze für mich. Dazu kauften wir noch ein Paket für besondere Bedürfnisse, wo man die zusammengelegten Plätze reservieren und z.B. WC Nähe buchen kann. Kostete knapp 100$ (für 4 Plätze) und eine Stornoversicherung. Haben jetzt für alles unter 1.700$ bezahlt und dürfen 8 Gebäckstücke zu je 25 Kg mitnehmen.

Sehe immer das Bild vor mir wie Martin damit und mit mir im Rollstuhl beim Check In ankommt. 

Na ja Gebäck haben wir natürlich nicht so viel, aber trotzdem ist es fein zu wissen, dass wir mit Rollstuhl und Helfer am Flughafen unterstützt werden. Sicherheitshalber haben wir heute telefonisch auch noch mal gecheckt. Das Beste ist, dass wir nach 4 Stunden in Kairo zwischenlanden, 3 Stunden ausrasten und dann in noch mal 4 Stunden in Schwechat sind. Die kurzen Flugzeiten beruhigen mich sehr. 

Mein Orthopäde in Wien, der mir das AKH empfohlen hat und uns ein Einweisungsschreiben gemailt. Swantje (noch mal vielen Dank!) kümmert sich um die Abholung von Schwechat durch die Rettung. 

Jetzt wäre es noch sehr schön wenn uns jemand am Flughafen abholt und mit dem Gebäck mit zum AKH fährt, dann könnte Martin mit mir in der Rettung fahren.

Wie Ihr sehen könnt, waren wir und vor allem Martin, in den letzten Tagen ganz schön beschäftigt. Martin kann in Lottes Wohnung in Wien und in ihrem Haus in Allensteig wohnen. Martins Mama wird voraussichtlich im November operiert und dann noch eine Weile mit der kürzlich operierten Tante in deren Haus in Allensteig sein. 

Wenn ich das so schreibe kann ich über die ganze Situation nur mehr lachen.

Wie es mit mir weitergeht wissen wir noch nicht, zu guter Letzt lande ich halt auch in Allensteig. (eher ein Alptraum für mich aber passt perfekt in die ganze Geschichte).

Martin wird spätestens im Februar nach Nairobi fliegen und unseren Willi nach Hause zu holen. Vielleicht findet er jemand der mit ihm fährt. Die Wahrscheinlichkeit, dass ich das bin ist im Moment eher unwahrscheinlich.

Seid umarmt und geküsst

Franziska“ 

Ja, und wir hatten einen großen „Bahnhof“. Viele Freundinnen und Freunde sind gekommen um uns in Empfang zu nehmen. 

Eine Geschichte am Rande: Franziska ist vom Bodenpersonal im Rollstuhl bevorzugt und überall hin geschoben worden. Ein Problem gab es allerdings: Sitzreihen im Flugzeug sind unwahrscheinlich schmal, und mit einem normalen Rollstuhl unmöglich! „Können Sie das Stück gehen?“, war eine der dümmsten Fragen. Und siehe da, es gibt ganz schmale Transportrollstühle (in der Gepäckablage versteckt) die genau zwischen die Reihen passen – sind in 10 Sekunden herunten, aber sie machen es trotzdem ungern. 

Also wir rufen die Rettung, die auch kommt allerdings aus Schwechat. Wir wollen allerdings nach Wien, also Wiener Rettung anrufen. Die kommt und teilt uns mit, dass unsere Überweisung ins AKH „Wurscht“ (Wienerisch für egal) ist, weil sie das Krankenhaus anfahren, dass ihnen per Funk gemeldet wird. „Vuaschrift is Vuaschrift“ sagt man in Wien für „Vorschrift ist Vorschrift“. Aber das Behördentheater kennen wir ja bereits von einigen Botschaften und Grenzbeamten in Afrika. 

So, jetzt geht´s aber wirklich nach Wien ins Krankenhaus (KH) Hietzing. Ein lieber Freund, der Herbert begleitet Franziska im Krankenwagen, weil ich ja das ganze Gepäck in den 12ten (1120 Wien) bringen muss. Sie kommt in ein wenig einladendes 6er Zimmer, dass sie jedoch einige Tage später verlässt. Danach liegt sie in einem netten 3er Zimmer und der Parcours der Untersuchungen startet. Alle Untersuchungen, die Franziska eh schon in Nairobi gemacht hat wurden noch einmal gemacht. Wir sind am 28. Oktober in Wien gelandet, und es sollte bis zum 5. November dauern bis wir die Diagnose Krebs bekamen. Da ich jeden Tag bei Franziska verbrachte, weiß ich wie mühsam das für Franziska war. Sie konnte vor Schmerzen kaum am Rücken liegen, geschweige denn eine halbe Stunde (MRT)! Da die Untersuchungen ja nicht im Krankenzimmer stattfanden, musste sie mit einem Krankentransport liegend transportiert werden. Wenn Franziska ihre Schmerzen von 1-10 einstufen sollte, waren das „Kämpferinnen“-Aussagen. Also 5 bei Franziska, ist 10 bei jedem normalen Menschen – Wahnsinn! Die Schmerzen haben sie eigentlich auch nicht wirklich gut im Griff gehabt, wobei bei der Menge Morphin hätte es eine Elefantenherde umhauen müssen. 

Jetzt waren wir natürlich neugierig, welche Art des Krebses Franziska hat. Das alles mit dem Wissen, dass ihre Zeit begrenzt ist. Da ging die Warterei erst so richtig los, die wir uns durch diverse Ausflüge mit dem Rollstuhl verkürzten. Also das klingt jetzt nach kleinen Expeditionen, waren es auch. Eine Runde im sonnigen Krankenhauspark bedeutete halbe Stunde warm anziehen, rein in den Lift und raus bevor das Schwitzen beginnt. Im Park war´s dann super, Sonne im Gesicht, Kakao in der Hand und „Tschick in da Papm“ („Zigarette im Mund“ auf Wienerisch). 

Dazwischen baute mir Johann am Balkon eine Überdachung zum Rauchen (Mamas Wohnung, Auto ist klarerweise rauchfreie Zone), ich ging abends manchmal fort (Tanzen im Flex oder Geburtstagsfeier). Tagsüber warteten wir auf Ergebnisse, sprachen intensiv über unsere Wünsche und was wir noch alles unternehmen wollten. Ganz oben auf der Liste standen eine Ballonfahrt und ein Abendessen in einem sehr guten Restaurant. Besuch am Dachstein (hoher Berg in Österreich), auf Aussichtsplattformen die Barrierefrei erreichbar sein sollen. Viele Umbauarbeiten im Haus und Ausflüge in ganz Europa waren uns auch sehr wichtig. Dafür hatte ich natürlich ein entsprechendes Fahrzeug parat: richtig, die eifrigen BlogleserInnen wissen, dass es nur ein Ford Mustang GT sein kann. Man wird ja noch herumspinnen dürfen! 

Am 6. Dezember, nach über 4 Wochen, einer nicht stattgefundenen (weil Leberbiopsie und Blutverdünner ist nicht so gut!), einer ergebnislosen (nur gesundes Gewebe erwischt!) hat eine Biopsie in der Wirbelsäule ergeben, dass es Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreas) ist. Ich bin mir sicher, dass wir das in Afrika/Nairobi früher erfahren hätten! Die Diagnose lautete: unheilbares Stadium. Spürt sich ungefähr so an, wie wenn der Erzzug aus Choum immer wieder durch deinen Kopf fährt und beim rausfahren immer wieder ein anderes inneres Organ zerfetzt und eine wildgewordene Herde Elefanten darauf herumtrampelt. Klingt wie SAW 13, ist aber viel schlimmer. Chemotherapie ja, nein, Alternativmedizin nutzt nix in der Situation und Studien findet man halt nicht in sehr kurzer Zeit. 

Ich fahre zu einem Krebsspezialisten, hoffe auf ein Wunder und heule Rotz und Wasser. Was mir in der schwierigen Zeit geholfen hat, war absolute Offenheit Franziska gegenüber (wir hatten einige Krachs), viel reden miteinander, viel angreifen, viel Zeit miteinander verbringen und einen Freundeskreis wie wir ihn haben. Es war immer Leben, Liebe, Lachen am Krankenbett von Franziska. 

In ihrer unglaublich mutigen Art entschied sich Franziska für eine nicht zu aggressive Form der Chemotherapie und kämpfte nebenbei noch mit ihren ausstrahlenden Schmerzen in den Knien/Beinen, liebevoll von ihr als „Ofenröhren“ bezeichnet. Ich hab mir eigentlich nie ihre Schmerzen vorstellen können, will ich eigentlich auch nicht – muss Hölle sein! Ich suche mir eine Selbsthilfegruppe, gehe zu meinem Therapeuten, schreibe in mein „Schöne Dinge“-Notizbuch und klebe Fotos ein notiere schöne Worte wie Zärtlich, Achtsam und Ohrläppchen. 

Eines unserer Highlights war ein Besuch des Schönbrunner Weihnachtsmarkts mit Ausgangsschein! Ja, das war wirklich schön. Mit dem Taxi zum Schloss bei Kaiserwetter (Österreichischer Ausdruck für unschlagbar schönes Wetter). Dort eine gemütliche Runde durch die Standln (Verkaufshütten), mit Punsch, Waffel und Krimskrams und Sonne genießen. 

Am 13.12.16 kriegt sie ihre erste Chemo, spürt am Anfang nichts, dann kommt die Übelkeit und eine Woche später bricht der Arzt die zweite Chemo ab, weil das Blutbild fürchterlich war. Wir denken uns egal, wir wollen so schnell wie möglich raus aus dem Krankenhaus, einigen uns auf täglichen Ausgang mit Übernachtung im Krankenhaus (wegen des Platzes und der medizinischen Versorgung) und freuen uns auf die Freiheit. 

Am Tag unserer „Entlassung“ streckt eine beidseitige Lungenentzündung Franziska endgültig nieder. Ab jetzt geht alles sehr schnell und sie wird immer schwächer. Na wenigstens haben sie das mit ihren Schmerzen etwas erträglicher gemacht (Schmerzpumpe, Beruhigungsmittelpumpe). 

Wie ich damit zurechtkomme? 

Franziska und ich haben viel gelacht, gestritten, diskutiert, geweint, Musik gehört, blödsinnige Formulare ausgefüllt, stunden- und tagelang auf Befunde gewartet und gezittert, wir haben uns an den Händen gehalten, gestreichelt, Abenteuergeschichten aus Afrika ausgetauscht, Zukunftspläne geschmiedet und waren einfach zusammen. Ich bin so froh und glücklich, dass mir diese Zeit mit Franziska geblieben ist, die ist etwas Einzigartiges! 

Die Woche vor Franziskas Tot war etwas Besonderes für mich. Alle Freundinnen und Freunde sind gekommen, um sich zu verabschieden. Es war wirklich eine wundervolle Zeit für mich (wenn man in solch einer Situation von wundervoll sprechen kann). Es war jeden Tag Besuch da. Es wurde geplaudert, gelacht, gegessen, geweint, gestreichelt und berührt. Der Raum war erfüllt mit Liebe, Verständnis, Frohsinn und auch ein bisschen Wahnsinn! Wenn man bedenkt, dass der Einstieg in die Palliativabteilung verhunzt war grenzt es geradezu an ein Wunder, dass die Stimmung letztendlich so liebevoll und friedlich war.

Nach Franziskas Tot hatte ich die Aufgabe, alles in die richtigen Bahnen zu lenken. Viele Telefongespräche mit betroffenen Angehörigen, Organisation der Bestattung und Aufgabenverteilung. Musik und Tanzen hat mir da schon viel geholfen.

Wenn ich in dieser Zeit nicht so viel Unterstützung und diese tolle Erinnerung an die gemeinsame Zeit mit Franziska im Spital gehabt hätte, wäre ich durchgedreht oder irgendeiner Droge verfallen. All die lieben Menschen, die sich um mich gesorgt haben waren für mich lebenswichtig! Dabei ist mir besonders Herbert ans Herz gewachsen und die Frauenrunde hat mich total super unterstützt und aufgenommen. Regelmäßig bin ich auch bei ihnen zu meinen Streicheleinheiten gekommen und spürte viel Geborgenheit! 

Unterm Strich ist unsere gemeinsame Reise das tollste um Franziska in schöner Erinnerung zu behalten und ein „funktionierender“ Freundeskreis unbezahlbar. Jede und jeder erinnert mich auf eine ganz bestimmte Art und Weise an meine geliebte Frau Franziska!

Lebendig sein ist vielleicht nicht ganz so bequem wie vor der Glotze (TV) zu sitzen, aber es spürt sich so abartig gut an, dass ich um nichts in der Welt tauschen möchte! Zum Sehen, Spüren, Riechen und Entdecken gibt es noch ganz viel für mich – AUF GEHT`S! 

ZAHME VÖGEL SINGEN VON FREIHEIT, WILDE VÖGEL FLIEGEN!   [John Lennon]


Wien
Österreich
  • Small
    willi hat am kommentiert:

    Leider kann ich keine Bilder hochladen, Scheiße!
    6.1.17: Jetzt hat´s geklappt! :-)

  • Small
    Emanuel Berger hat am kommentiert:

    Unser herzlichstes Beileid.
    Schlimm was Franziska und Dir da passiert ist.
    Wir haben uns ja nur für wenige Tage auf Opi Koppi getroffen, aber ihr seid uns in Erinnerung geblieben.
    Liebe Grüsse
    Emanuel und Christine

  • Missing
    su szewczyk hat am kommentiert:

    sehr schön geschrieben,martin!

  • Small
    willi hat am kommentiert:

    @ Emanuel: Schlimm, ja, aber wir haben uns kennengelernt! Danke!
    @Su: Offenbar wachse ich mit meinen "Aufgaben" und Franziska im Hintergrund!

willi Small

Osteoporose ist kein wildes Tier aus der Massai Mara,…

Nairobi, 08.10.16

…trotzdem gefährlich, wild und unberechenbar. Wir haben die Bekanntschaft hier in Nairobi gemacht. Nebenbei habe ich das Monster schon in Österreich kennengelernt.

Wir sind heilfroh, dass wir die Gorillas schon im Juli besucht haben, und dass wir auf der Rückreise nach Nairobi so viel Interessantes, Spannendes und Schönes erleben konnten.

Anfang September bin ich nach Allentsteig/Österreich geflogen, weil es meiner Mutter sehr schlecht ging. Sie ist mehrmals gestürzt und hat aufgrund starker Osteoporose viele Entzündungsherde in ihrem Körper. Die 24 Stunden Betreuung hat da den Krankenhausaufenthalt auch nur etwas verzögern können. Vor allem starke Schmerzen und Verlust ihrer Selbständigkeit setzten ihr psychisch zu. Nachdem das Hüftgelenk am Stärksten betroffen war, führten die ÄrztInnen eine so genannte Girdlestone Operation durch. Dabei wird das Kugelgelenk am Oberschenkel abgeschnitten und durch eine aus Knochenzement (und in Antibiotika getränkte) Kugel ersetzt. Eigentlich als Vorbereitung für ein künstliches Hüftgelenk, da zuerst einmal alle Entzündungen (diese elenden Quälgeister) abklingen müssen. Ich bin jeden Tag ins Spital gefahren um Lotte beizustehen. War eine völlig neue Erfahrung für mich, die mich ziemlich hergenommen hat. Ich lernte nicht alles persönlich zu nehmen, was ein Schmerzgeplagter Mensch von sich gibt. Ich sorgte für gute Musik und angenehme Gerüche im Zimmer, saß händchenhaltend am Krankenbett und lernte die unendliche österreichische Bürokratie kennen. An dieser Stelle ein herzliches „DANK ESCHÖN“ an meinen Bruder Mäcks, der schon seit Juni jede Menge an Gefühlseinsatz, Betreuung und Bürokratie erledigen durfte. Ebenfalls der Schwester von Lotte, Thea gebührt ein herzliches „DANKE SCHÖN“ für ihren unermüdlichen Einsatz (sie hatte in dieser Zeit selbst genug Sorgen mit ihrer Krebsdiagnose). Die Zeit in Österreich war eine grenzwertige für mich. Viele „Wichtigkeiten“ verloren an Bedeutung und „Tod“ bekam eine andere Bedeutung. Vielleicht keine andere Bedeutung, aber wenn er plötzlich so nahe ist macht das schon was mit Einem. Es war eine total intensive Zeit, und als ich Ende September zurück nach Nairobi flog gingen die Schmerzen und Entzündungen meiner Mutter stetig zurück – Gott sei Dank! Reisehungrig und voller guter Hoffnung kehrte ich nach Kenia zurück (Visa für Äthiopien, neues Carnet und viele Leckereien im Gepäck). Ach ja, ich hab mir etwas Gutes getan und bin mit einem Ford Mustang GT Probe gefahren (der Wahnsinn!). Seitdem rede ich von nichts anderem mehr. Eine Reise nach Nordamerika wäre auch nicht schlecht! ;-) Für eine Reise durch Europa ist so ein Fahrzeug der Hammer, abgesehen vom Spritverbrauch und anderen Kleinigkeiten (V8, 422PS) – na ja, schauen wir mal.

In der Zwischenzeit hatte Franziska im Willi freie Bude und viele spannende Besucher in J-J´s Campingplatz einem Treffpunkt für viele Overlander. So weit so gut, einige Tage vor meiner Rückkehr schlich sich allerdings auch hier auf unheilvolle Art und Weise „Ostioporöschen“ an.
Rückenschmerzen sind für Franziska ja nichts Neues. Neben J-J´s gibt’s ein Physio-Institut. Um die Rückenschmerzen etwas zu besänftigen tat sich Franziska etwas Gutes und gönnte sich eine Behandlung. Am nächsten Tag nach der zweiten Behandlung konnte sie sich nicht mehr bewegen und wurde von wahnsinnigen Schmerzen heimgesucht.

Ich komme nach „Hause“, präsentiere meine Mitbringsel und muss feststellen, dass meine geliebte Frau nicht einmal mehr einen schmerzfreien Augenaufschlag machen kann. Ist das wirklich wahr?!

Jawohl, auch hier hat das Schmerzmonster zugeschlagen. Wir also in eine naheliegende Tagespraxis und Arzt konsultieren und Morphin-Spritze und jede Menge Pulverl abholen. Termin für ein MRI (bei uns MRT) bekommt man hier übrigens ausgesprochen schnell (um ca. 250 €). Wir mit dem Taxi zwei Stunden (!) durch die verstopfte Stadt, nur um dort noch zwei Stunden zu warten. Das ist nicht lustig, wenn frau nicht sitzen kann und ununterbrochen Schmerzen hat (die arme Sau!). Ergebnis: sehr fortgeschrittene Osteoporose und Frakturen in L3 und L4 (das zerbröselt dann einfach!). Keine schönen Aussichten – also zu einem Spezialisten. Die von der Physio waren so lieb und haben uns einen Rollstuhl zur Verfügung gestellt. Wie kommst sonst zur Toilette und ins Bad, „wennst net kreun konst?“ Spezialisten und Röntgenbilder und noch mehr Medikamente kosten natürlich ohne Versicherung einiges. Nicht so viel wie in Europa, aber es läppert sich!

Das gute ist, dass Franziska nicht operiert werden muss! Das ist halt den Schmerzen wurscht, die sind trotzdem da. Kleine Bewegungen in der Nacht (oder auch am Tag), und du glaubst jemand rammt dir ein Messer in den Bauch, die Hüfte oder in den Oberschenkel. Klingt Scheiße, ist auch Scheiße!!!

Franziska ist sehr tapfer (für meine Begriffe zu tapfer) und versucht das Beste aus ihrer Situation zu machen. Sie trägt ein recht steifes Korsett, nimmt jede Menge Medizin, holt sich ab und zu eine Spritze (Morphin), versucht eine Lage zu finden in der ihr alles weniger weh tut und bemüht sich nicht zu verzweifeln. Rücksprache mit ihrem Orthopäden in Wien ergab, dass sie genau dasselbe getan hätten.

Nun ja, wie geht´s jetzt weiter? Unsere Reise wollen wir nicht hier beenden!!!

Sobald Franziska nicht mehr so starke Schmerzen hat und über einen längeren Zeitraum sitzen kann, fliegen wir nach Österreich und unterbrechen die Reise. Wenn wir Glück haben, kann Franziska auf Schmerztherapie ins Hartmannspital und anschließend auf Reha.

Wenn alles gut geht (bitte Daumen drücken!) hat Lotte ihr künstliches Hüftgelenk und übt sich tapfer im Gehen, ist allemal Schluss mit Theas Krebs, ist Franziska halbwegs schmerzfrei und werden ihre Knochen wieder kräftiger.

DAS WÜNSCHEN WIR UNS!!!

Bussi an Alle,
Martin und Franziska


Nairobi
Nairobi County, Kenia
  • Missing
    christamanfred hat am kommentiert:

    guten morgen liebe schwester, guten morgen Martin!
    das sind keine guten Nachrichten aus Afrika, aber ich bin froh davon zu erfahren. und ich bin natürlich auch froh dass es in Afrika doch einige gute, wenn auch echt teure, ärztliche hilfe und entsprechende Therapien gibt. Martin schreibt Du bist irgendwie etwas zu stark? Du nimmst doch ziemlich alle hilfe an die Dir geboten wird, ja, ok? schmerzen sind nicht da um unbedingt ausgehalten zu werden (sind wir vielleicht so erzogen worden), ist aber nicht richtig. die sind da damit wann weiß wo was nicht in Ordnung ist, ok. aber dann lass Dir helfen, das ist die, meiner Meinung nach, richtige stärke. gibt's vielleicht etwas "hilfreiches zum rauchen?".
    Martin, Du bist ein toller mann, und hast wirklich extrem viel um die ohren, danke dass Du so ein liebevoller Ehemann von meiner schwester bist. ich kann nicht wirklich was für sie tun, außer an sie zu denken, kraft schicken und, bitte nicht lachen, auch für sie zu beten. zu sagen, alles wird gut stimmt nicht (ganz), es wird anders, aber auf jeden fall muss es schmerzfrei werden. Martin Du bist nicht nur ein toller Ehemann, auch ein toller sohn!
    so, bin etwas länger geworden mit meinem Brief, noch schnell bisschen was aus Österreich, wetter grauslig und kalt, davor hatten wir aber einen wunderbaren herbstbeginn mit bis zu 30 grad. ich bin noch immer trocken und bin stolz darauf, unterrichte nach wie vor unsere flüchlinge in deutsch, ja Manfred geht's gut, im haus haben wir sehr viel zu tun, usw., usw.
    ich schicke euch beiden viel kraft, trotz dem "Monster" viele Erlebnisse und eine gute zeit.
    Bussi christa+manfred
    ps: übrigens, Franziska, Du siehts echt rosa-rosa-lieb in Deinem Rennwagen aus ...

  • Small
    willi hat am kommentiert:

    Liebe Christa,
    Danke für Deine Anteilnahme!
    Liebe Grüße,
    Franziska und Martin

  • Missing
    su szewczyk hat am kommentiert:

    schön, mal eine martin version zu lesen! nach dem Quartal kannst du auf Krankenpfleger umsatteln! dachte ich mir gleich, das ihr nicht aufgebt, die reiseunterbrechung ist eine gute form der Überprüfung - wobei ich mir immer noch nicht vorstellen kann, das es auch nach 3 Monaten für Franziska sehr lustig wird, im wackelnden Auto zu reisen. wie kommst du jetzt eigentlich in den willi, Franziska? Seilzug statt treppenlift? blöder scherz! ich wünsch euch beiden alles gute - und haltet uns auf dem laufendem! Bussi su

  • Small
    willi hat am kommentiert:

    Hallo Su, das Treppensteigen geht super auf allen Vieren! Bussi, Martin und Franziska

  • Small
    Feel Leeb hat am kommentiert:

    Ihr Lieben! Wir schicken euch ganz viel Kraft und herzsonniges! Janna, Milena, Veronika und Philipp

  • Small
    MiDo hat am kommentiert:

    Hallo Ihr 2
    Na das ist eine schöne Scheiße !!! Jetzt hättet Ihr weiterfahren können, dann das.
    Ich wünsche Euch, dass alles wieder so schnell wie möglich wieder ins Lot kommt, vor allem das Franziska schnellstens schmerzfrei und wieder hergestellt wird. Afrika mit Rollstuhl, in einem alten Auto lebend ist ja wirklich nicht erstrebenswert.
    Ich persönlich finde es eine sehr gute Entscheidung zurück zu kommen, vor allem wird die weitere nötige Therapie privat nicht zu finanzieren zu sein.
    Habt Ihr eine Rückhol-Versicherung, über Visa oder so? Ich wünsche Euch auch das!
    Ganz liebe Grüße, vor allem alles Gute und viel Kraft und viel Glück
    Michael

  • Small
    karin hat am kommentiert:

    Das klingt ja echt hart und ich denke ihr seid beide sehr tapfer. ...kann man aus der Ferne irgendwas für euch tun? Außer Pechsträhnen zum Abreißen aus Fimo basteln und Ratten waschen ( was Glück bringen soll) .......

  • Small
    willi hat am kommentiert:

    @Feel Leeb DANKE! Fühlt sich schon besser an! :-) Sonne auch für euch!
    @MiDo Versicherung hätte sich schon bezahlt gemacht!
    @karin Fimo klingt gut! Ratte ist süß!
    Alles Liebe auch für euch, Franziska und Martin

  • Small
    karin hat am kommentiert:

    Von der Fimopechsträhne reisse ich einfach jeden Tag ein Stück für euch ab. Und die Ratte ist schon in der Waschmaschine.

  • Small
    Emanuel Berger hat am kommentiert:

    Ach Du Schreck. Wir wünschen allen Kranken, dass sie bald wieder gesund werden und Euch beiden dass die Reise mit Willi wieter geht.
    Herzliche Grüsse aus Upington Südafrika
    Emanuel und Christine

  • Small
    willi hat am kommentiert:

    @karin Das bringt´s schon, Franziska ist schon ein paar Schritte gegangen! :-)
    @Emanuel Danke, für die Aufmunterung! Das wird schon wieder!

willi Small

Nairobi – Uganda – Ruanda – DRC und zurück nach Nairobi


Nairobi, 30.August 2016
Hallo liebe Leserinnen und Leser

Ja wir sind in Nairobi im Jungle Junktion. Statt wie geplant nur ein paar Tage zu bleiben wird es diesmal ein langer Aufenthalt. Zuerst stellte sich heraus, dass es sehr mühsam und langwierig ist ein Visum für Äthiopien und den Sudan zu bekommen und die Leute hier kamen meist frustriert von den Botschaften zurück. Hatte es jemand geschafft wurde gratuliert und gefeiert.
Aber für uns hat sich alles geändert als Martin ein Mail von seinen Bruder bekam. Die Mutter ist zwar schon aus dem Spital aber es gibt immer wieder schlechte Tage und so fliegt Martin nach Hause. Da die Schulferien zu Ende gehen war es ziemlich schwierig schnell einen zahlbaren Flug zu bekommen. Martin fliegt am 1. September und kommt am 22. September zurück.
Da wir für unseren Besuch bei den Gorillas schon ein Monatsbudget mehr ausgegeben haben und unsere Willi ein Service und ein paar kleine Reparaturen braucht wird es mit unseren Finanzen schon etwas knapp. Wenn ich dableibe muss ich zwar den Campingplatz bezahlen, aber wir sparen meinen Flug und die Parkkosten für Willi. Hier ist es auch recht gemütlich und praktisch für mich. Ich kann in einen neu eröffneten Supermarkt einkaufen gehen und auch ein ganz neues Cafe besuchen. Na ja wird sicher eine neue Erfahrung für mich werden.
So aber jetzt zu unserer Tour. Wir hatten die Gorillas eine Woche im Voraus gebucht aber es stellte sich bald heraus, dass das für die 1000 Kilometerstrecke etwas knapp war. Die Straße ist zwar gut aber mit sehr viel Verkehr. Außerdem waren da auch noch die Grenzübergänge nach Uganda und Ruanda.
Kurz vor der Grenze nach Uganda konnten wir lange keinen Schlafplatz finden und kehrten wieder einmal bei einer Kirche ein. Der Pfarrer war vor zwanzig Jahren ein Monat in Österreich in einem Deutschkurs und war sehr stolz, dass er sich ohne Praxis dazwischen soviel gemerkt hat. Wir wurden zur Jause und zum Nachtmahl eingeladen und zum Waschen wurde Wasser gewärmt.
In Kampala der Hauptstadt von Uganda besuchten wir das Deutsch-Schwedische Paar welches wir im Bare Foot Camp kennen gelernt hatten. Wir konnten auf Ihrem Parkplatz übernachten und kamen gerade zu einer Openair Kino Vorführung in Ihren Garten zurecht. Wir sahen Pulp Fiction auf einem gespannten Leintuch mit der beeindruckenden Skyline von Kampala im Hintergrund. War ein schönes Erlebnis. Sonst mussten wir Camps suchen da Wildcampen nirgends ging.
Auf der Grenze nach Ruanda wird das Gebäck aller Einreisenden nach Plastiksackerl untersucht, da diese nicht eingeführt werden dürfen. Wir mussten unser Auto ziemlich abseits parken und so wurden wir nicht kontrolliert. In Ruanda wird rechts gefahren und es gibt häufige Geschwindigkeitskontrollen mit Radar. Auch in Ruanda fanden wir keinen Schlafplatz und fuhren schon im Dunkel zu einem Gesundheitszentrum, wo wir stehen durften.
In Gynseni der Grenzstadt zum DRC ließen wir unser Auto im Paradise Camp stehen und fuhren mit dem Taxi zur Grenze. Die erste Grenze, die wir zu Fuß überquerten und dann fuhren wir mit einem weiteren Taxi in unser gebuchtes Hotel in Goma. Mittlerweile waren wir schon etwas nervös, weil wir von der Dame von dem Büro, wo wir alles gebucht hatten keine Antwort auf unsere Mails und SMS bekamen. Es war schon Sonntag und wir wussten noch immer nicht wo und wann wir am Montagmorgen sein sollten und vor allem wie wir dahin kommen. Am Abend rief Martin direkt bei der Verwaltung vom Virunga Nationalpark an. Er erfuhr, dass wir zweieinhalb Stunden fahren müssen und ein Taxi hin und retour 360 € kostet. Zum Glück kann er mittlerweile schon sehr gut handeln und so zahlten wir „NUR“ 180 €.
Wir bekamen unser Frühstück um 6 Uhr und wurden um 6:30 vom Taxi abgeholt. Die Fahrt ging über eine Straße aus aufgeschütteten Lavabrocken und großen Wasserlacken. Unser Fahrer nannte das Geholpere afrikanische Massage. Jeden Kilometer entlang der Straße stand ein Soldat wache. Die letzte halbe Stunde fuhren wir auf einer kleinen Piste, die aber wesentlich angenehmer war.
Beim Haus der Ranger angekommen waren schon sechs weitere Leute da. Wir trugen uns in ein Buch ein und der Guide erklärte uns, wie wir und verhalten müssen. In Gegenwart der Gorillas nur leise sprechen, nicht in die Augen starren, keine plötzlichen Bewegungen machen, nicht essen, trinken oder rauchen. Wir bekamen alle eine Mundmaske um die Gorillas nicht anzustecken.
Nachdem die Ranger mittels Walkie Talkie erfuhren, wo sich Familien aufhalten, konnten wir endlich um 10:30 losziehen. Wir wurden in zwei vierer Gruppen geteilt und Martin und ich gingen mit einem jungen Paar zu der näheren Sichtung los. Ich war sehr froh zu hören, dass wir nur ca. 1 Stunde gehen müssen, weil ich schon von vier bis sechs Stunden Märschen gehört habe und Angst hatte es vielleicht nicht zu schaffen.
Wir zogen also im Gänsemarsch los, vorne ein Führer dann wir vier und hinten noch ein Führer. Es ging auf sehr schmalen Schneisen durch Felder, Hügel hinauf und hinunter. Jetzt waren wir froh, dass es bewölkt und eher kühl war. Nach etwas über einer Stunde trafen wir auf einige Ranger, die uns zeigten wo sich die Gorillas aufhielten. Schnell die Masken aufgesetzt und schon sahen wir sie. Da sie vom Gebüsch teilweise verdeckt waren, schlugen unsere Führer mit ihren Pangas die Zweige einfach weg. Soviel zu leise und keine hastigen Bewegungen.
Die ersten, die wir sahen waren ein großer Silberrücken der sich von eine Weibchen oder Jüngeren genüsslich lausen lies. Aber dann sahen wir immer mehr. Drei wirklcih enorme Silberrücken einen Halbwüchsigen und einen Kleinen, der wie ein Kobold aussah und herumsprang und herumrollte. Er schaukelte auf einer Liane oder versuchte sich als Seiltänzer auf einem Zweig. Währendessen bewegten sich die Großen langsam von einem Platz zum anderen und wir waren umringt von 8 bis 9 Gorillas. Wir wurden neugierig angeschaut und dann waren wieder Blätter und Zweige spannender.
Die Köpfe sind wirklich riesig aber sie haben kleine Augen und Ohren. Ihre Arme sind sehr viel dichter beharrt als der übrige Körper und die hellen schmalen Finger schauen aus dem Fell hervor wie aus einem dicken Pullover. Sie haben oft Haltungen, wie Menschen. Bohren sich zum Beispiel in der Nase und untersuchen dann sehr konzentriert was sie herausgeholt haben. Oder sie lassen die Unterlippe hängen und zupfen gedankenverloren daran herum. Sie legen eine Hand auf die Stirn und seufzen. Die Augen der Alten wirkten gedankenverloren, aber aus den Augen des Kleinen blitzte der Schalk. Er raufte öfter mit dem etwas Älteren und da ging es ganz schön wild zu. Ich hätte mich gerne niedergesetzt, aber wir waren immer in Bewegung und dann war die Stunde auch schon um.
Nachdem wir uns zurückgezogen haben, machten wir eine kurze Pause. Endlich ein bisschen sitzen, trinken, eine Banane essen und rauchen. Als wir uns auf den Rückweg machten wurde es sehr nebelig und wir dachten schon es beginnt zu regnen. Wir waren beide ziemlich müde, als wir endlich wieder beim Forsthaus waren. Dann zurück auf die schreckliche Straße, ein plötzlicher Wolkenbruch, sehr heftig aber sehr kurz. Der Verkehr in Goma mit einigen Staus und endlich wieder im Hotel.
Am nächsten Tag wieder zwei Taxis und dann waren wir wieder im Paradise Camp bei unseren Auto. Jetzt wollten wir die Rückfahrt  langsam angehen. In Ruanda und Uganda ist es hügelig und gebirgig und die Fahrt geht immer kurvig bergauf und bergab. Es wurde offenbar viel Wald gerodet und die Felder gehen steil die Berge hinauf.
Wir wollen weg von der Hauptstraße und fahren auf einer Schotterstraße kommen aber nicht weit. Alle paar hundert Meter ist eine kleine Brücke in eher bedenklichen Zustand bei der vierten (Bild) geben wir auf und fahren wieder zurück. Wir übernachten wieder beim Gesundheitszentrum.
Dann geht’s über die Grenze nach Uganda und zum Lake Bunyonyi. Da gibt es einen großen gut ausgestatteten Campingplatz direkt am See und wir blieben 3 Tage. Wäschewaschen, zusammenräumen und faulenzen. Wir mieten uns einen Einbaum für den Nachmittag und rudern am See herum. Leider ist es nicht wirklich warm genug zum Baden.
Beim Weiterfahren überquerten wir wieder den Äquator. Als wir Mittagspause machen wollten, trafen wir ein total nettes Paar aus Holland, welches wir vom Jungle Junktion kennen. Wir machten eine gemütliche Pause bei Kaffee und Tee und viel plaudern.
Auf einer kleinen Piste fahren wir zwischen vielen Quadratkilometergroßen Zuckerrohrfelder zur Krugers Farmcamping. Eine riesige Anlage von einen Deutschen. Zurück zur Hauptstraße gibt es auch einen einfacheren Weg. Weiter geht es zu den Hotsprings. Auch hier biegen wir bei einem Wegweiser auf die alte Straße ab. Wir fahren auf einer streckenweise recht anspruchsvollen Schotterstraße einen Berg hinauf und sind bald ganz alleine. Etwas so seltenes, dass wir uns einen Platz neben der Straße aussuchen. Die Aussicht wäre sehr schön aber leider ist es halt wieder sehr dunstig. Wir machen ein Lagerfeuer und beschließen noch einen Tag zu bleiben.
Wieder auf der Hauptstraße ist der Eingang zu den Hotsprings, aber da der Besuch pro Nase 65 Dollar kostet kehren wir wieder um. Bei einer Polizeikontrolle sollten wir Strafe zahlen, weil wir hinten keine Reflektoren haben. Wir versprachen sofort welche zu besorgen und durften ohne Strafe weiterfahren.
Wir fuhren zum Mpanga Forest, einen der wenigen noch erhaltenen natürlichen Regenwälder am Äquator. Wir machten mit einem Guide eine kleine Tour durch den Wald und ließen uns einiges über Vögel, Schmetterlinge und Bäume erklären.
Weiter ging’s nach Jinja in ein Camp direkt am weißen Nil. Wunderschöne Aussicht besonders vom Restaurant. Hier mussten wir nur die Hälfte zahlen, weil wir mit dem eigenen Auto durch Afrika unterwegs sind. Wir blieben 5 Tage und gingen einmal ins Restaurant feinen Fisch essen.
Dann kamen wir wieder nach Kenia und besuchten wieder die Kirche aber der Pfarrer war auf den Weg nach Brüssel. Sein Stellvertreter ließ uns auch übernachten und ich ging sogar am Sonntag in die Kirche weil so fröhlich gesungen wurde. In Kisumu der drittgrößten Stadt Kenias waren wir wieder am Viktoriasee. Unser letzter Stop war am Lake Naivasha und dann ging es über die Berge am Rand des Riftvalley zurück nach Nairobi in die Jungle Junktion, wo wir jetzt ja schon zu den Stammgästen gehören.
Das tolle hier ist ja auch, dass wir immer wieder sehr nette Leute kennen lernen oder bekannte von früher treffen. Leider hatte das Paar aus Österreich, welches wir bei unserem letzten Aufenthalt kennen gelernt haben, einen schweren Unfall auf der wahnsinnigen Kenia-Mombasa-Road. Sie mussten beide ins Krankenhaus und das Auto war ein Totalschaden. Diesmal haben wir eine deutsche Familie kennen gelernt, die mit ihren zwei Töchtern und ihre Sohn ein Familienjahr in Afrika unterwegs sind.
So das war es mal wieder. Diesmal sehr lange, weil ich hier leider von vielen Gesprächen und planen vom Blogschreiben abgelenkt wurde.
Liebe Freundinnen und Freunde ich würde mich diesmal ganz besonders auf Kommentare, Mails und Skypanrufe freuen damit die drei Wochen schneller vergehen.
Seid auch von Martin umarmt gegrüßt und geküsst
Franziska


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    christamanfred hat am kommentiert:

    hallo, liebe Franziska und Martin,
    schön wieder von euch zu lesen, staunen, eintauchen in eure welt!
    Die Bäume in mpanga sind echt imposant. die tollen brücken haben Manfred fasziniert weil es sich vorgestellt hat, er müsse da mit seinem hofer-brummi drüber, alle Achtung Martin, dass du das so schaffst!
    der Äquator hat mich schon in der schule interessiert, irgendwie wollt ich da auch einmal hin, um "erde, geografie" besser zu verstehen, aber wir sind in gross harras gelandet, toll ...... Smiley! aber, wir haben zwar nicht den Äquator im Handgepäck, es ist trotzdem super bei uns wir haben "bessere" brücken, hahaha.
    ... die Landschaften sind unheimlich schön, die heiße Therme, die Fleckerlteppiche, aber auch der Campingplatz am lake bunyonyi, traumhaft. Frage, Ihr habt sehr oft Kopfbedeckungen auf, warum, wegen der Hitze? andererseits seid ihr aber doch mit eher wärmerer Kleidung unterwegs?
    am 2. Oktober wählen wir das dritte mal, wahrscheinlich ganz, ganz dumme frage, könnt ihr auch von Afrika aus mittels Briefwahl wählen? jede stimme zählt.
    hallo liebe schwester, lieber Martin!
    wir freuen uns schon wieder auf eure nächste Reisebeschreibung!
    bleibt gesund, habt spass, Durchhaltevermögen von willi und überhaupt eine gute zeit,
    Bussi nasch Afrika
    christamanfred

  • Missing
    su szewczyk hat am kommentiert:

    so viele schöne bilder! beim 1. äquatorbild seht ihr fast winterlich aus! die bäume sind gigantisch. am lake naivasha war ich auch schon. am lake mit dem Einbaum könnte ich mir einen längeren Aufenthalt vorstellen.
    wie geht's dir den allein, nach so langer zeit? wir können gerne wieder mal skypen! Bussi su

willi Small

Virunga NP (DRC) – Ohne Worte

Gisenyi/Ruanda, 27.07.2016

Liebe Grüße,
Franziska und Martin

Gisenyi
Province de l'Ouest, Rwanda
  • Missing
    christamanfred hat am kommentiert:

    ... mir fehlen irgendwie die worte
    bussi und liebe grüße nach gisenyi

  • Missing
    su szewczyk hat am kommentiert:

    Wahnsinn - wie nah wart ihr denn? so ein beeindruckender silberrücken und so ein flauschiges Baby! ich beneide euch! Bussi su

  • Small
    willi hat am kommentiert:

    Hallo
    wir waren in Reichweite von den Gorillas und mitten drin. Sehr aufregend weil sich einmal vorne und dann wieder hinten was abspielte. Einer der Silberrücken hat mich fast gestreift. Wirklich ein Erlebnis!
    Bussi Franziska

  • Missing
    christamanfred hat am kommentiert:

    guten morgen liebe schwester, lieber Martin! jedes einzelne bild spricht ja für sich, aber das 3. von links in der untersten reihe - mea culpa - ist zum niederknieen, schaut irgendwie nach einer Diskussion aus mit dem 5. und 6. bild, eine kleine geschichte: Kind hat was angestellt und will sich entschuldigen, so sehs ich, großartig!
    Bussi nach gisenyi
    christamanfred

willi Small

Jungle Junction

Nairobi, 16.Juli 2016
Hallo liebe Leserinnen und Leser

Diesmal nur ein kürzerer Block bevor wir zu neuen Abenteuern aufbrechen.
Wir sind jetzt schon über zwei Wochen im Jungle Junction. Martins Mama ist noch immer im Spital und wird wohl noch länger bleiben. Wir telefonieren und skypen mit ihr und es geht ihr schon besser, aber sie wird erst entlassen, wenn sie fieberfrei ist.

Hier gehören wir schon zu den Stammgästen. Martin konnte einige Kleinigkeiten am Auto reparieren und den Tank vom Motorrad zum xten Mal abdichten. Ich habe geflickt und gestopft und halt so Sachen gemacht, die lästig sind aber leider notwendig. An unserem neunten Hochzeitstag waren wir in der feinen Bäckerei und haben uns am Abend gute Steaks gemacht.

Hier in der Nähe gibt es einen Botanischen Garten. Wie wir ihn besuchten war eine riesige Hochzeit mit einigen Hundert Gästen. Der Park ist aber nicht besonders.

Dann fuhren wir noch zu einem Giraffen Reservat. Hier werden die vom Aussterben bedrohten Rothschild Giraffen nach gezüchtet. War sehr lustig weil die Tiere von den Besucherinnen und Besuchern mit bereitgestellten Pellets ähnlichem Futter gefüttert werden können. Es gibt ein Haus mit einer Terrasse im ersten Stock wo die Giraffen hinkommen- Der Bulle ist 5,9 Meter groß und der Kopf ist riesig, wenn er dir aus der Hand frisst. Wenn du dich abwenden willst wirst du heftig angeblasen. Es gibt auch einen kleinen Vortrag über die drei Giraffenarten die es gibt. Wir erfuhren, dass Giraffen nur von mehreren Löwen erlegt werden können, weil sie sehr kräftige Beine haben und wilde Tritte austeilen können. Interessant fanden wir auch, warum die Warzenschweine sich gerne bei Giraffen aufhalten. Da sie sehr kurzsichtig sind profitieren sie von der guten Übersicht, die die Giraffen haben und werden so von Feinden gewarnt.

In den 10 Euro Eintrittspreis ist auch ein Besuch in einem Wald mit vielen Vögeln und dichten Buschwerk inbegriffen. So spazierten wir auf kleinen Wegen begleitet von intensivem Vogelgezwitscher zu einem Fluss mit kleinem Wasserfall. Das war ein netter Nachmittag.


Wir lernten hier viel Leute kenne. Ein Paar aus Österreich, Wien, Meidling, drei Paare aus der Schweiz, eines mit zwei Buben und zwei Paare aus Holland. Zwei der Paare haben von Griechenland bzw. von Italien ihre Autos nach Ägypten, Alexandria verschifft und sind nachgeflogen. Sie fuhren ohne Probleme durch Ägypten, den Sudan und Äthiopien hierher.

Wir haben daher nach einigen Überlegungen beschlossen, statt umzukehren doch im Osten hinauf zu fahren. Damit können wir den Plan „rund um Afrika“ erfüllen. Außerdem haben wir statt 20 Grenzen nur drei Grenzen und die Strecke ist viel kürzer. Und nicht zu Letzt sehen wir neue Länder! Die Visa für die Länder sind allerdings schwer und kompliziert zu bekommen.

Vorerst wollen wir noch nach Uganda und Ruanda fahren wofür wir schon die Visa haben. Und wir gönnen uns was ganz besonderes von dem wir viel vorgeschwärmt bekommen haben. In Ruanda kann man eine Tour buchen, die in einen Nationalpark über der Grenze im DRC zu einzigartigen Vulkanseen führt und wo wir auch eine Wanderung zu Gorillas machen können. Ist natürlich wahnsinnig teuer (ca. 600 Dollar/Person), aber die Kurz Visa, der Transport und die Unterkunft ist dabei. Wird ziemlich anstrengend werden aber wir freuen uns schon sehr darauf.

Gestern Abend gab es hier ein großes Grillessen. Mit knapp zwanzig Leuten. Da es ziemlich kalt war gab es eine große Feuerschale auf der Terrasse und das Essen war wirklich fein. Um das Feuer sitzend wurde dann noch viel geplaudert.

Morgen werden wir wieder mit Martins Mama skypen und wenn alles soweit in Ordnung ist wollen wir am Montag losfahren und in ca. drei Wochen wieder hier sein.

So das wäre es wieder.

Liebe Grüße an Euch Alle
Martin und Franziska

Nairobi
Nairobi Area, Kenya
  • Small
    Emanuel Berger hat am kommentiert:

    Und wir dachten schon wir würden Euch vielleicht auf Eurer südwärts Reise noch einmal treffen.
    Emanuel und Christine
    Eure Nachbarn mit dem roten MB Bus auf Oppi Koppi
    https://africanomads.wordpress.com/

  • Missing
    su szewczyk hat am kommentiert:

    hallo, ihr! Giraffen haben ganz tolle zungen - können sich ganz um einen arm winden! das mit der terasse ist eine super Idee! das giraffenresort ist das petronell von Nairobi - zweng der vielen Schulkinder? peach ist leider immer noch verschwunden!
    gute weiterfahrt! Bussi su

  • Missing
    su szewczyk hat am kommentiert:

    hurra! peach ist wieder da! nach 25 tagen und ca 60 gelaufenen Kilometern wurde sie gestern gefunden - und ist wieder zu hause!

willi Small

Nairobi – Mombasa – Malindi – Tsavo NP - Nairobi

Nairobi, 4.Juli 2016
Hallo liebe Leserinnen und Leser

Nach unserer Runde durch SO Kenia sind wir wieder in Nairobi im Jungle Junction gelandet. Ich sitze hier in einer sehr schönen und gemütlichen Lounge und hinter mir brennt ein Feuer im offenen Kamin. Ja auch das ist Afrika, kühle Nächte. Wir sind jetzt schon länger hier als geplant, weil Martins Mama im Spital liegt. Von hier aus können wir jederzeit mit allen in Kontakt treten und sind gut erreichbar. Wir konnten sogar dank Martins Bruder mit Ihr skypen. Zum Glück geht es Ihr schon besser und wir werden voraussichtlich am Donnerstag weiterfahren.

Vorige Woche ist mein ältester Cousin gestorben. Ist ein ziemlicher Schock für mich. Alle Tanten und Onkel sind schon tot und jetzt stirbt schon einer von der nächsten Generation. Ich bin jetzt die Älteste von der Familie meiner Mutter. Wenn wir uns auch die letzten Jahre kaum gesehen haben, haben wir als Kinder und Jugendliche viel Zeit miteinander verbracht.

Bevor wir Nairobi verließen besuchten wir noch eine Anlage für kleine Elefanten die keine Mütter mehr haben. Die Kleinen waren zwischen 1 und 3 Jahre alt. Jedes Kind hat einen eigenen Betreuer, der es alle drei Stunden mit einer 2 Liter Milchflasche füttert, es in den Wald begleitet und am Abend zudeckt und bei ihm in der Hütte schläft. Wir sind gerade zur Schlafengehzeit gekommen und die Kleinen sahen süß aus unter ihren Decken. Eine junge Giraffe und ein altes Nashorn leben auch dort.

Aber jetzt zu unserer Rundfahrt. Wir sind von Nairobi Richtung Süden nach Mombasa gefahren. Eigentlich eher gekrochen, denn auf dieser Straße, die von und zum Hafen in Mombasa führt, fahren in beide Richtungen hunderte von LKWs. Die 300 km waren echt anstrengend. Da Martin ja hier im Auto auf der falschen Seite sitzt, musste ich ihm ansagen ob das Überholen geht. Ganz schön stressig.

Mombasa ist laut, viele Menschen und der Verkehr staut überall. Es gibt immer noch keine Brücke und wir mussten wie vor 40 Jahren mit der Fähre übersetzen.

Die Twigga -Lodge ist immer noch wunderschön. Die Bäume sind größer geworden, es gibt mehr Palmen am Strand aber ich hatte gleich bei der Ankunft das Gefühl des Wiedererkennens. Die Wasch- und Toilettanlagen sind allerdings schon sehr heruntergekommen. Keine Wasserkanister mehr am Dach, nur kalte Duschen. Da ist glaub ich in den 40 Jahren nicht viel getan worden. Die Bar und das Restaurant sind anders als früher und den kleinen Shop gibt es nicht mehr. Dafür kommen immer noch Männer mit fangfrischem Fisch und Obst und Gemüse vorbei. Ein alter Mann der sich, wie vor 40 Jahren Avacadoman nennt ist auch noch da.

Wir hatten den großen Platz und den schönen Strand fast für uns alleine. Nur ein Paar aus Österreich, witzigerweise stammt er aus Bruck/Leitha, kamen noch dazu. Sie sind schon 4 Jahre unterwegs und waren auch gerade zum ersten Mal zu Besuch in Österreich. 

Wir waren so richtig faul. Martin ging ein paar Mal schwimmen, aber mit meiner Verkühlung war es mir zu kalt. Gemeinsam gingen wir am Strand spazieren, spielten Scrabble oder lasen. Zum Vollmond machten wir am Strand ein Lagerfeuer, welches trotz des starken Windes schön brannte.

Die einzige Aktion waren die Affen, die sich sogar vom Tisch an den wir beide saßen eine Banane und eine große Papaya holten. Wir ließen uns von Rudi eine Steinschleuder machen und die wirkte auch ohne schießen abschreckend. Rudi heißt aus Swahili „der der zurückkommt“ und das tat er auch mehrmals täglich. Er bemühte sich mir ein paar Brocken Swahili beizubringen und schnorrte wie die anderen Besucher Zigaretten. Martin hat sich mit David einen Holzschnitzer angefreundet, der auch täglich auf Besuch kam. Leider gingen für alle die Geschäfte schlecht, weil keine Touristen da waren.

Nachdem ich im Dunklen über einen im Gras liegenden Baum gestolpert und gestürzt bin ließ ich mich ein paar Tage später an drei Morgen massieren. Die junge Frau war echt gut und erzählte mir, dass ihr das ihre Oma beigebracht hatte.

Nach drei Wochen rafften wir uns endlich auf und fuhren Richtung Malindi. Ungefähr 50 km davor geschah direkt vor unserem Auto ein schrecklicher Unfall. Ein Motorradfahrer kam vom Asphalt auf den Schotter und überschlug sich mit seiner Maschine. Wir rannten sofort hin. Der Fahrer hatte keinen Helm auf und sein Gesicht war eine blutige Masse. Seine Augen waren nur einen Spalt geöffnet und ich konnte nur das Weiße sehen. Zuerst glaubte ich er war tot, aber dann spürte ich auf seiner Brust, dass er noch atmete. In der Zwischenzeit haben sich schon viele Leute eingefunden, doch niemand wollte einen Arzt oder die Rettung rufen. Wir versuchten ihm das Gesicht ein bisschen zu säubern. Plötzlich riss der Mann die Augen auf und versuchte sich aufzusetzen. Zwei Männer hoben ihn auf und brachten ihn zu einem Motordreiradtaxi und fuhren mit ihm weg.

Wir waren beide ziemlich geschockt und fuhren langsam weiter. Jetzt erst kam mir der Gedanke, dass zum Glück niemand glaubte wir hätten den Mann angefahren. Das hätte bei dieser aufgebrachten Menge ganz schön unangenehm werden können. Wir bogen bei der ersten Tafel die auf einen Campingplatz hinwies von der Straße. Leider stellte sich heraus, dass hier eine Nacht 20 Dollar pro Person kostete, wie in den Nationalparks. Das waren 5 Nächte in der Twigga Lodge. Wir standen auf einem Schotterweg, es gab nur kalte Duschen und verwahrloste Toiletten. Wir stritten herum, aber wir waren zu erschöpft um wieder wegzufahren.

Am nächsten Tag kamen wir nach Malindi, fuhren aber weiter zum Bare Foot Camp. Eine ziemlich schlechte Erdstraße und als wir ankamen war das Camp geschlossen. Nachdem der Mann, der auf alles aufpasste, die Chefin angerufen hat durften wir uns direkt an den Strand stellen. Das Camp gehört einen spanisch stämmigen Kenianer dessen Vater ein Baske nach Afrika auswanderte. Seine Frau ist stolze Kenianerin der dritten Generation. Ihre Urgroßeltern sind aus Indien zum Eisenbahnbau nach Kenia gekommen, Sie haben zwei Töchter und es ist wirklich gemütlich bei ihnen. Das Wasser für die Dusche wurde am Feuer gewärmt und ich wurde gleich zu einem Kaffeeklatsch eingeladen. Am zweiten Abend wurde ein großer Topf Hühnercurry gekocht und wir aßen in einer sehr fröhlichen Gesellschaft. Außer den Gastgebern waren noch ein befreundetes afrikanisches Paar und ein Deutscher mit seiner finnischen Freundin da. Beide arbeiten in Kampala und machten hier Urlaub. Das war wirklich ein toller Abend, gutes Essen, angenehme Musik, nette Leute und zum Abschluss ein großes Lagerfeuer.

Aber das wirklich überwältigende an diesem Platz war der Strand. 5 km lang 400 m breit feinster Sandstrand völlig leer. Atemberaubend. Martin genoss es mit dem Motorrad dahinzusausen.

Nach drei Tagen erleichterten uns die immer wieder auftauchenden kurzen Regenschauer unseren Aufbruch. Jetzt ging es auf Piste in Richtung des Tsavo Nationalpark. Auf den Weg fanden wir endlich wieder einmal einen richtig schönen Platz im Busch und wurden auch von niemand besucht.

In Kenia müssen wir nur 20 Dollar für unser Auto zahlen, der Eintritt ist 60 Dollar und das Camp 20 Dollar pro Person für 24 Stunden. Die Landschaft ist meist ziemlich karg, nur kurzes braunes Gras mit vereinzelten Büschen und Bäumen. Endlich konnten wir wieder unsere Blicke in weite Ferne wandern lassen Wir sahen das wofür der Tsavo berühmt ist, immer wieder Gruppen mit Elefanten. Die waren aber nicht grau sonder meist rotbraun wie die Erde mit der sie sich gerne duschen. Wir sahen kaum Gazellen oder Antilopen, einige Giraffen und einen Schakal. Im Camp waren wir wieder einmal alleine und es gab natürlich nur kalte Duschen. Da wir am nächsten Tag um 9:30 beim Tor sein mussten stellten wir den Wecker für 5 Uhr.

Beim verlassen des Camps am Morgen wären wir nach einer Kurve fast in eine Gruppe Elefanten gefahren, die aber schnell von der Straße gingen. Wir machten noch eine Runde zum Fluss, wo wir ein paar Nilpferde und einige Krokodile sahen.

Dann waren wir wieder auf der schrecklichen Straße nach Nairobi. Wir bekamen im Bare Foot Camp den Tipp, dass wir durch ein Dorf mit einem großen Sikh Tempel kommen, wo man gratis essen und frisches billiges Gemüse kaufen kann. Wir fanden den Tempel, der wirklich sehr beeindruckend war. Wir mussten unsere Schuhe ausziehen und Martin band sich ein Tuch um den Kopf, da Kappen und unbedeckte Köpfe nicht erlaubt waren. Das vegetarische Essen konnten wir uns von einem Buffet holen und es schmeckte gut und interessant. Ich kaufte noch Gemüse und dann ging es weiter.

Da wir auf dem Weg keine Möglichkeit zum Übernachten fanden fuhren wir durch bis Nairobi, wo wir um 5 Uhr ankamen. Das war natürlich eine sehr schlechte Zeit und wir standen im Stau. Unterwegs kauften wir schnell noch ein und waren total erledigt als wir endlich um 7 Uhr im Jungle Junction ankamen.

So das war es für diesmal. Wir würden uns ganz wahnsinnig über möglichst viele Kommentare freuen. Wir hören immer wieder dass viele Leute den Blog lesen aber ich würde gerne wissen ob ich das schreibe was Euch interessiert und ob Ihr Fragen habt.

Liebe Grüße, Bussis und Umarmungen
Martin und Franziska

P.S.: Jetzt gibt es auch noch einen NACHTRAG zu unserer Reise!

Wie alles begann: http://www.permondo.com/tours/1934/blog 

Nairobi
Nairobi Area, Kenya
  • Missing
    su szewczyk hat am kommentiert:

    oh, die Babys! twiga lodge könnte mir auch gefallen, und der tempel ist sehr malerisch.
    mir geht's momentan gar nicht gut - peach ist am nächsten tag aus ihren neuen zu hause entlaufen. am 4.7. wurde sie gesichtet, also bin ich mit den Hunden rauf gefahren(2 std eine fahrt - ist bei haugsdorf) und hab gesucht und gerufen. leider ohne erfolg. seither wurde sie nicht mehr gesehen! und mir geht's gar nicht gut und ich mach mir grosse sorgen!

  • Small
    karin hat am kommentiert:

    Grossartig sind die Elefanten! !wir sollten dringend eine neue Decke häkeln und die den kleinenzur Verfügung stellen.
    Ich hab eine Woche ohne Familie und fahr im August nach Berlin, bornholm und nach piran. Mir geht's im Gegensatz zu su recht gut, abgesehen von kranken Katzen, was ich so als chronisch belastend erlebe.
    Lg karin.

  • Missing
    Marion und Michael Pötzschke hat am kommentiert:

    Hallo Ihr Zwei,
    schön von Euch zu hören. Das klingt nicht nur spannend, sind auch wieder wunderschöne Bilder. Einiges werden wir ja auch sehen, hoffen wir jedenfalls. Zurzeit sind wir im Sommerurlaub (naja der 2. Teil des Wortes trifft wenigstens zu) in Sachsen. Momentan stelle ich den Reisebericht fertig.
    Lasst es Euch gut gehen. Wirfreuen uns auf weitere Berichte.
    LG Marion und Michael

willi Small

Hin und zurück

Nairobi, 29. Mai 2016
Hallo Ihr Alle

Wir sind seit Freitag wieder in Nairobi. Unglaublich, wie schnell das geht.
Beide Flüge waren ziemlich anstrengend, besonders weil es so eng ist. Zum Rückflug mussten wir beim Umsteigen in Doha 38 Minuten zu unserem Gate laufen bzw von einen Förderband zum anderen sprinten. Wir waren beinahe die letzten aber eine Zigarette mussten wir rauchen. Fein war, dass wir eine Dreierbank beim Fenster für uns hatten.

Bei der Ankunft in Nairobi war es düster und es hatte 16 Grad. Wir konnten am Flughafen ein Sammelvisum für Kenia, Uganda und Ruanda um 100 USD bekommen. Sehr erfreulich, wenn es einmal so einfach geht.
Unser Willi war noch unbeschädigt da und hat auch gar nicht gemuffelt. Wir sind gleich schlafen gegangen.

Bei unserer Ankunft in Wien war es auch düster und kühl. Das Wiedersehen mit Brigitte und Johann war aber glücklich und sehr warm. Wir fühlten uns sehr verwöhnt. Schönes Zimmer, gutes Essen und eine tolle Badewanne. Martin konnte sich im Bett so richtig ausstrecken und konnte ohne sich bücken zu müssen kochen.

Es war schön die Familie und Freundinnen und Freunde zu sehen. Aber das Schönste waren die vielen Gespräche, die mir schon sehr gefehlt haben.

Wir besuchten auch unser Haus, wo wir einige Sachen holen mussten. Die Katzen sind prächtig, waren aber uns gegenüber zurückhaltend.
Martin bekam seine Zähne gerichtet und ich kurierte meine Bronchitis.
Wir organisierten unsere Pässe, was am Land richtig stressfrei ist.

Martin musste einen eingeschriebenen Brief abholen und dann kam der Schock. Man teilte ihm mit, dass die Verlängerung für ein weiteres Karenzjahr abgelehnt wurde. Zwei Wochen lang wurden alle Möglichkeiten diskutiert aber dann kam die erlösende Zusage. Wir müssen also erst im September 2017 zurück sein.

Da wir gerade zur richtigen Zeit in Österreich waren konnten wir zur Stichwahl wählen gehen. Anschließend gönnten wir uns Luxus und fuhren zwei Tage in die Therme Laa.

In Zuge unserer Diskussionen wurde uns auch klar, wie wir weiterfahren werden. Nach Kenia wollen wir noch Uganda und Ruanda besuchen. Über Äthiopien sind wir uns noch nicht sicher. Dann fahren wir über Sambia und Namibia nach Angola. Von dort geht es wieder die Westküste hinauf. Wir möchten auch gerne die Länder besuchen, die wir wegen der Ebola auslassen mussten.

Jetzt fahren wir einmal Richtung Mombasa und besuchen falls es leistbar ist den Tsavo und/oder Amboseli Nationalpark. In Mombasa hat es um die 30 Grad und wir wollen endlich Strandurlaub machen.

So das wäre es wieder einmal. Eigenartigerweise haben wir in Österreich kaum fotografiert. Es gibt diesmal also nur wenige Bilder.

Liebe Grüße und seid umarmt
Martin und Franziska.


Nairobi
Nairobi Area, Kenya
  • Missing
    christamanfred hat am kommentiert:

    Hallo liebe Schwester, lieber Martin!
    schön zu hören, dass Ihr wieder gut in Nairobi angekommen seid!
    Gesundheit, Abenteuer und viel Spass!
    Liebe Grüße Christa und Manfred

  • Missing
    su szewczyk hat am kommentiert:

    na, seid ihr schon auf dem weg zum Meer! ich beneide euch, dort ist es sehr schön! bei uns ist es auch endlich sommerlich! lasst es euch so richtig gut gehen! Bussi su

willi Small

Ngorongoro, Lake Victoria, Masai Mara und Nairobi

Nairobi, 23.04.16
Liebe Leserinnen und Leser

Ich habe gerade gesehen, dass der letzte Blog schon ein Monat her ist. Hat sich viel getan in der Zeit.
Wir sind jetzt schon in Kenia, in Nairobi und stehen im Jungle Junction Camp. Sehr angenehm, noch ziemlich neu, gut geführt und freies Internet und Waschmaschine.

Aber zurück nach Malawi. Der Abschied von der Irentefarm ist uns schwer gefallen. Haben noch von den hausgemachten Köstlichkeiten, wie Brot, Butter, Milch, Käse und Marmeladen mitgenommen.

Wir fuhren nach Moshi und übernachteten bei Deutschen, die wir auf der Farm kennen gelernt haben. Wie erwartet war vom Kilimanjaro fast nichts zu sehen. Das Hotel und der Campingplatz von wo aus Michael den Berg bestiegen hat gibt es anscheinend auch nicht mehr. Weiter ging es nach Arusha wo wir im Masai Camp ganz alleine waren. Dort gab es eine Tourismusinfo und wir haben uns eine Tour anbieten lassen. Vier Tage Ngorongoro Krater und Serengeti hätte 950 Dollar pro Person gekostet. Leider nicht leistbar. So fuhren wir weiter Richtung Krater und im Panaroma Camp kurz davor haben wir dann doch eine Tour gebucht. Ein Tag Kraterrundfahrt mit Auto, Fahrer und noch drei weitere Personen inkl. Lunchpaket und Transfer 160 Dollar pro Person. Auch viel Geld aber wenn wir mit unserem Willi nicht in die Serengeti können, wollten wir wenigstens in den Krater.

Und das war wirklich einzigartig. Zuerst einen Berg steil hinauf mit herrlicher Aussicht auf den Krater. Unten ist es ganz eben und leer. Nur Gras, einige Bäume, kleine Seen und andere Tourenautos. Wir sahen verschiedene Gazellen und Antilopen, Zebras, Büffel, 2 Nashörner in der Ferne und Löwen. Einer schlief bei einem Busch an der Straße und daneben war ein halb gegessenes Gnu. In den Seen gab es Hypos, Flamingos uns andere interessante Vögel. Auf dem Rückweg durch den Wald wieder den Berg hinauf überraschten uns dann viele Elefanten. Wir waren begeistert und am Abend sehr müde.

Wir beschlossen die Serengeti im Westen Richtung Lake Viktoria zu umfahren und nach der Grenze in Kenia zu versuchen in das Masai Mara Reservat zu kommen. Die kleinen Straßen stellten sich besonders in der Regenzeit als ziemlich anstrengend heraus. Leider ist aber auch diese abgelegene Gegend voll Menschen, Dörfer und Felder.

Jeden Nachmittag war es daher wieder spannend einen Schlafplatz zu finden. Wir hatten immer mehr oder weniger Besucher mussten aber nie weiterfahren. Einmal standen wir bei einer Hausruine nahe der Straße. War praktisch, weil wir in der Ruine duschen und aufs Klo gehen konnten Auf einem Platz grasten viele Zebras. Insekten gibt es hier weniger weil wir uns meist über 1500 m Seehöhe befinden und es in der Nacht ziemlich kühl ist. Ich fülle mir fast jede Nacht eine Wärmeflasche für meinen Bauch. Einmal hab ich mir dabei die Hand verbrüht und habe dann mit der heißen Flasche am Bauch und einer eiskalten Redbulldose in der Hand eingeschlafen.

Der Lake Viktoria ist der größte Afrikas und der zweitiefste der Welt. Wir übernachteten zweimal auf Campingplätzen am See. Sofort hatten uns wieder die Moskitos und sehr laute Frösche in der Nacht. Leider ist auch hier nicht möglich wild am See zu stehen und so gurkten wir weiter.

Der Grenzübergang nach Kenia war einfach und das Visum kostete nur 50 Dollar pro Person. Allerdings wollten sie uns auf der Bank im nächsten Ort die Tanzanischen Shillinge nicht wechseln. Wir hoffen, dass wir das in Nairobi tun können.

Zweimal schliefen wir bei katholischen Kirchen und hatten nette Unterhaltungen mit den Leuten dort. Meist werden wir mit skeptischer Bewunderung betrachtet. Die meist jungen Burschen wollen viel über Österreich und Europa erfahren. Es ist nicht möglich zu erklären, warum wir bei uns so wenige Kinder haben und viele glauben, dass wir nur zwei haben dürfen. Manchmal werden wir eingeladen zu ihrem Haus zu kommen aber wir sind meist sehr müde und wollen nur mehr essen. Es ist nicht leicht zu erklären, dass wir lieber in unserem Haus schlafen. Ich ärgere mich, dass ich kein Swahili kann, das würde die Verständigung sehr vereinfachen.

Das Masai Mara Reserve kostete für 24 Stunden 200 Dollar Eintritt mit Camp für uns beide und nur 20 Dollar für das Auto. Hier sahen wir Büffelherden, verschieden Böcke, 3 Hyänen, 1 Schakal, 2 Krokodile und unzählige Hypos mit Babys. Kurz vorm Rausfahren gab es dann viele Giraffen und Elefanten. Der erste Tag war teilweise verregnet aber am nächsten Vormittag schien die Sonne über die schöne Landschaft.

Das tolle ist, dass auch außerhalb des Reservats die Landschaft mit den großen Ebenen weiter geht. Auch gibt es neben den Kühen und Ziegen viele Zebras, Büffel und sogar Giraffen. Die Straße ist hier aber eine Schlammpiste oder eine schlimme Schotterstraße. Endlich erreichten wir die Asphaltstraße und ließen gleich im ersten Ort den Willi, der bis zum Container voll Schlamm war, abspritzen.

Dann ging es Richtung Nairobi. Als wir in einer Stadt vor einem Restaurant einparkten, wurden wir mit einem „Servas“ begrüßt. Die zweiten Österreicher nach dem Oberösterreicher in Malawi auf unserer Reise. Helmut lebt mit seiner kenianischen Frau in der Nähe von Nairobi und hatte gerade ein Paar aus Österreich auf Besuch. Wir aßen zusammen und es gab viel zu plaudern.

Wir fuhren weiter wollten aber vor Nairobi noch einmal übernachten. Das war eine gute Entscheidung, denn am nächsten Morgen gingen die Staus los. Zuerst quälten wir uns mit hunderten LKWS in beide Richtungen einen Berg hinauf und hinunter. Die Aussicht über das Rift Valley war aber wirklich schön. Dann krochen wir über den Nairobi Highway, vierspurig mit getrennten Fahrbahnen aber Dörfer mit vielen Leuten, die auch über die Straße gingen. Am Stadtrand von Nairobi bogen die LKWS zum Glück Richtung Mombasa ab. Wir fanden ein supermodernes Einkaufszentrum, wo wir auf einer Terrasse im zweiten Stock Pizzas aßen. So gestärkt kauften wir ein und fuhren etwas umständlich zum Camp.

Und jetzt kommt die Überraschung. Wir haben beschlossen für ein Monat nach Hause zu fliegen. Wir sind zurzeit reisemüde und von Ostafrika ziemlich gestresst. Von Nairobi aus gibt es schon recht preisgünstige Direktflüge und Brigitte und Johann haben uns eingeladen bei ihnen zu wohnen.
Außerdem haben wir in Österreich einiges zu erledigen. Wir brauchen beide einen neuen Pass, den wir hier zwar auch bekommen würden, aber unsere Erfahrungen mit dem Notpass waren nicht so toll. Außerdem muss das Visum für Äthiopien im Heimatland beantragt werden. Und zu guter Letzt wissen wir nicht, wie wir weiterfahren sollen und wollen das zu Hause gründlich recherchieren.
Übrigens falls jemand Lust hat auch Informationen für eine mögliche Weiterfahrt mit einem LKW von Äthiopien nach Österreich zu suchen, wir sind für Vorschläge dankbar.

Auf diesen Campingplatz sind viele auf Langzeitparken untergebracht und wir können unseren Willi hier sicher abstellen. Es gibt ein Shuttleservice in die Stadt und zum Flughafen, von wo wir auch wieder abgeholt werden.

Wir müssen nur mehr den Flug checken und dann geht es los. Wenn alles klappt sind wir in einer Woche zu Hause.

Liebe Grüße
Martin und Franziska


Nairobi
Nairobi Area, Kenya
  • Missing
    Swantje hat am kommentiert:

    Hey Reisende,
    das sind wirklich überraschende Neuigkeiten! Ich freu mich drauf, euch wieder zu sehen. Bis dahin müssen wir das heutige Wahlergebnis verarbeiten und ihr kommt gerade rechtzeitig, um Van der Bellen in der Stichwahl zu unterstützen. Sein blauer Gegenspieler hat über 35% bekommen... Bis bald Bussi Swantje

  • Missing
    V und N hat am kommentiert:

    Das ist eine Überraschung. Freue mich euch zu sehen. Meldet euch wenn ihr hier seid. Auch bis bald. Verena

  • Missing
    christamanfred hat am kommentiert:

    hallo, liebe Franziska und Martin,
    das ist aber eine Überraschung, dass ihr euch so kurzfristig entschlossen habt nach Österreich zu kommen. schön!!! vielleicht hören wir uns ja kurz, ok?
    aber zu eurer reise, die Fotos sind wieder wunderschön und aufregend obwohl ich mich wahrscheinlich nicht getraut hätte so in die nähe von "wilden" Tieren zu begeben. und habt ihr eh genügend schutz gegen die Moskitos? ich freue mich, dass es euch gut geht.
    BP-Wahl ist fürchterlich ausgegangen, gibt aber Gott sei dank eine Stichwahl.
    Bussi nach Afrika
    christa und Manfred

  • Missing
    su szewczyk hat am kommentiert:

    freu mich schon auf euch! Bussi su

  • Small
    Feel Leeb hat am kommentiert:

    Surprise! Guten Flug!:-)

  • Small
    karin hat am kommentiert:

    Überraschung gelungen!!!
    Dann Wiedersehen bei der nächsten Frauenrunde? ?
    Lg karin

  • Missing
    Gaby Kozar hat am kommentiert:

    Ja Liebe Franziska, da Freue Ich mich Aber Auch. Vielleicht hast ja Auch Mal Zeit Für mich. Wunderschöne Fotos, Wie Immer!

  • Missing
    christamanfred hat am kommentiert:

    guten morgen liebe Franziska und Martin!
    das ist ein schönes aufstehen für mich, wenn ich von euch höre. geht's euch gut? was macht deine verkühlung? Martin wie nahe gehtst du eigentlich ran an die Tiere? deine Fotos sind echt wunderschön und versetzen mich ein bisschen nach Afrika, ich freue mich für eure Abenteuer.
    ich umarme euch, Gesundheit und schöne zeit!
    Bussi nach Afrika
    christamanfred

willi Small

Jambo – Habari - Umzuri

Bagamayo, 22.03.16
Liebe Leserinnen und Leser

Wir sind schon in Tansania, in Bagamoyo. Diese Stadt war Ende des 19.Jhdt. die Hauptstadt von Deutsch Ost Afrika, was noch an einigen alten Gebäuden zu sehen ist. In der Traveller Lodge direkt am Indischen Ozean ist es sehr schön und ruhig. Die Anlage ist weitläufig mit vielen unterschiedlichen Bäumen, meist Palmen, wie ein großer botanischer Garten. Es gibt schöne Hütten, viel schattigen Platz zum Campen und ein schönes schattiges allerdings etwas teureres Restaurant. Die Gäste sind meist junge deutsche Gruppen. Da es hier auch Wifi gibt will ich einen kurzen Blog schreiben.

Eure vielen Kommentare haben uns sehr gefreut. Swantje mich haben 3 jährige Kinder, die rechnen und schreiben können eher an Japan erinnert. Es freut mich sehr Christa, dass Du jetzt auch den Blog lesen kannst. Verena Dich kann ich mir gar nicht ein Jahr ohne Arbeit vorstellen. Heimweh habe ich zurzeit wegen dem hier unerträglich schwülen Wetter, wo die Vorstellung von Kälte und langsamen Frühlingsbeginn schon sehr verlockend ist. Und Su Deine Aktivitäten häufen sich ja ganz schön. Das Museum war recht einfach aber das Dinosaurierskelett und die Fundstücke von Urzeitmenschen war schon beeindruckend.

Der Grenzübergang nach Tansania war wider Erwarten unkompliziert, wenn auch langsam. Haben jetzt Visa für 3 Monate und eine Versicherung für 6 Monate, die in mehreren Ländern gilt.
Wir fuhren auf guter Asphaltstraße mit starken LKW-Verkehr Richtung Dar es Salam und konnten unterwegs wieder im Busch campen. Die Hauptstraße führt durch einen kleinen Nationalpark, wo wir zu unserer Überraschung tatsächlich Tiere sahen. Elefanten, viele Giraffen und Zebras, Büffel, Gazellen und Warzenschweine. Die dürften an den starken Verkehr gewöhnt sein,

In Dar es Salam mieteten wir uns für 3 Nächte ein Hotelzimmer mit Klimaanlage um endlich wieder einmal im kühlen schlafen zu können. Wir konnten auch fernsehen und sahen zwei Actionfilme. Jetzt weiß ich wieder das mir ein Fernseher nicht abgeht.

In Dar es Salam war viel Verkehr mit Staus, was in der Hitze ziemlich anstrengend ist. Wir hatten überhaupt keine Lust in der Stadt zu bummeln. Leider hatten wir auch einen Autounfall beim dem zum Glück niemanden was passiert ist. Der Pkw der hinter uns gefahren ist war so nah, dass wir ihn nicht im Rückspiegel sehen konnten. Martin wollte zurückschieben und dann krachte es. Das Auto war vorne ziemlich eingedrückt. Wir wollten das mit unserer Versicherung erledigen aber die Fahrerin wollte nichts davon wissen, die Polizei einzuschalten. Zwei Männer, offenbar Mechaniker, die gleich mit einem Rucksack voll Werkzeug auftauchten versuchten das Auto an Ort und Stelle zu reparieren. Es gelang ihnen auch den Kühler wieder an seinen Platz zu bringen aber dann rann auf einmal das Wasser aus. Wir verhandelten hin und her und einigten uns, dass wir 250 € zahlten. Das ganze hat einen Nachmittag gedauert und war ziemlich anstrengend.
Für die lange Strecke die wir schon gefahren sind und vor allem die vielen chaotischen Städte und der Tatsache, dass wir seit Namibia links fahren, sieht unserer Unfallbilanz eigentlich sehr gut aus. Im Marokko das Auto auf den Parkplatz, dass wir anfuhren, in Kamerun das Auto welches uns hinten hinein fuhr und jetzt dieser Unfall. Hoffentlich bleibt es so.

Auf dem Konsulat von Kenia erfuhren wir, dass wir unsere Visa an der Grenze bekommen. Der einzige Supermarkt den wir fanden, war ein absolut exquisiter Laden, der hauptsächlich weiße Kundschaft hatte und natürlich sehr teuer war. Wir kaufte uns ein paar Leckereien, wie Frischmilch, Joghurt, Butter und Käse und fuhren aus der Stadt.
Jetzt wollten wir endlich ans Meer, welches wir in Dar es Salam nur kurz gesehen hatten. Und da sind wir jetzt. Allerdings ist hier nichts mit schwimmen. Das Wasser ist am Ufer richtig heiß und selbst bei Flut sehr seicht. So haben wir ein warmes Sitzbad genommen.
Im Wasser lernten wir auch einen Oberösterreicher kennen, der mit seiner Frau und drei kleinen Kindern schon neun Monate in Tansania ist. War lustig einmal wieder Dialekt zu hören und zu sprechen. Besonders lustig ist es, wenn eine traditionell gekleidete tansanische Frau im breiten oberösterreichischen Dialekt spricht. Die Kinder wachsen dreisprachig auf. Die Landessprache hier ist Swahili und ich ärgere mich sehr, dass ich mein Wörterbuch zu Hause vergessen habe. Das und mein Tagebuch von der ersten Reise wären jetzt sehr hilfreich und interessant.

Der Oberösterreicher hat uns eine Lodge empfohlen die zu einer Farm gehört und wo es viel kühler sein soll. Dahin brechen wir morgen auf. Wir streichen die Insel Zanzibar, weil wir nur Passagierfähren, dort alles ist teuer und es soll noch heißer sein als hier. In Tansania wollen wir noch nach Arusha und Moshi am Fuß des Kilimandjaro fahren. Den Ngorogoro Krater und die Serengetti können wir mit unserem Auto nicht besuchen. Vielleicht fahren wir aber noch zum Viktoria See. Dann kommt Kenia und weiter wissen wir noch nicht.

Sobald ich einen Blog geschrieben habe fällt mir soviel ein worüber ich noch schreiben könnte. Die vielen Gedanken, die mir auf den langen Fahrten durch den Kopf gehen. Die vielen Gesichter von Menschen denen wir begegnen. Die Unterschiede in den einzelnen Ländern. Die Leute in Tansania z.B. sind viel zurückhaltender als in Malawi. Sie grüßen freundlich kommen aber selten her zu uns. Wir sehen Frauen, die hier wieder öfter traditionell gekleidet sind, Massaimänner in roten Tüchern mit ihren Kühen, Massaifrauen haben wir noch keine gesehen. In den Städten gibt es eine Mittelschicht mit Frauen und Männer im Businessoutfit, die auch die Gäste in den Hotels und Restaurants sind. Dazwischen vor allem bei Staus Frauen und Männer die kalte Getränke, Nüsse, Sonnenbrillen, Socken und vieles mehr anbieten und bettelnde Kinder.

So jetzt mach ich Schluss, damit es nicht wieder so lang wird.
Seid herzlich gegrüßt, umarmt und geküsst
Martin und Franziska

F R O H E  O S T E R N
und viel Spaß beim Eiersuchen


 

Tanzania
, Tanzania
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    su szewczyk hat am kommentiert:

    ha, diesmal hab ichs wieder geschafft! ja, in der lodge könnte es mir gefallen, und die hütte ist ganz allerliebst! lustig, aus deinem mund zu lesen das dir fernsehen nicht abgeht! es gibt zwar kein osterfrühstück - aber eine jause bei Brigitte. ich wünsch euch auch schöne Ostern! Bussi su

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    christamanfred hat am kommentiert:

    guten morgen, franziska und martin,
    bin eifrig am "durchschmöckern"! ist wieder alles ok nach Deinem skorpionstich? versuche euch auf der landkarte aufzustöbern, tansania ist mir ja ein begriff aber lake malavi kann ich (noch) nicht genau zuordnen. habt Ihr Euch schon den dinosaurier und die fundstücke angesehen? das schulprojekt camp floja ist echt interessant! ich unterrichte und alphabetisiere 3 afghanische flüchtlingsfamilien in deutsch in unserer nachbarortschaft..
    das foto badespaß lake malavi ist wunder, wunderschön.
    weiter viel freude, gutes wetter und alles was Ihr Euch so wünscht!
    bussi nach afrika, christa und Manfred
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    christamanfred hat am 24.03.2016 kommentiert:

    guten morgen, franziska und martin!
    schön, wieder von Euch zu hören, lesen und "schauen"!
    in österreich ist es noch ganz schön kalt, aber eigentlich ziemlich abwechselnd, einmal wärmer, einmal kühler. schicken Euch kühle, klare luft nach Dar es Salam. kann es sein, dass Ihr unseren kommentar vom 14.3.2016 nicht erhalten habt oder man nicht lesen kann? bei mir steht am ende "bearbeiten"????
    ok, vielleicht klappts ja heute! die fotos sind wunderschön, vor allem die 2 sich umschlingenden giraffen! und es muss spannend sein, immer wieder neue menschen und gegenden kennen zu lernen.
    euch auch frohe ostern und
    bussi nach afrika, christa und Manfred

     Bearbeiten

  • Small
    Emanuel Berger hat am kommentiert:

    Hallo Willi und Crew
    Ich habe schon dreimal mit unserem Bus, bei rückwärtsfahren einen andern Wagen angerempelt. Zum Glück aber nur einmal bezahlen müssen, resp. unsere Verischerung bezahlen lassen. Der Schaden war aber nur etwa € 30.
    Wir sind nur auf der dritten Runde durch das südliche Afrika und z.Z. in Südafrika zwischen Port Elizabeth und East London.

    Liebe Grüsse
    Emanuel, Christine und Nelson
    PS: Neue Reifen haben wir ind Windhoek auch gekauft aber sie kosteten nur etwa eindrittel. Sind halt auch deutlich kleiner ;-)
    https://africanomads.wordpress.com

willi Small

Lake Malawi

Ngara, 04.03.2016
Hallo alle Lieben!

Jetzt habe ich aber lange nicht geschrieben. Das liegt vor allem daran, dass wir keine Plätze mit Internetverbindung finden. Ich weiß auch noch nicht, wann wir diesen Blog posten können. Wir sind zurzeit auch richtig faul. Außerdem hatte ich einige Tage ziemlich starken Durchfall und fühle mich noch immer etwas schlapp. Und zu guter Letzt scheint uns der See mit dem stetigen Rauschen der Wellen einzulullen.

Wir schlafen lange, lesen viel und versuchen mit dem wenigen, dass es hier zu kaufen gibt zu kochen. Ja hier in Malawi und besonders jetzt im Norden ist es wieder vorbei mit den tollen Supermärkten und vollen Kühlregalen. Es gibt nur mehr Haltbarmilch und Margarine, keine Wurst und außer Tomaten wenig Gemüse. Die Zigaretten sind dafür unglaublich billig –weniger als ein Euro - aber auch nicht immer zu haben. Zu diesem einfachen Leben würde Wildcampen gut passen, aber das ist offenbar nirgends möglich und so tingeln wir gemächlich von Camp zu Camp die Küste hinauf

Meinen Pass habe ich in Lilongwe bekommen und der Konsul und seine Frau haben uns eingeladen auf unseren Weg nach Norden bei ihrer Kohlenmine vorbeizuschauen. Kurz nach Lilongwe sahen wir einen Sender auf einem Berg und fanden auch die kleine Piste hinauf. Die Aussicht war schön, aber es gab nirgends ein halbwegs ebenes Platzerl für das Auto und so standen wir auf unseren einzigen Wildcamp in Malawi so schief wie noch nie. Zum Glück gab es in dieser Nacht nicht eines der üblichen meist sehr starken Gewitter. Ich hätte mich sonst gefürchtet umzukippen.

Wir haben uns seither immer rechtzeitig um ein Camp umgeschaut. Einmal übernachteten wir bei einer Lodge und waren erstaunt als die Besitzerin, eine Malawin, erzählte, dass sie schon in Österreich war. Sie erzählte vom Schloss Schönbrunn, den sechzehn Kinder der Kaiserin, von Salzburg und Mozart.

In Mzuzu konnten wir problemlos um 5 € unsere Visa für eine Monat verlängern und zahlten für die Versicherung statt 120 Dollar an der Grenze nur 22 Dollar. Nach Mzuzu fanden wir einen total neuen Campingplatz und sofort fiel mir die funkelnagelneue Badewanne auf. Wir haben seit wir Österreich verlassen haben nicht mehr gebadet! Als ich zwei winzige Insekten aus der Wanne spülen wollte traf mich ein Blitz, wie wenn ich in eine Steckdose gegriffen hätte, vom rechten Mittelfinger bis in die Achselhöhle. Obwohl kein Stich oder Biss zu sehen war, schmerzte es höllisch. Ich hielt meinen Finger unter kaltes Wasser und der Schmerz ließ langsam etwas ab. Mir war das Baden vergangen und ein weiterer Blick in die Wanne zeigte mir, dass es ohnehin nicht möglich gewesen wäre. Es gab keinen Abflussstoppel. Na ja der Finger war noch ein paar Tage auf die kleinste Berührung sehr empfindlich. Mittlerweile habe ich erfahren, dass es Skorpione gibt, die kleiner als ein Zentimeter sind und nach den Schmerzen zu schließen, wird es wohl einer gewesen sein.
Zur Abwechslung von der Schwülen Luft und den vielen Insekten, beschlossen wir in die Berge nach Livingstonia zu fahren. Die Straße war wirklich so mühsam, wie sie uns geschildert wurde, aber unser Willi kletterte brav die sehr engen Kurven hinauf. Dank Martins Fahrkünsten mussten wir in keiner einzigen Kurve reversieren. Oben angekommen genossen wir die angenehm kühle frische Luft und die beeindruckende Aussicht über den großen See. Wir fuhren in das Ecocamp Lukwe. Alles was uns die holländischen Freunde vorgeschwärmt haben war da. Die schattige Terasse und Bar mit Fernblick, auf den Tischen frische Blumen, die mit fein geölten Holz gebauten sauberen und nicht stinkenden Plumsklos, der riesige Wassertank über einem Feuer für die heiße Dusche, die vielen Blumen zwischen den Wegen. Wir blieben sechs Tage und als uns das Brot ausging hat die Köchin uns ein sehr leckeres Brot gebacken. Das Trinkwasser kam von einer Bergquelle und kostete nichts.
Der Besitzer stammt aus Belgien ist aber im Kongo aufgewachsen und betreibt dieses Camp seit 16 Jahren. Sein besonderer Stolz ist der in Permakultur angelegte Gemüse- und Obstgarten, den wir uns anschauen gingen. Der Gärtner hat uns voller Begeisterung die Grundlagen und Prinzipien von Permakultur erklärt und uns dann geprüft ob wir uns was gemerkt haben. War echt nett.
Unter den anderen Gästen waren zwei oberösterreichische Studentinnen, die in Wien unter anderem Soziologie und Politikwissenschaft studieren. Beide sind 3 Stunden zu Fuß den Berg heraufgekommen und wollten auch am selben Tag wieder hinunter. Echt wacker.
Martin fuhr mit der kleinen Schwester auf dem Berg herum und nach Livingstonia. Leider gab es auf den Weg hierher keine Bank und so ging uns das Geld aus. Aber obwohl es hier sehr touristisch ist, Livingstonia hat alte Kolonialhäuser und eine Mission, gibt es zwischen Mzuzu und Karonga keine Bank mit Visaautomat. Auke, der Besitzer vom Camp akzeptierte zum Glück unsere letzten Dollar, aber dann mussten wir uns verabschieden. Auke sagte uns noch, dass wir auf seinem Platz am See gratis stehen könnten so lange wir wollten.
Hinunterfahren war noch abenteuerlicher als hinauf weil wir in jeder Kurve sehr knapp am Abgrund fuhren.
Wir mussten 90 Kilometer nach Karonga fahren um Geld zu holen. Dann ging es wieder zurück nach Chiwewa und and den Seeplatz von Auke. Hier gab es nur einen Wächter und ein paar Hütten in der Nachbarschaft. Das Klohäuschen hatte nur ein Loch im Boden und wir aktivierten wieder unsere Sackdusche, mit der wir uns sobald es dunkel war wuschen.
In der Früh kamen die Frauen mit kleinen Kindern zum Wäschewaschen an den See. Männer fuhren in kleinen Booten, oft noch richtige Einbäume, zum Fischen hinaus. Am Nachmittag kamen die größeren Kinder und plantschten im Wasser herum. Kurz bevor es dunkel wurde kamen alle um sich zu waschen. Am Sonntagnachmittag besuchten uns abwechselnd kleinere Gruppen von Kindern. Zuerst 6 junge Mädchen, die sich offenbar schon vorher überlegt hatten, was sie mich Fragen wollten. Das Gespräch war nicht so einfach, weil sich meist nur eine traute englisch zu sprechen. Bevor wir gemeinsam schwimmen gingen fragten sie noch ob wir Kugelschreiber hätten und freuten sich sehr als jede einen bekam. Dann kamen ein paar Jungs die ohne zu reden anfingen kleine Sandburgen zu bauen und mit Blumen sorgfältig zu schmücken. Fanden wir irgendwie erstaunlich. Irgendwann fingen wir dann alle an im Sand zu zeichnen und Martin ging mit ihnen ins Wasser. Das war ein netter Nachmittag.
Es kam auch einmal ein Mann mit frischen Fischen vorbei und nachdem ich zum ersten Mal Fische entschuppt und ausgenommen habe, hatten wir ein gutes, spottbilliges Abendessen. An den Abenden machten wir bei Vollmond ein kleines Lagerfeuer am Strand. War wirklich sehr schön. Entlang des Sees wird jede Nacht mit Licht gefischt. Die vielen Boote sind in einer Reihe und es sieht aus wie eine hell erleuchte Straße am anderen Ufer
Mittlerweile war der Konsul Bruno und seine Frau Heidi zu ihrer Kohlenmine gekommen und wir fuhren sie besuchen. Es war sehr nett wieder einmal ausgiebig auf Deutsch zu plaudern. Wir konnten auf ihrem Gelände übernachten, heiß duschen und wurden am Abend zu hausgemachter Pizza eingeladen. Martin fuhr am nächsten Tag mit dem Sohn Mathias die Mine besichtigen. Ich war zu müde und wollte nur rasten. Die Kohle wird hier noch hauptsächlich mit Hacken und wenig Maschinen abgebaut
Jetzt sind wir im Camp FLOJA (Future, Life, Orphans, Join All). Ein holländisches Paar hat hier ein Projekt entwickelt, welches sie nun schon 7 Jahre betreuen. Es gibt hier eine Kindertagesstätte mit 4 Vorschulklassen und Nachmittagsbetreuung als Unterstützung für die Kinder, die schon in die Kommunale Schule gehen. In einer öffentlichen Schule sind hier bis zu 200 (zweihundert!!) Kinder in einer Klasse mit einer Lehrperson. Wir besuchten die Schule und brachten einen Sack Kuscheltiere und 2 Bälle mit. Die Klassen hier haben nur zwanzig Kinder und die Lehrerin oder der Lehrer wir von einer freiwilligen Helferin unterstützt. Es gibt Tische und Bänke, einen Garten mit Spielgeräten und zu Mittag eine warme Mahlzeit. Es hat uns besonders erstaunt, dass hier schon die 3-5Jährigen rechnen und schreiben lernen. In einer Klasse wurde gerade gerechnet und jedes Kind hatte bunte Bierkapseln auf seiner Tafel liegen.
Wir sind jetzt schon eine Woche hier und es ist sehr gemütlich. Der Platz ist zwar etwas teuerer, aber das ist ok, weil wir damit das Projekt unterstützen. Wir haben immer noch Regenzeit, aber obwohl der Himmel jede Nacht von phantastischem Wetterleuchten erhellt wird, hat es hier erst einmal geregnet. Das war allerdings wirklich ein Gewittersturm und plötzlich ist unsere Fensterscheibe davon geflogen. Zum Glück konnten wir sie trotz des Sturms wieder einhängen. Tagsüber ist es ziemlich heiß aber der Wind macht es erträglich. Leider hört der aber bei Einbruch der Dunkelheit auf und im Auto ist es dann sehr warm. Es wird hier schon kurz nach 18 Uhr dunkel und dann kommen die Insekten und wir können nicht mehr draußen sitzen.
Am Montag fahren wir nach Karonga, wo wir versuchen müssen Geld zu wechseln, weil wir an der tansanischen Grenze Dollar brauchen. In der Stadt gibt es auch ein Internetcafe und wir hoffen den Blog posten zu können. Im Museum von Karonga gibt es einen Dinosaurier und Fundstücke von den frühen Menschen oder Vormenschen, die hier in der Gegend gefunden wurden und das wollen wir uns anschauen. Dann geht es Richtung Grenze zu Tansania.

Liebe Grüße an Euch alle
Martin und Franziska

PS: Patricia und Michael ich denke hier oft an unsere erste Reise und mich würde sehr interessieren an was Ihr Euch noch in Malawi erinnern könnt.

Lake Malawi
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  • Missing
    V und N hat am kommentiert:

    Hallo liebe Franziska!
    Heute ist internationaler Frauentag und noch immer nach vielen Jahrzehnten liegen die Rechte der Frauen im Argen. Trotzdem schön, dass es uns gibt. Das Foto von dir mit den Kindern im Wasser gefällt mir ausgesprochen gut. Hast du noch gar kein Heimweh?
    Wenn du zurückkommst, werde ich voraussichtlich eine Auszeit von der Arbeit haben (Sabbatical), dann haben wir viel Zeit zum Plaudern. Jetzt wünsche ich dir mal ein gutes Weiterkommen und weitere wunderschöne Plätze zum Erholen.
    Liebe Grüße Verena

  • Missing
    christamanfred hat am kommentiert:

    halloooooooooooo, endlich! ich weiß zwar nicht wie ich es geschafft hab, aber ich kann euch jetzt schreiben.
    liebe franziska und lieber martin, wie geht's euch? muss gestehen, dass ich nicht auf dem laufenden eurer reise bin, werd mich jetzt durchschmöckern, auch die tollen fotos wieder ansehen und euch begleiten.
    hoffe es geht euch gut, bis dann! bussi nach afrika, christa und manfred

  • Missing
    Gaby Kozar hat am kommentiert:

    Danke Franziska Für Den Blumigen Lesestoff. Hier in Wien Beginnt Das Leben der Natur, Trotz Eigentlich Winter. Schön Habt Ihr es, Ich Bezweifle Dass Ihr Wieder Hierher Zurückkommen Mögt. Ich Halte Die Politisch Korrekte Stellung Auch in Deinem Namen, Keine Sorge! Alles Liebe!

  • Missing
    Swantje hat am kommentiert:

    Liebe Reisende,
    schön, wieder einmal von euch zu hören/lesen. In England fängt die Schule schon mit 4, spätestens mit 5 an und aus der Kolonialzeit dürften diese Einschulungsriten beibehalten worden sein, daher waren die SchülerInnen so klein. In welche Richtung wird eure Tour weiter gehen?
    LG Swantje

  • Missing
    Marion und Michael Pötzschke hat am kommentiert:

    Hallo Ihr Zwei,
    endlich kann ich mich mal melden. Schön, dass es Euch gut geht und mit dem Pass alles geklappt hat. Liebe Grüße aus Upington/Südafrika senden Marion und Michael

  • Missing
    su szewczyk hat am kommentiert:

    oh, dieses mal haben mich aber viele überholt! bin aber auch eingespannt: 3 Vormittage Physiotherapie, deutschstunde, mrs sporty, biodanza und jetzt hatte ich 2 tage Ausbildung zur kulturvermittlerin! und diverse geburtstagsessen!
    jetzt legst du dich schon mit kleinen Skorpionen an, Franziska, langt der deine nicht?
    das bioclo sieht sehr römisch aus, das camp und die gegend super, das projekt finde ich toll (stell die vor, Martin. 200 kinder in einer klasse!) und die mine sieht nicht sehr vertrauenswürdig aus und beschäftigt warscheinlich Pygmäen. schön, das ihr faul seid! jetzt geht's nach Tansania und dann? Michael war ganz neidig! gehabt euch wohl! Bussi su

  • Missing
    V und N hat am kommentiert:

    Schaut einmal bzw. lest einmal. Im Standard ist ein längerer Artikel über den Malawisee: http://derstandard.at/2000032507422/Das-Le...
    Liebe Grüße Verena

  • Missing
    christamanfred hat am kommentiert:

    guten morgen, franziska und martin,
    bin eifrig am "durchschmöckern"! ist wieder alles ok nach Deinem skorpionstich? versuche euch auf der landkarte aufzustöbern, tansania ist mir ja ein begriff aber lake malavi kann ich (noch) nicht genau zuordnen. habt Ihr Euch schon den dinosaurier und die fundstücke angesehen? das schulprojekt camp floja ist echt interessant! ich unterrichte und alphabetisiere 3 afghanische flüchtlingsfamilien in deutsch in unserer nachbarortschaft..
    das foto badespaß lake malavi ist wunder, wunderschön.
    weiter viel freude, gutes wetter und alles was Ihr Euch so wünscht!
    bussi nach afrika, christa und Manfred

  • Missing
    christamanfred hat am kommentiert:

    guten morgen, franziska und martin!
    schön, wieder von Euch zu hören, lesen und "schauen"!
    in österreich ist es noch ganz schön kalt, aber eigentlich ziemlich abwechselnd, einmal wärmer, einmal kühler. schicken Euch kühle, klare luft nach Dar es Salam. kann es sein, dass Ihr unseren kommentar vom 14.3.2016 nicht erhalten habt oder man nicht lesen kann? bei mir steht am ende "bearbeiten"????
    ok, vielleicht klappts ja heute! die fotos sind wunderschön, vor allem die 2 sich umschlingenden giraffen! und es muss spannend sein, immer wieder neue menschen und gegenden kennen zu lernen.
    euch auch frohe ostern und
    bussi nach afrika, christa und Manfred

willi Small

Schöne Berge und viel Wasser

Senga Bay, 03.02.2016

Hallo liebe Leserinnen und Leser!

Wir sind in Malawi, in Senga Bay und stehen auf dem Campingplatz Livingstonia direkt am Malawisee. Unter der Woche sind wir die einzigen Gäste aber am Wochenende kommen Leute zum Schwimmen her. Hier ist ein schöner Sandstrand und Felsen und daher keine Gefahr für Bilharziose. Der Campingplatz gehört zu einer ziemlich noblen Hotelanlage mit gutem Restaurant und freiem Internet.
Im südlichen Malawi ist es kaum möglich wild zu stehen. Es gibt viele Dörfer und überall Felder. Auf der Straße ist auch einiges los. Viele Radfahrer, seltener Radfahrerinnen und vom Kleinkind bis zum Greis sind viele auch zu Fuß unterwegs. Neben den Feldern, meist Mais, gibt es richtig dichten Laubwald und auch wieder Baobabäume. Ich weiß nicht ob es an der Regenzeit liegt das alles so herrlich grün ist. Malawi gehört zu den ärmsten Ländern der Welt, doch die Dörfer schauen durchwegs gepflegt aus und die Leute sind sehr fröhlich.
In Blantyre haben wir den österreichischen Konsul angerufen und erfahren was ich tun muss um einen Notpass zu bekommen. Offenbar spinnen die Leute auf der Botschaft in Nairobi und meinen ein Notpass berechtigt nur zum sofortigen Heimflug. Zum Glück war unser Konsul darüber auch erbost und hat beim Botschafter interveniert. Ich habe dann den Antrag und die Papiere mit meinem Pass nach Nairobi geschickt und wir hoffen, dass ich bis Ende der Woche meinen Notpass bekomme.
In der Zwischenzeit sind wir in den Majete Nationalpark gefahren. Der Park ist eher klein aber wir haben zwei Übernachtungen im Camp gebucht und sind drei Tage kreuz und quer gefahren. Eine Grenze des Majete bildet der Fluss Shire, wunderschön mit vielen Flusspferden und Krokodilen.
Krokodil haben wir nur ein kleines gesehen, dafür viele Flusspferde. Eines hat mich bei unserer Kaffeepause am Ufer ganz schön erschreckt, als es plötzlich drei Meter vor mir stand. Zum Glück war der Schreck beidseitig und es verschwand gleich wieder im Wasser. Später fuhren wir um eine Kurve und da sprang ein anderes schnell von der Straße in den Busch. Wir sahen einzelne Elefanten, viele Wasserböcke und Warzenschweine.
Das eigentlich aufregende waren aber die Wege, die für unseren Truck viel zu schmal und mit niederen Ästen überwuchert waren. Auf einer der kleinen Pisten mussten wir bei einer Furt umkehren. Das Flussbett war zwar trocken aber es ging sehr steil und kurz hinunter.
In der zweiten Nacht gab es im Camp ein tolles Schauspiel. Ich wachte vom Geräusch brechender Zweige auf und dachte zuerst an Affen. Als ich aber schwere Schritte hörte schaute ich aus dem Fenster. Im vollen Mondlicht gingen acht Elefanten mitten durch das Camp. Ich war begeistert dachte dann aber an das Paar, welches in einem kleinen Zelt übernachtete. Das muss ganz schön unheimlich gewesen sein.
Nach dem Majete ging es zurück nach Blantyre und weiter zum Berg Muljane. Dort übernachteten wir in einer schön gelegenen Anlage. Die Camps sind in Malawi ziemlich billig und kosten meist um 10 €. Man merkte, dass wir hier in einem Tourismus Gebiet waren, weil wir gleich von Händlern und Bergführern überfallen wurden. Wir waren aber beide zu faul für eine Wanderung und wollten auch nichts kaufen.
Weiter ging es nach Zomba wo wir lange herumfuhren um den Weg auf das Zombaplateau zu finden. Die sehr gute Straße geht in vielen engen Kurven den Berg hinauf. Wir sahen viele Männer, die ihre mit unglaublich viel Holz beladenen Fahrräder den steilen Berg hinunter schoben. Wir sind immer wieder fassungslos was hier die Leute alles mit dem Fahrrad transportieren. Es gibt sogar Fahrradtaxis. Auf den Packelträger wir ein gepolstertes Brett gebunden, es gibt einen Haltegriff Fußrasten und schon lassen sich alt und jung herumfahren.
Als wir endlich auf dem Zombaplateau ankamen war die Aussicht berauschend. Wir übernachteten auf einem Campingplatz im Wald. Angenehme kühle frische Luft und unglaublich ruhig. Martin holte das Motorrad, die Kleine Schwester vom Auto und machte eine Erkundungstour. Leider gab es in der Dusche nicht wie gesagt warmes Wasser. Aber am nächsten Morgen brachte der alte Mann, der hier die Aufsicht hatte, eine große Wanne mit heißem Wasser. Ich war echt gerührt, vor allem weil er die sehr weit tragen musste.
Dann kam noch ein Mann mit einer Schüssel Walderdbeeren und Passionsfrüchten. Richtig lecker. Es regnete immer wieder zwischendurch und wir beschlossen zwei Nächte zu bleiben. Die Abfahrt vom Berg war wild romantisch und aufregend weil wir durch ganz dichten Nebel fuhren.
Als nächstes wollten wir endlich an den See, was sich allerdings als nicht ganz einfach herausstellte. Zuerst versuchten wir bei Monkey Bay auf einer Piste den See entlang zu fahren. Das schwere Gewitter in der Nacht hatte zu Überschwemmungen geführt. So war auch die kleine Brücke gleich bei der Abzweigung weg gebrochen. Einige junge Männer stellten sich unter viel Gejohle im Spalier auf, damit wir den richtigen Weg durchs Wasser nehmen konnten. Es ging weiter mit großen Wasserlacken, die schon fast Teiche waren. Einmal ging eine Frau vor uns durchs Wasser um uns den besten Weg zu zeigen. Es ging sehr spannend und mühsam voran und es regnete immer wieder kurz aber heftig. Dann kamen wir zu einem großen Fluss, wo das Wasser die Befestigung der Furt schon zerbröckelt hatte. Martin fand zwar eine Stelle wo wir es vielleicht schaffen könnten, aber ein Blick auf unserer Karte zeigte uns, dass wir noch mindestens drei Flüsse vor uns hätten. Wir beschlossen also umzukehren und mussten wieder durch die vielen Wasserstellen bis zur Hauptstraße fahren.
Es gab zwar Straßen, die von der Hauptstraße abzweigten, aber die führten entweder in ein Dorf oder zu einer Lodge. Als wir den dritten Weg versuchten endeten wir in einem Krankenhaus mit einer Schule. Es war schon spät und wir wollten nicht noch einmal zurückfahren, also fragten wir ob wir hier übernachten können. Niemand hatte etwas dagegen, aber es war hier alles ziemlich heruntergekommen. Die vielen Regenlacken ließ es noch trister erscheinen. Wir wurden natürlich von Leuten umringt und ausgefragt. Dann kam eine Gruppe von 14-15 Jährigen Mädchen zu mir. Sie bemühten sich sehr mit ihrem Englisch zu fragen. Es war zwar nicht einfach aber ich genoss die Unterhaltung sehr. Ich fragte sie was sie werden möchten und die meisten wollten Krankenschwester, einige Soldatinnen und eine Ärztin werden.
Die Nacht war ok aber wir fuhren in der Früh weiter. Ich dachte nur, dass ich hoffentlich nie in so ein Krankenhaus muss.
Der nächste Stopp war wieder ein Camp am See, wo gerade eine Konferenz stattfand. Es war nett zu sehen, wie die Leute mit Flipcharts in kleinen Gruppen zusammen saßen und diskutierten. Leider wollten sie sich nicht fotografieren lassen.
Ja und jetzt sind wir in Selina. Ich habe gestern erfahren, dass mein Pass noch diese Woche in Lilongwe sein wird. Dann werden wir ihn abholen und nach Norden fahren, wo es angeblich weniger Leute und freien Zugang zum See geben soll. Außerdem ist es im Norden trockener und es gibt hoffentlich weniger Insekten, die uns in dieser grünen Üppigkeit hier ganz schön nerven.

Seid herzlichst gegrüßt, umarmt und geküsst
Martin und Franziska

 

 

 

 

 

 

 

 


Lake Malawi
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  • Small
    willi hat am kommentiert:

    Hallo V und N
    Wir fahren nicht nach Südafrika sondern im Osten hinauf. Als nächstes Land kommt Tansania.
    Hallo Swantje
    Da ich das Geld mit Visa abhebe oder per Western Union bekomme haben wir immer die jeweilige Landeswährung. In eiserner Reserve haben wir noch Euros.

  • Missing
    su szewczyk hat am kommentiert:

    hoho - ich bin wieder die erste! langsam gefallen mir die gegenden - es wird üppig!
    der see muss ja riesig sein! und die hippos, das Warzenschwein und das Impala sind sehr gut getroffen. die fahrten klingen immer abenteuerlich.
    ich war in Rotterdam zu izzys 3. Geburtstag, nur 3 tage, weil sie meinen tagflug auf nacht verschoben haben, sodass ich am donnerstag erst um 22h10 angekommen bin. abgesehen von ständigem starken regen wars sehr nett - ein sehr gutes Konzert im Voigt am freitag und am samstag grosses geburtstagsfest bei Luna. ein typisches ferschtmanfest in einer überfüllten Wohnung, viele kinder, viel essen und viel schnaps und Gesang. lunas neuer freund heisst gilford und ist sehr lieb und kann supergut mit kindern.ja, und sonntag gings schon wieder heim!
    Tansania und masei mara? ich beneide euch! gute weiterfahrt bei bester Gesundheit!
    Bussi su

  • Missing
    Swantje hat am kommentiert:

    Mali schaut wirklich sehr schön aus - 10€ Camps klingt auch sehr gut. Dass die Viecherln der Su gefallen werden, dachte ich mir schon beim 1. mal lesen. Euer Blog trägt übrigens zur Allgemeinbildung bei: hab vor kurzem eine Namibiadoku gesehen und da kam die "White Lady" vor - hab ich sofort erkannt;-) Wie viele Kilometer seit ihr eigentlich schon gefahren?
    Bussi Swantje

  • Small
    willi hat am kommentiert:

    Hallo Swantje
    Wir sind in Malawi! Und wir sind jetzt irgendwas über 40.000 Km gefahren.
    Bussi Franziska

  • Missing
    su szewczyk hat am kommentiert:

    wow - 40000 km!!!! wieviel ist das in Liter diesel??? von Geld gar nicht zu reden!
    bei uns ist sprit im Moment sehr günstig: diesel 0,95E und 95er benzin 1, 069, fast wie vor 10 jahren! Bussi su

  • Missing
    V und N hat am kommentiert:

    Hallo ihr beiden
    Jetzt bin ich wirklich überrascht. Heißt das, ihr lasst Südafrika aus oder wird Südafrika erst zur Halbzeit angefahren? Wie ihr wisst, bin ich ja kein Fan von Wüsten und liebe daher eure Fotos mit den vielen Grünlandschaften und Bergen viel mehr. Hoffe, es klappt mit deinem Pass liebe Franziska.
    So nun ein kurzer Bericht aus Österreich: Wir haben hier ja schon fast durchgehend Frühlingstemperaturen in Österreich und im Jänner gab es in Linz schon wieder Pollenwarnungen. Ein Schirennen nach dem anderen kann nicht stattfinden bzw. nur unter unmöglichen Bedingungen. In den Semesterferien war ich in der Ramsau bei Schladming. Zuerst viel Regen und grüne Wiesen, dann 2 Tage Schneefall, sodass wir das erste Mal seit 20 Jahren wieder Schneeketten anlegen mussten und am Ende hat schon wieder alles zu tauen begonnen. Seid froh, dass ihr die unmenschliche Abschottungspolitik hier bei uns nicht miterleben müsst und nicht mitbekommen müsst, dass vieles wieder salonfähig wird, was vor 10 Jahren noch undenkbar gewesen wäre.
    Dominik und Nino fliegen am Freitag 4 Wochen nach Brasilien. Aus diesem Grund waren wir mit Nino vor einer Woche auch das erste Mal Schifahren. Er hat ja mit Niki und schon mehrmals mit den Vorläufern vor dem Fernseher das Fahren geübt und wollte es nun unbedingt ausprobieren. Ich denke nächstes Jahr, wenn er dann 4,5 Jahre ist, wird es besser funktionieren.
    So ihr Lieben, seid umarmt gegrüßt, liebe Grüße Verena

willi Small

Great Zimbabwe und der Indische Ozean

Blantyre, 19.01 2016
Hallo liebe Leserinnen und Leser!

Wir sind jetzt in Malawi in Blantyre und haben Mosambik schon hinter uns. Hier ist ein netter, billiger Platz zum Stehen und es gibt in der Nähe ein gutes Restaurant mit schnellem Internet. Aber zurück nach Zimbabwe.
Auf dem Weg zum Great Zimbabwe hatten wir einen tollen Schlafplatz. Wir fuhren eine kleine Piste, die zu einem Sender führte, einen Berg hinauf. Wir übernachteten in einer Kurve fast ganz oben mit wunderschöner Aussicht, frischer Luft und Affen in den Bäumen.
Great Zimbabwe sind Ruinen einer großen Stadt aus dem 15. und 16. Jahrhundert. Als größtes Zeugnis großer Reiche südlich der Sahara zählt es zu den Weltkulturerben und hat den ehemaligen Rhodesien den Namen gegeben. Der dazugehörige Campingplatz ist sehr schön mit Gras und riesigen Bäumen. Leider sind die Sanitärhäuser vor kurzen abgebrannt und wurden gerade renoviert. Besonders lustig waren die vielen Meerkatzen, die ziemlich frech unseren Willi inspizierten und sogar auf den Tisch sprangen.
Wir wollten früh am Morgen zur Besichtigung losziehen, aber es regnete und so besuchten wir am Nachmittag das kleine Museum. Am nächsten Tag ging es aber wirklich los. Der Aufstieg über Stock und Stein war ganz schön anstrengend. Ganz oben sind die skurrilen Felsen in die Mauern einbezogen und das sieht echt gewaltig aus. Der Blick ins Land mit seinen vielen Felsen war auch beeindruckend. Wieder Unten gibt es noch mehrere mit dicken, hohen Mauern umschlossene Höfe. In der „Big Enclosure“ lebten die bis zu 500 Frauen des Königs. Nach der Besichtigung grillten wir am Abend. Auf dem Campingplatz trafen wir einen Südafrikaner, der mit einem Motorrad unterwegs war. Dann besuchte uns eine Frau, die seit 10 Jahren mit öffentlichen Verkehrsmittel die ganze Welt bereist. Eine echte Backpackerin also.
Silvester feierten wir auf einer Wiese kurz vor der Grenze mit einem Lagerfeuer.
Der Grenzübergang nach Mosambik war eine teure Angelegenheit, 190 € für die Visa, 50 € Versicherung und 75 € Straßenmaut.
Wir fuhren nach Beira, weil wir möglichst schnell an den Indischen Ozean wollten. Beira war uns von Anfang an unsympathisch und wir fanden den Campingplatz nicht. Also fuhren wir weiter zu einem Camp direkt am Strand. Unterwegs trafen wir zwei Männer, die uns von einem schönen Camp erzählten. Nach 60 Km auf einer wirklich schlechten Straße kamen wir dort an. Wir bewunderten die vielen Radfahrer auf der Straße, die sich mit vielen großen Säcken voll Holzkohle abstrampelten.
Das Camp war recht nett allerdings mussten wir noch über einige Dünen gehen bis wir das Meer sahen. Mir ging es gesundheitlich nicht gut, aber Martin ging gleich schwimmen. Wir hatten leider in Beira nicht genug eingekauft um länger als 3 Tage zu bleiben. Eine schnelle Einkaufsfahrt mit dem Motorrad war auf dieser Straße auch nicht wirklich toll und so blieben wir nur 3 Tage. Wir trösteten uns, damit, dass wir ja noch weiter im Norden an den Strand könnten.
Auf den Weg zurück kamen wir wieder an eine Mautstelle, wo man uns mitteilte, dass wir noch einmal 125 US$ für die Straße nach Norden zahlen müssten. Wir stritten heftig mit dem Beamten aber schlussendlich zahlten wir 100 €. Mittlerweile hatten wir auf unserer Straßenkarte gesehen, dass wir eigentlich nicht mehr an die Küste fahren konnten, weil meist nur kleine Straßen hinführen, die noch dazu in der Regenzeit oft nicht zu passieren sind. Also diesmal haben wir schlecht geplant und wir dachten nur mehr nichts wie raus.
Buschübernachtungen entlang der Straße waren auch sehr schwierig, weil überall Dörfer und Äcker waren.
Einmal fanden wir einen Feldweg der von der Straße abging ohne direkt zu einem Haus oder Dorf zu führen. Wir fuhren also hinein und schliefen dort. Am nächsten Morgen waren ungefähr 20 Leute vor unserem Auto. Männer und Frauen mit Harken und Macheten. Wir können kein Portugiesisch und die Leute kein Englisch. Wir gestikulierten durcheinander, zeichneten in den Sand und versuchten so unsere Standpunkte klarzumachen. Es stellte sich heraus, dass sie Angst hätten von uns überfallen zu werden. Der Chef meinte wir stünden auf dem Grund seines Dorfes und wir meinten, dass weder ein Zaun noch ein Schild darauf hinweist. Nach einer Stunde mehreren Zigaretten und einigen Dollar konnten wir zusammenpacken und fahren.
Ein anderes Mal standen wir abseits der Straße. Wir sahen Leute auf einem Feld arbeiten und wollten es diesmal richtig machen. Wir nahmen zwei leere Wasserkanister, über die sich die Frauen auf dem Land immer freuen und gingen zum Feld. Die Frau ging eilig weg und nur ein junger Mann blieb zurück. Wir sagten bzw. gestikulierten, dass wir Touristen seien und eine Nacht hier schlafen wollten. Er nickte und wir gaben ihm die Kanister und gingen zurück zum Auto. Es war schon dunkel als plötzlich drei Männer zu uns kamen, freundlich grüßten und uns die Kanister mit Wasser gefüllt brachten. Man stelle sich vor, was die sich gedacht haben. Wir versuchten noch mal zu zeigen, dass die Kanister ein Geschenk waren und nach einigen Lächeln gingen sie wieder.
Wir fuhren nach Tete eine ziemlich große Stadt, wo wir einen Campingplatz suchten. Es war heiß und wir irrten durch die Straßen. Auf einmal kam ein Mann zum Auto und sagte er wüsste einen schönen Campingplatz. Erleichtert fuhren wir zum Jesus e Bon Camp. Ein kleines schönes Camp von Südafrikanern direkt am Sambesi. Die Leute sind sehr freundlich und ich konnte sogar gratis zwei Waschmaschinenfüllungen waschen. Das war noch ein extra Geburtstagsgeschenk für mich. Ich hatte schon in der Früh meine Lieblingskekse mit Kerze bekommen und Martin hat mir einen Knochen und einen schönen Holzanhänger geschnitzt. Außerdem tauschten wir unsere E-Books und ich hab jetzt eines mit Licht.
Wir freuten uns sehr als noch ein Auto kam und wir sahen, dass es das holländische Paar war, welches wir schon in Namibia in dem Camp bei dem großen Baobabbaum kennen gelernt hatten. Endlich konnten wir wieder so richtig plaudern. Leider war hatte Niko eine sehr schmerzende Entzündung hinten am Nacken und die Leute vom Campingplatz fuhren ihn zum Arzt. Da mein Bauch auch immer schlimmer wurde fuhren sie mich auch hin. Sie witzelten, dass sie ein Krankenhaus statt ein Campingplatz wären. Die Holländer übersiedelten nach zwei Nächten in ein Hotel mit Klimaanlage, weil es auch in der Nacht nicht abkühlte. Wir fuhren nach vier Nächten noch einmal zum Arzt, gingen einkaufen und fuhren zur Grenze.
Der Grenzübertritt nach Malawi war ein Horror. Es regnete immer wieder, überall Lacken, viele Leute, die auf uns einstürmten. Geldwechsler, Versicherungsverkäufer, Leute, die auf unser Auto aufpassen oder Nüsse und Obst verkaufen wollten. Drei Männer fühlten sich bemüßigt uns durch die Grenzformalitäten zu führen. Das wirklich kuriose war, dass wir alles in Dollar bezahlen mussten und wir aber schon Kwacha, die malawische Währung gewechselt hatten. Aber wie sich herausstellte ohnehin viel zu wenig. Die zwei Bankomaten waren außer Betrieb uns so fuhren uns die 3 Männer gegen Geld natürlich und ohne Einreisepapiere über die Grenze zum nächsten Bankomaten. Hier konnten wir aber nur jeweils 40.000 KW abheben und wir brauchten 280.000 KW. Also 7mal abheben zurück zur Grenze und das Geld in Dollar wechseln. Auf der Bank war der Wechselkurs 720 KW für 1 US$  aber ich musste sehr lange feilsche damit wir 100 US$ bekamen, die restlichen 200 US$ mussten wir bei Händler um 800KW für 1 US$ wechseln. Die Visa kosteten 150 US$ für die Versicherung zahlten wir 125 US$. Dann musste ich noch betteln, dass sie mir mein Visum auf die letzte Seite im Pass kleben, weil er voll ist. Als wir endlich über der Grenze waren wollten die drei Herren noch 30 US$ für ihre Dienste kassieren. Mir platzte endgültig der Kragen und wir fuhren los.
Jetzt sind wir also in Blantyre und obwohl laut Auskunft unseres Außenministeriums hier ein Konsulat sein soll, gibt es das nur in Lilongwe. Wir haben mit dem Konsul telefoniert, der sehr nett zu sein scheint und mir hilft einen Notpass zu bekommen.

So jetzt war das wieder so viel und ich konnte nicht von den vielen Eindrücken und Bildern in meinen Kopf schreiben. Vielleicht geht sich das auch einmal aus.

Für heute seid umarmt geküsst und geküsst
Martin und Franziska


Blantyre
Blantyre, Malawi
  • Missing
    su szewczyk hat am kommentiert:

    hallo, ihr lieben! klingt nach viel Geld und wenig spass! was hat denn dein bauch?
    die meereswellen machen Sehnsucht, die mauern sind gewaltig und die mauer/steinkombination erinnert mich an hampi. und die affen sind ganz allerliebst!deine geburtstagsfeier klingt lustig!
    ich flieg am 28. nach Rotterdam, zu izzys 3. Geburtstag - freu mich schon sehr, mal wieder raus zu kommen! ich wünsch euch nach dem stress ein schönes Ruheplätzchen und natürlich gute Gesundheit! Bussi su

  • Missing
    V und N hat am kommentiert:

    Hallo ihr Lieben. Während ihr von Regen verfolgt werdet, ist heute in Wien endlich wieder einmal Schnee gefallen und es gibt Minus-Grade, was ja nicht mehr sehr häufig vorkommt. Ist dann eure Ankunft in Südafrika etwa Halbzeit? Great Zimbabwe scheint beeindruckend zu sein. Werde mir im Netz noch weitere Fotos anschauen. Werde gesund liebe Franziska - ganz liebe Grüße Verena

  • Missing
    Swantje hat am kommentiert:

    Hey ihr Lieben, zunächst wünsche ich dir Franziska im nachhinein alles Gute zum Geburtstag. Du hast einen Knochen bekommen??? Das Foto Martin im Indischen Ozean ist traumhaft! Wie viele Währungen habt ihr aktuell eingesteckt? Alles Gute weiterhin und gute Besserung wünscht Swantje

  • Small
    Feel Leeb hat am kommentiert:

    Euer "Grenz"erlebnis (in jeder Hinsicht) erinnert an Will Selfs Roman "Die Kippe", wo der Protagonist durch ein fiktives Land fährt, um sich von einer Schikane freizukaufen. Kann ich euch gerne bei eurer Rückkehr geben.
    Ihr habt gute Nerven, Hut ab! Eure Geschichten und Bilder wecken in mir dauernd die Sehnsucht wegzufahren. Danke dafür! Muss trotzdem in Wien hocken bleiben.
    ;-D
    Der Dachverband für Burschen-, Männer- und Väterarbeit (dmoe-info.at) ist nun gegründet und bei der Versammlung habe ich Martin als einen meiner Mentoren erwähnt. Ich hoffe, sein Schluckauf hat euch bei der Fahrt nicht in eine Grube manövriert.
    Alles lustig hier, außer Österreich selbst. Dafür Sonne, Schnee und Kinderlachen.
    Herzsonniges!

willi Small

Matobo National Park (Steine, Steine, Steine)

Bulawayo, 26, 12 2015
Hallo liebe Leserinnen und Leser!

Wir sind in Zimbabwe, in Bulawayo in Purkers Paradise Camp. Hier gibt es Internet und so schreibe ich noch einen Blog. Bei uns ist das Skype-Fieber ausgebrochen. In Victoria Falls hat die Weihnachtsüberraschung für Martins Mama gut geklappt. Mäcks das war wirklich eine super Idee von Dir. Wir haben viel geplaudert und Martin konnte auch einiges von dem schönen Campingplatz zeigen. Schade, dass es noch keine Telekinese gibt, weil ein paar Weihnachtskekse hätten wir schon gerne gehabt.
Ich habe dann noch mit Brigitte geskypt und morgen wollen wir es noch mit Patricia und ihrer Familie versuchen, die zu Brigitte auf Besuch kommen.

Ich hab mich am Abreisetag von Victoria Falls noch von einer Frau massieren lassen und seither tut mir alles weh. Wir fuhren direkt nach Bulawayo.
Die Stadt hat 1 Million Einwohner und ist somit seit langen wieder eine richtige Großstadt. Von der ruhigen Stadt vor vierzig Jahren sind nur mir die sehr breiten Straßen geblieben, durch die aber jetzt starker Verkehr fließt.

Wir beschlossen noch vor Weihnachten in den kleinen Matobo Nationalpark 30 Km entfernt zu fahren. Dieser Park ist wegen seiner sehr außergewöhnlichen Felsen, seiner Höhlenmalereien und Höhlenfunde ein Weltkultur- und Weltnaturerbe Gebiet.

Der Eintritt mit einer Übernachtung auf einem Campingplatz hat alles zusammen 50 Dollar gekostet. Das war es wert. Die Straßen sind eher schlechte Pisten, aber die Landschaft ist wirklich einzigartig. Wir sahen die skurrilsten Felsen und Stein Gebilde. Manchmal glaubten wir durch eine Landschaft mit großen Skulpturen zu fahren. Viele der riesigen Steinbrocken waren so aufgeschichtet, dass man glaubte sie müssten jederzeit kippen und zusammen fallen. Viele sahen aus wie Figuren von Tieren oder Köpfe mit Gesichtern.
Genau das richtige für uns zwei Steinefreaks. Wir stiegen zu zwei Höhlen mit Felsmalereien hinauf und gingen auf das Plateau auf den Cecil Rhodes zwischen riesigen Steinkugeln begraben ist. Die Aussicht von dort war der Wahnsinn. Unser Willi war für die Pisten eigentlich zu breit und zu hoch und so war die Fahrt oft ziemlich mühsam. Das Camp in dem wir übernachteten war leer aber dir Duschen und Toiletten funktionierten und waren sauber.
Am nächsten Tag fuhren wir noch durch das kleine Wildreservat welches zum Park gehört, sahen aber keine Tiere aber immer noch tolle Felsgebilde.

Wir kamen am 24. am Nachmittag nach Bulawayo in unser Camp zurück. Zum Abendessen gab es eine Dose, die wir vor einem Jahr in Mauretanien für einen besonderen Anlass gekauft hatten. Es war Couscous mit Lammfleisch und würziger Soße, sehr lecker. Dann gingen wir zur Rezeption um euch Weihnachtsgrüße zu bloggen und zu Hause anzurufen. Am Weihnachtsabend nur zu zweit habt ihr uns schon gefehlt.

Unser Plan ist am 28. Richtung der großen Zimbabwe Ruinen zu fahren. Dann geht es weiter nach Mozambique.

WIR WÜNSCHEN EUCH ALLEN EIN ERFÜLLTES NEUES JAHR
Alles Liebe
Martin und Franziska

Bulawayo
Bulawayo, Zimbabwe
  • Missing
    su szewczyk hat am kommentiert:

    wunderbare Zeichnungen, herrlich bizarre felsen und genügend grün für meine augen! schade, dass das skypen nicht funktioniert hat - Brigitte hat sich wirklich bemüht! martins brust blendet richtig!
    hast du das 2. email auf yahoo jetzt bekommen? rutscht gut rüber, ihr lieben! auf ein neues! Bussi su

  • Small
    karin hat am kommentiert:

    Unfassbar schön!mehr ist dazu eigentlich nicht zu sagen .

  • Missing
    V und N hat am kommentiert:

    Hallo ihr lieben. Wir wünschen euch ein wunderschönes Jahr 2016, dass eure Reise so voran geht wie ihr beide euch das vorstellt. Heute gab es in Wien den ersten Schneefall, kaum zu glauben nachdem wir eure Bilder gesehen haben. Ganz liebe grüsse Verena und Niki.

  • Small
    MiDo hat am kommentiert:

    Hallo Ihr 2 Globetrotter
    Liebe Franziska, alles Gute und Liebe zu Deinem "halbrunden" Geburtstag.
    Ist schon toll, so ein Jubiläum so exotisch feiern zu können, bin schon neugierig wo Ihr Deinen Geburtstag gefeiert habt.
    Weiterhin alles gute und viel Glück für Eure weitere Reise
    Ganz liebe Grüße, Michael und die Girli-Gang

willi Small

Frohe Weihnachten

wünschen Franziska und Martin aus Bulawayo/Zimbabwe!

  • Small
    karin hat am kommentiert:

    Hallo ihr beiden. ...etwas verspätet. ...aber trotzdem. ..ein schönes Weihnachtsfest! !!
    Richtig nettes Camp und die Elefanten

  • Missing
    V und N hat am kommentiert:

    Nach unendlich langer Zeit melde ich mich wieder und wünsche euch Frohe Weihnachten. Einige der letzten blogs habe ich gelesen, bin aber noch lange nicht durch und werde die Ferien nutzen um vieles davon nachzulesen. Ein bisschen was habe ich doch immer wieder in der Frauen runde erfahren. Jetzt seid ihr doch schon über ein Jahr unterwegs. Kaum zu glauben, ich jedenfalls hätte mir das nicht gedacht. Kaum zu glauben, dass ihr so viele Länder schon passiert habt.
    Die Situation fùr mein Enkelkind bessert sich langsam. Im Oktober ist Schani gestorben, das hat mich schwer getroffen. Die vielen Flüchtlinge, das Unvermögen der Politik damit umzugehen, der Rechtsruck in Europa und Õsterreich, dass man nun wieder laut Sprüche schieben kann, die vor einigen Jahren nur hinter vorgehaltener Hand ausgesprochen wurden, das alles nehme ich derzeit mit Entsetzen wahr. Trotzdem gibt es bei mir aber auch viele nette kleine Geschichten, zu lange, um sie euch hier zu berichten.
    Ihr lieben, ich wünsche euch einen wunderschönen Rutsch ins neue Jahr unter Afrikas Sternenhimmel. Liebe grüsse umarme euch Verena

  • Small
    mäcks hat am kommentiert:

    hab für thea und mama wieder eine grobe überblickskarte eurer reise gemacht

  • Small
    willi hat am kommentiert:

    Hallo Mäcks
    Nette Idee und schön gemacht. Super !
    Bussi Franziska

willi Small

Wasser! Wasser! Wasser!

Victoria Falls, 15.12.2015
Hallo Ihr Lieben daheim und unterwegs!

Wir sind schon in Viktoria Falls in Zimbabwe im Viktoria Falls Backpacker-Camp. Hier ist es sehr angenehm und nach dem starken Gewitter vorgestern (kaputte Dächer und umgefallene Bäume und Masten) gibt es wieder Strom und Internet. Das Camp ist wie ein Museum oder ein botanischer Garten. Viele große und kleine Skulpturen und Statuen stehen zwischen unterschiedlichsten Pflanzen und Bäumen und überall sind kleine Tafeln mit Sprüchen. Hängematten, Schaukeln und Springbrunnen laden zum Träumen ein. Es gibt drei Hütten mit Dusche und WC und ich habe gestern das Duschbecken mit einem Baum geteilt. Wirklich nett.

Als wir von Maun aufbrachen fuhren wir Richtung Norden und wollten dann auf kleinen Pisten Richtung Osten zur Grenze fahren. Auf der großen Schotterstraße kamen wir zu den ersten Furten in denen wirklich Wasser war. Nichts besonderes dachten wir und fuhren los. Es ging gleich tief hinunter und auf der anderen Seite steil hinauf und schon steckten wir im Schlamm. Ich sah, dass auch Martin erschrocken war aber er blieb ganz cool. Er fuhr ein bisschen zurück schaltete die Differenzialsperre ein und Zentimeter für Zentimeter krochen wir aus dem Loch.
Wir fanden kleine Wege, die meist durch Sumpf und viele Wasserlacken gingen. Einmal wollten wir wieder einer großen Lacke ausweichen und verirrten uns zwischen vielen Lacken. Wir waren sehr froh, als wir endlich wieder die Piste fanden.
Wir sahen einige Elefanten sehr nah, viele Gazellen und vor allem viele Vögel. Martin fragte die Störche, ob sie aus Petronell kommen aber wir bekamen keine Antwort.
Irgendwann landeten wir vor dem Eingangstor zum Chobe Nationalpark und erfuhren, dass es keine Straße nach Osten gibt und dass wir entweder durch den Park oder wieder zurück nach Maun fahren müssten. Also machten wir uns auf den Weg zurück nach Maun.

In Maun ließen wir von unserem Willi den vielen Schlamm wegspritzen. Bei einem Schmied ließen wir die gebrochene Auspuffhalterung und Motorradhalterung schweißen. Dann ging es noch zu einem guten Essen ins Wimpy.

Jetzt mussten wir also doch die öde Asphaltstraße zurück nach Gweta und weiter nach Nata und Kazangula fahren. Auf einer Asphaltstraße ist es auch meist schwierig einen Schlafplatz abseits der Straße zu finden. Auf unserer Fahrt durch die Sümpfe haben wir ein paar Mal die Wasserflaschen für unsere abendliche Flaschendusche verloren und Martin hat die Solardusche hervorgezaubert. Ich hatte in zu Hause ausgelacht, dass er so einen Blödsinn kauft, war jetzt aber sehr froh darüber. Es ist zwar auch nur ein Wassersack aber mit Schlauch und Duschkopf.

Kurz vor der Grenzstadt Kazungula mussten wir lange suchen um durch das dichte Gebüsch einen Weg weg von der Straße zu finden. Martin stand gerade unter der Dusche als ein Elefant durchs Gebüsch kam. Es waren insgesamt sechs Riesen, die in ca 10 Meter Abstand an uns vorbei zogen. Ich wollte schnell die Filmkamera holen, da sah ich, dass von der anderen Seite drei Soldaten mit Gewehren zu uns kamen. Sie grüßten freundlich und beobachteten den Vorbeizug der Elefanten mit uns. Dann wollten sie wissen was wir hier tun und als wir sagten, wir wollen hier nur übernachten zogen sie mit Gutenachtwünschen wieder ab. Aber wir hatten uns zu früh gefreut. Sie kamen wieder und sagten es wäre zu gefährlich, weil es hier in der Nacht oft zu Schießereien mit Wilderern kommt. Wir müssen in ein Camp fahren.

Also wieder alles umgepackt und zurück auf die Straße. Es wurde schon dunkel und so fuhren wir auf der anderen Straßenseite auf eine Zufahrt zu einer Lodge und verschwanden zwischen den Büschen.

Wir schliefen gut und fuhren am nächsten Morgen zur Grenze. Die Aus- und Einreise waren unkompliziert, aber als der Zollbeamte herauskam und unser Auto sah wurden wir etwas nervös. Unser Motorrad ist vorne und nicht im Carnet und macht oft Probleme. Er beschloss aber es zu ignorieren.
Ganz so einfach war sie Polizeikontrolle kurz nach der Grenze aber nicht. Der Polizist grüßte freundlich, stellte sich mit Namen und Zuständigkeit vor und begann unser Auto prüfend zu umkreisen. Er wollte die Bremslichter sehen, die waren ok. Aber unsere Nummernschildbeleuchtung funktionierte nicht. Martin begann die Sicherungen zu prüfen, suchte neue Lämpchen hervor aber vergebens. Wir sollten 20 US Dollar (die Währung hier) zahlen. Da ich keine Dollar und auch keine Pula sondern nur Euro hatte, konnten wir ohne zu zahlen weiterfahren.

Die Stadt Victoria Falls sieht ganz europäisch aus und ist eine reine Touristenstadt. Es war Sonntag und sehr viele Menschen – mehr Schwarze als Weiße - wollten die Fälle besichtigen. Wir zahlten 60 Dollar für uns beide und gingen los.
Obwohl die Regenzeit erst gerade beginnt waren die Wassermassen die zwischen 80 und 100 Meter in die Tiefe donnern eindrucksvoll. Ich wurde ganz sentimental als ich mich daran erinnerte, wie ich vor 41 Jahren hier war. Es liefen viele Kinder herum und ich musste an die kleine Patricia denken. Ob sich Michael auch noch daran erinnert wie er mit ihr auf dem Rücken mit einer Liane geschwungen ist?

Nach der Besichtigung fuhren wir ins Shoestring Backpackerscamp. Ein ziemlich heruntergekommenes Camp. Allerdings mit einer vollen Bar mit guter Stimmung und Musik aus den 70ziger Jahren. Hat gut zum Tag gepasst und ich habe Patricia anrufen und auch mit Fabio telefonieren können.
Die Sanitäranlagen waren ziemlich versaut und in der Nacht mussten wir gegen viele Moskitos kämpfen. Wir beschlossen am nächsten Morgen ein anderes Camp zu suchen. Moskitos und lästige Fliegen gibt es hier natürlich auch, aber sonst ist alles fein.

Morgen wird Martin versuchen mit Mäcks und der Mutter zu skypen. Hoffentlich klappt es. Dann fahren wir weiter nach Bulawayo.

So das war’s wieder einmal.
Seid gegrüßt, umarmt und geküsst
Martin und Franziska

PS: Liebe Freundinnen ich versuche schon seit langem aus dem Facebook auszusteigen, leider erfolglos. Bitte sendet mir keine Facebook Nachrichten!

Victoria Falls
Matabeleland North, Zimbabwe
  • Missing
    su szewczyk hat am kommentiert:

    hallo, ihr zwei! endlich ein camp nach meinem Geschmack!!! livingstone sieht nicht sehr erfreut aus, die Elefanten waren so nahe sicher noch beeindruckender und die fälle sind toll. bei uns ist echtes novemberwetter, nicht kalt, aber grau und nebelig.
    weihnachten rückt näher, morgen hab ich die 4.vorweinachtsfeier und heute heuer das letzte mal im ulrichsheim unterrichtet - dann sind ferien. wo seid ihr zu weihnachten, und was macht ihr? wir hören uns noch vorher? Bussi su

  • Missing
    Gaby Kozar hat am kommentiert:

    SP Eine Solardusche Habe Ich Auch Gekauft - Geil. Schön, Ich Liebe Elefanten Und Nach Euren Bildern Und Schilderungen bin Ich schnell so Weit, Auch Mal Den Schritt Nach Afrika Zu Wagen. Franziska, Ich Habe Auch Schlechte Nachrichten Für Dich, am Freitag Haben Wir Elisabeth Scheutz Die Letzte Ehre Gegeben, Sie ist Nach Langem Leiden Verstorben. Schicke Bitte Weiter so Schöne Fotos. LG, Gaby

  • Small
    Feel Leeb hat am kommentiert:

    Ihr Lieben!
    Ich melde mich nach langer Zeit wieder mal, aber mit der tollen permondo-Benachrichtigung bekomme ich das meiste Eurer wunderbaren und aufregenden Reise mit. Dieses Jahr musste ich viel arbeiten, da ich riesige SVA-Nachzahlungen hatte, aber es ist sich alles gut ausgegangen. Der Verein hatte zwei parlamentarische Anfragen von der FPÖ und die Wien-Wahl war eine kleine Zitterpartie für uns, aber jetzt ist alles gut. Martin hat sicher ein paar Mal Schluckauf gehabt, weil ich ihn in manchen Vorträgen erwähnt habe, als mein erster Mentor für die Bubenarbeit.

    In Österreich wird bald ein Dachverband für Buben- und Männerarbeit gegründet und es tut sich einiges in diesem Bereich. Vor allem die Arbeit mit unbegleitete männlichen Flüchtlingen ist recht herausfordernd bzw. die ganzen Angstmacher, die eigentlich wirklich schlimm sind. Da gäbe es viel zu erzählen, aber das ist vermutlich nicht so spannend für Euch. ;-)

    Familiär ist mir auch nicht fad, das kommt meistens sogar an erster Stelle, weil mich meine beiden zukünftigen Premierministerinnen ordentlich auf Trab halten. Veronika schreibt gerade ihre Masterarbeit, da bleibt viel an mir kleben. Macht aber nix, find ich eh super. Die pubertierende Milena ist seit September im Gym und tut sich leicht, die Jungs hat sie unter Kontrolle, da sie die Größte der Klasse ist. Janna Rakete tanzt und singt den ganzen lieben Tag. Das ist alles gut.

    Wir wünschen Euch beiden wunderbare Weihnachten und einen guten Rutsch. Ich freue mich auf Eure Berichte 2016!

    Herzsonniges aus einem warmen und sonnigen Wien!
    :o)
    Philipp

  • Small
    mäcks hat am kommentiert:

    Frohe Weihnachten!

  • Small
    Claus hat am kommentiert:

    Fröhliche Weihnachten wünscht euch auch das permondo-Team.
    ...und weiterhin eine erlebnisreiche Reise mit viel Spaß!
    Claus

willi Small

Entlang den Zäunen durch die Pfannen und „UP IN THE AIR“

Maun, 6.12.2015
Hallo liebe Leserinnen und Leser

Wir haben nach 14 Wochen Namibia verlassen und sind seit 21. November in Botswana. Der Grenzübergang war in nicht mal einer Stunde erledigt. Wir bekamen ein gratis Visum für 60 Tage und zahlten 20 € Straßengebühr. Das war alles. Leider gab es keinen Bankomat und auch keine Geldwechsler und so hatten wir nur 4 Pula (40 cent), so heißt hier die Währung. Das Tswana-Wort Pula bedeutet Regen.

Bald nach der Grenze zweigt eine sehr schlechte Schotterstraße zu den Tsodilo Hills. Obwohl wir keine Pula hatten fuhren wir hin. Die Berge sind heilige Berge der San. Den Eintritt zum Park konnten wir mit Namibischen Dollar bezahlen. Das Camp am Fuß der großen Steinhaufen ist schon sehr alt und einfach. Es gibt hier geführte Wanderungen zu buchen aber ich weigerte mich bei der großen Hitze auch nur eine kleine Runde zu machen. Martin wollte dann auch nicht und so fuhren wir nach einer Buschnacht wieder zurück zur Hauptstraße. In keinen der kleinen Dörfer konnten wir Geld besorgen und so fuhren wir nach Maun

Hier in Maun gibt es wieder alles, aber das Internet geht zur Zeit nirgends. Ich weiß also nicht wann der Blog ins Netz kommt.
Wir sitzen hier im Backpackerscamp auf einer schattigen Veranda, vor uns ein kleiner Pool, ein Garten mit grüner Wiese und sehen auf einen Fluss. Sehr netter Platz aber viele Moskitos.

Von hier aus haben wir auch eine Runde durch die Makgadikgadi Pans gemacht. Das sind die größten Salzpfannen der Erde. Ausgerüstet mit Wasser, Lebensmittel und unserem neuem Afrika Straßenatlas fuhren wir los. Es stellte sich bald heraus, dass die kleinen Straßen auf unserem Plan nur schwer oder gar nicht zu finden sind.
Bis Mopipi ging es daher hauptsächlich auf der Asphaltstraße. An einem Abend standen wir etwas abseits der Straße bei kleinen Büschen als ein starker Sandsturm los ging. Alles war wie in einem grauen Nebel gehüllt. Dann fing es zu regnen an und wir konnten wieder besser atmen. In der Früh war es immer noch trüb mit zeitweise Regen und wir beschlossen einen Tag stehen zu bleiben.
In Mopipi zeigte uns eine Frau eine Piste, die nach Gweta führen soll. Unser GPS kannte auch keinen Weg und so hatten wir nur Luftlinie Entfernung 120 Km Richtung Norden.
Die Landschaft ist sehr abwechslungsreich. Einmal gibt es viele Sträucher und sogar Bäume, die im Sand wachsen und dann ist es wieder sehr steinig oder sumpfig. Unsere erste große Pfannenüberquerung war sehr aufregend. Eine komplett flache leere Ebene und vor uns schimmerndes Wasser. Während ich mir noch überlegte, ob die Spur der wir folgten einen sicheren Weg zeigt, merkte ich wie das Wasser immer weiter zurückging. Es war nur eine Luftspiegelung. Wir übernachteten neben kleinen Büschen oder in der Mitte einer Ebene mit gelbem Gras, wo wir rundherum den Horizont sahen. Es gab spannende Steininseln mit kuriosen Bäumen und wir hatten Lagerfeuer unter dem tollen Sternenhimmel.
Am ersten Nachmittag fuhren wir entlang eines Zaunes und beim Überqueren einer kleinen Pfanne fing Willi plötzlich zu gleiten an. Ein kleines Schlammloch und Martin hatte das Auto gleich wieder im Griff. Aber die paar Sekunden haben das Auto bis zum Containerboden fest eingeschlammt. Kurz darauf wurden wir von einem Zaun gestoppt. Links war der Zaun vom Tierpark und rechtwinkelig davon ging ein breiter Doppelzaun Richtung Süden. Wir fuhren also in die verkehrte Richtung und nachdem der Zaun auch nach einer Stunde nicht aufhörte, suchten wir einen Schlafplatz. Am nächsten Morgen fuhren wir weitere 2 Stunden den Zaun entlang bis endlich bei ein paar Häusern ein Gatter auftauchte. Es war eine Veterinärstation und wir nehmen an, dass der Zaun wegen der Maul- und Klauenseuche ist. Uns wurde erklärt, dass wir auf der anderen Seite zurückfahren müssen und immer den Zaun entlang würden wir nach Gweta kommen. Der Zaun ging weit nach Osten, dann wieder mal nach Süden, selten auch in unsere Richtung nach Norden und Westen. Er ging quer über Pfannen und durch den Wald. Wir sahen große Kuherden, Esel und Ziegen. Um es kurtz zu machen sind wir statt 120 km mehr als 300 km kleine Feldwege gefahren oder Spuren gefolgt. Eine Stunde vor Gweta war ein dichter Buschwald mit einer schmalen Piste Wir klappten die Rückspiegel ein und Martin musste dauernd den stacheligen Ästen und tiefen Bäumen ausweichen. Dann waren wir endlich in Gweta und konnten Wasser, Brot und Naschereien einkaufen.

Auf Asphalt ging es zurück nach Maun. Bei einer Übernachtung etwas abseits der Straße fanden wir Oryxhörner noch mit halbem Kopf. Das Teil ist sehr groß und schwer zu verstauen. Wir haben es aufs Dach gepackt.

Wir fuhren in Maun zum Nationalparkbüro um uns über die Preise zu erkundigen.
Wir hatten schon in Kamanjab gehört, dass es mit Trucks unbezahlbar ist. Ja und so ist es auch. Eintritt pro Person und Tag 12 € für KFZ bis 3,5 Tonnen 5 € für Fahrzeuge bis 7 Tonnen 100 € pro Tag. Außerdem bekommt man kein Eintrittpermit, wenn man keine Lodge gebucht hat. Also muss man mindesten 2 Tag bleiben, was für uns ohne Lodgekosten 250 € ausmacht. Also nein Danke.

Aber das Fliegen soll hier günstig sein. Wir buchten einen einstündigen Flug über das Okavango Delta um 250 € für uns beide. Glücklicherweise hat sich noch ein zweites Paar dafür interessiert und so kostete es nur 135 €. Da Martins Mutter für seinen Geburtstag und Weihnachten Geld überwiesen hat, war es trotz unseres derzeitigen Sparplanes möglich.
Vorgestern war es dann soweit. Wir waren beide aufgeregt und sehr überrascht, dass wir auf einen gar nicht kleinen Flughafen wie für einen regulären Flug -Pass- und Durchleuchtungskontrolle - einchecken mussten. Das Flugzeug war aber klein. Außer den Piloten 4 Passagierplätze.
Wir rollten mit offenem Fenster zum Start und dann ging es los. Wir flogen in ungefähr 500 Meter über eine echt bizarre Landschaft. Sumpf in den verschiedensten Farben, viele Bäche und Flüsse, Tümpel und Seen. Immer wieder Insel mit Palmen und Bäumen. Hier gab es keine Wege nur die Pfade der Tiere. Ich bedauerte zuerst, dass es bewölkt war, aber das Licht war genau richtig für diese eigenartige Stimmung. Wir sahen sehr große Herden von Elefanten, Büffel, Flusspferde, manche planschten im Wasser und einzelne Nashörner. Es waren auch drei Giraffen zu sehen aber ich fand sie nicht. Im Flugzeug war es wahnsinnig laut aber die Luft war kühl. Die Stunde war sehr schnell um und kurz vor der Landung begann es zu schütten. Wir landeten sanft und fuhren mit Wasserfontänen über die Landebahn. Es war wirklich ein einzigartiges Erlebnis.
Auf dem Weg zu unserem Campingplatz kehrten wir noch bei Wimpys ein und aßen köstliche Spareribs und Schokoladetorte. Ein wirklich toller Tag.

Gestern haben wir unser Haus gereinigt und Wäsche mit Waschmaschine gewaschen. Heute ist Blog schreiben und Bilder herrichten und morgen wollen wir weiter.

So das war es wieder einmal.  Jetzt bitte GLEICH einen Kommentar abgeben!
Liebe Grüße
Martin und Franziska

  • Small
    karin hat am kommentiert:

    Klingt großartig, was ihr erlebt....und all die tiere im letzten Blog !!
    LG Karin

  • Small
    karin hat am kommentiert:

    Tolle Berichte und unfassbar schöne Tiere im letzten Blog.
    LG karin

  • Missing
    su szewczyk hat am kommentiert:

    fliegen ist super! ich bin damals von Nairobi in die masai mara geflogen - auch ganz tief, sehr beeindruckend! solche Flugzeuge gibt's m spitzerberg auch schon. das camp sieht sehr gemütlich aus - im Gegensatz zur gegend, durch die ihr gefahren seid. du hast schon total lange haare, franziska!
    ich hab seit voriger Woche ein neues Smartphone ( mit dem ich mich noch ein bißchen plage) und jetzt auch whats up! schöne weiterfahrt! Bussi su

  • Missing
    Gaby Kozar hat am kommentiert:

    Ach Liebe Franziska, Ich Freue mich so Für Euch, Dass Ihr alle sterben Schönen Erlebnisse Habt. Ein Bißchen positiver Neid ist Auch Dabei... Wäre Jetzt Gerne eine Eurer Stelle! In Österreich Wird es Nicht Besser Und Jetzt Kommt Auch Noch der Winter. Ich Soll Dich Natürlich von KollegInnen Grüssen Lassen (Gertrude Melcher, Evelyne Ganser, Andrea Joldzic), Aber Irgendwie Schaffen Die es Nicht, Sich in Dem Blog Zu Registrieren. Ich Drucke Jetzt Ab Und Zu Mal Deine Schönen Geschichten Und Fotos aus Und Lege Sie in Den Raucherraum. Ich Wünsche Euch Weiterhin Eine Wunderschöne Reise! Liebe Grüße, Gaby

  • Small
    MiDo hat am kommentiert:

    Hallo Ihr Zwei
    Habe mich wieder mal durch Eure Blogs gearbeitet, sehr toll und interessant.
    Aber erst einmal, zugegeben sehr verspätet, alles Gute für Martin zum Geburtstag.
    Wir hatten jetzt auch 2 "runde" zu feiern, Laura ist jetzt offiziell erwachsen, also 18, Gabriele ist vor einigen Tagen 50 geworden. Bei beiden gabs schöne Feiern.
    Namibia und Botswana klingen sehr toll, dort würde ich auch sehr gerne reisen.
    Wie gehts bei Euch jetzt weiter, biegt Ihr Richtung Süden ab nach SA, oder nach Osten nach Sambia? Bin schon neugierig!
    Bei uns ist "neuer " Winter, also so ca. 6° C, alles ist saftig grün, aber bei uns draußen heuer wenig Nebel und Regen und überraschend viel Sonne, mal schauen wie es weitergeht.
    Wünsche Euch weiterhin eine tolle Reise, jetzt schon schöne Weihnachten und einen guten Rutsch und viel Glück fürs neue Jahr, wo auch immer.
    Liebe Grüße, Michael

willi Small

Von großen und kleinen Tieren

18.11.15
Hallo liebe Leserinnen und Leser

Heute fällt es mir besonders schwer dem Blog anzufangen. Der Etosha National Park war einfach unbeschreiblich. Wir haben so viele Tiere gesehen, dass ich es gar nicht auf die Reihe bringe. Die Landschaft und ganz besonders die riesige Etoshapfanne  ist überwältigend. Es war eine richtige Safari, heiß, staubig, Wellblechpisten und viele Tiere.
Wir waren drei Tage im Park unterwegs und übernachteten in 2 Camps. Es waren ziemlich viele Autos hier und man traf sich immer wieder an den Wasserlöchern. Die meisten dieser Trinkplätze sind künstlich angelegt und daher im Gegensatz zu den natürlichen Teichen und Tümpel auch in der Trockenzeit voll Wasser. Die Tiere müssen daher zu diesen Plätzen zum Trinken kommen.

Wie geplant fuhren wir am Abend zum Galton Gate  und wollten davor übernachten. Zuerst kam ein Ranger und erzählte uns, dass es nach wie vor viele Probleme mit Wilderern gibt. Als er ging wärmten wir eine Dose fürs Abendessen und plötzlich fuhr ein Auto vor. Heraus stiegen zwei Männer, die uns recht barsch erklärten, dass wir hier auf keinen Fall übernachten dürfen. Unser Argument, dass wir außerhalb des Parkzauns neben der öffentlichen Straße stünden, hatte keinen Erfolg. Nach einiger Diskutiererei in der sie immer wieder betonten, dass Afrika sich geändert hat und hier jetzt Ordnung herrscht, gaben wir auf. Wir packten zusammen und mussten im Finstern fahren. Hier gibt es alle paar Kilometer neben der Straße Rastplätze mit  Betontisch und Hockern unter einem Baum. Beim ersten blieben wir zum Schlafen stehen.
Um fünf Uhr wurden wir von unserem Wecker geweckt. Es war noch dunkel und angenehm kühl. Nach dem Frühstück fuhren wir wieder zum Tor und waren kurz nach Sonnenaufgang endlich im Park.

Das erste Tier, welches wir neben der Straße sahen war eine Giraffe und wir freuten uns über diesen Start. Wir fuhren von einem Wasserloch zu anderen und sahen viele Springböcke, Zebras, Kudus, Oryxantilopen, Kuhantilopen und Sträuße. Dazwischen wieselten manchmal kleine Füchse und Schakale herum und es gab viele Vögel. Wir sahen wie mühsam es für die Giraffen ist mit weit gespreizten Vorderbeinen zu trinken. Unsere erste Elefantengruppe und zwei Löwen sahen wir schon am ersten Nachmittag. Eine halbe Stunde vor Sonnenuntergang erreichten wir das Okaukiejo Camp. Wir waren zu müde um noch zum Camp Wasserloch zu gehen. Kameras und Handys aufladen, zum Nachtmahl Eierspeise mit Speck, dann heiß duschen und ins Bett.

Am nächsten Morgen fuhren wir erst um 8 Uhr los und wieder begrüßte uns eine Giraffe. Wir schreckten ein Rudel Hyänen auf und dann der erste Blick über die Etoshapfanne. Ist sehr beeindruckend, riesig, flach und leer. Wir fuhren weiter von einem Wasserloch zum anderen aber die natürlichen waren alle trocken und ohne Tiere. Bei einem künstlichen war eine große Gruppe Elefanten mit einigen Kindern und einem ganz winzigen Baby. Die Elefanten schirmten es meist ab, aber manchmal konnte das Kleine ausbüchsen und wir schöne Fotos machen.
Diesmal kamen wir schon früher im Halali Camp an. Wir hörten in der Rezeption, dass ein Spitzmaulnashorn im Campwasserloch sei. Wir stellten unser Auto schnell auf dem Campingplatz und gingen zum Wasserloch. Sehr schön gemacht mit einer ziemlich nahen, überdachten Zuschauertribüne. Jetzt konnten wir auch das seltenen Black Rhino beobachten. Leider war die dreistündige Nachtfahrt schon ausgebucht und so saßen wir, nach dem Nachtmahl fast bis Mitternacht bei dem beleuchteten Wasserloch.
An unserem letzten Tag fuhren wir entlang der Pfanne. Wir sahen eine riesige Gnuherde und unglaublich viele Zebras und natürlich immer wieder Springböcke. Zu Mittag sahen wir weit entfernt einige Elefanten und Giraffen. Am Nachmittag kam dann der Knüller.
Bei der Zufahrt zu unserem letzten Wasserloch sahen wir schon viele Autos. Dann wussten wir warum. Viele Löwen ganz nah. Zwei waren beim Wasser, drei bis vier lagen im Schatten eines Strauches und weitere fünf große unter einem noch näheren Strauch. Weitere kamen noch von der anderen Seite und alle waren für Löwen ziemlich aktiv. Auf einmal kamen zwei Elefantenkühe mit ihren drei halbwüchsigen Nachwuchs. Der erste Elefant trompetete und wackelte drohend mit seinen Ohren. Die Löwen rannten pfauchend davon. Sobald die Elefanten tranken kamen die Löwen einzeln zurück geschlichen. Beim Abgang der Elefanten wurden sie wieder weggescheucht. War wirklich aufregend und interessant.
Da wir natürlich sehr lange dort gestanden sind, beschlossen wir die letzten zwei Wasserlöcher auf unsere Route zu streichen und fuhren zum Von Lindquist Tor. Wir fanden die Löwen waren ein grandioser Abschluss.

Beim Tor wurde unsere Euphorie etwas gedämpft. Unser Auto wurde kontrolliert und wir hatte Schwierigkeiten den Knochensack und unser gesammeltes Holz zu erklären. Die zwei Schakalpfoten gingen auch noch, Doch dann sahen sie Martins großes Horn, welches wir Trottel nicht versteckt haben. Der Chef wurde angerufen, kam zum Glück schnell und hielt uns eine Predigt, dass nichts auch nicht außerhalb des Parks aufgesammelt werden darf. Dann durften wir fahren, waren aber leider das schöne Horn los.

Wir waren müde und konnten lange keinen Schlafplatz finden. Als wir endlich resigniert zwischen Zaun und Straße parkten, waren wir von einer Art Libellen umschwirrt und es wurden immer mehr. Also fuhren wir weiter, aber die Libellen waren überall. Erst als die Sonne unterging waren sie verschwunden und wir konnten essen und schlafen.

Unser nächstes Ziel war Grootfontein, wo wir Geld abheben, tanken und einkaufen wollten. Außerdem brauchten wir eine Post um unser altes Carnet nach Hause schicken zu können.

Wir machten aber noch einen Abstecher zu Hoba einem der größten Meteoriten der Erde. Er liegt in einer schönen Anlage mit vielen Pflanzen. Mit seinen 50 Tonnen ist da ein großer Brocken vor 100 Millionen Jahren vom Himmel gefallen.
Da wir in jetzt in der Nähe von Bergen waren hofften wir einen schönen Schlafplatz zu finden. Schön war der Platz aber nach der ersten Zigarette mussten wir ins Auto flüchten. Diesmal waren es Bienen oder Wespen die über uns sehr aggressiv herfielen. Als wir im Auto waren ließ das Gesurre nach und ich glaubte hinausgehen zu könne. In einer Sekunde saßen vier bis fünf auf jeden meiner Arme und eine stach sofort zu. Auch diese Plage war bei Sonnenuntergang vorbei.
Allerdings am nächsten Morgen konnten wir nicht aus dem Auto. Martin zog seine Motorradjacke und eine Haube an montierte die Leiter ab und fuhr weg. Aber auch hier gab es nicht wirklich ein Entkommen und so versuchten wir so schnell wie möglich zu packen und weiterzufahren.

Im Grootfontein gab es wieder alles zu kaufen und auch das Carnet konnten wir abschicken. Wir fuhren auf guten Asphalt nach Rundu, Hier sahen wir, dass es auch in Namibia eine Gegend mit vielen Dörfern gibt. Jetzt sind wir den zweiten Tag etwas außerhalb von Rundu in der Sarasunga River Lodge und stehen direkt beim Fluss. Wir haben gerastet, Wäsche gewaschen und den Blog geschrieben. Morgen geht es weiter auf den Caprivi Strip.

Ja wir erleben einfach zuviel und ich schaffe es nicht einen kurzen Blog zu schreiben. Wir hoffen Euch gefallen die Fotos die Martin ausgesucht und bearbeitet hat. Es ist schade, dass es nicht möglich ist unsere Eindrücke und Erlebnisse wirklich mitzuteilen. Zu den Erlebnissen gehören auch die Geräusche, Gerüche, Hitze, Staub und der afrikanische Nachthimmel.

Seid gegrüßt und umarmt
Martin und Franziska

Rundu
Okavango, Namibia
  • Missing
    su szewczyk hat am kommentiert:

    hallo, ihr zwei! da wäre ich gerne dabei gewesen! sogar den Meteorit hätte ich mir angesehen. das war das erste mal, das ihr sovielen Tieren begegnet seid, oder? schade um das horn - obwohl die Entfernung scheints recht blutig war. seid ihr jetzt durch mit Namibia ? oder wie geht's weiter? viel Freude beim weiterfahren! Bussi su

willi Small

Namibia-Rundfahrt 2.Teil

10.Nov.15
Hallo Ihr Lieben 

Teil 2
Swakopmund – Henties Bay – Cape Cross Reserve – Messum Crater – Konigstein White Lady Painting – Organ Pipes und Burnt Mountain – Bergsieg- Sesfontein – Purros – Orumbembe – Kaoko Otavi – Opuwo – Okahao – Oshakati- Ondangwa – zurück Richtung Opuwo – hinunter nach Kamanjab.

Von Swakopmund fuhren wir direkt an der Küste auf der Salt Road nach Norden. Ein schmaler Streifen entlang der namibischen Küste ist karge Wüste, fast immer nebelig grau und kalt. Das ist die Skeleton Coast, weil es hier für Schiffsbrüchige keine Überlebenschance gab. Hier gibt es Sperrgebiete für die großen Diamanten Firmen, Salzfabriken und viele Fischer.
Zum Übernachten fuhren wir an den Strand. Grauer Himmel und grauer Atlantik mit sehr kaltem Wind. Wir hatten, was äußerst selten vorkommt, in der Nacht nur ein Fenster offen und waren sehr froh über unsere warme Decke.

In der Nähe von Henties Bay liegt das Wrack eines alten Holzschiffs und dann erreichen wir Cape Cross. Hier hat vor knapp 500 Jahren ein portugiesisches Schiff angelegt und es wurde ein großes Eisenkreuz errichtet. Die nächsten, die hier wieder landeten waren Mitte des 19.Jhd die Deutschen Sie nahmen die Säule mit dem Kreuz einfach mit und setzten stattdessen ein einfaches Holzkreuz. Das gestohlene Kreuz ist immer noch in Deutschland zu sehen. Find ich ganz schön frech.

Die eigentliche Attraktion von Cape Cross ist die Robbenkolonie die zu den größten der Welt gehört. Nach Bezahlung der üblichen 12 € können die Besucher auf Metallstegen die Tiere bewundern. Man hört und riecht sie schon von weitem. Offenbar stört sie der kalte Wind nicht, denn sie liegen recht gemütlich herum. Die Jungen zeigen mehr Tatendrang und spielen miteinander oder versuchen ihre Mütter in dem Gewurrel zu finden. Die Schreie der Robben klingen ähnlich wie Schafe. Die Männer fressen sich im Oktober und November das doppelte Gewicht an. Das verlieren sie dann in den ein, zwei Wochen der Paarungszeit in der sie mit ihren Rivalen um die Frauen kämpfen und recht aufwändig um die Frauen werben müssen. Die Frauen bekommen alle gleichzeitig Mitte Dezember ein Baby und sind ein paar Tage später zu Paarung bereit. Das befruchtete Ei ruht aber erst einmal drei Monate und fängt dann erst an sich zu entwickeln um dann nach neun Monaten als Baby geboren zu werden. Wir fotografierten und filmten aber sind uns bewusst, dass wir was wir erleben nicht einfangen können.

Wir verließen die Küste und den Dorob Nationalpark und fuhren Richtung Westen zum Messum Krater. Hier fuhren wir Pisten die meist in Flussbetten sind durch unterschiedliche Landschaft. Meist ist es karg und steinig, manchmal Sandwüste und immer wieder waren wir von Bergen umgeben. Es wurde schlagartig heiß und gleißend hell. Hier wächst die Welwitschia, botanisch eine Seltenheit und nur im Sand Namibias zu finden. Sie kann recht groß werden und ist nicht schön aber eine Überlebenskünstlerin. Ihren Namen verdankt sie einem österreichischen Botaniker.

Ich stelle mir beim Fahren oft vor, wie diese dürre Landschaft in der Regenzeit aussieht. Beim Konigstein hatten wir in der Nacht ein starkes Gewitter, Blitze zuckten über den ganzen Himmel und es wurde immer wieder kurz ganz hell. Dann kamen die Donner und die Erde bebte so, dass sogar unser Willi wackelte. Aber erstaunlicherweise fiel kein Tropfen von diesem aufgewühlten Himmel.

Am nächsten Tag wollten wir uns die White Lady, eine berühmte Höhlenmalerei, ansehen. Auf dem Parkplatz erfuhren wir, dass wir nur in Gruppen mit einem Guide weiter gehen können und dass wir ca. 2 Stunden unterwegs sein würden. Wir gingen mit einem jungen Paar aus Deutschland und unsere Guide war eine junge Damarafrau mit Namen Patricia.
Wir starteten um elf Uhr und schon nach den ersten paar Schritten war uns klar, dass es viel zu heiß für diese Tour war. Es ging über Stock und Stein ohne Schatten dahin. Wir wateten durch unglaublich viel Elefantendung und kamen an vielen zerstörten Bäumen vorbei. Ja, erzählte uns Patricia, die hätten uns Schatten geben sollen, aber drei sehr aggressive Elefantenbullen treiben zurzeit ihr Unwesen hier. Sie musste sogar einmal mit einer Gruppe in Deckung eine Stunde warten bis die Elefanten vorbei waren. Aber ich hätte sie gerne gesehen.
Kurz bevor ich aufgeben wollte waren wir am Ziel. Auf einer schattigen Terrasse konnten wir verschnaufen bevor wir die letzten Meter zur Höhle gingen. Zum Glück hatte Martin zwei große Wasserflaschen im Rucksack. Die Malerei war sehr gut erhalten. Die weiße Lady wurde irrtümlich so genannt, aber die weiße Gestalt im Mittelpunkt war ein Schamane mit seinem Ritualwerkzeug.
Ausgeruht machten wir uns auf den Rückweg, wo zu der heißen Sonne auch noch ein heißer Gegenwind wehte. Der jungen Frau in unsere Gruppe ging es offenbar noch schlechter als mir und sie klappte kurz vorm Erreichen des Parkplatzes endgültig zusammen. Martin holte meine Notfalltropfen und kaltes Wasser aus dem Auto und so schafften wir auch noch die letzten Meter bis zur kühlen Rasthütte. Ich legte mich erleichtert auf den kühlen Boden und trank kaltes Cola. Ich schwor mir nie wieder um diese Zeit irgendwo hin zu gehen. Dieser Ausflug kostete mit Trinkgeld für Patricia knappe 20€.

Nach der Höhlenmalerei fuhren wir wieder auf Schotterstaßen weiter, die aber zwischendurch schlechter als die Pisten waren. Wir fuhren Richtung Bergsieg und besichtigten unterwegs die Organpipes und den Burnt Mountain. Die Orgelpfeifen entpuppten sich als scharfgeschnittene Steinwände die eher wie Skylines aussahen. Der verbrannte Berg ist ein kleiner schwarzer runder Hügel, der irgendeine mineralische Besonderheit darstellt und der langsam vom Wind zermahlen wird. Auch hier mussten wir wieder 12 € zahlen.

Auf der Strecke gab es noch das Damara Living Museum. Ich fragte gleich ob wir weit zu gehen hätten. Nein, es gibt gleich hier etwas zu sehen. Also sagten wir zu. Die zwei Damen vor uns wurden von einem traditionell gekleideten jungen Damara in Empfang genommen. Für uns war eine Damarfrau auch in traditionellem Gewand als Guide gekommen. Sie hatte ihr Gesicht mit rotbraunem Lehm bemalt und ihre zwei nackten Riesenbrüste hingen fast bis zu ihrem kurzen Lederrock. Sie erklärte uns, dass sich die Himbafrauen den ganzen Körper bemalen, die Damarafrauen aber nur das Gesicht.
Durch einen schmalen Gang zwischen zwei Felsen führte sie uns ins Dorf. Wir sahen einen Schmied und einen Gerber bei der Arbeit und sie erklärte uns einige Heilpflanzen, die die Damara früher gesammelt und angewendet haben. Drei ältere Frauen saßen in einer Hütte und erzeugten den Schmuck, den es hier zu kaufen gibt. Zwei Männer erklärten uns ein altes Spiel welches früher oft zum Vermeiden eines Kriegs gespielt wurde. Die Chiefs der verfeindeten Dörfer spielten es und der Sieger gewann alles. Zum Abschluss wurde noch für uns musiziert, gesungen und getanzt. Es war mir nicht so peinlich, wie ich angenommen habe.

Nach Bergsieg der übliche klein drei Häuserort, beschlossen wir uns ein Camp zu gönnen. Jede Woche einmal heiß duschen und Wäsche waschen ist ein guter Rhythmus. Die Palmwang Campsite kostete 25 € und war sehr toll angelegt. Martin sprang ins Pool und ich konnte unsere Wäsche direkt auf unserem Platz waschen. Schöne heiße Duschen und Toilettanlagen machten den Tag vollkommen.

Weiter gings nach Sesfontein dem Ort der Ausgangspunkt der Reisen ins Kaokaland ist. Wir waren schwer enttäuscht. Zwei kleine Läden mit kaum was drin. Als wir parkten zischte es unter unserem Willi. Das kleine Röhrchen vom Presslufttank hatte einen Riss. Während wir unters Auto schauten kam schon ein Einheimischer zu uns der sich als Opel Kadett vorstellte. Er führte Martin in den Laden und zeigte ihm dort Dichtungspaste die er kaufen müsste. Dann legte er sich unter das Auto und versuchte den Riss zu kleben. War aber erfolglos. Wir fuhren ein Stück zurück, weil ich glaubte ein Schild mit Werkstatt gelesen zu haben. Fanden es nicht und suchten dann die Tankstelle. Sie bestand nur aus zwei Zapfseilen unter kleinem Dach. Da wir bis jetzt bei jeder Tankstelle einen Bankomaten fanden war das ein Schock. Wir füllten den Tank nur halb und hatten dann noch den stolzen Betrag von 30€ übrig. Gut dass ich das Camp mit Visa bezahlte.

Auf ging es ins Kaokaland den am wenigsten besiedelten Teil des ohnehin schwach besiedelten Namibia. Die größte Gruppe der Bewohner Namibias sind die Damara. Sie haben viele Kämpfe für die Unabhängigkeit zuerst gegen die Deutschen und dann gegen Südafrika geführt. Sie verdrängten auch teilweise die Hereros. Die Hereros waren schon vor vielen hunderten Jahren in Namibia. Bei einem Streit innerhalb dieses Volks kam es zur Spaltung. Die Hereros verließen mit dem gesamten Viehbesitz ihr Land und die zurückgebliebenen mussten ums Überleben kämpfen. Sie bettelten sogar die Regierung von Angola an und wurden Himba was Bettler heißt genannt. Die Himba leben hauptsächlich im Kaokaland und leben sehr ursprünglich Die Männer tragen meist moderne Kleidung aber viele Frauen kleiden sich traditionell. In jedem Reiseführer über Namibia gibt es Bilder dieser sehr stolz aussehenden Frauen. Ihr ganzer Körper ist rotbraun bemalt, ihre Haare sind auf aufwendigste Weise geschmückt, sie tragen viel Schmuck auf den nackten Oberkörper, ein kurzes Röckchen und Schmuck auf Armen und Beinen. Ich habe es einfach nicht geschafft sie zu fotografieren. Die schüchternen Frauen auf dem Land traute ich mich nicht zu fragen und den frechen wollte ich nichts zahlen.
Einige Himba leben noch in sehr kleinen spitzen Rundhütten meist weit verstreut, obwohl in den größeren Dörfern auch schon die Häuser mit Blechdächern stehen.
Wir sahen nur wenige Behausungen und fuhren wie immer durch leeres Land.

Obwohl hier gab es einige Tiere zu sehen. Die Orixantilopen haben wir überall auf der Tour gesehen. Sie ziehen meist alleine über die großen freien Flächen dahin und ich frage mich was die fressen. Das fragten wir uns auch bei der ersten Giraffe die wir sahen. Ungewöhnlich für Giraffen war sie allein in einem engen steinigen Tal durch das wir fuhren und vor einiger Zeit einen einzelnen Baum gesehen hatten. Zebras und Springböcke sind immer in Gruppen unterwegs. Oft läuft ein einzelner Strauß schnell über karges Land aber manchmal schreiten auch mehrere gemächlich durch die Büsche. In sandigen Flussbetten wachsen viele große dicht belaubte Bäume und wir sahen einmal eine Giraffengruppe. Auch Affen sind dort zu sehen aber von den Elefanten sahen wir immer nur die Scheiße und frisch geknickte Sträucher.

Die Strecke von Bergsieg nach Purros und Orumpembe ist Pisten mäßig sehr anspruchsvoll und die Landschaft sehr schön. Endlich wieder größere Sandflächen und Martin kann nach Herzenslust Offroad fahren. Einmal in der Früh konnten wir nur nach fast einer Stunde Suche die Straße wieder finden.
Nach Orumpempe sind wir die sehr schöne Strecke über Kaoko Otavi gefahren. Steile Berge manchmal auf sehr schmaler Piste hinauf und hinunter. Dazwischen sehr grüne Täler und dann wieder Sand. Hier fanden wir auch das erste Skelett seit Mauretanien. Es waren vermutlich die gebleichten Knochen eines Zebras. Martin fand vor ein paar Tagen den Kadaver eines Kudu und hat jetzt ein großes Horn.

In Opuwo, der ersten richtigen Stadt seit Swakopmund, kommen wir am Samstag Vormittag an und sind von den Trubel erschlagen. Wir heben Geld ab, kaufen hastig im Supermarkt ein und tanken. Überall viele laute Menschen. Die halbnackten Himbafrauen auf der Straße und beim Tanken sind in Stadt sehr skurril. Leider können wir, wie wir gehofft haben unser Visum hier nicht verlängern und müssen nach Ondangwa.

Seit Opuwo gibt es Asphalt und wir müssen unsere neuen Reifen wieder mit Luft auffüllen. Wir glauben diese Strecke ist landschaftlich die langweiligste in Namibia.
Wir beschließen in Okahajo (Baobab Spital) zu übernachten und fahren weiter über Oshakati nach Ondangwa. Viele Städte mit viel Verkehr. Wir fanden das Emigrationsbüro vor dem viele Leute warteten. Bei unserem Schalter kamen wir gleich dran aber die Auskunft erschreckte uns: die Visa werden nicht verlängert.
Wir erzählten von Martins Malaria und zeigten die Krankenhausbelege. Dann erklärten wir unser Reifenproblem und zeigen die Mails her. Dazwischen beteuerten wir, dass wir von dem wunderbaren Namibia begeistert sind und unbedingt noch in den Etosha müssen. Mittlerweile beschäftigten sich schon drei Amtspersonen mit uns. Dann endlich die Zusage für einen Monat aber wir können die Visa erst in vier Tagen abholen. Ohne Pass ist es blöd herumzufahren und was sollen wir überhaupt hier. Also versuchten wir es noch mal mit betteln. Wir sagten, dass unsere Freunde in Kamanjab auf uns warten und wir zu ihnen müssen. Wir durften am nächsten Tag um 10 Uhr kommen. Das taten wir und mit den Pässen fuhren wir
zum Zoll nach Oshakati um das Carnet umstempeln zu lassen. Hier hatten wir uns eher Probleme erwartet aber es lief alles glatt. Erleichtert und erschöpft fuhren wir nach Kamanjab, wo wir nach einer Nacht im Busch eintrafen.

Ich sehe jetzt, dass ich mich bei der Teilung der Route geirrt habe und es jetzt vier Seiten geworden sind. Ich hoffe ihr genießt das Lesen trotz der Länge.
Morgen Nachmittag fahren wir von hier vor das Galtontor in den Etosha. Wir schlafen vor dem Tor, damit wir gleich um sieben hinein können. Freuen uns schon.

Alles liebe an Euch Alle
Martin und Franziska

 

Kamanjab
Kunene, Namibia
  • Small
    andy kurth hat am kommentiert:

    Toller Bericht - die Begeisterung für Cape Cross kann ich teilen. Absolut einmalig!

  • Missing
    su szewczyk hat am kommentiert:

    na, da seid ihr ja herum gekommen! die pflanze ist wirklich nicht sehr schön - aber so viele liebe Seehunde! das horn hat Martin brutal abgesägt?
    die zäune in dem Dorf find ich toll. und die spitzen, bei denen du sitzt.
    bei uns ist es gerade abartig warm - bis zu 20 grad - macht auch Kopfweh. cora hat 2 zähne gezogen bekommen und sieht aus wie quasimodo. und zu meinem tiefen bedauern hat ulli das martiniganslessen abgesagt, weil er einen Gichtanfall hat und nicht stehen kann. ich wünsch euch weiter viel spass - ohne längere spaziergänge in grosser Hitze! Bussi su

willi Small

Namibia-Rundfahrt 1.Teil

6.Nov.15
Hallo Ihr Lieben 

Wir sind nach 1 Monat Rundreise durch Namibia wieder in Kamanjab im Oppi-Koppi.
Im Oktober sind wir 3.500 KM (viel Piste) gefahren und haben 700 Liter Diesel verbraucht. Diese Runde war so schön und interessant, dass ich darüber zwei Blogs schreiben will.

Teil 1
Windhook – Rehohoboth – Mariental – Fish River Waterfall – Keetmanshooop – Seeheim - Fish River Canyon – Seeheim – Aus – Sesriem – Sossusvlei – Solitair – Gamsbergpass – Walfishbay – Swakopmund

Gestartet sind wir wie geplant am Samstag den 10.Oktober und fuhren flott auf gutem Asphalt Richtung Süden. Hier ist die Kalahari und alles sehr trocken. Der kleine Abstecher zum Fish River Waterfall war nicht erfolgreich, weil wegen der Trockenheit nur ein kleiner Tümpel im Flussbett war. Dafür wurden wir von einem weißen Paar aus Oranjemund in Ihre einfache Aussteigerhütte auf kalte Limonade eingeladen.

Auf ihren Rat hin fuhren wir nicht zurück auf die Hauptstraße sondern auf Piste zum Brukkaros Crater. Seine Herkunft ist umstritten weil er nicht wie früher angenommen von einem Vulkan stammt. Wir fuhren soweit wie möglich den schmalen Pfad hinauf aber das letzte Stück gingen wir dann doch. Die Campsite ist schön angelegt aber die Anlage ist verlassen und verfällt. Ich hatte ziemliche Angst beim Hinunterfahren aber Martin schaffte es grandios. In Keetmanshoop gibt es wieder einen Spar zum Einkaufen und nach einer weiteren Nacht im Busch erreichten wir die Anlage beim Fish River Canyon.

Es kostete 12 € um auf das Gelände fahren zu dürfen. Es gibt einen Campingplatz aber den sparen wir uns. Nach ca. 10 KM sind wir am Canyon. Wirklich beeindruckend. Wir sehen nicht wie erwartet ein tiefes Tal sondern ein Labyrinth von schmalen Tälern mit sehr unterschiedlichen grotesken Bergen dazwischen. Alles ist kahl und in den Rinnen ist kaum Wasser. Es gibt Aussichtsplätze wo die Touristen mit Bussen hingeführt werden. Wir übernachteten bei einer dieser Plätze und wurden nicht gestört, obwohl campen hier verboten ist. Der heftige Wind war eiskalt und unser Willi wackelte die ganze Nacht.

Am nächsten Morgen schauten wir noch zu anderen Plätzen und fuhren dann wieder zurück und weiter nach Aus. Hier ist es wirklich aus mit den Supermärkten, aber wir bekommen auch in einem einfachen Laden was wir brauchen.

In Seeheim ist ein großes Camp und von hier kann man zu den Dünen von Sossusvlei fahren. Wie üblich gegen Bezahlung von 12 € natürlich. Wir waren schon spät dran, weil wir vor 19 Uhr zurück sein mussten um hier wieder raus zu können und nicht für das Camp auch noch zahlen zu müssen. Wir fuhren also die 50 KM auf Asphalt durch eine beeindruckende Dünenlandschaft. Kurz vor dem Ziel ist ein Parkplatz und von hier geht es nur mit Allradpkws oder mit einem Shuttletraktor weiter. Es warteten schon einige Touristen auf den Fahrer des Traktors für die Fahrt auf den letzten 5 KM, aber es stellte sich heraus, dass der Fahrer schon um vier Uhr nach Hause gefahren ist. Also blieb uns nichts anderes übrig als wieder zurück zu fahren. Es hätte uns aber schon sehr gereizt die letzten Kilometer mit unserem Auto zu fahren.

Wir waren rechtzeitig zurück und suchten uns wieder einen Platz zum Schlafen. Das ist in Namibia nicht so leicht, weil neben der Straße links und rechts Zäune sind. Diesmal war die Straße auch noch ziemlich schlecht und es wurde schon dunkel. Also mussten wir uns neben den Zaun stellen. Wir schliefen diese Nacht nicht gut und ich hatte am Morgen arge Kopfschmerzen. Die Vorstellung auf dieser Straße dahinzuholpern war schrecklich. Aber wir hatten Glück und fanden eine Piste die ohne Zaun Richtung Bäume lief. Das kleine „Zutritt verboten“ Schild ignorierten wir und fuhren zu einem schönen Platz, wo wir faul den Tag genossen.

Unser nächstes Ziel war Solitair. So heißt also nicht nur das Kartenspiel sondern auch eine große Raststation in der Wüste. Hier hat ein Holländer eine Tankstelle mit Reparaturwerkstatt, einer Lodge, einem Restaurant, einem Laden und eine Bäckerei aufgebaut. In der Bäckerei gibt es neben vielen Leckereien richtiges Braunbrot, Kaffee und als Spezialität Apfelstreuselkuchen. Wir trauten unseren Augen nicht. und kauften hemmungslos ein. War noch dazu richtig billig. Der Holländer ist auch ein Sammler und so ist der Platz voll mit Wracks von Oldtimern, alten Maschinen und skurrilen Fundstücken.

Gestärkt an Leib und Seele fuhren wir weiter. Da viel uns ein, dass wir wenn wir direkt weiterfahren am Wochenende in Swakopmund sein würden und wir vielleicht weder einkaufen noch zur National Park Verwaltung wegen eines Permits gehen könnten. Also beschlossen wir noch einmal auf den Gamsbergpass zu fahren und dort zu übernachten. Das waren zwar hin und zurück 80 KM aber es tat uns gut. Wir kletterten mit unserem Willi auf ein Platzerl ganz oben mit überwältigender Aussicht. Es war windig und die Luft war angenehm frisch. Seit wir wieder im Busch schlafen sind unsere Flaschendusche und der Klosessel wieder im Einsatz. Es fühlt sich richtig frei und luxuriös an.

Weiter ging es nach Walvisbay und wir kauften uns zu Mittag wieder eine Pizza. Dann fuhren wir diesmal auf einer kleinen Straße zwischen Dünen nach Swakopmund und übernachteten wieder im Camp 4 Miles. Diesmal schien hier die Sonne und alles sah gleich freundlicher aus. Wir machten einen Spaziergang am Strand aber der eisige Wind trieb uns bald zurück zum Auto. Der Benguelastrom von der Antarktis führt dazu, dass hier nicht gebadet werden kann.

Wir fahren in der Früh in die Stadt und suchen die Nationalparkagentur. Dort sind wir sehr überrascht, dass wir für die Fahrt durch den Dorob Nationalpark ein gratis Permit bekommen. Sehr zufrieden machen wir einen Stadtbummel. Hier gibt es deutsche Straßen- und Geschäftsnamen. In der Apotheke wurde ich deutsch bedient und bekam wieder meine Medikamente. Wir durften sogar, was hier kaum vorkommt, im Garten eines Kaffeehauses rauchen. Tat gut zur Abwechslung einmal einen Bummel, wie in einer Kleinstadt zu Hause, zu machen. Ich war sehr froh, dass ich auf der Suche nach Feuerzeugen in einem netten Laden ein T-Shirt für Martins Geburtstagsgeschenk fand. Sehr zufrieden machten wir uns wieder auf den Weg.

So das ist der erste Teil und der zweite kommt in den nächsten Tagen.

HEUTE SIND WIR 1 JAHR AUF REISEN!
DAS WIRD MIT MARTINS GEBURTSTAG GEFEIERT.

Seid herzlich gegrüßt, geküsst und umarmt
Martin und Franziska

 

Kamanjab
Kunene, Namibia
  • Missing
    su szewczyk hat am kommentiert:

    hallo,ihr lieben! ihr seht super aus - gesund und ungestresst, das freut mich! pater mark ist ja sehr imposant - und wer wohnt in der vogelhausanlage? die im sande versunkenen wracks sind lustig und die canjons eindrucksvoll.
    ich unterricht jetzt im ulrichsheim. von den Vereinsmitgliedern( ca 20 Frauen und 1 mann) ist ein drittel 1995 geboren, ich bin wie immer die älteste!
    das ulrichsheim beherbergt auch menschen mit besonderen Bedürfnissen( verletzte, beinamputierte, wirbelverletzte, Leukämie, glasknochen)
    die flüchtlingsdiskusionen in unseren breiten werden härter, unsere innenministerin ist für eine Festung Europa und für grenzzäune, die aber nicht so heissen dürfen.
    hört man in euren breiten was drüber?
    gestern war ich mit Brigitte in einem klitzekleinem Zirkus in bda - voller Familienbetrieb, sogar der 4jährige kann schon Handstand auf vaters Hand! tolles Programm mit wenigen Requisiten!
    ich wünsch euch eine fröhliche weiterfahrt! Bussi su

willi Small

Windhoek

Hallo Ihr Lieben daheim oder unterwegs

Vor allem hallo liebe Su! Du bis die einzige treue Kommentarschreiberin. Herzlichen Dank! Ihr könnt Euch gar nicht vorstellen wie frustig es ist, so wenige bis fast keine Kommentare zu bekommen. Wir wissen, dass wir viele Leserinnen und Leser haben, aber wir würden auch gerne von Euch was hören, damit ich weiß für wen ich schreibe.

Wir haben gestern endlich unsere neuen Reifen montiert bekommen. Die Firma Trent-Tyres hat uns mitgeteilt, dass wir die Reifen frühestens am 20 Oktober bekommen können. Da ist uns der Hut geplatzt und wir stornierten und meldete uns wieder bei Namibian Tyres, die uns schon vorher ein Angebot gemacht haben. Wir bestellten die Reifen am Donnerstag und am Montag waren sie schon da. Es war eine riesen Erleichterung endlich ohne Angst vor Reifenpannen nach Hause zu fahren Vorher haben uns schon Autofahrer zweimal auf diesen Weg angehupt und auf die Reifen aufmerksam gemacht.

Leider wusste ich nicht, dass ich mit der Visacard nur 3.000 Euro pro Monat abheben kann. Telebanking geht zwar nach Südafrika aber leider nicht nach Namibia. So blieb uns nur die Western Union und die war wirklich teuer. Für 2.900 € mussten wir 116 € zahlen. Wir trösteten uns damit, dass der Eurokurs derzeit sehr günstig ist. Dann kam aber der Schock, denn die Western Union rechnete  die Euro zuerst in US-Dollar und dann in Namibia-Dollar um. So bekamen wir nach unserer Rechnung nur N$ für 2.700 €. Sehr blöd aber leider trotz Reklamation, geht alles über Komputer und ist nicht zu ändern.

Dafür bin ich spät aber doch zum skypen gekommen und spare jetzt wenigstens die hohen Telefonrechnungen. Allerdings braucht man da halt Internet, was wir hier ja haben. Es war sehr angenehm mit Su, Brigitte und Patricia endlich wieder länger zu reden. Auch konnten wir viele Mails schicken und empfangen. Ja es hat schon auch Vorteile in einer modernen Stadt und einem modernen Haushalt zu sein.

Windhoek ist eine Stadt in der wir uns vorstellen könnten zu leben. In 1.700 Meter Seehöhe ist die Luft angenehm und wegen der sehr guten Asphaltstraßen auch nicht staubig. Der Verkehr ist eher gemütlich, kaum Staus und kaum Mopeds. Es gibt zwar viele Taxis aber die fahren auch normal. Moderne Geschäfte und Supermärkte, wo es wirklich alles gibt. Die Stadt ist eine mittelgroße übersichtliche Stadt (200.000 EW) mit sehr vielen Gärten und Bäumen Besonder schön sind die wunderbar blau blühenden Bäume. Kaum zu glauben, dass nach ein paar Kilometer der afrikanische Busch beginnt.

Bei unserer Gastgeberfamilie sind wir schon richtig heimisch geworden. Martin hilft der Tochter Maria bei ihren Mathematikaufgaben. Es gibt eine extra Küche wo nach der Messe die Leute verköstigt  werden. Zwar ohne funktionierenden Herd aber mit Mikrowelle, großen Kühlschrank und Abwasch und Besuchertoiletten. Wir können alles benutzen. Zum Duschen und fürs Internet gehen wir ins Haus. Ich darf sogar unsere Wäsche in der Maschine waschen. Richtig bequem alles. Zum Einkaufen können wir zu Fuß zu einem Geschäft gehen oder wir fahren in den Supermarkt.

Wir haben uns auch die paar Sehenswürdigkeiten von außen angesehen. Die Christuskirche und einige andere Gebäude sind noch von den Deutschen erbaut worden. Wir waren auch in dem Botanischen Garten, der aber weil es noch immer nicht regnet, sehr vertrocknet war. Aber die Kakteen und seltenen Pflanzen im Wüstenhaus waren schon schön. Auch hier im Garten fangen die dürren Sträucher an zu grünen und zu blühen und es gibt auch einen der blauen Bäume.

Morgen fahren wir los. Zuerst wollen wir ganz in den Süden zum Fishrivervalley, nach dem Grand Canon in Amerika der zweitgrößte Canon der Welt. Von dort geht es je nach Möglichkeit an der Küste in den Norden. Es gibt wegen der Diamantenminen Sperrgebiete und einige Nationalparks an denen wir vorbeifahren werden. Im Kaokaland soll es sehr unberührt sein und wir wollen Himbadörfer sehen. Eventuell fahren wir an die angolanische Grenze zu den Epupafällen. Dann geht es wieder südlich hach Kamanjab und dann in den Etosha Nationalpark.

So weit unsere vorläufigen Pläne. Zwischendurch müssen wir auch unsere Visa verlängern lassen, aber das sollte einfach sein.

So das wars wieder. Nochmal die Bitte um Kommentare!

Seid umarmt und geküsst
Martin und Franziska


  • Missing
    su szewczyk hat am kommentiert:

    na, da muß ich doch meinem ruf ehre machen! ja, sieht sehr modern aus, und gepflegt. der herr Lehrer hatte schon einige schüler - oder waren die nur auf besuch? ziemlich grau ist er geworden!
    bei und ist schon fast der winter ausgebrochen - 13 grad!!!und feucht!
    ich hab mich beworben, mit den Flüchtlingen im ulrichsheim deutsch zu lernen und bekomm montag eine Einführung. und mein liebes Kind ist heute 47 - irre, nicht!
    viel spass beim weiterfahren! Bussi su

  • Small
    Claus hat am kommentiert:

    Hallo ihr beiden!
    dann auch mal wieder ein Kommentar vom permondo-Team - ihr seid nicht allein, inzwischen fast 2.500 Seitenaufrufe! Danke für's Dabeisein.
    Viele Grüße
    Claus

  • Small
    MiDo hat am kommentiert:

    Na, unter anderen, für mich ! GlG, Michael ;-)

  • Missing
    Katja hat am kommentiert:

    Hallo Ihr 2,

    ist nicht immer so einfach euch zu antworten. zum einen erlebe ich nicht so viel berichtenswertes wir ihr. zum anderen fühlt es sich seltsam an, würde ich immer bloss "wow, toll, klingt aufregend, das muss aber spannend gewesen sein ... etc." zu kommentieren. was ich gerade erlebe sind oft sehr persönliche dinge, die nicht in einen blogg für alle passen. insofern tu ich mir mit mails leichter. könnt ihr damit was anfangen?!
    wie auch immer, ich versuch´ es: vergangenes woe war der goldene herbst zu besuch und zeigte sich wirklich von seiner allerschönsten seite: alle blätter bunt, sonnig, warm. hat viele leute nach draussen gezogen. kaum zu glauben, dass in 2 monaten weihnachten ist. der übergang von extrem heissen sommertemperaturen in für die jahreszeit zu kühle herbsttemperaturen davor war krass und viele wurden krank. nun scheinen wir uns alle gewöhnt zu haben. die zeitumstellung liegt hinter uns, ebenso wie die wahlen. die nächsten (UHBP) sind freilich schon im gespräch. die flüchtlingssituation ist anhaltend fürchterlich. immer wieder werden kinder geboren, wenn die eltern glück haben, kommen sie ins krankenhaus, wenn nicht niederkunft am beton. und wer stellt dem frisch geschlüpften eine geburtsurkunde aus?! schwangere und kinder schlafen bei 0°C im freien ...
    ein artikel von mir wurde in einem fachbuch veröffentlicht und ich bin sehr stolz darauf. mitte november soll ich ihn bei einer pecha kucha night vorstellen. ist eine besondere vortragstechnik die nur exakt 6 min und 40 sec dauert. sie sieht vor, dass 20 bilder zu je 20 sec an die wand projiziert werden. nachdem dies 15 personen gemacht haben soll darüber geplaudert (pecha kucha kommt aus dem japanischen und bedeutet geplauder) werden, unter allen anwesenden.
    lilly geht gern in die schule und hat ihre zahnlücken gefüllt, mit neuen zähnen. verleiht ihr ganz anderes aussehen. erich züchtet fische und verkauft sie z.t. recht erfolgreich ins ausland.
    glg aus wien, katja

  • Missing
    su szewczyk hat am kommentiert:

    hallo, Martin! nachdem deine Telefonnummer nicht geht und ich auch mein mail zurück bekommen habe, also hier: alles gute zum Geburtstag!!! ein schönes neues jahr voller Abenteuer(positive!),interessanten leuten, viel spass, Freude und genuss, und was du sonst noch alles brauchen kannst! ohne Katastrophen und Malaria! lass es krachen! fühl dich umarmt! Bussi su

  • Missing
    Swantje hat am kommentiert:

    Hey Martin,
    herzliches Happy Birthday auch von mir. Vor einem Jahr hab ich dich das letzte Mal gesehen - schon eine Weile her! Dir wünsche ich vor allem Gesundheit, spannende Begegnungen, intensive Erlebnisse und gute Straßen.
    Bussi Swantje

  • Small
    karin hat am kommentiert:

    Spät aber doch..….........alles gute zum Geburtstag!
    Bzgl der Kommentare schliesse ich mich Katja an.
    Würde mich über mail Kontakt freuen.
    LG karin

willi Small

Juchhu, das war schön!

Hallo liebe Leserinnen und Leser!
Letzten Montag waren wir in Windhoek in der Werkstatt aber unsere Reifen wurden leider irrtümlich an jemanden anderen verkauft. Also hieß es wieder eine Woche warten. Stehen hier zwar gratis bei einer koptisch orthodoxen Kirche aber wir wollen endlich weiter.
Also beschlossen wir eine Runde Windhoek – Walvis Bay – Swakopmund – Windhoek zu fahren. Die Straßen Kategorie C sind wir bisher auf Asphalt gefahren, also sollten wir auf den 550 km keine Probleme haben. Leider stellte sich nach den ersten 50 km heraus, dass C auch eine Gravelroad sein kann. Die Straße war breit, ohne Rillen und Löcher aber wer weiß ob das so bleibt. Wir haben diskutiert ob wir umkehren oder es riskieren sollten. Wir fuhren weiter und es war wirklich schön.
Hier ist es wirklich leer. Stellt Euch eine Strecke Wien Salzburg vor auf der es außer den Zäunen 20 m links und rechts der Straße und hie und da Strommasten keine Zeichen von Zivilisation gibt. Wir sahen nur Tore im Zaun durch die es auf Farmen, Camps oder Lodgen ging. Auf der ganzen Strecke sahen wir nur zwei Häuser in der Ferne, zwei oder drei Wegkreuzungen und vier Autos am Tag. Wir begegneten ein paar Antilopen, Gazellen und mehreren Affen. Wir haben noch nicht herausgefunden was das für Affen sind. Sie sind etwas kleiner als Paviane, ganz schwarz und das Fell ist sehr zerzaust
Zuerst fuhren wir durch Hügelland und über den Gamsbergpass. Hier gibt es steile schroffe Felsen und Schluchten. Das Land ist hier durchwegs über 1000 m hoch und dann steigen noch die Berge auf über 2000 m an. Die Straße bleibt gut und breit und es geht steil bergauf und bergab, Wir fanden einen Schlafplatz in einem trockenen Flussbett und wurden gleich von 3 Zebras bestaunt. In der Nacht war ein berauschender Sternenhimmel und beim Aufwachen wurden wir wieder von den Zebras beobachtet.
Die letzten Kilometer fuhren wir durch die Namibwüste und erreichten am Vormittag Walvis Bay. Hier habe ich mit Patricia und Michael im März 1972 zum ersten Mal afrikanischen Boden betreten. Die Hafenarbeiter die unser Schiff vertauten waren blauschwarz (Gastarbeiter aus den Sudan wie man uns sagte) und Patricia klammerte sich verschreckt an mich. Als wir das Schiff verließen wartete schon eine Menschenmenge (Weiße!)am Pier, die das Schiff wegen des billigen Alkohols stürmten. Wir gingen durch eine kleine Stadt, wie aus einem Westernfilm. Einstöckige Holzhäuser mit überdachten Gehsteigen und eine staubige Straße durch die der Wind Dornenbüschel blies. Am Ende der Straße war die Wüste.
Diesmal kamen Martin und ich durch die Wüste in eine total moderne Kleinstadt. Wir aßen in einer Pizzeria, die auch in Wien sein könnte. Sogar einen Sparsupermarkt und schicke Kleidershops gibt es hier. Die Stadt wird aber vor allem durch den riesigen Frachthafen und die internationalen Fischfabriken dominiert.
Nichts erinnerte mich an die Stadt vor 43 Jahren und obwohl wir 2 Stunden kreuz und quer fuhren konnten wir nicht einmal den Passagierhafen finden.
Also fuhren wir an der Küste weiter nach Swakopmund. Hier blies ein kalter Wind und es war recht düster. Swakopmund sieht wie eine deutsche Kleinstadt aus. Viele deutsche Straßennamen und Geschäfte Wir übernachteten auf Mile 4, einen scheußlichen Campingplatz am Atlantik, froh über die heißen Duschen in der kalten Nacht.
Weiter ging’s Richtung Windhoek. Zuerst wieder durch die Wüste entlang einer Pipeline auf Asphalt. Hier ist der Naukluft Nationalpark und es ist nur mit einem Permit erlaubt die Hauptstraße zu verlassen.
Sobald die Pipeline abbog fuhren wir wieder auf Gravelroad. Es dauerte eine ganze Weile bis wir die Berge am Horizont erreichten. Jetzt sollte es über den Bosua Pass gehen. Ein großes Schild auf der Straße informierte uns, dass die Strecke nicht mit LKWs, Campingautos und Trailer befahren werden kann. Nun war guter Rat teuer. Zum Glück kamen wir an der einzigen Farm die nahe der Straße war vorbei. Also nichts wie hin und fragen.
Ich klopfte an eine Türe, die von einer weißen Frau geöffnet wurde. Nachdem ich ihr unsere Besorgnis wegen der Straße erklärte, rief sie ihren Sohn, der nach eine Blick auf unser Auto meinte wir können sicher fahren. Die Straße sei breit und in einem guten Zustand aber es gibt sehr steile Passagen hinauf und hinunter wozu es einen starken Motor braucht. Ok den haben wir.

Es ging immer steil bergauf und bergab. Einige Passagen waren auch noch sehr lange und wir tuckerten langsam hinauf und hinunter. Eigentlich unglaublich, dass die Flüsse, die nur wenige Wochen im Jahr fließen, so eine Landschaft gestalten können. In ganz Namibia gibt es nur zwei Flüsse, die das ganze Jahr bis zum Atlantik fließen. Das sind der Kunene an der Grenze zu Angola und der Oranje an der Grenze zu Südafrika.
Wir übernachteten am Pass und machten endlich wieder einmal ein Lagerfeuer unter afrikanischen Sternenhimmel.
Nach dem Pass geht es im Khomas Hochland hügelig weiter bis nach Windhoek, wo wir am Sonntagnachmittag nach 750 km ankamen.
Am Montag hatte uns das Reifendrama wieder voll im Griff. Viele Mails und Telefonate aber wir werden wohl noch bis Anfang Oktober warten müssen. Wir haben noch eine zweite Firma gefunden aber der kann uns auch nicht früher helfen Bei der ersten Firma ist praktischer weise nebenan eine Werkstätte wo der Typ uns versprochen hat, dass er die Bremsen kontrolliert wenn die Reifen herunten sind. Es hat auch keinen Sinn herumzufahren weil die Entfernungen zu den Plätzen die wir uns anschauen wollen, zu groß sind.
Also fahren wir halt zum Spar einkaufen und essen beim chinesischen Take Away. In der Apotheke habe ich endlich meine Medikamente bekommen, mussten nicht mal bestellt werden. Ich finds ja fies, dass wir gerade jetzt alles kaufen könnten, wo wir doch wegen der blöden Reifen sparen müssen. Da ist es fein, dass wir hier bei der Kirche gratis stehen können solange wir wollen.
Ja wie Heidi unsere Gastgeberin meint hat alles was passiert seine Bedeutung auch wenn wir das nicht gleich sehen können.
Naja das war´s wieder einmal.
Seid geherzt und geküsst
Martin und Franziska


Windhoek
Khomas, Namibia
  • Missing
    su szewczyk hat am kommentiert:

    wow - ihr traut euch was mit kaputten reifen! aber hat sich ausgezahlt, schöne tour! das Hotel ist mein Favorit, die kiemen beeindruckend, die gegend (für mich) zu wenig üppig. und ihr beide seht erholt aus - wenngleich Martin noch immer sehr dünn ist.
    bei uns ists herbst geworden - 15 grad und regen. Brigitte und ich gehen heute in die erbse zu einem 30jahrswingfest - mit tanzanleitung!
    ich wünsch euch bald neue reifen - und geniesst das grossstadtleben noch ein bißchen!
    Bussi su

  • Small
    MiDo hat am kommentiert:

    Hallo Afrikaner
    Tja, das glaub ich, dass sich sogar in Walvis Bay nach 43 Jahren viel verändert hat.
    Nicht nur in Walvis Bay, schau mal uns an ;-)
    Den Passagierhafen gibt es deswegen nicht, weil es keine Passagier-Linienschiffe mehr gibt ,außer Fähren und Kreuzfahrten, aber wer macht schon eine Kreuzfahrt nach Walvis Bay? Übrigens, die LLoyd Triestino hat den Passagier Betrieb 1976 endgültig eingestellt, da hatten wir ja noch Glück!
    Ich war in Sachen Nostalgie erfolgreicher. Ich war im Juni, unter anderem, auch in Triest und bin auch den Nostalgiepfad abgegangen, dort steht noch immer alles! Das Hotel ist immer noch ein Hotel ( !!! ) und den Passagier Terminal gibt es auch noch, allerdings keine Schiffe mehr. Das ist jetzt eine etwas heruntergekommene Ausstellungshalle in der ironischer Weise eine Ausstellung und Veranstaltung von Schwarzafrikaner war.
    Ich schicke ein paar Bildchen mit. Damit Eure Augen wieder mal ein bisschen grün sehen, schicke ich auch ein paar Bildchen von meinem Radurlaub aus der Süd-Steiermark, habe mich zum passionierten Radfahrer entwickelt ( in Kombi mit dem VW-Bus ). Diese Woche war ich 3 Tage im Strudengau, war aber Arschkalt, tja der Sommer geht zu Ende.
    Fresst Euch wieder ( ? ) Speck an, machts weiter so gut, Lg auch von den Damen, Michael

willi Small

Es geht weiter



Liebe Leserinnen und Leser,


wir sind also jetzt seit über zwei Wochen im Oppi-Koppi Restcamp und ich recherchiere unermüdlich wegen der Reifen. Franziska wäscht unermüdlich Wäsche. Lästige Minifliegen nerven unermüdlich weil sie in Augen, Ohren und Nasenlöcher fliegen. Trotzdem fühlen wir uns ein bisschen daheim auf diesem schönen Platz.
Wir bekommen tolle Reiseschilderungen und Abenteuer von anderen Overlandern geschildert, ohne dass wir uns bewegen müssen. Wir werden allmählich sehr bequem!
Aber jetzt kommt´s, wir haben vier Reifen in Windhoek bestellt (2900€!) und können sie nächste Woche montieren lassen. Also werden wir uns Sonntag von hier losreißen, und die ca. 500km in Angriff nehmen. Irgendwie freuen wir uns schon auf´s Unterwegs sein. Die „Kleine Schwester“ ist verzurrt, alle Wäsche ist gewaschen und heute grillen wir Schweinekottlets.
Wie es nach Oppi-Koppi Internettechnisch weiter geht, wissen wir noch nicht. Also nicht verzagen, wenn der nächste Blogeintrag etwas länger dauert – einfach immer wieder reinschauen!
Nach Windhoek wollen wir ein wenig Wüstenluft schnuppern und wilde Tiere sehen!


Alles Liebe,
Franziska und Martin

willi Small

Oppi-Koppi in Kamanjab

Hallo liebe Freundinnen und Freunde

Das wird ein entspannter Blogeintrag. Wir sitzen hier auf einem Platz im Oppi-Koppi Restcamp in Kamanjab und haben es richtig gemütlich. Das Camp 4 hat eine große überdachte Terrasse, einen schönen Grillplatz, Elektrizität und Wasser. Die Sanitärhütte ist schön eingerichtet und blitzsauber und die Dusche ist heiß. Meist habe ich die Frauenseite für mich alleine, weil nur selten andere Leute hier campen und die großen Trucks ohnehin Dusche und Toilette haben. Sogar der Platz zum Geschirr und Wäschewaschen hat heißes Wasser. Das alles kostet für Overlander nichts
Unser Platz ist mit Kakteen und dürren Bäumen eingerahmt. Auf einer Seite haben wir ein paar Felsen wo manchmal zwei Mungos herum huschen.
Die ganze Anlage hier ist ziemlich groß und hat viele Bungalows und ein schön angelegtes Restaurant mit sehr guter Küche und freiem, funktionierenden Internet. Es gibt mehrere gut besuchte Vogeltränken, wo sogar Sittiche zu sehen sind. Manchmal werden auf eine Mauer Küchenreste geschüttet und dann kommen zwei große Stachelschweine und eine kleine Wildkatze zum Fressen. Also wie im Paradies.
Wir genießen diesen Luxus sehr. Essen uns schlafen viel und haben beide schon zugenommen. Wir haben endlich Zeit zum Lesen, für kleine Ausbesserungen, Wäsche waschen, surfen im Internet und einfach faul sein. Das Wetter ist auch angenehm. Tagsüber ist es in der Sonne heiß aber es weht immer eine kühle Brise und es ist trocken. In der Nacht und vor allem in der Früh ist es kalt und wir sind froh über unsere Daunendecke.
Trotz dem ist hier nicht unser Afrika. Die Gäste hier sind fast ausschließlich weiß. Im Ort sieht man auch mehr Weiße als Einheimische und es gibt feste Ladenschlusszeiten und leere Straßen. Im Supermarkt haben wir zwei Himbafrauen gesehen und das ist wirklich ein exotischer Anblick. Die Frauen haben den ganzen Körper mit einer rotbraunen Farbe bemalt, tragen nur ein buntes Röckchen, viel Schmuck und eine sehr ausgefallene Frisur. Ist schon eigenartig in einem ziemlich modernen Geschäft diesen Frauen mit nackten Brüsten zu begegnen. Allerdings sind sie auch für die anderen Namibier eine eher belächelte Ausnahme und lassen sich nur gegen Geld fotografieren.
Wir treffen hier viele Overlander, können unsere Erfahrungen austauschen und bekommen viele Infos. Aber was wir über Botswana, Simbabwe, Sambia und die Länder der Ostküste hören gefällt uns gar nicht. Die Parks sind sehr teuer und die Lodgen innerhalb der Reservate unerschwinglich. Es gibt überall Campingplätze aber in Botswana müssen diese vorbestellt werden. Botswana hat sich überhaupt auf die Luxusreisenden spezialisiert. Überall wird von Dieben und Räubern gewarnt. In einem aktuellen Bog haben wir z.B. über Kenia gelesen, dass die Campingplätze langsam verfallen, weil wegen der Überfälle am Strand die Touristen ausbleiben.
Mir war schon klar, dass sich in den vierzig Jahren einiges verändert haben wird, aber das schreckt mich jetzt doch.
Naja sobald wir unsere Reifen haben, schauen wir uns Namibia an. Der Etosha Nationalpark wird es auf jeden Fall werden. Hier muss man um 6 Uhr am Tor sein damit man die Strecke bis zum nächsten Tor (ca. 250 km) bevor die dort zusperren erreichen kann. Ist auch nicht gerade unser Stil. Aber mal sehen wie es sich so auf dem Land abspielt. Vielleicht finden wir ja doch noch ein paar nette Namibianer. Übrigens hat Namibia eine Bevölkerungsdichte von 2 Menschen pro Quadratkilometer. Das Land ist doppelt so groß wie das alte Westdeutschland und hat 2 Millionen Einwohner.
Nun zu unseren Reifen. Dass sie kaum noch Profil haben ist nicht der Punkt. Wie wir jetzt herausgefunden haben stammen sie noch aus Western Germany und sind damit über 20 Jahre alt. Das sieht man ihnen an, denn die Risse rund um die Felge werden immer größer. Das ist vor allem im Sand sehr schlecht, da wir ja Luft auslassen und wieder reinpumpen müssen. Wir haben das in letzter Zeit nicht machen müssen, sind aber ziemlich sicher, dass sie das nicht mehr aushalten.
Wir haben hier in Kamanjab eine Werkstatt gefunden, die einem Holländer gehört, der sich gut mit Unimogs auskennt. Der Willi wurde durchgecheckt und zum Glück gab es nur Kleinigkeiten, er wurde geölt und geschmiert und das Motoröl gewechselt. Da hier die Arbeitszeit billig ist hat das mit dem neuem Ölfilter 200 € gekostet. Eine angenehme Überraschung.
Aber dann kam der Hammer, denn die Reifen sind in Namibia die teuersten von ganz Afrika. Na ganz schön blöd, dass wir die nicht noch zu Hause gekauft haben oder zu mindest in Westafrika. Aber selbst wenn wir so Wahnsinnspreise wie 800 € pro Stück zahlen wollten oder könnten, sind sie auch kaum aufzutreiben.
Wir haben hier einen Holländer getroffen, der mit seiner Frau und einem großen Mercedestruck seit 2004 auf der ganzen Welt unterwegs ist. Robert konnte uns einige Adressen sagen wo es vielleicht billigere oder übertragene Reifen gibt. Martin recherchiert im Internet und schickt Mails aus. Bis jetzt war noch nicht wirklich was dabei. Vielleicht müssen wir die Reifen aus Holland nach Walfishbay kommen lassen. Nun wir werden sehen.
Es tut gut jetzt wirklich Zeit zu haben.
Bei unseren Fotos ist der Zeitungsartikel aus Nigeria dabei. Diese Bilder hat uns der Chief Ebohan, mit dem wir noch immer Kontakt haben, geschickt. Etwas spät und mit einigen Fehlern aber immerhin.
So das wär’s wieder einmal.
Ich wünsche der Frauenrunde ein schönes Frauenrundenwochenende!
Alles Liebe an Euch Alle
Martin und Franziska
PS: Overlander ist ein verschieden definierter Begriff. Wir meinen damit Leute, die mit dem eigenen Auto viele Monate durch die Welt reisen.


Kamanjab
Kunene, Namibia
  • Missing
    su szewczyk hat am kommentiert:

    halihalo, ihr zwei! war fein, wiedermal mit dir zu plaudern, Franziska! die Artikel sind ja witzig! die Giraffen sehr elegant, aber sehr dürr siehts aus, ausser im garten. und das Restaurant hat ein Strohdach!
    ich hoffe, euer reifenproblem ist einer lösung nahe? ich finds ja gut, das ihr dadurch mal ein bißchen statisch seid unds euch gut gehen lasst.
    morgen zieht mein Alien aus - mittlerweile eine hübsche Dame! die hatte ich jetzt 14 Wochen, sie bricht tobis Rekord.
    und ich fahr freitag zum frauenrundenwochenende und freu mich schon mal raus zu kommen! gehabt euch wohl! Bussi su

  • Missing
    Gaby Kozar hat am kommentiert:

    Lustiges Interview! Chief of this ist ja Ein Mächtig großer Mann, Ihr Beide Seht Sehr Klein aus, an Seiner Seite. Liebe Grüße

willi Small

Angola schADE!


17.8.2015

Hallo Ihr Lieben

Falls Ihr es satt habt von unseren Schwierigkeiten zu lesen, müsst Ihr Euch noch gedulden. Wir sind zur Zeit nicht gerade vom Glück verwöhnt.

Wir sind schon in Namibia und jetzt in Okahao, einer kleinen Stadt, die zum Glück ein Krankenhaus hat. Martin hat leider wieder die Malaria erwischt. Wir waren beide total erschöpft  und stark verkühlt, aber dann hatte Martin hohes Fieber und wir fuhren zurück ins Spital. Der Malaria Schnelltest war negativ und mit Medikamente gegen die Erkältung fuhren wir zum nahe gelegenen Camp. 

In der Nacht stieg das Fieber trotz Essigsocken auf über 40 Grad und ich musste schwer gegen meine Panik ankämpfen. Martin ging es sehr schlecht und er war kaum mehr ansprechbar. Leider gibt es hier keine Taxis und so brachte uns der herbei gerufene Chef von hier zu einem Arzt. Der war sicher, dass es Malaria und eine Lungenentzündung war und begann sofort mit einer Chinininfusion. Anschließend wurden wir wieder ins Spital zur weiteren Behandlung gefahren. 

Die Schwestern waren sehr nett und als sie meinen entsetzten Blick sahen, als wir das volle chaotische Krankenzimmer betraten, brachten sie Martin in ein leeres Zimmer der Geburtenabteilung. Sobald er gut untergebracht war ging ich zu unseren Auto auf dem Camp und holte die Sachen, die Martin brauchte. Zum Glück war unser Platz nur ca einen Kilometer vom Spital entfernt. Ich konnte in die Stadt zum einkaufen und auf die Bank gehen. Martin musste zwei Nächte dort bleiben und ich schlief zum ersten Mal im Willi alleine.

Mary, die Chefin vom Krankenhaus und Frederika ihre Assistentin kamen uns besuchen und am Abend kam Mary zu mir ins Camp um unseren Truck zu sehen. Nach der Entlassung fuhr uns der Arzt zu unserem Auto. Martin ging es schon viel besser aber leider stieg am Abend das Fieber wieder an. Ich war erleichtert als uns Mary und Frederika wieder besuchten und mir eine Telefonnummer gaben, wo ich sie in der Nacht erreichen konnte. 

In der Nacht ging das Fieber aber wieder zurück und am nächsten Morgen sah Martin endlich wieder halbwegs normal aus. Er blieb im Bett und am nächsten Tag fuhren wir mit unserem Auto in die Stadt zum Einkaufen und ins Spital zu Kontrolle. Der Arzt hatte ein komplettes Blutbild machen lassen und die Werte sind sehr gut. Er muss bis nächsten Donnerstag rasten und dann wieder zur Kontrolle kommen.

Hier ist es ganz gut zu stehen und es gibt neben einen kleinen Pool auch heiße Duschen. Gemeinerweise geht im Augenblick einiges nicht so wie es soll. Unser Gas zum Kochen wird demnächst ausgehen, Der Strom im Auto wir immer wieder knapp, weil wir teilweise im Schatten stehen. Außerdem brauchen wir nach der letzten Monstertour umbedingt neue Reifen und das Geld fließt im Augenblick recht flott dahin. 

Apropos Monstertour! Am Montag in Luanda lief alles anders, als geplant. Im Migrationsbüro erklärte man uns, dass ein Transitvisum niemals verlängert werden kann. Das war ein Schock und nach einigen Telefonaten wussten wir, dass wir wirklich in zweieinhalb Tagen 1.200 km bis zur Grenze fahren müssen. Also kein Gas oder Internet sondern sofort los.

Die Straße war wenigstens durchgehend asphaltiert und nur an wenigen Stellen löchrig. Wir fuhren von Sonnenaufgang um 7 Uhr bis Sonnenuntergang um 18 Uhr. Die 3 größeren Städte waren zum Glück recht leicht zu durchqueren und es zeichnete sich ab, dass wir es schaffen würden. Wir fuhren durch eine interessante Landschaft mit sehr vielen kleinen und großen Baobabbäumen. Meist fuhren wir auf über 1000 Meter und es war sonnig und kühl und in der Nacht kalt. Bei einer Polizeikontrolle 90 km vor der Grenze sah ich in meinen Pass und las, dass die Visa nicht am 5. sondern am 6. ablaufen. Wir hätten uns einigen Stress ersparen können! In unserem Ärger über Anglola sind wir froh, dass wir in den 14 Tagen kein einziges Mal fürs Übernachten gezahlt haben und außer drei Einkäufen im Supermarkt und zweimaligen tanken (50 Cent/Liter) kein Geld ausgaben.

Wir kamen am Nachmittag zu einer großen Grenze und waren ziemlich schnell auf der namibischen Seite. Dort wurden die Reifen unseres Autos desinfiziert und wir mussten über einen Seuchenteppich gehen. Unser Touristenvisum ist gratis, gilt 3 Monate und ist verlängerbar. Da der Zoll schon geschlossen hatte schliefen wir auf der Grenze. Am nächsten Morgen erledigten wir die Zollformalitäten. Für die Einreise mussten wir für unser Auto ca 20 Euro zahlen und die Straßenbenützung kostet ca 40 Cent pro 100 Kilometer. Die Grenzstadt Oshikango ist sehr europäisch und wir kehrten im Kentucky Fried Chicken ein. 

Müde wie wir waren machten wir uns langsam auf die Suche nach einem Hotel. Wir hatten seit Dolisie keine warme Dusche mehr und ich konnte mir 3 Wochen nicht die Haare waschen. Langsam weil wir ab hier zum ersten Mal links fahren müssen. Martin ging noch schnell eine neue Simkarte und Zigaretten kaufen. Ich saß im Auto auf einer Straße auf der soviel Menschen wie auf der Mariahilferstraße herumliefen und schlief fast ein. 

Da riss plötzlich ein Mann die Autotüre auf und sprang aufs Trittbrett. Ich erschrak und brüllte und er sprang zurück und murmelte etwas von einem kaputten Reifen. Ich war ziemlich verwirrt und verriegelte meine Türe. Da beugte sich ein anderer Mann beim offenen Fenster auf Martins Seite herein. Ich schrie wieder, beugte mich hinüber und wollte ihm vom Fenster wegjagen. Da spürte ich einen, der blitzschnell die Kamera aus meinem Handschuhfach schnappte und wegrannte. Ich brüllte beim Fester hinaus konnte aber den Burschen nicht mehr sehen. Der auf der anderen Seite war auch verschwunden. Ich zitterte und konnte nur mehr weinen.

Martin kam zurück und wir beide konnten das nicht fassen. Seit 10 Monaten fahren wir durch Afrika, fast immer durch Länder wo von Überfällen gewarnt wird. Namibia ist das erste Land ohne Warnung und hier inmitten all der Leute am hellen Tag passiert so was. Ein paar Minuten später kamen zwei Polizisten und eine Polizistin zu uns. Sie wurden von einem Mann angerufen, der den Überfall sah und sich die Nummer des Autos notierte, in das die beiden hineinsprangen. Wir fuhren aufs Kommissariat, weil die Polizei glaubte, den Wagen schnell zu finden. Es war gemütlich und ruhig auf der Polizeistation aber nach zwei Stunden gaben wir auf und fuhren in ein Hotel. Erst allmählich wurde mir klar, dass meine Kamera weg war. Aber wir hatten noch Glück, weil ich Martin die Brieftasche mitgab, die vorher neben der Kamera lag und der Verlust von Pass, Visakarte und Geld wäre noch schlimmer gewesen.

Am nächsten Tag fuhren wir Richtung Kaokaland und kamen durch die Stadt in der wir jetzt sind. Wir campten zuerst im Busch und sahen am Abend, dass der Riss um die Felge in dem einen Reifen so groß geworden ist, dass wir nicht mehr weiter fahren können. So wechselte Martin am nächsten Morgen den Reifen und nach dieser Anstrengung hatte der Arme hohes Fieber. Wir fuhren zurück in die Stadt uns ins Spital.

Jetzt rasten wir uns aus und hoffen, dass es wieder bergauf geht. Wir planen nach Kamanjab zu fahren, wo eine LKW Werkstatt ist in der wir das Auto durchchecken lassen und Reifen besorgen können. Dabei ist auch ein schöner Campingplatz, wo Overlander gratis stehen dürfen.

Alles Liebe und herzliche Umarmungen

Martin und Franziska


  • Missing
    Marion und Michael Pötzschke hat am kommentiert:

    Hallo Ihr Zwei,
    zuerst baldige Genesung für Martin. Ruht Euch aus und tankt jede Menge Kraft. Bei uns ist alles in Ordnung. Wir hoffen, dass unser Auto wohlbehalten in Buea steht. Liebe Grüße aus Sachsen senden Marion und Michael

  • Missing
    su szewczyk hat am kommentiert:

    hallo, ihr zwei!
    der baum ist wirklich ein hit!
    ich hoffe, das ihr nach dem überstandenem, euch mal zeit und Erholung gönnt! wäre notwendig! ausser, ihr wollt zeit und Geld in Krankenhäuser investieren!
    ich wünsch euch Stabilität und Gesundheit - auch fürs Auto!
    ich hab übrigens - zum ersten mal in meinem leben - ein neues! einen opel karl - geleast. nach dem der polo den 4. starter innerhalb 14 Monate vernichtet hat (und ich 700E fürs pickerl und 300E für den letzten hinein gesteckt hab) .14 tage kein Auto ist in unseren breiten kein vergnügen!
    bei uns hats tropische Temperaturen: 13 tage über 35 grad! mein garten ist fast eine wüste. deshalb geniess ich die plötzliche Abkühlung(20grad) und den regen!
    ich wollte euch noch ein paar bilder schicken - aber irgendwie klappt das nicht so wie voriges mal. also - lasst es euch gut gehen- und rastet! Bussi su

  • Small
    willi hat am kommentiert:

    Hallo Marion und Michael
    Wir haben vor nach Kamanjab zu fahren. Ist nicht weit von hier und dort ist eine Wekstatt, die auf Trucks und Unimogs spezialisiert ist. Dort ist auch ein Camp mit allen -auch einem Restaurant - und fuer Overlander gratis.
    Wann kommt Ihr wieder nach Afrika?
    Liebe Gruesse Martin und Franziska

  • Small
    willi hat am kommentiert:

    Hallo Su

    Gratuliere zum Auto!
    Wir mussten von Kamerun aus wegen der bloeden Visa so schnell fahren. Fuer Namibia und Botswana haben wir 3 Monate Zeit, ist gratis und verlaengerbar.
    LG Franziska und Martin

  • Small
    karin hat am kommentiert:

    hallo ihr zwei... die bäume sind unfassbar schön....
    das Krankenhausbett ist jedenfalls besser als die an meinem Arbeitsplatz...hoffentlich habt ihr euch mittlerweile erholt!!! lg Karin

  • Missing
    Katja hat am kommentiert:

    hallo ihr beiden!

    phantastischer baum! von diesen baobabs konnt ich nie genug kriegen. freut euch auf botswana, hat mir sehr gefallen.

    ihr müsst ja völlig fertig sein, nach all diesen abenteurn udn belastungen. zeit für rast, ruhe und pause und zwar ausgiebigst.

    bei uns alles unspektakulär: erholsamer urlaub am bio bauernhof in slbg, viel schwimmen in den seen, weil es so heiß war, abends lagerfeuer und musikalische begleitung durch gitarre und cajon, geburt von 4 katzenbabys an lillys geburtstag, die noch vor abreise die augen geöffnet haben. jetzt waren erich und ich noch im steirischen salzkammergut, bad aussee gegend und auch da wunderbares wetter. hallstatt ausgrabungen, wald (leider ohne pilze), seeumrundung, grillen und leckeres ofenbratl in der knödelalm, die wir ovr ca. 12 á auf der kur entdeckt haben. lilly noch mit großeltern in kroatien. auf die frage, ob sie viele muscheln gesammelt hat, meinte sie, "ja, auf omas teller" ;)

    lg katja

  • Missing
    Gaby Kozar hat am kommentiert:

    Hallo Ihr 2 Lieben, Das Klingt ja Gerade Ziemlich Anstrengend. Ich Kann Euch Auf Diesem Wege Nur Alle Gute Wünschen Und Viel Erholung Umm Eure Energiereservoirs Wieder Aufzutanken. Franziska, es ist Kein Wunder Dass sich Gerade in Einem Land Das als "Nicht Gefährlich" vergoldet Bestohlen Werdet. Erstens, so Wie du es Schilderst Seid Ihr ja Nicht Gerade bin Höhepunkt Eurer Energie, Manche Leute Riech so Etwas. Zweitens Kommt Mir Vor, Dass Diebe Auch Diese Warnugen Lesen Und Dann Gerade in Solchen Ländern Eben Leichte Beute Wittern, da sterben Menschen Sich Eben Ein Bißchen Entspannen. Wir Waren Über Weihnachten Und Neujahr in Costa Rica, Sehr Schönes Land Aber Ein Ausverkauf ein USA wo du Hinsiehst. Vergoldet ja als Absolut Sicher Und Die Schweiz Zentralamerikas, etc.. Mir Wurden aus Dem Hotelzimmer in Dem Ich Geschlafen Habe - Erek Krieg Noch am Strand Unterwegs - Mein Ziemlich Neues Tablet, Meine Kamera, Meine Parking Swatch Scuba, Welche Ich Echt Nur Im Urlaub Getragen Habe Und Mein Tabakbeutel (!) Geklaut. Habe Im Laufe der Reise Dann von Ziemlich Identen Vorfällen Gehört, Übers Land Verteilt. Das Gruselige Daran War, Dass Ich Im Schlaf Registriert Habe, Dass da Jemand Krieg, Aber Eben Dachte es Wäre Erek der da in der Dunkelheit Sucht Und mich Nicht Wecken war wird. Am Morgen Ging Ich Dann ins Bad, Vor Unserer Hoteltüre, Das Teilten Wir Mit Unserer Nachbarin, Einer Münchnerin sterben Immer Bei Offener Türe Schlief. Dort Fand Ich Dann Meinen Handrucksack Und Ereks Großen Rucksack Ausgeleert in der Dusche Und Fragte mich, Warum Erek Das Wohl Getan Hat. Haha! Zum Glück Reise Ich ja Auch Nicht Zum 1. Mal Und Habe da so Meine Methoden Und Verstecke wo Ich Wertsachen Aufbewahre, auch Auch Kein Geld, Pass, Karten etc. Weg. Das Tablet Hing Halt am Strom Zum beladen Und sterben Kamera Lag Daneben. Der Tabak Sah Wahrscheinlich Nach Geldbörse aus. Rückblickend Krieg Ich Ganz Einfach Froh, Dass Ich Nicht Aufgewacht bin, Denn da Hätte es Sicherlich Verletzte Gegeben, Irgendwer Wäre sterben Treppe Oder Über Die Balustrade Runtergefallen, Irgendwas Wäre Passiert. Es ist Halt Grauslich, Wenn Man Sich also als Ausgeliefertes Opfer Fühlt, Hilflos.
    Ihr Werdet Das Schon Wieder Hinkriegen, Schaut Einmal Dass Martin Wieder Gesund Wird, er Muß Seinen Körper Wieder Aufbauen Und Stärken, Ich Weiß Das aus Dem Bekanntenkreis, da Gibt es Einige Malaria-PatientInnen – Das Wird Man Dann ja Nie Ganz Los – sterben ständige Fieber Schwächen Den Körper Und einen Aufbau der Darmflora Mit z.B. Omnibiotic o.ä. Zur Stärkung des Immunsystems ist Sicherlich Eine Gute Idee. Erholt Euch Ganz Gut! Ich Wünsche Euch Das Allerbeste!
    Liebe Grüße aus Dem Afrikanisch Heißen Wien
    Gaby

  • Missing
    Gaby Kozar hat am kommentiert:

    Übrigens, Weiß ja Nicht Wie Gut Euer Spanisch ist, Aber es Gibt ja online-Übersetzer: http://amigoshojadecoca.com/2015/08/18/inf...

  • Missing
    Gaby Kozar hat am kommentiert:

    Hab da Eine Interessante Info Malaria Betreffend: https://www.youtube.com/watch?v=FrwZN1cPfX8
    Ich Nehme Das Jetzt Auch, Allerdings Gegen Andere Bakterien Und Viren. Bezugsquelle: http://www.mmsquelle.com, Weiss Allerdings Nicht Ob sterben Nach Afrika Liefern, Vielleicht Kommt Ihr ja da Irgendwie Direkt Dran, Laut Video Sollte Das ja Auch in Afrik. Ländern Erhältlich Sein. Natürlich is also available Gegenstimmen, Muss Wohl Jede/R Für Sich Selbst Entscheiden http://healthwyze.org/index.php/component/.... Sowohl Mein Hausarzt als Auch Mein Lieber Neffe Schwören Darauf, Mein Neffe Hut sterben Kur Gemacht Und Fühlt Sich super. Auch Selbst Entscheiden.
    LG, Gaby

willi Small

Gauner und Affen am Straßenrand

2.8.2015

Hallo Ihr Lieben

Wir sind in Luanda, der Hauptstadt von Angola und haben einen echten Kulturschock. Ich sitze hier in einem Jachtclub, wo wir gratis stehen können. Nicht nur teuerste Jachten und Autos umgeben mich, sondern auf der anderen Seite der Bucht stehen lauter Wolkenkratzer und in der Nacht ist alles hell erleuchtet. Dabei sind die Dörfer hier wirklich arm. Windschiefe Strohhütten und am Straßenrand gibt es kaum etwas zu kaufen. Wir sind der Meinung, dass hier die ärmsten Leute, die wir bisher gesehen haben leben. 

Und dann gibt es Städte, wie zum Beispiel M´Banza Congo, mit modernen Banken und Supermärkten. Und alles ist sehr teuer. In einem völlig leeren Restaurant war das billigste Gericht eine Vorspeise um 20 €. Wir sind wieder gegangen aber auch an den Straßenrestaurants sind die Preise unerwartet hoch. Dann wiederum bekommen wir auf der Suche nach Brot drei Brote geschenkt. 

Hier sind die Chinesen nicht so unsichtbar wie in den Westafrikanischen Ländern, wo fast jeder Gegenstand vom Waschbecken bis zum Motorrad aus China kommt. Hier gibt es neben den chinesischen Straßenbau auch große Anwesen und Fabriken mit chinesisch beschrifteten Tafeln. In Angola gibt es echt super Straßen.

So aber jetzt zurück nach Dolisie, wo sich die Visabeschaffung doch als nicht so einfach herausstellte. Wir haben die Visa nicht mehr am Freitag bekommen und wir zogen vom Hotel zu einer Kirche und mussten schlussendlich bis Dienstag bangen. Zum Schluss bekamen wir kein 30-tägiges Touristenvisum sondern erst nach zähen Verhandlungen ein 14-tägiges Transitvisum zum gleichen Preis. Es war von Anfang an klar, dass wir nicht so schnell durch den DRC-Kongo fahren können und wir müssen morgen unsere Visa verlängern. Sind gespannt zu welchen Preis.

Also ging es nach Dolisie mit vollem Tempo los. Auschecken aus dem kleinen Kongo, einchecken in Angola-Cambinda. Der Grenzübergang war gemütlich und dauerte lang. In Cambinda City übernachteten wir wieder bei einer Kirche und dann ging es weiter zur DRC (Democratic Republik Congo) Grenze. Die üblichen Formalitäten, Polizei, Emmigration und Zoll beim Verlassen von Angola und dieselbe Prozedur zur Einreise in den DRC. Auch hier langsam aber freundlich. 

Ungefähr 5 Kilometer nach der Grenze auf ziemlich schlechter Erdstraße kam dann der Schock. Zuerst eine normale Polizeikontrolle und Martin wurde mit den Papieren zu einer kleinen Hütte geschickt. Er kam geschockt zurück, da die für die Straße 100€ Maut kassieren wollten. Es gab vorgedruckte Büchlein mit Zahlungsbestätigungen für verschiedene Fahrzeugkategorien und für unser Auto kostete es nun mal soviel auch wenn andere nur 3€ bezahlen müssen. Nach einigen Verhandlungen beschlossen wir beim Polizeiposten zu übernachten. Wir waren echt am Boden zerstört und wussten nicht, was wir tun sollten. Wir standen zwar schon hinter der Straßensperre aber einfach in der Nacht weiterfahren trauten wir uns doch nicht. Erschöpft schliefen wir trotzdem ein. Am nächsten Morgen kam der Polizist mit  Gewehr, wir nehmen an der Chef, schnorrte sich einen Kaffe und sagte, dass wir ohne zu zahlen weiterfahren können und hielt die Hand auf. Erleichtert gaben wir ihm 10€ (wirklich in Euro) und fuhren los. Nach 30 Kilometer der nächste Posten. Sie wollten unsere Zahlungsbestätigung sehen und wir behaupteten keine bekommen zu haben. Hier zeigte uns eine große Tafel, dass wir 20€ zahlen müssen. Noch immer unglaublich zuviel, für diese wirklich schlechte Straße. Einige Kilometer vor Matadi an der Grenze gab es Asphalt und wir fuhren über die von Japanern erbaute Brücke über den Kongofluß. Moderne Mautstelle mit elektronischer Fahrzeugwaage und wir sind noch mal 18€ los. 

Mühsame  Quälerei durch die Stadt zu Grenze. Absolut chaotisch wie auf einem Markt und weil Sonntag ist müssen die Chefs erst für uns Touristen geholt werden. Die Einheimischen schmieren die Beamten und der Mann der unsere Impfpässe kontrollierte wollte Geld dafür. Ich bin entrüstet weggegangen. Nach 2,5 Stunden sind wir wieder in Angola und die Grenze ist völlig neu gebaut. Echte Büros mit Schreibtischsessel, feine Toiletten alles noch nicht wirklich in gebrauch. Auch hier müssen wir auf den Zollchef warten und so dauert es wieder zwei Stunden obwohl wir die Einzigen sind. Da in Angola portugiesisch gesprochen wird ist auch alles ein bisschen schwierig. Ich wollte schon auf der Grenzstation übernachten aber in den Glauben auf eine gute Straße, wie uns alle versicherten, fuhren wir doch noch weiter. Die Straße war schlecht und wir fanden ewig keinen Platz zum Übernachten. Seit M´Banza Congo gibt es Asphalt vom Feinsten und Martin entdeckte in einem Affenbrotbaum einen Affen. Es waren viele aber sie können sich im Geäst gut verstecken. Wir sind gleich nach N´Zeto auf einen schönen Strandplatz gefahren. Dort blieben wir zwei Nächte. Auf dem Strandspaziergang entdeckten wir große Wasserschildkröten und am Abend hatten wir ein Lagerfeuer mit Vollmond.

In Angola ist es jetzt Winter das heißt in der Sonne warm aber die Luft vor allem in der Nacht ist kalt.

So jetzt hoffen wir, dass wir morgen in dieser Megastadt die Einwanderungsbehörde finden und unsere Visaverlängerung klappt. Außerdem müssen wir noch unsere Gasflaschen auffüllen. Alles nicht einfach, wenn wir uns nicht verständlich durchfragen können.

Wir haben seit Dolisie kein Internet mehr gehabt und Eure Kommentare noch nicht gelesen. Ein Internetcafe müssen wir morgen auch noch finden.

So das wärs wieder einmal

Alles Liebe an Euch alle

Martin und Franziska


willi Small

Zum Glück treten manche Befürchtungen nicht ein!

Hallo liebe Kommentarschreiberinnen und Kommentarschreiber!
Hallo liebe Leserinnen und Leser!

Wir haben uns sehr über die Kommentare gefreut. Auch ist es für uns schon interessant was zu Hause so los ist. Su Deine Fragen finde ich immer sehr hilfreich, auch wenn ich sie oft nicht beantworte.
Unsere bedeckte Kleidung hat mehrer Gründe. Zum einen ist es hier meist bedeckt und es weht ein kühler Wind. In Angola kommen wir in den Winter. Wenn die Sonne manchmal sehr kurz scheint ist es schlagartig heiß. Mit den europäischen Hitzegraden können wir hier nicht mithalten. Im Regenwald ist es schwül aber wegen der vielen Insekten ist es ratsam keine nackte Haut zu zeigen. Viele Mädchen und Frauen gehen hier mit Trägerleiberl und tiefen Dekoltee, aber Männer tragen immer lange Hosen. In Ouagadougo haben wir mitten auf der Straße einen komplett nackten Mann gesehen. Die Leute beachteten in kaum und wir vermuten eine religiöse Mutprobe. Diese ziemlich verwahrlosten Männer haben wir seither ein paar mal gesehen und in Limbe auch eine Frau.
Hier im Kongo gebe es auch wieder Affen zu suchen, aber wir können uns das nicht immer leisten und wollen hier nur schnell durch.
Ja wir sind in der Republik Kongo und wir haben uns sehr vor der allgemein als total arg beschriebenen Straße und den unmöglichen Polizisten gefürchtet. Die Grenzformalitäten waren mit freundlichen Beamten echt gemütlich und die wenigen Polzeistopps auch. Die Straße war die ersten 20 Kilometer wirklich anspruchsvoll. Sehr schmale Piste. Zum Glück war es staubtrocken aber wenn die tiefen Gräben groß wie Badewannen mit Wasser gefüllt sind ist es sicher sehr schlecht. Die nächsten 180 Kilometer bis Dolisie waren sehr breit mit Wellblech und Mugeln. Wir mussten auf der Strecke zweimal übernachten, wobei es kaum Plätze abseits der Straße gab. Auf dieser wichtigen Verkehrsverbindung fahren riesige LKWS. Wenn uns auf einer Piste Lastler entgegenkommen ist das sehr hilfreich für uns. Wir können dann sicher sein, dass die Brücken breit und stabil genug für unseren Willi sind. Bei einigen Brücklein ist das kaum zu glauben. Leider machen die schweren Fahrzeuge auch die Straßen kaputt.
Kurz Vor Dolisie beginnt eine wieder von Chinesen erbaute Superstraße, die bis nach Angola geht. Aber nur bis zum ersten Stück von Angola und dann müssen wir ca 400 Kilometer durch die Demokratische Republik Kongo, wo uns eine der schlechtesten Straßen Afrikas erwartet. Hoffentlich ist es da auch trocken. Danach reisen wir wieder in Angola ein, wo die Straßen gut sein sollen.
Gestern haben wir in Dolisie in einem netten Hotel eingecheckt und waren heute Vormittag auf dem Konsulat von Angola. Die Visa für Angola waren für alle Overlander eine große Unsicherheit und sehr schwierig. Wir wollten uns vorerst erkundigen, was wir von den vielen Unterlagen wirklich brauchen, aber so wie es jetzt aussieht, hatten wir alles und bekommen morgen die Visa. Allerdings kostet ein Visum für die zweimalige Einreise 300€ pro Person. Da hätten wir schon eine schöne mehrtägige Safari buchen können.
Drückt uns also bitte für morgen und die nächsten zwei Wochen die Daumen.
So diesmal wirklich kürzer und praktisch, weil es im Hotel Wifi gibt.

Seid ganz lieb gegrüßt und geküsst
Martin und Franziska


  • Missing
    su szewczyk hat am kommentiert:

    um euch mehr mit häuslichen zu unterhalten - fevs hochzeit( hab ich zuerst runtergeladen) ,izzy und mein neuer pflegehund vor und nach meiner pflege! mäcks hat mir erklärt, das ich auch bilder laden kann! Bussi su

  • Missing
    Gaby Kozar hat am kommentiert:

    Liebe Franziska, Lieber Martin. Tolle Fotos, Tolle Geschichten. Uns Habt Ihr Halt sterben Hitzewelle Nach Österreich Geschickt, Danke... ;) Tut Uns Aber gut Nach 5 Wochen Bolivien + Peru, in Den Bergen Und Arschkalt. Wir Waren Auf Politischer Mission Und es Krieg Zwar Urlaub Vom Arbeitsplatz, Aber Kein Urlaub. Trotzdem Konnten Wir Uns Dann 4 Tage Freinehmen am Umm 27.6. in Pumamarca (in der Nähe von Cusco, Peru) Schamanisch Zu Heiraten. Am 31.7. Haben Wir es Dann Offiziell in Österreich Gemacht. Jetzt Kriegt Ihr Zur Abwechslung Mal Fotos Und Nachdem Wir Das Jetzt Alles Hoffentlich Gut Hinter Uns Gebracht Haben, Werde Ich Auch Öfter in Euren Blog Schauen. Abrazos!

  • Small
    willi hat am kommentiert:

    Hallo Gabi
    Herzliche Glueckwuensche zur Hochzeit. So schoene Bilder!So schoene Farben. Ihr seid ja wirklich ein schoenes Paar.
    LG Franziska

willi Small

Äquator im Nebel


Liebe Leserinnen und Leser!

Wir sind seit 3.Juli in Gabun und haben am 5.Juli 2015 um 14:13 Uhr auf der N2, 49 Kilometer nördlich von Ndjole in 215 Meter Seehöhe den Äquator überquert. Für Martin die erste Überquerung zu Land. Ich bin schon im Februar 1972 mit dem Schiff  und März 1975 in Kenia darüber gefahren. Das Wetter ist ganz anders als wir erwartet haben. In Gabun ist jetzt die Trockenzeit, was hier heißt, dass es nur jeden zweiten Tag und nicht heftig regnet. Die Sonne kommt manchmal am Nachmittag heraus, aber meist deckt eine dicke graue Wolkenschicht alles zu. Es ist abwechselnd schwül und mit Wind kühl. Da hier immer noch dichter Regenwald mit vielen Flüssen ist, gibt es viele Insekten. Für uns heißt das viel im Auto bleiben, ab 17 Uhr mit geschlossener Tür. Das Gefühl von Enge drinnen und draußen drückt auf Dauer ganz schön auf die Stimmung.Wir sind also von Yaounde über eine ab Ebowola völlig unerwartete sehr schlechte Straße nach Kribi gefahren. Statt Strandurlaub wieder grauer Atlantik mit kalten Wind. Also statt baden wieder eine Bootfahrt. Diesmal zu den Pygmäen. Die erwartete peinliche Touristenattraktion stellte sich als deprimierende Erfahrung von Ausichtslosikeit heraus. Die paar gar nicht kleinen Männer und Frauen hockten ziemlich teilnahmslos in kaputten Hütten inmitten von Abfall, hauptsächlich kleinen Plastiksäckchen in denen es hier Schnaps zu kaufen gibt. Die meisten Leute waren angeblich unterwegs im Wald oder beim Fischen. Es gab keine Kinder, eine schwangere Frau, zwei sehr alte Frauen und zwei noch jüngere Männer. Irgendwie wirkte es auf uns wie ein total verwahrlostes Hippielager. Die zweistündige Bootsfahrt war aber sehr schön und wir sahen viele kleine Affen.

Weiter ging es wieder auf schlechter Straße nach Campo, wo wir die Suche nach frei lebenden Gorillas, Schimpansen und Waldelefanten fortführen wollten. Wir buchten nach langen Verhandlungen eine Fahrt mit einer Übernachtung durch den Nationalparc de Campo. Da wir keinen Platz für Passagiere in unserem Auto haben, mussten unsere zwei Guides eine Frau und ein Mann mit einem Motorrad vor uns her fahren und im Zelt übernachten. Das Paket kostete 90 €. Wir fuhren auf einer breiten Erdstraße mit vielen großen Holztransportern und sahen außer ein paar kleinen Affen hoch in den Bäumen nichts. In der Nacht regnete es heftig und so wurde unser Morgenausflug zu Fuß abgesagt. Das einzig positive an dem Flop war, dass wir nicht wie befürchtet  bis Ebowola zurückfahren mussten, sondern die weit bessere Straße bis zur Hauptstraße unterhalb von Ebowola fahren konnten.

Ab dann gab es guten Asphalt und wir passierten unkompliziert die Grenze nach Gabon. Bei der ersten Straßenkontrolle hüpfte ein kleiner Polizist brüllend vor unserem Auto und bestand darauf, dass wir mit dem Motorrad vorne nicht weiterfahren dürfen. Unsere Argumente, dass wir ohne Probleme die Grenze passieren durften und schon in 8 afrikanischen Ländern so fahren durften, wollte er nicht gelten lassen. Er wollte offenbar aber auch nicht, dass wir zurück nach Kamerun fahren und ließ uns dann doch weiter. Beim nächsten Straßenstopp die nächste Überraschung. Wir mussten 30 €  mit gedruckter und gestempelter Zahlungsbestätigung für die Durchfahrt der Stadt Bitam zahlen.

So hat uns bis jetzt noch kein Land empfangen. Wir wussten, dass Gabun zu den wohlhabendsten und teuersten Ländern Afrikas gehört, aber das wir soviel Geld für eine Stadtdurchfahrt zahlen mussten erschreckte uns. Zum Glück war das ein Einzelfall und in Oyem und Ndjole mussten wir nichts zahlen. Da es auch hier keine Campingplätze gibt, ist die Suche nach einem Schlafplatz immer wieder eine Herausforderung. In Bitam waren wir eine Nacht im netten Hotel Escale, wo wir wieder einmal warm duschen und Wäsche waschen konnten. Um zu sparen, aßen wir Mitgebrachtes auf unserem Zimmer, wo wir im TV auch wieder einmal englische Nachrichten sehen konnten. In Oyem wurden wir wieder bei der katholischen Kirche gratis aufgenommen und in Ndjole standen wir auf einer kleinen Piste, die von der funkelnagelneuen Prachstraße abging.

Wir beschlossen noch einen Versuch um doch noch zu Menschenaffen zu kommen und fuhren nach Lope zum Nationalpark. Laut unseren Karten sollten das ungefähr 60 Kilometer Erdstraße sein. Auch hier kamen uns wieder die riesigen Hoztransporter entgegen. Einerseits gibt uns das Sicherheit, dass die manchmal sehr kleinen Holzbrücken stabil genug für unseren Willi sind. Andereseits ruinieren diese LKWs die Straßen gewaltig. Nach den ersten 20 Kilometern dachten wir ans Umkehren fuhren dann aber trotzdem weiter. Die Straße geht paralell zum nahen Äquator entlang eines großen Flusses, durch Regenwald mit vielen sanften mit Gräsern bewachsenen Hügeln. 

Bei unserer ersten Übernachtung fanden wir einen schönen Platz und sogar die Sonne schien. Leider war nichts mit draußen sitzen und den Sonnenuntergang genießen, da wir von lästigen Insekten, die wie winzig kleine fliegende Ameisen aussehen regelrecht überfallen wurden. Sie kriechen in Ohren, Nasen und Augen und pieksen ganz schön. Noch toller war der nächste Morgen, wo die Viecher mühelos unsere Fensternetze ignorierten und das Auto eroberten. Wir packten unter nur mühsam unterdrückter Hysterie und sprühten das Auto aus. Als echtes Highlight sah Martin bei seinem morgendlichen Buschtoilettengang einen Schimpansen auf einem Baum.

In Lope nach tatsächlichen 100 Kilometer angekommen durften wir um 5 € bei der Auberge Casa de Passage stehen. Hier gibt es ein Luxushotel wo eine Übernachtung 300 € kostet. Wir mussten unser Auto von den unzähligen schwarzen Leichen säubern und alles auslüften. Die Auberge wird von einem Rancher betrieben bei dem wir eine Wanderung zu den großen Affen und Regenwaldelefanten buchten. Eintritt, Transport, 2 Giudes und Picknick kosteten 180 € schon um 30€ verbilligt. Wir leisteten uns die Tour, weil wir noch immer auf Erfolg hofften und als Geschenk zu unserem 8.Hochzeitstag. Martin hatte noch eine lustige Idee und so spielten wir Srcabble mit Begriffen, die sich auf unsere Beziehung bzw. Freunde beziehen. War schwerer als wir dachten.

Wieder einmal läutete der Wecker um 6 Uhr. Wir packten Regenschutz, Kameras, Fernglas und 2 Wasserflaschen in unsere Rucksäcke ein und um 8 Uhr ging es mit einer wilden Fahrt zum Wald los. Ich wollte gleich am Anfang umkehren, weil wir auf einen steilen sonnenbeschienen (!!!), begrasten Hügel hinauf mussten. Naja das war gleich ein toller Anfang. Dann ging es über Stock und Stein durch den schwülen Wald. Vor uns ging der Rancher und schnitt mit einer Gartenschere (keine Banga) die kleineren Äste weg. Der zweite Giude ging am Schluss. Wir sahen viele kleine Affen und hörten die Großen im Geäst. Wir fanden Elefantendung und frische Gorillascheiße und Gorilla Fuß- bzw Faustspuren am Weg. Außerdem war da noch eine Schlange auf einem Baumstamm neben mir. Aber das war es. Trotz immer kleinere und dichtere Pfade über Wasserlöcher und Rinnsale konnten wir wieder keine der großen Affen sehen. Das Picknick war einfach aber gut. Ziemlich erschöpft kamen wir verspätet beim abholenden Auto an. Kaum sind wir ein Stück gefahren, da sahen wir ziemlich nah Waldelefanten. Es waren zwei Elefantenkühe mit einem Jungen. Diese Elefanten sind zwar kleiner als die Ostafrikanischen aber wir wunderten uns trotzdem, wie sie durch den Wald gehen können. 

Um 3 Uhr zurück in Lope fuhren wir gleich los, weil wir auf einem bestimmten Platz übernachten wollten. Auf diesem Platz am Waldrand konnten wir endlich wieder einmal ein Lagerfeuer machen. Diesmal gab es keine Insektenangriffe, dafür aber sind wir beim Rückwärtsfahren in einen Graben gekommen und der Willi wäre beinahe umgefallen.

Zurück in Ndjole gingen wir einkaufen und bekamen endlich eine Simkarte für Martins Handy. Meines hat hier überhaupt keinen Empfang. Auf guter Straße flogen wir fast nach  Lambarene. Hier stehen wir jetzt beim alten Krankenhaus von Albert Schweitzer und konnten das Museum und die alten Behandlungsräume besichtigen. Martin hat die Bilder auf den Laptop geladen und ausgewählt und Ich schreibe jetzt den Blog, den wir hoffentlich hier in der Stadt posten können.

Wir wissen nicht, wann wir wieder ins Internet können und wo Martins Handy einen Empfang hat. Also nicht beunruhigt sein, wenn Ihr länger nichts von uns hört. Bis zur Kongogrenze ist die Straße noch gut, soll dann aber sehr schlecht werden. Na mal sehen.

Seid gegrüßt umarmt und geküsst

Martin und Franziska

PS: Bitte, bitte, bitte schreibt uns Kommentare!



  • Small
    karin hat am kommentiert:

    Hallo! Bin sehr beeindruckt von euren bilden und Texten..Lese ja regelmäßig euren Blog....finde es aber recht schwierig Kommentare zu schreiben. ....weil bei so viel Exotik und Abenteuer dann vom Alltag hier zu schreiben ist ja auch eigenartig.....aber ihr sollt wissen dass ich eine treue Leserin bin

  • Small
    karin hat am kommentiert:

    Hallo! Bin sehr beeindruckt von euren bilden und Texten..Lese ja regelmäßig euren Blog....finde es aber recht schwierig Kommentare zu schreiben. ....weil bei so viel Exotik und Abenteuer dann vom Alltag hier zu schreiben ist ja auch eigenartig.....aber ihr sollt wissen dass ich eine treue Leserin bin

  • Small
    Claus hat am kommentiert:

    Hallo Franziska und Martin,
    nochmal ein Kommentar vom permondo-Team.
    Ihr seid nicht allein unterwegs. Bisher hattet ihr mehr als 1.300 Seitenaufrufe.
    ansonsten kann ich karin nur beipflichten :-)
    Viel Spaß weiterhin
    euer permondo-Team

  • Missing
    Swantje hat am kommentiert:

    Hey to Africa,
    auch in Korfu wird euer Blog gelesen. Wils und ich sind auf "normalem Sommerurlaub" in Griechenland, ohne exotische Tiere etc. Dafür die ständige Grexit Bedrohung, die zur Folge hat, dass die wenigen Touristen, die da sind, extrem viel Bargeld bei sich haben. Alle Banken haben zu und die Griechen hoffen auf ein Wunder und die Stimmung ist seltsam. Wir sind entspannt und genießen die Ruhe und das wunderbare Meer. Bussi Swantje
    P.S. Martin, du musst ein bisserl mehr essen!

  • Missing
    su szewczyk hat am kommentiert:

    hallo,ihr lieben! lang nichts von euch gehört! wieder sehr schöne bilder - Lambarene ist nur noch ein Museum? ihr sein immer so bedeckt - klimatisch oder es gehört sich so? seid ihr immer noch auf"affenjagd",oder wars das jetzt?

    gestern war marillenpflücken bei Brigitte - sehr gemütlich mit Katja, lilli und Clara.
    es gibt schon 2 neue Blumen in eurem heim!
    das Bergbad hat eine supermöglichkeit - von 18-20 h zahlt man nur 1E, sehr praktisch! wir umkreisen die 30 grad. ich bin ja eher der frühjahr/herbsttyp - mir ists zu heiss!
    mein neuer pflegehund, den ich fast haarlos bekommen habe, mutiert zu neuer Schönheit.
    viele feste und Veranstaltungen - wie immer im sommer!
    ich wünsch euch eine gute weiterfahrt, mehr Erfrischung und weniger Bürokratie!
    Bussi su

  • Missing
    su szewczyk hat am kommentiert:

    du musst meine Einladung auf skype akzeptieren, damit wir miteinander reden können, mein skypename ist sangumo00. würde mich freuen, dich zu hören! Bussi su

  • Missing
    Conny & Tommy hat am kommentiert:

    Servus Ihr Lieben! Wir erwarten Euch in Pointe-Noire, wir stehen an der Uferpromenade direkt am Meer. Bis bald! Conny & Tommy, www.mantoco.com

  • Missing
    Swantje hat am kommentiert:

    Ihr wollt mehr Komentare - dieser ist nicht für euch, aber für einen treuen Stammleser, der heute Geburtstag hat. Beste Wünsche sende ich auf diesem Weg von Korfu über Afrika nach Bregenz!

  • Small
    mäcks hat am kommentiert:

    äh,zZ Salzburg,grüsse nach korfu

willi Small

Bürokratie

Hallo Ihr!

Jetzt werden wir wieder einmal verwöhnt. Haben auf unserem kleinen Ausflug sehr nette Leute kennen gelernt. Das Paar hat drei Töchter stammt aus München und lebt schon 3 Jahre in Yaounde. Sie sind gerade dabei hier alles aufzulösen und nach einem Urlaub in Europa in den Senegal zu übersiedeln. Der Mann arbeitet in der EU und wird mit Familie in der Welt herum geschickt.
Wir haben ein Zimmer mit feinem Bett, eigenem Bad und WC. Außerdem gibt es hier eine Waschmaschine samt Trockner (Regenzeit), gutes Essen und Internet. Einziges Problem ist, dass es hier sehr schwer ist herein bzw. später wieder hinaus zukommen. Beim Tor ist es steil und eine enge Kurve. Leider mussten wieder einmal einige Äste daran glauben. Wollen hier bis Freitag bleiben, das Visum abholen und Yaounde Richtung Kribi und Strand verlassen.

Unsere Rundfahrt ging zuerst nach Mfou, wo es auch ein kleines Wildlife Reservat mit Schimpansen und Gorillas gibt. Leider nicht wie in unserem Reiseführer frei sondern auch wieder in großen Gehegen und wegen der Wilderer streng bewacht. Die Anlage ist über eine kleine aber gut gepflegte Piste erreichbar und recht gut organisiert. Eine zweistündige geführte Wanderung zu den Tieren und auf kleinen Pfaden durch den Wald kostete 23 € für beide und war wirklich schön. Es gibt Hütten zu mieten, aber wir durften 2 Nächte gratis campen. Da wir am Wochenende dort waren gab es auch Besucher von Yaounde und wir lernten unsere Gastgeber kennen.

Dann fuhren wir zu einer von Einheimischen geführte Ökoanlage in Ebolo am Ufer des Nyong. Sehr touristisch mit Stelzenhäuschen und Restaurant und der Chef hier wird das letzte Krokodil genannt. Wir fuhren mit ihm in einem kleinen Einbaum zum angeblich breitesten Baum der Welt. Am Beginn war ich ein bisschen ängstlich, weil der Rand des kleinen Boots nur 5 Zentimeter über Wasser war und sich außerdem schwere Regenwolken am Himmel sammelten. Aber es war eine so beruhigende Stimmung auf dem Wasser mit einem faszinierenden Licht und ich begann mich total zu entspannen. Wir waren die Einzigen unterwegs und es war nur das Zwitschern der Vögel zu hören. Der Baum ist 84 Meter hoch mit 8 Meter Durchmesser und ca. 1300 Jahre alt. Sicher nicht der der größte aber schon beeindruckend. Die Tour dauerte 2 Stunden und es regnete nicht. Zum Abendessen gab es frische Fische aus dem Fluss. Das ganze kostete 50 €, also nicht gerade billig, aber das Geld kommt hoffentlich den umliegenden Dörfern zugute.

Zurück in Yaounde konnten wir, mit Hilfe des jetzt mit aktuellen Karten verbesserten GPS, problemlos zu unseren Gastgebern finden.
Yaounde ist eine der schöneren Hauptstädte Afrikas. Es liegt auf mehreren Hügeln und hat erstaunlich viel Grün. Hier gibt es viel weniger Motorräder aber dafür sehr viele Taxis. Solange ein Taxi nicht voll ist, bleibt es bei den Leuten die am Straßenrand winken stehen. Man sagt dann wo man hin will und kann wenn es passt mitfahren. So ein Sammeltaxi kostet innerhalb der Hauptstraßen 40 Cent. Außerhalb der Routen, wo keine Leute zusteigen wird es teurer. Wir sind zu den Botschaften mit Taxis gefahren und haben öfters gestritten, weil die Taxler keine Leute mehr zu uns einsteigen ließen. War zwar schneller aber kostete mindestens das Vierfache.

Das ist nicht das Einzige, was wir bei der Visabeschaffung gelernt haben. Zuerst sind wir dankbar, dass die Österreichische Botschaft in Abudja, Nigeria uns für jedes Land ein Unterstützungsschreiben mailte, wo sie sich für uns entschuldigte, dass wir die Visa nicht im Heimatland beantragten. Eine Forderung, die von Langzeitreisenden wie wir gar nicht erfüllbar ist. Man erklärte uns, welche Kopien auf eine Seite gehören. Wir wissen jetzt, wie man im Internet die Bestätigung einer Hotelbuchung bekommt und danach wieder storniert. Dass man auf die Frage nach einer Krankenversicherung am besten Kopien unserer E-Cards vorbereitet hat. Die Botschaft von Kongo nimmt kein Geld sondern nur die Bestätigung der Einzahlung bei einer bestimmten Bank mit einem bestimmten Einzahlungsformular. Um in der Zeit, wo die Pässe auf einer Botschaft liegen mit dem eigenem Auto durch diverse Polizeikontrollen zu kommen, muss man mit Vorlage des Passes eine Passkopie im Haupkommissariat der Polizei stempeln und unterschreiben lassen. Richtig ärgerlich ist, dass wir durch die beiden Kongos nur schnell durchfahren wollen und uns die paar Hundert Kilometer 450€ kosten. Und auf der Grenze kann es passieren, dass sie uns trotz gültigen Visa nicht einreisen lassen.

Es ist sehr verunsichernd, wenn man sich bemüht selbst die unsinnigsten Forderungen zu erfüllen und trotzdem keine Möglichkeit hat,  auf der Einhaltung des Handels zu bestehen. Wir haben einen Holländer kennengelernt, der schon über 2 Jahre unterwegs ist, der zweimal für sein Nigeriavisum bezahlte und es trotzdem nicht erhielt.  Das Geld bekam er auch nicht zurück.

Der Holländer kommt gerade von den Ländern, wo wir hinfahren und so konnten wir beim Abendessen wichtige Infos austauschen. Er konnte meine Furcht vor den schlechten Pisten und besoffenen Polizisten etwas beruhigen. Wir haben ihm Tipps für Nigeria bis Mauretanien geben können. Bei solchen Begegnungen bekommt man meist die aktuellsten Informationen.

So das wär’s wieder einmal. Keine Ahnung wie die Internetlage in Gabun ist. Auf jeden Fall ist es ein leeres Land, wo auf dreiviertel der Fläche von Deutschland nur soviel Einwohner wie in Hamburg leben. Nach den dicht besiedelten Ländern durch die wir nach Mali gefahren sind, sicher ein großer Unterschied. Vielleicht können wir da  öfter wild campen und endlich wieder Lagerfeuer machen.

Liebe Grüße und Bussis
Martin und Franziska

  • Missing
    su szewczyk hat am kommentiert:

    na, der baum ist schon eindrucksvoll! und das deutsche heim sehr gepflegt. das Baby schaut aber nach Schimpanse aus.
    den katzen geht's gut - Felix ist ein schmuser geworden. mit der blumenzucht wist du vielleicht neu beginnen müssen.......
    Brigitte geht's auch schon besser, Johann das kochen zu lernen ist eher gescheitert.wir haben zur Abwechslung wieder sommer - und viele feste! Bussi su

  • Small
    mäcks hat am kommentiert:

    Hi,das mit den Text in den Fotos hilft sehr! Ich denke auch den anderen MitleserInnen, Ein 2.textfeld mit Ort und Datum wäre noch sehr super.
    grüsse mäcks

  • Missing
    Katja hat am kommentiert:

    endlich hab ich es, nach langer pause, auch wieder in den blog geschafft. war einfach viel los bei mir und in der familie.
    haben wunderbare sommertemperaturen und heute war schulschluss. wir sind alle in ferienstimmung, obwohl ich montags ganz normal arbeiten werde. am woe heisst es nur, raus aus der stadt und ab aufs land und ins wasser.
    der riesenbaum ist toll.
    grüsse, katja

  • Missing
    susi sorglos hat am kommentiert:

    Hallo Martin!
    Die Schule macht Pause und nach hektischen letzten Tagen haben wir Karl und Susi Keiner verabschiedet. Ab Herbst gibt es einen neuen Direktor.
    Doris bekommt ein Baby. Gell da schaust.
    Bei mir zu Hause hat sich die Lage leider verschlechtert, So ist es halt.

    Ihr seid ganz schön mutig .So viele Abenteuer. Aber auch toll, was ihr erleben dürft.
    Liebe Grüße an dich und Franziska.
    Andrea

willi Small

Regenzeitblues

Hallo Ihr Lieben!

Wir sind zurzeit in Yaounde und stehen beim Gästehaus der Presbyterianischen Kirche. Die große Anlage ist auf einen der vielen Hügel und wir können rundherum die Stadt sehen. Das Gästehaus ist ein schönes altes Missionshaus in einem weitläufigen Garten mit hohen alten Bäumen. Leider sind die Leute, die hier wohnen, etwas seltsam. Ein alter Schweizer mit seiner einheimischen Frau, die wir hier eindeutig stören.
Wir zahlen hier zwar für Camping, dürfen aber die Toilette und die Dusche im Haus nur eingeschränkt benutzen, Fürs Wasser fürs Wäschewaschen mussten wir extra zahlen. Trotzdem werden wir hier bleiben, da die Botschaften mit dem Taxi billig erreichbar sind und wir zu Fuß ins Cybercafe und eine tolle Bäckerei gehen können.

Doch zurück nach Foumban. Wir haben noch einen kurzen Abstecher ins Künstlerdorf gemacht und fuhren dann nach Bafoussam. In der Gegend gibt es viele Chefferien mit unterschiedlicher Größe und Bedeutung. Sie sind Sitz der teilweise sehr alten Familien, die früher regierten und trotz moderner Regierung und Verwaltung immer noch Einfluss haben. Die Chefferie von Bandjoun ist derzeit eine riesige Baustelle und so konnten wir nur das Museum und das große Rathaus bewundern.

Unser nächstes Ziel waren die Wasserfälle von Ekom, wo viele Tarzanfilme gedreht wurden. Die Piste führt durch dichten Regenwald. So stellte ich mir schon als Kind den Urwald vor. Leider durften wir nicht direkt neben den Fällen übernachten, sondern mussten auf dem Parkplatz davor stehen bleiben. Das haben wir uns romantischer vorgestellt. Mit obligatorischem Führer gingen wir dann auf vielen Stufen fast bis zum Grund der 80 m hohen Wasserfälle. Ein Erlebnis, wo wir auch ohne, den jetzt immer häufigeren Regen ziemlich nass wurden.

Dann gings nach Limbe an den Atlantik. Wir fanden ein Hotel wo wir mit Dusch- und WC Benützung stehen durften. Mittlerweile wurden die regenfreien Stunden immer kürzer. Atlantik grau und wild. Bei unserem Spaziergang durch den Botanischen Garten hatten wir nur leichtes Nieseln. Der Giude war sehr gut und erklärte uns die Verwendung unterschiedlichster Bäume und Pflanzen zur Vorbeugung und Bekämpfung vieler Krankheiten.

Gleich gegenüber des Garten war das Limbe Wildlife Center. Auch hier werden, wie in dem Center in Nigeria, Drills Schimpansen und Gorillas gesammelt und gepflegt. Hier hatten wir auch Glück mit dem Wetter und die Wolken brachen erst als wir schon im Cafe saßen.

Wir entschlossen uns trotz des Wetters noch einen Abstecher nach Buea am Fuß des Mount Cameron zu machen. Nach Buea geht eine kleine aber feine Asphaltstraße (LKW-Verbot!) tausend Meter hinauf. Hier gibt es riesige Teeplantagen und die wellige, tiefgrüne Landschaft sieht aus wie in der Fernsehserie die Rebellen von Yang Shang Po. Die Stadt gehört zu den regenreichsten Afrikas mit durchschnittlichen 200 Regentagen pro Jahr. Wir hatten also keine Chance doch noch ein kurzes Bild vom Mount Cameron zu machen. Dafür sahen wir bei der Prebyterianischen Kirche, wo wir übernachteten, den MAN unsere deutschen Freunde. Die haben ihren Truck hier für ein paar Monate abgestellt und machen derzeit Urlaub zu Hause.

Die Straße nach Douala ist asphaltiert aber leider nur bis zu Stadt, die wir nicht, wie wir dachten, umfahren konnten. Schlagartig starker Verkehr auf total zerlöcherten Straßen. Dann ein Megastau vor der großen Brücke übers Meer. Ein starker Wolkenbruch hat Teile der Straße tief überschwemmt. Wir benötigten für 2 km 1 Stunde und es war absehbar, dass wir kaum vor Einbruch der Dunkelheit aus der Stadt kommen. Zwischendurch fuhren wir auf einer Art Autobahn und dachten schon wir hätten es geschafft. Aber gleich darauf wieder totales Chaos viele Fahrzeuge, die kreuz und quer fuhren um den tiefen Wasserlöchern auszuweichen.

Und da war plötzlich die Rettung. Eine funkelnagelneue, große Tankstelle mit vielen LKWs. Wir hatten unseren Schlafplatz gefunden. Die Tankstelle hatte einen großen Shop mit Imbiss und die neuesten Toiletten. Wir aßen Sandwich in der Mikrowelle erwärmt und tranken feinen Kaffee aus der Kapselmaschine. Alles irgendwie schräg. Der Parkplatz war mit Scheinwerfer beleuchtet und auf der Straße holpernden die Fahrzeuge vorbei. Erstaunlich wie gut man auch unter solchen Umständen schlafen kann, wenn man wirklich müde ist.

Die Straße nach Yaounde war gut und wir fuhren weiterhin durch schöne Landschaft. Unser GPS hatte die Adresse von der Kirche, wo wir jetzt sind. Unterwegs essen wir in Dörfern bei Grillständen oder einheimische Gerichte. Die bestehen meist aus einer Art großen Knödel aus Yams, ähnlich einem waldviertler Kartoffelknödel. Dazu gibt es eine Auswahl von Soßen und Fleisch oder Fisch. Auf den Grillstandln bekommt man oft ein Stückchen Fleisch zum Kosten und kann bestellen für wie viel Geld man das will. So haben wir zum ersten Mal Ziegenfleisch gegessen. Oder es gibt Spießchen, die nach Stück bezahlt werden. Das ist meist alles sehr würzig und billig.
Ein mittelgroßer Fisch oder 10 Spießchen kosten 1.000CFA also ca 1,50 Euro.

Eigentlich wollte ich über die Probleme bei der Besorgung der Visa berichten, aber jetzt ist es schon wieder soviel geworden. Ich werde also darüber schreiben, wenn wir es geschafft haben. Die Visa für die Demokratische Republik Kongo können wir schon morgen abholen. Details im nächsten Blog

Alles Liebe
Martin und Franziska

Yaounde
Centre, Cameroon
  • Small
    willi hat am kommentiert:

    Hallo
    Es hat zwei Stunden, zwei PCs und viele Neustarts gedauert um diesen vorbereiteten Blog zu posten. Hoffentlich hat es jetzt geklappt. Maecks, sind die Bilder so ok?
    Viel Spass beim Lesen und Fotos schauen!
    Martin und Franziska

  • Missing
    su szewczyk hat am kommentiert:

    halihallo! chefferia find ich einen superausdruck! fantastischer Urwald, toller Wasserfall und Gorillas sehen immer sehr menschlich aus! Regenzeit ist nicht sehr fein - ist es wenigstens kühler?
    Brigitte liegt seit vorigen freitag in hainburg im Spital. Aura ist ihr ins rad gesprungen, böser sturz, mit aufgeschundenen knien, loch im Ellbogen und rippenprellung. leider haben sie vergessen, das becken zu röntgen, und als sie nach 10 tagen noch immer schmerzen hatte, hat frau Doktor sie noch mal geschickt. rausgekommen ist eine Fissur im Schenkelhals und am nächsten tag , nach einem ct im Spital, haben die sie gleich da behalten und in einen Rollstuhl gesetzt - bein darf nicht mehr belastet werden!
    sie sollte gestern operiert werden - aber nach 3 verschiedenen Prognosen 3 verschiedener Ärzte hat sie heute noch eine magnetresonanz in Neusiedl - und wird hoffentlich gar nicht operiert! Daumen halten!
    am freitag feiern wir karins 50er an der alten Donau. und ich hab einen neuen pflegehund, sehr winzig, 4,5kg.
    lasst es euch gut gehen! Bussi su

  • Small
    MiDo hat am kommentiert:

    Hallo Ihr zwei Abenteurer
    Ein typischer österreichischer Sommertag ( kalt und verregnet ) gibt mir einmal die Gelegenheit alle Blogs zu lesen, seit ihr bei permondo schreibt.
    Hatte bis heute nicht die Zeit, Motivation, Lust, nicht den Gedanken daran, mich aufzuraffen die neue Seite zu suchen, registrieren und alles "Neue" anzusehen.
    Ich bekomme auch keine E-mails wo darauf hingewiesen wird das es einen neuen Blog gibt, muss ich da was einstellen ? Wusste von permondo nur von Patricia.
    War ein bisschen viel alles auf einmal zu lesen aber dafür sehr beeindruckend. Zusammen fassend kann ich nur sagen: WOW....Afrika pur !!! Tolle Fotos!!!
    Es wird schwer werden euch wieder zu integrieren ;-)
    Ich hoffe ihr habt die Malaria wirklich besiegt und laboriert nicht weiter davon.
    bin auch schon sehr neugierig wie es euch im Kongo ergeht.
    Bei uns ist das Leben ein langer ruhiger Fluss, na ja nicht ganz.
    Ich habe unseren alten VW-Bus Camper, heuer 35 Jahre alt, 19 Jahre in unseren Besitz, etwas Karosserie- und Motor mäßig herrichten lassen, innen alles selbst restauriert, ist jetzt wieder FAST wie "neu".
    Um Pfingsten herum wo das Wetter sowieso nur mies war, meine 3 Damen im Schulwahnsinn versunken sind ( Martin sei glücklich das du im Moment nichts mit dem österr. Schulsystem zu tun hast ! ), die Stimmung im Hause nur gereizt war, habe ich den Bus und mein Fahrrad geschnappt und bin runter bis Dubrovnik gefahren und bin dann die Küste mit Abstecher auf die Insel Cres hochgefahren, um über Triest und Udine ( Radtouren auf alten Bahntrassen, super ) wieder nach Hause, wo die Stimmung inzwischen besser war ( nur mehr 2 wochen bis zu den Ferien ! ) Ich war fast 3 Wochen unterwegs und hatte ausschließlich tolles Wetter.
    Keine Abenteuerreise, aber wunderschön, erholsam und entspannend.
    In 2 1/2 Wochen fahren wir alle 4, wieder mit dem alten Bus, für 4 Wochen nach Griechenland, freu mich schon. Dort haben wir dann eventuell die die Gelegenheit das "Grexit-Abenteuer" zu erleben. Kann dann im August darüber berichten.
    Also, habe mich lange nicht gerührt, aber dafür viel geschrieben, gell.
    Macht es weiterhin so gut, alles Gute, Michael

  • Small
    Claus hat am kommentiert:

    Hallo Michael,
    die Dubrovnik-Story gab's jetzt im Schnelldurchlauf. Hast du nicht Lust von deinem "Grexit-Abenteuer" auf permondo zu berichten? Hier schon mal der link zu den FAQs: http://www.permondo.com/de/tours/1279/blog ;-).
    Das permondo-Team ist gespannt.
    ... und den Afrika-Abenteurern weiterhin viel Glück und Spaß. Danke für's Dabeisein!

  • Small
    willi hat am kommentiert:

    Hallo Michael
    Du hast Deine E-Mail-Adresse geändert! Wir hatten noch aon. Habe Dich mit der gmail hinzugefügt.
    Fein, dass Dir unser Blog gefällt. Wollte Dir schon lange schreiben. Du hast ja keine Ahnung, wie oft ich auf dieser Reise von unserer Reise Johannesburg-Wien erzähle. Ich finde das war wirklich "WOW". Ein alter VW-Bus, kein Fourwheel, kein GPS, kein Handy und kein Internet. Aber eine kleine Tochter. Das war richtig mutig! Ich bin Dir immer noch sehr dankbar, dass Du diesen Plan hattest und wir das durchgezogen haben. Und unser Risiko war ungleich größer. Wir setzten laut Willi (erinnerst Du Dich?) unser ganzes Leben aufs Spiel. Jetzt habe ich schon ein ereignisreiches Leben gelebt und somit ist mein Risiko viel kleiner. Es klingt cool zu sagen, dass ich schon vor 40 Jahren mit unserer Tochter von Johannesburg nach Wien gefahren bin. Ich bin wirklich stolz auf uns drei!
    Deinen Bus hast Du ja schön hingekriegt. Ganz kannst Du es ja auch nicht lassen. Ich wünsche Dir und Deiner Familie einen schönen Urlaub.
    Liebe Grüße auch von Martin
    Franziska

willi Small

Berge, Schluchten, Almen und Trampelpfade


Hallo virtuelle Reisebegleiterinnen und Reisebegleiter!

Wie sind seit gestern in Foumban und haben uns für zwei Nächte in ein Hotel eingebucht. Konnten hier auch einen Internetstick mieten. Diese Gelegenheit müssen wir nutzen, da es hier mit dem Netz nicht einfach ist. Telefonnetz gibt es zwar, dafür spinnt mein Handy und ich kann keine SMS empfangen oder schicken. Anrufen kann ich zwar aber nicht angerufen werden. Also einige Mails schicken.

Nach dem Kloster sind wir nach Bamenda gefahren. Freuten uns schon auf einen Großeinkauf und Cybercafe. Kein Internet und der Supermarkt war eine Enttäuschung, außer Getränke keine Kühlwaren und wir hatten uns schon auf Butter und Käse gefreut. Auch auf den Straßenmärkten ist die Auswahl in Kamerun eher mager, dabei ist es eines der wenigen Länder Afrikas, welches seine Einwohner selbst ernähren kann.

Bamenda ist die Ausgangsstadt zur Ringroad, einer Runde um das sehr fruchtbare Grassland mit Äcker, Bergen, und Wasserfällen. Unglaublich üppig grüne Landschaft und jetzt zum Beginn der Regenzeit ist die Erdstraße noch ganz gut befahrbar. Es regnet, bzw. schüttet in etwa jeden zweiten Tag wenige Stunden.

In Wum trafen wir endlich die zwei Deutschen mit ihrem MAN, die wir bisher nur von Mails und Blogs kannten. Hier übernachteten wir gemeinsam bei einem Presbyterianischen Kolleg. Es gab viel zu erzählen. Die Zwei blieben noch aber wir schliefen am nächsten Tag bei einem kleinen See. Sehr romantisch.

Wir trafen uns wieder und beschlossen die Ringroad zu verlassen und quer in die Berge zu fahren. Wunderbare Landschaft aber aus der Straße wurde immer mehr ein Trampelpfad. Steil bergauf und bergab und in den Senken kleine Schlammbäder. War sicher witzig anzusehn, wie die zwei Trucks den Berg hinaufkletterten. Zwei Nächte mit atemberaubender Aussicht. In der zweiten Nacht waren wir auf 2.500 Meter und es war richtig kalt in der Nacht.

Es hat zum Glück nur kurz geregnet und so konnten wir uns auf den mühsamen Abstieg machen. War ziemlich aufregend. Bis Kumbo war das Ärgste geschafft. Wir fuhren wieder alleine und waren nicht darauf gefasst, dass die Reststrecke bis Foumban ein Löcherteppich ist. Dann begann es auch noch zu schütten und bei einem Dorf war der Regenschranken zu. Es gibt überall Schranken, die bei starken Regen die Durchfahrt für Lkws sperren, um die Straße zu schonen. Wenn es aufhört wird der Schranken wieder geöffnet.

Ich versuchte den Polizisten zu überreden uns ausnahmsweise durch zu lassen. Es war schon nach vier Uhr, in zwei Stunden würde es Nacht sein und wir können nicht bei Nacht fahren. Die leicht ängstlich nervöse Masche und 1.000 Franc wirkten und wir durften weiterfahren.

Es wurde gerade dunkel als wir in Foumban einfuhren. Wir waren total fertig und fanden zum Glück gleich das Hotel, welches wir aus unseren Reiseführer ausgesucht hatten. Leider keine Warmwasserduschen nach denen ich mich nach den letzten kühlen Nächten schon gesehnt hatte. Doch wir waren beide so müde, dass schon ein Omelett im Restaurant und ein Bett genügte.

Wir sind hierher gefahren, weil hier jeden Freitag ein Umzug des Sultan ist. Heute wurde er allerdings abgeblasen. Ein kleiner Bummel durch die Stadt überzeugte uns, dass es hier nicht wirklich was zu sehen gibt. Morgen fahren wir noch ins Künstlerviertel und dann weiter nach Bafoussam, wo es den schönsten Palast unter den vielen in dieser Gegend zu sehen gibt.


Alles Liebe
Martin und Franziska

FOTOS
01. Gastfreundliche Schwestern
02. Neugierige Schwestern
03. Neugierige Studentinnen und Studenten
04. Üppig
05. Am See
06. Auf der Alm
07. wie zu Hause
08. Ohne Worte
09. Geschafft: 2.500 Meter
10. Alpiner Schlafplatz
11. Künstler am Wegesrand

  • Small
    mäcks hat am kommentiert:

    Martin,Francis bitte den letzten Kommentar von "Zu Gast bei Nigerias künstlerischer, religiöser, intellektueller und politischer Elite" lesen, betrifft fotobeschriftung, so ist es extrem mühsam für mich den blog für mama und thea ausgedruckt aufzubereiten

  • Missing
    su szewczyk hat am kommentiert:

    wie war der umzug des Sultans? und das künstlerviertel? der andere wagen ist ja noch grösser als der willi! du siehst sehr bedeckt aus -wars so kalt?
    bei uns ist der sommer gelandet - wieder mal 31 grad, aber ich beschwehr mich nicht, vorige Woche hab ich noch geheizt! die honeymooner sind gerade in porec, hihi.
    mein pickerl kostet wieder mal 700E, wird ein sparsamer sommer. sonst gibt's nichts neues. lasst es euch gut gehen! Bussi su

  • Small
    willi hat am kommentiert:

    Hallo Mäcks,
    Danke für deine Arbeit mit unserem Blog. Wir werden versuchen die Fotos im nächsten Blog zu beschriften. Da wir aufgrund meist schlechter Internetverbindung viel Zeit vor kuriosen Bildschirmen und Tastaturen verbringen, wollten wir uns ersparen die Bilder auch noch zu bearbeiten. Eine andere Möglichkeit wäre ein screenshot von den Fotos, damit ist die Reihenfolge auch klar.
    Liebe Grüße, Franziska und Martin

  • Missing
    Marion und Michael Pötzschke hat am kommentiert:

    Hallo Ihr Zwei,
    Danke für den Bericht.
    Wart Ihr vielleicht im falschen Supermarkt in Bamenda? Wir hatten in Kamerun die gleichen Telefon-Probleme. Von "niemand" kam eine Antwort.
    Lasst Euch nicht wegspülen: LG Marion und Michael

  • Missing
    V und N hat am kommentiert:

    Endlich wieder Zeit genommen euren Block zu lesen. Ihr seid ja inzwischen schon unendlich weit auf dem Kontinent vorgedrungen. Die Berge, die Bilder, eure Besichtigungen und Ziele sind unglaublich spannend und schön. Ich freue mich sehr für euch beide, dass ihr das erleben könnt. Hoffe auch, es geht euch gesundheitlich gut.
    Na, Martin, hast du Lust auf Schule, wenn ihr Kindern begegnet?
    Neben Landtagswahlen und Hypo Ausschuss, sind die vorherrschende Themen die Flüchtlingskatastrophen im Mittelmeer und die Zeltlager, die für Flüchtlinge in Österreich aufgestellt werden. Welch Schande, dass keine anderen Unterkünfte aufgetan werden.
    Der Sommer ist bei uns angekommen und die Sehnsucht nach Ferien wächst bei mir.
    Ganz liebe Grüße Verena

  • Small
    mäcks hat am kommentiert:

    Der sreenshot ist für Dokuzwecke sehr praktisch, das Einzelbildproblem löst es nicht.
    Für Mamas Geburtstag hab ich versucht eure Reiseroute nachzuvollziehen,versuche das pdf dann hochzuladen,vielleicht könnt ihr noch was ergänzen.
    naja..pdfs kann mensch nicht hochladen....
    alles liebe mäcks

  • Small
    Claus hat am kommentiert:

    Hallo Willi,
    vielleicht hilft euch die email-Funktion: http://www.permondo.com/de/tours/1279/blog...
    Die Bilder sind dann in der richtigen Reihenfolge und die email nimmt sich das Netz, wenn es da ist.
    Viel Spaß weiterhin wünscht das permondo-Team

  • Small
    mäcks hat am kommentiert:

    Mit diesen Häferl werde ich jeden Tag meinen Kaffee geniessen. in Gedanken an dich
    Bussi,Bussi und sei umärmelt, deine Mama

willi Small

Von Villen, Kirchen und Regenwaldcamps

Hallo Ihr Lieben!


Zuallererst vielen herzlichen Dank für Eure Kommentare! War wirklich eine Freude.

Martin und ich sitzen hier in einem spanischen Nonnenkloster und Krankenhaus, ungefähr 100 km von der Grenze entfernt in Kamerun. Wunderschön inmitten von bewaldeten Bergen, sehr freundliche Nonnen und gute Luft. Sollte nur eine Notlösung für eine Nacht sein, bleiben aber noch bis morgen.

Aber zurück nach Benin City in Nigeria. Der Abschied vom Chief Ebohan war sehr schwer. Mit Essen und vielen Kleinigkeiten bepackt mussten wir aber doch los. Sind seither in telefonischem Kontakt und ich freue mich immer seine Stimme zu hören.

Unser nächstes Ziel war die Universität von Uyo. Nicht weit aber tückisch. Außerhalb von Aba war die Straße plötzlich weg und stattdessen ein breiter Fluss. Die erste Rinne sind wir noch durch, aber vor der zweiten machten wir auf einer LKW-Tankstelle halt für die Nacht. Nach einigen Gesprächen mit den Truckern beschlossen wir umzukehren und eine große Umfahrung zu nehmen.

In Uyo trafen wir, wie noch von Olabisi organisiert, den katholischen Priester, der uns zu seinem Haus führte. Sehr pompös vor allem innen. Eine zweistöckige Wohnhalle, eingerichtet wie ein königlicher Empfangssalon, mehrere Esszimmer und für uns ein großes Zimmer mit Bad und WC und einem kleinen Balkon. Irgendwie fehlte es hier aber an Atmosphäre. Der Father war tagsüber unterwegs und wir bekamen unser Essen extra serviert.

Am Sonntagnachmittag machten wir mit dem Father und einer Richterin einen Ausflug zu einem Platz, wo die reichen Nigerianer ihre Freizeit verbringen. Golfplatz, Tennisplätze, Fitnessräume und viel gepflegter Rasen. Zum Abschluss wurden wir noch auf einen Drink ins Meridian Hotel eingeladen. Securitycheck wie auf dem Flughafen, Weinkarte und Lifemusik. Den letzten Abend besuchten wir zwei Schwestern von unserem Gastgeber, die beide Anwältinnen sind. Die Gespräche mit den Leuten waren interessant. Wir diskutierten wie Menschen (wir) ohne Glauben leben können oder einen aktuellen Vergewaltigungsfall, den der Priester und die Anwältinnen von ihren jeweiligen Standort argumentierten.

Wir fuhren ohne Zwischenfälle nach Calabar. Hier hat uns Father Upkong bei einer Managerin des Tourismusbüros angekündigt. Patricia hat uns sehr herzlich willkommen geheißen. Sie hatte bei Ihrem Haus keinen Platz für unseren Willi, aber leitete uns gleich an die Managerin der Marina weiter. Tuyin ist eine sehr kompetente Frau und organisierte für uns gleich eine benutzbare Dusche im Hotel, welches wegen Renovierung geschlossen ist. Wir standen hier auf einem großen Parkplatz, auch nachts hell erleuchtet und sehr laut mit Musik beschallt.

Wir konnten von hier aus aber praktisch unsere Wege erledigen. Patricia schickte jemanden um für uns Geld zu wechseln und ihr Chauffeur und ihre Sekretärin fuhren mit uns auf dem Markt und zur Botschaft von Kamerun. Die Visa bekamen wir sofort

In Calabar ist auch das Stadtbüro der Afi Mountain Drill Ranch. Da dies unser nächstes Ziel war meldeten wir uns dort an. Das Projekt wird von einem amerikanischen Paar seit über zwanzig Jahren zum Schutz des Regenwaldes und der gefährdeten Drillaffen und Schimpansen geführt. Im Stadthaus sind auch einige Affen untergebracht um sie Schulklassen zu zeigen. Wir konnten eine Nacht dort neben den Käfigen schlafen.

Der Weg zur Drill Ranch ist schwieriger als wir dachten. Die breite verkehrsreiche Asphaltstraße bis Ikom ist völlig kaputt. Riesige, tiefe Löcher, scharfe Kanten, wo der Asphalt weg gebrochen ist, enge tiefe Wasserrillen. Wir schafften es nur bis Ikom und fragten bei einer großen katholischen Kirchenanlage, ob wir dort übernachten dürfen. Sehr freundlich wurden wir in den hinteren Privatteil der Anlage geführt. Hier wurde uns ein einfaches Zimmer mit Dusche und WC angeboten. Wir erklärten lieber im Auto zu schlafen, nahmen aber das Sanitärangebot dankend an. Der Pfarrer ist ein sehr lustiger Mensch und lud uns ein, auf der Rückkehr von der Ranch wieder hierher zu kommen.

Die Straße zur Ranch ist zuerst eine eher schmale Asphaltstraße mit ab und zu kaputten Stellen und einigen Verkehr. Links und rechts der Straße ist dichter Wald, was manchmal wie eine undurchdringliche grüne Wand aussieht. Wir sind im Regenwald, der auch hier oft für kleine Dörfer und Felder gerodet wird. Dann zweigten wir auf eine noch kleinere Straße ab, die wie auf der Hochschaubahn, steil bergauf und bergab führt und bald nur mehr Piste ist. Dann kam die erste kleine Holzbrücke, über die wir mit unserem Gewicht nicht fahren durften. Also mussten wir neben dem Brücklein durch den Graben. Bei der zweiten Brücke war der Graben ziemlich tief und eng. Martin und Willi schafften es und es gibt davon ein kleines Filmchen. Dann erreichten wir das letzte Dorf vor der Ranch. Hier war absolut Schluss für unseren Truck.

Wir bekamen einen Platz hinter der Schule zum Übernachten und Parken. Freundliche Begrüßung von allen Seiten. Ein Mann ging mit uns zur nächsten Brücke hinter dem Dorf und hier wurde klar, dass wir mit Willi wirklich nicht weiter können. Also entweder mit unserem Motorrad oder mit zwei Einheimischen auf deren Motorrädern. Es fing sehr heftig zu schütten an und wir begannen zu befürchten, dass wir vielleicht bei anhaltenden Regen, die sehr steile abschüssige Piste zurück auch nicht mehr fahren können. Nach einer durchregneten Nacht versicherten uns die Leute, dass die Straße noch eine Weile aushält.

Also fuhren wir im Sonnenschein mit unserem Motorrad die ca. 8 km zur Ranch. Sehr steil, sehr holprig und wackelige Stege. Wir hatten zwei Rucksäcke mit, da wir Wasser, Essen, Waschzeug, Lampen und Regenschutz mitnehmen mussten.

Das Camp ist total einfach und trotzdem genial gemacht. Ein großer, überdachter Platz mit riesigem Tisch und Sesseln, Kochstelle, Abwasch. Die Kochutensilien sind in Regalen oder hängen auf Seilen. Die Lebensmittel sind wegen der Tiere in großen Alukisten untergebracht. Strom gibt es nur für die Zäune und die Wasserpumpe und wird mit Solar und Generator erzeugt. Die Dusche und die Klos sind mitten im Wald und doch ganz sauber und nett gemacht. Für Gruppen gibt es große Dächer unter denen man campieren kann.

Das schönste aber sind die 6 Kabinen, Häuser auf Stelzen mit Wänden nur aus Gitter und Netz, einem Dach und einer großen Terrasse. Stellt Euch eine Nacht auf dem großen Bett mit all den Lauten vor. In der Früh auf der Terrasse sieht man die Affen turnen.

Sowohl die Drills als auch die Schimpansen sind in einige Hektar große Umzäunungen untergebracht. Sie werden von den einheimischen Arbeitern, und einigen meist amerikanischen Voluntiers betreut. Das Managment hier besteht aus einer jungen Amerikanerin, einen Holländer und einem Nigerianer. Dieser hat mit uns auch eine Runde zu den Affen gemacht. Die Schimpansen sind nach einem Ruf von ihm aus dem Wald gekommen. Bad Boy hat mit einem Stein nach Martin geworfen und genau zwischen die Augen getroffen. Martin kann jetzt stolz auf zwei kleine Cuts sein.

Hier gibt es auch in der mittleren Höhe des Waldes einen Canopy-Walk, eine Art Hängebrücke mit Plattformen dazwischen. Sehr beeindruckend und ziemlich wackelig. Die Bäume in dieser Höhe sind ungefähr so groß wie die größten bei uns. Darüber stehen dann die Riesen noch einmal so hoch.

Die Rückfahrt war auch noch trocken und nach einer weiteren Nacht bei der Schule und geglückten umfahren der Brücken, gings wieder zurück zur Kirche in Ikum. Gestern haben wir dann die Grenze nach Kamerun überquert und sind auf einer ganz neuen Asphaltstraße durch eine unglaublich schöne Landschaft hierher zu den Nonnen gefahren.

Unser Resümee von Nigeria ist super. Wir haben in den drei Wochen nur für zwei Übernachtungen bezahlt. Bei der Schule haben wir einen Fußball hergeschenkt. Die Übernachtung auf der Drill Ranch war nicht billig aber gilt als Unterstützung des Projekts. Als Gäste in nigerianischen Haushalten haben wir auch die Küche kennen und schätzen gelernt. Wir wurden herumgefahren und verwöhnt. Und wir haben ganz liebe Freunde gewonnen, die öfters in Europa sind und uns dann hoffentlich besuchen.

So das wars und wieder einmal ist der Blog viel zu lange geworden. Ich kann aber unsere Erlebnisse nicht kürzer erzählen. Jetzt geht es weiter in Kamerun, wo es auch einiges zu sehen gibt.

Gute Nacht und alles Liebe

Von Martin und Franziska

FOTOS

01 Lauter alte Mercedes auf der Tankstelle

02 Wasserwege

03 Das Haus von Father Upkon

04 Das Wohnzimmer

05 Sonntagsausflug

06 Das Meridian

07 Besuch bei den Schwestern

08 Die passen alle in einen Bus

09 Marina mit Geier am Dach

10 Ringelspiel in der Marina

11 Die Kinder von der Schule

12 Der Weg zu unserer Hütte

13 Unser Bett im Wald

14 Ausblick von der Terrasse

15 Franziska fotografiert

16 Klo im Busch mit Wasser zum Händewaschen

17 Dusche mit allem Komfort

18 bis 20 Drills

21 + 22 Schimpansenmama mit Baby

23 Canopy Walk

24 Zurück bei der Schule

25 Idylle im Hof hinter der Kirche

 

  • Missing
    su szewczyk hat am kommentiert:

    wow - wieder so viel tolles! das imperiale haus! wobei mir die hütte lieber wäre, die sanitäre Einrichtung, die brücke!!!und die kiddys! die Fahrbahnen sind auch nicht ohne!
    bei uns regnet es seit 2 tagen pausenlos - die Donau ist fast am übergehen, und ich hab eingeheizt! nach Holland ist zu hause wärme angesagt. wünsche weiterhin gute Unterhaltung - fein, das ihr so gut weitervermittelt werdet! Bussi su

  • Missing
    Gregor Wohlwendt hat am kommentiert:

    Hallo Ihr Beiden, Wie Man Auf Den Bildern Sieht geht's Euch da Weil Recht Gut! Wenn man also Sich Die Bilder Ansieht Wird Man Richtig Neidisch Auf Euch! In Reini Und Mir geht's Auch Recht Gut (Noch Keine größer de Streitereien :)) Haben Jetzt die Schulungen Abgeschlossen, Dazu Haben Sich Felix Und Luisi Schon Richtig Gut Mit Uns Angefreundet. Schick Auf Den Martin Seine E-mail Adresse Paar Fotos von Den Beiden! Wünsche Euch Noch Einen Schönen Aufenthalt!

  • Missing
    Swantje hat am kommentiert:

    Hey,
    ich wollte euch ein kurzes Feedback zu eurem neuen Blog geben: jedes Mal, wenn ihr etwas neues schreibt oder jemand kommentiert, werde ich per Mail informiert - das funktioniert gut. Neu ist, dass ich ein Mail bekomme, wenn ich eine Zeit lang nicht kommemtiert habe - so wie heute! Auf die Art: Swantje schreib wieder mal was. Auftrag erfüllt; -)
    Was gibt's neues bei uns? Wir haben den Songcontest überlebt und 0 Punkte ausgefasst. Letzter gemeinsam mit Deutschland - witzig. Ihr habt einen mühsamen Frühling zu Hause verpasst, zwischenzeitlich ist das Wetter grausam herbstlich. Der kleine November möchte abgeholt werden, er ist im Mai.
    Bussi Swantje

  • Missing
    Marion und Michael Pötzschke hat am kommentiert:

    Hallo Ihr Beiden,
    ganz liebe Grüße aus dem kalten Sachsen senden Euch Marion und Michael
    MANi steht in Buea. Wir werden Eure Fahrt natürlich verfolgen. Bis bald einmal M&M&M

willi Small

Zu Gast bei Nigerias künstlerischer, religiöser, intellektueller und politischer Elite

Ja Olabisi Abimbola Animashaun hat wirklich ihre Beziehungen eingesetzt. Ihr Vater Wande Ambibola ist ein auf der ganzen Welt anerkannter Wissenschaftler über afrikanische Religionen (googeln). So fuhren wir als nächstes nach Ile Ife und da es seit 2 Tagen kein Benzin zu kaufen gibt, war kaum Verkehr und wir kamen flott voran.

Unser Ziel war die Obafemi Awolowo Universität in Ile Ife um uns dort mit Olabisis Onkel Prof. Bade Ajuwon zu treffen. Es ist spannend fremde Leute anzurufen und kennen zu lernen. Gut, dass wir mit unserem Auto immer gleich gefunden werden.

Der Professor kam mit seiner Tochter und brachte uns, nachdem er uns als seine Besucher anmelden musste, zum Gästehaus im Konferenzzentrum der Uni. Der Campus hier ist riesig, geschätzt 2x so groß wie Schönbrunn. Mit öffentlichem Autobus, Ampeln, Banken und Kirchen. Wir hätten gerne am Parkplatz übernachtet, aber der Professor wollte uns unbedingt in einem Zimmer untergebracht wissen. Das Highlight war das Internetcafe, obwohl hier auch einige Male der Strom ausfiel.

Olabisi wollte für uns ein Treffen mit dem König von Ife vereinbaren, aber der war leider unterwegs. Dieses Königreich ist über 2000 Jahre alt und die Wiege der Yoruba Tradition. Wir waren nicht sehr traurig, weil wir zwischendurch auch durchatmen wollen.

Dann ging es weiter nach Benin Citiy (ca.3 Mill EW). Die Stadt ist zwar im heutigen Nigeria aber war früher das Zentrum des Königreichs Benin. Endlich gute Straßen und wegen des Benzinboykotts nicht einmal Sonntagsverkehr. Das machte Martin etwas leichtsinnig und so streiften wir in einer engen Kurve einen Baum. Wir sind aber zum Glück mit dem Schrecken davon gekommen, brauchen aber auf meiner Seite einen neuen Rückspiegel.

Hier war unser Kontakt Chief Ebohon, der laut Olabisi einen großen Grund mit ein paar Affen hat. Bei der ersten Polizeikontrolle riefen wir an und wurden dann per Telefon durch die Stadt zu einem Treffpunkt gelotst. Ein sehr eleganter Mann in traditioneller Kleidung holte uns mit seinem Auto ab und fuhr das letzte Stück vor uns her. Wieder einmal eine Polizeikontrolle. Diesmal wurden wir angebrüllt, warum wir keine nigerianische Nummer haben und das Motorrad nicht auf dem Dach ist. Aus dieser Situation wären wir nicht so leicht herausgekommen. Aber wir hatten ja unseren Führer, der uns mit seiner Art zu reden, ein anschauliches Beispiel von Deeskalation demonstrierte. Er ist, wie wir jetzt wissen Senator der neuen Regierung.

Und dann stehen wir, in mitten kleiner Hütten, vor einem imposanten Tor, dem Ebohon Cultural Center. Die Einfahrt ist zwar recht groß, aber auf beiden Seiten stehen Statuen und die Äste der Bäume sind für unseren Willi zu tief. Wir bleiben also mitten auf dem Weg stehen. High Priest Prof. Osemwegie Ebohon begrüßte uns mit einer herzlichen Umarmung. Wir kamen aus dem Staunen nicht heraus.

Selbstverständlich mussten wir das für uns vorbereitete Zimmer, mit eigenem Bad und WC beziehen. Genauso selbstverständlich kostet das nichts und wir können bleiben solange wir wollen. Auf einer Kommode sind von Antistresslotion über Zahnpasta bis Wattestäbchen alle notwendigen Utensillien bereit gelegt.. Der große Kühlschrank ist gefüllt mit Sekt, Bier, Wein, Säfte und Wasser. Es gibt eine Aircondition, die aber nur Stundenweise funktioniert, weil hier der Strom jeweils ein paar Stunden in einem anderen Stadtteil läuft. (Ich schreibe dem Blog im Auto, weil gerade kein Strom da ist.) Alles ist blitzsauber und heißes Wasser zum Duschen steht schon in Kübeln bereit. Auf einem Tischchen steht eine Thermoskanne mit heißem Wasser, ein Glas mit verschiedenen Tees, Tassen und Löffel. Wir duschen schnell, weil schon mit dem Essen auf uns gewartet wird. Martin und ich können das alles gar nicht so schnell auf die Reihe kriegen. Wir essen und fallen ins Bett.

Gestern mussten wir nach dem Frühstück das Auto umstellen, weil sonst niemand hinaus oder herein kann. Ich legte mich aufs Dach und während Martin ganz langsam fuhr, hob ich die Äste an, damit sie nicht die Solarpanelle beschädigen. Das war recht lustig und jetzt steht der Willi niemandem im Weg.

Unser Gastgeber ist ein international bekannter Experte und Sammler afrikanischer Kunst. Seine Statuen, Figuren und Masken werden auf der ganzen Welt in den großen Museen ausgestellt. Er reist viel und lebt abwechselnd in Miami USA und hier in Nigeria. Er war auch schon mit einer Ausstellung im kunsthistorischen Museum in Wien. Er war Journalist, hat viel publiziert, ist Chie fund gilt auch als Naturheiler und Psychotherapeut.

Der Garten ist voll mit unglaublichen Statuen und lebensgroßen Figurengruppen aus Lehm und Ton. Derzeit wird noch immer am Grab seiner Mutter, die mit 118 Jahren im Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte gestorben ist, gearbeitet. In dem riesigen verwinkelten Haus stehen überall unbezahlbare Bronzefiguren. In unserem Zimmer sind auf den Wänden 200 Bronzemasken aufgehängt.

Der High Priest sagte uns gestern, dass die Presse am Nachmittag kommt, um uns zu interviewen. Er überraschte uns allerdings, dass er viele Leute und eine Tanzgruppe zu einem Fest eingeladen hat. So saßen rund um eine Art Bühne in unserem Hof ungefähr dreißig Gäste und Trommler mit Tanzgruppe. Zuerst wurde getanzt und gesungen, dann sprach der Hohe Priester und dann mussten wir uns in die Mitte setzten und wurden von zwei Presseleuten interviewt.

Das Interview war auf Englisch und ein Mann übersetzte in die hiesige Sprache und wir wurden ununterbrochen fotografiert. War ganz schön aufregend. Nachher kamen noch andere Pressleute zu uns und wir wurden vielen wichtigen Persönlichkeiten von Benin vorgestellt. Dann wollten noch alle unser Auto von innen sehen und weitere Fragen wurden gestellt und Fotos gemacht. Zum Abschluss öffnete Ebohon mit den letzten Gästen noch einen Sekt. Wir gingen völlig erschöpft ins Bett.

Am Dienstag regnete es den ganzen Tag und wir hatten eine Führung durchs Haus. Riesengroß sehr verwinkelt und eher ein Museum als eine Wohnung. Allerdings mit viel Komfort. Eine Whirlpoolbadewanne, Megaflachbildschirme, eine gut bestückte Bar, ein Wintergarten und ein riesiges Schlafzimmer.

Am Mittwochnachmittag wurden wir zu einigen sehenswerten Plätzen in Benin City gefahren. Unser Fahrer war ein Architekt, der in Italien studiert hat und nicht will, dass wir schlechtes über Nigeria und Benin City schreiben.

Heute durften wir bei einer Art Gerichtsverhandlung dabei sein. Der High Priest musste zwischen zwei Parteien, die sich jeweils von der anderen betrogen fühlten einige Einigung herbeiführen. War spannend, auch wenn wir nichts verstanden haben.

Wir werden bestens afrikanisch bekocht, mit netten Kleinigkeiten verwöhnt, durch die Stadt gefahren und all das kostenlos. Aber noch unglaublicher ist, dass wir zwei wunderschöne, echt antike Bronzeköpfe geschenkt bekommen haben. Ziemlich groß, aber wir werden einen Platz finden. Müssen uns in Calabar eine Ausfuhrgenehmigung besorgen.

Morgen soll es weitergehen. Zuerst zur größten Uni Nigerias und dann weiter nach Calabar.

Liebe Grüße an Euch und bitte viele Kommentare.

Martin und Franziska

FOTOS
01. Abschied von Oshogbo, die Zwei wollten unbedingt mit
02. die Obafemi Awolowo Universität in Ile Ife
03. der Proffessor
04. die Tochter des Professor
05. Das Fest im Ebohan Kulturzentrum, die Sing- und Tanztruppe
06. Besucherinnen
07. Der hohe Priester Ebohon begrüßt seine Gäste
08. + 09 Unsere Führung im Haus, leider durften wir dann nicht mehr fotografieren
10.  bis 36 Eine Auswahl der Statuen und Figurengruppen im Garten
37. Präsentationshof
38. Hier wohnen wir
39. Riesenschnecken nach dem Regen

 

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    frika hat am kommentiert:

    hallo ihr lieben
    bitt schickt Kommentare
    Martin und Franziska

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    V und N hat am kommentiert:

    So ihr Lieben. Endlich geschafft, dass ich mich angemeldet habe und wieder von euch lese. Hier in Wien wurde mir ja schon Einiges berichtet: über eure Krankheit etc. Bin froh, dass ihr wieder unterwegs seid und es euch besser geht. Die Berichte muss ich jedenfalls nochmals lesen, um alles so wirklich zu begreifen und die verschiedenen KünstlerInnen Schritt für Schritt mir merken, um alles zuordnen zu können. Wo seid ihr da nur gelandet, welch andere Welt - unvorstellbar und ich komme mir wieder mal winzig vor.
    Hier in Wien ist der Frühling eingekehrt. Meine Tage vergehen rasant, sind voll Erlebnisse, Arbeit, Enkelkind und vieles mehr. Ich freue mich schon auf etwas mehr Auszeit. Ich melde mich bald wieder - liebe Grüße Verena

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    su szewczyk hat am kommentiert:

    wow - die Figuren sind ja wunderschön! ihr werdet petronell ja gar nicht mehr schätzen, nach so viel Luxus!

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    su szewczyk hat am kommentiert:

    die hochzeit ist erst am 15.5.15(hihi), aber wir fliegen schon morgen, nach einigen Vorbereitungen! ich werde berichten! Bussi su

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    Otto hat am kommentiert:

    was für eine fantastische tour! toll, was ihr alles in nigeria erlebt. wie geht eure reise jetzt weiter? grüße unbekannterweise aus dem norden deutschlands!

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    Swantje hat am kommentiert:

    Hey Franziska & Martin,
    es ist schön wieder was von euch zu lesen und ich bin sehr beeindruckt von euren Begegnung. Das klingt alles sehr anders und total aufregend. Weiter so!

  • Small
    andy kurth hat am kommentiert:

    Grossartige Tour! Danke, dass ich da mitlesen darf.

  • Small
    karin hat am kommentiert:

    unfassbar schöne bilder...aus einer fernen geheimnisvollen welt....
    bin beeindruckt....

  • Missing
    su szewczyk hat am kommentiert:

    wir haben geheiratet! und es hat nicht geregnet, es war nur schweinekalt! alles gut dokumentiert. ein sehr lieber Standesbeamter, ein sehr schönes Brautpaar - nur izzy wollte pardu nicht die ringe bringen. viel Familie, noch mehr freunde, ein köstliches indisches essen, danach Party. nachdem im voight, das wie du weisst sehr klein ist, eine band spielte, und es zum heraussen sitzen einfach zu kalt war( die unbestrumpften hollandischen maiden hatten alle Gänsehaut!), hab ich mich dann verabschiedet und traf Brigitte und Johann vor dem TV wieder. das ehepaar erschien erst tags darauf um 14h30!

  • Small
    mäcks hat am kommentiert:

    Hallo, hier am Bodensee bekommt mensch nix mit,wer hat geheiratet??
    als (schlechter) Archivar von globalzoo kann ich folgendes mitteilen: Vom MOGLI-blog 2008/09 gibt es einen kompletten (inkl.Kommentare + händisch beschriftete Fotos) Ausdruck in Allentsteig. Digital gibt es den blog(inkl.Kommentare) als 227seitiges pdf(700kb). die kleinen Fotos waren nur als link zu globalzoo abgespeichert und sind jetzt leere kasterl. Die (663)Fotos gibt es unbeschriftet,aber ca. chronologisch auch als pdf(5mb).
    wenn ich mal 2-3 Tage in Allentsteig bin, kann ich den MOGLI-blog komplett mit fotobeschriftung rekonstruieren.
    Beim WILLI-blog schaut es schlechter aus. Hier sind die Texte mit kleinen Fotos komplett ausgedruckt in Allentsteig. Kommentare hab ich diesmal nicht gespeichert.Auch die Fotos hab ich nicht runtergeladen,weil ich 1.wenig Zeit hatte/habe und ich zum Beispiel für 7 Tauffestfotos 30min. brauchte,weil das speichern im Endeffekt nur durch Zufall zustande kam.
    liebe grüsse an alle aus bregenz

  • Small
    willi hat am kommentiert:

    Hallo Maecks
    Toll, dass Du alles so gut archivierst. Danke!
    Die Fev hat den Leon geheiratet. Hochzeit war in Holland. Su, Brigitte und Johann sind hingeflogen.

  • Missing
    christamanfred hat am kommentiert:

    hallo, liebe Franziska und Martin, wir sind endlich online, haben vorerst nur kurz eure Fotos angeschaut! wie geht's euch denn, läuft die Reise planmäßig, haben vor uns in Zukunft in eure Reise langsam "einzuleben", bis dahin liebe Grüße von Christa und Manfred

  • Small
    mäcks hat am kommentiert:

    Wegen den Fotos: Am besten für Mama,Thea und mich wäre, wenn ihr in einen Fotobearbeitungsprogramm den Text gleich ins jpeg schreibt und diese dann hochladet.
    Versuche ein Beispiel mitzusenden
    grüsse mäcks

willi Small

Die traditionelle Yohuba Mythologie und interessante Frauen!

Wir sind auf dem Weg nach Oshogbo um das Haus von Susanne Wenger zu besuchen. Diese österreichische Künstlerin und Retterin vieler von den Nazis verfolgten kam 1950 nach Benin und sammelte viele Künstlerinnen und Künstler um sich. Sie beschäftigte sich intensiv mit der uralten Yohuba Kultur und wurde selbst als Hohe Priesterin verehrt. Seit ihrem Tod  führt ihre Tochter Doyin mit den Geschwistern die Tradition weiter (googeln).

Bei einer Rast auf einer Tankstelle stieg eine imposante Frau in eleganter traditioneller Kleidung aus und kam auf uns zu. Sie wollte wissen woher wir mit diesem lustigen Auto kommen. Frau Olabisi Abimbola Animashaun ist eine Nigerianerin, die jetzt in Houston Texas lebt und hier auf Besuch bei ihren Vater ist. Der kam auch zu uns und wir erfuhren, dass er ein guter Freund von Susanne Wenger ist und Olabisi Susannes Tochter Doyin seit Kindertagen kennt. Olabisi telefonierte mit Doyin und kündigte uns an. Wir tauschten noch Nummern aus. Beim Weiterfahren wussten wir noch nicht, welcher Glücksfall diese Begegnung für uns war.

Wir fanden ein sehr nettes Guesthouse, konnten sogar warm duschen und gingen schlafen.

In Oshogbo verirrten wir uns und konnten das Haus von Susanne Wenger (von wegen in einem kleinen ruhigen Dorf gelegen) nicht finden. Ein Mopedfahrer führte uns zu unserem Ziel. Sehr, sehr anders! Wir wurden mit herzlichen Umarmungen begrüßt und in eine skurrile Welt geführt.

Der Eingansraum ist sehr dunkel und voll geräumt. Über eine enge Holztreppe wurden wir in den ersten Stock geführt wo ein großer Raum gefüllt mit schwarzen Eisenartefakten und einigen Steinfiguren ist. Susanne hat viele alte Skulpturengesammelt und so vor dem Verschwinden bewahrt.

Doyin war sichtlich erfreut uns zu sehen und war gleich bei Ihrem Lieblinsthema ihrer verehrten Mutter angelangt. Sie stellte uns ihre Tochter und ihren kleinen Enkelsohn vor. Es kamen Frauen und Mädchen vorbei zu denen sie kurz was sagte und die wieder gingen.

Irgendwie wirkt Doyin verloren und obwohl Susanne Wenger schon vor 6 Jahren im Alter von 94 Jahren gestorben ist, spürte es sich an als wäre es erst vor ein paar Wochen passiert. Die Kinder wurden alle von Susanne adoptiert. Zugleich führt Doyin  das große Haus mit den vielen Leuten und kümmert sich offenbar erfolgreich um den Nachlass ihrer Mutter, organisiert weltweit Ausstellungen. Als Priesterin leitet sie Zeremonien und kämpft wie ihre Mutter um den Erhalt der alten Yoruba Tradition. Sie war schon sehr oft in Österreich und hat ihren Sohn in Brunn am Gebirge bekommen. Er heißt daher Brunno.

Nachdem wir ihr Angebot im Haus zu schlafen dankend ablehnten (wohin mit Willi), versuchte sie gleich einen Platz zu organisieren, wo wir mit unseren Auto stehen und schlafen können. Ihr Bruder Sango kam und fuhr mit uns zu seinem Haus. Vorm Haus ist die Straße sehr eng und schief und so beschädigten wir beim Hineinfahren mit unserem Wackelwilli die Torpfosten. Ziemlich unangenehm aber Sango und seine Söhne lachten nur.

Das Haus ist groß aber etwas vernachlässigt. Sango hat 4 erwachsene Söhne von seiner verstorbenen Frau. Die zweite Frau hat ein Geschäft in der Stadt und wir sahen sie kaum. Das wirkliche Highlight ist der Garten, wo lauter Bäume stehen, deren Bestandteile gegen viele Krankheiten wirken. Außer mit Naturheilkunde beschäftigt er sich auch Künstler und macht Batiken mit Naturfarben und alten Techniken. Er war schon in 26 Länder und sehr oft in Österreich. Besonders stolz ist er, dass er vor vielen Jahren der erste Schwarze war, der das österreichische Parlament besuchte und dass er in der Donau geschwommen ist.

Am Nachmittag vor der Walpurgisnacht führte uns Doyin in den Wald in dem die geheiligten Stätten der Yoruba Religion sind und der von Susanne Wenger und vielen anderen Künstlern mit vielen unglaublichen Skulpturen bereichert wurde. Wir mussten keinen Eintritt zahlen und die Leute, die uns begegneten verneigten sich vor Doyin.

Die eigenartige Stimmung unter den riesigen hohen Bäumen und zwischen den üppigen Sräuchern lässt sich nicht beschreiben. Es war dämmrig, die Luft roch modrig und es war ein bisschen wie im Tropenhaus in Schönnbrunn, nur viel intensiver. Viele kleine Affen hüpften frech herum und viele Vögel waren zu hören, An manchen Stellen läutete Doyin mit einem Glöckchen um den Geistern unser Kommen anzukündigen. Dann wieder berührte Doyin mit ihrer Stirne den Boden und erklärte uns welche Gottheit hier für welche Anliegen angerufen wird. Keine Angst ich werd jetzt nicht esoterisch, aber es war in der ungekünstelten Einfachheit schon anrührend. Und überall Skulpturen. Manche schon von weitem zu sehen, manche tauchten ganz unvermutet auf. Das ihr letztes großes Werk hier startete Susanne Wenger mit siebzig und arbeitete viele Jahre daran. Sie benutzte Bambusgerüste und nur Handwerkzeug, keine Maschinen.

Wirklich ein sehr intensiver Spaziergang.

In der Zwischenzeit hat die nigerianische Lady aus Texas unermüdlich unsere Weiterreise mit Schlafmöglichkeiten, spannenden Persönlichkeiten und schönen Plätzen gecheckt. Habe den ganzen Tag SMS bekommen. Olabisi fliegt nächste Woche zurück nach Houston und wollte alles für uns vorbereiten. Ihr dürft neugierig sein, da kommt einiges auf uns zu.

So jetzt bin ich todmüde.

Seid herzlichst gegrüßt und geküsst

Martin und Franziska

FOTOS
01 bis 12 das Haus von Susanne Wenger
13 bis 28 der Wald und seine Schätze

 

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    su szewczyk hat am kommentiert:

    fast gaudimässig- ganz weiche formen! ihr seht ein wenig müde aus. die Stimmung kann ich mir gut vorstellen - ich mag ja geister!

willi Small

Die Straße der Sklaven und zu Besuch beim Sohn des Königs

HALLO WO SIND DIE KOMMENTARE? HABEN UNS SEHR GEPLAGT WIEDER WEITERSCHREIBEN ZU KÖNNEN!

Wir haben jetzt also endlich eine Seite für unseren Blog. Muss vielleicht noch ein bisschen schöner gestaltet werden Auch miit den Bildern ist es etwas anders, da wir keinen Titel oder eine Erklärung dazu schreiben können. Wir werden die Bilder nummerieren und am Ende unseres Textes die Nummer mit Erklärung schreiben. Sagt uns wie das für Euch geht oder ob Ihr eine bessere Idee habt.

Doch nun zurück nach Ouidah
Unsere Post ist am 22 April angekommen. Wir machten den geplanten Ausflug in die Stadt, die einen der größten Sklavenhafen hatte. Die Tour fuhren wir mit unserem Motorrad und einem Guide mit Moped. Die Straße der Sklaven geht über 28 Stationen vom Sklavenmarkt bis zum Point of no Return am Hafen und dazwischen stehen am Straßenrand viele Statuen, die die Geschichte der Könige erzählen. Die Details sind sicher im Google zu finden. Für Martin und mich war der Platz am bedrückensten, wo früher eine große Grube war, in die die zu Schwachen, Kranken und Toten geworfen wurden. Das Denkmal ist - wie die anderen auch - sehr geschmackvoll gestaltet. Sehr beeindruckend war auch, dass unser Führer immer wieder betonte welche „hilfreiche“ Rolle die jeweiligen Könige bei diesem grauenhaften Geschäft gespielt haben.

Eng verbunden mit dem Sklavenhandel ist in Ouidah das Zentrum des Voodoo, da die Sklaven ihre Mythologie von hier nach Haiti und Amerika brachten. Voodoo ist seit den 90er Jahren eine anerkannte Religion in Benin.

Übrigens gelten in Benin immer noch Zwillinge als besonders ehrenwerte Menschen, während sie in Nigeria früher getötet wurden.

Religionen sind seit Togo in zunehmendem Maße Thema. In Nigeria entsteht der Eindruck, dass es pro zehn Häuser ein Gotteshaus gibt. Alle christlichen Religionen, Tempel, alle Arten der moslemischen Bekenntnisse und viele Natur- und Phantasiereligionen. Die Bauten sind manchmal wahre Paläste oder Wellblechhütten und Zelte. Glauben ist auch in den Bezeichnungen von Geschäften oder Parolen auf Lkws allgegenwärtig. So gibt’s Bars oder Supermärkte mit allen erdenklichen Heiligennamen oder zerbeulte, alte Lkws mit we trust in God beschriftet.

Nachdem wir in dem Monat, welches wir im Hotel verbrachten, laufend Sachen inklusive Kühlschrank und Lampe in unser Zimmer holten, brauchten wir einen Tag zum Zusammenpacken. Am Samstag den 25 April ging es los nach Coutonou. Großeinkauf im Supermarkt, 2 Stunden erfolgloser Versuch im Cybercafe den letzten Blog zu schicken und dann endlich raus aus der Stadt.

Denkste! Auf der Schnellstraße, eine Stunde vorm Dunkelwerden zischte es. Unser Reifen hatte ein Loch. Bevor wir die Situation so richtig erfassten, boten uns schon zwei Mopedfahrer an, den Reifen für 5000CFA zu wechseln. In einer halben Stunde war alles erledigt und wir fuhren zum Schlafen ein Stück auf einen Feldweg hinein.

Am Sonntagnachmittag kamen wir in Nigeria an. Der Grenzübergang war stressfrei. Dann alle paar hundert Meter eine Polizeikontrolle. Einmal war es eine Gesundheitskontrolle, wo uns Fieber gemessen, der Impfpass kontrolliert wurde und wir einen Fragebogen ausfüllen mussten. Jetzt haben wir 2 Pickerl am Auto, die unsere Gesundheit bescheinigen. Die Polizeikontrollen sind manchmal so knapp hintereinander, dass man von einer zur andren sehen kann. Aber hier so dachte ich kann ich endlich Englisch reden. Leider können viele Polizisten nur ihre jeweilige Muttersprache. Immer wieder Pass- und Carnetkontrolle, „woher kommt ihr, wohin fahrt ihr, was ist eure Mission in Afrika….“

Alle wollen dann Geld. Wir sagen entweder „wir geben nur den Kindern in Schulen, weil Martin Lehrer ist“, oder „wir glauben fest daran, dass in Nigeria Korruption schon gestoppt ist“. Die Reaktion ist meist Lachen, aber wir haben bis jetzt noch nichts hergegeben.

Die Straßen in Nigeria sind wirklich das Letzte. Kaputte Asphaltstraßen mit riesigen Löchern einige Zigmeter Hügellandschaft, sogar auf der Autobahn. Starker LKW und Mopedverkehr, der sich dann kreuz und quer, um dem Ärgsten auszuweichen, durch die Städte quält. Megagroße Städte, die hunderttausend Einwohner wohnen fast ausschließlich in ebenerdigen Häusern und Hütten. Mitten in dem Gewühl Standeln am Straßenrand. Zum Durchqueren einer Stadt brauchen wir, wenn alles gut geht einen halben Tag.

Doch es ging halt nicht alles gut und es pfiff halt wieder. Der zweite Patschen in zwei Tagen und der Reservereifen noch nicht geflickt. Wie gut, dass es alle paar Meter Reifenwerkstätten gibt. Mit Hilfe der Mechaniker ist der Reifen bald herunten, aber von beiden Reifen sind die Schläuche kaputt und einer kann nicht mehr geflickt werden. Also fuhr Martin zum ersten Mal als Dritter auf einem Motorrad mit, auf der Suche nach einem LKW Schlauch.

Ich wurde in der Zwischenzeit von einer Frau eingeladen mich vor ihrem Eisenladen im Schatten zu setzen. Sie heißt Elisabeth spricht sehr gut Englisch und stellte mich stolz allen Leuten als ihren Gast vor. Es war irgendwie gemütlich inmitten des Tohuwabohu vor unserem aufgebockten Willi zu sitzen und zu plaudern. Elisabeth ist 46 Jahre hat zwei Söhne und zwei Töchter zwischen 23 und 13 Jahre alt. Sie ist in eine Privatschule gegangen und hat es geschafft trotz hoher Kosten alle Kinder auf Privatschulen zu schicken. Der älteste ist bald mit seinem Unistudium fertig. Allerdings arbeitet sie und ihr Mann in einem anderen Laden auch täglich von 8-19 Uhr. Nur Sonntag ist geschlossen, denn dann gehen sie alle in die katholische Kirche.

Gegen Abend war alles zu einem günstigen Preis repariert und montiert. Wieder die bange Frage, wo schlafen wir. Etwas außerhalb der Stadt zeigte ein Hinweisschild zu einer galaktischen Kirche. Wir bogen in einen schmalen Feldweg und fanden zwischen zwei kleinen Dörfern einen Platz mit Zelt und großem Kreuz. Ein gut englisch sprechender Bub sagte uns, dass wir seinen Vater fragen müssen, weil ihm der Platz gehört. Der Vater kam und gab uns die Erlaubnis. Es stellte sich heraus, dass er ein Königsohn ist. Später bekamen wir noch mehr Besucherinnen und Besucher, darunter auch ein Missionar dieser Kirche, der um 22 Uhr eine Zeremonie mit uns machen wollte. Völlig erschöpft lehnten wir ab, bekamen von ihm noch geweihtes Wasser und die Versicherung, dass wir unter Gottes und seinem Schutz sicher schlafen können.

Haben kühl und gut geschlafen und fuhren weiter Richtung Oshogbo. Es gab wieder einmal einen Wolkenbruch und unsere Scheibenwischer gaben auf. Zum Glück sind diese Gewitter meist in der Nacht und zwar heftig aber kurz. Also warteten wir bis es vorbei war und versuchten dann die Wischer zu reparieren. War eine Tüftelei und jetzt geht nur der an Martins Seite. Wir waren schon beim Packen des Werkzeugs als es plötzlich furchtbar krachte. Obwohl wir am Fuß des Berges weithin sichtbar waren, ist uns ein Pkw mit vollem Karracho hinten hinein gekracht. Unser Willi hat nichts abgekriegt, aber der Pkw war vorne ziemlich zerknautscht. Aber zum Glück ist den 3 Kindern und 4 Erwachsenen im Auto nichts passiert. Der Fahrer entschuldigte sich und fuhr weiter. Die Scherben seiner Scheinwerfer blieben mitten auf der Fahrbahn liegen.

So das war’s fürs Erste. Fortsetzung folgt.

Seid alle ganz herzlich gegrüßt

Martin und Franziska

FOTOS
01. Unsere deutschen Freunde, kurz vor Malaria
02. Auberge Diaspora, Blick von unserer Veranda
03. Unser Häuschen
04. Die Auberge
05. Das Restaurant
06. Frühstück
07. Angenehm
08. Die Pools und das Meer
09. Abschied von M und M
10. Am Weg nach Ouida
11. Am Weg nach Ouida
12. Beginn der Straße der Sklaven, Sklavenmarkt
der Baum wird demnächst 300 Jahre alt
13. Eine Sirene ruft übers Meer
14. Gefesselt und geknebelt
15. Befreit
16. Point of no return
17. Abschied von den Kellnern
18. Schaut arm aus
19. Elisabeth vor ihrem Geschäft
20. Eine etwas andere Kirche
21. Eine etwas andere Kirche

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    su szewczyk hat am kommentiert:

    ihr lebt erlebnisreich - der göttin sei dank ist alles gut gegangen! eine schöne frau, die Elisabeth!

willi Small

Gestrandet in Ouidah

Hallo liebe Freundinnen und Freunde!

Nachdem uns globalzoo endgültig verlassen hat, sind damit leider auch eure Kommentare futsch. Seit dem letzten Eintrag hat sich einiges getan. Wir sind nun schon seit drei Wochen in der Auberge Diaspora in der Nähe von Ouidah und warten auf wichtige Post, also können wir nicht weg. Davor hatten wir beide Malaria, wurden aber glücklicherweise in einem Krankenhaus in Cotonou behandelt. Auch dort gab es wie in der ganzen Gegend immer wieder kurze Stromausfälle, beängstigend in einem Spital! Malaria ist nicht unbedingt etwas was wir noch einmal brauchen, aber bei sooo vielen Moskitos…

Zu der Zeit standen wir mit unseren Freunden Marion und Michael bei einer Auberge eines Schweizers, besorgten uns das Visum von Nigeria in Cotonou (2x50000CFA) und hatten die Hoffnung gemeinsam mit MuM weiterzufahren. Nach unserer Malariageschichte mussten wir allerdings erst wieder zu Kräften kommen, und daher sind unsere Freunde schon aufgebrochen und haben mittlerweile, wie auch die zwei Landrover, Kamerun erreicht.

Wir sind also erstmal hier im klimatisierten Bungalow (20000CFA/Nacht mit Frühstück) mit guter Versorgung, oftmaligem Strom- und Internetausfall, Swimming Pool, Wäsche waschen lassen um unseren Schweißgeruch aus Bettzeug und Willi loszuwerden, gestrandet. Es gab auch einiges zu reparieren aber inzwischen bekommen wir etwas Lagerkoller und streiten schon einmal zwischendurch, wir haben ja auch nur uns und das kann schon ziemlich nerven. Wir warten also auf die Post, wobei unser Benin-Visum am 26.April zu Ende geht und unser Bargeld mittlerweile auch.

Das waren kurzgefasst die letzten fünf Wochen am Strand zwischen Cotonou und Ouidah. Davor haben wir natürlich auch einiges erlebt. Ist immerhin seit Februar kein Blog mehr erschienen!

Nach unserem Ausflug in das alte Dorf auf der Falaise fuhren wir Richtung Ouagadougu. Also sind wir zuerst auf einer Asphaltstraße nach Bobo Dioulasso gebraust. In der Nähe besuchten wir den Heiligen Ort der Welse wo immer wieder Tieropfer dargebracht werden. Hauptsächlich sind es Hühner und Ziegen. Wir haben uns einen Guide aufschwatzen lassen, um nach einer Stunde Fußmarsch zu diesem Ort zu gelangen. Der Platz war schon etwas unheimlich, überall blutige Federn und Felle sowie Feuerstellen um alles an Ort und Stelle zu verzehren. Da Sonntag war trafen wir auch ganze Familien, mit noch lebenden Hühnern und Ziegen! Noch dazu mussten wir beim „Wächter“ unsere Schuhe ausziehen und bloßfüßig herumlaufen. Auch die Kosten unseres Guides stiegen immer höher, diverse „Gebühren“ waren zu entrichten und wieder zurück bei Willi wollte er plötzlich dreimal so viel wie vereinbart, da wurden wir echt sauer und zahlten auch nur was ausgemacht war.

Außerhalb von Bobo übernachteten wir, und am nächsten Tag ging es weiter nach Ouaga. Dort angekommen wurden wir von der Polizei bei unserer Herbergssuche gleich zweimal zur Kassa gebeten, das kostete 2x12.000CFA (ca.18€)) und viele Nerven da wir beim zweiten Mal ziemlich herumstritten! Das Ampelsystem ist echt nicht einfach.

Ouaga bereitete sich gerade auf das jährliche Afrika-Filmfestival vor und wir fanden keinen Campingplatz, der einzige in der Stadt ist inzwischen zum Prostituiertenort verkommen. In so einer großen Stadt eigentlich ziemlich ärgerlich. Schlussendlich fanden wir ein kleines Hotel am Markt. Hinein konnten wir uns mit Willi nicht stellen, also campierten wir im Eingangsbereich des Marktes vis a vis des Hotels. Da wir dort nicht stehen bleiben wollten, sind wir am nächsten Tag noch einmal auf Suche gegangen. Nach vielen Stunden haben wir aufgegeben und haben uns in ein Hotel geflüchtet, das pro Nacht 48.000CFA (ca.72€) inklusive EINEM Frühstück kostete! Das Restaurant nebenan war jedoch wirklich gut. Am nächsten Tag beantragten wir ein Entant Visa für Togo, Burkina Faso, Benin, Elfenbeinküste und Niger zusammen um 2x25.000CFA (ca.37€).

Zurück beim Hotel befragten wir einen Hotelmanager, wo wir eine kleine Klimaanlage für unser Auto bekämen. Kurzer Hand wurden wir mit dem hoteleigenen Kleinbus durch Ouaga chauffiert um ein Klimagerät aufzutreiben. Die Geräte, die verwendbar wären waren uns zu groß, also landeten wir bei einem größeren Ventilator der auch mit Akkus betrieben werden kann. Na ja, keine Klimaanlage dafür aber ein kräftiger Propeller.

Am nächsten Tag holten wir unsere Visa ab und fuhren Richtung Togo. Der Grenzübertritt dauerte nicht sehr lange und wir steuerten einen kleinen Tierpark an. In Burkina Faso hatten wir schon unser Glück versucht, aber außer einem sehr netten Camp haben wir nichts gesehen. Diesmal jedoch war der Park in unserem Reiseführer beschrieben und wir fuhren über eine schlechte Piste hin. Als wir ankamen erinnerte uns dieser Park aber eher an einen größeren Zoo, angebundener Affe und Tiere in Käfigen. Ein Besuch mit dem hauseigenen Geländewagen wäre kurz und teuer. Als wir fragten, ob wir im Empfangsbereich übernachten können, bekamen wir nur ablehnende Antworten und mit unserem LKW dürften wir auch nicht alleine hineinfahren. Wir drehten kurzentschlossen um, es gibt ja noch andere Parks in Togo. Beim nächsten wollten wir mit unseren Freunden und ihrem MAN treffen und hineinfahren. Doch auch hier hieß es, dass das alleine nicht geht weil es viel zu gefährlich und nur mit einem Guide möglich wäre.

Wir verbrachten die Nacht auf dem großen Vorplatz von einem einstmaligen Luxushotel. Die Anlage des Hotels war wunderschön mit großem Pool, Tennisplatz, schönen Gartenanlagen und einer sehr einzigartigen Hotellounge. Das von einem Schweizer Architekten erbaute Hotel musste wegen den Reisewarnungen und damit ausbleibenden Gästen geschlossen werden und ist seither dem Verfall überlassen.

Dann fuhren wir zu einem UNESCO Weltkulturerbe wo wir interessante Häuser sehen konnten, die wie kleine Burgen konstruiert wurden. Wieder nur mit Guide, die Frau mit einigen Englischkenntnissen, fuhr bei unseren Freunden mit, da wir vorne nur zwei Plätze haben. Beim MAN ist es genauso aber es gibt einen Durchstieg nach hinten, und so setzte sich Marion in die „zweite Reihe“. Der Ausflug war schon interessant aber auch ein bisschen „Disneyworld“ und für alles wurden wir extra zur Kassa gebeten. Wir haben die Besichtigung eines riesigen Baobabbaums extra gebucht, der innen ganz hohl war und in den wir hineingehen durften, was schon beeindruckend war!

Danach ging es nach Lome, wo wir viele unserer Bekanntschaften in der Auberge New Robinson Beach wieder trafen Kate und Paul mit ihrem Landrover, Roger auch mit Landrover und Marion und Michael mit ihrem MAN. Es war ein sehr nettes Plätzchen mit sehr guter Küche. Hier konnte man sogar dank eines Riffs im Atlantik schwimmen. Wir versuchten ohne Erfolg ein Visum für Ghana zu bekommen, fuhren stattdessen eben nach Benin und hatten die Malaria schon dabei. Treffpunkt mit MuM war die Auberge des Schweizers, die wir am ersten Tag nicht fanden und stattdessen die Nacht vor einer Disko verbrachten. Am nächsten Tag erreichten wir die zwei nach nervigen Polizeikontrollen.

Jetzt stehen wir nahe Ouidah und hoffen bald Richtung Nigeria und Kamerun aufzubrechen.

Alles Liebe von Franziska und Martin

P.S.: Was vorher geschah könnt ihr im NACHTRAG http://www.permondo.com/tours/1934 nachlesen! 

Ouidah
Atlantique Department, Benin
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    su szewczyk hat am kommentiert:

    der verkehr ist nicht ohne! das bild mit Martin im Baobab ist spitze - und wonach guckst du da mit den kindern?

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    Felix hat am kommentiert:

    Danke für die Fotos - sind echt beeindruckend!

  • Small
    Feel Leeb hat am kommentiert:

    Wow! Ich freue mich, wieder von Euch zu lesen. Der neue Blog ist super. Viele wunderbare Bilder, da krieg ich FERNWEH!!! Nach vielen Sonnenstunden ist es wieder mal frisch geworden (10°), auch nicht schlecht. Es könnte ruhig mehr regnen. Unsere Marillen werden dieses Jahr nix, aber der Rest unseres Gartens hoffentlich.
    Die Kinder sind auch ganz begeistert von Euren Berichten ("wir haben ja auch eine schwarze Familie" - tatsächlich haben sie Kusinen und Kusins im brasilianischen Bahia).
    Ich schicke Euch Wiener Bussis!