Pazifischer Ozean

3. Teil unserer Segelreise

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Marret Koll Small

Fiji 2017 - mit Fulanga

Am 21.5. betrat ich um vier Titanteile ‚bereichert‘, den Boden von Fiji.
Meine Ersatzteile im Körper und im Gepäck hatten mir auf dem langen Flug und
bei den diversen Kontrollen keine Schwierigkeiten gemacht. Dank des
Flughafenpersonals, dass mir auf meinen Wegen helfend beiseite stand, war
ich überall sehr bevorzugt und problemlos durchgewunken worden. So kam ich,
als eine der ersten Fluggäste in der Ankunftshalle des Nadi Airport an.
Wolf wartete schon auf mich und die 3 Flaschen Havanna Rum, die ich noch
schnell im Duty Free eingekauft hatte. Wir luden das Gepäck in das Taxi,
leider war Prakash (unser Taxifahrer aus den vorherigen Jahren) nicht der
Fahrer, denn er hat in unserer Deutschland Aufenthaltszeit seinen Job wegen
Krankheit verloren. Nun fährt er einen Kleinbus für eine Gesellschaft die
Touries zu den Wasserfällen und der ‚Zip‘-Bahn fährt. Wir fuhren direkt zum
Boot und luden die große, in Zellofan eingewickelte Tasche aus. Alles hatte
die lange Reise heil überstanden, auch die neue Kühlplatte für den
Cockpit-Kühlschrank.
Während die Techniker den Kühlschrank reparierten, fuhren Wolf und ich zum
Markt und kauften einige frische Lebensmittel und Kava ein für die nächsten
Wochen. Auch wenn ich mir noch keinen vollkommenen Eindruck verschaftt
hatte, was bereits an Bord war, hatte ich schon eine gewisse Vorstellung,
was normaler Weise benötigt wird. Das Wetter spielte aber leider nicht mit,
erst regnete es wie aus Eimern (vermutlich um mir die Eingewöhnung nicht so
schwer zu machen), dann bekamen wir reichlich Wind von vorn, sodass wir
nicht gleich am nächsten Tagen die Leinen losmachen konnten. Ich fand es
ganz angenehm, so konnte ich mich in Ruhe einleben und auch der Zwischstopp
in der Musket Cove, unserem Fijian Yacht Club und Resort, entspannte die
Eingewöhnung sehr.
Am 26.5. nahmen wir dann um 16 Uhr den Anker auf und verließen die Bucht der
Malolo Insel und das Atoll um Viti Levu Richtung Südosten. Der erste
Übernachttörn führte uns nach Kandavu zur Insel Ono, wo wir einen
Zwischenstopp eingeplant hatten. Kurz nachdem der Anker gefallen war,
preschte ein offenes Motorboot mit vielen Kindern aus dem Ort Vabea an uns
vorbei. Auf dem Rückweg, hielt der Steuermann das Boot neben uns an und
fragte nach unseren Plänen. Wir versprachen ihr Dorf zu besuchen um nach
einer Genehmigung zur Nutzung ihres Ankergrundes zu ersuchen, was hier in
Fiji so üblich ist. Als wir im Ort anlandeten, wurden wir von einer jungen
Frau begrüßt, die uns in ihr Gemeinschaftshaus brachte, in dem schon mehrere
Bewohner versammelt waren, Musik machten, sangen und eine Kava Zeremonie
vorbereitet hatten. Wir wurden in den Kreis der Dorfführer gesetzt und
überreichten unsere mitgebrachten Kavawurzeln. Sie wurden angenommen, mit
Segenssprüchen und Händeklatschen gewürdigt und die Kava Zeremonie begann.
Erst bekamen die Dorfführer, der oberste Chief weilte gerade in Suva, so
wurde uns erzählt, es war aber der Chief des Nachbarortes und der Vertreter
da, die zuerst eine Schale Kava bekamen, dann Wolf und ich, danach Alle
anderen. Das Ganze wiederholte sich drei mal. Dann übergaben wir unsere
weiteren Mitbringsel: Mehl, Milchpulver, Reis, Samen für Gemüse, sowie
Süßigkeiten, die sofort unter den Erwachsenen verteilt und gegessen wurden.
Die Samen und Süßigkeiten schienen das meiste Interesse zu wecken. Nach
weiteren, etwas zähen Gesprächen, verabschiedeten wir uns aus dem
Gemeinschaftshaus. Es wurde noch weiter musiziert, wir hörten die Musik noch
lange. Ein junger Mann begleitete uns und bot uns an uns durchs Dorf zu
führen.
Er zeigte uns die Grundschule, die an einem Hang gebaut war und die Kirchen.
Immerhin gab es für 150 Einwohner drei Kirchen: eine katholische,
methodistische und eine der Kinder Gottes. Erstaunlich. Das Dorf sah sehr
sauber aus, wenn die Häuser auch sehr einfach und innen eher düster und
wenig gepflegt aussahen. Die Bewohner waren alle sehr freundlich und
aufgeschlossen uns gegenüber, aber nach der Führung und einem netten
Gespräch zum Abschluss, gingen wir zum Dinghi zurück und machten uns auf den
Weg an Bord.
Am nächsten Morgen holten wir den Anker auf und segelten gen Fulanga. Die
etwa 200sm mussten wir zum größten Teil unter Motor zurücklegen. Erstens kam
der Wind nicht wie angekündigt von Süd und zweitens war er so schwach, dass
wir kaum vorwärts kamen, das ist der Nachteil unseres 40t schweren Bootes.
Eine Stunde vor Einbruch der Dunkelheit erreichten wir am nächsten Tag,
genau passend kurz nach Niedrigwasser, den Pass in das Atoll. Die Einfahrt
war zuerst nicht erkenntlich, die Durchfahrt sehr eng und stark verwirbelt,
ein echter Adrenalinschub, aber dank des Tracks von SY JULIA und der guten
Sicht kamen wir ohne Grundberührung heil durch den Pass. Noch 3nm und wir
lagen malerisch und ruhig in türkisblauem Wasser mit nur 2,50m Wasser unterm
Kiel, aber der Anker sichtbar im weißen Sand sicher eingegraben.
Nach einem Ruhetag verlegten wir unser Boot vor den Strand auf dem die
Fischerboote des Dorfes liegen und fuhren mit unserem Schlauchboot an Land.
Nach einem Fußmarsch von 30 Minuten erreichten das Dorf und wurden von Tui,
dem Enkel des Chief von Fulanga, einem ausgesprochen attraktivem Mann,
begrüßt und durch das Dorf geführt. Er erklärte und zeigte uns Alles und
beantwortete unsere Fragen. Es leben 25 Familien im Ort, insgesamt 70 bis
100 Personen. Es sind nicht immer alle Familienmitglieder auf der Insel,
einige arbeiten auch auf den Hauptinseln, da es auf Fulanga nur wenig
Möglichkeiten gibt Geld zu verdienen (Pastor, Lehrer, Krankenschwester). Es
gibt noch 2 weitere kleinere Dörfer auf der Insel. Die Häuser sind meist aus
einfachem Wellblech und oval gebaut, das soll sicherer bei Hurrikans sein.
Sie liegen links und rechts des Weges. In der Mitte ist ein großer Platz der
zur Kirche führt. Alle Bewohner des Ortes sind Methodistischen Glaubens.
Hinter der Kirche ist die Schule für die jüngeren Kinder der Insel (zZt. 52
Schüler, von denen 12 in der Woche auch übernachten, weil sie aus dem
Nachbarort kommen), auf der anderen Seite des Weges, ist das Haus des
Pastors und daneben das des Chiefs. Zu einem Besuch beim Chief trägt man
einen Sulu, das ist eine Art Wickelrock oder ein Pareo-Tuch um die Hüften
geschlungen, das bis mindestens zur Wade reicht. Diese Kleiderordnung gilt
für alle, auch für die Männer.
‚Unser‘ Chief auf Fulanga ist 92 Jahre alt und bis auf Gehbeschwerden gut
drauf. Wir werden sehr freundlich begrüßt, bitten um Erlaubnis in seinem
Herrschaftsbereich ankern und ins Dorf kommen zu dürfen. Nachdem wir ihm
unser Gastgeschenk in Form eines Bündels Kava, die getrockneten Wurzeln vom
Pfefferstrauch, übergeben haben, werden wir willkommen geheißen. Das Gepräch
mit dem Chief wurde von Tui übersetzt, da der Chief kaum Englisch spricht.
Hinzu kam ein weiterer Dorfbewohner mit dem Protokollbuch in das wir
namentlich eingetragen wurden, sowie unsere Spende von 50 FJD (ca. 23 Euro)
für die Gemeindekasse. Danach durften wir noch ein Foto vom Chief machen vor
seinem Amtssessel. In die Dorfgemeinschaft aufgenommen, konnten wir uns
jetzt überall frei bewegen.
Nach dem offiziellen Teil wurden wir unserer Gastfamilie zugewiesen. Galley,
als weibliches Oberhaupt der Familie, nahm uns ganz herzlich in Empfang. Es
ist im Dorf üblich, dass jedes ankommende Boot mit seiner Crew einer Familie
zugeteilt wird. Diese Handhabung geht im Dorf reihum, so dass bei ca. 70
Booten im Jahr jede Familie 3 Boote im Jahr bewirtet. Üblich ist, dass die
Boote je nach Möglichkeit Gastgeschenke mitbringen. Man braucht im Dorf
nahezu alles, außer frischen Lebensmitteln. Das Dorf versorgt sich selbst
aus Fischfang, Hühner- und Schweinehaltung und dem Anbau von
Grundnahrungsmitteln wie Maniok, Taro, Kassava, Kokosnüssen, Papaya,
Bananen, Orangen uvam.. Einmal im Monat kommt ein Versorgungsboot vom
Festland. Die angelieferten Produkten, wie Mehl, Zucker, Reis, Nudeln, Milch
u.a. sind Luxusgüter, werden nur selten verwendet und das Geld dafür wird
somit meist von den außerhalb der Insel tätigen Familienmitgliedern verdient
und gebracht.
Die Herzlichkeit mit der wir von der Familie, zunächst nur den Frauen,
Galley und ihren Töchtern mit Enkeln und einigen anderen Frauen aufgenommen
wurden, war überwältigend. Wir saßen in der großer Runde auf dem Boden des
Hauses, Stühle und Tische gibt es nicht, und wurden sofort beköstigt, mit
Bananen, süßem Brot mit einem Aufstrich und Tee. Das ungewohnte Sitzen im
Schneidersitz strengte uns richtig an. Zum Glück hatte ich am Morgen noch
einen Schokoladenkuchen gebacken und mitgenommen, der äußerst gern
angenommen wurde. Galley fragte, wie lange wir zu Bleiben geplant hätten und
erklärte uns, dass die Familie am Samstag auf dem großen Strand der Insel
für uns ein Barbeque ausrichten würde. Das war die Sandbank vor dem
Ankerplatz der ersten Nacht. Am Sonntag würden sie uns gern mit zur Kirche
nehmen. Für Montag sei dann eine Kava Zeremonie geplant, weil das am Samstag
und Sonntag vom Chief nicht erlaubt wird. Das war nun unser Programm für die
kommenden Tage.
An jedem Tag, den wir mit ‚unserer‘ Familie verbrachten, kamen wir mit
Gastgeschenken zu Galley. Am ersten Tag mit Werkzeugen, Säge, Hammer,
Schraubenzieher uä., sowie Saatgut. Dann mit Lebensmitteln, Reis, Zucker,
Mehl, Süßigkeiten und Sachen für die Kinder und am dritten Tag unsere
entbehrliche, getragene Kleidung, Shirts, Hosen und Schuhe. Galley sagte
dazu: ‚Was für euch alt ist, ist für uns neu‘. Deshalb trennten wir uns gern
von unseren überflüssigen Kleidungsstücken und wir sahen mehrere Teile in
den drauffolgenden Tagen wieder.
Das Grillen auf der Sandbank war ein Erlebnis für uns. Die Familie kam die 2
nm im Holzboot gerudert und hat auf dem Weg nach traditioneller Art noch
Fische gefangen, mit Netz und meist im Wasser stehend. Weitere
Familienmitglieder hatten Strandkrabben gefangen und ein Anderer brachte in
seinem Kajak eine köstliche, große Kokoskrabben mit. Galley hatte auch
Seetang geerntet, den sie mit gekochtem Fisch und Kokosmilch zu einem
köstlichen Salat verarbeitete. Fisch und Krabben wurden auf dem offenen
Feuer gegrillt, ein anderer Fisch im Topf gegart, Kassava und anderes Gemüse
im Erdofen, mit Palmblättern bedeckt, ebenfalls gegart. Wir steuerten einige
Steaks hinzu, die wir in einer Aluschale auf das offene Feuer legten. Sofort
kamen die Bedenken, dass die Aluschale doch schmelzen könne. Unsere
Verneinung wurde erst angenommen, als die Steaks braun gebrannt waren und
die Aluschale immer noch in Takt war. Man saß zusammen, die Einen kümmerten
sich um das Essen, Andere flochten Schalen aus Palmenwedeln als
Tellerersatz, wieder Andere zerschnitten die Blätter der Kokospalme und
trennten den harten Stiel aus den Blättern, der in Bündeln zu 400 Stielen zu
Besen verarbeitet werden sollte. Wir halfen mal hier, mal dort und genossen
Teil der Gemeinschaft zu sein. Ein sehr gelungener Tag um auch die einzelnen
Familienmitglieder kennen zu lernen.
Am Sonntag war dann Kirchgang. Wieder mit Sulu-Wickelrock und für die Männer
drunter mit langer Hose. Wir mussten vorn sitzen hinter den Kindern.
Ansonsten saßen Frauen und Männer getrennt, da sie in unterschiedlichen
Stimmen singen, wurde uns erklärt. Es gab eine Vorsängerin, die Tochter von
Galley, die mit dem Pastor verheiratet ist. Der Gesang der Gemeinde war für
unser Empfinden besonders, jeder bemühte sich sehr laut zu singen und nicht
jeder konnte gut singen. Die Predigt hatte es in sich, wir verstanden zwar
kein Wort, aber wir spürten, wie der Pastor seiner Gemeinde ins Gewissen
redete. Nun war zwar Pfingsten, aber er wird sich an anderen Sonntagen
vermutlich nicht anders geäußert haben. Nach dem Gottesdienst gab es dann
ein umfangreiches Mahl bei Galley im Haus. Dabei lernten wir auch ihren Mann
zum ersten Mal kennen. Auch der Pastor kam dazu und natürlich die Töchter,
sowie zwei ihrer Söhne. Galley hat 5 Kinder im Alter zwischen 30 und 12
Jahren. Gegessen wurde wieder sitzend auf den geflochtenen Matten am Boden,
es gab Fisch in verschiedenen Varianten, in Kokosmilch, gebraten, außerdem
Kassava und Sea-Weed Salat, köstlich. Gegessen wird normaler Weise mit den
Fingern, für uns hatten sie aber Teller und Bestecke bereit gelegt, ich
vermute geliehen.
Am Montag erschienen wir dann um 14 Uhr zur Kava Zermonie. Im Schatten eines
großen Baumes waren Plasikplanen zum Sitzen ausgelegt. Wir brachten ein
Bündel Kava Roots mit, die umgehend von einigen jungen Männern zerkleinert
und mit einer Art Mörser zu fast Pulver verarbeitet wurden. Kava ist
Nationalgetränk in Fiji und nicht gerade preiswert. Es fällt nicht unter die
Rauschmittel, hat aber bei reichlichem Genuss ähnliche Wirkung. Für uns war
das markanteste, die sofortige pelzige Wirkung auf den Gaumen ähnlich der
Wirkung einer Spritze beim Zahnarzt. Bei mäßiger Einnahme soll es beruhigend
wirken, auch Blutdruck senkend. Bei übermäßigem Genuß soll die Kontrolle
über die Gliedmaßen eingeschränkt werden, der Verstand aber klar bleiben.
Das bleibt zu testen ohne uns denn das Gebräu ist nicht unser Favorit. Wir
bezahlten auf dem Markt in Nadi 120 FJD (55 EUR) für 1 kg. Das Pulver wird
dann in ein feines Tuch gewickelt und in der großen hölzerner Kavaschale im
Wasser immer wieder ausgepresst bis die Konzentration genehm ist. Es gibt
einen Vorsitzenden, in unserem Fall war es Wolf, ansonsten immer der Chief,
der den ersten Trunk bekommt, und der das Kommando für die nächste
Trinkrunde mit dem Wort ‚Takki‘ gibt. Dann wird die braune Flüssigkeit mit
einer polierten halben Kokosnussschale geschöpft und rumgereicht. Der
Trinkende muss zunächst einmal mit den hohlen Händen klatschen, dann die
Schale möglichst in einem Zug leeren und danach 3 Mal mit den hohlen Handen
klatschen. Dann geht es Reih um, bis alle in der Runde getrunken haben. Es
liegt dann dem Vorsitzenden wann er wieder Takki sagt. Unsere Kava Portion
war nach 4 bis 5 Runden ausgetrunken, für die Dorfbewohner war es wohl noch
nicht genug, da sie nach mehr fragten. Wir mussten uns auch langsam auf den
Rückweg machen, da es in diesen Breiten pünktlich um 18 Uhr sehr schnell
dunkel wird. Und wir wollten gern noch bei Helligkeit zurück an Bord sein.

Eigentlich hatten wir geplant am nächsten Tag weiter zu segeln, aber ein
besonderes Ereignis kam dann am nächsten Tag auf uns zu. Eine Hochzeit im
Nachbarort. Dafür mussten wir eine halbe Stunde mit unserem Schlauchboot
durch die Lagune fahren, mit Hilfe von Tui und John, die uns den Weg
zeigten. Er führte durch viele, verstreut liegende große Steinpilze und
Untiefen. Das kleinere Dorf liegt direkt am Wasser auf der Lagunenseite. Wir
wurden auch hier herzlich begrüßt und verfolgten neugierig die umfangreichen
Hochzeitsvorbereitungen. Kokosnüsse wurden aufgeschlagen und ausgeschält,
die Kokosmilch wurde aufgefangen und diente als Sud zum Kochen. Das
Kokosnussfleisch wurde per Hand herausgeraspelt und anschließend
ausgepresst. Schweinefleisch und große Fische wurden gegart und Gemüse
zubereitet, alles in Gemeinschaftsarbeit der Anwesenden.
Dann riefen die großen hölzernen Trommeln zum Kirchgang. Wir saßen wiederum
weit vorn. Auch hier saßen die Frauen und Männer meist getrennt, diesmal war
aber der Gesang angenehmer. Braut und Bräutigam, sowie die Trauzeugen waren
sehr besonders herausgeputzt mit bunten Schleifen und mit den traditionellen
Wickelröcken aus bedruckten Matten. Der dortige Pastor war der Schwiegersohn
unserer Gastgeberin Galley. Der Vater des Bräutigams und anschließend auch
ein alter, gebeugt gehender, Onkel der Braut hielten beeindruckende Reden.
Aber natürlich verstanden wir auch hier wieder kein Wort.
Das anschließende Festmahl fand, auf Matten sitzend, unter Zeltplanen statt.
Es war wirklich ein Genuss, vor allem die großen Fische. Aber auch hier
machte uns, besonders Wolf, das langwierige Sitzen Probleme. Auf die
Rückfahrt am Nachmittag mussten wir dann etwas warten, da inzwischen Ebbe
war und unser Schlauchboot weit auf dem Trocknen lag und vor dem Strand
einige Korallenbänke aus dem Wasser schauten. Da wir auf dem Rückfahrt gegen
den Wind mussten, wurde die Rückfahrt im Dinghi mit 5 Leuten (Tui und John
zeigten uns wieder den Weg) recht feucht vom aufspritzenden Wasser.

Am Tag vor unserer Abreise gab es nochmals eine Einladung zum Mittagessen im
Hause unserer Gastfamilie. Galley hatte reichlich aufgetischt und die ganze
Familie saß im Kreis zum Essen. Wie in diesem Kreis üblich, mussten erst wir
essen, bevor die Familie zulangte. Es gab wieder leckeren Fisch, Gemüse und
Kassava. Zum Abschied überraschte uns Galley mit diversen Geschenke, was uns
so ein wenig beschämte. Natürlich alles selbst hergestellt, die geschnitzte
Holzschale vom Ehemann, kleinen geflochtene Handtäschchen von der
Großmutter, eine geflochtene Matte als Tischdecke gedacht und ein bemalter
Stoff aus der Rinde des Maulbeerbaumes, sowie ein geflochtener Korb mit
Früchten von der Familie. Wir waren überwältigt, das hatten wir nicht
erwartet. Unser Abschiedsgeschenk bestand lediglich aus einem weiteren
Schokoladenkuchen. Aber die Geschenke nicht anzunehmen wäre ein Affront
gewesen. Wir dankten Galley und ihrer ganzen Familie sehr, sehr herzlich.
Der Abschied fiel uns schwer, aber leider konnten wir nicht zusagen erneut
zu kommen, da uns unser Weg wohl nicht mehr nach Fiji führen wird.
Wir haben bei dem Besuch auf der weit abgelegenen Insel Fulanga
beeindruckende Persönlichkeiten kennengelernt. Sie haben das einfache Leben
bewußt gewählt und sind glücklich damit. Ihnen fehlt nichts, was wir als
alltäglich oder sogar unentbehrlich betrachten, bis auf vielleicht Tabak
oder Zigaretten. Wir waren tief beeindruckt und uns ist bewußt geworden,
dass wir von ihnen viel lernen und übernehmen können um die vielfältigen
Probleme in unseren komplexen Gesellschaften zumindest etwas zu reduziieren.
Wir danken den Leuten von Fulanga für diese Erkenntnis.
Von Fulanga aus segelten wir nach Norden, machten noch einen Stopp in Vanua
Balavu, einem Inselkomplex, der auch zur Lau Gruppe gehört. Dort trafen wir
auf die ersten Boote der World ARC. Die Ankerbucht wurde von den Teilnehmern
der WARC eingenommen, sodass wir unseren Plan auch dort noch ein Dorf zu
besuchen fallen ließen.
Auf dem Rückweg in die moderne Zivilisation, trafen wir auf alte Freunde.
Claus von der SY JULIA mit drei weiblichen Gästen im fortgeschrittenen
Alter, Angelika, Bianca und Renate, die er dann gegen zwei 17 jährige
austauschte, sowie Rene und Paulien aus Holland mit ihrer ‚The Bounty‘ und
Bettina und Dirk aus Hamburg mit der ‚Ain’t (she) Fancy‘, die bei der World
ARC mitmachen. Wir erzählten beseelt von unseren Erlebnissen auf Fulanga und
erlebten mit Ihnen noch ein paar schöne, vergnügte Tage, in den Yasawas und
der Musket Cove. Lustige Begebenheit, in den Tagen lagen in der Bucht von
Musket Cove 7 deutsche Boote, davon die Hälfte Hamburger, keine Nation war
zahlreicher vertreten, schon schräg, wo Deutschland so weit weg ist+
.

Erklärung zu den Fotos: 1. Einkauf auf dem Markt 2. Kavabündel - hängend, hinten
Besen 3. Dorf Vabea auf Ono 4. Antrittsbesuch beim Chief von Fulanga 5.
Galley, unsere Hostmutter 6. Essenszubereitung am Strand 7. Grillen
beendet Rückfahrt mit Tageswerk 8. Besenherstellung im Dorf 9. Singen bei
der Hochzeitfeier 10. Das Brautpaar mit Freunden 11. Hochzeitsmahl 12.
Geburtstagessen an Bord mit Crew der SY Julia

Nadi
Fidschi
Marret Koll Small

Von Auckland nach Fiji - ein weiterer Beitrag von Wolf

Am 26. März 2017 kam ich alleine ohne Marret in Auckland an, nach einem
langen Flug um die halbe Welt. Marret musste sich auch ihre 2.Hüfte noch
operieren lassen um ihre Schmerzen endgültig loszuwerden und anschließend
noch 2 Monate Reha zu Hause absolvieren. Aber ich konnte doch noch nicht an
Bord gehen, RED CAT stand noch auf dem Trockenen nachdem die Polierer einen
Fehler gemacht hatten, der Nacharbeiten erforderte. Danach hatte das Wetter
nicht mitgespielt und dadurch ergab sich eine Zeitverzögerung von 3 Wochen.
Aber am nächsten Tag ging es dann ins Wasser und RED CAT schwamm wieder. Der
alte Liegeplatz in der Viaduct Harbour Marina war noch frei und so konnte
ich endlich wieder an Bord gehen. Doch die Nacharbeiten der Polierer und
auch anderer Gewerke waren immer noch nicht vollständig beendet und so
dauerte es weitere 2 Wochen bis wir nach der langen Liegezeit unsere
See-Erprobung machen konnten. Das war aber zum Glück erfolgreich, es machte
Spaß die RED CAT durchs Wasser pflügen zu sehen, auch der Rigger war
zufrieden und die Instrumente funktionierten einwandfrei. So konnten die
letzten Feinheiten angegangen werden.
Eigentlich hatten wir vorgehabt für einige Tage von Auckland aus Richtung
Südinsel zu segeln, immerhin 600 sm bis zum Marlborough Sound, wohin uns
Freunde eingeladen hatten, aber dann kam Cook, nicht Captain Cook der
Entdecker, sondern der Cyclon Cook, und der hatte es in sich. Er fegte
bereits über Vanuatu hinweg, streifte New Caledonia und kam nun auf New
Zealand zu. Im Radio wurden alle halbe Stunde Warnungen mit ernsten
Maßnahmen durchgegeben, die aber zum Glück für Auckland nicht zum Tragen
kamen, da Cook draußen auf hoher See vorbeizog. Aber südlich von Auckland
drehte er dann auf den südlichen Teil der Nordinsel und richtete erhebliche
Verwüstungen und Überschwemmungen an. So wurde aus unserer Segelreise zur
Südinsel und dem Besuch unserer Freunde Ron und Sue nichts.
Wir blieben auch über die Ostertage in der Viadukt Marina und besuchten
jeden Abend unser bevorzugtes Restaurant „Oyster and Chops“, dass an
unserem Hafenbecken direkt in der Stadtmitte liegt. Dort gibt es vorzügliche
Austern aus den verschiedenen Regionen Neuseelands, die ich mir nicht
entgehen lassen wollte. Die vermisse ich auch jetzt schon! Außerdem gibt es
dort hervorragende Steaks und leckerste Lammgerichte!
Am Dienstag nach Ostern kam dann Richie an Bord. Er wollte uns für insgesamt
3 Wochen begleiten und mit uns nach Fiji segeln. Richie kommt aus Liverpool
und kennt Alex recht gut seit einer gemeinsamen Atlantik Überquerung mit der
ARC im Jahre 2013 auf der Segelyacht von Richies Vater. Sie lagen in Las
Palmas 3 Boote neben uns und wir lernten damals nicht nur den Vater von
Richie kennen, sondern es ergab sich auch der erste Kontakt zu Alex. Für
Richie war dies die erste Reise mit uns.
Unser Stop in der Bay of Islands in Opua war notwendig zum Ausklarieren,
aber auch um das richtige Wetterfenster für die 1.000 sm nach Fiji
abzuwarten. Wir nutzten die paar Tage um gemeinsam mit Claus seinen Freund
Jim zu besuchen. Claus, mit seiner Segelyacht JULIA, kennen wir schon seit
mehreren Jahren, trafen ihn letztes Jahr mehrmals in Fiji und später auch in
Neukaledonien. Er segelt meist allein, hat aber auch gelegentlich Gäste mit
an Bord. Jim ist ein Maori aus Neuseeland, der bereits mit Claus unterwegs
war und den wir in Noumea kennenlernten, da er von dort mit Claus nach
Neuseeland segeln wollte. Er lud uns damals schon auf sein auf einer
Halbinsel in der Bay of Islands gelegenes Grundstück zum Austernessen ein.
So machten wir uns also gemeinsam mit Claus und seiner JULIA auf den Weg zu
Jim.
Das seit jeher der Familie von Jim gehörende Grundstück liegt romantisch
gelegen an einer großen Bucht, hat aber keinen Straßenzugang. Das rührt
daher, dass die Engländer nach der vertraglichen Übernahme von Neuseeland
versuchten den Maoris weiteres Land abzutrotzen. So kauften sie Landteile
die andere Besitzungen vom Landzugang abschnitten in der Hoffnung auch jene
günstig zu bekommen. Nicht so mit Jim´s Familie, die das Landstück auf der
Halbinsel einfach ungenutzt liegen ließen und bei Bedarf auf dem Wasserwege
anfuhren. Jim hat es jetzt nutzbar gemacht, plant ein kleines Haus zu
errichten und hofft in Zukunft einen Straßenzugang zu erwirken. Bis dahin
wohnt er auf seinem Boot, das vor dem Grundstück vor Anker liegt.
Interessant an seinem Grundstück ist auch das Riff aus Austern, die bei Ebbe
zum Vorschein kommen: Zig-tausende köstliche Austern. Die Jungs machten sich
auf und holten sie mit dem Hammer von den Felsen. Den Abend verbrachten wir
dann Alle zusammen an Bord von RED CAT – mit Austern satt !!!! Als Vorspeise
gab es Pipis, Herzmuscheln, die wir aus Jim´s Strand ausgruben und kurz in
Öl angebraten haben, köstlich. Richie hatte noch französischen Champagner
mitgebracht, sein Lieblingsgetränk, ein unvergesslicher Abend. Das sind die
Momente, die eine solche Reise unvergesslich werden lassen.
Zurück in Opua am nächsten Abend ging es dann am Sonntag, 23.4.2017,
zusammen mit Claus zum Ausklarieren, der das gleiche Wetterfenster angepeilt
hatte. Es hatte sich ein weiterer Zyklon angekündigt, der langsam von Norden
östlich ziehend Richtung Neuseeland herunterkam. Unsere Überlegung war,
sobald er auf gleicher Höhe war zu starten, um dann mit seinen nördlichen
Winden auf seiner Westflanke eine schnelle Reise nach Fiji zu haben. Unser
Wetter Guru aus Kiel, Meeno Schrader und sein Team, gaben uns genau diesen
Rat. Claus startete dann bereits am Sonntagabend, derweil verbrachten wir
noch eine Nacht in einer kleinen Bucht der Bay of Islands und starteten am
Montag gegen Mittag. Wir hatten 6,5 herrliche Segeltage mit 15 bis 25 kn
Wind leicht achterlich, zum Teil raumschots mit 6 bis 9 kn
Bootsgeschwindigkeit, nur mit unserer genialen Genua. Erst am letzten Tag
holten wir das Großsegel raus, da der Wind nachließ und wir die letzen
Meilen sogar noch Motorhilfe in Anspruch nehmen mussten. Die Einfahrt in die
Passage des Fiji Atolls mussten wir dann gegen Mitternacht ohne Mondlicht,
aber bei klarer Sicht hinter uns bringen, aber wir hatten ja auch noch den
alten Track und kamen sicher durch die Passage. Auf die Seekarten ist in
Fiji nicht immer Verlass, deshalb ist es angezeigt in den Atollen nur bei
Tag und guter Sicht unterwegs zu sein.
Wir suchten uns einen Ankerplatz neben der ausgewiesenen Fahrrinne für die
Nacht um am nächsten Morgen die letzten 5 sm nach Vuda, dem nächsten Port of
Entry zu machen. Wir mussten außerhalb der Marina ankern, da der
Zugangskanal durch das vorgelagerte Riff nicht tief genug für uns ist. So
mussten die Offiziellen alle mit einem Beiboot der Marina zu uns an Bord
kommen: Health (verzichtete, da niemand von der Mannschaft verstorben war),
Biosecurity, Immigration und Customs. Am Nachmittag hatten wir die
Formalitäten erledigt. Aber die fehlende Cruising Permit ergab dann noch
einmal einen ganzen Tag Wartezeit an Land. Da wir aber die notwendigen
Einkäufe, vor allem lokale Sim Karten für Datenverkehr und Telefon sowie
frische Artikel schon am Vortag erledigt hatten, konnten wir dann endlich am
Nachmittag weiter segeln.
Unser erstes Ziel war natürlich Malolo Island mit dem Musket Cove Yacht
Club, unserem Club! Und Richie wurde unser neues Clubmitglied (Nr.18.071)
für 10 FJD Lebensbeitrag. Wir lagen mit 4 weiteren Booten alleine in der
Bucht vor der hübschen Insel. Aber wir trafen am Abend an der gemütlichen
Strandbar alte und neue Segelfreunde. Nur einen Schnorchel Ausflug zur
Sandbank speziell für Richie unternahmen wir noch, dann segelten wir am
Montag für Wolf nach Denarau da er wegen Schmerzen im Mund einen Arzt
aufsuchen wollte. Am gleichen Tag kam noch ein Handwerker um sich unseren
Cockpit Kühlschrank anzusehen. Einen ganzen Tag wurde am Kühlsystem
gearbeitet um dann festzustellen, dass in der Kühlplatte eine Blockade ist.
Die neue Platte musste bestellt werden und mit Glück klappt es noch, dass
Marret sie mitbringen kann. Richie machte inzwischen mit unserem Taxifahrer
Prakash vom letzten Jahr, einen Tagesausflug zu den Sehenswürdigkeiten der
Umgebung. Als Überraschung brachte Prakash uns dann noch ein von seiner Frau
zubereitetes Abendessen, chicken life (mit Knochen) curry, excellent bis auf
die Knochen.

Und dann kam Ella, der nächste Zyklon, wieder mit Warnungen der Behörden und
der Marina. Ella sollte direkt die Hauptinsel Viti Levu treffen. Wir lagen
zwar auf der Rückseite der Insel, trafen aber vorsichtshalber die
Entscheidung in der Marina zu bleiben, was uns sicherer erschien als vor
Anker nahe einer der kleineren Inseln. Aber auch hier sollte Meeno Schrader
Recht behalten, Ella traf die nördlich gelegene Insel Vanua Levu und
schwächte sich dann ab. Richie konnte sicher und unbesorgt vom
internationalen Flughafen Nadi nach Hause starten.
Wir, Alex und Wolf, segelten zurück nach Musket Cove, unserem
Lieblingsplatz, um hier einige ruhige Tage mit Schnorcheln, Grillen und
anregenden Gesprächen in der Piraten Club Bar am Abend zu verbringen und RED
CAT auf die Ankunft von Marret vorzubereiten. Dafür ging es dann noch einmal
zurück in die Marina nach Denarau, denn dort liegt man am nächsten zum
Flughafen von Nadi. Dort war auch bereits ein Termin für den Einbau der
neuen Kälteplatte verabredet. In der Zwischenzeit hatten wir die Einkäufe
der Basisprodukte von Lebensmitteln aber auch Hardwaren, wie
Schraubenzieher, Nägel und Schrauben tätigen können, die wir als Mitbringsel
für die sehr entlegenen Inseln der Lau Gruppe gedacht hatten. Dorthin kommt
nur alle 6 Wochen ein Versorgungsschiff und diese Artikel hat man uns
genannt, wären immer stark gefragt. Unsere nochmalige Rückkehr nach Fiji in
diesem Jahr gilt besonders dem Interesse am Besuch dieser Inseln. Aber dafür
warten wir auf dier Ankunft von Marret, die uns dahin natürlich begleiten
sollte.

Erlärung zu den Fotos: 1. RED CAT in der Werft, 2. RC wieder in der Marina,
3. Zyklon Cook auf der Wetterkarte, 4. Auckland bei Nacht, 5. Jim öffnet
Austern, 6. Muschelessen an Bord, 7. Pipis, 8. Richie neues Clubmitglied, 9.
Piratenbar des MCYC, 10. Kartenungenauigkeit in Fiji.

Marret Koll Small

Neukaledonien nach Neuseeland, ein Bericht von Birthe (06.11 - 24.11.2016)

Endlich am 04.11.2016 startete unser Flug von Hamburg mit Endziel Noumea.
Unsere ursprüngliche Planung war, nach Auckland zu fliegen und mit einem
Wohnmobil durch Neuseeland zu fahren. Aber wie das Schicksal es manchmal so
will, hatte Wolf die großartige Idee, dass wir weiter nach Noumea
(Neukaledonien) fliegen, um dann mit ihm und Alex gemeinsam nach Neuseeland
zu segeln. Die Idee fanden wir auch sehr attraktiv. Und flexibel und
segelbegeistert wie wir sind, habe ich einen Anschlussflug nach
Neukaledonien gebucht. Nach 30 Stunden reiner Flugzeit landeten wir dann am
06.11. in Noumea und siehe da, unser Gepäck war diesmal auch vollständig
mitgekommen. Der bestellte Shuttlebus wartete schon und so ging es ans ‚Le
Bout du Monde‘ (das Ende der Welt), einem Bistro am Hafen. Das Wetter war
traumhaft. Marret, Wolf und Alex saßen beim Bier und warteten schon auf uns.
Die Freude war riesig und das Bier mega lecker. Man fühlte sich sofort
wieder zu Hause. An Bord haben wir dann erstmal „unsere Kabine“ bezogen und
uns ausgeschlafen.
Am nächsten Tag sind Marret, Andi und ich dann mit einer Fähre auf die Insel
‚Illot Maitre‘ gefahren, eine typische Hochzeitsinsel, Palmen, weißer Sand
und kleine Bungalows vor traumhafter Kulisse. Nachdem wir einen kurzen
Rundgang um die Insel gemacht haben, konnten wir unsere neuen
Errungenschaften ausprobieren – easy Breath- Schnorchelmasken. Man sieht aus
wie ein Marsmännchen, aber die Dinger sind wirklich genial. Man kann
stundenlang schnorcheln ohne dass Wasser in die Masken eindringt. Neben
Wasserschildkröten gab es Wasserschlangen und zahlreiche Fische zu bestaunen
und man wusste sofort wieder warum man so lange Flüge auf sich nimmt.
Der 08.11 war dann ein etwas trauriger Tag, da Marret nach Hause fliegen
musste – schnief. Aber Wolf hatte schon wieder ein umfangreiches
Ausflugsprogramm geplant, so dass für langen Abschiedsschmerz keine Zeit
war. Wir besuchten das Tjibaou Cultural Center der Ureinwohner
Neukaledoniens, was hoch spannend war. Kanaken nennt man die melanesischen
Ureinwohner Neukaledoniens (Südwestpazifik) und sie machen 45 % der
Einwohner Neukaledoniens aus. Das Wort stammt von kanaka maoli, einer
hawiianischen Bezeichnung für „Mensch“ (kanaka) ab. Das
Tjibaou-Kulturzentrum ist vor 20 Jahren von den Franzosen erbaut und 1998
mit dem Ziel eröffnet worden, die Kultur der Kanaken zu erhalten und der
Bevölkerung näher zu bringen.
Bei dem Kulturzentrum handelt es sich um ein größeres Gelände mit drei
länglichen, flachen Gebäudeteilen, die miteinander verbunden sind, geschützt
von zehn aufrecht stehenden, zum Landesinneren gebogenen, bis zu 28 m hohen,
mehrfach durchbrochenen Schalen aus Holzständern, die an die traditionelle
Hauskonstruktionsweise angelehnt sind. Das Ensemble gliedert die Gebäude in
drei Einheiten und ähnelt sowohl den traditionellen Wohnhütten der Kanaken,
als auch den traditionellen kanakischen Dörfern. Das Zentrum soll ein Ort
zur Pflege der kanakischen Identität der Ureinwohner, wie auch kultureller
Treffpunkt sein. Es liegt in einem acht Hektar großen tropischen Garten am
Meer und besteht aus drei „Dörfern“. Seine Bauten sind durch einen
Landschaftspfad verbunden, der den Besucher durch die Mythen der Ureinwohner
führt. Renzo Piano (ital.Architekt, Gewinner des Wettbewerbs) entwarf die
Gebäude mit den zehn muschelförmigen, bis zu 28 Meter hohen
Holzkonstruktionen. Hinter den modernen Gebäuden gibt es noch einen
historischen Bereich, in dem drei unterschiedliche, traditionelle Häuser aus
den drei Stammesregionen Neukaledoniens aufgebaut sind. Sie sind sowohl
innen wie außen reich mit Schnitzereien verziert, die das traditionelle
Leben darstellen. Sowohl die Baukosten für das C.C.T. in Höhe von rund 320
Millionen Francs, als auch die künftigen Betriebskosten werden von
Frankreich finanziert, das Neukaledonien 1853 besetzt hat und noch immer als
Department verwaltet. Die kanakische Bevölkerung Neukaledoniens wertet das
Projekt als wichtiges Zeichen der Versöhnung mit Frankreich.
Am nächsten Tag haben wir uns dann nochmal Noumea selbst angesehen. In der
Stadt wurde uns sofort deutlich, dass Neukaledonien anders ist, als die
bisher gesehen Inseln im Pazifik Neukaledonien verfügt über große
Nickelvorkommen und ist dadurch merklich wohlhabender. Dies zeigt sich in
neuen Häusern, große Autos, zahlreichen Schulen und nicht zuletzt ist der
Gesichtsausdruck der Menschen sehr viel ernster. Es fehlt an der typischen
Leichtigkeit – die Mentalität scheint eher der unsrigen zu entsprechen.
Am 10.11. verließen wir die Hauptinsel und planten eigentlich noch vor der
langen Überfahrt einen pitoresken Zwischenstopp zum Ankern und schnorcheln
bei der Ile des Pines, aber Wolf mahnte doch zur schnellen Überfahrt, da das
Wetter umzuschlagen drohte. So machten wir uns direkt auf den Weg nach
Neuseeland und Andi freute sich schon riesig aufs Angeln. Schon am ersten
Tag fing er zwei große Thunfische, so dass wir auf jeden Fall keinen Hunger
erleiden sollten. Ich machte mir schon ein bisschen Sorge, da auch die
Gefriertruhe und der Kühlschrank gerammelt voll waren (ihr kennt ja alle
Marret, die bis zum letzten Tag sich Sorgen machte, das eventuell zu wenig
zu essen da sei). Gleichzeitig bestand aber auch die Parole Lebensmittel bis
Neuseeland müssen aufgebraucht werden. Es blieb mir nichts anderes übrig –
Andi erhielt ein Angelverbot. Die Überfahrt war überwiegend entspannt. Wir
konnten segeln, lesen, essen (Thunfischtartar, Thunfischsteak,
Thunfischsashimi…………). – einfach genial und total entspannend.
Nach sechs Tagen – Land in Sicht - aber dann erwischte uns die letzte Front
doch noch richtig. 4 Meter hohe Wellen, Dauerregen und 35 Knoten Wind – und
ich auf der Wache. Nach einer Stunde gesellte sich aber, welch ein Glück,
Andi zu mir und unterstütze mich, worüber ich sehr froh war. Der Regen blieb
uns bis zum Quarantäneschlängel in Opua, Neuseeland erhalten. Übrigens, für
uns das erste Mal mit RED CAT, anlegen bei Regen. Nach dem Anlegen wurden
dann erstmal die Bierreserven geplündert.

Der nächste Morgen war dann denkwürdig – ich sage, nur die Nase.
Zunächst haben wir nach der Einklarierung auf einen Liegeplatz verholt und
uns Opua angesehen. Der Ort ist sehr beschaulich und komplett für Segler
ausgerichtet. Ein Geldautomat fehlt allerdings. Wir hatten uns entschieden
ein Auto bei „Rent A Dent“ zu mieten und die nördliche Insel zu erkunden.
Das war sehr spannend. Als erstes haben wir den Waitangi National Trust
Board besichtigt. Hier wurde der Vertrag „The Treaty of Waitangi“ zwischen
45 Chiefs der nördlichen Maori und der Britischen Krone am 06.02.1840
unterzeichnet. Bei der Besichtigung wird einem erst deutlich was
Kolonialherrschaft bedeutet und wieviel die Ureinwohner bis heute aufgegeben
haben. Neben dem doch etwas bedrückenden Eindruck wird einem auch die
nationale Kultur näher gebracht. Insbesondere die Symbolik des Ausstreckens
der langen Zunge – dies soll die bösen Gegner verscheuchen. Wir gaben uns
alle Mühe es den Maori gleich zu tun – unsere Zungen sind einfach kürzer.
Beeindruckend waren auch die Langboote. Das berühmteste heißt
Ngatokimatawhaorua, waka taua, ist 37,5 Meter lang, 6 Tonnen schwer und
wurde 1937 erbaut. Normal wurde das Boot mit 80 Mann gerudert, es konnte
aber auch 150 Mann aufnehmen.
Im Weiteren sind wir übers Land gefahren. Erstaunliche Briefkästen,
Kauri-Bäume die eine Höhe von 51 Metern, einen Umfang von ca. 18 Metern
haben und über 2000 Jahre alt sind. Es ist eine mehr als beeindruckende
Landschaft.
Nun ging es auf zu unserem letzten Ziel – Auckland. Wir legten noch einen
kurzen Ankerstopp ein, in der Hoffnung baden zu können – Wolf und Andi waren
mutig – Alex und ich blieben lieber an Bord. Eine Nacht durchsegeln und dann
war es soweit – die gesamte Mannschaft war morgens um fünf an Deck und
Auckland in Sicht. Eine traumhafte Kulisse machte sich vor uns breit –
Hochhäuser, eine Monsterbaustelle (analog Hafen City nur dreimal so groß).
Dann das Anlegen – mitten in Auckland. Wolf hat sich um die Papiere
gekümmert und Andi und ich sind auf Besichtigungstour gegangen. 100 Meter
sind wir gekommen – da lagen sie, die Ex-Americas-Cupper und Andi hatte nur
noch ein Ziel - ich muss da mit. Gesagt – getan, Ticket wurde gekauft, er
segelte mit und war einfach nur glücklich. Am nächsten Tag haben wir den
Fernsehturm besichtigt und sind shoppen gegangen. Dann sind wir zu den
Waitimo Glowwormcaves, den Glühwürmchenhöhlen, gefahren. Etwas Schöneres
habe ich noch nicht gesehen. Eine riesige Höhlenlandschaft komplett
beleuchtet alleine durch Glühwürmchen. Und dann ging es weiter zu den
Hobbits. Als echter Fan der Herr der Ringe ist die Filmkulisse Pflicht. Es
ist noch alles erhalten und einfach wunderschön anzusehen. Dies hatte zur
Folge, dass Andi und ich am 2. Weihnachtstag 9 Stunden lang die Triologie im
Fernsehen angesehen haben – der Urlaub hatte uns wieder.
Ja und dann kam der letzte Tag in Auckland – gemeinsames Frühstück und
zurück in nach Hamburg.
Und jetzt beim Schreiben wird mir nochmal bewusst wie wunderschön es war -
vielen Dank Wolf, Marret und Alex. Und hoffentlich bis bald wieder an Bord.
Liebe Grüße, Birthe

Marret Koll Small

Neukaledonien - ein Blogbeitrag von Wolf

Die mit viel Spannung erwartete Besichtigung des Vulkans auf Tanna, auf der
südlichen Insel von Vanuatu mussten wir leider ausfallen lassen, bzw.
verschieben, wie Marret es euch schon mitgeteilt hat. Dann aber vermutlich
ohne Matthias und Indra. So ist es nun einmal beim Segeln. Der Wind war zu
stark und kam aus der falschen Richtung. So etwas kann auch uns zur
Kursänderung zwingen, zumal die Seekrankheit auch noch dazu kam. Nun,
Entscheidungen müssen getroffen werden, und obwohl zunächst etwas missmutig,
wurde sie dann doch von der Crew akzeptiert. Aufgehoben ist aber bekanntlich
nicht aufgeschoben. So haben wir dann den Vulkan auf Tanna für das Jahr 2017
auf dem Plan. Dann werden wir wohl von Port Vila nach Tanna fliegen, um die
ungenügenden Ankermöglichkeiten vor Tanna zu umgehen.
Also Kursänderung direkt auf die Südseite von Neukaledonien zu: Kurs
Änderung von 130°auf 204°, das hieß Segel setzten, denn der Wind kam nicht
mehr von vorn,zunächst für die Nacht nur die Genua mit 2. Reff. Die Red Cat
läuft aber bei 17 kn Wind aus 124° gut mit über 7 kn SOG (speed over ground)
und vor allem wesentlich ruhiger in Wind und Welle. So sind es nur noch 132
nm bis zur ersten Insel östlich von Neukaledonien.
Lifou gehört zu den östlich vorgelagerten Iles Loyaute von Neukaledonien
oder Nouvelle Caledonie, wie die Franzosen ihre Insel nennen. Der Name
stammt von Captain Cook, den die Inseln an Schottland erinnerten. So gab er
ihnen den Namen der sich ableitet von dem Namen den die Römer für Schottland
benutzen. Auch Lifou hat diese schroffe Küste mit hohen waagerechten
Einschnitten. Unser Anker fiel in der großen nach Westen offenen Bucht kurz
nach 18:00 Uhr am nächsten Tag. Endlich ein wenig Ruhe.
An nächsten Morgen sahen wir, dass ein großer Kreuzfahrer angekommen war.
Wir hofften, dass wir Offizielle zum Einklarieren dort an Land finden
könnten, aber ohne Erfolg nur 3.000 Kreuzfahrt-Touristen aus Australien und
Neuseeland. So entschlossen wir uns diese Insel nicht weiter zu erkunden und
liefen am Nachmittag zusammen mit dem Kreuzfahrer aus. Wir setzten Kurs auf
die südlichste Insel, Ile des Pins, ca. 100 nm. Wir würden wohl dort auch
kaum einklarieren können, das war uns klar, aber die Insel sollte das
Highlight von Neukaledonien sein, und zuerst nach Noumea, einklarieren und
dann dorthin, gegen den Wind zurück, dafür würde die Zeit für Indra und
Matthias nicht reichen. Also Risiko!!
So hatten wir denn eine wunderschöne Nacht-Passage, lange Zeit den
Kreuzfahrer querab, dann vor uns, bis er dann die Geschwindigkeit erhöhte
und entschwand. Am Mittag fanden wir einen wunderschönen Ankerplatz nördlich
der Ile des Pins, übrigens ist auch hier wieder Captain Cook der Namensgeber
nach den Pinien, genauer den Norfolk Pinien die auf Neukaledonien heimisch
sind und wegen ihres geraden Wuchses zu Segelschiffzeiten als Masten sehr
gefragt waren. Indra, Matthias und Alex machten eine kurze Land Erkundung
mit dem Dinghy und landeten prompt im Garten des einzigen dort stehenden
Hauses. Der Hauseigentümer sprach aber nur Kanak und gebrochen Französisch,
so dass keine ausgiebige Unterhaltung zustande kam. Die Ureinwohner von
Neukaledonien sind die Kanaken, sehr dunkelhäutig und größtenteils mit einem
für uns grimmig anmutenden Gesichtsausdruck. Sie gehören zu den Melanesiern.
Zur Erinnerung: Der Pacifik ist sonst von den etwas hellhäutigeren
Polynesiern im Zentral Pacific Bereich (Französisch Polynesien), sowie den
dunkelhäutigen Melanesiern im westlichen Bereich (Fiji, Tonga,
Neukaledonien) und den Mikronesiern im nord-westlichen Bereich (Solomon
Islands, Bismarck Archipel) besiedelt.
Am nächsten Tag machten wir uns auf nach Noumea, der Hauptstadt von Nouvelle
Caledonie. Das ist eine große, gut erschlossene Stadt nach europäischem
Standard. 1/3 der gesamten Einwohner des Landes leben hier. Die Stadt ist
sehr geschäftig, am Abend aber ruhig. Es gibt schon sichtbare Polizei
Präsenz, da die Kanaken auch aufmüpfig sein können. Sie wollen von
Frankreich unabhängig werden. 2018 soll darüber ein Referendum der
Neukaledonier entscheiden. Das Land lebt von 20% bis 25% Zuschuss zum
Staatshaushalt von Frankreich. Ansonsten besteht offensichtlich die gesamte
400 km lange Insel aus Nickel. Daran verdienen die Franzosen als
Landeigentümer und die teilweise in ausländischer Hand befindlichen
Minengesellschaften und Verarbeitungsbetriebe, dies macht einen merklichen
Wohlstand aus, im Vergleich zu den Nachbarinselstaaten. Der Nickel Preis ist
allerdings in den letzten Jahren dramatisch gefallen und Neukaledonien ist
mit Abstand nur noch die Nr. 4 am Weltmarkt für Nickel. Wir werden es
aufmerksam beobachten, ob es bei den geäußerten Prognosen von 60% für den
Verbleib bei Frankreich bleibt.
Die Zeit mit unseren Gäste Indra und Matthias ging dem Ende zu, sie wollten
noch ein paar Wochen in Australien verbringen. Wir werden die gemeinsame
Zeit mit den Beiden auf Vanuatu, die etwas windige Passage und die ersten
Eindrücke von Neukaledonien sobald nicht vergessen, es war eine sehr schöne,
harmonische Zeit .
Am gleichen Tag, bzw. in der Nacht (Ankunft 23:25 Uhr) landeten dann unsere
Freunde Steffi und Udo aus Berlin, also ein warmer Bettenwechsel. Udo kam
auch passend mit dem CAT.B Hemd, da er ja schon auf einer Teilstrecke meiner
legendären lukulinarischen Reise von Hamburg ins Mittelmeer mit meiner
ehemaligen Segelyacht CAT.B dabei war. Steffi ist Architektin, Udo
Bauingenieur, beide also sehr interessiert an Gebäudekonstruktionen. Ein
Besichtigungsmuss in Noumea ist auf jeden Fall, für jeden auch die nicht an
Architektur interessierten, das Cultural Center. Wir hatten eine deutsche
Führerin, was uns das Verständnis für die Kultur, die Gebäudekonstruktion
und die ausgestellten Exponate wesentlich erleichterte. Es wird auf
eindrucksvolle Art gezeigt, wie die traditionelle Lebensweise der Stämme
gewesen ist, und wie die Chiefs (Häuptlinge) in den jeweiligen Häusern der
Orte gelebt bzw. die örtlichen Belange geregelt haben. Daneben gibt es einen
vom Star Architekten Renzo Piano entworfenem modernen, architektonisch
beeindruckenden Neubau, der den 4 Regionen Neukaledoniens gewidmet ist. Ein
Besuch ist nicht nur wegen der interessanten alten und neuen Architektur,
sondern speziell wegen den dort gezeigten Exponaten unverzichtbar. Wir waren
Alle sehr beeindruckt.
Aber auch die entspannten Tage, an denen wir immer wieder viel Spaß hatten,
zB. beim O’Hell spielen, gingen zu Ende und Steffi und Udo mussten wieder
abreisen. Danach gab es für uns ein paar Tage Pause von Gästen. Und wir
konnten mit unserer Stammbesatzung Marret, Alex und Wolf etwas verschnaufen
auf einigen schönen Ankerplätzen mit Schnorcheln oder Insel
Erkundigungsgängen, wir sahen Schlangen und hatten Riffkontakt mit dem
Dinghy.
Dann kamen Birthe und Andy, unsere Stammgäste, inzwischen bereits zum 6.
Mal. Und dieses Mal mit einem festen Auftrag. Sie sollten Marret ersetzen!!!
Denn die musste von hier aus abreisen zu ihrer Hüft OP (alles gut
verlaufen!). So gab es denn mit den Stammgästen zunächst ein Landprogramm.
Es war in Noumea Starkwind angesagt und wir hatten uns einen der begehrten
Liegeplätze an der Pier ergattern können. In der Zwischenzeit besuchten wir
am Abend wie üblich die besten Restaurants, die französische Küche lässt
hier grüßen. Aber dann fuhr Marret ab. Erst mit dem Bus zum Airport und dann
mit dem Flieger nach Auckland. Dort traf sie sich noch mit Sarah und Maike,
unsere deutschen Freunde mit neuseeländischen Männern, die beide schwanger
waren.
Wir bereiteten uns derweil auf die Überfahrt nach Neuseeland vor, 950 nm.
Das bedeutete zunächst Einkaufen von frischem Proviant, kein Bier, kein Wein
für die Überfahrt, aber Fleisch, Käse, Brot etc. Und Fisch wollten wir
fangen, endlich mal wieder, Andi ist ja da! Dann kam auch unser letzter Tag.
Birthe und Andi besuchten noch das Culture Center, ich musste Immigration,
Customs und Harbour Authorities abklappern, den Papierkram erledigen. Alle
liegen weit auseinander, aber es klappte dank des Taxifahrers ohne Probleme.
Am nächsten Tag legten wir in Noumea ab und wollten noch im Atoll
verbleiben, 25 nm bis zu Ankerbucht, die wir von der Einfahrt kannten.
Der Plan war, mit Birthe und Andy dann am nächsten Tag zur Ile des Pines zu
segeln und dort ein günstiges Wetterfenster für die über 950 nm nach
Neuseeland abzuwarten. Dafür hatten wir uns mit den Segelfreunden aus
Neuseeland von BRAVADO und TRUE BLUE verabredet. Aber es kam mal wieder
anders. Unsere Grib Files (Wetterkarte) und die Routenplanung von Meeno
Schrader aus Kiel ließen nur eine eindeutige Auslegung zu, wenn wir heute am
Freitag starten würden, könnten wir gerade vor dem Eintreffen des nächsten
Starkwind Feldes den Einklarierungshafen Opua, im Norden von Neuseeland
erreichen. Und so musste ich wieder eine ungeliebte Entscheidung treffen:
Keine Besichtigung der Ile des Pines für Birthe und Andy. Und wir teilten
unsere Entscheidung dann auch BRAVADO per Funk mit, worauf sie kurz darauf
nachfragten, woher wir denn diese Wetter Info hätten. Wann BRAVADO in
Neuseeland angekommen ist, wissen wir nicht, weil sie nicht in Opua halt
gemacht haben, aber TRUE BLUE ist definitiv 10 Tage nach uns in Auckland
eingetroffen, sie hatten die Front abgewartet.
Da wir nun früher in Neuseeland waren, hatten Birthe und Andy noch einen
schönen Ausflug mit uns zu den legendären Kauri Bäumen, die bis zu 2.000
Jahre alt sind, und in die Bay of Islands. Außerdem konnten sie Auckland vor
ihrem Heimflug nach Hamburg noch ein wenig die Umgebung erkunden. Für mich
stand nun die Organisation für der nächsten Monate an, Alex würde zwar an
Bord bleiben und alles überwachen, aber die Planung der notwendigen Arbeiten
musste gemacht und beauftragt werden.
Am 3.12.2016 fand dann das große Viaduct Harbour Swim Event in Auckland
statt. Es nahmen bestimmt über tausend Schwimmer teil, die die 2 nm zur
anderen Seite der Harbour Bay in 3 Gruppen durchschwammen. Ein großartiges
Ereignis zum Abschied bevor auch ich nach Hamburg startete.
Infos zu den Bilder: 1. Kreuzfahrer mal schön; 2. Typisch Neukaledonische
Pilzinsel; 3. Spaß am Ankerplatz; 4. Erzabbau; 5. Erzverarbeitung; 6. Das
Culture Center; 7. Traditionelles Haus; 8. Renzo Piano Bau; 9. Centerbesuch
mit Steffi und Udo; 10. Insel mit Norfolktannen; 11. Udo steuert; 12.
Wasserschlange; 13. Restcrew mit Birthe und Andi; 14. 2000 Jahre alter Kauri
Baum.

Marret Koll Small

Von Fiji bis Neukaledonien mit Freunden

Als wir von Hawaii kommend wieder auf Fiji eintrafen, wartete bereits meine
Freundin Gaby an Bord der Red Cat auf uns. Am nächsten Tag machten wir uns
auf um den Proviant für die nächsten Wochen einzukaufen, zu stauen und das
Boot segelklar zu machen. Freitag den 2.9. ging es los, erstmal nur einen
10nm Trip für den wir allerdings über 2 Stunden brauchten, die Segel fielen
immer wieder ein, sodass wir letztendlich mehr motorten als segelten. Unser
Ziel war die Bucht von Musket Cove auf Malolo Island. Wir hatten schon
Wochen vorher unser Boot für die Musket Cove Regatta angemeldet und wir
wollten sicher gehen, dass unsere Meldung eingegangen war und uns vorab
einen Liegeplatz sichern. Ersteres hatte super geklappt, wir wurden mit
Hallo empfangen als wir unseren Bootsnamen nannten, einen Mooringplatz
wollte und konnte man uns allerdings nicht reservieren. Die Anlage des
Musket Cove Yacht Clubs ist wirklich sehr schön und sehr beliebt, wenn auch
nicht unbedingt Fijian, sondern hat eher europäischen Standard.
Um Gaby noch einen Eindruck vom schlichteren Inselleben auf einer der
kleinen Fiji Islands zu geben, segelten wir Richtung Nordwest und ankerten
in der Bucht vor Mana. Eine spannende Einfahrt mit kleinen Hindernissen, die
wir aber Dank Echolot, Google Earth, unseren Ferngläsern und unseren guten
Augen problemlos passierten.Wir ankerten in der sehr schönen Bucht und
gingen an Land um im Dorf eine Genehmigung zum ankern zu erwirken. Der
Mayor, wie er sich bezeichnete, zeigte uns sein Dorf in dem etwa 200
Menschen leben. Es gab eine recht große Schule, die auch Kinder aus
Nachbardörfern besuchten, eine kleine Kirche, ein Versammlungshaus, dass
gerade renoviert wurde, da es beim Zyklon beschädigt worden war. Danach lud
uns der Mayor in sein Haus ein und wir übergaben unsere Geschenke. Er sah in
die Tüte, nahm die Kavawurzeln und die anderen Teile heraus, segnete mit
einem monotonen Wortschwall und eingestreutem Klatschen die Kavawurzeln und
ließ sie, mit einem geübtem Wurf unter seinem Bett verschwinden. Die anderen
Dinge legte er beiseite und wir konnten ihm einige Fragen stellen. Nachher
führte er uns wieder zum Versammlungshaus in dem einige Frauen Schmuckstücke
und andere kleine Souvenirs ausgebreitet hatten, leider hatten wir kein Geld
eingesteckt und konnten den Frauen deshalb nichts abkaufen. Der Ort sah
sauber aus, wir kamen auch an kleinen Anpflanzungen vorbei, aber die Frage
wovon die Menschen im Ort leben, konnten wir nicht zufriedenstellend klären.
Wir segelten weiter, besuchten noch ein weiteres Dorf bevor es wieder nach
Denerau ging, wo wir Hans, Wolfs Berliner Normannen-Freund abholten und
wieder Richtung Nordwest segelten. Unser erstes Ziel mit der erweiterten
Crew war die ‚Blue Lagoon‘, die Kulisse für den gleichnamigen Film war und
die der Tourismus schon voll in Besitz genommen hat. Wir trafen unsere
holländischen Freunde Paulien und Rene dort und bekamen gute Tipps, wo die
beste Schnorchelplätze waren. Außerdem zeigte uns Rene den Weg zu Toto, der
im Mangrovenwald eine Obst- und Gemüsefarm unterhielt. Das war sehr
beeindruckend durch den Dschungel zu gehen und dann an Bohnen- und
Tomatenstauden, Papayabäumen, Salatreihen uvm. vorbeizukommen. Seine Tomaten
waren leckerst !!
Viel Zeit für Erkundungen hatten wir nicht mehr, denn wir wollten zeitig zur
Vorbereitung unser Regatta in Musket Cove sein. So segelten wir zusammen mit
der SY Bounty zurück nach Malolo Island. Unsere anderen Mitsegler waren auch
schon eingetroffen. Wir hatten eine Internationale Crew angeheuert, Piraten
aus diversen Ländern: Rene und Paulien aus Holland, Ron und Sue, sowie Tash
und Jason aus Neuseeland und Joy und Jim aus Seattle, USA. Dazu unsere nun 5
Häupter umfassende deutsche Crew. Wir waren auf die Piratenevents und die
Gefechte gut vorbereitet. Wolf hatte aus Hamburg Verkleidung und Schleudern
für die großen Mengen an Luftballons mitgebracht, die wir als Wasserbomben
verschießen wollten. Tash und Jason hatten in Fiji Ballons gekauft, die über
eine simple Vorrichtung 100 Luftballons auf einmal mit Wasser füllen
konnten. So bereiteten wir am Vorabend unserer ersten Regatta unsere
Monition vor. Außerdem feierten wir an Land auch mit den anderen Crews uns
in die passende Stimmung. Am nächsten Morgen waren leider diverse Ballons
bereits geplatzt, vermutlich durch das Gewicht der darüberliegenden. Der
Wind war nur schwach, so konnte sich die Mannschaft mit großem Erfolg voll
auf die Gefechtstätigkeit konzentrieren. Da alle anderen Boote auch die
Motoren benutzten um die Regattabahn zu absolvieren, war kein großes
Steuermannsgeschick gefragt. Es ging mehr darum möglichst nah die anderen
Yachten zu passieren, um die Bomben wirkungsvoll zum Einsatz zu bringen.
Nachher fand eine große, lustige Party auf Beachcomber Island statt, bei der
Wolf den Preis für ‚the sexiest Captain‘ bekam.
Der nächste Tag war schon anspruchsvoller und wir konnten unseren großen,
roten Genacker zum Einsatz bringen und diverse andere Teilnehmer hinter uns
lassen. Wir waren mit unserem Ergebnis sehr zufrieden, diesmal wurden die
Preisträger gelost und wir gehörten nicht zu den glücklichen. Am letzten
Regattatag ging es einmal um die gesamte Insel. Nach einem nicht so
gelungenen Start, starteten wir eine erfolgreiche Aufholjagd, ließen eine
andere Oyster in Luv neben uns stehen und passierten diverse, meist kleinere
Boote. Der Genacker ging problemlos hoch, aber beim Bergen vertörnte sich
das Top immer wieder um das Genuafall. Leider verloren wir dadurch wieder
einige Boote und unsere erklärten Mitbewerber Talulah Ruby, eine Jeanneau
57, konnte einen enormen Vorsprung verbuchen. Auf dem Hoch-am-Wind-Kurs
spielten wir all unsere Regattaerfahrung und unseren Ehrgeiz aus. Bei
leichten Winden wurde lee getrimmt und aufmerksamst die Segel gefahren,
sodass wir Meter um Meter aufkamen. An der nächsten Wendemarke hatten sie
nur noch 5 Bootslängen Vorsprung und wir wendeten zeitig vor ihnen und
konnten mit 3 Bootslängen Vorsprung um die letzte Wendemarke gehen. Da wir
den verhedderten Genacker nicht setzen wollten, um erneute Schwierigkeiten
zu vermeiden, fuhren wir nur mit Genua und Groß die letzte Seemeile gen
Ziel. Talulah Ruby setzte ihren Genacker und kam immer weiter auf, sie
wollten uns in Luv passieren, was wir aber nicht zuließen. Das Riff in
nächster Nähe gaben sie auf und holten Schwung um uns nun in Lee zu
überholen, aber auch dies klappte nicht und wir brachten Red Cat wenige
Meter vor ihnen ins Ziel. Jubel brach aus und besonders die spannenden
letzten Meilen hatten uns Allen viel Freude bereitet. Insgesamt war es eine
sehr lustige und gelungene Veranstaltung, die mit einer Party, die weit in
die Nacht anhielt, gefeiert wurde.
Leider mussten Hans, und dann am folgenden Tag auch Gaby abreisen, so dass
wir am Tag nach der Regatta nach Denerau segelten, wo wir die Beiden nach
einander in der Marina verabschiedeten. Wir stockten den Proviant wieder auf
und machten uns bereit für unser nächstes Ziel Vanuatu, das bedeutete
Ausklarieren in Fiji. Dafür segelten wir einige Meilen weiter nach Wuda. Die
Marina war zu flach für unseren Tiefgang und so lagen wir neben der Einfahrt
vor Anker. Als wir abends einen kurzen Abstecher an Land machten, um die
Offices der Behörden schon mal in Augenschein zu nehmen, trafen wir unsere
neuseeländischen Freunde Ron und Sue, die am nächsten Tag gen Picton
aufbrechen wollten und tranken noch ein Bier mit ihnen. Da sahen wir, dass
eine schwarze Wand am Himmel aufzog und wir schafften es gerade noch vor dem
heftigem Wolkenbruch zurück an Bord zu kommen. Am nächsten Morgen lagen
520nm vor uns für die wir entspannte 5 Tage brauchten.

In Vanuatu erwarteten wir Freund, die mit uns nach Neukaledonien segeln
wollten. Wir kamen am Nachmittag an und ankerten vor Port Vila im gelb
markierten Quarantänebereich. Als wir uns für einen Kaffee gemütlich ins
Cockpit gesetzt hatten, steuerte eine Motoryacht auf uns zu. Nachdem wir die
ersten Worte in deutsch gewechselt hatten, luden wir das Ehepaar ein,
längsseits fest zu machen und zu uns an Bord zukommen. Es stellte sich
heraus, dass wir den Deutschen Konsul mit Frau an Bord begrüßten, die uns
viele wertvolle Tipps und interessantes über Vanuatu berichten konnten.
Martina, die Geschäftsführerin mehrerer Hotel- und Appartmentanlagen ist,
trafen wir am folgenden Tag in der großen, sehr interessanten und mit
vielfältigen Angeboten bestückten Markthalle wieder. Matthias und Indra
waren inzwischen eingetroffen und wir erledigten zusammen die Einkäufe für
die nächsten Tage. Martina bot uns freundlicher Weise an für uns eine
großartige und sehr informative Inselrundtour zu organisieren. Das Angebot
nahmen wir dankend an und unsere fast ganztägige Tour, incl. Essen von
lokalen Spezialitäten hat uns alle sehr beeindruckt.
Vanuatu ist seit 1980 unabhängiger Inselstaat und besteht aus 83 meist
kleineren Inseln. Es leben etwa 260.000 Einwohner hier und bis auf die
Bewohner der Haupstadt und ihrer Umgebung, meist einfach und eher ärmlich.
Im März 2015 zerstörte der Zyklon ‚Pam‘ weite Teile des Landes und davon hat
sich das Land an manchen Stellen bis heute nicht erholt. Unsere Inseltour
führte uns in ein traditionell lebendes Dorf, die uns viel über die
althergebrachte Lebensweise und ihren Hintergrund erzählt haben. Das hat uns
sehr bewegt. Zum Abschied bekamen wir Papayas geschenkt, vermutlich die
leckersten Papayas, die wir bisher gegessen haben.
Von Port Vila aus wollten wir weiter nach Tanna segeln, einer kleineren
Insel, die noch einen aktiven Vulkan besitzt. Über Martina hatten wir
bereits eine Tour und Inselbesichtigung gebucht. Unsere Überfahrt nach Tanna
gebärdete sich aber so unangenehm, bei Wind um die 20-30kn direkt von vorn.
Da an Bord mit Seekankheit gekämft wurde, traf Wolf die Entscheidung den
Kurs zu ändern und direkt weiter nach Neukaledonien zu segeln. So war der
starke Wind und die Wellen besser zu ertragen.
Von Neukaledonien berichte ich im nächsten Blogbeitrag.

Marret Koll Small

Hawaii auf dem Luftweg

Bei dem Namen Hawaii dachte ich bisher sofort an Surfen, Beach, Fun und wenn
man nach Honolulu, bzw. Waikiki kommt, dann fühlt man seine Einschätzung
bestätigt, aber Hawaii, der 50. Stern, Bundesstaat auf der Flagge Amerikas,
besteht ja aus einer Inselgruppe und die hat weit mehr zu bieten.
Als wir am 19.August nachmittags von Fiji aus aufbrachen zu einem langem 8
Stunden Flug nach Hawaii, hatten wir uns ein Hotel ab dem 20.8. gebucht.
Dummerweise haben wir nicht bedacht, dass wir über die Datumsgrenze nach
Nordosten fliegen und somit in der Nacht zum 19.8. ankamen. Die Recherche nach einem Hotelbett für eine Nacht stellte sich als schwierig heraus,
angeblich waren alle Hotels ausgebucht. Wir nahmen ein Taxi nach Waikiki,
wo wir unser Hotel ab der nächsten Nacht gebucht hatten und beim ersten
Stopp unseres Taxifahrers wurden wir bereits fündig, also nicht alles
ausgebucht. Waikiki ist nun wirklich das Surfer- und Beachparadies, das wir
erwartet hatten, überall Surfer, nicht nur auf dem Wasser, in den Straßen
mit Surfbrett zu Fuß oder auf dem Moped unterwegs und als Statuen an Land.
Unser gebuchtes Hilton Hotel war gleich eine ganze Village, gefühlt über
10.000 Betten, sechs große Hotelhochhäuser, dazwischen eine Einkaufs- und
Restaurant-Meile. Das dort kein Bett mehr frei gewesen sein soll, halte ich
immer noch für Quatsch/ Faulheit, egal. Wir zogen also am nächsten Tag in
unser schönes Zimmer mit Meerblick und buchten eine Inselrundfahrt. 

Oahu,
eher eine kleinere Hawaii Insel, hat einiges anzusehen: An erster Stelle
natürlich - Pearl Harbor. Der große Naturhafen in dem die amerikanische
Marineflotte von den Japanern vernichtend geschlagen wurde. Bei der
Besichtigung des Hafens und der Gedenkstätte wurde uns klar gestellt, das
nicht die Deutschen den 2.Weltkrieg begonnen hatten, wie ich immer dachte,
sondern die Japaner. Mit dem Wunsch sich im asiatischen Raum mehr
Territorium zu verschaffen, begannen die Japaner die ersten massiven
kriegerischen Handlungen wesentlich früher und Hitler verbündete sich erst
später mit Ihnen. Um das Treiben im Auge zu behalten, hatte Amerika einen
großen Flottenverband in Pearl Harbor stationiert. An der Gedenkstätte
trafen wir auf zwei der letzten Überlebenden des Angriffs, die damals ganz
junge Burschen waren und jetzt im Alter von Anfang neunzig sind. Das machte
das Geschehen real und ging Einem beeindruckend nah. Solche Gedenkstätten
wissen die Amerikaner schon zu celebrieren.
Wir besichtigten auf unserer Inselrundfahrt noch eine Ananas- und eine
Macadamiafarm, auf denen auch andere exotische Früchte angebaut wurden.Die
Ananas auf Hawaii waren besonders lecker. Im Norden machten wir Halt an
weiteren, schönen Stränden der Insel. Sahen bei einem Stopp eine Weile einer
gerade stattfindenden Rodeo-Veranstaltung zu, bevor wir in die Hochhaus
gepflasterte Metropole Honolulu zurückkehrten. Amerika live und bunt. 

Ein kurzer Flug brachte uns auf die südlichste und größte Insel des
Archipels – Big Island. Sie ist die jüngste der hawaianischen Inselkette,
erst eine Million Jahre alt, und hat noch aktive Vulkane, wie z.B. den
Kilauea. Der erste Eindruck, wenn man all die schwarzen Lavafelder sieht,
täuscht aber doch. Die rundlich gewölbte Insel ist enorm hoch, die höchste
Erhebung, der Moana Kea ist 4205m hoch (etwas weniger als das Matterhorn
4478m), was man nicht vermutet, zumal man mit dem Auto über große Teile des
Bergmassivs fahren kann. Vom Meeresgrund aus gemessen, der die Insel umgibt,
ist der Berg sogar 10.000m hoch. Auf den Hochebenen erstrecken sich weite
Gras- und Waldgebiete, die Insel hat feuchte, fruchtbare Böden und Big
Island hat, bzw. hatte die größte Rinderfarm Amerikas . Man hat in den
letzten Jahren die Steuern für Grundbesitz auf Hawaii so angehoben, dass die
Parker Ranch größere Teile ihres Landbesitzes verkaufen musste. Wir machten
einen Hubschrauber-Rundflug über die Insel und waren von der
Unterschiedlichkeit der Landschaft, dem Einblick in die aktiven Vulkane
beeindruckt, deren Magmastrom ständig, rauchend in den Pazifik fließt. Nach
einer Stunde Flug machten wir einen Tankstopp in Hilo, der angeblich
feuchtesten Stadt der USA, die von diversen Obst- und Gemüsefarmen umgeben
ist. Die Amerikaner haben ja einen Faible für Superlative und so sahen wir
auf dem Rückflug die höchsten Wasserfälle mit einer Fallhöhe von 1500m. 

Die letzten Tage unseres Hawaii Aufenthaltes verbrachten wir auf der
sogenannten Garteninsel Kauai, die im Gegensatz zur ‚jungen‘ Insel, Big
Island bereits 5 Millionen Jahre alt ist. Sie liegt im Nord-Westen der
Inselgruppe und ist über und über grün. Die Inseloberfläche ist bereits an
vielen Stellen eingebrochen und bildet starke Schluchten, wie den Waimea
Canyon. Die Erde ist sehr rot leuchtend an manchen Stellen, was einen
intensiven Farbwechsel mit den saftig grünen Flächen, den interessanten
Bäumen und den vielen Blumen aller möglichen Farben ergibt. Eine sehr
schöne, abwechslungsreiche Landschaft, durchzogen mit vielen Wasserläufen,
eine liebenswerte Insel. Die meisten Bewohner die wir sprachen, konnten sich
nicht vorstellen, dass es irgendwo auf der Welt schöner sein könnte, als auf
ihrer Insel. Auch uns gefiel der Charme und die Ausstrahlung der Insel und
wir genossen einen Rundflug über die Insel, sowie unsere Rundfahrt mit dem
gemieteten Jeep um die Insel. Am letzten Tag besuchten wir noch eine Farm,
die früher im großen Stil Zuckerrohr angebaut hatte und heute alle möglichen
Früchte anbaut und Nutztiere hält. Dort besuchten wir eine Rumverkostung und
machten einen interessanten Trip durch die Farm mit der alten Eisenbahn, die
früher die Felderträge und Arbeiter transportiert hatte. Zur Entspannung
nach so viel Sightseeing badeten wir anschließend in der toll angelegten
Badelandschaft unseres Hotels und genossen noch einmal die leckeren Sushis
und dass wir so nett umsorgt und versorgt wurden, bevor es zurück an Bord
nach Fiji ging.
Auf dem Rückflug machten wir eine kurzen Tankstopp auf dem internationalen
Flughafen von Kiribati, der Christmas Island. Es wurde eine steife, nicht
Höhen verstellbare Leiter an das Flugzeug geschoben und es stiegen auch 2
Menschen aus und ca 40 ein, um mit uns weiter nach Fiji, Nadi zu fliegen.
Der Flughafen war beeindruckend schlicht. Zwei kleine Baracken, in der einen
warteten die Passagiere auf den Check In, in dem weiteren Gebäude waren die
Gepäckabfertigung und die ‚VIP Lounge‘ untergebracht. In dem kleinen Raum
konnte man drei weiße Plastik-Gartenstühle vor dem Fenster stehen sehen und
helle Vorhänge waren etwas lieblos zusammen gerafft. Das ganze Gelände war
von einem Maschendraht umgeben, an dem einige Menschen, meist Kinder hingen
um das Schauspiel, der internationalen Flugabfertigung zu beobachten. Es war
ein höchst amüsantes Treiben rund um das Flugzeug. Zwei Mal in der Woche
kommt eine Maschine von Fiji Air nach Kiribati und der Flugabfertiger von
Fiji kommt mit angeflogen. Wir mussten nicht aussteigen während die Maschine
betankt wurde. Alles ein für uns recht kurzweiliger Zwischenstopp.

Marret Koll Small

Auf nach Samoa, unser Törn mit Red Cat vom 24.06 - 16.07.2016

Der Bericht ist von Birthe unserer immer wieder gern gesehenen Mitseglerin:
In Vorbereitung unserer 5.Reise mit Marret und Wolf, die zunächst direkt
nach Fiji gehen sollte, entstand die Idee, dass wir nach Tonga fliegen und
dort auf die Red Cat zusteigen. Tonga wird aber nur zweimal wöchentlich von
Fiji aus angeflogen und die Tage passten so leider gar nicht mit unseren
Flügen von Hamburg nach Fiji zusammen. Dann kam Marret auf die Idee, dass
wir nach Apia fliegen könnten. Samoa, 320sm von Tonga entfernt, war
eigentlich nicht auf der Reiseroute von Marret und Wolf eingeplant, aber wir
sind ja alle flexibel und sehr neugierig. Apia wird glücklicher Weise
täglich von Fiji aus angeflogen und so haben wir kurzerhand den
Anschlussflug nach Samoa gebucht, und die Red Cat Crew segelte uns entgegen.
Am 24.06 war es dann endlich soweit – unsere Reise ging diesmal also von
Apia – Western Samoa nach Denarau auf Fiji. Pünktlich zum Reisebeginn
beschlossen die Briten den Ausstieg aus der EU mit ungeahnten Folgen für
uns. Erstmalig erhielten die Piloten in London keine Gates zugewiesen. Wir
warteten fast 2 Stunden auf dem Rollfeld. Dann endlich durften wir
aussteigen. Unser Anschlussflug war schon abgefertigt, eigentlich schon weg
– aber nach einem Anruf von unserer Flugzeugcrew wartete man auf uns. In
Rekordzeit (20 Minuten mit Terminalwechsel etc. in Heathrow, das ist einsame
Spitze) schafften wir im Dauerlauf den Anschlussflug nach Hongkong. Von den
Mitreisenden wurden wir strafend angesehen, aber egal - wir saßen. Nach zwei
weiteren Flugzeugwechseln kamen wir dann auch wohlbehalten in Apia an.
Allerdings ohne Gepäck, das hatte den Anschlussflug in London verpasst. Aber
die Freude Marret und Wolf wiederzusehen überwog alles. Am Flughafen
sammelten uns die Beiden ein und dann ging es zum Schiff. Wir fühlten uns
sofort wieder zu Hause.
Am nächsten Tag wurden wir von unserem Taxifahrer des Vorabends zu einer
Inselrundfahrt abgeholt. Gleichzeitig versprach er, sich um unser Gepäck zu
kümmern und telefonierte mehrfach mit dem Flughafen und der
Fluggesellschaft. Das war super und so konnten wir den Ausflug in vollen
Zügen geniessen. Samoa ist traumhaft schön, weiße Sandstrände, Pfahlbauten,
wunderschöne grüne Palmenwälder, viele Kokospalmplantagen und sehr wenig
Touristen machten die Insel zu einem einzigartigen Erlebnis. Am nächsten Tag
ging es dann in die ‚Culture Village‘, wo wir die samoanische Kultur näher
kennenlernten. Wir flochten aus Palmblättern den typischen Kopfschmuck,
lernten die traditionellen Tänze und das typische Essen kennen. Besonders
interessant war, dass wir an einer Kava-Zermonie teilnahmen und sehen
konnten, wie die traditionelle Art der Anfertigung von Körper-Tätovierungen
ist und war und was sie bedeuten. Zum Schluss sahen wir noch den Frauen bei
der aufwendigen Herstellung von Textilien aus Baumrinde zu. Eins wurde uns
sehr schnell klar – die Samoaner lieben und leben ihre Kultur noch heute.
Das war sehr beindruckend. Ein wahrlich lohnender Ausflug nach Samoa.
Am vierten Tag sollte es langsam weiter nach Wallis gehen. Eine kleine
Inselgruppe zwischen Samoa und Fiji. Nur leider hatte unser Gepäck den Weg
nach Samoa immer noch nicht gefunden und wir erinnerten uns an eine
Geschichte, die wir im Klimahaus in Bremerhaven gelesen hatten und die mir
Herr Professor Köpke, ehemaliger Direktor unseres Völkerkundemuseums in
Hamburg auch bestätigt hatte. Die Samonaer haben die Eigenschaft, es den
Gästen so angenehm wie möglich zu machen und so erlebten wir es auch. Auf
unsere Nachfrage, ob sich etwas mit unserem Gepäck getan hätte, bekamen wir
von unserem Taxifahrer jeden Morgen und jeden Mittag erklärt, dass es mit
der nächsten Maschine ankommen würde. Wir freuten uns also vier Tage lang
zweimal am Tag. In der vierten Nacht war es denn endlich soweit. Um 2Uhr30
Morgens landete unser Gepäck, wir nahmen es direkt in Empfang und konnten
weiter nach Wallis segeln. Im Nachhinein ist das eine tolle Eigenschaft der
Samoner, wir waren immer positiv gestimmt.
Nun ging es weiter nach Wallis. Nach zwei Tagen Segeln erreichten wir das
Atoll. Die Zufahrt in das Wallis-Atoll war sehr beeindruckend. Ein
Wahnsinnsschwell in Verbindung mit einer sehr schmalen Einfahrt in das Atoll
machte deutlich, warum Wolf auf keinem Fall das Atoll im Dunkeln erreichen
wollte. In Mata-Uto angekommen, erforschten wir erstmal den Ort.
Wallis gehört zu den fränzösischen Überseegebieten und hat ca. 15.000
Einwohner. Das Erste was wir zu sehen bekamen, war eine Fahrzeugkontrolle
der Polizei. Das war schon sehr lustig und europäisch. Man fühlte sich
sofort heimisch.
Als Nächstes mussten wir uns bei der Polizeistation anmelden um
einzuklarieren und wir erfuhren, dass wir dieses Jahr bereits das 14. Boot
waren, welches diese Insel erreichte – immer hin. Andi und ich warteten vor
der Station und wurden von einem Polizisten auf französisch angesprochen.
Mehr schlecht als recht verständigten wir uns zunächst auf französisch, dann
sehr viel besser auf englisch um darauf zu erfahren, dass der gute Mann aus
dem Elsaß kam und sehr gut Deutsch sprach. Er fragte uns, ob wir aus
Norddeutschland kämen und wir bestätigten, dass wir aus Hamburg sind. Darauf
erzähte er, dass er Hamburg sehr gut kenne. Zurzeit des Hamburger Kessels
war er für einige Wochen in Hamburg stationiert. Das war sehr spannend und
zeigte mal wieder wie klein die Welt ist. Auf unsere Frage, wo es
interessante Stellen auf der Insel geben würde, zuckte er ein wenig mit den
Achseln und bestätigte unseren ersten Eindruck. Wallis ist das Elmshorn der
Südsee. Etwas grau, sehr trocken und sehr ruhig. Aber die Einwohner waren
freundlich und sehr hilfsbereit.
Das Trampen auf der Ladefläche eines Pickups fanden wir sehr amüsant.
Nach zwei Tagen machten wir uns auf den Weg nach Fiji zunächst auf die
nördliche Hauptinsel Vanua Levu, nach Savusavu. Hier fand das Einklarieren
statt. Zum ersten Mal auf der ganzen Reise wollte die Gesundheitsbehörde die
Impfpässe sehen und kontrollieren. Uns fehlte die Grippeschutzimpfung und
Marrets Impfpass fehlte vollständig, war nicht auffindbar. Man teilte uns
mit, dass wir eine kleine Strafe zahlen müssten und dass wir uns vor Ort
impfen lassen könnten, was aber nicht zwingend notwendig sei, ansonsten sei
alles ok. Das war auch eine interessante Erfahrungen. Also marschierten wir
zuerst zur Gesundheitsbehörde um die Strafgebühr zu entrichten, auf eine
Impfung verzichteten wir Alle. Die Gesundheitsbehörde war direkt über dem
Strafgericht untergebracht. Das fanden wir schon etwas bedenklich, draußen
stand das Militär mit Maschinengewehren und die Deliquenten saßen auf einer
Bank und warteten auf ihr Urteil. Wir sahen zu, dass wir unsere Pflicht
erledigten und weg kamen. Auf dem Markt kauften wir Obst und Gemüse um
unseren Bestand aufzufrischen, da wir zur Einreise in Fiji unsere Vorräte
aufgebraucht haben mussten. Wir besorgten auch zahlreiche andere Sachen
unter anderem auch Kavawurzeln, die man auf den kleineren Inseln als
Gastgeschenk mitbringt, in der Hoffnung an einer kleinen Kava-Zeremonie
teilnehmen zu können. Am nächsten Tag unternahmen wir dann eine
Inselrundtour. Wir besuchten einen Palmengarten mit 298 von 375 möglichen,
verschiedenen Palmenarten, der war großartig und besichtigten anschließend
ein Hochzeits-Resort, welches zum Verkauf stand. Es war vollständig fertig,
mehrere Jahre in Betrieb gewesen, auch der Pool war gefüllt aber keine
Menschenseele vor Ort. Nachdem die Eigentümerin verstarb wurde dieses schöne
Resort geschlossen, nicht mehr weiter geführt und fand in den letzten 10
Jahren keinen Käufer. Schade, denn es liegt auf einem wirklich schönen Fleck
der Erde und die Holzbauten verrotten langsam. So etwas hatten wir auch noch
nicht zu sehen bekommen.
Zurück auf dem Schiff machten wir uns auf den Weg in das Yasava-Inselgebiet
nach Navatua. Eine sehr einsame Insellandschaft mit traumhaften Stränden, in
der wir auf zwei Luxusyachten trafen, die hier vor Anker lagen. Eine davon
mit Hubschrauber, riesigem Beiboot und mehreren Personen Personal. Die Yacht
gehörte einem 80 jährigen Amerikaner.
Mit dem Schlauchboot fuhren wir auf die Insel, im Gepäck hatten wir die
Kavapflanzen, Bonbons, T-Shirts und andere Kleinigkeiten. Wir landeten am
Strand in einem kleinen Dorf. In der Mitte befand sich ein Dorfplatz, drum
herum circa 30 meist Holzhäuser, alle mit Hausnummern versehen und sehr
sauber. Wir wurden von ein paar Bewohnern begrüßt und dann erlebten wir ein
weiteres Highlight der Reise. Auf die Frage, ob wir an Bord jemanden
technisch versierten hätten und wir auf Andi zeigten, wich ein Mann nicht
mehr von unserer Seite und er wollte, dass Andi mitkäme, um sich einen Motor
anzusehen. Andi ging auf sein Drängen dann mit ihm, während wir anderen dem
Chief unsere Aufwartung machen, um die Genehmigung für unseren Liegeplatz in
ihrer Ankerbucht fragen und unsere Geschenke vorbeibringen wollten, immer
noch in der stillen Hoffnung einer Kava-Zeremonie beiwohnen zu können. Uns
wurde das Dorf gezeigt und die verschiedenen Gebäude erklärt. Nachdem wir
unsere Geschenke angekündigt und übergeben hatten, bekamen wir auch Einlass
in das Haus des Chiefs und durften auf dem Boden Platz nehmen. Hier wurde
uns ein wenig von der Lebensweise erzählt, wir konnten auch Fragen stellen
und die Kavapflanzen wurden mit einer Art Gesang und Klatschen geweiht. Eine
trockene Zeremonie ohne Kavagetränk – leider. Das hätten so wir gerne mal
erlebt. Den Chief bekamen wir nicht zu sehen – er schlief und auch sonst
hatten wir nicht den Eindruck , dass man sich sonderlich für unsere
Anwesenheit interessierte, nach Abgabe der Geschenke. Wir beschlossen Andi
zu suchen und aufs Boot zurückzukehren. Nach einigen Minuten Suche fanden
wir Andi in angeregter Diskussion mit dem Mann und seiner Frau. Der Mann hat
einen Generator gekauft und an dieses Aggregat waren alle Elektrogeräte des
Dorfes angeschlossen. Das ging vom Dorffernseher in der Mitte des Dorfes
über zahlreiche andere Geräte bis hin zu seiner Kokosnussraspelmaschine, die
alle über diverse Haushalts- Verlängerungskabel und Mehrfachsteckdosen mit
dem Gerät verbunden waren. Folge des Ganzen war, dass der Generator
überlastet war, über die unterschiedlichen Steckdosen an Power verloren und
nicht genug leistete. Mit Mühe erklärte Andi diesem Mann, dass es zu viele
Geräte (Verbraucher) seien und man sich entscheiden müsse,
Kokosnussraspelmaschine oder Dorffernseher. Nach ausgiebiger Diskussion der
Bewohner wurde entschieden, dass Aggregat vorerst mit kurzem Kabel an die
Kokosnussraspelmaschine anzuschließen, da das Dorf mit dem gewonnenen reinen
Kokosöl eine erträgliche Einnahmequelle gefunden hatte. Gesagt getan. Andi
zeigte wie man das Aggregat richtig startet. Darauf zeigte man uns die
Anwendung und führte uns die Produktion des Kokosöls vor. Die Kokosnüsse
wurden von seiner Frau mit einigen wenigen Schlägen aufgeschlagen, die Milch
in Eimern aufgefangen und er raspelte in minutenschnelle mit seiner Maschine
das Kokosfleisch aus der Schale. Aus den Kokosflocken stellte die Familie Öl
und Seife her, welches auch im Internet vertrieben wird. Daneben
bewirschafteten die Familien des Dorfes ein paar Hütten, die über Airbnb im
Internet, hauptsächlich an Australier und Neuseeländer vermietet wurden. Das
kleine Unternehmen war wirklich beindruckend und die Frauen waren sehr
geschäftstüchtig. Außerdem zeigten sie uns wie man ganz leicht Kasavawurzeln
abschält (eine Art Kartoffelersatz) und die Technik Kokosnüsse zu knacken.
Mit Öl und Seife beladen, kehrten wir hochzufrieden zum Boot zurück. So
hatten wir ein wirklich interessantes, wenn auch schlichtes Dorf, sein Leben
und Auskommen kennen gelernt und Andi war eindeutig der Held des Tages. Die
ganze Nacht über hörten wir die Kokosnussmaschine raspeln.

Am nächsten Tag ging es dann eine Insel weiter zur Blue Lagoon, mit einer
sehr trickreichen Zufahrt. Die lange, sehr schmale Wasserstrasse, führte im
Zickzack in die Lagune und dann sahen wir das genaue Gegenteil zu der
vorherigen Insel. Viele Luxusresorts, zahlreiche Yachten und einige
Wassersportflugzeuge die Passagiere brachten und abholten. Das war wirklich
ein Kulturschock. Mit dem Dingi steuerten wir ein Resort mit dem Ziel an,
dort zu Abend zu essen.
Zunächst gab es Cocktails. In einem kleinen Supermarkt erwarben wir ein paar
Sachen. Die Preise auf den Schildern waren wie üblich, aber an der Kasse
erlebten wir unser „blaues Wunder“. 100 % Aufschlag, da die Lage ja so
einmalig und abgelegen sei.
Wir zahlten, weil wir so sprachlos waren. Da der Wellengang immer stärker
wurde, fuhren wir zurück zum Boot und verzichteten auf das Essen, damit wir
noch im Hellen fahren konnten. Das war wahrscheinlich die beste Entscheidung
– wer weiß, was wir im Restaurant hätten bezahlen müssen.
Weiter ging es zu einer weiteren kleinen Insel (Fiji hat ca.330 kleine
Insel), die für ihre Rochen bekannt ist. Die Mantarochen kommen immer in der
Stunde nach Tidenwechsel zu dem Pass zwischen zwei kleinen Inseln, um sich
von dem Plankton zu ernähren, der mit der Strömung durch den Pass geschwemmt
wird. Mit Schorchel und Kamara bewaffnet, fuhren wir mit dem Dingi zu der
Stelle, die man uns genannt hatte und schon sahen wir diese beeindruckenden
Fische. Mit 2,5m Spannweite, einem riesigen, geöffneten Maul schweben sie
ganz leise im Wasser dahin. Es war schon etwas unheimlich, die großen Tiere
direkt auf einen zu schwimmen zu sehen, aber ich möchte das Erlebnis nicht
missen.
Unsere letzte Station vor dem Rückflug war Port Denerau. Ein luxuriöser
Yachthafen mit allen Annehmlichkeiten, die man ich wünschen kann: diverse
Restaurants, Boutiquen, Souvenirs, Lebensmittel- und Getränkeläden.
Eigentlich sollte Andi hier noch den für diese Länder typischen Männer-Rock
bekommen, aber er weigerte sich aus vollem Herzen. Naja – schade. Dann war
auch schon das letzte gemeinsame Abendessen auf dem Programm. Die Abreise am
nächsten Morgen traf uns hart um 6.00 Uhr früh ging es zum Flughafen -
schnief. Wir hätten gern noch mehr von Fiji gesehen.

Liebe Marret, lieber Wolf, lieber Alex,
es war mal wieder ein wunderbares Erlebnis, mit Euch Urlaub machen zu
dürfen. Vielen Dank, dass wir auch an diesem Törn teilnehmen durften und
schön, dass wir wieder kommen dürfen. Der nächste Besuch ist schon
vereinbart für den November, da geht es von Neukaledonien nach Neuseeland.
Birthe und Andreas

Marret Koll Small

Samoa

Eigentlich hatten wir Samoa von der Reiseroute gestrichen, weil man uns erzählt hatte und wir auch nachgelesen hatten, dass die Ankermöglichkeiten in Samoa nicht so besonders empfehlenswert seien.

Die Entscheidung war erst spät wieder für Samoa gefallen, weil unsere Freunde Birthe und Andy uns wieder besuchen wollten. Der gemeinsame Wunsch Ihnen in der Zeit mehrere Reisezeile und Länder zu zeigen, hatte den Grund geliefert unsere Törnplanung noch einmal zu überdenken. Nach ihrer Ankunft in Fiji war ein Oneway-Flug nach Tonga vorgesehen. Da aber die Flugverbindung zwischen Fiji und dem Norden Tongas so unglücklich nur zweimal wöchentlich lagen, dass sie mehrere Tage auf den Anschlussflug in Fiji hätten warten müssen, kam die Idee auf, vorab weiter nach Samoa zu segeln und sie dort zu treffen. Die Flugverbindung nach Samoa war für die Beiden am gleichen Tag möglich und so war der Plan besiegelt, doch noch einen Abstecher nach Samoa in die Planung aufzunehmen. Welch ein glückliches Zusammentreffen, denn Samoa war ein Highlight im Südseeraum.

Samoa ist 16 Jahre deutsche Kolonie im südpazifischen Raum gewesen, und daher für uns ja doch auch von geschichtlicher Bedeutung. Schon die Beschreibungen im Reiseführer lasen sich super interessant. Unser Segeltörn nach Samoa über 350nm war sehr, sehr angenehm. Der nahezu volle Mond löste die Sonne ab und so war es auch nachts ausreichend hell erleuchtet. Der Wind spielte auch mit, nach einigen Meilen mit Motorhilfe konnten wir herrlich segeln, bei raumen Winden bis zu 18kn.

In Apia, der Hauptstadt im Norden der Insel, angekommen, mussten wir allerdings in der Bucht vor Anker gehen, weil die kleine Marina bei Niedrigwasser an der tiefsten Stelle nur Wassertiefen von 2,80m aufweist und unser Boot 3m Tiefgang hat. Wir lagen aber gut geschützt bei den vorherrschenden südöstlichen Winden und hatten einen guten Überblick über das Treiben in der Stadt und den Hafenbetrieb.

Samoa hat den Chinesen für ihre finanzielle Unterstützung bei dem Bau des Flughafens weitgehende Fischereirechte eingeräumt (worüber sie nicht mehr so glücklich sind – laut Taxifahrer) und es war interessant zu beobachten, wie die chinesischen Fischer Mengen von Thunfisch täglich tiefgefroren von einem Boot ins andere und dann in Container verluden. Außerdem konnten wir täglich die um 9 Uhr morgens stattfindende Parade des Blasorchesters zum Hisen der National Flagge an der Uferstraße vor der Kathedrale beobachten.

In Apia wimmelt es nur so von Taxis und sie sind dem entsprechend günstig. Eine Fahrt von der Marina in die Stadt 5 Tala, der offiziellen Währungseinheit in Westsamoa, das entspricht 3€. Außerdem gibt es malerische alte, sehr fantasievoll bemalte Busse, die den Transport über die Insel gewährleisten, die noch günstiger sind. So brauchten wir kein Auto zu mieten um unsere Birthe und Andy vom Flughafen abzuholen. Trevor vom Marinaoffice empfahl uns Taula als zuverlässigen Taxifahrer und so hatten wir bereits einen Teil der Insel gesehen, als die Beiden am Sonntag ankamen. Glücklicher Weise hatten sie in London noch gerade ihren Anschlussflug erreichen können, nur leider hatte ihr Gepäck den Flug nicht mehr erreicht. Dank Taulas Hilfe und diverser Anrufe bei den Flughäfen und Fluggesellschaften, kam das Gepäck dann endlich mit 4 Tagen Verspätung, mitten in der Nacht auch in Apia an. Taula fuhr uns jeden Tag, um die Insel, zum Einkaufen, ins Restaurant, zum Flughafen, wir können ihn nur wärmstens weiter empfehlen, wenn mal jemand nach Samoa kommt (seine TelNr ist: +685 7293103). Konnte er mal nicht selbst fahren, schickte er einen seiner Brüder (er hat 4 Brüder) mit seinem Auto. Er verdiente die Tage vermutlich sein sonst übliches Monatsgehalt, aber er setzte sich auch unheimlich ein, sei es ihm gegönnt.

In Samoa lebt man eng in den Familienverbänden zusammen. Der älteste Sohn erbt Haus und Grund, hat aber auch die Verpflichtung die anderen Familienmitglieder zu unterstützen. Auf dem Grund und Boden werden meist die Hauptnahrungsmittel, wie Taro, Kasawa, Kokos, Bananen, Papayas u.a. angebaut, man hält sich mehrere Schweine, evt. auch Kühe. Jede Familie baut ein Gemeinschaftshaus, das Fale, wie ein griechischer Tempel offen zu allen Seiten ist. Dann gibt es weitere Gebäude, das Kochhaus, meist weiter hinten auf dem Gelände und Schlafhäuser mit Fenstern und Türen. Gelebt wird aber meist in den Fales, je nach Wohlstand der Familien sind die Fales ausgestattet und geschmückt. Manchmal sahen wir den kahlen Raum, mal nur Wäsche zum Trocknen darin, aber auch Sitzmöbel, Matratzen, spielende Kinder, schlafende, sich unterhaltende Erwachsene u.m. Uns gefiel der Gedanke und die Nutzung dieser Fales sehr. Wir hatten und haben sie auch noch nirgendwo anders gesehen und kennen gelernt, nur auf Samoa.

Auf unser Inselrundfahrt bekamen wir auch andere Sehenswürdigkeiten zu sehen, wie das Haus von Robert L. Stevenson, die Pools von ‚To le Sua‘, eine Höhle und ein Bassin in der gebadet wurde, einen Wasserfall, das Samoa Museum mit Austellungsstücken aus der deutschen Kolonialzeit. Die Insel macht einen besonders sauberen Eindruck.Taula erklärte uns, dass die Dörfer Fördergelder von der Regierung erhalten, wenn das Erscheinungsbild des Ortes beonders gepflegt ist.

Taula riet uns sehr dazu die traditionelle Kulturshow am Dienstag vormittag in Apia anzusehen, die in der ‚Culture Village‘ an der Hafenpromenade stattfindet. Er holte uns auch ab und brachte uns dort hin. Es wurde eine moderierte Vorführung gezeigt mit diversen traditionellen Gebräuchen. Es begann mit Essenszubereitung, Flechtwerk aus Palmenzweigen (z.B. als Essteller, Korb, Haaarschmuck u.a.), dann Tanzeinlagen, Kavazeromie, traditionellen Handwerks- und Tätowierkunst. Besonders faszinierte mich die Herstellung von ‚Woodpapers‘ die Herstellung von Bildern auf Baumrindenpapier. Wir bekamen gezeigt wie die Zweige eines Baumes geschält wurden, dann wurde auch die dunkle Außenhaut der Rinde abgezogen und der übrig gebliebene weiße Streifen Rinde (ca. 8x60cm groß) mit Wasser getränkt und auf ein Brett gelegt. Durch kraftvolles Reiben, bzw. Abstreifen der Oberfläche mit einer Muschelschale wurde die Oberfläche geweitet, bis nach einer 15-20 minütigen Bearbeitung das ’Papier‘ 30x100cm groß war. Dann wurde es erneut gewaschen, zugeschnitten, entstandene Löcher mit den Abschnitten ausgebessert, wieder mit der Muschel bearbeitet und zum Trocknen ausgelegt. Durch zusammenfügen mehrerer Blätter können beliebig große ‚Papier‘-flächen hergestellt werden. Später wurde es dann auf einen Stempel gelegt, mit eine Art Spachtel Farbe aufgetragen und die Konturen anschließend mit unterschiedlichen Farben nachgezogen. So stellte man früher Bekleidung und Tapeten her. Wir sahen sie eindrucksvoll im Haus von Robert Louis Stevenson.

Am gleichen Abend sahen wir noch eine weitere traditionelle, allerdings mehr kommerzielle, Show mit in Samoa üblichem Essen und Tanzvorführungen, bei denen uns besonders die Feuertänzer beeindruckten. Ein super Tag mit interessanten Erlebnissen und Erkenntnissen ging zuende. Wir waren Alle schwer fasziniert von Samoa und möchten den Abstecher dahin nicht missen. Am nächsten Morgen aber wurden die Sachen wieder alle seefest verstaut, der Anker aufgenommen und es ging weiter mit einem kurzen Abstecher über Wallis, einer kleinen zu Frankreich gehörenden Insel, nach Fiji.

  • Missing
    Elke hat am kommentiert:

    Hallo Ihr 4!
    Schön, dass Ihr wieder so tolle gemeinsame Erlebnisse habt.
    Ist immer toll von Euch zu lesen!
    Herzliche Grüße aus Karlsruhe
    Elke und Thomas
    (wir trafen uns auf Raiatea)

Marret Koll Small

Inselwelt Tonga

Vier Wochen in der Inselwelt Tongas liegen hinter uns. 170 Inseln, von denen
nur 36 bewohnt sind und das von den 100.000 Einwohnern Tongas. Die meisten
‚Tongan People‘ leben im Ausland, so sagte man uns, in Neuseeland, Fiji und
Samoa, aber auch in Amerika.

Die Menschen sind sehr freundlich und nie aufdringlich, die Inseln werden
auch ‚The friendly Islands‘ genannt. Wir haben viele ernste und
verschlossenen Gesichter gesehen, besonders bei Kindern. Sie haben uns
‚Palangis‘, wie die Ausländer genannt werden, sehr kritisch beäugt. Der
Tourismus auf den Inseln ist noch sehr in den Fussstapfen, beschränkt sich
meist auf Hotelanlagen und Ferienresorts, die überschaubar klein, charmant
und individuell sind oder ganz simple Häuser für Backpackers. Die kleinen
Inseln weiter draußen werden höchstens von den Yachties besucht. Die Zahl
der Boote ist ebenfalls überschaubar. Große Ferienparadiese, wie auf den
französisch polynesischen Inseln, haben wir hier nicht gesehen. Wir trafen
immer wieder auf die gleichen Leute und Boote. Es bildete sich eine kleine
Gemeinschaft, mit denen wir uns hin un wieder verabredeten und zum Klönen
zusammensaßen und gegenseitig einluden. Da spielt es keine Rolle wo man
herkommt, ob aus Neuseeland, Amerika, England oder Deutschland, das Ziel
verbindet. Wir gaben uns Tipps, wo es uns besonders gefallen hat, gute
Schnorchel- und Tauchgründe gab, wo man seinen Proviant einkaufen kann, wo
man nicht hinsegeln muss und die Ankergründe unsicher sind.

Nach unserem ersten Einchecken in Nuku’alofa, der Inselrundtour, einem
Aufenthalt bei Big Mamas Island und der Versorgung mit frischem Proviant,
segelten wir in Richtung der Ha‘apai Group. Tongas Inselwelt teilt sich in
drei Bereiche, den südlichen mit Tonga Tapu und der Hauptstadt und dem
Königssitz Nuku´alofa, den mitteleren Teil mit der Ha’apai Group und den
nördlichen mit den Inseln der Vava´u Group. Unser erstes Ziel in der Ha‘apai
Group sollte Kelefesia sein, ein kleines malerisches Eiland mit weißen
Stränden, aber die Annäherung und die Einfahrt in eine Art Lagune zeigte
sich als so dramatisch, dass wir uns nicht trauten, unser schönes Schiff
dort vor Anker zu legen. Es bauten sich am Riff riesige Wellen auf, die mit
viel Getöse und Gischt Richtung Ufer liefen. Uns folgte eine Neuseeländische
Yacht, die ‚Bravado‘, mit denen wir uns kurz über Funk austauschten, sie
waren immerhin so mutig mit ihrem, etwas kleineren Boot, durch die Gischt in
Richtung Ankerbucht zu laufen, aber auch sie entschieden sich ihren Anker
dort nicht fallen zu lassen, weil auch ihnen es zu unruhig und unsicher war.
So liefen wir gemeinsam weiter nach Nomuka, wo wir einen sehr schönen und
ruhigen Ankerplatz fanden und erstmal gemeinsam mit der Crew der Bravado auf
unser kleines Race anstießen.

Bei unserem Landgang sahen wir viele Schweine und kleine Ferkelchen durch
die grüne Landschaft springen. Dann hörten wir einen und darauf mehrere
Schüsse. Etwas unsicher, aber doch neugierig gingen wir weiter und kamen zu
einer Art Dorfplatz, auf dem mehrere Menschen versammelt waren. Einer der
Dorfbewohner trug eine Waffe auf der Schulter, wohl eher ein Luftgewehr und
versucht damit eines der größeren Schweine zu erlegen. Wir erkundigten uns,
was denn hier vorginge und man erklärte uns, dass die Königsmutter am
kommenden Sonntag 90.Geburtstag hätte und man ihr das Schwein zum Geschenk
machen wolle. Das Schwein schien damit aber nicht so recht einverstanden zu
sein, lief mal hier, mal dahin und versteckte sich hinter Bäumen, ob die
Schüsse nicht getroffen oder das Schwein zu dickhäutig war für die Monition,
blieb ungeklärt. Wie die Jagd ausgegangen ist und ob die Königsmutter das
Schwein bekam, haben wir nicht mehr verfolgt, es hat uns aber mächtig
amüsiert.

Auf der nächsten Insel Ha´afeva wurden wir von Land aus mit lauten Rufen und
Winken begrüßt. Wir lagen mit etwa 5 anderen Yachties in einer geschützten
Ankerbucht und machten alle nicht so recht den Eindruck an Land gehen zu
wollen, so kam Peter, wie er sich vorstellte, mit seinem kleinen Kanu zu uns
an Bord und lud uns nacheinander für den nächsten Tag nicht nur zum
Kirchgang, sondern auch zum anschließenden Essen in seinem Haus ein. Da wir
etwas müde und schlafbedürftig waren, schlugen wir die frühe Einladung zum
Kirchgang aus, aber nahmen die Einladung zum Mittagessen interessiert an.
Mit einer Tüte mit diversen kleinen Mitbringseln, T-Shirts, Buntstiften,
Seife und Rasierern bestückt, empfing uns Peter an Land. Wir folgten ihm
einen längeren Weg durch den dichten Regenwald, bis wir auf der anderen
Seite der Insel auf die ersten Häuser, der insgesamt ca. 200 Inselbewohner
trafen. Wir begrüßten die Leute in den Gärten höflich und kamen nach
weiteren 5 Minuten Weg zu Peters Behausung. Die Familie hatte zwei Häuser,
ein Steinhaus, mit vermutlich ein-zwei Räumen darinnen, daneben eher eine
Hütte, in der ‚die Küche‘, besser, die Kochgelegenheit, sowie ein Tisch mit
Wasserschüssel und der Esstisch untergebracht waren. Vaini, seine Mutter
begrüßte uns herzlich und stellte uns, nach kurzem Gespräch (sie sprach
recht gut englisch) mehrere Töpfe auf den Tisch und teilte auf einige Teller
aus: in Taroblätter eingerolltes Corned Beef, sowie Hähnchenfleisch,
gedünsteten Fisch (mit vielen Gräten!) sowie gekochte Brotfrucht und
Tarowurzel. Es war alles sehr delikat, besonders die gedünsteten
Taroblätter, im Geschmack ein wenig ähnlich wie milder Spinat, schmeckten
mir hervorragend. Brotfrucht und Tarowurzel, die hier üblichen
Sättigungsbeilagen, sind gekocht eher trocken und mehlig schmeckend,
entgegen den bei uns üblichen Kartoffeln. Da Alex sich mit Magenproblemen
entschuldigt hatte und nicht mitgekommen war, bekamen wir eine große Portion
für ihn eingepackt und plauderten noch ein wenig. Unsere Mitbringsel kamen
an, waren aber nicht so ganz das, was sie sich wohl erhofft hatten. Vaini
fragte nach Perfume und Deospray, Peter nach Zigaretten, das hatten wir aber
nicht dabei und auch an Bord nicht so passend zum Verschenken. Auf dem
Rückweg gaben wir Peter noch einen Anbruch Deo und Parfüm mit. Insgesamt war
es ein sehr interessanter Einblick in das einfache Leben der Inselbewohner.

Auf der nächsten Insel, auf der wir einen Stopp machten, suchten Alex und
ich nach einem Laden um möglicher Weise ein paar Früchte einzukaufen. Wir
‚Palangis‘ wurden wieder neugierig beäugt und gefragt, was wir auf ihrer
Insel wollten. Nach anfänglicher Skepsis, wurde ein junger Mann ausgewählt,
der uns zum nächsten Store geleiten sollte, er fuhr uns mit seinem Fahrrad
voraus. Der erste Store war geschlossen, aber der zweite kleine Laden hatte
geöffnet. Der junge Mann im Laden hatte nur ein kleines Sortiment,
hauptsächlich Konserven, einige Getränke, H-Milch, Chips, Kekse, zum Glück
einige Eier und eine Tüte Zwiebeln, aber leider keine Früchte und auch kein
TopUp für unsere Telefonkarten. Wir kauften eine Tüte voller Dinge, die wir
zwar nicht unbedingt benötigten, aber der Weg und seine Bereitschaft uns zu
Bedienen sollte sich ja gelohnt haben. Er sagte uns für das TopUp sollten
wir zu dem anderen Geschäft zurückgehen und Lucia rufen, sie würde uns das
TopUp verkaufen. Gesagt, getan. Nach mehrmaligem Rufen kam Lucia aus dem
Wohnhaus und bot uns an ins Haus zu kommen. Dort saßen Lucia, ihre Mutter
und Großmutter auf dem Boden und webten eine riesige Matte aus den
getrockneten, geschälten und zugeschnittenen Streifen der Blätter einer Art
Yukka-Palma. Es sei eine Auftragsarbeit und die Matte solle ca. 4x10m groß
werden, erzählten sie uns. Die Mutter buchte am Boden sitzend über ein
tragbares Telefon das TopUp für uns, während die anderen weiter arbeiteten.
Wie lange sie denn daran arbeiten würden, fragte ich: sie würden 30x400cm
pro Tag schaffen, d.h. etwas mehr als einen Monat dazu brauchen, erklärten
sie. Hut ab. Kein Wunder, dass die Matten so teuer sind. Diese Matte solle
aber vermutlich nicht als Ta'ovala um die Hüften getragen werden, sondern
als eine Art Teppich in einem Gebäude. Sie wäre wohl auch etwas zu schwer.

Wir segelten nach weiteren Zwischenstopps weiter nach Norden in die Vava´u
Group. Wolfs Geburtstag kam immer näher und Alex und ich machten uns
Gedanken, wie wir Wolf passend beschenken könnten. Da wir in den letzten
Wochen immer wieder unsere Freunde von den Yachten Heatwave, Dreamalong,
Kelaerin, Fair Winds und Talullah Ruby III trafen und man sich gegenseitig
zum Sundowner und Klönschnack eingeladen hatte, reifte unsere Idee mit den
Freunden als Gäste eine Party zu organisieren. Die Tonganer sind bekannt für
ihre traditionellen Feste mit umfangreichem Buffett. Wir fragten bei
mehreren Lokationen an, ließen uns Angebote machen und entschieden uns für
‚Utulei My Tongan Home‘, ein familiär geführtes Gartenlokal am Strand.
Schnell waren die Gäste informiert und eine Story ausgedacht, warum wir da
vorbei fahren müssten um Wolf zu überraschen. Leider regnete es schon seit
Tagen und der Wetterbericht kündigte am Sonntag dann auch nochmal Regen für
den Geburtstagsmontag an. Alex fuhr mit den Freunden voraus und ich warte
auf ein Signal, dass wir kommen könnten. Das kam aber nicht, so telefonierte
ich fiktiv mit Alex und versprach ihm mit Wolf auf dem Weg zum Einkaufen
einen Abstecher zu ihm zu machen. Wolf ging darauf ein und wir trafen an der
Strandbar ein, ohne das Wolf Verdacht geschöpft hatte. Es wurde ein
großartiges Fest, Wolf wurde geehrt, eine Kava-Zeremonie abgehalten, ein
kleines Mädchen führte traditionelle Tänze auf und es gab lecker Spanferkel
und viele andere Köstlichkeiten zu Essen und wir feierten bis es dunkel
wurde. Dann machten sich fast alle auf den Weg zur Red Cat, wo wir noch das
Rumfass leerten. Ein gelungenes Fest dank Familie Utulei und unseren
Freunden.

In Neiafu, der nördlichsten Insel Tongas, trafen wir auf die ARC World
Yachten, die dort gerade Stopp machten. Man lud uns ein den Buffettabend im
‚Aquarium-Restaurant‘ mit ihnen zu verbringen, dass war echt spaßig.
Traditionelle Tanzeinlagen, gut aufgelegte Leute, sehr lustig. Wir trafen
Leute aus Hamburg und das verbindet zweifelsohne doppelt, Segelleidenschaft
und Heimatort. Die beiden Segler aus Hamburg, Dirk und Bettina, die in
unserem Alter waren, sind mit einem kleinen, sehr sportlichen Boot
unterwegs. Respekt, dieses Projekt, einmal rund um die Welt in 15 Monaten
ist schon anspruchsvoll und dann auf so kleinem, beengtem Raum unter Deck.
Sie gaben allerdings zu, jetzt nach der halben Strecke erstmal eine Pause
einlegen zu wollen, da es doch sehr Kräfte zehrend sei. Wieder traf man auf
so viele interessante Menschen, die sich schon seit Monaten oder auch Jahren
auf den Weltmeeren rumtreiben - wobei die ARC sehr international ist. Es
sind Schweden, Finnen, Spanier, Deutsche, Kanadier, Engländer und andere
Natioen vertreten. Einige Tage später in der Tapana Bucht lernten wir ein
englisches Ehepaar (Tom und Janet) kennen, die seit 22 Jahren unterwegs sind
und inzwischen zweimal um die Welt gesegelt sind. Da haben wir ja noch
einiges vor uns eh wir da nur entfernt mithalten können.

Die Zeit in Tonga näherte sich dem Ende. Wir hatten einen letzten sehr
netten und leckeren Abend mit Talulah Ruby II im Reef Resort von Herwig
Haunschmid aus Österreich. Eine kleine Hotelanlage mit fünf hübschen
Gästehäusern am Strand in der Nähe von Port Maurelle, unserer
Lieblingsbucht. Da die Flüge von Fiji nach Nord-Tonga nur 2 mal wöchentlich
verkehren und sehr ungünstig lagen, machten wir uns danach auf den Weg die
370nm nach Samoa, um dort unsere Freunde Birthe und Andy an Bord zu nehmen,
die schon das 5.Mal einige Wochen mit uns auf dem Boot verbringen wollen.
Samoa war eigentlich schon von der Törnplanung gestrichen, stellte sich aber
später als Highlight heraus. Davon bald mehr.

  • Small
    martinchristiansen hat am kommentiert:

    Danke für diesen wundervollen Bericht. Wir haben schon einmal darüber gesprochen, aber ich erinnere mich nicht genau. Ist der Tonga König in irgendeiner Form verwandschaftlich mit Finkenwerder verbunden?

  • Small
    Isabelle hat am kommentiert:

    wie toll. Sehr inspirierend! Danke

Marret Koll Small

Zurück an Bord – erstes Ziel Tonga

Eine so lange Zeit an Land hatten wir seit September 2013 nicht mehr verbracht. Mitte November 2015 waren wir in Auckland angekommen und erst am 11.5.2016 verließen wir Opua im Norden Neuseelands in Richtung offener Pacific. Ein 6-7 Tage Törn lang vor uns. Hatten wir in Auckland doch schon die beginnende Hafenfäule bei uns diagnostiziert, so litten wir jetzt alle drei unter Seekrankheit. Die Welle hatte es aber auch in sich, alte See aus NO, gekreuzt mit dem frischen Wind 22kn aus NW. Red Cat schaukelte heftig und einer nach dem Anderen verlor den Appetit. So überbrückten wir 30 Std. ohne feste Nahrung, was der Figur hin und wieder gut zu Pass kommt, ehe wir wieder zum normalen Tagesablauf übergingen. Segler geben das ja ungern zu, aber ihr sollt wissen, dass auch wir nicht mehr so seefest sind, wie wir aussehen.

Das Einfinden in den Wachrythmus fiel mir nicht so schwer, aber das Kochen im schaukelnden Boot, musste ich auch erst wieder üben. Nach einem Tag ließ der Wind plötzlich nach und wir motorten einige Stunden, um dann bei wiederkehrendem Wind nochmals 20 Stunden segeln zu können. Dann flaute der Wind allerdings so sehr ab, dass sich auch endlich die See beruhigte und wir unter Motor ruhig durch den Pacific pflügten. Am drauffolgenden Morgen schien die Sonne, Luft und Meer inzwischen bereits 25°C warm lockten zum morgendlichen Bad. Das klare, tiefblaue Wasser ist einfach faszinierend und einladend. In diesen Tagen war das Pfingstwochenende, das in Hamburg in diesem Jahr mit Schlechtwetter und stürmischen Winden einherging, wie wir anschließend hörten. Wir nahmen die Feiertage garnicht war. Einen weiteren Tag mussten wir noch motoren, dann hatten wir wieder genug Segelwind. Nur die letzten zwei Stunden vor unserem Zwischenstopp im Minerva Riff verließ uns der Wind wieder.

Das Minerva Riff ist nahezu kreisrund mit einem Durchmesser von 2-3nm und sieht auch bei Niedrigwasser, so gut wie garnicht aus dem Wasser hervor. Es hat eine witzige Geschichte. 1972 hat ein amerikanischer Millionär auf das Minerva Riff Tonnen von Sand aus Australien gekippt und hier die Republik Minerva ausgerufen und einen Gouverneur eingesetzt. Der König von Tonga hörte das, stellte Truppen zusammen und nahm die Insel, die er als sein Territorium betrachtete, wieder in Besitz. Das ging wohl mehrmals hin und her, so steht es in einem Reiseführer, den wir an Bord haben. Die Besitzverhältnisse sind wohl auch heute noch nicht abschließend geregelt, weil auch Fiji Territorialanspruch erhoben hat, aber die Geschichte ist auf jeden Fall sehr amüsant.

Als wir das Minerva Riff erreichten waren wir das einzige Segelboot, als wir zwei Tage später wieder weiter segelten, lagen inzwischen 10 Yachten in der Lagune. 220nm lagen nun nur noch vor uns um nach Nuku’alofa zu gelangen, der Hauptstadt des Königreiches Tonga. Wir wollten gern noch vor dem Wochenende einklarieren, deshalb segelten wir am Mittwoch Abend los und unser Plan ging auf und die Einklarierung verlief recht schnell und unproblematisch. Tonga, die letzte Monarchie im südpazifischen Raum, erstreckt sich über 170 Inseln, von denen nur 36 bewohnt werden, von etwas mehr als 100.000 Menschen. Die Bewohner sind sehr religiös und christlichen Glaubens, die meisten sind Methodisten. Sie verehren ihren König sehr, obwohl sie nach einer Zeit mehrerer politischer Unruhen im Jahre 2006, jetzt eine demokratisch gewählte Regierung haben, in der zwar die königliche Familie immer noch mit 30% vertreten ist, aber nicht mehr das Regierungsoberhaupt stellt.

Für den nächsten Tag hatten wir bereits eine Inselrundtour vereinbart und Ivoke, unser Taxifahrer, holte uns pünktlich am Dinghi Port ab, derweil lag Red Cat vor Big Mama Island. Er zeigte uns u.a. eine große Tropfsteinhöhle, ein großes Steintor, von dem keiner weiß, wie es da vor 100erten von Jahren hingekommen ist und die 'Blow Holes' - Löcher in der Uferbrüstung, durch die die einlaufende Dünung Gischt 10-15m hochgepustet wird, das sieht gewaltig aus und hört sich an wie ein Geysier. In der Nähe der Stadt gibt es einen Baum auf dem sich tagsüber große, schwarze Fledermäuse (Flying Foxes) treffen und abhängen. Hin und wieder gibt es darunter eine weiße, die immer unter den Menschen hier große Unruhe auslöst, weil dann kurz danach etwas Einschneidendes passiert ist, der König starb u.ä.. Es gibt kaum Kriminalität. Im einzigen Gefängnis sitzen hauptsächlich Menschen, die sich die teuren Strafmandate für Verkehrsdelikte nicht leisten können, Diese bewirtschaften dort eine Obst- und Gemüsefarm. So erklärte uns unser Fahrer. Die tongische Bevölkerung muss keine Steuern zahlen, der Staat finanziert sich hauptsächlich aus Importzöllen. Jeder Bürger hat Anrecht auf ein angemessenes Grundstück, auf dem er anbauen kann, was er zum täglichen Bedarf benötigt, bzw. es im Tausch gegen seine Produkte erwerben kann.

Am Sonntag gingen wir zum Sonntags Gottesdienst, das war ein besonderes Erlebnis. Verstanden haben wir eher eigentlich nichts, nur das ‚Vater Unser‘ konnte ich zuordnen, aber es wurde viel gesungen und musiziert, das war sehr schön. Die königliche Familie saß vorn (der König mit Frau waren allerdings nicht anwesend), ein Mitglied der Familie hatte ein paar Tage zuvor geheiratet und das Paar nahm Glückwünsche von der Gemeinde entgegen, so auch von uns. Alle Leute in Landes typischer Tracht, echt großartig. Hier gehen alle gut gedresst, die Damen mit Abendkleidern zur Kirche, das besondere ist die Ta'ovala, eine um die Hüfte getragene Bastmatte, sie kann mehrere 100€ -1000€ teuer sein, sagte man uns.

Ein Erlebnis am Rande. Seit Anbeginn der Reise, schreibe ich regelmäßig Postkarten. Das hängt unter anderem damit zusammen, dass meine liebe Freundin Heidi kein Internet hat und ich ihr mit den Postkarten mitteile, wo wir gerade sind (meist inzwischen vermutlich gerade nicht mehr) und das es uns gut geht und ihr damit eine Freude bereite. Ich machte mich also auf den Weg zur Post um Birefmarken zu kaufen. Der Mann hinter dem Tresen verstand auch was ich wollte und blätterte sein Buch durch. Nach etwa zwei Minuten und dreimal nachsehen sagte er mir, das Porto würde 2.25 TOP pro Karte kosten. Ich sagte 10 Briefmarken bitte um es einfacher zu machen, macht 22,50 TOP. Er bemüht seinen Rechner, einmal, zweimal, dann kommt er auf das gleiche Ergebnis. Ich gebe ihm 50 TOP und er gibt mir, nach mehrmaliger Kontrolle mit seiner Rechenmaschine 27.50 TOP wieder zurück. Dann schrieb er mir eine Quittung auf der ein ganzer Roman stand. Er holte sein Briefmarken Buch und blätterte es mehrmals durch, aber er konnte keine Briefmarke mit dem Wert von 2.25 TOP finden. Er fragte mich obe er mir mehrere Briefmarken geben könne, kein Problem sagte ich. Er suchte wieder sein Buch durch, betätigte den Rechner und gab mir 10x 0.90 TOP Marken, dann wurde es schwieriger, er fand 10x 0.75. Seine Kollegin kam, er fragte nochmal ob sie denn keine 2.25 Briefmarken mehr haben würden, nein sagte sie, nach Durchsicht des Buches, die sind aus. Sie blättern das Buch wieder durch und er gab mir 10x 0.50 Marken, nun wär es gut. Nein, sagte ich, das sind nur 2.15, er möge mir anstatt der 0.75 Marken welche zu 0.90 geben, ich würde noch 0.50 TOP draufzahlen. Ich war inzwischen eine halbe Stunde in der Post und Wolf wartete. Nein, das ginge nicht. Er arbeitete wieder das Buch durch und fand, oh Wunder, noch 10 a 0.60 TOP Briefmarken anstelle der 0.50 TOP Marken, aber auch nur nachdem er wieder dreimal seinen Rechner bemüht hatte. Als ich die Post verließ war Wolf inzwischen zum Markt zurück gegangen, weil er den Eingang zur Post nicht gefunden hatte und mich vergeblich gesucht hatte. Wer jetzt also eine Postkarte aus Tonga bekommt, dem kann ich jetzt schon berichten, dass nur noch wenig Platz für Text auf den Karten sein wird, deshalb hier vorab: Es geht uns gut.

Wir genossen einige Tage die Ruhe an unserem Ankerplatz vor dem ‚Big Mama Yacht Club‘, in den wir ein paar Mal zum Essen gingen. Die Strandbar auf der kleinen Insel wird von drei Generationen sehr korpulenter Damen mit ihren Familien bewirschaftet, die sehr nett und freundlich sind. Die tongische Bevölkerung allgemein soll im südpazifischen Raum die meisten Übergewichtigen Menschen beherbergen.
Nach 5 Tagen Ruhe und einigen Einkäufen auf den lokalen Märkten, hatten wir unseren Proviant wieder soweit aufgestockt, dass wir wieder weiter wollten um den restlichen Bereich der Inselwelt Tongas zu erkunden. Davon berichte ich dann im nächsten Beitrag.

RED CAT
Sail No: GER 6852
VHF: DFLU2
Sat.Phone: +870 77 399 1272
Email: redcat@mailasail.com
Web Site: sy-redcat.de

  • Small
    Petra Peters hat am kommentiert:

    Das ist ja mal eine interessante "Postgeschichte", da können wir hier natürlich nicht mithalten ;-))) Weiterhin viel Erfolg beim Erwerb von Briefmarken.
    Liebe Grüße aus Hamburg

Marret Koll Small

Neuseeland

Das Land genau auf der anderen Seite der Erdkugel, von Europa aus gesehen,
ist landschaftlich Europa immer mal ähnlich. Man sieht Sanddühnen, breite
Strände, wie an der Nordsee, Heidelandschaft, saftige grüne Wiesen mit
Rindern und Schafen, wie in Ostfriesland, hügelige Landschaften, wie im
Allgäu, Weinberge, wie in Süddeutschland, Spanien oder Italien, auf der
Südinsel auch Berge mit Gletschern und Skigebiete in den Southern Alpes,
aber dann auch Regenwälder, Dschungel, aktive Vulkane, Geysire und heiße
Quellen, sowie scheinbar endlose, unbewohnte Gegenden und Wälder.

Nur 4,5 Millionen Menschen leben hier auf 270.500 qkm Land, das entspricht
flächenmäßig und in der Bevölkerungsdichte in etwa Norwegen. Die Ausdehnung
der zwei Inseln ist etwa vergleichbar mit der Strecke von der Nordspitze
Frankreichs bis zur Südspitze Gibraltars. Wir sind mit dem Camper durch
beide Inseln insgesamt ca. 5000km gefahren. Trifft man im Landesinneren der
Nordinsel noch alle 5 Minuten ein Auto, sind es auf der Südinsel 8-10
Minuten, in denen man wieder mit Gegenverkehr rechnen muss. Erschreckend
sind da nur die Holztransporte, große Trucks mit gewaltigen Anhänger und
Holzstämmen beladen, die mit großer Geschwindigkeit (etwa 100kmh) einem
meistens in den Kurven begegnen.

 Auf Neuseeland wird planmäßig Holz, meist kanadische Kiefer, angepflanzt und
abgeholzt. Hauptabnehmer sind China und Japan. Natürlich sieht man auch
viele, viele Schafe, aber inzwischen auch genau so viele Rinder. Neuseeland
ist Haupt Milch Lieferant im südpazifischen Raum. Erstaunlicher Weise sieht
man, besonders auf der Südinsel auch viel Rehwildfarmen. Das Fleisch soll
hauptsächlich nach Deutschland und das übrige Europa exportiert werden,
sagte man uns. Über ganz Neuseeland verteilt gibt es immer wieder Wein- und
Obstanbau. Der Wein ist ausgezeichnet, die Qualität im
Preisleistungsverhältnis super. Das Hauptgebiet für Wein, liegt im Norden
der Südinsel in der Marlborough Gegend, aber auch die anderen Gebiete
produzieren hervorragende Weine. Wir haben mehrere Weinkellereien besucht:
Karikari, Giesen, Wither Hill, Cable Bay, um einige zu nennen. Super
aufgemacht, die größeren bieten nicht nur Weinproben, sondern auch leckere
Küche nebenbei an. Das Ganze wird sehr interessant und designerisch
ansprechend präsentiert. Wir waren allgemein von der Qualität der Kochkunst
und ihrer Vielfältigkeit sehr beeindruckt. Natürlich gibt es auch, besonders
in den ländlichen Gegenden, viel Fastfood, Fish and Chips, typisch englisch,
aber meistens sehr gut, wird auf fast jeder Speisekarte vorgehalten. Die
frische asiatisch inspirierte Küche, die wir besonders in Auckland ganz
häufig angeboten bekamen, haben wir sehr genossen. Dazu gehört auch immer
viel frischer Fisch und einheimische Austern, sowie Sushi und Co., was uns
immer gut gefällt. Wolf liebt ja Austern und davon leben hier in den
Gewässern viele unterschiedliche, er sagt, sehr leckere Arten. Ihr merkt, es
ist doch eher eine kulinarische Reise gewesen.


Vor gut 250 Jahren kamen die ersten, meist englischen, Siedler nach
Neuseeland. Sie verhandelten einen Vertrag mit den Maoris, die schon etwa
500 Jahre früher, ursprünglich aus Polynesien hierher kamen. Das Abkommen,
dass im Norden NZs in der Nähe von Russell unterzeichnet wurde, schränkte
die Rechte der Maoris stark ein und vertrieb sie letztendlich mehr und mehr
von ihren Siedlungsplätzen. Außerdem erkrankten die Eingeborenen an den von
den Siedlern eingeschleppten Krankheiten und dezimierte ihre Anzahl
beträchtlich. Heute beträgt der Anteil der Maori-Bevölkerung nur noch 10%.
Man trifft hier aber immer wieder Europaer, die in den letzten Jahrzenten
hierher ausgewandert sind, auch wenn die Einbürgerungs-Voraussetzungen nicht
einfach zu erfüllen sind. Wenn man unter 35 Jahren ist, einen gefragten
Beruf hat, bzw. hier innerhalb einer kurzen Zeit ein lukratives Geschäft ins
Laufen bringt, kann man hier auch länger als die üblichen 6+3 Monate
Aufenthalts-Visum-Zeiten bleiben. Wir trafen z.B. Ingo S. (40 Jahre) aus
Brandenburg, der vor mehr als 15 Jahren hierher auswanderte und ein Geschäft
eröffnete in dem er Bekleidungsstücke herstellt und individuell bedruckt.
Auch, wenn es mal zwischenzeitlich nicht so gut lief, ist er sehr zufrieden
und möchte nicht zurück nach Deutschland. Seine drei Töchter sind hier
geboren und fühlen sich hierher gehörig. Zu Deutschland, wo man sie
anstarrt, wenn sie barfuß durch die Stadt laufen, haben sie außer der
Verwandtschaft, keine Beziehung. Auch Christian E. (84 Jahre), den wir auf
einem Ankerplatz kennenlernten, lebt inzwischen seit 35 Jahren hier. Seine
Töchter, noch in der vorherigen Station, Südafrika, geboren, leben
inzwischen auch wieder hier. Die eine hat einen Schweden, die andere einen
Holländer, die dritte Tochter einen Brasilianer geheiratet. Interessante
Lebenswege kann man hier allemal immer wieder zu hören bekommen.

Eine lustige Geschichte hörten wir auch unterwegs mitten im Land. Auf dem
Straßenatlas war ein Ort namens ‚Becks‘ eingezeichnet. Wir überlegten dort
einen Stopp mit Fahrerwechsel einzulegen, schließlich erweckt der Name Becks
ja gewisse Erinnerungen an Deutschland. In dem Ort gab es auch wirklich
einen Pub vor dem wir Halt machten. Außer uns war nur noch ein Biker an der
Bar und wir fragten nach einem kleinen Lunch. Ja, kein Problem, das könne
sie machen, sie würde Dies oder Das anbieten, sagte die Wirtin. Wolf kam mit
dem Wirt ins Gespräch, er bot auch Beck’s Bier vom Fass an seiner Bar an,
der Pub wurde in dritter Generation von der Familie geführt. Ob er denn
genügend Auskommen hätte und wie viele Menschen im Ort leben würden, fragte
Wolf nach. Ja, sagte er, sie würden zurecht kommen, es würden ja immer mal
Touristen anhalten, so wie wir. Zudem kämen zur Schafschur immer mal die
Schafschehrer und würden bei ihnen für einige Zeit logieren und außerdem
würden im Ort noch 4 weitere Personen wohnen, die kämen hin und wieder auch
vorbei. Ein doch sehr beschauliches Leben. Ein ‚Ort‘ dieser Größe, würde
doch in unseren Straßenkarten garnicht erwähnt. Das ist halt Neuseeland.

Uns hat unser Aufenthalt in Neuseeland sehr gut gefallen, das Land hat viel
zu bieten. Es lässt sich hervorragend mit dem Camper bereisen und erkunden,
da das Land flächendeckend mit bestens ausgestatteten Campingplätzen
überzogen ist. Spezielle Apps (CamperMate oder CampingNZ) geben über die
Ausstattung und Qualität Auskunft. Besonderen Eindruck hinterließen bei uns:
Die Gletscher am Franz Josef Pass, die blauen kleinen Pinguine in Oamaru,
die Art Deko Häuser in Napier, die großen Felskugeln im Wasser vor Moeraki
(Moeraki Boulders), die Walbucht vor Kaikura, die Erdbeben erschütterte
Stadt Christchurch, die hervorragenden Restaurants in Auckland und die
stehts freundlichen, aufgeschlossenen und zuverlässigen Neuseeländer. ;-)).
Aber auch die Vielfalt der Landschaften, die bemerkenswerte Natur, die
Regenwälder, die großen Kauri Bäume, die teilweise mehrere Tsd Jahre alt
sind, der aktive Vulkan - White Island, der Hot Water Beach, die
Seenlandschaften und die endlosen Küstenstreifen haben uns sehr fasziniert.
Wir planen zur nächsten Zyklonzeit, in der wir unser Boot in einer
Wirbelsturm freien Zone unterbringen müssen, wieder nach Neuseeland zu gehen
und uns spezielle Teile des Landes noch einmal intensiver anzusehen.

 Ein paar Fotos aus unserer Neuseelandzeit:

  • Small
    Petra Peters hat am kommentiert:

    Nun ist es wieder soweit, schöne Bilder und interessante Berichte.
    Und die Postkarte ist auch angekommen. Vielen Dank.
    Dann wünschen wir Ihnen eine gute Zeit und bis bald.

Marret Koll Small

Von Tonga über Fiji nach Neuseeland

Unser Törn von Suwarrow nach Tonga entwickelte sich etwas anstrengender, als wir es uns gedacht hatten. Nachdem wir Suwarrow und Harry, der noch am Strand seiner Insel uns nachwinkte, langsam aus den Augen verloren, segelten wir mit achterlichen Winden unserem Ziel entgegen. Die Nacht war stockfinster, der Mond ging erst kurz vor der Sonne auf und es regnete sogar zwischendurch. Es zogen Squalls (kleine Schlechtwettergebiete mit Regen und Wind) an uns vorbei und der Wind wurde stärker. Ab mittags des zweiten Tages pendelte sich die Windstäke zwischen 25-35kn ein (6-8 Bft). Hinzu kam eine zunehmend unangenehme Welle, die nicht wie der Wind immer von achtern kam. Am vierten Tag, flaute der Wind langsam ab und Tonga kam langsam näher. Es gab allerlei kleine und größere Schäden zu vermelden, das Bimini (die Sonnenüberdachung vom Cockpit) war eingerissen, die Sonnenschutzfolie von der Genua (unserem großen Vorsegel) hatte sich gelöst und flatterte im Wind. Es hatte an diversen Stellen reingeleckt, in unserem Kleiderschrank, hinter die Verkleidung der Küchenoberschränken und das hatte die Steuerung des Tiefkühlers lahmgelegt. Außerdem hatten wir unbemerkt den Sonntag verloren. Wir waren über die Datumsgrenze gesegelt und nun kamen wir nicht, wie gedachtt am Sonntag an, auf Tonga war bereits Montag. Dies hatte dann aber den Vorteil, dass die Behörden arbeiteten und wir problemlos gleich einchecken und auf dem Markt frische Lebensmittel einkaufen konnten.
Wir hatten unterwegs schon Mailkontakt mit unseren Freunden Katja und Andreas von der ‚Saphira‘ aus Wurzburg aufgenommen, mit denen wir uns auf Bora Bora angefreundet hatten. Sie erwarteten uns bereits, da sie weiter nach Süden wollten. In Neiafu trafen wir auch Robert und Ursel aus Hamburg von der ‚Yara‘ wieder, die wir schon 2014 in Grenada, das erste Mal getroffen hatten. So konnten wir uns gleich einige Tipps und Empfehlungen einholen wo wir die kommenden Tage gut essen, einkaufen, etwas von der Insel sehen und entspannen könnten. Wir hatten ja nicht viele Tage Zeit, da wir spätestens am 30.10. in Fiji sein mussten, wenn Peter in Nadi landen würde, um uns für Törn nach Neuseeland zu verstärken.
Das Königreich Tonga, dass zum Commonwealth gehört, besteht aus mehreren Inselgruppen, wir besuchten nur die nördlichste, die Vavau Gruppe. Die anderen sparen wir uns für das nächste Jahr auf.. Der vulkanische Ursprung ist noch sehr deutlich zu sehen. Kurz vor Tonga ist ein über 10.000m tiefer Graben im Pazifischen Ozean. Gewaltig, wie sich die Inseln meist recht steil aus dem Meer erheben, sie bilden Grotten, in die man teilweise sogar mit dem Dinghi reinfahren kann. Wir hatten den Tipp bekommen so eine Höhle zu besuchen. Unser Ausflug in die Swallow Cave hat mich total begeistert, die Kuppel, die wie ein Dom anmutet, hat oben eine Öffnung mit Blick in den Himmel, an den Deckenbögen hingen hunderte Fledermäuse, unter uns waren, in dem bis zu 16m tief aquamarinblauen Wasser, Millionen kleiner Fische, die sich in Schwärmen mal nach links mal nach rechts bewegten. Dieses Schauspiel war aber nur ein paar Stunden am Tag so richtig zu erleben, so zwischen 15-18 Uhr, weil dann die Sonne in die Grotte scheint und das Wasser beleuchtet. Wir unternahmen zusammen mit Robert und Ursel auch eine Sightseeing Tour über die Hauptinsel Vavau, wo uns besonders Eneyo, ein älterer Mann, der mal für die Regierung tätig war, beeindruckte. Er unterhält jetzt ein Restaurant am Strand beim botanischen Garten und erzählte uns viel interessantes über die Geschichte Tongas und sein Leben.
Nach vier Tagen ging es weiter nach Fiji. Unser erster Hafen  war Savusavu auf der zweit größten Insel Vanua Levi, der Inselgruppe der Fijis. Schon hier fiel uns auf, dass die Bevölkerung Fijis sich optisch von den bisher besuchten Inseln unterscheidet. Lange Zeit wurden viele Inder für die Arbeiten auf den Zuckerrohrplantagen angeworben. Immerhin 38% der Bevölkerung sind Hindus und sie prägen auch das Bild der Orte, was die Menschen, das Essen und die Auslagen der Geschäfte betrifft. Auch heute wird noch Zuckerrohr angebaut und vor der Ernte abgebrannt, was wir deutlich jeden Tag an Bord durch die Rußpartikel auf unserem Deck feststellen konnten. Bevor wir auf den Langtörn nach Neuseeland starteten, machten wir noch Halt an ein paar dieser kleinen, romantischen Inselchen, die dem Südseeflair, das man so aus Bilderbüchern kennt, bestens entsprachen.  So lagen wir noch für einen langen Tag vor Malolo Island in der Musket Cove, einer wirklich sehr schön bebauten Bucht, deren Besitzer dort einen Yacht Club (MCYC) ins Leben gerufen hat, der immerhin inzwischen 17.380 Mitglieder hatte, es gibt ein Clubhaus, ein paar Jollen und jährlich wird eine Regatta veranstaltet. Jetzt hatte der Club 3 weitere Mitglieder bekommen (Wolf, Peter und mich).
Die 1100nm nach Neuseeland gestalteten sich sehr unterschiedlich. Zuerst konnten wir ganz schön segeln, dann ging der Wind zurück, dass wir mehrere Stunden motoren mussten, dann kam gegen Abend wieder Wind auf. Ab dem 4.Tag konnten wir 4 Tage lang nicht mehr segeln, weil der Stille Ozean, wirklich still war. Manchmal spiegelten sich die Wolken richtig klar umrissen in der Wasseroberfläche. Eines Morgens legten wir dann noch einen Badestopp ein. Das Wasser war bereits von 28° auf 22° abgekühlt, aber es war herrlich erfrischend und eine angenehme Abwechselung. Auch das Angelglück hatte uns mal wieder verlassen.
Erst als wir kurz vor Neuseeland (noch 200nm entfernt) als wir gerade wieder richtig Wind bekamen (-33kn Win), biss ein kleiner Tuna an, den wir dann in Opua komplett als Sashimi-Mittagsmahlzeit genüsslich verspeisten. Es war auch das einzig Frische, dass man uns bei der Einreise nach Neuseeland ließ, alles andere, die letzten Steaks, das eingekochte Gulasch, Obst- und Gemüsereste verschwanden alles in einer großen Mülltüte der Behördenvertreter, die kurz nach unserer Ankunft an Bord gekommen waren. Neuseeland hat in dieser Hinsicht besonders strenge, für mich teilweise unverständliche Vorschriften. 

Von unseren weiteren Abenteuern hört ihr erst wieder im April 2016, da ich jetzt erstmal Neuseeland auf dem Landweg erkunde und Wolf und ich anschließend mehrere Monate in Hamburg sind.

Auckland
Auckland Region, New Zealand
Marret Koll Small

Suwarrow, Cook Islands

Nach fast 5 Tagen auf dem Südpazifik von Bora Bora kommend, hatten wir
morgens unser Ziel Suwarrow erreicht. Das Atoll gehört zu den Cook Islands,
ein eigenständiger Staat, unter dem Protektorat Neuseelands. Es gehören 15
Inseln zu den Cook Islands, 3 davon sind unbewohnt, dazu gehört auch
Suwarrow, obwohl hier 6 Monate im Jahr ein Ranger lebt, der den Naturpark
beaufsichtigt und pflegt. Seit 2 Jahren ist das Harry mit seiner Frau Vaine.
Kurz nachdem unser Anker gefallen war, erschienen als erstes einige Haie
hinter unserem Heck. Es waren ‚Black tipped Sharks‘ (ca 1,20-1,50m lang),
ein beige farbener Hai mit schwarzen Flossenspitzen, diese Art hatten wir
schon in Rangiroa kennen gelernt. Dort hatte man uns erklärt, dass diese
Haiart harmlos ist. Da wir nach der langen Segeltour und bei den
Temperaturen von 27°-29°C ein großes Bedürfnis nach Erfrischung hatten,
stieg ich mutig, mit Schwimmbrille bewaffnet, ins Wasser um die Haie besser
im Augen behalten zu können. Sie zeigten zwar Interesse an mir und
begleiteten mich auf dem Weg ums Boot herum, aber sie blieben immer in ca
2-3 m Entfernung. Eine Runde war mir dann beim ersten Mal allerdings doch
genug. Nach mir gingen dann auch Wolf und später auch Alex ins Wasser. Immer
begleitet von unseren Bodyguards.
Etwa eine halbe Stunde nach unserer Ankunft kam dann Harry an Bord, um die
Einreiseformalitäten abzuwickeln und unsere Pässe, die Bootspapiere und
unseren mitgebrachten Proviant zu kontrollieren. Es ist schon ein recht
aufwendiges Verfahren, dass man sich immer wieder anmelden und abmelden
muss. In Bora Bora hingen wir zum Schluss drei Tage fest, weil die
Unterlagen aus Tahiti nicht vorlagen und wir deshalb nicht ausreisen
konnten. Wir werden jedes Mal gefragt, wo wir herkommen und wo wir hin
wollen. Angeblich, weil sie es an die entsprechenden Behörden weiterleiten
wollen, aber bisher wussten die Behörden nie dass wir kommen. Also, so gut
ist die Vernetzung dann doch noch nicht. Wie gut. Harry erklärte uns,dass er
die gesammelten Belege am Ende seiner Zeit mitnimmt, den Behörden übergibt
und sie archiviert werden. Aha.
Suwarrow ist ein kleines, friedliches Eiland und war 1840 mal in russischer
Hand, so erzählte uns Harry von der Geschichte Suwarrows, daher auch die für
die Gegend ungewöhnliche Schreibweise des Namens. Bekannt geworden ist die
Insel durch Tom Neale, der hier viele Jahre verbrachte und ein Buch über
seine Robinsonade geschrieben hat, das ein Bestseller wurde und viele
Menschen inspirierte auch von einem einsamen Inselleben zu träumen. Er
selber soll gesagt haben, dass er, wenn er gewusst hätte wie beschwerlich
das einsame Leben so ist, es nicht wieder wählen würde. Auf der anderen
Seite hat er 6 Kinder gehabt, die ihm auf der Insel ein kleines Denkmal
gesetzt haben.
Wir genossen die Ruhe und Einsamkeit, gingen schnorcheln, entdeckten ein
Wrack am Riff, zu dem uns Harry später die Geschichte erzählen konnte, waren
beeindruckt von den großen, meist intakten Korallenköpfen und beobachteten
unsere Bodyguards. Nach vier Tagen verließen wir unser kleines Paradies, mit
mehreren frischen Kokosnüssen ausgestattet, Richtung Königreich Tonga. Eine
stürmische Überfahrt über 700 nm nahm einen ruhigen Anfang.
Erklärung zu deen Fotos:
1 Suwarrow 2 Haus von Tom Neale, Rangerhaus 3 Tom Neale Gedenkstein
4 die Bodyguards 5 Sonnenuntergang zum Abendbrot 6 Stilleben am
Strand

  • Small
    Schmekel, Joerg hat am kommentiert:

    Lb. Marret, lb. Wolf, lb. Alex, danke für Bericht, Bilder, Bürokratie, Bodyguards .... Gibt es DAS Paradies auf Erden? Sharks seem to be everywhere .... Begleite Euch auf Karte und wohlmeinenden Gedanken ... Kann ich Euch telef. in DE erreichen, wenn ihr Hurricane-Pause macht?
    Marret: ich hätte mir ein Erfrischungsbad nicht zugetraut... Woher nimmst Du Dein Vertrauen .... trotz bodyguards? Lasst' Euch von einem farbenprächtigen Heidelberger Herbst mit max. 18°C berichten. Der gesamte Malkasten ist prächtigst ausgepackt ... perfekter Indian Summer: vor der Tür. Sichere Reise -> Tonga; freut' Euch a.d. Königspalast gleich in der Nähe des Hafens. Bon voyage. Joerg

  • Small
    Marret Koll hat am kommentiert:

    Lieber Jörg, vielen Dank mal wieder für deinen aufmerksamen Kommentar, freue mich immer sehr. Schreib uns doch mal eine Mail auf redcat@mailasail.com dann gebe ich dir die Daten durch,

Marret Koll Small

Mit der Red Cat in Französisch-Polynesien vom 19.09 - 05.10.2015

Reisebericht von Birthe Becker:
Aus einer Spaß-Mail von Marret wurde ernst.  Mit Marret und Wolf haben wir
bis jetzt die schönsten aber auch die spontansten Urlaube erlebt.

Anfang August berichtete uns Marret wie schön Französisch-Polynesien sei und
das „unsere“ Kabine ab Mitte September wieder frei wäre. Ein Anruf bei Andi
ergab das Übrige – auch er war „Feuer und Flamme“ für Bora Bora, anstelle
von zwei Wochen herbstliches Segeln auf der Ostsee. Kurzer Hand habe ich die
Flüge gebucht – dreimal Umsteigen und 24 Stunden reine Flugzeit (Paris, LA
und Papeete). Die Vorfreude zu Hause beginnt späestens immer dann, wenn die
ersten Kartons von Oyster oder dem Hit-Technopark, von verschiedenen
Paketzustellern eintreffen, die mitgenommen werden sollen. Den Plan nur eine
Reisetasche im Handgepäck mitzunehmen, gaben wir auch diesmal auf.

Der Flug war erstaunlich locker und als wir auf Tahiti landeten und von
Blumen geschmückten Polynesiern mit Musik begrüßt wurden, kam auch sofort
Urlaubsstimmung auf. Der Eilandhopper nach Bora Bora war schon Urlaub. Auf
Bora Bora angekommen ging es wir mit dem Wassertaxi zum Festland – vorbei an
der Red Cat. Hier wartete schon Alex mit dem Dingi auf uns. Das Gepäck war
schnell verladen – aufgrund des doch recht ordentlichen Wellenganges mussten
wir langsam fahren und dann waren wir wieder an Bord. Die herzliche
Begrüßung von Marret und Wolf – toll – wie „zu Hause“.

Nach einem ausgiebigen Frühstück – das einheimische Obst ist einfach
köstlich – wurde dann die Törn Besprechung gemacht. Wolf schlug vor von Bora
Bora nach Tahaa und Raiatea zu segeln und dann den Rückweg nach Bora Bora
anzutreten.
Zunächst haben wir uns aber erstmal Bora Bora angesehen. Der Ort Vaitape
verfügt über 2 große Supermärkte (ich war sprachlos) mit allerlei
französischen Leckereien, mehreren Schmuck- und Perlengeschäften und andere
Souvenirläden. Beim Shoppen kann man dann schon sehr viel beobachten. Die
French-Polynesierer gehen ungern zu Fuß. Das Auto wird direkt vor dem
Eingang des Supermarktes geparkt. Wenn kein Parkplatz frei ist, wird so
lange gewartet bis ein Parkplatz vor der Tür frei wird. Dies führt durchaus
zu längeren Warteschlangen auf der Straße – was hier aber niemanden stört.
Mit dem Taxi ging es um die Insel herum und man wusste und sah - man ist im
Paradies angekommen. Die blauen und grünen Farben – traumhaft. Abends haben
wir stilecht im Bloody Marys Cocktails getrunken und danach lecker gegessen.

Dann wurden die Segel gesetzt und auf nach Tahaa. Die Inselatolle haben
richtige Ein- und Ausfahrten (Pässe genannt), so was hatten wir noch nicht
gesehen, echt beeindruckend - vor allem die Brandung rechts und links der
Pässe auf den Riffen.
Auf Taaha haben wir in der traumhaften Bucht von Tapamu gelegen,
geschnorchelt und zahlreiche bunte Fische gesehen – ein lebendes Aquarium.
Abends wollten wir in das nahegelegene Hotel zum Essen – dies war aber
leider komplett ausgebucht. Am nächsten Tag umrundeten wir Tahaa innerhalb
der Lagune und ankerten in der Bucht von Haamene. Unsere geplante
Inselführung fiel aus, da es keinen Inselführer gab. Aber eine Bucht weiter
(Faaaha-Bucht) haben wir dann die bekannteste Vanillefarm der
Gesellschaftsinseln besichtigen können. Besitzer war ein Däne aus
Kopenhagen. Wir wurden am Steg abgeholt und zur Farm gefahren und in die
Geheimnisse der Vanillezucht eingeweiht. Das war sehr interessant. Herr
Hansen liefert in die ganze Welt seine Vanille. Alle großen Sterne-Hotels
bestellen in French Polynesien ihre Vanille, da es die beste Vanille der
Welt ist. Wir haben auch ordentlich Vanille gekauft (langt wahrscheinlich
bis zu unserem Lebensende).

Am nächsten Tag ging es nach Raiatea. In Uturoa, dem Hauptort, sind wir vor
Anker gegangen. Um Raiatea näher kennenzulernen, haben wir auch diesmal
versucht einen Guide zu finden – wir versuchten es beim Touristenbüro. Das
Büro hatte aber aus nicht ersichtlichen Gründen geschlossen – eine nette
Dame vom Souvenirshop gegenüber hat uns dann aber einen befreundeten
Taxifahrer empfohlen, der uns dann rumgefahren hat. Giovanni war, wie man
bei dem Namen schon vermutet, äußerst geschäftstüchtig. Aber seine Tipps und
die angebotene Tour waren wirklich super. Als erstes wurde eine Perlenfarm
angesteuert. Hier erwartete uns eine junge Frau, die uns sehr anschaulich
die Perlenzucht erläuterte. Hinterher ging es in ihren kleinen Schmuckladen,
der im Vergleich zu allen anderen Perlengeschäften, die wir in den Wochen
sahen, wirklich schöne Sachen anbot, die bezahlbar waren. Mit vollen Taschen
ging es weiter zur größten religiösen Kultstätte, dem Marae Taputapuatea.
Hier wurden wir in den althergebrachten religiösen Gebräuche eingeführt.
Die Stätte war zunächst dem Kult von Ta’aroa, dem Gott des Meeres und der
Fischerei, geweiht. Das Zeremoniell um Ta’aroa war sehr komplex und umfasste
auch – zunächst nur wenige Menschenopfer. Etwa ab dem 15. Jahrhundert nahm
Oro, der Kriegsgott, die Stelle von Ta’aroa ein und forderte verstärkt
Menschenopfer. Der Kult strahlte auf die benachbarten Inseln, insbesondere
auf Tahiti aus. Dies verhinderte jedoch nicht ständige Kriegshandlungen der
Stämme untereinander, die auch zur Beschaffung der Menschenopfer dienten.
Wir haben vollständig die Kultstätte verlassen und sind zur Ankerstätte von
James Cook gefahren und dann weiter zu einer Vanillefarm mit zahlreichen
anderen Früchten und Gewürzen. Hier haben wir Cava gegessen (nicht
getrunken) und grünen Pfeffer am Strauch bewundert.

Da noch etwas Zeit war, haben wir auch noch die Insel Huahine angesteuert,
da es die schönste Insel sein soll. Und dieses können wir wirklich
bestätigen. Es fing alles damit an, dass wir einen Wal mit Kind gesehen
haben – mein Traum wurde war. Und bei der Inselrundfahrt haben wir eine
wirklich sehr sympatische Insel mit traumhaften Farben und weißen
Sandstränden kennengelernt – unbeschreiblich. Die Führerin kam selbst aus
Orleans und ist nach einem Urlaub auf Huahine hängengeblieben. Von ihr
erfuhren wir auch, dass die gesamte Infrastruktur (Straßen, Bildung etc.)
von der französischen Regierung bezahlt wird. Die Einheimischen selber
leben überwiegend von ihren Obstplantagen und der Fischerei. Sie sind sehr
zufrieden mit dem was sie haben und wollen in der Regel auf keinem Fall die
Inseln verlassen. Dies macht auch die Liebenswertigkeit der Menschen aus.
Wir können es nur bestätigen. Dann ging es auch schon zurück nach Bora Bora.

Hinter uns lagen 2 traumhaft schöne Wochen in der Südsee, die wir auf keinen Fall missen
möchten.
Vielen Dank Marret und Wolf
Erklärungen zu den Bildern:

1  Die Atolleinfahrt von Bora Bora                    7  Vanilleplantage

2  Südseefarben - traumhaft                            8  Vanille beim Trocknen

3  Strandimpression

4  Essen im Bloody Marys

5  Bucht von Haamene

6  RED CAT vor dem Tahaa Island Resort 

  • Small
    Petra Peters hat am kommentiert:

    Dieser Reisebericht ist wirklich gelungen. Das waren sicher zwei wunderschöne Wochen. Zur kalten Ostsee kein Vergleich ;-)))
    Bin gespannt, ob die Vanille intensiver ist, vielleicht steht es ja im nächsten Bericht.
    Sehen auch größer aus oder täuscht es auf dem Bild?

  • Small
    Marret Koll hat am kommentiert:

    Wir hatten auch zwei sehr schöne Wochen zusammen. Ich danke Birthe für den schönen Bericht und Ihnen für den netten Kommentar.

Marret Koll Small

Die Gesellschafts-Inseln

Die Iles de la Societé (franz.) oder Society-Islands (engl.) wie sie auch
heißen, bilden den westlichen Teil der Französisch-Polynesischen Inselwelt.
Sie liegen um den 17° südlichen Breitengrad, ziemlich genau zwischen dem
Südamerikanischen und Australischen Kontinent im Pazifik. Nach Tahiti ist
Raiatea die größte und Bora Bora wohl die bekannteste der Inselgruppe. Die
Inseln zeichnen sich fast alle durch ein Archipel in der Mitte und eine von
Atollen eingefasste Lagune draußen herum aus.
Von Tahiti und Moorea aus kommend, steuerten wir zuerst Huahine, 90 sm
östlich gelegen, an. Huahine hat mehrere Pässe um durch die Atolle in die
Lagune zu gelangen, aber mit unserem Tiefgang von knapp 3 m steht uns nicht
immer jeder Weg offen. Das ist auch der Grund, weshalb man in diesem
Segelrevier auf fast 50% Katamaran-Segler trifft. Die Boote haben einen
wesentlich geringeren Tiefgang, häufig sind sie sogar noch mit
Steckschwertern ausgerüstet, die den Tiefgang (unter 1m bei gleicher Größe
mit unserem Boot) weiter verringern und innen ein enormes Platzangebot
bieten. Da es hier kaum Hafenliegeplätze gibt, wo die doppelte Breite bei
den Hafengebühren negative Auswirkungen haben könnte, sind Katamarane sehr
beliebt, vor allem bei Chartercrews. Wir hatten uns für den westlichen Pass
Avapehi entschieden, da wir dann vom Hauptort Fare aus die Insel erkunden
wollten. Meine Tochter Hetti, die für gute zwei Wochen mit uns die Inseln
erkunden wollte und Alex hatten auf einem ersten Erkundungs Landgang viele
interessante Infos gesammelt. Am nächsten Morgen brachen die beiden früh zu
Hettis allererstem Tauchgang auf. Sie kam schwer begeistert zurück. Matt,
ihr Tauchlehrer hatte alles bestens erklärt und sie hatte alles richtig
gemacht und viel gelernt. Super. Am nächsten Tag machten wir eine
Inselerkundung unter der Leitung von Manava von Ecotours. Er zeigte uns
viele interessante Dinge auf Huahine, wie z.B. die historischen Plattformen,
das Museum, eine traditionelle Fischfalle, eine Vanillefarm, sowie wild
wachsende Vanille, diverse Heilpflanzen, schöne Ausblicke und die heiligen
Aale. Da diese nicht getötet werden dürfen, statt dessen von vielen
gefüttert werden, sind sie riesig, dick, lang und alt. Leben in einem
kleinen Tümpel, etwas beengt, aber vermutlich glücklich.
In Fare gibt es auch einen sehr gut sortierten Supermarkt, in dem wir
unseren Proviant aufstocken konnten, bevor wir erst in die etwas südlicher
gelegene, himmlisch ruhige Bucht Port Bourayne gingen und uns dann auf den
Weg weiter nach Osten zur Insel Tahaa machten.
Die Insel Tahaa liegt nördlich der Insel Raiatea in dem gleichen Atoll.
Raiatea (12.000 Einwohner) ist recht groß, Tahaa dagegen wesentlich kleiner
und verträumter. Wir warfen unseren Anker vor dem Hibiscus Restaurant in der
Haamene Bay, und gingen zum Abendessen an Land. Die Bucht war sehr schön
grün, aber dunkel, auch das Wasser war dunkelgün und sah nicht so richtig
einladend aus, sodass wir am nächsten Morgen den Anker wieder auf nahmen und
weiter nach Bora Bora segelten. Trotz zweier auslegter Angeln, hatten wir
wieder kein Glück und so gegen 17 Uhr machten wir an einer Mooringtonne vor
dem Mai Kai Marina Restaurant fest. Hier bekamen wir nach mehreren Tagen
endlich mal wieder freien Internetkontakt, sodass wir unser Bedürfnis nach
aktuellen Informationen und Familienkomtakten stillen konnten. Das Mai Kai
hat zudem eine sehr gute Küche, die wir an dem Tag, das erste Mal genießen
konnten. Alex kannte den Chef,Teva, schon aus dem vergangegenen Jahr und er
kam später an unseren Tisch um Alex und uns zu begrüßen. Das Essen war sehr
lecker und die Portionen, in diesem Restaurant eher übersichtlich, was sonst
auf den polynesischen Inseln selten vorkommt, für uns sehr ok.

An einem der nächsten Tage besuchten wir auch das 'Bloody Marys', eine
Institution auf Bora Bora. Wolf war schon vor 15 Jahren dort gewesen. Das
Bloody Marys hat vor ein paar Jahren den Besitzer gewechselt. Damals war
Wolf in dem alten Outfit, das Teil der Filmkulisse vom Film South Pacific,
dessen Drehort nebenan im jetzt geschlossenen Hotel Bora Bora war. Das neue
Bloody Marys ist sehr exclusiv aufgemacht, ein großes Polynesisches Haus mit
Palmblattdach und Tischen aus Hochglanz lackiertem Holz. Man sitzt auf
Hockern aus Palmstämmen. Geblieben ist der Sandboden. Das Essen ist
excellent mit noch annehmbaren Preisen. Es gibt keine Speisekarte, am
Eingang ist eine Präsentation der Fische, der riesigen Langusten und des
Fleischangebotes aufgebaut, und ordert dort sein Menü. Die wirklich guten
'Bloody Marys' Drinks gibt es an der originellen Bar im Entree, ebenfalls
mit Palmblatt Dach. Daneben ist ein Pinboard mit signierten (meistens)
Dollarnoten der Gäste. Draußen stehen Tafeln mit den Namen all der Promis,
die das Restaurant besucht haben. Es ist einen Besuch wert.
Es gibt noch ein Restaurant, das einen Beuch wert ist, das Matira Beach
Restaurant. Es liegt unweit des Bloody Marys direkt am Matira Strand und hat
japanisch angehauchte Küche. Sushi, Sashimi und ein Live Cooking Bereich, an
dem der Chef mit künstlerischen Einlagen seine Speisen bereitet. Ein
Erlebnis für die Sinne, das wir erst an einem unserer letzten Tage auf Bora
Bora entdeckten.

An den nächsten Tagen gingen Hetti und Alex noch einmal auf Tauchtour,
innerhalb und außerhalb des Atolls und wir gingen auf eine
Walsichtungs-Tour. Wir sahen zweimal Wale, allerdings immer weit entfernt
und sie tauchten dann nicht wieder auf. An einem Regentag machten Hetti und
ich einen Einkaufsbummel um Souveniers für die Daheimgebliebenen zu kaufen.
Schneller als gewünscht gingen die schöne Tage mit Hetti zu Ende. Ich
begleitete sie mit Fährbootshuttle zum ‚Bora Bora Airport, der auf einem
Motu man Atollrand liegt und gemütlich klein ist mit Strand zu beiden
Seiten. Hetti schlug sich noch eine Trink-Kokosnuss auf, ein letztes Südsee
Feeling und dann ging es für sie zurück nach Hause, zurück zum Studium.
Wir hatten auf Bora Bora netten Kontakt zu den Crews eines deutschen und
eines österreichischen Bootes aufgenommen, mit denen wir am letzten Tag noch
Kontaktdaten ausgetauscht hatten. Dann starteten wir einen Tag später
Richtung Maupiti und fingen mit unserer Angel einen 3m Marlin, wie ich in
dem nächsten Blogbeitrag beschrieben hab. Ein paar Tage später machten wir
einen zweiten Anlauf und kamen diesmal auch ohne Hindernisse dort an. Wir
ließen den Anker auf einem traumhaft, türkisen Fleckchen fallen. Auf Maupiti
ticken die Uhren nochmal wieder sehr viel langsamer. Die Menschen sind nett
und freundlich, die Häuser stehen an der Uferstraße, zu beiden Seiten
aufgereiht, es gibt diverse Kirchen, eine Schule, zwei kleine Einkaufsläden,
eine Snackbar, ein Restaurant, Soviel haben wir zumindest gesehen.
Eigentlich wollten wir abends nochmal in den Ort zurück und im Restaurant
essen, aber wir wurden auf der Dinghifahrt zurück zum Boot so nass, dass
Wolf keine Lust mehr hatte sich noch einmal ins Dinghi zu setzen.
Am nächsten Tag segelten wir zurück nach Bora Bora wo wir unsere Freunde
Birthe und Andy in Empfang nahmen, die schon das vierte Mal für einige
Wochen zu uns an Bord kamen. Mit ihnen zusammen segelten wir noch einmal die
Inseln Tahaa, Raiatea und Huahine an und machten interessante Inseltouren,
sahen die Vanillefarm auf Tahaa, eine Walmutter mit Baby in der Lagune von
Huahine und hatten eine äußerst informative Inseltour auf Raiatea. Davon
will Birthe in ihrem Blogbeitrag berichten.

Erklärungen zu den Fotos:

1. Huahine                       3. Marai und Museum        5. heilige Aale                     7. Red Cat vor Anker

2. Hettis 1.Tauchtrip     4. Vanillefarm-Laden         6. Bora Bora voraus           8. Bloody Marys

  • Small
    Marret Koll hat am kommentiert:

    Sorry Jörg Schmekel und Petra Peters, dass ich eure Kommentare aus Versehen mit gelöscht habe, als ich den neuen Blog geladen habe. Wir haben uns sehr über eure Beiträge gefreut. Vielen Dank dafür.

  • Missing
    Elke hat am kommentiert:

    Liebe Marret,
    ich weiß nicht, ob Du meinen Kommentar zu Eurer Panama Route gelesen hattest.
    Aber Du schreibst ja fleißig weiter! Damit konnten wir auch Eure Abenteuer im Pazifik und insbesondere den französischen Gesellschaftsinseln lesen. Die Schwertfisch-Geschichte samt Bilder ist wirklich beeindruckend. Gerne wären wir an diesem Tag mit Euch auf Bora Bora gewesen.
    Als wir zusammen in der Bucht von Haamene lagen, waren morgens die Spiegelungen auf dem Wasser fantastisch - Eure schöne Red Cat ist ein echter Hingucker, den wir Euch doch gerne schicken wollten.
    Herzliche Grüße aus Karlsruhe!
    Elke & Thomas

  • Small
    Petra Peters hat am kommentiert:

    Hallo und guten Morgen,
    das kann ja mal passieren, ich weiß ja, dass Sie es gelesen haben;-)
    Die Aufnahmen von der Red Cat sind ja richtig klasse.

  • Small
    Petra Peters hat am kommentiert:

    Und wieder so ein schöner Bericht, ich kann mir das richtig gut vorstellen. Manchmal bestimmt auch abenteuerlich;-) Die Aale müssen ja wirklich riesig sein. Bora Bora sieht ja traumhaft aus. Genießen Sie die Zeit im Warmen.
    Bis bald liebe Grüße von meiner gesamten Familie

  • Small
    Marret Koll hat am kommentiert:

    Hallo Elke, danke für deinen Kommentar, auch den zu dem in dem Amerika Blog. Wir haben und gefreut von euch, nach unserem Treffen in Uturoa, zu hören. LG Marret

Marret Koll Small

Endlich mal wieder ein Fisch an der Angel

Nach wochenlanger Enthaltsamkeit hörten wir Sonntag den 13.9. endlich mal
wieder das Schnarren unserer Angel, dass ein Fisch angebissen hat. Wir waren
gerade auf dem Törn von Bora Bora nach Maupiti, hatten kurz nach dem
Verlassen der Lagune unsere Angeln ausgeworfen und inzwischen lag die Insel
7 nm achteraus. Frischer Wind blies in unsere Segel und wir segelten mit 8
bis 8,5 kn flott unserem 30 nm entfernten Ziel zu. Alex hatte uns erzählt,
dass die Versorgungsmöglichkeiten auf Maupiti nicht so großartig seien, wie
auf Bora Bora und den anderen Inseln, so kam der Fisch genau richtig.
Wir schossen in den Wind, stoppten das Boot auf und nahmen einen Teil der
Segel weg. Die Angelschnur rauschte von der Rolle, der Fisch versuchte zu
entkommen. Alex nahm die Angel aus dem Köcher und versuchte ihn näher ans
Boot zu ziehen, mit wenig Erfolg, da kämpfte jemand am anderen Ende der
Angelleine. Wir nahmen die Segel komplett weg, starteten den Motor und
fuhren unserem Fang langsam hinterher. Er wechselte mehrmals die Richtung,
die Angelleine drohte sich unter dem Boot durchzuziehen, wir mussten
mehrfach den Kurs ändern und fuhren weiter langsam hinter ihm her. Da sahen
wir einen großen Fisch aus dem Wasser springen, ganz offensichtlich ein
Marlin. Die Königsklasse der Angelbegeisterten.
Alex Jagdfieber war angesprungen, er legte sich motiviert mit voller Kraft
in die Leine und versuchte den Fisch Meter um Meter näher an unser Boot zu
ziehen. Wolf und ich assistierten soweit wir konnten. Wolf löste ihn
kurzfristig ab, bemühte sich auch einige Meter Angelschnur reinzukurbeln,
aber es war sehr, sehr viel Druck auf der Leine. Ich steuerte das Boot mit
leichter Motorkraft, so gut es ging, hinter dem Fisch her.
Der Kampf dauerte eine Stunde, dannn endlich kamen wir unserem Fang näher
und konnten den großen Fisch im Wasser ausmachen. Nicht nur Alex, auch der
Fisch hatte sich verausgabt, wirkte müde und hatte sich an der Angelsehne
offensichtlich geschnitten und verletzt. Wir hatten mit dem Gedanken
gespielt dem Fisch sein Leben zu schenken, da wir viel Respekt vor ihm und
seiner Kraft hatten. Außerdem waren wir nicht sicher, ob es uns gelingen
könnte einen so großen Marlin an Bord zu ziehen. Aber da er sehr verletzt
schien und vermutlich eh gestorben wäre, entschlossen wir uns weiter mit ihm
zu kämpfen. Es war ein bildschöner Fisch, oben dunkelblau, die Unterseite
kupferfarben mit dunklen Streifen. Wir versuchten eine Schlinge um die
riesige Schwanzflosse zu legen, was uns aber nicht gelang. Wie sollten wir
diesen großen Fisch an Bord ziehen? Ein Marlin hat am Kopf einen langen
Speer, unser Exemplar hatte einen 50 cm langen, der uns Alle hätte verletzen
könnte, wenn der Fisch sich noch wehren und um sich schlagen würde. Mit
vereinter Kraft gelang es uns ihn ans Heck zu ziehen, wir schlugen ihm
unseren festen Angelhaken in die Flanke, zogen ihn einen halben Meter aus
dem Wasser und konnten eine Schlinge hinter seine Kiemen um seinen Hals
legen. Mit der Leine banden wir auch sein Maul zu, sodass sein Speer
bewegungseingeschraänkt war. Dann zogen wir zu dritt unseren Fang an Deck.
Dadurch, dass die Haut des Fisches glittschig war, ging als leichter als
gedacht.
Und da lag er nun. Der Schwanz noch über der Treppe, der Kopf bereits auf
der Stufe zum Steuerstand, einmal längs über unser Heck. Was für ein
kapitaler Bursche. Alex freute sich ausgelassen über unsere gelungene
Aktion, die besonders seinem Einsatz zu verdanken war. Als er sich daneben
legte, überragte der Fisch ihn um Längen. Das Zentimetermaß wurde
rausgeholt, von Schwanzspitze bis Speerende knapp 3m -– gewaltig. Heben
konnte man ihn so im Ganzen nicht mehr, geschätzt hatte er ein Gewicht von
ca. 80kg. Was sollten wir nun mit so einem riesigen Fang machen. Weiter nach
Maupiti segeln? Zerteilen? Einfrieren? Er würde auf keinen Fall in unseren
Kühl- und oder Gefrierschrank passen.
Wir entschlossen uns umzudrehen und nach Bora Bora zurückzusegeln. Dort
hatten wir mehrere Leute kennengelernt. Alex hatte Kontakt zu Teva, dem Wirt
des Mai Kai Marina Restaurants, der hätte einen Kühlraum und genügend Gäste,
die sich über so einen Leckerbissen freuen würden. Also drehten wir um und
segelten die inzwischen 8 nm zurück.
An unserem Liegeplatz angekommen, ließen wir den Anker fallen, es war keine
Mooringtonne mehr frei und kurz danach hielten, erst das Dinghi von Walter
und Christina aus Österreich, und dann Andreas und Katja aus Würzburg hinter
unserem Heck. Sie machten sich Sorgen, weil wir zurück gekommen waren. Bei
dem Anblick unseres Fanges blieb ihnen die Luft weg. Sie waren erstaunt,
dass wir diesen kapitalen Burschen zu dritt an Bord gezogen hatten. Nach
kurzer Rücksprache mit dem Wirt des Restaurants wurde vereinbart den Fisch
so schnell wie möglich an Land zu ziehen und in den Kühlraum zu bringen.
Dafür durfte der Marlin zurück ins Wasser und wurde hinter Werners Dinghi an
Land gezogen. Um den Transport zu sichern, auch vor möglicher Weise
interessierten Haien, fuhr Andreas hinterher. Da das Restaurant am Sonntag
geschlossen ist, verabredeten wir das Festmahl für Montagabend. Zurück an
Bord feierten wir erstmal unsere erfolgreiche Rückkehr.
Für den Montagabend wurde uns ein Tisch für 7 Personen reserviert. Es gab
den leckeren Fisch, von Teva als ‚'Striped Marlin'‘ erkannt, in
unterschiedlichen Zubereitungsarten: Als Cevici in Zitronensaft eingelegt
mit Karotten und Salatstreifen, als Sashimi mit Soja und Wasabi und als
Tartar kleingewürfelt mit Gemüsen und interessanter Soße. Anschließend
leicht angebraten auf Kartoffelstampf mit Gemüsedeko. Ein sehr, sehr
leckeres Essen und ein fröhlicher Abend, den wir mit einer Flasche
Champagner an Bord ausklingen ließen.

Erklärung zu den Fotos:

1. Starker Fisch an der Angel          5. unsere zurückgelegte Strecke               9. der Fisch wird an Land gebracht

2. Er schwimmt ums Boot               6. der Fisch, länger als Alex                      10. unsere Marlinessens Runde

3. Fisch in Bootsnähe                        7. es hat viel Muskelkrft gebraucht        11. Marlin Sashimi

4. Der Fisch am Haken                     8. unser Angelteam                                    12. Marlin geschmort - lecker        

  • Small
    Claus hat am kommentiert:

    Das ist ja fast Hemingway ... Tolle Geschichte.
    Grüße aus Norddeutschland!

Marret Koll Small

Und wieder Tahiti

Schon im Juni waren wir ja einige Zeit auf Tahiti gewesen und von dort aus
für etwas mehr als zwei Wochen zu Wolfs Geburtstag nach Hause geflogen, nun
Ende August machten wir, von den Tuamotos kommend, wieder Stopp in der
Marina Taina, etwa 5 nm vor dem Stadthafen von Papeete. Es gab noch
Reparaturen zu erledigen und das macht man besser in Taina dort ist es viel
ruhiger, als in der Stadt, die Stadtmarina liegt nämlich direkt an der 4
spurigen Uferstraße mit schlechten Parkmöglichkeiten für die Autos der
Handwerker. Wir mieteten uns einen Kleinwagen um flexibler zu sein, um
Einkäufe machen zu können und abends vielleicht noch einmal unterwegs sein
zu können.
Die Reparatur unseres festen Vorstags und das Auswechseln eines Stücks der
Schiene hatte damals nicht geklappt, diesmal hatte Matt, der Rigger, sich
zwei Leute mitgebracht, die ihm geholfen haben. Besonders Ben, eine bekannte
französische Segelgröße, von uns nur das Auge genannt, machte einen guten
Job. Wir fuhren zweimal zum Probesegeln raus unter verschärften Bedingungen,
es wehte immerhin mit 25-30kn Wind. Beim zweiten Training waren die beiden
Rigger zufrieden und wir hoffen, dass sie einen guten Job gemacht haben und
nicht so bald wieder etwas kaputt geht.
In der Nacht von Donnerstag auf Freitag landete Hetti auf dem Faa Airport,
sie hatte eine lange Reise hinter sich mit 12 Std. Stop in Auckland. Aber
sie hatte auf dem Flug schlafen können und auch an Bord gingen wir nach
kurzem Schnack bald darauf zu Bett. Am nächsten Tag machten wir eine
Tahiti-Inselrundtour, machten einen Halt in Papeete und wir tätigten in der
sehenswerten Markthalle ein paar Einkäufe. Auf dem weiteren Weg um die Insel
las Hetti den Reiseführer und führte uns auf das Plateau de Taravao, auf dem
Landwirtschaft betrieben und eine Aussichtsplattform (Bellevedere) auf 600m
Höhe mit schönem Rundblick sein sollte. Das Wetter spielte allerdings nicht
mit, es regnete und wir befanden uns inmitten von Wolken. Wir sahen viele
Bäume, Kühe, und Plantagen, aber mehr nicht. Hetti entdeckte das Schild
einer Milchfarm und wir machten einen Abstecher dorthin. Der Bauer kam uns
hinterher und fragte nach unserem Interesse, erst etwas unwirsch, dann aber
sehr freundlich und entgegen kommend, lud er Hetti ein am nächsten Tag
wieder zu kommen, dann würde er ihr den Betrieb und die Milchproduktion
zeigen. Hetti, die zukünftige Tierärztin für Großtiere, war total begeistert
und interessiert und so fuhren wir am nächsten Vormittag zur verabredeten
Zeit wieder vor der Melkstation vor. Bruno, der Betriebsleiter zeigte uns
den 100 ha großen Betrieb mit 1500 Stk Vieh, davon 200 Milchkühen, die den
gesamten Frischmilch- und Fleisch Bedarf von Tahiti und den umliegenden
Inseln abdecken. Hetti hatte viele Fragen und Bruno holte eine Bekannte, die
gerade zu Besuch war, als Dolmetscherin. Ein wirklich interessanter Ausflug,
bei dem wir viel gelernt und erfahren haben. Zum Schluss bekamen wir noch
eine große Flasche Frischmilch geschenkt, die sehr lecker geschmeckt hat,
und eMail- Adressen wurden ausgetauscht.
Am nächsten Tag wurden die Vorräte aufgestockt und dann ging es los, nur eine kurze Strecke von 12 nm nach Moorea. Abends fuhren wir mit dem Beiboot an Land in den Moorea Beach Club. Dort sitzt man schön am Wasser, alles schön, leckeres Essen. Der Chef versucht ein wenig ‚Sansibar‘-Feeling aufkommen zu lassen, mit Veuve Clicquot Ausstattung und Accessoire Shop, aber wir waren wohl zur falschen Zeit da, zumindest waren nur zwei weitere Tische besetzt. Da die Windvorhersagen wechselnde Windrichtungen für den übernächsten Tag vorhersagten, verließen wir Moorea schon am nächsten Abend. Wir wollten mit den frischen nördlichen Winden morgens früh Huahine erreichen, was auch bestens geklappt hat.

Erklärung zu den Fotos:

1.  Die Rigger bergen die Genua                                        5.  T-Shirt vom Milchhof Vai Ora

2.  Schlechte Sicht am Bellevedere Hügel                       6.  Melkstand auf dem Hof

3.  Bruno erklärt die Ertragsdaten des Hofes                 7.  Die Markthalle von Papeete

4.  Kälber und Wiesen des Farmbetriebes                      8.  Ruderregatta, im Hintergrund Moorea Beach Club

Marret Koll Small

Die Tuamotus Atoll Inseln

Auf dem Weg zu den Marquesas hatten wir ja schon Halt gemacht an zwei der
Tuamotu Inseln, an Rangiroa und Ahe. Auf dem Rückweg nun war unser erstes
Tuamotu Atoll Makemo. Es war zuerst geplant in das Raroia Atoll zu gehen,
aber da wären wir bei Nacht angekommen und durch einen uns unbekannten Pass
in ein Atoll einlaufen, war und ist uns zu riskant. Die Pässe haben
teilweise Untiefen, sehr starke Strömung, sie sind zudem manchmal recht eng
und die e-Seekarten nicht immer 100% genau.
Die Tuamotus bestehen aus 78 Inseln, es sind Korallenatollen, mit einem sie
umgebenden Korallensaum. Sie sind flach, zwischen 1m -6m über dem
Meerespiegel, bis auf Makatea (80m) und die Gambier Inseln (400m). Die
Inseln bestehen aus schmalen, max. 1km breiten, aber bis zu 80 km langen
Eilanden, immer mal von Wasser unterbrochen und bilden kreisförmige oder
ovale Gebilde. Die Ansiedlungen liegen meist an den Pässen, die kleineren
Atolle haben nur einen, die größeren manchmal zwei Pässe. In manche Pässe
kommen wir garnicht hinein, da sie für unseren Tiefgang zu flach sind. Da
sich in den Atollen eine große Wasserfläche von meist 20-30m Wassertiefe
befindet, die andere Uferseite ist nur selten zu sehen, liegt man bei
ablandigen Winden sehr geschützt, wie auf einem kleinen See. Hat man starke
auflandige Winde, können sich schon richtige Wellen bilden. Sehr
eindrucksvoll, man steht am seichten Lagunenstrand und sieht aufs ruhige
Wasser vor sich und hört die Pazifikbrandung von der Atollseite hinter sich
ans Ufer schlagen. Die Wasserfläche im Atoll (Lagunen) ist von
Korallenköpfen gespickt und meist nicht karthographisch vermessen, somit ist
es gefährlich sie ohne Anleitung zu durchqueren. Der Gezeitenunterschied
beträgt etwa 0,5m. Wenn nun die Tide umschlägt, wollen die Wassermassen
durch die schmalen Pässe und erzeugen Strömungen bis zu 5kn, verbunden mit
Strudeln (durch Untiefen) und bei Wind gegen Tide, unangenehme Dühnung.
Der Pass von Makemo hatte es auch in sich. Schon bevor wir die Insel
erreichten, erhielten wir einen Funkspruch, ob wir die Tidenzeiten kennen
und den besten Moment zur Einfahrt ins Atoll wissen würden. Als wir die
Einfahrt erreichten war Ednabel, ein Australisches Boot bereits
reingefahren. Wir hatten die Strömung mit uns, aber der Passkanal brodelte
furchteinflößend. Aufgewühlte See und spiralförmige Strudel rauschten an uns
vorbei, Red Cat wurde hin und her gedreht, mit 9kn Fahrt über Grund, bei
3,5kn Strömung mit uns, wurden wir durch den Pass geschoben. Im Atoll
angekommen, suchten wir nach einem ruhigen Plätzchen für unser Boot, wurden
dann von unserer ersten Wahl vertrieben, weil am nächsten Tag das
Versorgungsschiff kommen sollte und nahmen dann einen etwas abgelegener
Ankerplatz. Ednabel mit Roger uns Sascha erzählten uns später, dass sie
trotz des gerade erfolgten Tidenwechsel genau so rauhe Verhältnisse
vorgefunden hätten wie wir.
Auf Makemo wohnen etwa 800 Menschen von den 16.000 auf den gesamten
Tuamotus. Es gibt eine Schule, Postamt, 2 Läden, aber sonst wenig zu sehen.
Uns fielen die vielen großen Autos auf, die uns hier, auf der doch kleinen
Insel, fehl am Platze erschienen. Geld machen die Menschen auf den Tuamotus
hauptsächlich mit der Perlenzucht, eine weitere, aber weitaus weniger Gewinn
bringende Tätigkeit, ist das Sammeln von Kokosnüssen und Verarbeitung zu
Kopra. Das Fleisch der getrockneten Kokosnusshälften wird in Säcken zu 30kg
gesammelt, nach Tahiti geschickt und dort zu Öl, Seife, Kosmetiks
verarbeitet. Ein Sack bringt 30 Euro. Perlen dagegen eine einzige zwschen
5-1500 Euro. Auf allen Inseln kann man die ins Atoll gebauten Stege mit
kleinen oder größeren Hütten am Ende finden. In den Lagunen von Apataki und
Fakarava sahen wir Bereiche, die stark mit ausgelegten Tonnen gespickt waren
und uns doch gewaltig an Maine erinnerten. Unter den Tonnen hängen hier aber
keine Hummerkörbe, sondern Gitterkörbe oder Geflechte, in denen an Fäden
etwa 10 Perlaustern hängen, die nach 6 Monaten wieder eingesammelt und
geöffnet werden. Auf Apataki erzählten uns Adrian und Lucy, die mit ihren
vier kleinen Kindern seit ein paar Jahren unterwegs sind, dass selbst in der
Fahrinne des Nord/Südpasses so viele liegen, dass sie trotz größter Vorsicht
eine Leine mit dem Kiel eingefangen hätten.
Auf Fakarava, das wir nach Makemo besuchten, machten wir mit dem Polynesier
Enoha eine interessante Inseltour. Er zeigte uns viele Pflanzen, erklärte
uns ihre Vielfalt und Nutzungsmöglichkeiten. Besonders beeindruckend fand
ich die Kasuarine (Filao), deren nadelartige Blätter wie unser Schachtelhalm
aussehen und so gegliedert sind. Anschließend führte er uns zu der Perlfarm
eines deutschen Landsmannes, der seit 40 Jahren in Oplynesien lebt. Der nahm
sich die Zeit uns ausführlich die Produktion der meist dunklen Südseeperlen
zu erklären. Den ‚Mutter’-Austern wird in eine Art Gebärmuttersack ein Stück
Fleisch einer bunt schillernden Auster implantiert, in dies Implantat wird
ein Nukleus, eine synthetische Perle gelegt und die Auster wird wieder
verschlossen. Nun umschließt die Mutter-Auster den Fremdkörper mit
Perlmuttmaterial, deren Farbgebung von den Genen des Implantats bestimmt
werden. Sie braucht 6 Monate um eine 8mm dicke Schicht aufzubringen. Nur 10%
der Ernte entspricht den gehobenen Anforderungen und sind gleichmäßig rund,
30% sind Ausschuss, die restlichen 60% sind 2. und 3. Wahl. Auch die haben
einen bestimmten Reiz, haben aber ganz unterschiedliche Formen, mit Rillen,
Tropfen oder, wenn sie den Nukleus ausgesondert haben, sind sie flach und
gnubbelig. Besonders faszinierend ist die Farbpalette von schwarzgrau, über
blau, grün, lila, grau bis gelblich weiß.
Am liebsten hätten Amelie und ich bei der Havaiki Perlfarm auf Fakarava
selbst nach einer Perlauster getaucht, aber das hat leider terminlich nicht
mehr gepasst. Dafür sind wir im Süden der Insel zum Schnorcheln und Baden
gewesen und haben einen sehr lustigen Abend bei Liza in ihrem
Strandrestaurant verbracht.

Nach Amelies Abreise blieben wir noch zwei Tage auf Fakarava, besuchten noch
einmal Enoha, der uns mit seiner Lebensweise und Einstellung (dont worry, be
happy) beeindruckte, bevor wir nach Apataki aufbrachen. Freunde, die wir auf
Galapagos kennen gelernt hatten, haben dort ihr Boot ins Winterlager gegeben
und dies war einer der Gründe warum wir dort Halt machen wollten. Das Boot
haben wir nicht zusehen bekommen, es lag an einer anderen Seite des Atolls,
über 10sm entfernt, aber wir lernten Adrian und Lucy kennen, ein
neuseeland./engl. Paar mit ihren vier kleinen Kindern. Sie segeln seit
mehreren Jahren mit ihrer Centurion 61 über die Meere und wollen diesen
Winter erstmal wieder für etwas längere Zeit in Neuseeland an Land gehen.
Welch ein Idealismus und Mut gehört zu so einem Unternehmen. Adrian meinte
allerdings, als ich sagte, ich finde ihr Projekt mutig: ‘'No, not courageous,
stupid'.‘
Mit der Proviantierung klappte es auf Apataki garnicht, der Laden hatte,
nachdem er um 10:30 Uhr geöffnet hatte um 11:30Uhr wieder geschlossen, um
erst um 17 Uhr (kurz vor Sonnenuntergang) wieder zu öffnen. Deshalb
beschlossen wir kurzer Hand um 16 Uhr auszulaufen, damit wir noch bei
Helligkeit durch den Pass kommen. Unser nächstes Ziel änderten wir auf
Rangiroa. Erstens hatte es mir da so supergut gefallen, zweitens waren wir
sicher dort unsere knapp gewordenen Vorräte auffrischen zu können, damit es
morgens wieder Obstsalat geben könne. Frische Früchte sind auf den Atollen
echte Mangelware, es gibt Kokosnüsse in Mengen, hin und wieder Papayas und
Bananen, selten Mangos und Zitrusfrüchte, aber alle nur in den privaten
Gärten, kaufen kann man mit Glück Äpfel und Orangen aus Neuseeland. Beim
Gemüse ist auch wenig Auswahl. Zwiebeln und Kartoffeln immer, Karotten,
Tomaten, Salat selten, Zucchini, Auberginen, Gurken nur mit Glück, wenn das
Proviantschiff gerade mal da war.
Vor Rangiroa angekommen empfing uns das Begrüßungskomitee der im Pass
lebenden Delphine. Janick,von Eleuthera Diving, mit dem wir einen Tag später
den Schnorcheltripp mit den Delphinen durch den Pass machten, erklärte uns,
dass 8 Delphine dort ständig mit ihren Jungtieren hier leben, und dass ca.
20 Tiere immer mal kommen und dann auch wieder für Wochen woanders sind. Es
macht Freude den Delphinen zu zusehen, wie sie munter ums Boot springen,
tauchen und Figuren vorführen, sie lieben offensichtlich die schnelle
Strömung und die vorbeifahrenden Schiffe. Bei unserem Ausflug in den Pass
mit Janick hatten wir das Glück, dass sie uns beim Schnorcheln begleiteten,
so konnte man sie aus der Nähe unter Wasser beobachten, wie sie miteinander
spielten. Ein Blatt war willkommenes Spielzeug, aber das Interesse an uns
war schnell vergangen, wir bewegten uns vermutlich zu langsam. Nach diesem
einmaligen Erlebnis ist Rangiroa zu meiner erklärten Lieblingsinsel
geworden.
Von Rangiroa aus segelten wir ein paar Tage später an Makatea vorbei zurück
nach Tahiti. Für uns eine schnelle Reise 230nm in 27 Stunden.

Erklärung zu den Fotos:

1.  Starke Strömung im Pass                    4. mittelgroße Perlenfarm        7. Kasuarine, Südseefarben, Red Cat

2. Korallenkopfe im Lagunensand         5. Perlenauster                            8. Delphine vorm Bug

3. Enoha erklärt uns die Pflanzen          6. bei Liza zum Essen

Marret Koll Small

Die Marquesas Inseln - franz. Polynesien

Das Archipel der Marquesas Inseln besteht aus etwa 10 Inseln, von denen 6
allerdings nur bewohnt sind. Die polynesischen Namen der Inseln entsprechen
den Konstruktionsteilen eines Hauses. Insgesamt wohnen etwa 8000 Menschen
auf den Inseln, 2500-3000 jeweils auf den größeren Inseln Nuku Hiva
(Dachbalken) und Hiva Oa (Firstbalken), weitere 500-750 jeweils auf den
Inseln Ua Huka, Oa Pou (Ständerwerk), Tahuata und Fatu Hiva (Fussboden, dies
meine ich richtig behalten zu haben). Vor 500 Jahren lebten noch wesentlich
mehr Menschen auf den Inseln, aber durch Versklavungen und eingeschleppte
Krankheitserreger, die mit den Eroberen kamen, dezimierten sich die
Einwohnerzahlen sehr. Zum Schutz und Erhalt der männlichen Einwohner auf den
polynesischen Inseln, erzogen und kleideten die Familien ihren jüngsten Sohn
wie ein Mädchen um ihn vor Kriegsdienst und Raub als Arbeitskraft zu
schützen. Man sieht auch heute noch viele ‚Ersies‘, wie wir die junge Männer
genannt haben, die ganz offen und natürlich mit ihrer Weiblichkeit umgehen.
Ab dem 20. Lebensjahr konnten sie dann selbst entscheiden, wie sie sich
kleiden und ob sie ganz normal heiraten wollten.
Die Inseln sind alle vielfältig grün, stark bewaldet, sehr fruchtbar und
recht gebirgig im Verhältnis zu ihrer Größe. Mich erinnerten sie sehr an die
Kanaren, nur dass sie wesentlich dünner besiedelt sind. Die Straßen sind
meistens mit sandigem Grund und großen Löchern, sofern es nicht die
Hauptstraßen vom größten Ort zum Flughafen oder andere viel genutzte Straßen
sind, dann sind sie aus Beton, manchmal asphaltiert. Unsere Inseltouren
waren schon hin und wieder sehr abenteuerlich und nur mit Geländewagen
möglich. Nuku Hiva und Hiva Oa haben wir mit heimischen Führern erkundet,
die uns ihre historischen Kultstätten und andere Sehenswürdigkeiten gezeigt
haben. Auch hier gibt es heilige Statuen (Tiki) aus Stein, aber nur sehr
wenige und wesentlich kleiner als auf der Osterinsel, auffällig auch hier
die Augenpartie, die die Blicke erstmal fesseln. Auf den Marquesas waren es
iim allgemeinen Gottheiten und nicht die Stammesführer, die als Tikis
dargestellt wurden, so wurde uns berichtet. Die Präsentation auf
Plattformen, Steinterrassen war aber sehr ähnlich..Die Kultstätten befanden
sich aber weit mehr im Landesinneren, meist im Wald und sie waren zugleich
Opferstätten, wo Feinde oder Verbrecher den Gottheiten geopfert wurden. Man
schlug den Menschen den Kopf ab, er fiel in eine Grube, häufig am Fusse
großer Banjonbäume, das Fleisch wurde geopfert oder auch gegessen. Apropos
Essen: John, unser Guide auf Hiva Oa, brachte uns nach der Besichtigung des
größten Tikis in ein lokales Restaurant mit polynesischer Küche. Wir bekamen
sehr interessante Speisen vorgesetzt: Gedünstete Kochbananen, roher
Fischsalat in Kokosmilch, getrocknete Banane in Kokosmilch, dann
Schweinegeschnetzeltes in leckerer Soße, Ziegenfleisch in Zwiebel-Kokossoße,
Brotfrucht Frites, alles ausgesprochen lecker..
Wir machten auch noch Stopps an den Inseln Oa Pou und Tahuata. Oa Pou war
unsere erste Marquesas Insel, dort lagen wir mit meheren französischen
Seglern in der Bucht, unter ihnen Marie und Gerard, die neben uns in Shelter
Bay gelegen hatten. Wir gingen gemeinsam bei Pierrot essen, sehr lecker und
gut. Wir besuchten eine abendliche Tanzveranstaltung mit polynesischen
Tänzen, bei der auch wir zum Mitmachen mit den Locals aufgefordert wurden.
Von den Bewohnern der Insel bekamen wir für wenig Geld Tüten mit Mangos,
Bananen, Pampelmusen und polynesischen Äpfeln für unseren morgendlichen
Obstsalat.
Vor unserem Törn zurück zu den Tuamotos, warfen wir unseren Anker bei
Tahuata noch einmal in die sehr schöne und ruhige Ankerbucht von Hanamoenua.
Wir chillten, badeten, schnorchelten und genossen eine ‚lazy day‘ mit meiner
Tochter Amelie, die auf Nuku Hiva zu uns gestoßen war. Zuerst hatten wir
geplant im Hauptort der Insel Vaitahu auch noch mal an Land zu gehen, aber
den Plan verwarfen wir, da uns die Bucht und der Ankerplatz nicht gefielen,
liefen zurück nach Hanamoenua und starteten von dort aus zeitig für unseren
490nm Törn nach Makemo.

Erläuterung zu den Fotos:
1. Grüne Insel - Nuku Hiva 2. Banjonbaum mehrere
hundert Jahre alt
3. Kultstätte mit Tikis - Hiva Oa 4. Einheimische Küche -
unser Mittagessen

Marret Koll Small

Inselwelt Südpazifik - von Tahiti zu den Marquesas

Nachdem wir die Marquesas und Tuamotos auf dem Weg von der Osterinsel
nach Westen ausgelassen haben und zuerst nach Tahiti gesegelt sind, was unter den
Blauwasser Seglern eher unüblich ist, müssen wir nun um diese Inseln
doch noch zu besuchen mehr oder weniger gegen den Wind zurück. Die Passatwinde
wehen ja im allgemeinen von Ost nach West und die Marquesas liegen, von
Tahiti aus gesehen, im Nordosten. Um uns wieder mit den Bootsbewegungen
vertraut zu machen, segelten wir am ersten Tag nur den kurzen Weg nach Moorea. Wir
lagen mit mehreren anderen Booten geschützt im Atoll, haben gebadet, lecker
gekocht und uns fürs Segeln wieder eingerichtet.
Am nächsten Morgen starteten wir Richtung Rangiroa. Der Wind kam herrlich
frisch mit 5 Bft aus SO-S und trieb uns mit etwa 7kn Geschwindigkeit die 190
nm zu unserem ersten Tuamoto Atoll. Der Anker fiel vor der Hotelanlage des
Kia Ora Resorts, das seine Gästehütten auch auf Stegen ins Wasser gebaut
hat, wie wir es schon auf Moorea gesehen haben. Wir blieben fast 6 Tage,
genossen die Ruhe, das Wasser und die Annehmlichkeiten eines schönen Hotels
vor der Tür, einen Sundowner auf der Terrasse, sowie die Abendveranstaltung mit traditionell
polynesischer Tanzeinlage.

Außerdem unternahmen wir eine großartige
Schnorcheltour. Erst ging es auf der Ladefläche eines Pickups, ca 20 Minuten
bis zurm Ende der Insel Rangiroa, dann stiegen wir in ein Motorboot um und fuhren mit
16 anderen Personen in die Strömung der nächsten Eingangspassage ins Atoll.
Dort sollten wir von Bord gehen und uns mit der Strömung durch die Passage
treiben lassen. Eine irre Sache. Wie auf einem Rollband am Flughafen wurden
wir an Korallen und bunten Fischen vorbeigetragen. Man brauchte sich kaum zu
bewegen, nur den Anblick genießen und die diversen unterschiedlichen Fische
beobachten. Unter der Oberfläche Schwärme von hellblauen Seenadeln, am Grund
ein einzelner knallgelber Trompetenfisch, diverse bunte Arten
Schmetterlingsfische, gelb, gestreift, mit Punkten, Scalare, Nasenfische und
meine Favouriten, Papageienfische. Erstaunlich wie steil der Grund tiefer
wurde und wie weit man trotz der Strömung sehen konnte. Ganz beeindruckend.
Am Ende der Passage angekommen, wartete das Motorboot auf uns und nahm uns
wieder an Bord.
Nun ging es weiter in rasanter Fahrt ca. 1 Std. an die Westseite des Atolls.
Rangiroa ist das flächenmäßig größte Atoll der Tuamotos, man kann nicht bis
zur anderen Seite des Atolls sehen. Unser Ziel war die blaue Lagune, eine
Art türkisblauer See in dem Atollrand. Wir wateten oder schwammen auf die
andere Seite der Lagune zur Vogelinsel, dort schnorchelten wir noch einmal
im seichten Wasser, aber vergleichsweise zum vorher Erlebten, war kaum etwas
zu sehen. Wieder zurück an der Inselhütte, gab es ein leckeres Buffett als
Stärkung für den Rückweg. Als wir dann wieder in den Booten saßen, kamen
viele Haie (black tipped shark) ans Boot, weil sie auf die Reste des Essens
hofften. Wer Lust hatte, konnte ins Wasser gehen, Fotos machen, sie
beobachten, denn die Haie sind nicht aggressiv und kommen nicht näher, als
einen halben Meter an einen Menschen heran. Ein bißchen mulmig iwar mir aber doch
schon, wenn so ein 1,20m großer Hai auf einen zuschwimmt. Als Alle wieder im
Boot waren, wurden die Haie mit Hühnerhaut und Fischresten gefüttert. Das
Wasser brodelte, es wurden auch immer mehr Haie und sie balgten ums Futter;
welch ein Schauspiel. Ein lohnender Ausflug.

Nach ein paar Tagen ging es weiter Richtung Marquesas. Der Wind wehte noch
aus SO und wir konnten einige Meilen nach Ost gutmachen, sodass wir direkt
auf das Ahe-Atoll zusteuerten. Das veranlasste uns ungeplant einen kurzen
Stopp einzulegen, weil uns Alex von den Perlfarmen erzählt hatte. Leider
konnten wir allerdings keine Farm besichtigen, da die eine schon ins Wochenende
gegangen war und die andere garnicht mehr bewirtschaftet wurde.

So segelten wir am nächsten Tag weiter gen Oa Pou, es lagen 500 nm vor uns. Dummer Weise drehte der Wind nun immer weiter östlich, so dass wir unser Ziel mehr und mehr nicht direkt anlegen konnten. Als wir nach drei Tagen auf dem Breitengrad von Oa Pou angelangt waren, drehte der Wind noch nördlicher. Wir wendeten und hatten wir immer noch 150nm vor uns. Der Wind spielte überhaupt nicht mit, drehte meist für uns ungünstig, so dass wir 1½ Tage länger brauchten als geplant und die restlichen 20 nm sogar motorten. Unterwegs angelten wir zwar zwei Fische, einen recht großen Wahoo und einen kleineren Tuna, so war die Vorsorgungslage recht gut. Aber durch den Kurs und die dadurch resultierende Schräglage des Bootes, brachte das Kochen nicht viel Spaß und es war insgesamt keine besonders angenehme Überfahrt.

Erklärung zu den Fotos:

1   Hotel Resort auf Moorea                            3  Alex hat einen Wahoo an der Angel  

2   Abendstimmung im Atoll                           4  Rangiroa Südseetraum 'Blue Lagoon'

Marret Koll Small

Crewverstärkung

Wir haben neue Crewmitglieder. Ich habe weibliche Verstärkung bekommen.
Außer Wolf, Alex und mir, Marret, gibt es noch Max und seine neue Freundin
Tinkerbelle, so nannten Wolfs Enkelkinder sie. Max wurde Wolf als
Glücksbringer und Talismann von der Familie mit auf Reisen gegeben und Max
erlebt seit einigen Monaten schon viel mit uns. Jetzt endlich hat er in
Tahiti eine Freundin gefunden.
Außer den Genannten gibt es ja noch Allan, unseren Autopiloten, der uns
viel, viel Rudergängerarbeit abnimmt, er steuert uns zu, ich will ehrlich
sein, 95% seit 2 Jahren über die Weltmeere und macht seine Arbeit
fantastisch, mit großer Geduld und Beständigkeit, nur seltenst machen wir
den Job besser als er. Ausgefallen ist er eigentlich erst ein einziges Mal
ernsthaft, aber nur kurzzeitig, vielleicht eine leichte Erkältung.
Jetzt gibt es auch noch Erna. Erna ist unser aus Hamburg mitgebrachter
Thermomix, ein Kochautomat, den uns meine Tochter Amelie besorgt hat. Erst
hatte ich gedacht, sie nimmt mir noch mehr Arbeit ab, aber nein, wir wollen
nicht klagen, sie macht einen Superjob und keine Sprüche. Aus einem
eingespeicherten Kochbuch-Chip, kann man unter diversen Gerichten auswählen
und dann bekommt man mit ein paar Zuarbeiten, wie Gemüse waschen, putzen, in
Stücke schneiden, recht schnell und einfach ein komplettes Gericht
gezaubert. Man kann auch Teig zubereiten und vieles mehr, das haben wir aber
bisher noch nicht probiert. Wir haben für weitere Wünsche mehrere kleine
Kochbücher mit weiteren Rezepten. Fisch braten kann sie leider nicht nur
dünsten, das schmeckt ja aber auch mal zwischendurch. Da wir Alle gerne
Suppen und Eintöpfe essen, die macht sie nämlich echt prima, ist sie schon
eine große Hilfe. Ihre Minestrone ist köstlich.
Unseren neuen Crewmitgliedern ein herzliches Willkommen an Bord.

Erklärung zu den Fotos:
1 Erna kam mit viel Lesestoff
2 Max und Tinkerbelle bestaunen eine noch lebende Lambis truncata Muschel

Marret Koll Small

Tahiti - Französisch Polynesien

Nach vier Wochen Landurlaub, davon fast 3 Wochen in der Heimat, müssen mir die Seebeine erstmal wieder wachsen. Die Pazifikwellen sind heute sehr hoch und kommen unglücklich von der Seite. Das Boot schaukelt sehr und ich muss mich mehr festhalten als sonst.

Also: Am 2.7. verlassen wir nun endlich die Marina Taina, obwohl es dort sehr schön war.
Tahiti ist eine landschaftlich schöne, sehr grüne Insel, wir haben sie mit dem Mietwagen, bereits vor ein paar Wochen, umrundet. Ohne Stopps hätte es vermutlich nicht mal drei Stunden gedauert. Die Berghänge sind mit unterschiedlichen Bäumen begrünt, für meinen Geschmack, wie eine großartige Fototapete. Dazwischen, besonders im Uferbereich immer wieder viele, viele Palmen, vor allem Kokosnusspalmen in allen Größen. Die Insel scheint sehr fruchtbar zu sein, aber Landwirtschaft sieht man nicht; keine Kühe, Schafe, Ziegen, Pferde, auch keine bestellten Felder, weder Mais, noch Getreide, jedoch Obst: Mangos, Guaven, Bananen und wie wir inzwischen wissen, wird auch Wein angebaut.. Zugegebener Maßen ist die Anbaufläche begrenzt, da meist nur ein schmaler Uferstreifen besteht und dann ansteigende Berghänge. Die meisten Menschen leben auf der Westseite der Insel, wo auch die Hauptstadt Papeete liegt. Die Polynesier sind sehr freundlich und aufgeschlossen, sie sprechen meist mindestens ein paar Brocken englisch, viele sind figürlich eher rundlich, was sich bei ihren Tanzvorführungen aber sehr gut macht. Die meisten Polynesier tragen Tattoos, die Männer manchmal weitreichend. Wir haben mehrere Tanzvorführungen gesehen, manche eher kämpferisch oder eine tänzerische Darstellung des Lebens und des Umgangs mit dem anderen Geschlecht. Dazu tragen sie sehr blumige Kostüme und Kleider. Sehr schön anzusehen.

Die Marina Taina, in der die RED CAT gelegen hat, liegt außerhalb Papeetes. Ich habe in einer Marina noch nie so klares Wasser gesehen (in den Ecken sammelte sich allerdings unschöner Müll). Man konnte die Mooringgewichte auf dem Grund sehen bei 10m Wassertiefe sehen. Außerdem gab es eine erstaunliche Fischvielfalt in allen möglichen Farben. Durch das Atoll geschützt liegt man dort sehr ruhig, wenn nicht ein Sturm die Wellen zu groß hat werden lassen, so wie es zwei Tage bevor wir ankamen gewesen war. Aus Sicherheitsgründen lagen wir deshalb mit mindestens einer Bootsbreite vom Nachbarn entfernt, und zusätzlich zum Buganker mit drei Mooringleinen, wie in einem Spinnennetz. Da die größeren Yachten nicht an Schwimmpontons liegen, sondern mit dem Heck an einer mit Autos befahrbaren Beton-Mohle, war man sehr um die Sicherheit der Boote besorgt. Als wir ankamen, hatten sich die Wellen gelegt und was noch ankam, wurde vom vorgelagerten Riff gebrochen, was immer wieder faszinierend, beim Vorbeifahren allerdings auch echt bedrohlich aussieht. Die sich brechenden Wellen sind ein Paradies für Wellensurfer, von denen es hier viele gibt. Zwischen Riff und Marina ankern viele Boote, auch Hausboote, auf denen Leute leben, die an Land oder in der Marina arbeiten. Es ist günstiger als Wohnraum, man kauft sich ein älteres nicht mehr genutztes Boot und macht es sich so gemütlich, wie es eben geht.

In Papeete gibt es fast alles, was das Herz begehrt. Tahiti gehört ja zu Frankreich, es gibt zwei große Carrefour Märkte, aber auch noch andere kleinere Supermarkte, die das französische Sortiment vorhalten, wenn auch zu weit höheren Preisen, als in Europa, leckeren Käse, Pasteten und Baguette, endlich mal Brot, das uns schmeckt.
Wie meistens, wenn wir einige Tage festliegen, gab es viel zu tun, Wartungsarbeiten, aber auch kleinere Reparaturen. Der 24V Wassermacher-Motor macht uns Sorgen, der Keilriemen der Maschine quiescht seit Anbeginn, seit einigen Wochen vermehrt auch, wenn der Motor bereits warm gelaufen ist. Der Generator zieht manchmal Luft und stellt sich dann einfach aus (zum Glück). Alles Dinge, die nicht sein sollten und behoben werden müssen. Alex hat sich darum gekümmert, als wir zuhause in Hamburg waren, hat Handwerker beaufsichtigt und bei den Arbeiten geholfen. Es gab nur noch wenig zu tun nach unserer Rückkehr, außer Rechnungen bezahlen und Proviant für die nächsten Wochen einkaufen. Auf den Tuamotos und Marquesas soll die Lebensmittelauswahl begrenzt sein, deshalb kauften wir noch unterschiedliche, hoffentlich nicht so schnell verderbliche, Gemüse- und Obstsorten auf dem Markt ein.

Den Samstag nutzten wir mit dem Mietwagen für einen Ausflug nach Moorea, die Nachbarinsel von Tahiti, hinter der die Sonne, von unserem Liegeplatz aus gesehen, immer so bildschön unterging. Moorea ist ähnlich grün und schön wie Tahiti, hat aber mehr attraktive Hotels, Strände und keine ‚Großstadt‘ wie Papeete. Man kann die Insel vermutlich in weniger als zwei Stunden umrunden. Wir machten Halt in den ausgeschriebenen Ankerbuchten um uns einen Eindruck zu verschaffen. Stoppten bei Hotels, wie dem Hilton und dem Intercontinental, sie haben kleine Hütten auf Stelzen für ihre Hotelgäste ins Wasser gestellt, kleiner eigener Steg und Wasserzugang, großartig sieht das aus. Wir nahmen eine Mittagpause im Interconti, mit sehr nettem Service. Bei dem Abstecher in die Berge gab es noch einen herrlich schönen Überblick über die beiden Buchten und den nördlichen Küstenstreifen zu sehen, der hier auf der Südhalbkugel der Erde ja der Sonne zugewandt ist. Auf dem Parkplatz liefen, wie im pazifischen Raum auch auf den anderen Inseln sehr häufig, viele Hühner mit meist 6 Küken und Hähnen rum. Sie picken Essensreste auf und durchwühlen die Mülleimer. Hähne hört man hier viel und laut krähen. Wir hatten einen angenehmen Tag und einen schönen Blick von der Fähre über die Inseln und den Hafen Papeete.
Auf Tahiti wurde der Unabhängigkeitstag gefeiert und deshalb wurde auch Montag so gut, wie nicht gearbeitet. Unsere letzten Verabredungen, Handwerkertermine und Einkäufe mussten also am Dienstag erledigt sein, denn am Mittwoch sollte es weitergehen, erstmal zu angewöhnen, einen kurzen Schlag nach Moorea.

Erklärungen zu den Fotos:

1  bewaldete Berge Tahitis                  4  Hühnerfamilie                                        7  Blick auf Papeete am Abend 

2  typische Polynesierin                      5  Sonnenuntergang hinter Moorea       8  Tättoowierter Tankwart -Taina

3  Moorea - Hoteldorf im Atoll          6  Blick von Moorea nach Tahiti

Marret Koll Small

Pazifik 2. Teil, 15.- 21. Tag

Etappenziel – Tahiti

Um 11:45 Uhr fiel der Anker in dem Atoll von Tapuaeraha an der Westküste des
Südzipfels von Tahiti. Nach den unruhigen Tagen auf See wollten wir gern
noch einmal ausspannen, Ruhe und Natur genießen, ausschlafen auf einem
geschützten Ankerplatz, bevor wir uns ins Marinaleben begeben. Um aber
chronologisch zu berichten erst noch einmal zurück.
Nachdem wir vier schöne Tage auf den Gambier Inseln verbracht hatten und das
kleine Zubringer Flugzeug Ingo von Rikitea am Samstag nach Tahiti flog,
lichteten wir den Anker und starteten, nunmehr zu dritt, zum vorerst letzten
Abschnitt unserer Pazifikquerung. Ein frischer nördlicher Wind wehte und
trieb uns mit 10-13 kn in Richtung Tahiti. Leider schlief der Wind mit dem
Sonnenuntergang ein und wir mussten den Motor zur Hilfe nehmen. Auch am
nächsten Tag scheiterten unsere Segelversuche immer wieder nach kurzer Zeit.
Der Wind war nicht konstant, drehte auf Ost und bei Stärken von 5-8 kn ist
unser Boot zu schwer um mit achterlichen Winden ins Laufen zu kommen. So
blieb uns nichts anderes übrig als immer mal wieder die Maschine zu starten
um voran zu kommen. Erst Sonntag Abend setzte sich der angekündigte Wind aus
Südost durch und wir konnten unter Genua und gerefftem Groß (damit es die
Genua nicht abdeckt, andererseits das Boot in den Wellen stabilisiert)
endlich wieder segeln. Die Pazifikwellen sind lang und hoch, durch die
Drehung des Windes kamen die Wellen allerdings aus zwei Richtungen
(Kreuzseen genannt) weshalb das Boot immer mal heftige Bocksprünge machte,
was auch die Segel schlagen lässt. Am Montag Morgen noch bei totaler
Finsternis, der Mond ging nur drei Stunden nach Sonnenuntergang unter,
liefen wir am Mururoa Atoll vorbei. Die Franzosen haben hier ja vor vielen
Jahren Atombombentests vorgenommen und es macht ein mulmiges Gefühl so nah
daran vorbei zu segeln.
Am Dienstag drehte der Wind noch südöstlicher, sodass wir beschlossen die
Genua mit dem Spibaum auszubaumen und mit dem Groß Schmetterling zu segeln.
Der Schachzug brachte guten Erfolg, wir machten 1-1,5 kn mehr Speed und die
Segel schlugen nicht mehr in den Wellen hin und her. Unsere höhere
Geschwindigkeit muss auch den Thunfischen gefallen haben. Um 16:30 Uhr
schnarrte unsere Steuerbordangel und bog sich unter der Last des
angebissenen Fisches. Alex sprang begeistert vom Sitz an die Angel, als auch
die Backbordangel das schnarrende Geräusch ertönen ließ, dass auch dort ein
Fisch angebissen hat. Was zuerst machen, die Aufregung war groß. Schließlich
hatten wir in den letzten Tagen und Wochen nicht gerade großes Angelglück
gehabt. Also, Ruhe bewahren, Segel bergen, damit man bei reduzierter
Geschwindigkeit die Angeleine einholen kann. Alex machte sich zuerst über
die Backbordangel her. Der Fisch kämpfte heftig, aber langsam konnten wir
unsere Beute immer näher ans Boot holen, endlich sahen wir den schillernden
silbernen Körper hinter dem Boot durchs Wasser schnellen. Ein geschickter
Griff mit dem großen Haken und der kapitale Tuna (90 cm lang, ca 15 kg
schwer) lag an Deck. Reiner Alkohol in die Kiemen gegossen, ließen den Fisch
schnell sterben, damit er nicht länger als notwendig leiden muss. Dann
banden wir den leblosen Körper fest um uns der zweiten Angel zu widmen. Auch
an dieser Angel war ein entsprechend großer Thunfisch, doppeltes Glück.
Alex war stolz und glücklich, fühlten wir uns doch in Zugzwang, nachdem uns
Paulien und Rene, die holländischen Freunde von ihren Angelerfolgen
berichtet hatten.Sie hatten einen großer Marlin von 1,70m und 10 kg und
einen Wahoo 1,30m und 12 kg gefangen. Aber das bedeutete auch Arbeit. Unsere
Tunas mussten zerlegt, filetiert, eingefroren oder sonst wie verarbeitet
werden (Sashimi, Fischsuppe, Frikadellen ..). Insgesamt, haben wir mehr oder
weniger zwei Tage damit zugebracht. Der Gefrierschrank ist jetzt voll. 2
große Boxen Suppe, 5 gr.Tüten Filets, 30 Frikadellen. Wir sind bemüht es
immer mal wieder anders zu zu bereiten und möglichst alles zu verwerten.
Am Mittwoch Nachmittag segelten wir wieder an einem Atoll vorbei. Mitten im
Pazifik, gerade noch Wassertiefen von über 3000m, erscheint eine Insel mit
weiteren kleinen Inselchen mit Palmen darauf, umgeben von einem Riffkranz,
wir passieren sie in 1nm Entfernung. Menschliches Leben ist nicht zu
erkennen, aber wer weiß. Hereheretue heißt das Atoll, ca. 4nm lang, 30-40m
breit, aber immerhin stark bewaldet. Die Polynesischen Namen sind für mich
Zungenbrecher, beginnen häufig mit Wiederholungen Raraka, Vanavana und
ähnliches. Auch am Donnerstag segeln wieder unter Schmetterling gestellten
Segeln, ausnahmsweise lassen wir die Segel auch zur Nacht so stehen und die
RED CAT lief mit 7-8kn schnell Richtung Ziel. So kam es, dass wir schon am
Freitag Vormittag hier ankamen, unserem 18. Segeltag und dem 21. Tag nach
der Abreise von der Osterinsel.
Wir hatten die Ankerbucht vor der Südinsel schon auf der Seekarte gesehen
und da wir zuerst damit gerechnet hatten erst wesentlich später Tahiti zu
erreichen und wir befürchteten hatten Papeete nicht mehr vor Sonnenuntergang
erreichen zu können, kam der Gedanke hier eine Erholungspause einzulegen.
Als wir uns dem Ufer näherten, waren wir zuerst etwas unsicher, da die
Brandungswellen auf das vorgelagerte Riff entlang der Küste immens waren.
Die erste Einfahrt 3 sm weiter südlich war in der brodelnden Brandung kaum
auszumachen. Da wir unserer elektronischen Seekarte nicht mehr
uneingeschränkt glauben, wagten wir es nicht in die Passage einzufahren.
Auch die nächste Einfahrt löste noch ein mulmiges Gefühl aus, war aber dann
doch ganz einfach zu erkennen, sogar mit Tonnen versehen und überall tief
genug (ca.20-30m). Herrlich ruhig liegt unser Boot in dem Bassin hinter dem
Riff. Wir hören das Tosen der Brandungswellen, die sich am Riff brechen und
konnten nachmittags ein Rennen polynesischer Kanuten mit ihren Ausleger
Booten beobachten, Wäsche waschen, Thunfisch essen. Morgen geht es nach
Papeete.
Fotos:
1 Schmetterling gestellte Segel
2 Alex und Wolf mit unserem Fang, Wolf leider halb verdeckt durch einen
Wassertropfen auf der Linse
3 Thunfischfrikadellen

  • Small
    Petra Peters hat am kommentiert:

    Hallo zusammen,
    da hatte ich aber Glück, dass ich mal Ihre Stimme gehört habe;-)
    Nach den großen Fängen ging es Ihnen bestimmt nochmal so gut. Sind ja ordentliche Brocken. Mein Mann ist richtig begeistert, als alter Angler hätte er auch Spaß gehabt.
    Träumt ja immer noch vom großen Fang;-) Hier läuft alles gut. Freuen uns nun auf den Umbau des Tresens.
    Bis zum nächsten Mal, ich hoffe Sie hatten eine ruhige Nacht. Hier ist inzwischen Mittag.
    Liebe Grüße
    Petra und Frank Peters

  • Small
    Schmekel, Joerg hat am kommentiert:

    "verfolge" Euch seit Gespräch mit W. am 21.12.2014, Marina Pier 66, Ft.
    Lauderdale, FL ... Herzlichen Glückwunsch zum heutigen Geburtstag + weiter so mit min. 1 Handbreit Wasser unter Eurer SY Seacat .. danke f. Deine Berichte,
    Maret... sind morgen, 05.06.15 in HH .... Lb. Gruesse Joerg Schmekel, Heidelberg

  • Small
    Schmekel, Joerg hat am kommentiert:

    ....unser Paradies ist MOUREA ! Gruss Joeg S.

  • Small
    Marret Koll hat am kommentiert:

    Hallo Zusammen, herzlichen Dank für deine/eure netten Bemerkungen zu unserem Blog, ich freue mich darüber sehr. Fliegen heute auch für einen kurzen 'Heimaturlaub' nach Hamburg. Vielleicht laufen wir uns ja über den Weg. Die Welt ist manchmal kleiner als gedacht. Alles Gute von Marret und Wolf.

Marret Koll Small

Pacific 2. Teil, Tag 10-14

Zwischenziel erreicht – Gambier Inseln
Am 11.Tag unserer Pazifikquerung haben wir die Gambier Insel Mangareva
erreicht. Die letzte Nacht sind wir absichtlich besonders getrödelt, haben
mit kleiner Besegelung jede Flaute ausgesessen. Weil wir nicht vor
Sonnenaufgang vor den Gambier Inseln sein wollten. Wären wir mit der
Geschwindigkeit der letzten Tage weitergesegelt, hätten wir Gambier zwei
Stunden nach Sonnenuntergang erreicht und da ist es zur Zeit zappenduster.
Die Gambiers sind in ein Atoll eingebettet. Rundherum Riff, nur zwei schmale
Zufahrten, teilweise betonnt, führen in den Binnenteil mit 8-11 Inselchen.
Eine davon ist der Flughafen, eine weitere, die größte, ist Mangareva mit
dem Hauptort Rikitea. Unsere holländischen Freunde René und Paulien lagen
schon dort und warteten auf uns, wir hatten in den vergangenen Tagen
mehrfach mit ihnen Mailkontakt und sie hatten sich für uns nach
Flugmöglichkeiten für Ingo erkundigt. Sie begrüßten uns mit großem Hallo und
sie kamen direkt an Bord für einige Tassen Kaffee und erste Infos, als wir
in die Bucht von Rikitea einliefen. Der Anker war auf 15m Tiefe gefallen und
unsere RED CAT lag nach mindestens 6 Wochen das erste Mal richtig ruhig, wie
in einem gut geschützten Hafen oder einem kleinen See. Nachdem René und
Paulien uns wieder verlassen hatten, klarten wir das Boot auf, Salzwasser
abwaschen, aufräumen, Seekarten und Segelgarderobe verstauen, dann das
Beiboot zu Wasser lassen, zur Gendarmerie zum Einklarieren und ein erster
Erkundungsspaziergang an Land.
Auf den Gambier Inseln wohnen etwa 1.000 Menschen, die meisten davon auf
Mangareva und in Rikitea. Der Ort ist verträumt, ruhig, es gibt mehrere
kleine Kramläden, aber praktisch ohne frische Waren, höchstens Zwiebeln und
Kartoffeln. Die Häuser haben aber alle gepflegte Gärten mit Obstbäumen,
Pampelmusen, Papaya, Mangos, Bananen, vermutlich bauen sie Gemüse selbst an.
Es gibt auch Bistros und eine Bäckerei, aber mit eigenwilligen
Öffnungszeiten, nach Sonnenuntergang ist alles zu und Baguette gibt es nur
auf Vorbestellung. Die Pizzeria hat nur Freitag bis Sonntag geöffnet, hat
einen Tisch mit bis zu 8 Plätzen, das Geschäft brummt, ein Auto nach dem
andern kommt und nimmt Pizza mit nach Hause. Auf der Suche nach einem Lokal
öffnete eine Frau ihren Snackwagen, stellte uns kurzer Hand einen Tisch für
4 Personen hin und sagte, sie könne uns Steak und Pommes machen. Sie war
äußerst geschäftstüchtig, was uns sonst nicht begegnet ist. Alle Leute waren
aber ausgesprochen freundlich und hilfsbereit, als wir für unsere Abreise
nach frischen Früchten fragten, hatte fast jeder uns gleich irgendwas
anzubieten.
Besonders beeindruckend war die Begegnung mit Fritz, einem Unikum. Fritz
wurde in Essen geboren, wuchs dann in der DDR auf und ist als junger Mann in
die französische Fremdenlegion eingetreten und nach 15 Jahren hier
gestrandet und bezieht seitdem eine gute Pension aus Frankreich. Er war für
die Fremdenlegion hierher versetzt worden, hatte zwar mehrere Frauen kennen
gelernt, aber die richtige lag eines Morgens neben ihm im Hotelbett. Mit ihr
zog er hier auf diese Insel und hatte 6 Töchter. Er kann tolle Geschichten
erzählen. Leider verstarb seine Frau bei der Geburt seiner jüngsten Tochter,
seitdem liebt er das Hinano (hiesiges Bier, schmeckt gut), aber keine Frauen
mehr. Segler animierten ihn hier einen Transocean-Stützpunkt zu unterhalten
und das macht er mit viel Liebe und Freude an den Kontakten, die er dadurch
bekommt. Jeder geht beschenkt mit Früchten und interessanten Geschichten aus
seinem bescheidenen Haus. Seine Kinder und Enkelkinder kümmern sich um ihn,
er ist inzwschen 75 Jahre und nur der Körper will nicht mehr alles
mitmachen. Aber er liebt sein Paradies und die Insel könnte es wirklich
sein. Uns hat es hier sehr gefallen.
Fotos:
Holländische Freunde Rene und Paulien
Essenseinladung von Ingo
Unikum Fritz vom TO Stützpunkt

Marret Koll Small

Pacific 2.Teil, 5.- 9.Tag

Ein zweiter kurzer Zwischenbericht:
Gestern Nacht sprang uns ein verwunschener Königssohn ins Schlafgemach. Wolf
hatte gerade seine Wache angetreten und ich bemerkte es zu spät. Als ich
aufstand, sah ich ihn auf dem Boden liegen, bereits tot. Er hatte bei seinem
Sprung unser Bett verfehlt (zum Glück), auch der Versuch des Wachküssens
half nicht mehr. Was hätten wir auch mit ihm machen sollen, ich habe ja
bereits meinen Wolf, aber immerhin, wir hätten eine Koje für ihn frei
gemacht. ;-))
Seit zwei Tagen haben wir nun den Motor nicht mehr angehabt, es weht mit bis
zu 28kn aus Ost, Nord drehend, die RED CAT läuft und wir holen ein paar
Meilen auf, die wir unter Motor dahin trödelten. Wolf hatte große Sorge,
dass wir Ingo nicht rechtzeitig in Tahiti abliefern können. Über unsere
holländischen Freunde, René und Paulien, die bereits auf den Gambier Inseln
angekommen sind, bemühen wir uns jetzt um einen Transferflug von dort nach
Tahiti für Ingo. Das würde die Situation entspannen für Ingo und uns.
Vorgestern kam plötzlich Land in Sicht. Wir liefen an einem Atoll vorbei.
Nicht, dass wir es nicht aufmerksam schon die Tage voraus auf den Seekarten
beachtet hätten. Uns sollte nicht so ein verhängnisvoller Fehler passieren,
wie dem Volvo Ocean Race-Team, das so ein Atoll auf der rausgezoomten Karte
übersehen hat und dann gestrandet ist. Aber es ist schon bemerkenswert, dass
Mitten im Stillen Ocean, eben noch eine Wassertiefe von über 2000 m, eine
Insel aus dem Meer ragt. Diese Atolle kommen hier häufiger vor, einige sind
unbewohnt, es ist meist tricky sie anzulaufen und durch die Korallenriffe zu
kommen, die sie umgeben. Wir werden in französisch Polynesien mehrere davon
sehen und auch besuchen.
Das Wetter hatte die letzten 5 Tage von allem etwas. Sonne, Wärme, Regen,
Wind, Flaute, Wellen und endlich einen Fisch zum Abendessen!! Gestern biss
ein Mahi Mahi an unserer Angel an, ein ordentlicher Brocken. Ich denke er
reicht für die nächsten drei Tage. Als die Angel knarrte war großes Hallo
angesagt, wir liefen gerade mit 9 kn, Ingo steuerte die RED CAT in den Wind,
Wolf nahm das Groß weg, ich rollte die Genua bis auf ein kleines Dreieck ein
und Alex kümmerte sich um die Angel. Große Freude, dass es endlich mit dem
Frischfisch geklappt hat. Die kleinen fliegenden Fische, die wir morgens so
manchmal in größerer Anzahl an Deck finden, sollen zwar scharf gebraten auch
gut schmecken, aber erstens stinken sie schon so sehr stark und es ist doch
zu wenig dran. Wir haben draußen keinen Grill und müssten sie in der Pfanne
unter Deck braten. Den Geruch bekommen wir ja tagelang nicht wieder raus.
Der Wachrythmus ist uns inzwischen im Blut, wir wachen meist kurz vor
unseren Wachen auf. Genießen die zwei Stunden nur mit uns und der Natur
allein, den meist tollen Sternenhimmel mit der Milchstraße, die die sonst
sehr dunkle Szenerie ein wenig beleuchtet. Der Mond geht jetzt erst kurz
(heute 30 Minuten) vor der Sonne auf, außerdem ist Neumond heute Nacht,
deshalb sind zu Sonnenauf- und untergang die farbenprächtigsten Bilder zu
machen. Es ist immer wieder faszinierend, dieses Schauspiel zu beobachten.
Es gibt auch Aufschluss über die Wetterentwicklung. Ingo hat das Wetterbuch
von Meeno Schrader dabei und wir lesen abwechselnd immer mal darin.
Interessant.
Der Fisch hat unseren Speiseplan bereichert. Im Tiefkühlfach ist zwar noch
genügend Fleisch, aber die frischen Vorräte, besonders das Obst wird weniger
(manchmal leider auch faulig), aber sicher für die nächste Woche noch
reichen. Es geht uns also gut und wir grüßen alle Leser unseres Blogs aus
der Mitte des Südpazifiks (23°41,7‘ S und 130°12,1‘ W) ganz herzlich. Wolf,
Marret, Alex und Ingo.
Fotos:
1 Auch Küssen half nicht mehr - toter fliegender Fisch
2 Gespanntes Warten auf Fisch am Ende der Angel
3 Land in Sicht - Acadia Motu Atoll (24°40,1' S, 124°47,4' W)

Marret Koll Small

Pacific 2.Teil – von der Osterinsel nach Tahiti, 1.-5. Tag

Ein kurzer Zwischenbericht:
Nun sind wir den 5. Tag unterwegs Richtung Tahiti. Am Samstag sind wir nach dem Ausklarieren bei der Armada de Chile um 18 Uhr gestartet – endlich. Wir hatten ja auf unseren Mitsegler Ingo einige Tage warten müssen, in der Zeit verschlechterte sich das Wetter, hohe Wellen westliche Winde. WetterWelt aus Kiel, unsere Wetterberatung hatte zuerst eine Abreise am Sonntag bevorzugt, aber uns drängte es, Ingo möchte seinen Rückflug in Tahiti bekommen und der Zeitrahmen ist eng gesteckt. Aber gegen die Wetterbedingungen können wir nichts machen. Bis zum Sonntag Mittag konnten wir ganz gut segeln, über die hohe (3m), lange Pazifikwelle (Wellentäler bis 40m lang), dann war der Wind abgestellt. Die kleine Brise von achtern ließ nur das Boot hauptsächlich schaukeln. Wir mussten fast zwei Tage motoren. Um Diesel zu sparen, fuhren wir nicht volle Kraft und so hatten wir nach 1/7 der Gesamtstrecke schon fast ¼ unseres Diesels verbraucht. Gestern VormIttag setzte dann endlich frischer Wind aus nördlicher Richtung ein und wir rauschen mit 7-10 kn Richtung Westen. Kurzzeitig verließ uns der Wind zwischendurch nochmal, was wir zu einer kurzen Badepause nutzten, aber im Moment läuft die ‚rote Katze‘ flott dem Sonnenuntergang (20:20 Uhr) entgegen, der so mitten auf dem Ocean immer besonders beeindruckend ist.
Des nachts hatten wir es schon stockfinster ohne sichtbaren Horizont, aber manche Nacht auch einen wunderschönen Sternenhimmel mit der Milchstraße und dem Kreuz des Südens. Dann ab dem frühen Morgen der aufgehende Mond (heute 4:30 Uhr), abnehmend nur noch ein Viertel, aber er gibt noch ein wenig Licht zur Orientierung. Die Sonne geht spät auf (9:20 Uhr), da wir unsere Uhren erst bei Ankunft umstellen.
Leider hatten wir noch kein Angelglück, kein frischer Fisch auf dem Teller, auch ganz zum Verdruß von Alex. So leben wir von unseren Vorräten aus Tiefkühlschrank und Gemüse Einkäufen. Es geht uns aber Allen gut, wir haben leckere Sachen eingekauft, jeden Morgen frische Früchte, Müsli, selbstgebackenes Brot, frischer Kuchen, bei ruhigem Wetter ja kein Problem. Heute wurde das noch von einem sonnigen, warmen Tag gekrönt.
So könnte es gern bleiben.

Fotos:

1 Sonnenuntergangs- Schauspiel  im paz. Ozean                      2 Ingo am Ruder

Marret Koll Small

Rapa Nui - Die Osterinsel

Die Osterinsel ist durch Vulkanausbrüche, von hauptsächlich drei
Muttervulkanen vor vielen Millionen Jahren entstanden. Sie war
ursprünglich bewaldet von vorrangig mehreren unterschiedlichen Palmenarten.
Dann kamen, den Überlieferungen nach, ca 500 n. Chr. zwei polynesische
Doppelrumpfboote mit mehreren Familien auf der Suche nach neuem Territorium
auf diese Insel und besiedelten sie. Sie brachten ihren eigenen Ahnenkult
mit und der besagte, dass sie den verstorbenen Häuptlingen und geistigen
Führern ihrer Stämme ein Andenken in Form einer Statue errichten sollten,
sodass sie weiterhin Ihnen Schutz geben und Kraft verleihen könnten. Zuerst
bauten sie die Statuen aus Holz, später dann aus dem Stein der alten
Vulkane. Da sich die Bevölkerung in 12 Stämme aufgeteilt hatte, entstand ein
Wettstreit um die größte und prächtigste Statue. Sie wurden immer größer, es
wurde daher aufwendiger die Statuen vom Steinbruch an die Küsten zu
transportieren und sie holzten dafür nahezu alle Palmen ab. Insgesamt gab es
auf der Insel über 800 Moais (der Rapa Nui Name dieser Statuen), davon viele
noch unfertige in Steinbruch. Über 350 Moais standen an den Küsten um die
Insel herum teilweise bis zu 30 auf eigens dafür errichteten Plattformen
(Ahu genannt).
Am Ostersonntag 1722 erreichten erstmals Europaer die Osterinsel und
benannten sie Osterinsel, nach dem christlichen Feiertag den sie am Tage der
Entdeckung feierten. In der Zeit danach entbrandte vermutlich auf der Insel
zwischen den Stämmen ein Krieg, der dazu führte, dass sie gegenseitig ihre
Ahnenbildnisse umwarfen. Als 1770 wieder mal ein spanisches Schiff auf der
Insel landete, sollen noch ein paar der Statuen gestanden haben. Die Spanier
ließen die Rapanuis einen Vertrag unterzeichnen, dass die Insel jetzt zu
Spanien gehörte. Nach dem Ende des Moai-Kultes, gab es den Vogelmannkult,
bei dem es darum ging den stärksten und geschicktesten Führer der 12 Stämme,
in einem Wettkampf um die rohen Vogeleier einer Art des Fregattvogels von
einer kleinen, vorgelagerten Insel heil an Land zu bringen, dies geht aus
gefundenen Petroglyphen hervor. Dieser Kult fand Mitte des 19.Jh durch den
Einsatz eines christl. Missionars ein Ende, der den Wettstreit barbarisch
fand. Seit 1883 gehört die Insel zu Chile.
Das Volk der Rapanui, das zwischenzeitlich aus 12.000 Personen bestanden
hatte, reduzierte sich 1877, auch durch das Verschleppen von Einwohnern als
Sklaven nach Peru und anschließend durch eingeschleppte Seuchen auf 111
Bewohner. Chile verpachtete die Insel auch für einige Jahre als Farmland an
einen Schafzüchter. Die Bewohner wurden einfach nach Hanga Roa, dem Hauptort
übersiedelt. Zur Zeit leben über 5.000 Menschen auf der Insel, wovon
inzwischen weniger als die Hälfte Rapanui sind. Viele eingewanderte
Chilenen, aber auch Europaer leben auf der Insel. Die Rapanui sind im Moment
um die Eigenständigkeit bemüht, die der Erhaltung ihrer Natur und Kultur zu
Gute kommen soll. Soweit zu Geschichte und Kultur.
Schon von weit her hatten wir die sanften, kahlen Hügel der Insel gesehen,
auch einige der wieder aufgestellten Moais sind uns beim Vorbeisegeln
aufgefallen. Deshalb war unser erstes Ziel, als wir unsere Füsse auf die
Insel gestellt hatten, das Touristbüro und dann die Agentur von Conny Martin
‚Rapa Nui Travel‘. Wir hatten die Empfehlung bekommen unsere
Inselerkundungstour über sie zu buchen und das taten wir. Die Vorgespräche
waren schon sehr nett und interessant und unsere Touren erst recht. Zuerst
waren wir nur einen halben Tag unterwegs, da bestiegen wir einen Vulkan mit
seinem Kratersee unter uns, sahen Plattformen, alte Behausungen und wurden
über die Richtlinien der Austragung des Wettstreits des Vogelmannkults
unterrichtet. Unser Guide Moana, 19 Jahre, Sohn einer Rapanui und eines
Deutschen, war 8 Jahre in Deutschland zur Schule gegangen, sprach
dementsprechend excellent deutsch, fühlte sich aber ganz als Rapanui. Er
brachte uns seine Kultur und die Lebensweise seiner Vorfahren so authentisch
rüber, dass wir sehr beeindruckt waren. Keine Frage blieb er schuldig, auch
nicht bei unserem zweiten Ausflug am nächsten Tag. Da sahen wir mehrere
restaurierte Plattformen mit Moais, den Steinbruch, den Strand von Anakena
mit seinen Moais und den ‚Nabel der Welt‘.
Rapa Nui ist eine kulturell sehr interessante Insel. Faszinierend was die
Ureinwohner für gewaltige Steinstatuen geschaffen haben, ohne die bei uns
gebräuchlichen Werkzeuge, auf der Insel gab es z.B. keine Metallvorkommen.
Flora und Fauna dagegen ist sehr armselig, endemische Tier-und Pflanzenarten
gibt es kaum noch. Man begegnet nur vielen herumsteunenden Hunden, frei
laufenden Pferden, Rindern und Hühnern. Mal ein Vogel, Libellen oder eine
kleine Eidechse. Man hat ein paar kleine Eukalyptuswäldchen angelegt. In
Anakena hat man Palmen aus Tahiti angepflanzt. Der Rest der Insel ist kahl,
abgegrast, steinig, meist unbewohnt.
Wir waren 17 Tage auf der Osterinsel. Wir haben sehr nette Leute kennen
gelernt, lecker gegessen und viel Neues erfahren. Besonders gefallen hat es
uns in der ruhigen Bucht von Anakena, mit dem feinen, leicht rosefarbenem
Sand, den 8 Moais und dem Palmenhain und auch Hanga Roa, das beschauliche
Städtchen, sowie die Moai-Plattform ‚Ahu Tongariki‘ mit 15 restaurierten
Moias. Beeindruckt hat uns Moana, unser Inselführer und Io, der Fischer, der
unser Wassertaxifahrer war. Wir haben alle noch nie einen Menschen
getroffen, der bei den teilweise doch so unwirtlichen Verhältnissen mit den
großen Wellen, besonders vor der Hafeneinfahrt, so sicher und vor allem
immer pünktlich, super freundlich und hilfsbereit seinen Job gemacht hat.
Vielen Dank. Wir haben nette Freunde gefunden, die Holländer Rene und
Paulien mit ihrer HR46 ‚The Bounty‘, die uns auch mit Seekarten und
Handbüchern über die polyn. Inseln weiterhalfen, sowie die österreichische
Familie Heinz, Ulrike und Florian mit ihrem Katamaran ‚Viveka‘. Wir hoffen
sie in den nächsten Wochen bald wiederzutreffen.
Erklärung zu den Fotos:
1 Io - der Wassertaxifahrer mit Alex und Ingo
2 Die Bucht von Anakena mit Moais und Red Cat
3 Moana erklärt die Kulturgeschichte Rapa Nuis

  • Small
    Otto hat am kommentiert:

    hallo marret, habe euren blog vor ein paar wochen gesehen - gab ja ganz schön viel zu lesen und was ihr alles erlebt habt! wahnsinn, dass ihr das alles mit dem segelschiff macht. schöne grüße auch von der see... allerdings von der nordsee =)

  • Small
    Marret Koll hat am kommentiert:

    Hallo Otto,
    vielen Dank für deinen Beitrag. Freue mich immer über Reaktionen auf unseren Blog, herzlicher Gruß marret

Marret Koll Small

Pacifictörn 1 - von den Galapagos zur Osterinsel

Es stand wieder mal ein langer Seetörn vor uns. Etwa 1950nm beträgt die
Strecke von den Galapagos Inseln zu der Osterinsel – Rapa Nui. Das heißt
12-14 Tage segeln ohne Unterbrechung; nur Wasser, Wind und Wellen.
Da die Crewverstärkung mit Freunden nicht geklappt hatte, waren wir froh
über den Kontakt von Alex, Daniela gefunden zu haben, die uns auf diesem
Törn begleitet hat. Bei unserer Wachaufteilung mit 2 Stunden Wachen, hätten
wir zu dritt nur max 4 Stunden Zeit zwischendurch zum Schlafen gehabt. Das
ist besonders nachts nicht so entspannend. Zu viert teilt sich das besser
auf und auch alle anderen Pflichten, wie kochen, abwaschen, Segel bedienen
usw. verteilen sich über mehr Häupter, macht den Törn angenehmer.

Daniela war schon am 3.4. gekommen, weil sie die Möglichkeit nutzen wollte,
sich auch noch einen Eindruck von den Galapagos zu machen. Die Möglichkeit
nutze sie auch voll und machte sogar noch einen Besuch auf der Insel
Isabela. Wir stachen am 11.4. von Santa Cruz in See, nach einem netten
Abschiedsabend im ‚Waterfront Inn‘ von Teppy Angermeyer. Der Anker war
reichlich bewachsen, nach den 16 Tagen in der ‚Academy-Bay‘ und das
Ankermanöver dauerte somit ein wenig. Dann ging es hindurch zwischen den
Inseln Espanola und Floreana, die ja auch von deutschen Siedlern in den
30iger Jahren heimgesucht wurde und über die wir dolle Geschichten gehört
und gelesen hatten, Richtung SSW. Nach drei bis vier Stunden waren die
Inseln nicht mehr zu sehen, dafür gab es andere Freuden, wir hatten einen
richtig großen Thunfisch an der Angel. Das Essen für drei Tage war
gesichert. Leider habe ich für Alex gleich ein Angelverbot aussprechen müssen,
weil der Kühl- und Gefrierschrank voll waren und somit kein Platz zum
Aufbewahren weiteren Fischfangs gegeben war.
Wir bereiteten den Thunfisch aber in diversen Varianten zu: roh, geschmort,
gebraten, in Kokossoße und als Frikadelle, unsere bewährte
Atlantik-Zubereitungsversion. Lecker !! Als das Angelverbot aufgehoben war,
biß aber tagelang keiner mehr an und wenn, gelang es uns nicht, den Fang an
Bord zu bekommen, bis auf einen kleineren Mahi Mahi. Einmal hatten wir einen
sehr großen Marlin am Haken, er riß an der Schnur, sprang Saltos und
Pirouetten im Heckwasser, Alex war komplett aufgeregt, bekam aber die
Angeltrommel nicht gestoppt und bis wir alle Segel komplett geborgen hatten,
damit wir mit abnehmender Bootsgeschwindigkeit unseren Fang einholen
könnten, hatte es der Marlin geschafft, die komplette Angelsehne aus der
Angel zu reißen. Tja, der arme Fisch muss nun mit Angelhaken, Köderfisch und
mehreren 100m langer Angelschnur durch den Pazific kreuzen.

In den ersten Tagen hatten wir aber auch ohne Angel Besuch von
Meeresbewohnern an Bord. In den ersten Nächten waren uns mehrmals Squid,–
kleine Tintenfische an Bord gesprungen (hab gar nicht gewußt, dass die aus
dem Wasser springen). Der Eine lag malerisch im Cockpit und hatte seine
Tinte noch abgegeben, was ihm aber nicht mehr geholfen hat.
In den darauf folgenden Tagen konnten wir auch tagsüber immer wieder
Schwärme von fliegenden Fischen beobachten, die vor unserem durch Wasser
flügenden Boot das Weite suchten. Nachts scheinen auch sie hin und wieder
die Orientierung zu verlieren, denn wir hatten einige Morgende den einen
oder anderen Fisch an Deck liegen. Wolf hatte einmal nachts gehört, wie etwas gegen das
Bimini (die Sonnenüberdachung für das Cockpit) schlug und dann einen
fliegenden Fisch an Deck gesehen, der aber das Glück hatte, von der nächsten
Welle wieder mit ins Wasser genommen zu werden. Am nächsten Morgen sahen wir
diverse Schuppen am Bimini kleben -– welch ein Flug.
Unser Wachsystem hatten wir auf Danis Wunsch ein wenig abgewandelt, aber das
hat uns Anderen auch gut gefallen. Nachts zweistündige Wachen, tagsüber 2,5
Std. Dies hatte den Vorteil, dass man immer mal zu einer anderen Tageszeit
Dienst hatte, so sah man mal den Sonnenaufgang, dann mal den Sonnenuntergang
während der Wache. Schiffe oder andere Boote haben wir 12 Tage lang, weder
im Fernglas noch auf dem Plotter oder dem Radar gesehen, das hat uns
erstaunt, zumal kurz nach unserem Eintreffen vor Hanga Roa drei weitere
Segelboot ankamen, die fast die gleich Route genommen hatten. 150nm von
Galapagos trafen wir im Morgengrauen noch Fischerboote, danach nur noch
Wasser, Wind und Wellen, tolle Sonnenauf- und Untergänge. Die Farben des
Himmels und des Wassers sind so fern ab von Allem einfach faszinierend schön
und erscheinen viel intensiver als von Land aus. Besonders das tiefseeblaue
Meer um das Boot herum ist einmalig schön. Mehrfach hatten wir auch Regengebiete
und Squals, die um uns oder über hinwegzogen. Es wurde gen Süden kommend
auch immer kälter, was Wolf zu der Aussage veranlasste, wir sollten
vielleicht doch besser gleich zu den Marquesas segeln und uns nicht soweit
vom Äquator entfernen, aber auf der 2. Hälfte des Törns wurde es angenehmer
und wir konnten auch mal einen Badestopp einlegen.

Die Osterinsel ist dafür bekannt, dass der Ankerplatz vor der Hauptstadt
(-Ort) Hanga Roa sehr unruhig ist. Außerdem steht fast immer eine starke
Welle in den kleinen Fischerhafen, der von den Dinghis angefahren werden
kann. Es liegen diverse Surfer auf den Brettern um die einkommenden Wellen
für einen heißen Ritt zu nutzen. Der Hafenkapitän hatte uns zuerst auf die
Ostseite der Insel lotsen wollen, aber bei den östlichen Winden war das
nicht so sinnvoll und deshalb ankerten wir doch vor Hanga Roa, was auch
weitest gehend ganz schön war. Wir verzichteten allerdings darauf das eigene
Beiboot zu nehmen um an Land zu kommen, sondern nahmen die Hilfe der
ortskundigen Fischer in Anspruch, um durch die Brandung an Land zu gelangen.
Nach drei Tagen wurden wir dann allerdings aufgefordert, wegen eines
aufkommenden Sturms, unseren Ankerplatz an die Nordostküste, nach Anakena zu
verlegen, wo es zwar wesentlich ruhiger, aber auch sehr abgelegen war.

Erklärung zu den Fotos:

1  Proviantdepot                    3  Sonnenuntergang       5  Wolf Frühstück unterwegs       7  Abendstimmung

2  Badestopp im Pacific        4  Sonnenaufgang           6  Alex es wird kälter                     8  Abendstimmung

Marret Koll Small

Von Panama Stadt nach Galapagos – unsere 3.Reise mit Marret und Wolf

Es war Winter in Hamburg, nicht richtig kalt,  kein Schnee, aber der Frühling war noch in weiter Ferne, als uns aus den USA von Marret und Wolf die nächsten geplanten Reiseziele erreichten. Nach Kuba konnten wir leider aus beruflichen Gründen nicht mitsegeln, das wär unser Traum gewesen. Und was soll ich sagen – unsere Laune besserte sich  schlagartig. Nicht nur der wunderschöne Bericht inclusive der Bilder aus Florida, von Marret wieder liebevoll  geschrieben, verschafften uns gute Laune, nein, auch der Vorschlag von den Beiden, dass wir Sie von Panama nach Galapagos begleiten könnten. Galapagos, ein Tierparadies, eigentlich nur aus dem Bio-Unterricht bekannt, Riesenschildkröten, Echsen, Leguane…… Traumhaft die Vorstellung.

Und so planten wir unsere Reise. Die Flüge waren schnell gebucht, so dass wir uns am 08.03. auf den Weg nach Panama machten. Nach 14 Stunden Flug erreichten wir Panama, ein Taxi holte uns vom Flughafen ab (hierfür nochmal herzlichen Dank) und fuhr uns raus zum Yachthafen, einmal quer durch die Stadt bei 30 Grad im März. Der erste Eindruck von Panama City war schon sehr erstaunlich. Eine riesige Skyline zur Linken und zur rechten Seite die Altstadt, die gerade sehr schön restauriert wird.

Und dann endlich wieder an Bord. Wir wurden von den Beiden, sowie dem neuen Bootsmann Alex, wie immer sehr herzlich empfangen, so dass wir uns gleich wieder zu Hause fühlten. Am nächsten Tag haben wir uns dann Panama City etwas genauer angesehen. Mit dem Taxi wieder quer durch sie Stadt - erst die Altstadt, das Casco Viejo, mit den wunderschönen Fassaden und dem Rathaus (auch hier bleiben die Außenfassaden stehen und innen wird alles entkernt) und dann die Neustadt. Riesige Wolkenkratzer mit allem Drum und Dran und was soll ich sagen – nur ein Hardrock Hotel. Andi musste sich eine andere Farbe seines sonst üblichen Hardrockcafe T-Shirts kaufen. Er hat es  gerade noch überlebt. Als letztes haben wir dann noch frischen Proviant eingekauft – mehrere Einkaufswagen voll, für die nächsten Tage. Und dann waren wir gerüstet für die kommenden Segeltage.

Das Auslaufen aus Panama City war relativ unspektakulär. Die Zuwegung zum Panama-Kanal nimmt man wahr, weil draußen ca. 20-30 Schiffe auf Reede liegen, aber das Fahrwasser war nicht sehr befahren. Da sind wir von der Elbe anderes gewöhnt.

Zunächst ging es Richtung Archipelago de las Perlas, wo wir am 2. Segeltag vor Esmeralda vor Anker gingen. Mit einem kleinen Boot haben uns 2 Jungen an Land übergesetzt. Esmeralda ist ein ganz kleines sehr ursprüngliches Dorf mit einer sehr großen Polizeistation und einem sehr einfachen Restaurant. Ob wir jetzt mehr über das Dorf, oder die Dorfbewohner mehr über uns staunten, kann ich nicht sagen. Die vorherige Diskussion – Essen in dem Restaurant oder nicht, erübrigte sich auf jeden Fall. Am nächsten Morgen erwarben wir von einem Inselbewohner noch eine sehr grüne Bananenstaude und andere Früchte, dann begann der lange Törn nach Galapagos - 860nm.

Gleich nach Esmeralda wurden die Angel ausgeworfen und was soll ich sagen – gleich drei Fische bissen innerhalb von 20 Minuten an. Alex und Andi waren stolz wie Oskar. Danach bekamen Sie aber erstmal Angelverbot, da der Fisch verarbeitet und auch gegessen werden musste. Thunfischtartar, Thunfischsteaks, Fischsuppe – perfekt. Die Wachen an Bord wurden verteilt und alle 2 Stunden wurde gewechselt. Es war eine herrliche Zeit 30°C warm, Wind (hätte ein bisschen mehr sein können) und lange Wellen. Die Zeit verging wie im Fluge und war sehr erholsam.

Auf der Überfahrt haben wir fast alle die Familienchronik der Angermeyers gelesen ('Kurs Galapagos' von Matthias Stoldt). Einer Familie aus Hamburg, die in den 30ger Jahren nach Galapagos ausgewandert ist. Daneben hatten wir noch mehr Literatur über die Galapagos und über weitere Auswanderfamilienan Bord wie: die Wittmers, Dore Strauch, Friedrich Ritter, die Baronin etc., die uns während der sechs Tage auf See beschäfftigt haben und viel Anregung zur Gesprächen und Spekulation gaben. Sie wurden quasi zu Familienmitgliedern. Und abends wurde wieder 'Oh Hell ', Karten gespielt – ein Überbleibsel von Kinley. Auch Alex hat dafür seine Leidenschaft entdeckt.

Kurz vor den Galapagos Inseln segelten wir über den Äquator. Wolf als Kapitän, hat sehr würdevoll sein Amt wahrgenommen und uns alle getauft. Während der Zeremonie sind wir dann durch die Strömung wieder auf die Nordkugel getrieben worden, so dass wir den Äquator zweimal überfuhren. Wir haben es mit Fassung getragen. 

Und dann, am 7. Segeltag, sahen wir das Archipel Galapagos mit der ersten Insel San Christobal. Wir waren alle ein wenig aufgeregt. Wolf hatte uns bereits in Panama für die Galapagos Inseln angemeldet. Bevor man Einreisen darf, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt: Mülltrennung, das Unterwasserschiff muss sauber sein, keine frischen Südfrüchte (unsere Bananestaude war immer noch grün) oder Pflanzen an Bord, überall Schilder, dass man keinen Müll über Bord werfen darf und und und…Wolf und Marret hatten alles super vorbereitet. Wir gingen vor Anker und Carmen, die Agentin kam sofort mit dem Wassertaxi, um uns zu begrüßen und die Einreisezeremonie zu erläutern und dann ging es los. 7 Personen kamen an Bord und ein Taucher guckte sich das Unterwasserschiff an. Jede Schublade, jede Frucht (auch die grünen Bananen) wurden untersucht, auch die Drogenbehörde suchte nach Spuren. Nach einer Stunde Inspektion und diversen Fragen bekamen wir die Erlaubnis zur Einreise. Und dann wurde uns erst so richtig die Schönheit bewusst.

Viele Seelöwen und Turtels (Schildkröten) um uns herum, grünes Wasser. Dann ging es an Land, die Stadt zu erkunden und zu Rosita zum Essen. Am nächsten Tag machten wir eine Inselführung mit. Wir sahen riesige Landschildkröten und Fregattvögel. Am Ende des Tages ging es dann zu einer sehr schönen Badebucht. Die Herren wollten baden, Marret und ich wollten uns Blaufußtölpel ansehen. Was Marret und ich zu sehen bekamen waren keine Tölpel – nein, aber einen Hai, der sich Richtung Alex, Wolf und Andi auf den Weg machte. Ja, die drei waren sehr flink aus dem Wasser. Abends auf der Suche nach einem Restaurant lernten wir Eduardo kennen. Eduardo kannte sowohl die Angemeyers als auch die Familie Wittmer persönlich und erzählte uns zu den Buchgeschichten noch seine eigenen, sehr detaillierten Geschichten. Das war einfach super spannend. Abends an Bord zurück sahen wir, dass sich Seelöwen auf den Badeplattform breitgemacht hatten- unfasslich. Mit dem Bootshaken wurden sie vertrieben und dann haben wir alles abgefendert – mehr oder weniger erfolgreich. Wir hatten noch öfter Besuch.

Unser nächstes Ziel war Isabela, die größte Insel des Galapagos Archipels. Diese Insel ist tatsächlich am sprünglichsten. Super Fußwege, aber die Straßen nur mit Sand bedeckt und staubig. Hier buchten wir eine Schnorcheltour, die uns noch einmal einen ganz anderen Eindruck vermittelte. Lavagestein, eine wunderschöne Unterwasserwelt, aber auch Pinguine und endlich Blue footed Bubbies (Blaufusstölpel). Ich hätte alle mitnehmen können, so niedlich sind die kleinen Tölpel mit Ihren grell blauen Füssen. Nach drei Tagen (die Bananen sind immer noch grün) ging es dann nach Santa Cruz, Andis und meiner letzten Station. Kurz vor Santa Cruz ereilte Alex und Andi wieder das Anglerglück. Sie waren extra früh, um 6 aufgestanden, um noch einmal zuzuschlagen. Und es waren wieder 3 Fische – unglaublich. Da sich die Fische aber nicht von alleine filetieren, haben die beiden (nach einem umfassenden Fotoshooting) die Angeln reingeholt.

Auf Santa Cruz haben Andi und ich zunächst einen Tag alleine die Stadt erkundet und uns unter anderem die Charles Darwin Stiftung angesehen. Am nächsten Tag ging es dann ins Naturreservat  El Chato zu den Schildkröten und Lavatunneln, aber man merkte das Ende der Reise näher kam. Unseren letzten Abend haben wir dann im Restaurant der Angermeyers verbracht und den Sohn von Gus am Tische sitzen sehen und Alex hatte ein nettes Gespräch mit ihm. Das war natürlich perfekt.

Am nächsten Tag ging es dann nach Hause und was sahen wir? Die erste Banane wurde gelb. Das war schon sehr traurig. Das Taxi brachte uns nach Baltra zum Flughafen. Dann ging es über Guayaquil nach Amsterdam und Hamburg. Ein traumhafter Urlaub ging zu Ende.

Liebe Marret, lieber Wolf, lieber Alex, es war wieder ein wunderschöner Urlaub, der unvergessen bleibt.

Vielen, vielen Dank

Erklärung zu den Fotos:

1  Casco Viejo                      6 Bananenstaude                  11 Seelöwe am Heck         16 Riesenschildkröten

2 Skyline Panama              7 Äquatorquerung                12 Crewausflug zu             17 Landleguan

3 Hard Rock Hotel             8 Taufenfeier                        13 Blaufußtölpeln              18  Red Cat

4 Ausfahrt La Playita         9 2 von 3 Tunas                    14 Pinguinen                      19 bei Angermeyer

5 Jungs von Las Perla      10 Immigration an Bord      15 El Chato Reservat        20 Birthe reist ab :-))

Marret Koll Small

Galapagos

Wir hatten viele Geschichten gehört und gelesen, wie schwer es sei die
Einklarierungsbedingungen der ecuadorianischen Naturschutzbehörde zu
erfüllen und waren dementsprechend besorgt. Aber andererseits wir hatten uns
sorgsam vorbereitet, das Unterwasserschiff in Panama City noch einmal
säubern lassen, weiterhin hatten auf der Überfahrt ein neues System der
Mülltrennung an Bord eingeführt und auch sonst das Boot sorgsam geputzt.
Unsere Bemühungen waren von Erfolg gekrönt, die Inspektion verlief bestens,
die 7 Personen, die an Bord gekommen waren um alles zu kontrollieren, waren
zufrieden und verließen uns 45 Minuten später mit einem freundlichen
Lächeln. Andere Boote mussten mit einem Taucher 70nm raus fahren und ihr
Schiff selber säubern oder säubern lassen, was dann $600-$700 kostete.

Die Galapagos Inseln sind ein geschütztes Biospähren Naturreservat und
gehören zum Weltkulturerbe. Man nimmt den Erhalt der Natur und den Schutz
der vorhandenen Artenvielfalt sehr ernst. Alle Touren, die im
Naturschutzgebiet unternommen werden, müssen angemeldet sein, nicht über 16
Teilnehmer zählen und von mindestens einem Guide begleitet und geführt
werden. Es gibt hier (noch) besonders viele endemische, nur hier
vorkommende, Tier- und Pflanzenarten. Die Wetter-, Wasser- und
Bodenbeschaffenheit, bieten der Tier- und Pflanzenwelt besonders günstige
Lebensbedingungen. Dies kann aber nur durch eine ständige Überwachung und
Kontrolle erhalten werden. So haben z.B. die vor über hundert Jahren
ausgesetzten und dann verwilderten Ziegen, Schweine und Esel mehrere Tier-
und Pflanzenarten bereits ausgerottet, sodass sie gejagd werden mussten.
Auch eingeführte Pflanzen wie z.B. Guave und Brombeeren, haben sich so
unkontrolliert ausgebreitet und heimische Pflanzen verdrängt, dass sie
massiv gerohdet und entfernt werden müssen.
Deshalb haben wir schon Verständnis, dass man es so sehr genau nimmt, auch
wenn das für manche Leute und Bootseigner ein Verdruß ist.

Nachdem wir also nun glücklich die Inspektion hinter uns gebracht hatten,
blieben uns mit Birthe und Andy zusammen noch knappe zehn Tage um einen
ersten Eindruck über die Inseln zu gewinnen. Unsere erste Insel auf der wir
einklariert hatten war San Christobal. Hier leben inzwischen etwa 6.000
Menschen. Der kleine Ort Puerto Baquerizo Moreno ist zur Hauptstadt des
Archipels geworden, obwohl er nach Puerto Ayora auf Santa Cruz nur der
zweitgrößte Ort ist, aber er liegt östlicher und damit näher am Mutterland
Ecuador.
Wir wurden vom Ankerplatz in der ‚Wreck Bay‘ mit Wassertaxis an Land
gebracht und bahnten uns einen Weg zwischen all den faul rumliegenden
Seelöwen hindurch, die ganz selbstverständlich die Parkbänke und Spielplätze
an der Pier in Besitz genommen haben. Sie lassen sich auch garnicht richtig
stören, nur anfassen soll und sollte man sie nicht, dann protestieren sie
lauthals. Wir genossen durch die Straßen zu bummeln und bei ‚Rosita‘ Essen
zu gehen. Am nächsten Tag unternahmen wir eine Tour in die Berge und
bestiegen einen Vulkankrater. In der Kratersenke gab es einen Süßwassersee,
den z.B.die Fregattvögeln zum Entsalzen ihres Federkleides nutzten. Wir
besuchten eine Schildkrötenfarm auf der Riesenschildkröten in großer Zahl
aufwachsen, faszinierende Geschöpfe. Zum Ende der Tour brachte unser Guide
uns an einen Strand, an dem es sonst auch Blaufußtölpel geben sollte, an dem
Tag nun gerade nicht, dafür badeten die Männer im herrlich erfrischenden
Wasser, aber nicht so lang, denn von den Felsen aus, sahen der Guide und wir
Mädels einen größeren Hai Richtung Strand schwimmen. Vorsicht ist besser als
Nachsicht.
Unser nächster Abstecher ging zur Insel Isabella. Sie ist die größte aller
Galapagos Inseln mit 4588m², es leben aber nur zwischen 2.000- 3.000
Einwohnern dort. Der Tourismus steht noch ganz in seinen Anfängen, der Ort
Villamil bekommt gerade neue Straßen, eine neue Anlegestelle ist schon
gebaut, etwas abseits des Ortes und auch hier wollten wir mit den
Wassertaxis von unserem Ankerplatz an Land kommen. Es gibt hier allerdings
nur begrenzt viele Wassertaxis und deshalb forderten sie jedes Mal einen
anderen Preis. Abends ab 17 Uhr wurden die Taxifahrer unverschämt, einer
forderte von jedem von uns für die paar Meter zum Boot $5. Daraufhin ließen
wir das Dinghi zu Wasser und fuhren selbst. Das Taxi in den Ort kostete auch
noch mal einen Dollar, aber das ist ok. Man zahlt hier normal mit amer.
Dollars, nur beim Münzgeld gibt es manchmal ecuad. Dollars. Wir buchten
einen Bootstrip zu den ‚Los Tunneles‘. Am nächsten Morgen um 8 Uhr ging es
los. Ein kleines Motorboot besetzt mit 12 Leuten flog mit uns an der Küste
entlang Richtung Westen. Wir passierten den Union Rock, einen steil aus dem
Meer ragenden Steinhaufen, auf dem Pelikane und Tölpel saßen. Dann bog der
Kapitän Richtung Land ab und steuerte das Boot mit hoher Geschwindigkeit
ohne Ansteuerungstonnen durch brandende Wellen, an Untiefen und Klippen
vorbei, zwischen steil aufragenden Lavabergen und Tunneln hinein in ein
Geflecht aus kleinen Buchten und Inselchen. Die Fahrt war echt abenteuerlich
und hat uns Seeleute den Atem anhalten lassen. Dahinter stilles Wasser,
überhaupt Stille, unwirtliche Landschaft aus Lavagestein das viele, viele
Brücken und Tunnel bildet, nur vereinzelnd Grünes, meist Kakteen oder
Succulenten. Wir sahen wieder Pinguine, Tölpel und diverse Vogelarten. Nach
einem kurzen Spaziergang machten wir uns zum Schnorcheln fertig und unser
Guide gab uns noch einmal Instruktionen. Unter Wasser sahen wir
Seepferdchen, div. bunte Fische aller Farben und Größen, Haie, die in Höhlen
lagen und Wasserschildkröten von enormer Größe. Der Panzer ist schon Algen
bewachsen, der Guide schätzte sie auf über 100 Jahre alt. Als wir wieder an
Bord waren, gab es Brote und etwas zu Trinken. Ein großartiger Ausflug, der
seine $85 pro Person auf jeden Fall wert waren.
Drei Inseln durften wir mit unserer ‚Cruising-Permission‘ anlaufen, die
dritte war für uns Santa Cruz. Wir hatten es so gewählt, weil Andy und
Birthe von Baltra aus nach Hause fliegen wollten und Baltra ist am besten
von Santa Cruz aus zu erreichen. Baltra ist eine kleine Insel im Norden von
Santa Cruz, war im 2. Weltkrieg amerikanische Militärbasis, der Flughafen
wurde ausgebaut und hier kommen heute Flugzeuge aus Allerwelt an. Man
erreicht den Flughafen per Boot und Bus, sehr speziell, aber so ist nur eine
kleine Insel, die eh unwirtlich ist, von dem Reisegeschehen betroffen.
Santa Cruz hatte für uns noch ein besonderes Interesse, wir hatten an Bord
eigentlich Alle die Auswanderungsgeschichte der Gebrüder Angermeyer ‚Kurs
Galapagos‘ gelesen und wir waren von dem Mut, Idealismus und Kämpfertum der
ehemals Hamburger Jungs begeistert. Ein wenig davon vielleicht nachspüren zu
können, war eins unserer Ziele. Aber Santa Cruz ist heute eine lebendige
Insel (25.000 Einwohner), Puerto Ayora mit der Academy Bay ein touristisches
Städtchen, aber nett und beschaulich geblieben. Es fällt aber doch schwer
sich all dies wegzudenken, und sich nur 12 Siedler auf der Insel, keine
Straßen und Urwald vorzustellen. Wir haben zwei der Nachfahren dieser
Familie kennengelernt. Teppy Angermeyer, der Sohn von August (Gus oder
Gusch), führt erfolgreich ein Hotel und Restaurant, das ‚Waterfront Inn‘ auf
der Angermeyer Halbinsel. Wir hatten mehrmals mit ihm sehr interessante
Gespräche, er lebt halb und halb dort und in Schweden, ein sehr ruhiger,
eher schüchtener Typ. Und wir trafen Martin Schreyer, Enkel der älteren
Schwester der Gebrüder Angermeyer, er betreibt eine Elektro-Werkstatt,
versteht sich besonders auf Schiffselektrik, er half uns den Wassermacher
und andere Technik wieder zum Laufen zu bekommen.
In den Tagen in denen wir vor Santa Cruz vor Anker lagen, man liegt dort
allerdings meistens sehr unruhig, haben wir noch drei interessante geführte
Touren unternommen, nach Nord Seymour und Las Plazas. Auf den Touren mit
Landgängen und Schnorchelmöglichkeit erlebten wir die Vielfalt der
beeindruckende Tier- und Pflanzenwelt. Großartig waren auch die Ausflüge zum
Tortuga Beach und zu der Bade-Schlucht La Crieta, sowie zur Schildkrötenfarm
El Chato. Sehr informativ der Besuch der Charles Darwin Forschungsstation.
Die Galapagos Inseln sind sicher ein der letzten Paradiese, das uns
hoffentlich noch lang erhalten bleibt.

Erlärung zu den Fotos:           

1  Seelöwen Bank                     5 Riesenschildkröte        9 Los Tunneles               13 Baumkaktusstamm

2 Seelöwen Famillie                 6 Wassertaxi                  10 Union Rock                 14 Fregattvogel m

3  Kratersee San Cristobal      7 Landtaxi Isabella        11 Tölpel und Pelikan    15 Landleguan u Kaktus

4  Andi und Birthe                    8 Bar 'Rosita'                  12 Wasserleguane          16 Wolf und Teppy Angermeyer

Marret Koll Small

Von Panama nach Galapagos

Nachdem wir den Panama Kanal passiert und somit den Pazifik erreicht hatten,
verbrachten wir die restlichen Tage bis zum Eintreffen unserer Mitsegler
Andi und Birthe, die mit uns zu den Galapagos segeln wollten, in der Marina
‚La Playita‘. Den Haupteinkauf für die Proviantierung hatten wir schon vor
ihrer Ankunft erledigt. Es war auch ein Techniker für unsere B&G (Bruch &
Gehtnicht)- Technik dagewesen, der den 64 Fehlermeldungen noch etwa 80
weitere hinzufügte, worauf erstmal garnichts mehr lief und Wolf einen
mittelschweren Wutanfall bekam. Tagelang telefonierte und mailte er mit
diversen Fachleuten in USA und England, bis zumindest der letzte Zustand so
halbwegs wieder hergestellt war. Am 8.3. trafen Birthe und Andi ein. Wir
unternahmen zusammen noch eine interessante Stadtbesichtigung in der Casko
Viejo, der Altstadt (sehr empfehlenswert), und der modernen City von
Panamastadt, zum Abschluss ein Supermarkteinkauf für Frischeartikel und
fehlende Getränke, ein leckeres Essen im Bocanero und Ausschlafen. Gegen
Mittag verließen wir die Marina und damit das Festland von Panama für einen
kurzen Zwischenstopp in den ‚Las Perlas‘, einer vorgelagerten Inselgruppe.
Der Strand der Bucht, in der wir ankerten war grau, weiß, schwarz, sah echt
interessant aus. Der Fischerort einfach, etwas schmuddelig, aber sehr
verträumt. Das Wasser grünlich, trüb lud nicht so richtig zum Baden ein und
so brachen wir am nächsten Morgen endgültig gen Galapagos auf!!
Für den Törn von etwa 800sm benötigten wir 6 Tage. Birthe und Andy, die noch
nie solange die Füsse nicht mal zwischendurch an Land hatten, machten
großartig mit, sie fuhren ihre Wachen fast immer gemeinsam. Dadurch hatten
sie zwar nicht solange Schlafpausen, aber auf so langen Törns, kann man sich
ja auch mal tagsüber ganz gut schlafen legen, falls man nicht durch
begeisterte Aufschreie geweckt wird, wenn mal wieder ein Fisch an die Angel
gebissen hat. Insgesamt hatten wir auf dem Törn von Panama nach Galapagos
reichlich Anglerglück, mehrere Tunas, unterschiedlicher Art und einen
Marlin, der war zwar nicht so groß, schmeckte aber hervorragend.
Zwischendurch hatte schon einmal ein Marlin gebissen, der sich gewaltig
gebärdete, in hohen Bögen aus dem Wasser sprang, damit reichlich Eindruck
machte, sich aber von der Angel losreißen konnte. Der Marlin ist ein
besonders hübscher Fisch, lang, schlank,, unten silbern, oben dunkelblau mit
einer großen, flügelartigen Rückenflosse und einem langen, spitzen Dorn am
Oberkiefer.
Wir hatten zwischendurch mehrmals Flautenlöcher (kaum Wind), konnten aber
dann auch streckenweise wieder sehr schön und auch schnell segeln, den Motor
nahmen wir nur seltenst in Gebrauch, weil wir Treibstoff sparen wollten, der
in Zukunft nur noch problematisch und vor allem teuer zu bekommen sein wird.
Bei weniger Wind nutzten wir lieber die Gelegenheit einen Badestopp
einzulegen, was bei der Wärme (bis zu 30°C Luft, 27,5°C Wasser) sehr
angenehm war. Am 17.3. um 16:01 Uhr überquerten wir das erste Mal den
Äquator. Wir rollten die Segel ein um die Äquatortaufe zünftig zu begehen.
Anschließend nahmen wir noch ein Bad. Als wir die Segeln wieder ausrollten
stellten wir fest, dass das Boot in der Zwischenzeit wieder in den Teil
nördlich des Äquators getrieben war, also segelten wir 20 Minuten später ein
zweites Mal über die magische Linie. Eine dolle Sache.
Am 18.3. erreichten wir gegen Mittag die Insel San Christobal, unser erstes
Ziel auf dem Galapagos Archipel.

Erklärung zu den Fotos:

1 Panama City alt-neu       3 Casco Viejo im Bau       5 vor Las Perlas           7 Äquatortaufe

2 Skyline Panama City     4 Verlassen Panama        6 Äquatorüberfahrt      8 nach der Taufe     

Marret Koll Small

Überblick über unseren bisherigen Reiseverlauf

Für Alle, die erst jetzt einen Blick in unseren Reiseblog werfen, sei gesagt, wir sind jetzt seit 18 Monaten unterwegs. Wolf und ich, Marret, kommen aus Hamburg und Umgebung und wir haben daran gemacht unseren Traum in die Wirklichkeit umzusetzen, die Welt mit dem Segelboot zu erkunden und erleben (bevor es dafür für uns zu spät ist). Am 1.9.2013 sind wir in England von der Werft aus gestartet, sind die westliche Küste Europas runter gesegelt zu den Kanaren, haben von dort aus mit Freunden den Atlantik überquert und anschließend die Karibik ausgiebig besegelt. Diese Erlebnisse kann man in unserem Blog: „ Atlantic crossing“ nachlesen.

Ende Mai 2014 sind wir dann der Hurrikansaison nach Norden ausgewichen und über Bermuda nach New York und Maine gesegelt. Als auch dort der Herbst und kurz darauf der Winter, mit Minusgraden, einzog, sind wir gen Florida geflohen. Nachdem wir dort mit Familienmitgliedern Weihnachten verbrachten ging es weiter über KeyWest nach Kuba und Grand Cayman nach Panama. Mit der Passage des Panama Kanals endet unser zweiter Blog: „ Amerikas Ostküste“.

Mit dem ersten Törn im pazifischen Ozean von Panama zu den Galapagos Inseln, auf dem uns wieder Freunde begleitet haben, beginnt unser 3. Blog: „ Pacific“. Viel Freude beim Lesen und Miterleben von der Crew der Red Cat, einer Oyster 625-10.

Unten:  Fotos von unserem Boot

  • Small
    Petra Peters hat am kommentiert:

    Das es schon so lange her ist, dass Sie abgereist sind, ist unglaublich. Wir erinnern uns immer wieder gerne an die schöne Party, bevor es losging. Haben gerade zu Hause die Bilder betrachtet. Mit Freude lesen wir die Reiseberichte, so sind auch wir ab und zu auf "Weltreise" ;-) Hier ist es im Moment so schlechtes Wetter, da möchte man direkt abhauen. Wir freuen uns nun auf den Pacific und wünschen frohe Ostern. Bis bald