Ein ganzes halbes Jahr!

Zeit zu haben, zu sehen und zu staunen. Zeit zu haben, zu hören und zu fühlen. Zeit zu haben, die Zeit zu vergessen!

Blog

Dies ist dein Tour-Blog. Füge Einträge mit Fotos und Standort hinzu oder einfach nur Text und dokumentiere was du gesehen hast, wo du warst und worüber du nachgedacht hast. Wenn du möchtest, lass andere deinem Tour-Blog folgen und an deinen Erfahrungen teilhaben. Wie das geht? Hier entlang zum Video-Handbuch.

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Ingrid und Artur Small

Ganderkesee

.... und das war das "ganze halbe Jahr", unglaublich schön, mit sooo vielen unterschiedlichen Eindrücken, Erlebnissen, Begegnungen, Gesprächen und Bekanntsvhaften, dass der Kopf ganz voll davon ist. Wir werden  sicherlich die nächsten Monate brauchen, um das alles zu sortieren, zu verarbeiten und als einmalige Erinnerung abzuspeichern .


  • Missing
    Heike Piero hat am kommentiert:

    Herzlichen Dank für die tollen Berichte und Bilder Eurer schönen Reise!Mir wird meine abend. Bettlektüre fehlen

Ingrid und Artur Small

Regensburg

Die (wahrscheinlich ) letzte Nacht unserer Reise verbringen wir auf dem Azur Campingplatz in Regensburg und leider muss ich sagen, dass dies der unangenehmste Campingplatz der gesamten Reise ist. Äusserst unfreundliche Betreiber, und bei einem Übernachtungspreis von 34,50 Euro ist das Internet noch nicht einmal enthalten. Auf die Frage, ob ich ich ein Passwort brauche, obwohl der Zugang offen ist , und ob ich es von ihm bekommen könne, wurde mir äusserst patzig geantwortet, ja, aber nur wenn ich es kaufe -in meinen Augen ein unmögliches Geschäftsgebaren.  

Nun sind wir 6 Monate durch die Welt und teils auch durch die ärmsten Länder der Welt gereist, und nirgendwo kam irgendjemand auf die Idee Geld für den Zugang zu fordern, aber in Bayern-herzlich willkommen! 

Vor diesem Ärgernis waren wir aber schon einmal angepflaumt worden, weil wir das Womo nicht den Vorstellungen des Platzwarts entsprechend abgestellt hatten. Blöd von der Seite blaffte er uns an, ob wir nicht wüssten, wozu der Kies da ist.

Deutsche Campingplätze -Kleinkrämer und Kleingeister. 

Ingrid und Artur Small

Ovaro

Die Nacht vor dem bosnischen Baumarkt brachen wir ziemlich früh ab und machten uns auf die lange Reise. Bis in die Nähe von Österreich wollten wir heute kommen, damit wir morgen nur noch wenige km bis Gaimberg zu fahren haben, wo wir Wolfgang und Dorothee besuchen wollen.  

Schon im weiteren Grenzbereich zu Kroatien fielen uns verschiedene kleinere Provokationen der kroatischen Bevölkerungsgruppe auf, die vorgestern von dem Wirtsehepaar angesprochen worden waren : übersprühte Ortsnamen die in kyrillischer Schrift auf Hinweisschildern stehen, das hinzufügen der kroatischen Flagge zu Ortsbezeichnungen, das Schwenken der kroatischen Fahne aus Autos heraus. Also Ruhe und ein friedliches Miteinander herrschen hier noch lange nicht. 

Eine mittellange Schlange vor der bosnisch-kroatischen Grenze sorgte für eine kleine Verzögegung, aber danach vetlief fie fahrt yuf der neuen Autobahn ab Split anstands-und reibungslos . Bis Zadar, wo die Autobahn in die Berge hinaufführt und es regelmäßig zu Staus kommt. Wer noch nicht am Berg anfahren kann, lernt es hier, wenn die Fahrt über mehrere km bergan im stop and go modus verläuft. 

Die Autobahnfahrt ab Split bis einige km hinter Rijeka kosten etwa 37 Euro. Nicht grade billig, aber es ist eine wirklich tolle Autobahn die durch eine schöne Landschaft (Winnetou läßt grüssen)bautechnisch, sehr anspruchsvolles Gelände führt. 

Hinter Rijeka fuhren wir auf der Landstraße durch Slowenien, um die dortigen Mautgebühren zu sparen und nutzten ab Triest wieder die Autobahn bis . 

Von hier aus noch ein paar schöne km durch ein Tal bis nach Ovaro, einem Dorf in den Bergen. Ruhig ist es hier und ausser der regelmäßig läutenden Kirchenglocke ist nichts zu hören. 

Ingrid und Artur Small

Hinter Mostar, vor Kroatien

Auch die trockensten Regionen Bosnien Herzegowinas bleiben von unseren Regengeschenken nicht verschont. Hatten gestern noch alle gesagt, nein, hier regnet es nicht, weiter in de Bergen vielleicht, hier nicht, gab es ab 5 Uhr morgens ordentlich Regen. Als wir aufstanden,verzogen sich grade die letzten Wolken und wir konnten schön neben den reifen Trauben frühstücken, ab und zu mal rübergreifen und naschen. 

Eigentlich hatten wir vorgehabt ein paar Flaschen Wein oder etwas Grappa zu kaufen, aber der Herr des Hauses war nach Mostar gefahren und die Frau hat keinen Zugriff auf die Alkoholika. Da sie auch nicht wechseln konnte, fuhren wir erstmal nach Blagaj, um uns das Derwischkloster und die Quelle anzusehen.  

Kurze Fahrt, Womo abstellen und dann zu Fuss aufwärts Richtung Kloster. Rechts und links der Zuwegung natürlich die obligatorischen Verkaufsstände, diesmal neben dem normalen Tand auch Pflanzen, Kräuteröle, Sirup, Honig, Marmeladen, etc.

Wir haben nun einen weiteren Zögling an Bord, einen kleinen Granatapfelbaum. Die Winter sind hier so kalt, dass er vielleicht bei uns auch wachsen kann. 

Das Kloster stammt aus dem 15. Jahrhundert, wurde von türkischen Mönchen /Derwischen erbaut und seitdem dauerhaft bewohnt. Ein sehr schöner, schlichter Bau, weiss getünchtes Mauerwerk, dunkles Holz und auf dem Boden und den Sitzbänken bunte Teppiche und Kissen. 

Das Kloster liegt am äussersten Ende eines Tals und schmiegt sich dort quasi an den Fels, der bestimmt 200 m steil aufragt. Direkt neben dem Kloster befindet sich am Fusse des Felsens die Öffnung der Bunaquelle , eine der stärksten Quellen Europas,   aus der pro Sekunde 43 000l  Liter Wasser strömen und den Fluß ... bilden.  Die Wassertemperatur beträgt 10 Grad.

Ein wunderschöner Ort und ohne die Buden und Restaurants sicherlich bestens zur Meditation und einem besinnlichen Leben geeignet. 

Am Parkplatz angekommen musste Artur erstmal wieder Schwerstarbeit leisten, denn der Parkplatzeinweiser hatte leider zugelassen, das wir richtig zugeparkt worden waren und nur mit ganz viel Rangiere herausfahren konnten ( wobei unser Parkplatz von eindeutig besserer Qualität war, als die marode Holzfläche über dem Fluss ).

Leider war der Campingplatzbesitzer schon wieder weg, hatte seiner Frau aber zumindest das Wechselgeld dagelassen. 

Nun auf nach Mostar, wo wir etwa 150m von der berühmten Brücke entfernt einen Parkplatz fanden. 

Die Altstadt, nach der Zerstörung 1993 (?) wieder sehr schön aufgebaut, ist natürlich pickepacke voll mit Verkaufsständen, Souvenierläden, Restaurants, so dass man die schönen Gebäude kaum mehr sehen kann. 

Die Straßen sind mit Flusssteinen gepflastert, sehr sehr schön anzusehen, aber man braucht unbedingt flache, rutschhfeste Schuhe, denn die vielen Touristenfüsse haben das Pflaster schön glatt poliert. 

Und dann steht man auf der Brücke und hat einen unvergleichlichen Blick auf den Fluss, die Neredva, die sich ein tiefes Bett in das Gestein gegraben hat und türkisfarben die ganze Stadt durchzieht. So tief direkt an der alten Brücke, dass die sog. Brückenspringer vom höchsten Punkt, etwa 20m tief in den Fluss springen. Vorher wird ein Hut herumgereicht und wenn das Geld reicht, wird gesprungen.  

Aber zwischen den gut restaurierten oder wieder aufgebauten Häusern finden sich auch noch viele Ruinen, halbeingestürtzte Häuser mit zerschossenen Fassaden -20 Jahre haben noch nicht ausgereicht, um die Kriegswunden zu heilen .

Am Nachmittag versuchten wir ohne Navi und Hinweisschildern aus der Stadt herauszufinden. Zwei Tankwarte waren hier hilfreich, wobei der eine einen beeindruckenden Redeschwall über uns ergoss, wir aber irgendwie verstanden, was er uns sagen wollte, so dass die Stadtausfahrt recht gut klappte.  

Zum Einkaufen hielten wir irgendwo auf dem Weg nach Kroatien

Ingrid und Artur Small

Mostar

Durch viele Berge, durch tobende Gewitter und Unmengen an Regenwasser nach Bosnien und Herzegowina.  

Nun stehen wir in einem Weinberg,  mit Trauben auf der einen, Granatäpfeln auf der anderen Seite. Aus der Ferne ruft der Muezzin, es ist sehr schön kühl und wir hatten einen netten Abend mit einem älteren  bosnischen Ehepaar, die uns zur aktuellen Lage ihre Einschätzung geben konnten, aber auch berichteten, wie Herr Koschnik hier für seine Arbeit und sein Engagement geschätzt wurde und immer noch hoch angesehen ist. 

Ingrid und Artur Small

Zabljak

Adventure day: rafting auf dem Tara Fluss, off road mit dem Jeep, fast verloren gegangen am schwarzen See.

Ingrid und Artur Small

Zabljak

So eine absolute Obersch.......!!!!

Nachdem wir gestern abend bemerkt haben, dass sich unser Superwassertankdeckel gestern irgendwo unterwegs rausgerüttelt hat, haben wir heute morgen aus einem Korken, Küchenpapier, Isolier-u d Panzerband einen Ersatzstopfen gebastelt -ganz wunderbar! 

Aber jetzt , am abend , nach stundenlangem Suchen muss ich die Segel streichen und unseren Safeschlüssel als verloren melden. Drin liegen alle Wagenpapiere mit Versicherungskarte , unsere Reisepässe, mein Portemonnaie mit Personalausweis-also alles, was für einen Grenzübertritt benötigt wird. Und ich habe den Schlüssel irgendwie verbaselt, keine Ahnung wie oder wo!!!

Ich weiss noch garnicht, was wir jetzt machen. 

Aktuell stehen wir mitten in den montenegrienischen Bergen, ganz in der Nähe der Tara -Schlucht auf einem kleinen Campingplatz, leider ohne wifi, aber sehr nett. Zur Begrüßung gabs gleich Slivovitz und Kaffee, sowie ein langes nettes Gespräch mit einigen Leuten. 

Heute morgen sind wir mit dem Womo den Berg hinuntergefahren und vom Tal aus ein Stück in den Nevidio-Canyon hineingeklettert. Anfangs geht es wie über eine steinige Alm am Bach entlang, den man nach einer Weile überqueren muss, indem man über die Steine balanciert. Von dort aus klettert man über mehr oder weniger grosse Steine und Felsen in den Canyon hinein, die Felswände werden immer höher, ragen zu beiden Seiten senkrecht gen Himmel und irgendwann befindet man sich direkt unter der Brücke, die winzig klein aussieht. Dann sind es noch etwa 20 m , die Schlucht macht einen fast rechtwinkligen Knick-und das wars dann, denn ab diesem Punkt kommen nur noch die Profis in ihren Neoprenanzüge weiter. Natürlich habe ich mal nach der Wassertemperatur gefühlt, die nicht sooo kalt war wie vermutet, aber ein Durchwaten der nächsten 20 m kam doch nicht in Frage, es wird unbedingt dazu geraten dafür einen Führer zu buchen, oder an einer geführten Tour, mit entsprechender Ausrüstung teilzunehmen. So ganz ohne scheint eine Durchquerung nicht zu sein. An dieser Stelle ist die Schlucht, soweit wir sie einsehen konnten, etwa 2m breit und die Felswände steigen ca, 40m hoch auf. Erst 1965 hat ein Expeditionsteam den Canyon erstmals in ganzer Länge durchquert

Ingrid und Artur Small

Savnik

Im Morgengrauen ging das gewitter dann aber richtig los, mit mächtigen Böen fegte der Wind über den Platz, Donnerschläge liessen den Boden beben und der Regen nahm jegliche Sicht.  

Schön warm in die Decken gemummelt war es ein Wetter , fast zum Geniessen. So liessen wir es regnen und träumten noch ein wenig. 

Nach dem Frühstück tauschten wir unser überschüssiges albanisches Geld an der Rezeption in Euro zurück und dann ging es los, Richtung Montenegro. Die Grenze ist schnell erreicht und hier entsteht ein kleiner Engpass, denn die Grenzstation liegt eingeklemmt zwischen See und Berg. Da aber der ganze Verkehr mit LKW und allen anderen Fahrzeugen hier durch muss, staut es sich . Direkt an der Grenze entdeckten wir ein Hinweisschild, dass uns erklärte, dass die Einfuhr von Milch, Käse, Wurst und Schinken nicht erlaubt ist. Wir befürchteten schon, wir müssten nun viel Käse essen und Milch trinken, aber niemand fragte oder kontrollierte uns. So reisten wir mit Schafskäse und Kuhmilch nach Montenegro ein. 

Etliche km fuhren wir durch eine wilde Berglandschaft, hoch, karg und kaum zugänglich, blau weisser Himmel, sehr klare Luft , wunderschön anzusehen . 

In unseren vorräten herrschte ziemliche leere, deshalb hielten wir in der erste grösseren stadt, tuzi und kauften ein. 

Eigentlich wollten wir das noch in Albanien erledigen und hatten noch einige Lek dafür zurückbehalten , aber kein Geschäft mehr gesehen. Montenegro kzeptiert kein albanisches Geld, hier wird der euro als währu g genutzt, deshalb wollten wir bei einer Bank das geld zurücktausvhen. In der Bank erhielten wir folgende Antwort : Nein, albanisches Geld tauschen wir nicht, aber da drüben, auf der anderen Strassenseite, vor dem Geschäft, der Mann im hellblauen Hemd, den können sie fragen! 

Etwas irritiert gingen wir rüber und ohne langes hin und her wechselten Lek und Euro den Besitzer.  

Vielleicht waren wir in einem etwas teureren Supermarkt gelandet, aber viele Preise entsprachen durchaus dem deutschen Niveau.  

Insgesamt hatten wir aber einen sehr positiven Eindruck bekommen : der Polizist am Strassenrand scheuchte uns nicht weiter als wir parken wollten, sondern erklärte uns freundlich, wo wir einen besseren Parkplatz finden könnten, die Verkäuferin an der käsetheke plauderte freundlich in recht gutem Englisch mit uns und lieferte auch gleich eine Beratung g zum Schafskäsekauf, die Menschen in der Stadt machten allesamt einen sehr entspannten und fröhlichen Eindruck, jedenfalls hörten wir viel Gelächter und sahen in zufriedene Gesichter. 

Aber was besonders auffallend ist, ist die enorme Grösse der Montenegriener. Hatten wir in den letzten Monaten mit eher kleiner Menschen zu tun, erreichen hier Männer und Frauen eine Durchschnittsgrösse, die mit der der Niederländer vergleichbar ist. 

Nach einer kleinen Irrfahrt, das Navi wollte mal wieder eine Abkürzung nehmen, und in Ermangelung irgendwelcher Schilder, standen wir mal wieder etwas ratlos am Strassenrand herum. Diesmal war es ein Pick-up voller Nonnen die uns ihre hilfe anboten und uns, im wahrsten Sinne des Wortes, auf den rechten Weg führten, also so lange vor uns herfuhren, bis der Weg klar war -danke dafür!

In det hoffnung auf einen gemüsestand zu stoßen, hatten wir im Supermarkt nichts frisches gekauft u d konnten uns am Strassenrand mal wieder ganz ausgezeichnet versorgen. Ich staune immer wieder, wie viel man hier für 3 Euro bekommt : Tomaten, Paprika, kleine scharfe Peperoni, Zucchini, Weintrauben, Pflaumen und ein großes Stück Schafskäse . 

Ja und dann kam das allerschönste Stück der heutigen Fahrt. Richtung Nordosten, direkt hinein in die Berge ging es zunächst stetig bergauf, bis wir ein Hochplateau erreichten. Dort oben reihte sich ein Berg an den anderen, alle grasbewachsen, nur gelegentlich einige felsen , weite Blicke, eine fast schottische Landschaft (und ich glaube, das Wetter passte auch, zeitweise ein wenig nieselig und recht kalt), aber wunderwunderschön. 

Natürlich wieder keine Schilder an der Kreuzung in den Bergen, aber ein Schäfer mit seiner Herde und einem schönen Herdenschutzhund, der uns nicht nur die Richtung weisen konnte, sonder auf deutsch auch noch exakte Angaben zur Entfernung machte. Natürlich der Schäfer! 

An mehreren Stellen in dieser kargen Landschaft, stehen transportable Schafspferche, etwa 1,50m hoch , mit angespitzten Enden , ähnlich einem Palisadenzaun-scheinbar gibt es hier viele Wolfsübergriffe. 

Kurz vor Savnik entdeckten wir am Strassenrand eine Touristeninformation und bekamen dort die Anfahrtsbeschreibung zu einem Übernachtungsplatz, ganz in der Nähe des Nevidio-Canyon, den wir uns ansehen wollten.

Nun stehen wir auf einer Wiese, gegenüber ein Restaurant, es ist unglaublich leise, die Luft duftet und von irgengwoher läuten die Glocken von weidetieren. 

Wir machten noch einen kleinen Abendspaziergang Richtung Canyon, schauten von der Brücke aus in die Tiefe, gruselten uns schonmal ein wenig , stiegen noch ein Stück den Berg hinauf und hatten von dort aus einen überwältigenden Blick ins Tal und auf die umliegenden 2000er. 

Immernochauf der Suche nach dem guten Balkan Essen können wir auch heute noch keinen Erfolg vermelden. Aber sehr schön und gemütlich ist es in dem Restaurant.  

Im Stil alter traditioneller Häuser (vielleicht ist es auch eins, nur renoviert und umgebaut)aus Stein und viel Holz, mit einer offenen Feuerstelle und vielen kleinen Schätzen dekoriert (alte LP von SIMON u Garfunkle, DOOR, Rolling Stones, etc), Hirtentaschen, Werkzeugen, Spindeln, man kann lange, lange gucken und findet in jedem Eckchen irgendetwas schönes. 

Man kann sich auch in eine der Hütten einmieten. 

Ingrid und Artur Small

Grile

Noch einer von den "faulen"! 

Hoffentlich reicht mein Lesestoff!

Schwere Gewitter sind angesagt und tatsächlich braute sich am Nachmittag etwas zusammen, drehte sich in einem grossen Halbkreis über uns und konnte sich lange zu nichts Rechtem entschließen .

 Ausser viel Wind und einigen Regentropfen ereignete sich nichts Bedeutungsvolles.

ABER SCHÖN KÜHL IST ES GEWORDEN!!!

Ingrid und Artur Small

Grile

Die Aussage von der Rezeption "hier kühlt es nachts schön ab, da greift man schon mal zur d0Decke", konnten wir so nicht bestätigen- Griff zum Schweisstuch ok. 

Während des Frühstücks hatten wir dann die gegenüberliegende Reihe mit den durchgehenden Schattendächern im Blick und nach einigem hin und her zogen wir im Verlauf des Vormittags unters Dach um, und tatsächlich ist es hier deutlich kühler. 

Viel Zeit kann man auf Campingplätzen mit Gesprächen, dem Austausch von Reiserouten , Tipps jedweder Art oder einfach nur netten Gesprächen verbringen. So kam es, dass Nachbarn von Montenegro schwärmten und, wie so viele andere auch, von einem völlig überfüllten Kroatien berichteten. Da wir ja sehr schnell darin sind, unsere Reiseroute zu verändern, liehen wir uns den Reiseführer Montenegro aus und stöberten den halben Nachmittag darin herum,bis wir passende Ziele und eine gute Strecke herausgefunden hatten.

Die aktuelle Rückreisestrecke wird also nicht am Meer entlang verlaufen, sondern durchs Binnenland, Montenegro, Bosnien Herzegowina, Österreich. 

Zwischendurch fragten wir immermal wieder nach, ob jemand an der eintägigen Tour in die Berge teilnehmen möchte, hatten uns aber eigentlich schon für die Tour mit Übernachtung entschieden (eine Tagestour wäre uns lieber gewesen ), erfuhren aber im Laufe des Nachmittags, dass schwere Gewitter mit Starkregen im Anzug sind, so dass die Tour gestrichen wurde. 

Gegen Abend entschloss ich mich doch für ein Bad im See, das recht kurz ausfiel, da viiiiel zu warm, ekliger Untergrund (irgendwas matschiges, aber auch Steine und Grasflächen-das alles erfühlt trotz der Badeschuhe), und es war ein langer Marsch bis ich endlich im schultertiefen Wasser angekommen war. Auch dort nicht kühler, also alles nichts für mich, deshalb schnell wieder raus. Der Weg ans Ufer ist so lang, dass man dort trocken ankommt.

Zum Essen gingen wir ins Restaurant, das sich durch (den ganzen Tag über) sehr gute Düfte und nette Preise empfahl. Wir bestellten eine gemischte Platte für 2, ein wenig gegrilltes Rind, Tomaten/Gurkensalat mut Schafskäse, Oliven, gegrillten Zucchini, Tsatsiki, eingelegtes Gemüse und lecker gewürzten Reis, dazu Knoblauchbrot. Alles lecker, frisch, aber soweit nichts besonderes, vielleicht muss man für die richtigen Spezialitäten aufs Land fahren.

Um 20 Uhr ist es schon stockduster, da begann es auf der anderen Seeseite zu Wetterleuchten, was sich schnell zu einem schönen Blitz -und Donnerschauspiel entwickelte, viel Wind, und damit eine kleine Abkühlung, aber keinen Regen brachte.

Ingrid und Artur Small

Grile

Langsam orientieren wir uns Richtung Norden . Am späteren Vormittag, nach einer Tasse Kaffee,  brachen wir auf , liessen Durres,  Tirana links und rechts liegen und steuerten Shkodra, am Grenzsee zwischen Albanien und Montenegro an. 

Bevor wir aber die Zufahrt zur Schnellstraße Richtung Norden gefunden hatten, verging einige Zeit. Diese Schnellstrasse sieht eigentlich aus wie eine deutsche Autobahn,  zwei Spuren je Richtung,  Mittelstreifen,  Leitplanken und es wird auch entsprechend schnell dort gefahren. Ab-oder Ausfahrten in unserem Verständnis gibt es nicht, plötzlich fehlt eine Leitplanke und man entdeckt eine "Ausfahrt", die durchaus auch ein Schotterweg sein kann. Über die Schnellstraße führen in unregelmäßigen Abständen Brücken,  die Zufahrt zu finden, ist für Fremde ein Glücksspiel. Einige

km vom Campingplatz entfernt, in unmittelbarer Nähe zur Schnellstraße,  fuhren wir direkt auf eine solche Brücke zu, guckten sie nur an und waren beide der festen Überzeugung,  dss es sich hier um einen misslungenen Brückenbau handeln kann, denn so eine Steigerung schien uns nicht für fahrzeuge geeignet.  So durchfuhren wir erstmal vetschiedene kurven, hinterhöfe um dann auf die Schnellstraße Richtung Süden zu fahren. Nach einige zu späterkannten Abfahrmöglichkeiten schafften wir es sschließlich doch von der Strasse abzufahren und suchten nunnach einer MöMöglichkeit auf d7e andere Seite zj kommen. Tatsächlich fanden wir nach einigem hin und her die Zufahrt zur BBrücke, bewältigten die Steigung, schafften den U-turn am Ende u d rumpelten dann über eine Schotterkuhle auf die Schnellstraße  (natürlich ohne Beschleunigungsspur, da muss man einfach dreist drauffahrenund davon ausgehen, dass die anderen Verkehrsteilnehmer schon ausweichen ). Die vvierspurige,  gut zu befahrende Strasse wechselte zwischendurch auf zwei spuren, rechts und links der Straße viel unschöne Plattenbauten,  viele Kleinunternehmen wie Autoreparatur, Baumaterial, Möbel und nochmehr u definierbare Unternehmen.  Dazwischenviele SStrassenstände mi obst und gemüse.

(Was ist das hier schon wieder für ein Mist, ich kann den Text nicht korrigieren,  kann nicht reinklicken wo ich möchte, ich muss das jetzt so lassen,  eigentlich ist meine Rechtschreibung ein bisschen besser!)

Etwa 40km vor Shkodra hatten wir genug von der immergleichen strassenrandszenerie und beschlossen,  ein Nebenstrecke mehr über Land zu fahren. Die ersten km waren auch noch ganz akzeptabel , über die Löcher hatte man auf einer Hälfte der SStraße eine durchgehende schicht Asphalt geschmiert, also halbwegs zu befahren,  nur mussman eben den gGegenverkehr im augd behalten , der auch gern auf der besseren Seite fahren möchte.

Soweit war die Strecke ganz schön, hohe Berge suf der rechten Seite, auf der linken ein weites Tal, in dem viel Ackerbau betrieben wird, immer wieder ei d Schaf-oder Ziegdnherde jnd an und zu ein Gehöft -Menschen Mangelwar, nur die fahrer der enentgegenkommenden autos, die allesamt fröhlich winkten. 

Vielleicht wollten sie uns Mut zuwinken, denn nach einigen km verschlechterte sich der strassenzustand so rapiede,dass unsere GGeschwindigkeit aud 20km/h sank und das war schon  mut vielen Ausweichmanövern und schlaglochumkrvungen verbundrn.

Zwischendurch kamen zur stimmungsaufhellung einige hunyert meter indenenman die geschwindigkeit auf 30 drhöhen konnte, aber letztlich war die strasse eine zumutung für mensch und Material. Umkehrerdn ging auch nicht, also bissen wir uns durch und erreichten schliesslich wieder die Hauptstraße, die als Art Umgehungsstraße an der Stadt Shkodra vorbei und zum Campingplatz führte. Am Strassenrand kauften wir noch eine Menge Obst und Gemüs,auch einen Block Schafskäse, bezbezahlen musdten wir dafür keine 2 Euro.  Um ihr hervorragendes Obst und Gemüse können wir alle Völker hier im Süden beneiden, reif, hervorragendim Geschmack u d eine riesige Auswahl-ich  weiss allerdings nicht, wie die Versorgung im Winter ist.

So versorgt erreichten wir den Campingplatz,  von dem soviele Leute in den höchsten Tönen geschwärmt hatten, undsie haben Recht. Eine erst im 3. Jahr bestehende anlage, ausgestattet mit allem was das herz begehrt, zzusätzlichmiettippis, aAppartements,  natürlich eine nettes Restaurant und Sanitäranlagen,  nach denen sich mancherdeutsche cCampingplatz sehnen würde.

Das Schattenproblem auf dem Platz wurde durch Schattendächer gelöst, teil kann man direkt darunter fahren und sich komplett im Schatten aufhalten, teils steht das auto in der Sonne und menschen oder zelte stehen im Schatten -also verschiedene Varianten.  Bei uns steht das Womo in der Sonne und wir sitzen unter dem schattendach, wir hoffenaber auf einen umzug, , damit das Womo auch unters Dach kann. 

Ingrid und Artur Small

Karpen

Obwohl die Zeit knapp wird, gönnen wir uns noch einen faulen Tag. 

Unser Stellplatz auf einer der oberen Geländestufen liegt fast den ganzen Tag im  Halbschatten und es wehte ein angenehm kühler Wind. 

 Am späteren Nachmittag beschäftigen wir uns mit der weiteren Planung unserer Reise, aber leider funktionierte das Internet nicht. 

Ein kurzer Spaziergang ins Dorf verlief auch ereignislos, eine Alternative zum Platzrestaurant fanden wir dort nicht, deshalb wanderten wir über den Steg auf die Insel hinaus und assen dort eine leckere Pizza. 

Gratis dazu bekamen wir verschiedene Fotoshootings frischgetrauter Paare zu sehen. August ist Urlaubszeit und viele , im Ausland lebende Albaner kommen zur Hochzeit nach Hause, um im Kreis der Familie, etwa 500 Personen , zu heiraten . Hat man sich von den Feierlichkeiten erholt und ist wieder halbwegs vorzeigbar, wirft sich das Paar noch einmal in den Hochzeitsstaat, sucht sich eine besonders schönen Ort und lasst sich abschließend fotografieren. 

Sehr interessant sind die Bunkeranlagen auf dem Platz, Hinterlassenschaften des kommunistischen Regimes, das Albanien für mehrere Jahrzehnte komplett vom Rest der Welt isolierte. Und um sich gegen die Welt zu schützen und zu verteidigen, wurde das gesamte Land an allen Grenzen, aber auch im Binnenland mit kleinen und mittelgroßen Bunker versehen, geplant war, jedem Einwohner Albaniens einen Bunkerplatz zu sichern  . (Wen es interessiert, der sollte dazu ein bißchen nachlesen-eine völlig absurde Idee, aber sehr interessant ). 

Das gesamte Campingplatzgelände wurde in einen Hang hineingebaut, der großflächig in den Jahren 1976 mit Bunkeranlagen verschiedener Grösse versehen wurde, die nun wiederum genutzt werden, als Fundament für ein grösseres Gebäude, Lager oder Geräteschuppen. Die kleineren wachsen nach und nach zu , oder finden Verwendung als Hühnerstall oä. Hier sind die Menschen sehr kreativ, denn die Beseitigung kostet ebenso wie der Bau, Unsummen.

Ingrid und Artur Small

Struga

Eigentlich wollten wir heute weiterfahren und uns unterwegs noch die eine oder andere sache ansehen, kamen aber wieder ins quatschen nd entschlossen uns, die möbel hier stehen zu lassen und nur mit Womos  loszufahren. 

Richtung norden ging es in ein kleines dorf, Vevcani,  in den Bergen, wo eiskalte Quellen aus den Bergen sprudeln , Wildbäche rauschen und per Wasserkraft eine Getreidemühle angetrieben wird. Seit Jahrhunderten wird hier eine besondere Architektur gepflegt und einige guterhaltene Häuser sind im Ortsplan verzeichnet und stehen Besuchern offen. 

Entlang descWildbaches, der maximal 10 grad Wassertemperatur hat und in dem kneipen und klein geschäfte ihre getränke kühlen, wanderten wir den berg hinauf, hatten hier schöne Aussichten ins umland.

Bergab wählten wir einen anderen weg und landeten am dorfrand zwischen teils verfallenen, teils im wiederaufbau begriffenen Häusern.  An einer "Baustelle "gingen wir mit fröhlichem Gruß vorbei u d sofort wurde uns entgegengeschmettert: Svhnaps?, nein danke, Bier? , nein danke, kaffee?, nein danke, Wasser? Lachen auf beiden Seiten  und weiter ging die wanderung bergab. Überall wird schon jetzt für den Winter vorgesorgt,  der ab Dezember mit viel Schnee, sehr kalt ist und mindestens bis Februar dauert. Geheizt wird meist mit Holz, das aus den Bergen geholt, gehackt und gestapelt wird. 

Viele Häuser im Dorf stehen leer und verfallen,  aber viele sind wunderschön restauriert worden, in tadelosem Zustand und werden als Ferienhäuser oder Wohnungen vermietet. 

Natürlich haben wir wieder so lange rum geguckt,  dass es schon recht spät war, wir an der strasse nur noch ein bisschen Obst kauften und im Supermarkt Bier kaufen wollten, was garnicht so einfach war. Denn wir erfuhren, dass ein Geschäft für den  Verkauf von Bier, Wein, .... eine Alkoholverkaufslizenz braucht, die den Besitzer 700 Euro kostet. DA viele Ladenbesitzer die Kosten scheuen,  muss man lange nach einem passenden Geschäft suchen.

Zurück auf dem Campingplatz wurden wir herzlich von den Leuten empfangen, von denen wir uns schon verabschiedet hatten und die von unserer Planungsänderung nichts mitbekommen hatten.

Heute gab es endlich mal Pest, ganz besonders lecker mit türkischem olivenöl und einem griechischem Basilikumgemisch.

Und wieder ein kühler Abend und eine kühle Nacht.

Ingrid und Artur Small

Struga

Faulenzen,  lesen, leute beobachten,  quatschten - das sind die Beschäftigungen für einen entspannten Sonntag. 

Nun haben sich auch die besonderen Kleinigkeiten hier auf dem Platz geklärt, die eigentlich ganz uuntypisch sind, wie Flyer mit Hinweise zu den örtlichen Sehenswürdigkeiten,  das deutliche bemühen um die Gäste,  eine gewisse ordnung und gute Organisation.  Das alles geht (wenigstens zum teil) zurück auf ein Projekt,  initiiert, betreut und vorangetrieben von einer deutschen projektgruppe, derdn leiter im Wohnwagen grade hier auf dem Platz ist. Sie haben sich zir Aufgabe gemacht,  die touristische Entwicklung entlang der Via Egnatia nachhaltig zu fördern,  indem sie mit den Menschen direkt kontakt aufnehmen,  gemeinsam mit ihnen ideen entwickeln und bei der Umsetzung behilflich sind. So wollen sie versuchen auch in der Vor-und Nachsaison "sanften Tourismus " zu etablieren, möglichst viele Menschen einzubeziehen und auf diese Weise auch der Landflucht entgegenzuwirken.  

Vor ungefähr zwei Jahren haben sie hier erste Kontakte zum Campingplatz geknüpft und zusammen mit dem Besitzer so gut zusammen gearbeitet,  dass ein sehr gut laufender platz entstanden ist, der sich durch eine besondere Atmosphäre, auch unter den Gästen auszeichnet.  

Aktuell werden verschiedene Wanderrouten in der Umgebung mit Übernachtungsmöglichkeiten in den Dörfern,  aber auch kürzere Wanderungen zu besonderen Orten und Sehenswürdigkeiten,  sowie zu kulinarischen highlights auskundschaftet. 

Das sind ganz spannende Dinge und interessante Gespräche die sich hier entwickeln.


Ingrid und Artur Small

Struga

Nach dem Frühstück parkten wir das Womo neben einer Schule, recht zentral in Ohrid und schauten uns die Altstadt an, wie so vieles hier, Weltkulturerbe.

Der See ist schonmal etwas besonderes, man sagt, er sei der zweitälteste der welt, so um die 500 Millionen jahre alt, entsprechend leben und wachsen in diesem See etwa 200 endemische Arten. Im See gibt es einen 100m hohen Berg, vulkanischen Ursprungs, und der Hauptzulauf erfolgt unterirdisch über einen 200 m höher gelegenen See-alles sehr spannend.  

Zu sehen gibt es hier frühchristliche Kirchen mit teils sehr gut erhaltenen Malereien (den Osmanen sei dank, denn durch das Überstreichen der Malereien wurde diese gut geschützt und konnten vorsichtig wieder freigelegt werden) römische Ausgrabungen, ein Amphitheater und eine Festungsanlage auf dem Berg . 

Auf dem Ausgrabungsgelände herrschte plötzlich sehr viel Unruhe und es stellte sich heraus, dass der mazedonische Premierminister zu Besuch gekommen war und sich von der Leiterin der Ausgrabungsstelle und dem Bürgermeister der Stadt vor Ort informieren liess.  

In den außerordentlich hübschen Kirchen herrschte heute Hochbetrieb, eine Trauung löste die nächste ab, teilweise spielte eine kleine Musikkapelle traditionelle Musik beim Eintreffen des Brautpaares bis zum Betreten der Kirche. 

Der Schmuck der alten Kirchen besteht darin, dass der Innerraum vollständig mit religiösen Szenen und Heiligen ausgemalt wurde, Gold und ähnliches fehlt hier völlig. Da sie meist recht klein, gedrungen und mit nur wenigen Fenstern versehen sind, ist es ziemlich dunkel im Inneren, aber durch die Verwendung warmer Farben, fühlt man sich sehr wohl-ausserdem duftet es nach Weihrauch. Aussen wirkt natürlich die besondere Form, aber auch das Material. Verwendet wurden hier Ziegelsteine, die man in Mustern und Ornamenten vermauerte, wodurch ein beonders schöner Effekt erzielt wird und die Kirchen gleichzeitig schlicht und geschmückt wirken.

So wanderten wir langsam die Hügel hinab und waren ganz erstaunt, als wir in eine ganz moderne Fussgängerzone gerieten, in der das Leben pulsierte (samstag nachmittag ).   

Und schon wieder war es spät geworden und wir mussten uns ein wenig sputen, um den Campingplatz noch bei Tageslicht zu erreichen.  

Am seeufer fuhren wir einige km entlang, bis wir den nächsten ort struga fast erreicht hatten und den dortigen platz problemlos fanden. Eine kurze Besichtigung des Platzes, er hatte in etwa den Charme eines Gefangenenlagers, reichte, um weiter zu fahren. 

Lange, breite Betonstrassen, Reihen alter Wohnwagen , ungepflegt und teilweise mülllig, Kosten pro Nacht 27 Euro, was eigentlich unverschämt war.

Also schnell weiter zur nächsten Alternative, einige km hinter Struga . 

In der Stadt, am Nordende des Sees staunten wir nicht schlecht, als aus dem See ein Fluss mit ziemlich starker Strömung geschossen kam, eigentlich fließen Flüsse meist in einen See, daher unsere Irritationen, aber hier ist es so, dass der See über diesen Fluss entwässert wird.

Nicht mehr weit entdeckten wir das erste Hinweisschild auf den Platz und einige Meter weiter ein weiteres zu einem anderen Campingplatz, den wir uns anschauten. Ganz neu, klein, aber leider schattenlos, jedoch direkt am Seeufer, 10 Euro. Dennoch fuhren wir weiter und beglückwünschen uns zu dieser Entscheidung, denn auch hier stehen wir etwa 4 m vom Ufer entfernt, jedoch im Schatten, netter kleiner, familiärer Platz mit sehr herzlicher Begrüßung, nicht nur durch die Platzbetreiber, sondern auch die aktuellen Bewohner. Ein Raki oder Kaffee zur Begrüßung und an jedem weiteren Tag ein Espresso , das sind die kleinen Nettigkeiten. 

Da ein kleines Restaurant angeschlossen ist, assen wir ausser Haus, schön in der Abendsonne am See.  

CAMPING RINO heisst der Platz und kann wärmstens empfohlen werden (der andere, 500m näher an Struga ist bestimmt eine gute Alternative, es fehlt aber der besondere Charme , Camping Sunshine)

Die Plätze muss ich jetzt mal deutlich erwähnen, da (gute )Campingplätze Mangelware sind.

Und das besonders gute hier: es kühlt abends ab, man kann sich schon mal wieder die Fleecejacke anziehen

Ingrid und Artur Small

Ohrid, Mazedonien

So eine kühle Nacht hatten wir lange nicht mehr, entsprechend gut haben wir geschlafen. 

Nach dem Frühstück gings nochmal schnell rüber zu IKEA auf eine Tasse Kaffee und ein wenig Internet für die weitere Planung. Quer durch die Stadt führte der Weg nach Osten, Richtung Mazedonien. Beim kartenstudium stellte ich fest, dass wir unmittelbar an Pella, dem Geburtsort Alexander des Großen und ehemaliger Hauptstadt Macedoniens, damals noch am meer gelegen, vorbeifahren würden. Wir entschlossen uns schnell dort einen Zwischenstopp einzulegen und die Ausgrabungen zu besichtigen.  

Die Stadt Pella nahm sogar für heutige Verhältnisse , eine riesige Fläche ein. Weit im Norden sind die Grundmauern des Palastes ausgegraben worden, mehrere hundert Meter weiter südlich eine riesige Agora ( ein Handels -und Verwaltungszentrum im Herzen der Stadt), mehrere Villen mit der sagenhaften Wohnfläche von mehreren tausend Quadratmetern. Hier fand man wunderbare und äusserst gut erhaltene Fussboden Mosaike. 

Beeindruckrnd auch hier das ausgeklügelte Wasserleitungssystem und auch die Abwasserentsorgung. Strassen, schachbrettartig angelegt und bis zu 15m breit, durchzogen die Stadt. Verschiedene Handwerke poduzierten und verkauften ihre Waren, so ist die Töpferei sehr gut erhalten. 

Direkt nebenan findet man das öffentliche Bad, mit Dampfbad, Warmwasserbereitung und Warmbecken, kaltem Pool, Sitzbadewannen bieten hier höchsten Komfort. 

Ja, außerordentlich viel zu sehen und dabei haben wir das Museum aus Zeitgründen schon ausgelassen. 

So war es schon Nachmittag, als wir schließlich weiterfuhren. Im Süden sahen wir im Dunst den Olymp, den Sitz der Götter und vor uns im Westen wurden die mazedonischen berge "immer höher".  

Kurz vor der Grenze kauften wir nochmal ein, da wir für die paar Tage nicht extra mazedonisches Geld ziehen wollten und plauderten kurz mit einem älteren Herrn, der 40 Jahre in Deutschland gearbeitet hat und sich nun über eine gute Rente von "Frau Merkel "freut. Mit den besten Wünschen und der Info, dass wir in Mazedonien auch mit euro bezahlen könnten, verabschiedete er sich.

Eine ganze Weile glaubten wir, dass wir falsch fahren, denn die Straße ähnelte eher einem Wirtschaftsweg, als einer Strasse die zur Grenze führt, aber es war schon alles richtig.  

Auf griechischer Seite musste ich aussteigen und unsere Ausweise zum Grenzbeamten bringen, der gemütlich in seinem klimatisierten Häuschen sass und nicht herauskommen wollte, auf mazedonischer Seite staunten wir nicht schlecht über mehrere Pfauen, die dort herumliefen oder auf den geparkten Autos sassen. Hier mussten wir zusätzlich die grüne Versicherungskarte und die Wagenpapiere vorzeigen und einige Meter weiter die Zollkontrolle, die sich auf einige Fragen und einen Blick ins Womo beschränkte. 

Nun also Mazedonien, hier kennt sich das Navi nicht aus, deshalb sind wir auf die passenden Beschilderung angewiesen. Im Laufe der Fahrt stellte sich leider heraus, dass Schilder entweder völlig fehlen, oder gar nicht vorhanden sind, oder so in der Landschaft stehen, dass sie keinen Aufschluss über die weitere Fahrtrichtung geben. Dafür sind die Menschen umso hilfsbereiter, auf englisch und deutsch geben sie gern um umfassend Auskunft, schließen gern noch einen kleinen Plausch an und wirken insgesamt sehr zufrieden. 

Mehr als 1 Stunde ging es nun auf nicht immer guten Strassen durch die Berge, teilweise waren die Hänge besorgniserregend lose, an mehreren Stellen lag schon eine kleinere Gerölllawine neben der Fahrbahn, aber landschaftlich wunderschön. 

Auch an Autos ist mitunter etwa lose, jedenfalls fuhr über mehrere km ein Pkw vor uns her, bei dem der Fahrer während der Fahrt den Aussenspiegel festhalten musste.

Mit Einbruch der Dämmerung kamen wir in Ohrid an und fragte an einer Tankstelle nach einem Campingplatz. Der junge Mann dort löste das Erklärungsproblem auf geniale Weise:er schrieb uns den Namen des Campingplatzes auf und beschrieb uns den Weg zur nächsten LUKOIL Tankstelle . Dort sollten wir den Namen vorzeigen und bekämen weitere Erklärungen (Schnitzeljagd auf mazedonisch). Soweit perfekt, nur kannte der dortige Mitarbeiter sich nicht soo gut aus, es musste noch ein älterer Herr einspringen, der mit dem Fahrrad bis zur richtigen Abzweigung vorfuhr. 

Beim Platz angekommen war es schon fast dunkel und wir wurden von einem netten Herrn die Zufahrtsstraße hinauf geschickt. In der "Rezeption " sagte man mir, ja, wir könnten uns überall hinstellen, nur die Straße weiter und dann links, 6 euro für zwei Personen. Und das Womo? Ja, da wurden die Schultern gezuckt und die Backen aufgeblasen, das wusste man nicht, war noch nicht vorgekommen, also 6 euro.  

Inzwischen steckte Artur auf der schmalen und völlig zugeparkten Straße fest, wir hätten beim besten Willen nicht weiter auf den Platz fahren können-also langsam rückwärts rausrangieren. 

Direkt neben dem Platz war ein Hotel mit großen Bäumen und viel Platz drumherum. Ein netter Herr empfahl uns, einfach im Hotel zu fragen, ob eine Übernachtung unter den Bäumen möglich wäre, übernahm auch die Übersetzung, aber leider ging das nicht. 

So verbrachten wir die Nacht auf dem Parkplatz vor dem Campingplatzgelände, auch schön, in jedem Fall relativ kühl.

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    Lena hat am kommentiert:

    Ist Schon Toll Wie Hilfsbereit Und Freundlich sterben Menschen Ueberall Sind! Das Zieht Sich Durch Eure Gesamte Reise Durch. Wenn Engel Reisen Und so... :)

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    Ingrid und Artur hat am kommentiert:
Ingrid und Artur Small

Thessaloniki

Aus dem gestrigen Wetterleuchten entwickelte sich schliesslich doch noch ein Gewitter mit vielen schönen Blitzen, lauten Donnerschlägen und recht wenig Regen. Der hätte uns ein wenig Abkühlung bringen sollen, denn es war wirklich unglaublich heiss, aber so blieb es bei fast 30 Grad und wir schwitzten bis zum Morgengrauen, das ein wenig Abkühlung brachte, vor uns hin. 

Ziemlich gerädert machten wir uns per Bus (1euro für eine etwa 15km lange fahrt ins Zentrum ) auf in die Stadt, erhielten einen Stadtplan und gute Informationen bei der Touristen Information und waren ab da mit Gucken beschäftigt.  

Thessaloniki hat ihren Namen von der Halbschwester Alexander des Großen. 27 Einzelorte aus der Umgebung wurden zu einer grossen Einheit zusammengefasst, die sich Laufe der Jahrhunderte dadurch auszeichnete, besonders weltoffen zu sein und gegenüber Fremden sehr unvoreingenommen. Aus diesem Grund lebten hier auch lange Zeit die verschiedenen Religionen ohne grössere Probleme nebeneinander. 

Einen sehr guten Überblick über die verschiedenen Aspekte der Stadtentwicklung gibt eine Multimedia Schau im "weissen Turm", dem Wahrzeichen der Stadt. 

An allen Ecken der Stadt stolpert man über antike Schätze: lange, gut erhaltene Teile der Stadtmauer, römische Kirchen und Triumphbögen , osmanische Moscheen, byzantinische Markthallen, den sog. Paradiesgarten, in dem der Apostel Paulus seine ersten Predigten hielt und vieles, vieles mehr. 

Das Nebeneinander der antiken und modernen Gebäude hat schon seinen besonderen Reiz, an vielen Stellen gibt es keinerlei Übergang, was sicherlich auch Platzgründe hat, aber manchmal denkt man, man könnte das Haus abreissen und gucken, wie das antike Gebäude weitergeht . 

Am Abend fegten plötzlich Sturmböen durch die Stadt , dunkle Wolken schoben sich vor die Sonne, es begann zu donnern und zu regnen. Wir retteten uns in eine der vielen Kirchen, in der grade ein orthodoxer Gottesdienst abgehalten wurde. Auch hier mit vielen Gesängen, so wie wir es in Rumänien schon kennengelernt hatten. Ziemlich fusslahm sassen wir dort und lauschten dem Donner, der bis in die Kirche drang. Auch heute mehr Blitz und Donner als Regen, so machten wir uns nach einer Weile wieder auf, suchten den Bus, der uns zum IKEA Parkplatz brachte und rissen im womo erstmal Fenster und Türen auf.

Inzwischen ist die Temperatur von 33 auf 24 Grad gesunken, noch immer gewittert es aus unterschiedlichen Richtungen und regnet schön dazu- haben wir es also mal wieder geschafft! !!! Aber diesmal freuen wir uns!

Über Nacht hat sich übrigens der Rasen /die vertrocknete Wiese vor dem Womo in ein Meer aus vielen kleinen, gelben Blüten verwandelt. Und ich dachte, das gibt es nur in der Wüste

Ingrid und Artur Small

Thessaloniki

Vor der Weiterfahrt nach thessaloniki schauten wir uns noch Ouranoupoli an, , ein kleiner, netter, aber recht touristischer ort. In einem kleinen Laden , in dem vorwiegend Produkte aus der Herstellung der Klöster vertrieben werden ( Seife, Kosmetikartikel auf Naturbasis, Gewürze, Oliven , Öl, Weine, kauften wir ein paar Kleinigkeiten und staunten über das Basilikum vor dem laden, bestimmt 50cm hoch und sehr buschig. Eine besondere Sorte, und zwar das Athos Basilikum, nur in det Nähe zu bekommen.  

Basilikum gibt es hier in vielen unterschiedlichen Arten, wächst in jedem Garten und wird fast überall in Töpfen zu Dekozwecken auf die Tische gestellt. Also, Augen auf und die nächste Gärtnerei anfahren. Das hat natürlich gut geklappt und wir haben drei große Töpfe mit unterschiedlichem Basilikum gekauft. 

Vor uns lagen etwa 80km bis Thessaloniki, die wir quer durchs Land, über Nebenstraßen fuhren. 

Die griechischen Strassen sind übrigens durchweg gut zu befahren. Zwar sackt manchmal die Straße etwas ein, oder vom Hang bröckeln ein paar Steine, aber darauf wird man meist rechtzeitig aufmerksam gemacht. 

Wiedermal großartige Landschaften die wir zu sehen bekamen, wild, unbewohnt und schwierig hier zu leben-wenn man kein Schaf oder keine Ziege ist. 

Da auch Thessaloniki keinen Campingplatz hat, wurde im Womo Forum der IKEA Parkplatz , 15 km ausserhalb empfohlen. Direkt an der Busstation, so dass man auf direktem Weg in die Stadt kommt. 

Ja, und eigentlich steht man hier ganz gut. Nicht direkt auf dem Parkplatz, etwas daneben, Gras unter den Füßen und einem bulgarischen lkw Fahrer, der endlich sein Volksmusik abgestellt hat, an der er uns teilhaben ließ.  

Bei IKEA waren wir noch schnell Einkaufen, denn wir brauchten ein Behältnis für unser Basilikum. Nun stehen alle Pflanzen, auch die aus Budapest (die soll sich mal ein Beispiel nehmen) in einer IKEA Aufbewahrungsbox, die Füße im Wasser und sind wunderbar zu transportieren. Auch die Mimose wurde heute morgen noch schnell in einen größeren Topf umgepflanzt, hat die Aktion natürlich kurzfristig sehr übel genommen, sich aber schnell mit der neuen Situation angefreundet.  

So, sind also alle zufrieden und ich bin ausnahmsweise mal mit der "blog Schreiberei" auf dem neuesten Stand. 

Ingrid und Artur Small

Ouranoupoli

Ein netter Hund kam zum Frühstück vorbei, verschmähte das Margarinebrot, genoss aber sichtlich das Hundefutter. 

Danach stellten wir das Womo im Fischereihafen ab und gingen einige schweißtreibende Meter bis nach Stageira, der Geburtsstadt von Aristoteles. Gelegen auf zwei miteinander verbundenen Halbinseln, wird die Stadt seit mehreren Jahren ausgegraben. 

Gegründet im 7. Jahrhundert VOR Chr. wurde sie über viele Jahrhunderte hinweg bewohnt, erweitert und ausgebaut. 

Es ist schon ein besonderes Gefühl dort zu gehen, wo schon Aristoteles gegangen ist und wir haben ein wenig hoffnung, dass wenigstens ein wenig vom aristotelischen  Geist auf uns übergeht.

Die gesamte Anlage ist noch eintrittsfrei, aber das Kassenhäuschen steht schon und es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis Eintritt erhoben wird. Der hält sich aber meist in Grenzen, 2-3 Euro sind schon ok.

Bevor man zu den Ausgrabungen kommt, geht man zunächst den Hügel hinauf und rechts und links des Weges stehen Hinweistafeln zu den landestypischen Büschen und Bäumen. Zu fast jeder Pflanze gibt es eine kurze Geschichte aus der Antike, in der die Pflanze eine Rolle spielt, oder wie besondere Säfte zum Färben, desinfizieren oder das Holz zum Bau von Waffen verwendet wurde-sehr interessant. 

Zum geschichtlichen Hintergrund der Stadt gibt es nur recht wenig Informationen, man hat hier mehr versucht, dem Besucher ein Bild der Stadt und des täglichen Lebens zu zeichnen. Das ist gut gelungen, denn nun versucht man zwischen den Grundmauern und den Zeichnungen, wie es ausgesehen haben könnte, eine Verbindung herzustellen und beschäftigt sich länger und intensiver mit den "alten Steinen". Marktplatz, Geschäfte, Tempel, Häuser und Strassen lassen sich so mit Leben füllen- und über allem schwebt der aristotelische Geist.  

Obwohl die Zeit vergeht langsam knapp wird, sind wir doch noch den rechten der drei Chalkidiki Finger bis zur Hälfte runtergefahren und wollten dort mit Internet und Strom einen Tag am Meer verbringen. Die Fahrt ging durch eine wildscböne Landschaft, teil direkt über dem Meer, teils durch die Berge. 

Der Campingplatz war auch ganz nett, nur das Internet funktionierte gar nicht. Auf diesem Platz wurden über allen Stellplätzen, zusätzlich zu den hohen Bäumen, Sonnenschutzdächer gebaut. Auf einige Plätzen in Alexandroupolis gab es das auch schon, aber hier flächendeckend.  

Ab der Mitte der Halbinsel , kurz hinter Ouranoupoli, befindet das Land mut dem heiligen Berg Athos im Besitz der Kirche und die Mönche reglementieren den Zugang extrem stark. Frauen dürfen das Land sowieso nicht betreten, Männer benötigen als Pilger eine besondere Genehmigung, quasi ein Visum. Derart abgeschottet leben dort etwa 2000 Mönche in 20 Klöstern, eins angeblich schöner als das andere . Man bekommt sie aber nur im Zuge einer Bootstour zu sehen, die meisten wurden direkt am Ufer auf Klippen und an Steilhängen gebaut . 

Das Meer hat auch hier meist Badewannentemperatur, nur hin und wieder zieht sich eine kühlere Strömung durch das Wasser. 

Während es am Nachmittag ganz ruhig auf dem Platz war, begannen viele Bewohner, am Abend mit verschiedenen Aktivitäten: der italienische Nachbar schaute vor seinem Womo Horrorfilme, hinter uns begann ein Heimwerker mit Schleifarbeiten und neben uns hatte sich aus drei großen Womos eibe polnische Wagenburg gebildet, in deren Mitte fröhlich getrunken wurde.

 Von allem etwas, aber keine laute Musik! ! ! 

Ingrid und Artur Small

Olymbiada

Natürlich haben wir wieder solange rumgetrödelt, bis es richtig heiss war, aber trotzdem kämpften wir uns den Berg bis zur "Akropolis " hinauf, durch kleine Gassen, mit schönen Ausblicke zwischen den Häusern hindurch aufs Meer hinaus. 

Die akropolis ust eigentlich eine Festungsanlage aus dem 16. Jahrhundert, also aus der osmanischen besatzungszeit. Vom Turm aus hat man einen großartigen Überblick über die Stadt, den Hafen und das wohl bedeutendste Bauwerk der Stadt, das Äquadukt. Mitten in der Stadt sind noch einige hundert Meter erhalten, etwa 20m hoch in zweistöckigen Bögen gebaut, wurde hierdurch die Wasserversorgung der Stadt gesichert. Die gesamte Wasserleitung aus den nahen Bergen erstreckte sich über viele km und schloss auch Brücken mit ein. 

Auf dem Weg zurück zum Womo kehrten wir in einen kleinen "Olivenladen" ein, Seifen aus Olivenöl, Holzbretterund verschiedene andere Produkte, ein schöner laden in dem man sich lange aufhalten kann und so verließen wir mit einer wohlgefüllten Tüte das Lädchen wieder. 

Einige Meter weiter gab es einen Laden, der im Eingang kleine Karton mit Aufdrucken von Schokolade, Torten und Kuchen gestapelt hatte. Im Geschäft war aber keine Ware zu sehen, deshalb fragte ich, was hier überhaupt verkauft wird. Sofort wurde ein Karton geöffnet und wir erhielten eine Kostprobe einer hiesigen Keksspezialität-soooo lecker, da mussten wir gleich einen Karton mitnehmen. Mürbeteig mit Nüssen, und .... Geheimrezept halt, aber , hmm!

Nach einem eiskalten Cappuccino, gut bepackt und versorgt verliessen wir am frühen Nachmittag Kavalo in Richtung Chalkidiki/Olybiada.

Einen Campingplatz gibt es in diesem verschlafenen Städtchen nicht, nur einige "wilde" Plätze, wo Leute sich fest installiert haben und den ganzen Sommer verbringen. Aber verschiedene grosse Parkplätze am Meer und dem kleinen Fischereihafen, wo man gut die Nacht verbringen kann. 

Vor uns das Meer, in dem wir noch ein abendliches Bad nahmen, allerdings ohne wirklich Abkühlung zu finden (Wassertemperatur etwa 28 -30 Grad), hinter uns die Berge, Pinien und mediterraner Bewuchs.

Ingrid und Artur Small

Kavala

Heute morgen maunzte es ziemlich kläglich unter dem Womo, da sass die kleine Katze von gestern abend und hatte Hunger. Sie bekam in Milch eingeweichtes Brot und Hundefutter zum Frühstück. 

Wir gingen, rechtzeitig, bevor es warm wird, nochmal den Panoramaweg über dem Fluss. Ziemlich weit oben auf einer Felsnase, noch halb im Schatten blueben wir lange sitzen, sperrten nur Augen und Ohren auf und bekamen eine Menge geboten: über uns kreiste ein großer Raubvogel, unter uns, am anderen Flussufer tauchte ein junges Reh aus dem Gebüsch auf und trank am Fluss. Im bewachsenen Uferbereich wurde schwer gearbeitet, wir hörten zeitweise schabende Geräusche und lautes Platschen , unsere Vermutung geht in Richtung Biber, da es schon ein ziemlich grosses und kräftiges Tier sein musste. 

Wie es oft so ist, quatscht man sich fest, obwohl man eigentlich schnell los will, diesmal mit sehr sympathischen Leuten in einem steinalten MAN, die viel über Osteuropa erzählen konnten.

Wir eisten uns schließlich doch los und fuhren 10 km am Berghang zu einem Aussichtspunkt hinauf. Zwar gibt es überall Leitplanken, aber es geht wirklich so weit runter, dass einem schon schwindelig werden kann beim Blick hinab. Oben wird man von einer großen Ziegenherde und ihren Schutzhunden in Empfang genommen. Die Bergkuppe ist absolut kshl und komplett verködelt. Die Hunde, allesamt dünn, kommen schnell mal gucken, ob es etwas zu futtern gibt und legen sich schnell in den Schatten. 

Nach wenigen Metern erreicht man den höchsten Punkt und hat von dort aus einen überwältigenden Blick auf den Fluss Nestos und seine Mäander. Von hier oben bekommt man erst einen richtigen Überblick über den Verlauf des Flusses, die Kraft , mit der er sich in den Fels gegraben hat, über die Steilkantenund Felsabbrüche. 

Der Ziegenhirt kam noch zu uns rüber , aber das einzige was wir austauschen konnten war, dass er aus Albanien kommt, das zeigte er uns auf der Karte ( er kann also Karten lesen und auch lesen), dass er 75 Ziegen zu hüten hat und nur 6 der vielen Hunde richtige Schutzhunde sind. Schade, mehr an Verständigung war nicht möglich.  

Wenn man den Berg auf der anderen Seite, also Richtung Norden hinabfährt, kommt man durch zwei verlassene Dörfer. Die Bewohner sind vor vielen Jahren weggezogen und haben einige Pferde zurückgelassen. Die haben sich im Laufe der Jahre ordentlich vermehrt, so dass es jetzt mehrere wilde Herden dort gibt, insgesamt soll es sich um mehr als 150 Tiere handeln.

Wir fuhren aber dieselbe Strecke wieder hinab ins Tal und dann weiter Richtung Kavala. Die Stadt liegt sowieso an der Strecke und soll eine sehr schöne Altstadt haben. 

Kavala liegt in einer weitgezogenen Bucht, die Bebauung zieht sich inzwischen den Berghang hinauf. 

Nach einigen Verwirrungen erreichten wir den Campingplatz, sehr schön gelegen in einer kleinen Bucht, aber sehr viel Rämidämmi für die Tagesgäste, Musik vom Sportfeld, andere Musik von der Poolbar, und als Hintergrund die Geräusche vieler Menschen. Ausserdem für griechische Verhältnisse recht teuer, für uns zwei,plus womo, plus Strom 27,50 euro (allein der Strom kostet 4,80, wahrscheinlich mussten wir den Strom für den Lärm bezahlen). Vielleicht wegen der Nähe zu Bulgarien machen hier gutbetuchte Bulgaren, mit dicken, teuren, deutschen Autos Urlaub, das erklärt vielleicht auch den Preis.  

Gut, wir haben uns wiedermal über das katastrophale Internet geärgert, aber den fisch von Cristos draussen zubereiten können (hm, lecker, besonders die Seezungen, erstmals probiert und für ausgezeichnet befunden)!und ansonsten eine gute Nacht dort verbracht

Ingrid und Artur Small

Galani, Nestos Schlucht

Der letzte Monat meines Sabbathhalbjahres ist angebrochen, nun heißt es, jeden Tag gut und intensiv zu nutzen, oder ganz einfach nochmal Entspannung tanken und speichern.

Tatsächlich hat der kräftige, langanhaltende Regen den meisten Dreck vom Womodach gewaschen, dem Wagen selbst aber keine Schäden zugefügt. 

Geht man den Parkplatz bis zum Ende durch, beginnt dort ein wunderschöner Wanderweg, direkt in den Felsen geschlagen und sehr gut zu begehen. Da es kaum aufwärts geht, hat man wenig mit knapper Luft zu tun und kann die wunderschönen Blicke und Aussichten geniessen. Der Fluss hat sich ein tiefes Bett in den Fels geschliffen und mäandert über 12 km durch eine tiefe Schlucht. 

Irgendwie hat man auch eine Bahnstrecke gebaut, die nur selten Ausblicke zulässt, da die Strecke grösstenteils im Berg verläuft. Sie führt bis auf die Hochebene im Norden und weiter. 

Startet man seine Wanderung am Vormittag, läuft man meist im Schatten der Felswände, also durchaus angenehm, durch das Tal sausen frische Winde und unten plätschert der Fluss -sehr entspannend und schön.  

Nur die angeblich hier lebenden Steinadler und Mönchsgeier ließen sich nicht blicken, aber alles kann man auch nicht haben.

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    Ingrid und Artur hat am kommentiert:

    Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, Hermann! ! Alles, alles Gute!

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    Ingrid und Artur hat am kommentiert:

    Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, Hermann! ! Alles, alles Gute!

Ingrid und Artur Small

Galani, Nestos Schlucht

Um 10 Uhr kamen Cristos und sein Helfer vom Meer zurück, etwas enttäuscht, denn der Fang war nicht so gut, und ausserdem ist durch den starken Wind ein Netz in die Schraube geraten und beide mussten über Bord und den Motor freischneiden. 

Trotzdem brachten sie verschiedene Fische in unterschiedlichen Grössen mit, die ich nicht kenne. Cristos gab mir gleich eine Tüte voll mit, vielleicht Dorade, jedenfalls auch drei kleine Seezungen. Un während ich Fische putzte, putzte Artur das Womo, denn leider hatte sich ein Schwarm Vögel den Baum neben dem Womo als Schlafplatz ausgesucht und den ganzen Morgen runtergekackt. 

Jetzt warten wir auf Cristos Rückkehr, denn er ist so nett und verkauft uns von seinem eigenen, selbstgepressten Olivenöl ein paar Liter, muss das Öl aber erst aus seinem Haus in Sapes holen.

Und dann geht es weiter, denn die Zeit zerrinnt uns zwischen den Fingern.

Natürlich versuchte Cristos uns noch zum Bleiben zu überreden, aber wir blieben hart und verabschiedeten uns mit vielen Umarmungen, Grüssen und Küssen voneinander. Wir bedankten uns für seine nette Aufnahme mit einer Flasche Wein und einem gemalten Dankesbrief (ausser seinem Namen kann er kaum Lesen und Schreiben ) , ich glaube, er wird sich sehr darüber freuen, wenn er ihn in aller Ruhe liest.

Bei uns ging die Fahrt wieder über kleine Strassen zwischen Feldern hindurch, die wir schon häufiger gesehen hatten und nicht wussten, was dort wächst. Etwa kniehohe Pflanzen, sternförmige Blätter, weisse und rosarote Blüten. Erst als wir vergitterte Anhänger sahen, an denen etwas wie weisse Flusen hingen, kombinierten wir und tippten auf Baumwolle. Leute aus dem Feld bestätigten unsere Vermutung.

Wir durchquerten eine Furt, die man bei höherem Wasserstand weiträumig umfahren muss und näherten uns dem Vistonis See, einem Ökosystem mit grossen Überschwemmungsgebieten, Salzmarschen und vorgelagerten Lagunen -das Vogelparadies schlechthin. Vom Dammweg aus kann man per Fernglas Flamingos und Pelikane beobachten, aber auch von dem kleinen KlosterAgios Nikolos, das auf zwei kleinen Inseln wie ein kleines Paradies im Wasser liegt. 

Inzwischen war es schon fadt abend, so dass wir uns um einen geeigneten übernachtungsplatz kümmern mussten. Etwa 30 km weiter im Landesinneren liegt die Nestos Schlucht. Da man dort auch Kajak Touren machen kann, hatte ich mit einem Campingplatz gerechnet, aber den gibt es laut Auskunft der Kajak Leute nicht. Kommt man aus südlicher Richtung fährt man an bewaldeten Hängen neben dem Fluss her, bis die Strasse an einem Parkplatz endet. Dort macht der Fluss eine Biegung, auf der einen Seite geht es 50m steil hoch, an der anderen Seite hat sich eine Sandbank gebildet. 

Hier stellten wir uns ab , quatschten ein wenig mit verschiedenen Leuten, gingen eine Runde schwimmen, das Wasser war wirklich kalt, so dass man es gar nicht lange aushalten konnte, aber die Kerntemperatur ein wenig senken konnte. 

Aufpassen muss man wegen der starken Strömung, aber überall gibt es kleinere Sandbänke und Nebenarme, so dass man sich gut behelfen kann. 

Im Norden sahen wir dunkle Wolken aufziehen, shnten aber noch nichts Böses, aber dann kam es richtig dick!

Gottseidank ist das Womo ein pharadeischer Käfig, denn innerhalb einer Viertelstunde war der Himmel von schwarzen Wolken bedeckt und im Norden beleuchteten Blitze die Landschaft. Schnell kam das Gewitter näher, mit viel Wind und noch mehr Blitzen, aber kaum Donner. Grade konnten wir bei den ersten Regentropfen die Stühle reinstellen, als auch schon ein richtiges Unwetter über uns hereinbrach. Grosse Tropfen klatschten auf das Womo (vielleicht wird jetzt die ganze Vogelscheisse weggewaschen) zwischendurch auch ein Geräusch, als fielen kleine Steine aufs Dach, bis ich schließlich realisierte, dass etwa kirschgrosse Hagelkörner den Lärm verursachten. Der Hagelschauer dauerte etwa 5 min, danach regnete es heftig, blitzte, donnerte und die Windböen schüttelten das Womo

Ingrid und Artur Small

Petronas

Zum Frühstück war die Fischmahlzeit schon fertig, aber wir verschoben dieses Essen um ein paar Stunden nach hinten, frühstückten erstmal, schwammen und lasen ein wenig.

Und dann kam die Suppe auf den Tisch und Artur zuckte leicht zusammen, denn die Fische waren zwar geputzt, geköpft und enthäutet worden, schwammen aber mit Gräten im Topf herum, gekocht mit Zwiebeln, Knoblauch, Kartoffeln und Olivenöl. 

Das essen erforderte eine gute Portion Konzentration, um zwischen gefährlichen Gräten und dem essbaren Anteil zu unterscheiden. Erleichtert wurde dies durch einige Gläser Tsipero, einem Schnaps auf Weinbasis. Also mir hat die Suppe gut geschmeckt! !

Der Alkohol und die reichhaltige Suppe führten zu einer ausgedehnten Mittagspause .

Am späten Nachmittag fuhr Cristos mit seinem Helfer aufs Meer hinaus, um mehrere hundert Meter netze auszulegen, kam gegen 19 Uhr noch einmal zurück und fuhr mit uns nocheinmal hinaus um mit uns per "paternoster", Artur kennt es als "pillkern", Makrelen zu fangen. Am ende einer aufgewickelten nylonschnur befindet sich ein gewicht und darüber im abstand von 20 cm mehrere haken. Das ganze wirft man in wasser , läsdt es bis zu 20m tief si ken, zieht es wieder hoch und hält alles in bewegung, in der hoffnung, dass ein Fisch anbeißt. 

Natürlich hatten wir kein Glück, aber das war eigentlich auch nebensächlich, denn das wirklich Schöne war die Fahrt hinaus aufs Meer, hinter den Bergen ging langsam die Sonne unter und tauchte alles in goldorangenes Licht, gegenüber stand der Vollmond am Himmel und wurde, umgeben von einem rosabläulichen Farbmeer immer silbriger, das Meer schimmerte in den schönsten Farben -ein Anblick den wir so schnell nicht vergessen werden. Danke, Cristos, dass wir das erleben durften.

Es war schon fast dunkel, als wir das Boot aus dem Wasser zogen und in deutsch griechischer Zusammenarbeit einen super Salat zauberten und alles auf den Tisch stellten, was Küche und Keller zu bieten hatten. 

Mit einem kühlen Bier beendeten wir einen wunderschönen Tag

Ingrid und Artur Small

Petronas

Vielleicht weil wir so schön im Schatten standen, fiel die nacht ein wenig länger aus. Erst um 9.30 Uhr wachten wir auf und beobachteten während des Frühstücks, wie die Temperaturen stetig stiegen. Gegen 11 Uhr war die 30 Gradmarke schon weit überschritten.  

Eigentlich Temperaturen, um sich im Schatten zu verkriechen, aber wir wollten weiter, da Alexandroupolis nichts Interessantes zu bieten hat.

Das einzige Lebewesen das diese Temperaturen zu schätzen weiss, ist unsere jämmerlich aussehende Basilikumpflanze. In Budapest hatte wir zwei Töpfe gekauft, ein Topf ist ziemlich schnell eingegangen und der andere wurde bisher auch täglich weniger, trotz intensivster Pflege . Aber jetzt, wo die verbliebenen 2 Stängel in der glühenden Sonne stehen, geht es langsam aufwärts. 

Der zweite Pflegefall, den wir seit Nordbulgarien bei uns haben, ist eine kleine Mimose, die ihrem Namen alle Ehre macht. Nicht nur, dass sie dauernd ihre Blätter zusammenfaltet, wenn ihr etwas nicht gefällt, sie kann in Sekundenbruchteilen auch ihre kleinen Zweige runterklappen, zb bei kleinen Erschütterungen. So ist sie eigentlich ein Indikator für den Zustand der Strassen. 

Nach nur wenigen km am Meer entlang erreichten wir das Dorf Makri, in dessen direkter Nähe, eine Stadt ausgegraben wird, die im 7. Jahrhundert VOR Chr. , entlang einer alten Handelsroute gegründet wurde. Erbaut an einer Bergflanke, ausgerichtet nach Süden zum Meer ist die Besichtigung vergleichbar mit einem Backvorgang, also recht grenzwertig (selbst der Herr, der uns die Eintrittskarten verkaufte, lobte unsere gute Kondition ). 

Aber interessant ist es schon, auch wenn man viel Phantasie braucht, um sich über die verbliebenen Grundmauern hinaus eine belebte Stadt vorzustellen. Dies wird dem Besucher an verschiedenen Stellen durch Zeichnungen und interessante Erklärungen erleichtert. So wurden die Trauben für die Weinherstellung tatsächlich mit den Füssen entsaftet, Brennöfen über mehrere Tage eingeheizt und auf eine Temperatur von 800-900 Grad gebracht, umgedrehte Amphoren, dicht an dicht in das Fundament der Häuser eingegraben, sorgten für eine gute Drainage. Grosse Tongefässe mit einem Durchmesser von etwa 1m wurden in den Boden eingelassen und dienten als Vorratsgefässe für Getreide, Öl, usw. Und das alles schon viele Jahrhunderte vor Chr.  

Unsere Fahrt ging weiter nach Westen auf einer Nationalstrasse, parallel zur Autobahn und der alten Via Egnatia, durch eine wunderschöne, aber weitgehend unbewohnte und unbewirtschaftete Landschaft. 

Die erste alte "Strasse" stammte aus dem 5 . Jahrhundert v. Chr. und wurde schon von den Persern bei ihren Eroberungszügen in Griechenland genutzt und auch Alexander der Grosse marschierte mit seinen Truppen auf dieser Strasse Richtung Asien. 

Diese Wege wurden von den Römern um 150 v Chr. als befestigte Strasse ausgebaut und reichte von der Adria bis nach Byzanz . (Das Stück von der Adria bis zum Fluss Evros, ungefähr bis zur heutigen türkischen Grenze war 535 Meilen lang). Der Name geht auf drn Proconsul Gnaius Egnatius zurück.

Diese Straße hatte einen guten Unterbau, seitliche Befestigung und einen Mittelstreifen aus länglichen Steinen, in bestimmen Abständen gab es Versorgungs-Post- und Übernachtungsstationen. 

Das spannende ist, dass hier in der Gegend der Strassenverlauf der alten und modernen Strassen weitgehend überein stimmen. Fährt man auf der Nationalstrasse hat man die Autobahn meist im Blick, kreuzt aber auch dauernd die alte Via Egnatia .

Mit ziemlich offenem ziel fuhren wir dahin und hielte vor einer Ansammlung von Schildern an , um uns einmal durchzulesen. Hier stehen alle Schilder doppelt am Strassenrand, in griechischer (gelbe Schrift)und lateinischer (weisse Schrift) Sprache . Bald hielt ein älterer Herr auf seinem Mofa neben uns und fragte "brauchen hilfe?". Eigentlich ja nicht, aber wir ließen uns trotzdem einen Weg erklären, der ganz interessante Hinweise gab: Berg, Naturschutzgebiet, antike Säulen, Strand, Wanderweg. 

Durch eine wilde, unberührte Landschaft fuhren wir Richtung Meer, passierten den ökologischen Wanderweg, den Tafelberg, das Gebiet mit den Schwarzpinien , bis wir am Strand ankamen. Dort ein Parkplatz, ein Campingplatz (Dauercamper) und einige wenige Ferienhäuser , alles heiss und schattenlos.

Wir gingen ein Stück den Strand auf und ab , fassten verschiedene Möglichkeiten ins Auge und entdeckten am Strandende ein großes Grundstück mit hohen Bäumen und einigen Wohnwagen, jedoch keinem Menschen den wir hätten fragen können. So stiegen wir erstmal ins Meer und beobachteten von dort aus das Grundstück. Nach einer Weile kam jemand, verließ das Grundstück wieder und verschwand einige Meter weiter bei einer Gruppe Leute. Artur ging hinterher und erkundigte sich nach dem Grundstück und der Möglichkeit das Womo hier abzustellen. Ja kein Problem, er sei zwar nicht der Besitzer, aber wir sollten mal ruhig drauffahren, , das wäre schon in Ordnung. 

Wir fuhren auf das Grundstück, stellten das Womo schön in den Schatten, da kam aus einer Ecke ein älterer Herr, der uns herzlich willkommen hieß und sich als Cristos, Besitzer des Grundstücks vorstellte. Wir erklärten ihm die ganzen Umstände, auch für ihn kein Problem, herzlich willkommen. Wir könnten solange bleiben wie wir wollen, alles ist gut, Artur soll schon mal mitkommen und ein Bier mit ihm trinken.  

Er selbst hat 8 Jahre in Deutschland gelebt, 5 davon auf Norderney , spricht also relativ gut deutsch. Während ich etwas zu essen machte, tauchte Artur plötzlich auf und teilte mit, dass das Essen auf dem Tisch stehe, ich solle schnell kommen. 

Ich nahm noch eine Flasche Wein als Beitrag zum Essen mit und so kamen wir zu einem griechischen Nudel -Muschel Eintopf. 

Lange saßen wir zusammen und Cristos hatte viel zu erzählen . Der Mann ist tatsächlich 78 Jahre alt, sieht aus wie Mitte 60, verbringt hier die Sommermonate und freut sich über Jeden der kommt und dem er irgendwas Gutes tun kann. 

Im Laufe des Abends fuhr ein Auto auf das Gelände und heraus sprang ein italienisches Ehepaar, das im vergangenen Jahr durch Zufall hier gelandet war, herzlich aufgenommen wurde und nun den ganzen Sommer hier verbringen will. Laut und herzlich war die die Begrüßung. 

Als Maler in Deutschland und später in Griechenland hat Cristos so viel Geld verdient, dass er sich hier an der Küste eine Menge Land zusammen gekauft hat. Nebenbei und hobbymässig geht er regelmäßig fischen. Natürlich verkauft er viel, friert aber auch einiges ein, so dass seine diversen Gefriertruhen, die überall stehen , nicht nur der Kühlung geistiger Getränke dienen, sondern auch viel Fisch enthalten. Für morgen gibt es schon eine Einladung zum Fisch essen

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    Ingrid und Artur hat am kommentiert:

    Herzlich willkommen auf dieser schönen WeltTeja Julian. Du hast dir tolle Eltern ausgesucht! Herzlichen Glückwunsch Sandra und Bernd, habt viel Spaß aneinander!

Ingrid und Artur Small

Alexandroupolis

  • Missing
    Tinaamring hat am kommentiert:

    Hallo, Ihr beiden, hoffentlich habt Ihr die Strapazen mit dem Auto schon vergessen und genießt die griechische Sonne mit Klimaanlage. Ich habe heute Baby Teja Julian kennengelernt, fünf Tage alt, der neueste Spross von Sandra und Bernd. So ein schönes Kind! Vielleicht gibt es in Griechenl. auch hübsche Hosen?? Genießt den Tag, jeden! Christina

Ingrid und Artur Small

Kesan

Bei der Anfahrt zum Campingplatz Kum hatten wir schon das Gefühl, dass die Klimaanlage nicht mehr arbeitet. Unsere erste Tat des heutigen Tages war also eine Service Station für Klimatechnik zu finden. Wir hielten einfach bei einem Reifenhändler, in der Hoffnung, dass der uns weiterhelfen könnte. Als er unser Problem verstanden hatte, versuchte er uns auf türkisch den Weg zu beschreiben, telefonierte dann aber und bedeutete uns, wir würden abgeholt und hingebracht. Eine einfache saubere Lösung, die keinerlei Probleme aufkommen lässt.  

Auf seinem Moped fuhr der Klimamitarbeiter vor uns her , angekommen in der Werkstatt schilderten wir das Problem und schon wurde das passende Gerät angeschlossen, um die Kühlflüssigkeit auszutauschen. Zwei Mechaniker und eine Helfer steckten dabei die Köpfe in den Motorraum ( so wie es männer halt machen). Leider war dies aber nicht das Problem, denn nach einem Probelauf kam weiter nur warme Luft. Das Womo wurde nun auf die Grube gefahren und von unten nach dem Fehler gesucht. Hierfür mußte der Helfer wie im op die passenden Werkzeuge aus einer Ecke der Werkstatt holen. 

Ja, letztlich stellte sich heraus, dass der Keilriemen, der das ganze Kühlsystem antreibt, defekt ist, das passende Teil gibt es natürlich nur bei VW. Den Fehler liessen wir uns gleich aufschreiben, damit dort sofort gezielt gearbeitet werden kann. Bezahlt haben wir 20 TL, etwa 7 Euro.  

Weiter ging es also zu VW in Kesan, über eine wunderbare Straße,  wo wir nun sitzten und auf Herrn Üzgür warten, der angeblich das Problem beheben kann. Ob er das passende Teil hat, wissen wir nicht, denn die Verständigung ist schlecht. Die Versorgung mit Kaffee, Keksen und Wasser wird von einer Angestellten sehr ernst genommen -herzlichen Dank!!

Wer Hdrr Üzgür nun eigentlich ist hatten wir nach annähernd 3 Stunden immernoch nicht heraus gefunden und wurden langsam unruhig und ungemütlich. Per Übersetzungsprogramm versuchte man uns nun mitzuteilen, dass Herr Üzgür heute nicht mehr kommen könnte ( inzwischen war es etwa 17 Uhr und die Reparatur dauert angeblich 3-4 Stunden ), die Reparatur können morgen um 16 Uhr aber durchgeführt werden. Darauf reagierten wir ziemlich unwirsch, das hätte man uns vor 2 Stunden auch mitteilen können, woraufhin man sich aber um eine "Service Station, wo die Reparatur auch durchgeführt werden könnte, bemühte. Und weil wieder lange nichts geschah, riefen wir nun den ADAC an, der eigentlich auch nichts machen konnte, ausser , da türkisch sprachig, einmal ordentlich zu übersetzt und die Situation zu klären. 

Irgendwann gab irgeneine Werkstatt grünes Licht für den Einbau , wir erhielten und bezahlten das Original Ersatzteil und wurden dorthin geführt. Ziemlich chaotisch dort, aber Alle guter Dinge und angeblich die Spezialisten schlechthin. 

Kurz nach Arbeitsbeginn stellte sich heraus, dass das Teil, das den Antriebsriemen aufnimmt , kaputt ist, nicht mehr dreht und so den Keilriemen zerrissen hat-also auch neu, und Gottseidank auf Lager. 

Nach 1,5 Stunden war die Arbeit getan und wir um 500 TL ärmer (geteilt durch 3).

Und nun schnell auf nach Griechenland, denn wir hatten keine türkische Lira mehr. 


Ingrid und Artur Small

Eceabat (motel kum)

Ausser ein bisschen lesen faulenzen und zum Strand gehen und schwimmen war heute nichts los. 

Am Strand gibt es überdachte Areale (ähnlich wie bei Autoparkplätzen im Süden) und natürlich Liegen. 

Die Frauen sind sehr unterschiedlich gekleidet, es reicht von normaler Badekleidung, also Bikini, über muslimische Badeanzüge, die den Körper und die halben Beine bedecken, wobei auch die Haare von einer Art Badekappe bedeckt sind, bis hin zu den armen Frauen, die von ihren schwarzen Umhängen vollkommen eingehüllt sind und auch nicht ins Wasser dürfen.  

Auf dem Weg zum Strand überquert man eine Brücke über ein Süsswassergewässer, in der sich hunderte von Wasserschildkröten tummeln. Viele dümpeln im Wasser umher, viele andere liegen am Ufer, aber auch nur so lange, bis jemand auf der Brücke stehen stehen bleibt und über das Geländer schaut. Dann schwimmen alle Tiere mit Höchstgeschwindigkeit in die Mitte, recken die Köpfe aus dem Wasser und warten auf Futter. In der Menge sieht das ganze ziemlich unangenehm aus. 

Sobald die sonne untergegangen ist, wir es hier angenehm kühl, so kühl sogar, dass ich mich etwas später in der Nacht über meine Decke freue.

Ingrid und Artur Small

Eceabat ( motel kum)

Schon wieder so eine Scheiss Nacht. Diesmal waren es bestimmt 20 gefrässige Mücken, die an irgendeiner Stelle ins Womo gelangt sind und uns die ganze Nacht hindurch quälten. Zusätzlich war es heiss und wir beide irgendwie ziemlich genervt von der Situation. 

Grade hatten wir ein halbes Auge aufgemacht, da näherte sich plötzlich ein Höllenlärm und keine 10 m von uns entfernt landete ein Hubschrauber, Augen und Ohren reiben half nichts.

Am Anleger hatte sich schon eine lange Reihe Autos in Warteposition gebracht , anscheinend ist die Insel ... eine angesagte Urlaubsregion. 

Wir fühlten uns ein wenig ruhebedürftig und wollten wegen des Internet Zugangs auch mal wieder auf einen Campingplatz, kramten in den Unterlagen und fanden tatsächlich nur 7 km weiter, itten im Naturschutzgebiet einen richtigen (auch nach westeuropäischen Maßstäben ) Campingplatz, schön schattig, ruhig und sehr gut ausgestellt. Der Platz gehört zu einem großen Hotel- und Appartement Komplex, sehr luxeriös und gepflegt. Hier stellten wir uns erstmal unter eine dichte Pinie, richteten uns häuslich ein und nutzen die Waschmaschine zur großen Wäsche. Was ja auch nicht so leicht ist, da die Maschinen etwas älter, leider in türkischer Sprache beschriftet und nicht selbsterklärend sind. Man sah mir die Hilflosigkeit wohl an, denn umgehend bekam ich nette Hilfe bei der Programmierung und weitere Erklärungen für die Nutzung.

So vertrödelten wir den Tag mit Wäsche, plantschten ein wenig im Pool und ärgerten uns am Abend über die überteuerten Bier Preise. Der kleine Supermarkt auf dem platz hat geschlossen, so dass man Bier nur in der Cafeteria oder Restaurant kaufen kann. 

Bier ansich ist sowieso recht teuer, und hier haben sie nochmal eine Schippe drauf gelegt. Brot gibt es morgens zu normalen Preisen im Restaurant zu kaufen und für die Obst-und Gemüseversorgung rollt täglich ein Gemüsewagen mit bester frischer Ware an . Wir sind also bestens versorgt und geniessen täglich diese wunderbaren, sonnenwarmen Tomaten ( die wirklich nach Tomate schmecken ) mit Schafskäse. Inzwischen haben wir auch ein großes gGas Olivenpaste, zusammen mit dem guten Brot ist das alles was man braucht.

Ingrid und Artur Small

Kuruoba

Was für ein Erwachen ! Die Sonne scheint ins Womo und der erste Blick fällt aufs Meer. 

Ganz allein am Strand genossen wir unser Frühstück, liessen den Blick schweifen und schnell war klar, hier können wir heute noch nicht weg, so ein Paradies genießt man etwas länger.  

Und so verbrachten wir den Tag wieder mit lesen, schwimmen und langen Blicken aufs Meer hinaus. Gestern abend im dunklen bemerkten wir ein Schiff, das mit großen, hellen Scheinwerfern das Meer absuchte, heute konnten wir es als Schiff der Küstenwache identifizieren. Natürlich sichern sie die nahe Grenze zu Griechenland, inwieweit sie auch nach Flüchtlingen Ausschau halten wissen wir nicht.

Einige Besucher kommen tagsüber an den Strand gefahren und wir waren erstaunt, mehrfach deutsch sprechende Menschen zu hören. Eine türkisch stämmige Familie aus Hamburg, die hier die Ferien verbringt sowie eine Frau mit ihren Kindern, die hier aus dem Dorf stammt und ebenfalls einige Wochen hier verbringt. Mit ihr unterhielten wir uns lange und sie stellte auch die Verbindung zu einem Dorfbewohner her, der Schafskäse herstellt und verkauft. Wir bestellten 2 kg bei ihm, er versprach im laufe des abends nochmal den Berg zu uns runterzufahren und den Käse zu bringen. Da wir auch kein Brot mehr hatten, baten wir ihn uns auch noch ein Brot mitzubringen, was er gern für uns tat. Am späteren Abend kam er tatsächlich im Dunklen den Berg runtergerauscht und brachte den versprochenen Käse und das Brot. Vielen, vielen Dank dafür nochmal an dieser Stelle. Der Käse ist sehr sehr lecker!

Und noch eine dieser unvergleichlichen Nächte am Meer.

Ingrid und Artur Small

Koruoba

Müde, verschwitzt und genervt vom Wind, der noch ein wenig zugelegt hatte, kürzten wir vier alle Morgengeschäfte auf das Notwendigste und verliessen schleunigst diesen Ort.

Wir auf Nebenstraßen zu verschiedenen archäologischen ausgrabungen, Leon und Edith über die Hauptstraße zu irgendeinem Campingplatz. Nachdem wir uns nun zum 3. Mal getroffen hatten, tauschten  wir die e mail Adressen aus, aber vielleicht sehen wir uns doch nochmal auf dieser Reise.

Unseren ersten Halt machten in der Nähe von Daylan, wo die Stadt Alexandrea Troea lag. Gegründet kurz nach dem Tod Alexander des Großen, wurden seinerzeit alle Menschen aus den umliegenden Dörfern hier angesiedelt, so dass es sich schliesslich um eine ziemlich große S4adt handelte. Teile der 8 km langen Stadtmauer sind zu sehen, beeindruckend hohe Torbögen, die allen bisherigen Erdbeben standgehalten haben.

Einige hundert Meter weiter arbeitet ein Archäologenteam aus Ankara an der weiteren Freilegung verschiedener Gebäude. Eine äußerst mühselige Arbeit, da es inzwischen sehr heiß und die Arbeit auch körperlich sehr anstrengend ist, da jede Schaufel voll Erde gesiebt, genau untersucht und schließlich die Reste Schubkarre abtransportiert werden. 

Die Leute müssen etwa 2m tief graben , um auf das Niveau von vor 2000 Jahren zu gelangen und an die Fundamente, bzw. auf Höhe der Fussböden zu kommen. 

Vom Meer, wo sich ein Hafen befand, hinauf zu Stadt führt eine Straße, etwa 5m breit und aus 2-3qm grossen, dicken Granitplatten bestehend. Noch heute so gut erhalten, dass sie durchaus benutzt werden könnte.

Vom Meer, wo sich ein Hafen befand, hinauf zu Stadt führt eine Straße, etwa 5m breit und aus 2-3qm grossen, dicken Granitplatten bestehend. Noch heute so gut erhalten, dass sie durchaus benutzt werden könnte. Die Strasse führt von hier aus zu einem etwa 30 km weit entfernten Tempel, quer durchs Land und über eine siebenbögige Brücke.


Die Stadt zog sich von einer an Hügelkuppe hinab bis zum Strand, wo ein künstlicher Hafen angelegt worden war, den man auch heute noch erkennen kann. Kaimauern und Säulenreste liegen teils am Strand und teils im Meer, den andauernden Wellen, haben sie bis jetzt standgehalten.  

Was für eine grosse und beeindruckende Anlage . 


Über kleinste Straßen fuhren wir weiter durch kleine Dörfer, in denen , soweit sie kein Teehaus für die Männer haben, niemand zu sehen ist. Von der Straße aus sieht man meist nur die Aussenmauern und die , das Grundstück umgebenden Mauern. Machmal ein kleines, geöffnetes Fenster aus der eine Gardine weht. Unterwegs begegnet uns hin und wieder ein Trecker, Pferde-oder Eselsgespanne wie sie in Rumänien oder Bulgarien an der Tagesordnung sind, kommen hier nicht vor. Steinige Berghänge mit vertrockneten Gräsern und kleinen Büschen bildeten nun die Kulisse, selten mal ein Auto, eine wirklich einsame Landschaft. 

In Gülpinar besichtigten wir den Apollo Tempel, derder zweitgrößte in Anatolien ist. Aus Säulenresten hat man Teile des Tempels rekonstruiert, so dass man einen guten Eindruck von der Größe und Schönheit des Gebäudes erhält.  

Eine Zisterne, sowie eine komplette Therme mit Kalt-und Warmbecken, beheitzten Fussböden, warmen Sitzbänken und beheizten Wänden. Das Röhrensystem für die Wasserversorgung ist gut zu erkennen und in erstaunlich gutem Zustand. Eigentlich hat sich seit 2000 Jahren nichts an den Abwasserleitungen geändert, früher wie heute eine passendes Stecksystem, damals aus Ton, bei uns inzwischen aus Kunststoff. 

Auch hier wird weiter gegraben und geforscht, Teile der gefundenen Schätze hat man in Museen geschickt, aber einzelne Stücke sind in dem kleinen Museum vor Ort zu bestaunen.  

So sind hier Teile des Tempelfrieses ausgestellt, unglaublich detailreiche Marmorreliefs, die die Geschichte der Ilias als "Bildergeschichte "erzählen. Gelesene Geschichte zum Anschauen, 2000 Jahre alt- einfach unglaublich!


Weil wir immer so lange gucken, war der Tag nun schon wieder fast rum und wegen der Wärme unsere Energie auch ziemlich aufgebraucht, so dass wir nur noch ein bisschen einkauften und uns bei verschiedenen Leuten nach dem Weg nach Kuruoba erkundigten. Auch hier wieder alle sehr bemüht und nicht nur mit einer ungefähren richtungsweisenden Geste bei der Hand, auch die Entfernung wurde uns mit auf den Weg gegeben, entweder über GOOGLE MAPS oder weil man es halt weiss, die Schwierigkeit hierbei war nur die Übersetzung ins Englische. Da es sich um 15km handelte, zählte der Herr auf englisch bis 10- merken mit den fingern und nochmal bis 5, froh, als ich dann fifteen sagte. 

Würdigung der Bemühungen, Freude über die gelungene Auskunft auf beiden Seiten-all das ist möglich, auch wenn man verschiedenen Sprachen spricht.

Die Fahrt nach Kuruoba war schon sehr beeindruckend, die Landschaft immer wilder , die Berge zerklüfteter, die Vegetation immer spärlicher, bis der Bewuchs fast völlig aufhörte und stellenweise nur noch sandiger Boden mit ein paar Gräsern zu sehen war. Kein Mensch weit und breit, die Straße sehr schmal, aber recht neu. 

Endlich entdeckten wir den Wegweiser Richtung Kuruoba und zum Motel Kuruhan. Dass die Strasse sich als ungesicherte Gefällstrecke erweisen und über 6 bis 7 Kilometer in Serpentinen steil berhab führen würde, hatten wir nicht geahnt. Kurz bevor ich die netven verlieren konnte angesichts der Strecke, waren wir endlich unten angekommen und standen direkt an einem Kiesstrand, 3 m vom Wasser entfernt. Hinter uns besagtes Hotel, wo wir nachfragten, ob wir in deren grossen Garten stehen oder lieber am Strand bleiben sollen. Direkt vor ihrer Tür wäre ok, Toilette und Dusche könnten wir gern benutzen. 

Und so stehen wir mal wieder traumhaft, so schön wie man es kaum beschreiben kann. Über, neben und hinter uns ein großer Olivenbaum , blühender Oleander und duftende Rosen im Garten hinteg uns, vor uns das Meer mit der Insel Lesbos im Hintergrund. Ein sanfter kühler Wind weht und ausser dem Rauschen der Wellen keine Geräusche.  

Schnell rissen wir alle Fenster auf und liessen die kühle Abendluft hinein, entsandeten das Womo und genossen den Abend am Meer .

Durch die geöffneten Fenster wehte der Wind durchs Womo und die Wellen schaukelten uns in den Schlaf.

Ingrid und Artur Small

Geyikli

-Ein bißchen fusslahm und steifbeinig stelzten wir am Morgen noch umher und betrachteten unsere geschundenen Beine. Aber auch das gab sich nach kurzer Zeit, so dass wir packen und aufbrechen konnten. 

Das heutige Ziel sollte ein wunderschöner Stellplatz bei Geylikli südlich von Canakale sein, direkt am Strand, Duschen, Restaurant . Eine besondere Empfehlung eines "Mitbewohners" auf dem Platz in Istanbul. 

Nachdem wir uns die Berge auf ein Hochplateau hinaufgekämpft hatten, fuhren wir durch die Kornkammer der Nordwesttürkei. Leicht gewelltes Land, abgeerntete Getreidefelder in hellgelb, Sonnenblumenfelder in goldgelb, azurblauer Himmel, in der Ferne das Meer, ein wunderbares Farbenspiel, das im Laufe der Fahrt durch silbrig glänzende Olivenhaine und grünrote Tomatenfelder ergänzt wurde. 

Statt weiter an der Küste entlang zu fahren, wählten wir die Strecke quer durchs Land, über Can und waren erstaunt über die  teils hervorragenden Strassen, wenn sie neu waren und über "älteren" , die sich der Topographie zu 100 % anpassten.

In Bayramcic machte wir einen kurzen Abstecher zu einem Stausee, an dem wir eine kleine Kaffeepause und einen Spaziergang am Wasser entlang machten.

Durch Obstplantagen ging der Weg weiter zur Küste, wo wir nach einiger Sucherei nach dem Stellplatz auch fündig wurden und sofort das womo von Leon und Edith auf dem Parkplatz entdeckten. Ansonsten waren wir aber sehr enttäuscht, hatten wir doch etwas wirklich Schönes erwartet. Denn ausser einem Restaurant mit einigen Parkplätzen direkt an der Strasse, und dem Meer mit einem ziemlich schmutzigen Strand und einer Stranddusche hat der Platz nichts zu bieten. Es ist heiß, kein Schatten und der Wind weht sehr stark. Im Leben würde ich nicht auf die Idee kommen, diese Stelle irgendjemandem zu empfehlen. 

Einige Zeit verbrachten wir mit L&E gemeinsam am Meer und den Abend auf der Restaurant Terasse beim Essen. Ein schöner Abend mit den beiden, lästig nur der Sand der dauernd auf die Terasse flog.

In den Womos sah es natürlich ähnlich aus, denn da sie den ganzen Tag in der Hitze standen, musste dringend durchgelüftet werden, was zu Folge hatte, dass alles voller Sand war. Mit nur Lüftungsschlitzen und einem offenen Fenster an der Luv Seite war die Nacht sehr heiss und stickig. 

Aber zumindest der Sonnenuntergang war ganz nett.

Ingrid und Artur Small

Erdek

Die heutige Wanderung ist uns ein wenig entglitten, dh, sie hat einen völlig anderen Verlauf genommen, als geplant. 

Ansehen wollten wir uns eigentlich den Hadrians Tempel, gar nicht so weit vom Campingplatz entfernt, aber da wir nicht an der Strasse laufen wollten, gingen wir den Parallelweg und gerieten ein wenig "vom Weg ab". Da wir aber sowieso ein wenig länger laufen wollten, war das ok. Der Weg führte uns durch Olivenhaine, kleine Dörfer, über Feldwege immer bergan. Zurückgehen ist ja immer blöd und deshalb nahmen wir uns jeweils die nächste Kurve als Ziel, hinter der unser Wrg endlich in die gewünschte Richtung abbiegen sollte-leider war dem aber nicht so . Mit motivierenden Aussagen von Artur, wie "hinter jeder Biegung gibt es einen neuen Ausblick ", stiegen wir weiter hinauf. Umzudrehen wäre inzwischen wirklich sinnlos gewesen.  

Mi einer wunderbaren Aussicht über das Meer zur einen, und in das bergige Hinterland zur anderen Seite wurden wir am Gipfel belohnt.

Irgendwo aus dem Unterholz hörten wir das Läuten von Ziegenglocken und schließlich tauchte die Herde vor uns auf, zunächst etwas irritiert, uns hier oben zu sehen. 

Den Berg hinab führte eine Art Feuerschneise, über die wir hoffentlich auf Meeresniveau hinabsteigen könnten . 

An einen Baum gelehnt entdeckten wir nach wenigen Metern den Ziegenhirten, der völlig versunken auf sein kleines Radio schaute und in der Nase bohrte. Unsere Begrüßung hörte er zunächst nicht, als wir ihn nochmal anriefen, erschreckte er sich erstmal sehr, (er rechnet wohl genau wie seine Ziegen nicht mit Besuchern ), sprang auf, kam auf uns zu und begrüßte uns mit einem herzlichen Händedruck. ( An etwaige Popel habe ich erst später gedacht ). Ja, bestätigte er, dieser Weg führt hinunter. Steinig und staubig war der Weg und führte recht steil bergab, bis wir an einer Art Schanze angelangten, an der der sichtbare Weg abbrach und sich vor uns nur noch Macchia ausbreitete. 

Wir hatten natürlich nicht damit gerechnet, dass die Vorstellungen von Wegen , bei durchschnittlichen Mitteleuropäern und türkischen Ziegenhirten deutlich voneinander abweichen.

Zurückgehen ging schon zwei Stunden vorher nicht, also blieb nur die Möglichkeit den wirklich steilen Berghang durch das Stachelkraut hinab heil zu überstehen, ohne auf eine Schlange zu treten oder einen Skorpion zu erschrecken. Es hat lange gedauert, aber wir jamen heil, schweißgebadet und mit zerkratzen Beinen unten an. 

Nun wieder zurück über die Feldwege, durch die Dörfer und Olivenhaine bis zur Straße und dort in das erste Café. Kaffee gab es nicht, nur Tee und von der ausschließlich männlichen Besetzung ähnlich irritiere Blicke in meine Richtung, von den Ziegen .

Die 1,5 Liter Wasser verdampfen schon während des Trinkens.

Der Hadrian Tempel stand ja immernoch auf dem Programm, aber bloß nicht an der Straße entlang, sondern hinterum durch eine dorf und die angrenzenden Olivenhaine . Die Wegweiser waren auch nicht so zielführend, jedenfalls wanderten wir rechtvlange durch schöne schattige olivenhaine, durchsetzt mit Feigen . Anscheinend gibt es unterschiedliche sorten, die bekannten lila farbenen und gelbgrüne, die schon jetzt reif sind. Als wir das entdeckten, futterten wir uns erstmal an sonnenwarmen Feigen satt .  

Nach Gehör wanderten wir weiter Richtung Strasse und bogen von dort zum Tempelgelände ab. (In 5 min hätten wir vom Café aus dort sein können! Wären aber nicht durch den schönen Olivenhain gelaufen und hätten die leckeren Feigen nicht gegessen )

Leider erhält man keinerlei Hinweise zu der Anlage, so dass (erstmal) unklar bleibt, ob es sich um eine Tempelanlage, eine Art Arena, ein Forum, oder... gehandelt hat. Aber ungemein beeindruckend sind selbst die Säulenreste, Bögen, Wegplatten . 

Kleinere, nicht zuzuordnende Steine wurden an einer Seite zu einer Art Wall von etwa 50m Länge aufgetürmt, parallel dazu, im Abstand von etwa 20m auf gleicher Länge eine stufenförmige Tribüne und dazwischen Säulentrümmer mit wunderbar erhaltenen Steinmetzarbeiten . Seitlich davon hat man mit Ausgrabungen von Räumen und Bogengängen begonnen , dies aber zwischenzeitlich abgebrochen. Wahrscheinlich stammen diese Ausgrabungen aus dem 2./3. Jahrhundert n. Chr. und wir sind sehr beeindruckt von diesen wunderschönen Marmorarbeiten und versuchen uns ein Bild der Anlage vor 2000 Jahren zu machen. 

Auf dem Rückweg zum Womo kauften wir noch ein besonders leckeres Brot und streckten nach unserer Rückkehr alle viere von uns.

Der Ziegenhirt trug übrigens einen Anzug !!

  • Missing
    Edith hat am kommentiert:

    Hallo ingrid und artur, das sind ja schöne steinformationen....hier sind noch ein paar Tage Büroarbeit angesagt und dann ab in den Sommer...euch noch weiterhin gute Reise und viel Erlebnisreiches. Liebe Grüsse von Edith und Komo

Ingrid und Artur Small

Erdek

Heute nur faul: lesen, rumliegen, ein bisschen waschen, beobachten wie die allermeisten leute packen und abreisen, aber nicht ohne vom aufstehen bis zur Abreise,  ausgiebig gegessen zu haben-das ust schon ein Phänomen. 

Am Morgen kam ein Deutscher aus Stuttgart /Karlsruhe vom Nachbarplatz herüber und fragte, ob wir richtige Deutsche seien (oder nur die mit einem deutschen Pass) und ob wir denn auch klar kämen- so zwischen den ganzen Türken.Dann erzählte er viel und ausgiebig und verließ uns schließlich wieder. Einige Stunden später tauchte die Frau auf und irgendwie ähnelte sich das Gespräch  (der Monolog ) sehr, nur dass sie noch mehr sprach. 

Am Nachmittag war der Platz dann ziemlich geleert und der Abend recht ruhig . Abgesehen mal von den stürmischen  Böen die seit unserer Ankunft durch die Bäume jagen und das Meer schön rauschen lassen.  

Die Nächte sind immernoch angenehm kühl, kurz vor dem schlafen gehen denke ich schon immer etwas sehnsüchtig an meine Fleecejacke.  Für uns ideal, aber wahrscheinlich ist das kein typisches Wetter für diese Region. 

Ob und wie gut unsere Klimaanlage funktioniert wissen wir also noch immer nicht.


  • Small
    IngLu hat am kommentiert:

    Liebe Ingrid! Wir freuen uns auch sehr, dass du wieder zu uns in die SPS kommst.
    Habt noch weiterhin eine interessante Reise.
    Wir sehen uns! Erst einmal genießen wir endlich die schulfreien Tage. Alle sind platt und die Erholung ist notwendig.

    Ich hoffe diese Mail kommt an, ist manchmal etwas problematisch!
    Bis bald. Liebe Grüße Ingrid

Ingrid und Artur Small

Erdek

Die vergangene Nacht war schon arg gewöhnungsbedürftig,  denn mitten in der Nacht probierten mehrere Leute aus, welche Lautsprecher in ihren Autos am lautesten sind. Dazu fuhren sie in Höllentempo den Parkplatz auf und ab, und machten von unterschiedlichen Stellen aus "Hörproben". Ziemlich zum Wahnsinnig werden, aber da traut sich auch keiner so richtig aus dem Womo,  genervt waren natürlich alle. 

So frühstückten wir schnell und sausten los. Kurz vor der Abfahrt erhielten wir noch die info, dass wegen der feiertag, die Überquerung der Bosporus Brücke kostenlos ist, aber so ganz sicher war das auch nicht. Wenn, wo wir dann bezahlen könnten war auch nicht so klar, denn wir haben uns keine dieser Magnetkarten angeschafft,  von der dann elektronisch abgebucht wird.

Wieder auf 4 spurigen Strassen ging es gen Osten auf den Bosporus zu, plötzlich kam die Brücke in Sicht,  keine Zahlstation oder Möglichkeit, also einfach weiter und rüber- mit dem Auto in Asien!!

Vielleicht bekommen wir in einigen Wochen Post aus Istanbul.

Zig km ging es am Marmara Meer entlang, immer nach osten und immer noch in Istanbul, na ja, am Stadtrand  Die Stadt

muss eine West/Ostausdehnung von 60-70 km haben. 

(Was ist hier schon wieder für ein Durcheinander?)

Nach etwa 60 km kamen wir im hafen von Gebze  an, von wo aus man mit der Fähre nach Yalova übersetzen kann. So spart man sich auf dem Landweg etwa 120 km. (Ausserdem ist hier Erdbebengebiet, die erde hat sich beim verheerenden beben von 1999 um mehr als 2,5 m  verschoben).

Im Hafen von Gebze war die Lage erstmal ziemlich unübersichtlich,  mehrere Fähren lagen abfahrbereit, mehrere Warteschlangen davor . Da es keine Beschilderung gab, stellten wir uns einfach mal hinten an und beobachteten, dass die Einweiser die Fahrzeuge aus den Schlangen zu den verschiedenen Fähren schickten, so dass im Grunde alles in Bewegung war und jeder nochmal versuchen konnte, auf dem Weg zum Schiff schnell nochmal zu überholen.

Die Fahrzeit nach Yalova beträgt etwa 30 Minuten und mutet wie ein Slalomlauf auf dem Wasser an, denn es herrscht hier ziemlich viel Verkehr.  Aus diesem Grund baut man einige km weiter östlich eine Brücke. 

Am Fuße einer Gebirgkette mit Bergen von 2500m Höhe, fast immer in Sichtweite zum Meer fuhren wir Richtung Erdek, eine kleine Halbinsel mit ADAC Campingplatz.  Unterwegs fuhren wir durch ein betühmtes olivenanbaugebiet, aber auch due Pfirsiche sollen von besonderer Qualität sein. Abgeerntete getreidefelder wechselten sich ab mit melonen und tomatenfeldern, und immer wieder diese wunderschönen Sonnenblumenfelder. 

Der Campingplatz war recht schnell gefunden, schattige Plätze zur freien Wahl unter hohen Pinien, das Meer vor der Haustür und die einzigen Nichttürken am Platz, so stehen wir hier als einziges Womo zwischen kleinen Zelten-das fühlt sich komisch an. 

Ausserdem wird ja das Ende der Fastenzeit gefeiert, so dass viel Familien oder größere Gruppen auf dem Platz sind, die gemeinsam die Feiertage hier verbringen und zusammen essen. 

Bei unserer Ankunft sahen wir ausschließlich die Männer, die in Strandnähe die Grillgelegenheiten vorbereiteten oder schon grillten. Hier stehen auch Tische und Bänke, schön unter den Pinien im Schatten, das Meer direkt vor der Nase. Später kamen die Frauen mit Töpfen und Pfannen,  Tellern und Schüsseln und vielen, vielen Plastiktüten. Und dann wurde einige Stunden lang gegessen, getrunken, gelacht, die Kinder wuselten herum und schliefen schließlich auf irgendeinem Arm ein, Musik wurde gespielt (jede Gruppe hatte eigene und auf dem Nachbarplatz,  direkt hinter dem Maschendrahtzaun war die Musikvielfalt auch nicht klein), kurz-ein sehr intensiver Abend, schön anzusehen.  Ja, und wir fühlten uns zu zweit fast ein wenig allein. 

Gedankensplitter : 

- Mit Einbruch der Dämmerung stürzen die Fledermäuse aus ihren Verstecken und zischen über den Platz. 

- Vom Mittelmeerpfeifer haben wir noch nichts gehört. 


  • Missing
    Tinaamring hat am kommentiert:

    Hallo, IhrLieben, für die letzten Wochen wünsche ich Euch viel Sonne und weiterhin wunderbare Erlebnisse. Wir freuen uns auf die Ferien in drei Tagen. Ingrid darf wieder in die St. Peter -Schule. Dienstfrühstück ist am 31.8. Bis dahin liebe Grüße von Christina

  • Small
    Ingrid und Artur hat am kommentiert:

    Hallo, du Liebe! Danke für diese wunderbare Nachricht! Ich freue mich auf euch, ihr lieben St. PeterInnen!
    Euch allen wünsche ich viel Kraft für die verbleibenden 3 Tage und sehr sehr schöne, erholsame Ferien!

Ingrid und Artur Small

Istanbul

Und morgens war einer meiner Schuhe weg. Einer der Hunde hatte wohl Langeweile, von verschiedenen Womos Schuhe eingesammelt und über den Platz verteilt - aber nicht zerkaut.

Wir machten einen langen Spaziergang an der Uferpromenade entlang , bis zum Anleger für Taxi- Ausflugs und Fährboote. Am ganzen Ufer zieht sich die alte Stadtmauer entlang, aus grossen behauenen Steinblöcken errichtet und mit Ornamenten aus Ziegelsteinen verziert, Fenster -und Toröffnungen sind noch gut zu erkennen. Einige dieser antiken Steine findet man auch direkt am Meer wieder, dort hat man aus ihnen Windschutze, Sitzgelegenheiten oder kleine Tische gebaut, denn hier scheinen die Männer viel Zeit zu verbringen und haben sich teilweise sehr häuslich eingerichtet.

Am Anleger war halb Istanbul versammelt, natürlich auch Touristen,  aber vorwiegend Einheimische, die mit ihren Familien die Feiertage geniessen. 

Wir fanden problemlos das Boot, das eine zweistündige Fahrt in den Bosporus, bis zur 2. Brücke und zurück, für 12 TL, also etwa 4 Euro anbietet. Ein kleines, ziemlich schaukeliges Boot mit Oberdeck. Wir sassen im Heck und verbrachten dort sehr angenehme und interessante Stunden.

Vom Wasser aus hat man sehr schöne Blicke auf das Ufer, kann aber auch das gesamte Panorama der Stadt geniessen. Grosse und kleine Schiffe fahren vorbei, die Brücken scheinen manchmal zu niedrig für die großen Schiffe. Je weiter man in den Bosporus hineinfährt, desto mehr ändert sich die Bebauung von mehrstöckigen Wohnhäusern hin zu mittelgroßen Villen und Palästen der Istanbuler High Society.

Zurück am Anleger hatte sich der Platz noch mehr gefüllt und wir staunten über die Menschen, die ALLE mit Essen beschäftigt waren. Wie überall werden auch hier Maiskolben an kleinen , mobilen Ständen zubereitet, aber auch Sesamringe (ähnlich wie unsere Brezeln), Brote mit gebratenem Fisch, verschiedene Gebäcksorten, natürlich Eis und Getränke werden angeboten. Da konnten wir natürlich nicht zurückstehen und haben von allem auch eine Probe genommen. 

Über das goldene Horn führt an dieser Stelle die Galatabrücke, die das alte Istanbul mit den östlichen Stadtteilen verbindet. Pläne für einen Brückenbau gab es schon seit dem 15 . Jahrhundert, man hatte sogar bei Michelangelo angefragt, , aber erst im 19 . Jahrhundert wurde eine Holzbrücke und Anfang des 20 . Jahrhunderts eine Eisenbrücke gebaut, deren Mittelteil nachts geöffnet wird, um grössere Schiffe passieren zu lassen.

Unter der Fahrbahn befinden sich Restaurants und es ist fast ein Spiessrutenlauf dort vorbeizugehen, denn in jedem Restaurant wird man arg bedrängt, hinein zukommen. 

Aber wir nehmen diese andauernde Ansprache sportlich und finden meist eine freundliche, aber entschiedene Ausrede und oft gehen wir lachend auseinander.

Nach Besichtigung der "neuen Moschee " , hier mußte ich mich diesmal mit einem hübschen "Rock" im Leopardenlook verkleiden, machten wir einen Abstecher zum Bahnhof.  

Hier arbeiten alt und neu sozusagen Hand in Hand, denn neben den neuen Gleisen liegen die alten Anlagen, Gleise und Gebäude, an denen seinerzeit der Orientexpress abfuhr. Eine wunderschöne Architektur, unveränderte Wartesäle und die Uhr, sowie die Glocke, mit der die Abfahrt eingeläutet wurde. 

Wirklich alles wunderschön, nur der Oberkellner, der den historischen Speisesaal wie seinen Augapfel hütet, stört ein wenig, denn er behauptet gegenüber Jedem, der ein foto machen möchte, das ginge nun gar nicht, es sei grade "cleaning time". 

Von anderen Leuten hatten wir genau diese Geschichte auch schon gehört. 

Durch schmale Gassen schlenderten wir durch die Altstadt Richtung "ägyptischer Markt", dem Gewürzmarkt der Stadt, um schließlich zu erfahren, dass dieser Bazar, sowie auch der "große Bazar" wegen der Feiertage, bis einschließlich Sonntag geschlossen ist. 

Ja, da war die Enttäuschung natürlich gross, hatten wir doch viele Einkäufe auf "Istanbul " verschoben, außerdem ärgerten wir uns über uns selbst, das hätten wir doch wirklich wissen und unsere sightseeing Touren darauf abstellen können.

Na ja, vielleicht ne Menge Geld gespart , aber einiges haben wir dann doch gekauft, denn viele Strassenstände sind eben doch geöffnet.

Zu guter letzt sind wir noch essen gegangen, nicht soo dolll, das beste war die türkische rote Linsensuppe.

Und immernoch waren die meisten Menschen mit essen und trinken beschäftigt, glücklich,  nun keinen Beschränkungen mehr  zu unterliegen und gemeinsam mit Familie und  Freunden zu genießen. 

Den Abend verquatschten wir mit Leon und Edith, die eigentlich heute schon weiterfahren wollten, aber wegen undefinierbarer Fahraktionen im Morgengrauen,  ihre Abreise auf morgen verschoben hatten. 

Ingrid und Artur Small

Istanbul

Nach einem 3 Sterne Duscherlebnis tauschten wir uns noch ein wenig mit einem österreichischen Ehepaar aus, die wir gestern kennengelernt haben und die morgen ebenfalls nach Istanbul auf den einzigen Womo Stellplatz der Stadt fahren wollen. 

Manches wird eben doch nicht ganz klar beschrieben, so dass man auf Erfahrungen anderer zurückgreifen muss. 

Die "Einreise" nach Istanbul dauert ziemlich lang, von den Aussenbezirken bis ins Zentrum sind es etwa 35-40 km, durchgängig auf einer 2-3spurigen Strasse zu befahren. Gewöhnungsbedürftig natürlich die Fahrweise, aber auch die Gefällstreckenin mit ca. 8 %, so dass man das Gefühl hat, man wird regelrecht in die Stadt hineinkatapultiert. Die Vorortsbebauung besteht natürlich vorwiegend auch aus Hochhäusern, hier stehen sie aber verschachtelt , in unterschiedlichen Höhen und ein wenig verspielt zueinander, so dass es eigentlich ganz ansprechend wirkt. An keiner Stelle hatten wir das Gefühl wir fahren durch eine völlig heruntergekommene und kaum mehr bewohnbare Gegend.

Ja, vom Stellplatz hatten wir nur eine ganz grobe Anfahrtsbeschreibung. Ein Foto aus dem Internet zeigte einen nicht mehr existierenden Stellplatz, aber der Ersatzplatz sollte nur ein kurzes Stück weiter sein. Wir konnten also nur die Strasse ins Navi eingegeben. Da die Einfallstrasse direkt in die gesuchte Uferstrasse übergehen sollte, stellten wir uns die Sache nicht so schwierig vor.

Aber wir hätten mit den dummen Ideen unserer Navi Dame rechnen sollen, die uns gern von  der anderen Seite in die gesuchte Strasse führen wollte und uns deshalb einmal quer durch ein Altstadt Wohnviertel führte. Gott sei Dank kann Artur gut Auto fahren,  verliert in solchen Situationen nicht die Nerven und fährt uns auch aus solchen Situationen heil wieder heraus. Irgendwie schafften wir es, auf dieser 4 spurigen Strasse die richtige Richtung zu erreichen, wussten aber nun überhaupt nicht, auf welcher Höhe wir uns befanden . Rechts der Strasse das Marmara Meer mit kleinen Hafenanlagen, Fischerbooten, Parks, einem Fähranleger, Parkplätzen. An jeder möglichen Gelegenheit hielten wir an, stiegen aus, schauten mit Fernrohr am Ufer auf und ab, fragten jeden der uns über den Weg lief, aber entweder sprachen sie kein Englisch, kannten sich nicht aus, oder empfahlen uns den nächsten Parkplatz zum Übernachten. So tasteten wir uns langsam an der Strasse entlang, bis an einer Tankstelle endlich der entscheidende Hinweis kam, ja, 500 m gradeaus, dann rechts. 

Voller Freude fuhren wir weiter , bemerkten in letzter Sekunde den Parkplatz aus dem Augenwinkel -und waren an der Einfart vorbei gefahren. Eiskalt bremste Artur und fuhr auf der 4 spurigen Strasse  langsam zurück, rückwärts in die Ausfahrt hinein ( und keinen hats gestört).

Irgendein Angestellter wies uns einen Platz zu und nun stehen wir etwa 10 m vom Ufer zum goldenen Horn und der Einfahrt zum Bosporus entfernt und über uns , Luftlinie etwa 150m entfernt, die blaue Moschee.  

Wer diesen Stellplatz einmal suchen sollte, er ist ganz einfach zu finden: man fährt auf der Nationalstrasse D100 von West nach Ost nach Istanbul hinein, hält sich immer auf dieser Strasse, die meist direkt am Meer entlangführt. Die D100 geht irgendwann in die Kennedy Cardesi über und das ist schon die gesuchte Strasse, vierspurig und immer am Wasser entlang. Nun fährt man soo lange, bis man schon fast am goldenen Horn ist. Kurz hinter einer Tankstelle biegt man rechts auf einen gebührenpflichtigen, bewachten Parkplatz, direkt unter dem grossen Radarturm für die Schifffahrt, ein-schon da! 

Hier steht man , wie gesagt sehr zentral, in 10 Minuten erreicht man von hier alle Top Sehenswürdigkeiten .

Am späteten Nachmittag stiegen wir zur blauen Moschee hinauf, passierten untetwegs viele Geschäfte mit wunderschönen Teppichen, Kissen, Lampen, Taschen, Schmuck, Restaurants und Cafés.  

Da grade Gebetsstunde war und die Moschee deshalb für nichtgläubige Besucher gesperrt war, schauten wir erstmal von aussen. 

Ingrid und Artur Small

Silivri

Nett wurden wir von unseren bulgarischen Nachbarn verabschiedet, drehten noch eine kurze Runde durch einen Supermarkt zum Einkaufen und letzte Lewa ausgeben, verwarfen die Idee mit Sozopol und steuerten ohne Umschweife die Türkei an. 

Durch mehrere Naturschutzgebiete ging die Fahrt, landschaftlich außerordentlich reizvoll und sehr unterschiedlich: Feuchtgebiete, dichte Wälder, steppenartige Landschaften, dazwischen Getreide und natürlich Millionen von blühenden Sonnenblumen.

Der nordöstlichste Grenzübergang in die Türkei liegt nahe melko tr..., sehr klein und ich glaube für lkw gesperrt. An der bulgarischen Seite natürlich Passkontrolle und der obligatorische Blick ins Womo. Meine Einladung, doch hereinkommen schlug der Grenzbeamte aus. Dann Weiterfahrt durch alte Grenzanlagen und Stopp auf einem Parkplatz neben mehreren Gebäuden. Kein Hinweis wohin, oder was nun zu tun ist, also aussteigen und rumgucken. In dem grösseren Gebäude, ähnlich wie eine kleinere Bahnhofshalle, mußten wir unsere Reisepässe bei der Polizei vorzeigen und bekamen einen Einreisestempel. Nun mussten wir Station zwei ansteuern, das Eintragen des Womos in Arturs Reisepass. Dazu benötigg man unbedingt die grüne Versicherungskarte. Auch das klappte anstandslos, jetzt nur noch raus und warten, bis jemand vom Zoll das Womo begutachtet, nochmal alle Eintragungen prüft und fertig-gute Reise. So geht es bei der Einreise deutscher Staatsbürger, alle anderen müssen -am besten vom Wohnort aus -ein Visum beantragen oder die langwierigen Formalitäten an der Grenze überstehen. Für uns also max. 1 Stunde und schon fuhren wir auf einer außerordentlich guten Strasse durch die Berge Richtung Istanbul.

Nach etwa 30 km mussten wir entsvheiden, ob wir mautpflichtig auf der autobahn fahren, oder weiter auf der 4 spurigen nationalstrasse fahren wollten. 

Für das kostenpflichtige Fahren auf der Autobahn kauft man sich an Shell Tankstellen oder bei der Post eine elektronische Karte, die man mit einem Betrag x auflädt, in die Frontscheibe klebt und von der automatisch die entsprechenden Beträge abgerechnet werden. 

Da wir noch kein türkisches Geld hatten und sowieso nicht bezahlen wollten, blieben wir auf der Nationalstrasse, die sehr gut befahrbar ist und auf der man gleich eine Einführung in die türkische Fahrweise bekommt : durchgezogene weiße Linien sind Zierrat, Geschwindigkeitsbegrenzungen eher Empfehlungen, das Recht des Stärkeren und Grösseren gilt ohne Diskussion und Frechheit siegt!

Etwa 60 km vor Istanbul fuhren wir ab Richtung Silivri, direkt am Marmara Meer gelegen, wo wir übernachten wollten. Hilfreiche Menschen wiesen uns den Weg zum Campingplatz, wo wir sehr schön neben einem Sonnenblumenfeld übernachteten.

Hier in der Türkei geht in diesen Tagen der Ramadan zu Ende und wir wurden gewarnt, dass wir uns über nächtliches Trommeln nicht erschrecken sollten. Hierdurch werden gegen 2.30 Uhr die Leute geweckt, damit sie vor Sonnenaufgang noch etwas essen können. Über Sonnenauf- und Untergang informiert lautstark der Muezzin, zusätzlich zu den normalen Gebetszeiten.

Ingrid und Artur Small

Sozopol

Oh Schreck,ist das Reinigungspersonal am Platz seit 4 Wochen im Ausstand?

Hat die Sanitäreinrichtung seit Jahrzehnten keine Erneuerung erfahren? NEIN!!! War dies hier früher ein Straflager und wurde erst kürzlich zum Campingplatz umgebaut?

Dieser Platz ist doch im Netz empfohlenen worden, hm.

Waschmaschinen gibt es nur für die Wäsche aus den vermieteten Hütten, also Bettwäsche per Hand waschen.

Aber sonst ist es schön hier, nette Nachbarn mit deutschem Wohnwagen, deutschem Auto und deutschen Schäferhunden, die versuchen Wasser zu fangen.

Sehr angenehme Temperaturen,  abends wie überall am schwarzen Meer, schön kühl!


Das war nur zur Erinnerung,  jetzt kommen ganze Sätze!

Der Campingplatz hier am Rande von Sozopol ist recht gross, man steht querbeet und schön in Strandnähe. Das ist aber auch alles, was hier an Annehmlichkeiten geboten wird, die gesamte Infrastruktur ist marode und die Sanitäranlagen sind unter aller sau, ob überhaupt und irgendwann einmal gereinigt wird, lässt der Zustand jedenfalls nicht vermuten.  

Über das gesamte Platzgelände verteilt stehen immernoch die "sozialistischen Ferienhütten", die hier niemandem mehr als Mietobjekt angeboten werden und nun langsam vor sich hinrotten. Anstatt sie einfach abzureissen und noch ein paar Stellplätze zu schaffen , verschandeln sie nun den Platz. An einigen Stellen hat man die alten Dinger schon ersetzt ( schon vor längerer Zeit), aber ansprechend sind die auch nicht. 

Alle Leute, mit den denen wir hier auf dem Platz gesprochen haben, sind mit der Situation hochzufrieden und sprechen vom besten Campingplatz weit und breit. Wie sie die Sanitärsituation beurteilen weiss ich nicht, beklagt hat sich niemand darüber. Anscheinend gehen die Erwartungen und Ansprüche hier sehr weit auseinander. 

Wenn sie sich aber für ausländische Reisende empfehlen wollen, muss sich vieles ganz grundlegend ändern. 

Wir haben die Beobachtung gemacht, dass man viel viel besser bei irgendwelchen Privatleuten im Garten stehen kann, denn dort findet man eindeutig die besseren Stellplätze und Sanitäranlagen.  

Dennoch, wir haben hier einen weiteren faulen Tag verbracht, ein bisschen im Meer plantschen, lesen, Sonne tanken und grosse Wäsche. Bettwäsche im Eimer ist für Ungeübte schon eine echte Herausforderung , aber auch das haben wir gemeistert (Waschmaschinen stehen den Gästen nicht zur Verfügung ).

Eine ganze Weile saßen wir am Abend auf dem Mäuerchen vor der Rezeption , denn nur dort gibt es Internet und haben wegen der Einreise in die Türkei und der Stellplatzsituation in Istanbul recherchiert. 

Bevor wir morgen Richtung Türkei aufbrechen, schauen wir kurz noch in Sozopol vorbei, denn auch hier soll die Altstadt ganz besonders schön sein!

Ingrid und Artur Small

Sozopol

Auf die schnelle, damit ich es nicht vergesse :

- Bootsfahrt auf der Kamica , nett, Schildkröten in der sonne

- Besichtigung von Nesebar U ESCO Weltkulturerbestätte,  sehr schön, aber sehr touristisch 

-lange Suche nach dem Campingplatz unserer Wahl,  

Ingrid und Artur Small

Kamcia

So richtig , richtig faul hingen wir heute rum.

Mit Sonne begann der Tag, aber im Laufe des Vormittags zog es sich zu, so dass wir schon das Schlimmste befürchteten. Unsere geplante Bootsfahrt ins Delta des Kamcia Flusses und in das dschungelähnliche Naturschutzgebiet bliesen wir ab, aktualisierten den Blog, lasen und faulenzten.

 Erst am späten Nachmittag machten wir uns zu einer kleinen Fotosession über den Platz auf, denn einige Dinge muss man einfach festhalten, zum Beispiel einen nagelneuen 1,50 m hohen glänzenden Kaffeeautomaten der von Espresso bis Latte macchiato, alles zaubern kann. Er steht auf einer recht brüchigen Betonfläche die auch als Parkplatz genutzt wird, ist irgendwie überdacht, ein Bistrotisch mit 4 Barhockern steht daneben und das Beste: die Beschriftung zeigt kyrillische Buchstaben, aber man muss Euromünzen einwerfen. Ob er überhaupt funktioniert wissen wir nicht, denn unser 2 Euro Stück nahm er nicht.

Hier lernten wir auch Vincent kennen, Australier, der heute mit seiner Frau in einem französischen Womo angereist kam. Nach einem langen Austausch machten wir uns zu einem strandspaziergang auf, blieben aber bei dem gothaer nachbarn hängen, der seit heute vormittag fast ununterbrochen einen reisenden Radfahrer aus MeckPomm einredet und mit ihm Bier und Schnäpse trinkt. Der war per Rad in Griechenland und nun auf dem Rückweg über die baltischen Staaten, Finnland und Skandinavien . Stramme Beine hat der Mann.  

Den Strandspaziergang haben wir doch noch gemacht und direkt am Strand einen hübschen Campingplatz entdeckt, der uns sicher auch gefallen hätte. 

Der Rückweg führte durch verschiedene "Ferienanlagen", deren Häuser und Hütten für uns unbewohnbar erscheinen (wir haben auch einen Blick ins Innere geworfen und denken, dass das Mobiliar bei uns schon seit Jahren auf dem Sperrmüll läge), hier machen aber viele Familien Urlaub. -Aber vielleicht ist es wie in Asien, wir dürfen Situationen und Lebensumstände nicht mit unseren Maßstäben messen Aber auf der anderen Seite, menschenwürdiges Leben und Wohnen muss überall, unabhängig von unseren Maßstäben möglich sein.

Beim Womo angekommen winkte uns Vincent heran und so lernten wir auch seine Frau Pauline kennen. Beide sind sehr sehr nett, weltoffen , interessiert, abenteuer-und reiselustig.

Irgendwo aus dem Dunkel schallt bulgarische Volksmusik zu uns herüber!

Ach, und geregnet hat es übrigens nicht!

Ingrid und Artur Small

Kamcia

So sehen also BulgarischWas für ein Panorama zum Frühstück -endloses Meer, strahlend blauer Himmel, ein laues Lüftchen.

Obwohl wir uns gestern schon einen Teil def Befestigungsanlage und der Ruinen angesehen hatte, gingen wir heute noch einmal los. Vorn an der Spitze ist eine klitzekleine Kappele in den Fels gebaut und zwischen den Felsen, in einer Nische steht eine steinerne Bank, von der man nur sehr schwer wieder aufstehen kann. 

An einer Brüstung standen zwei Leute mit besonderer Ausrüstung, Fernrohre, Fotoapparate mit großen Objektiven und Listen. Natürlich muss ich da mal nachfragen, was sie beobachten. Die beiden kommen von einem Meeresforschungsinstitut, beobachten, zählen und fotografieren Delfine. Später werden die Fotos ausgewertet, hier kann man die Tiere meist an der Finne unterscheiden. Sie erzählten, dass sich etwa 100 km weiter östlich eine grosse Gruppe Delfine, etwa 120 Tiere, befindet. Immer wieder verlassen einige Tiere die grosse Gruppe für einige Zeit und tauchen dann in Küstennähe auf. Und tatsächlich schwammen 3-4 Tiere direkt vor unserer Nase herum. Er handelt sich hier um eine kleine, dunkle, etwa 1,5m grosse Sorte mit Stupsnase.

Weiter an der Küste ( recht gute Strasse übrigens) entlang, gelangt man einige km im Hinterland vom sog. Goldstrand zum Höhlenkloster Aladza Manastir. Am Fuße des felsigen Höhenzugs tritt eine Quelle aus dem Fels hervor, viele Leute kommen mit Plastikkanistern und zapfen sich hier ihr Wasser ab. Schön kühl/kalt ist das Wasser und mancheiner steckt den ganzen Kopf unter das fliessende Wasser oder wäscht sich gleich. Auch Autos bekommen von diesem besonderen Nass einen Schluck in den Kühler gefüllt (wir haben jetzt natürlich auch einen wohlgefüllten Wassertank). 

Durch eine parkähnliche Landschaft gelangt man zu einer etwa 40 m hohen Kalksteinwand. Über Metalltreppen steigt man zu zwei Terassen hinauf und kann von der Aussenseite der Gänge die Mönchszellen, Kirche, Wirtschaftsräume erkennen.

Schon vor der Zeitenwende sollen diese Höhlen bewohnt gewesen sein, sicher ist, dass sie im 4. und 5. Jahrhundert den frühen Christen zuflucht boten und im 12./13. Jahrhundert von orthodoxen Mönchen zu einem Kloster ausgebaut wurde. Kurz nachdem die Mönche im 18 . Jahrhundert das Kloster verließen, brach durch einen Felsrutsch der vordere Teil der Höhle ab, so dass die Räumlichkeiten nun nach aussen hin offen liegen. Viele der außergewöhnlich bunten Fresken wurden dadurch zerstört oder beschädigt ( aladza heisst übrigens bunt). 

Genaueres über Geschichte, etc. ist im kleinen Museum zu sehen. 

Auf der Weiterfahrt entdeckten wir am Strassenrand ein Hinweisschild auf einen Campingplatz, dem wir folgten. Und nun stehen wir hier, schön im Schatten unter großen Bäumen, auf dem Gelände einer (wahrscheinlich) ehemaligen sozialistischen Ferienanlage. Jedenfalls stehen hier Bungalows und verschiedene andere Gebäude die eben jenen Charme verströmen. 

Zum Meer sind es nur wenige Minuten zu gehen, und da wir uns mit den Nachbarn (aus Gotha, die hier vor 31 Jahren schon ihre Ferien verbrachten) verquatscht hatten, gingen wir in das kleine Restaurant am Strand. 

Hier natürlich auch wieder das Problem mit den "unleserlichen " Speisekarten, aber aus irgendeiner Schublade zauberte das Mädel eine englischsprachige Karte hervor. Nun hatten wir wenigstens eine Ahnung, was wir bestellen könnten, denn die speziellen Bezeichnungen hatte sie oft übernommen. Jedenfalls bekamen wir einen grossen Tomaten /Gurkensalat mit einer dicken Schicht geriebenem Schafskäse drüber, für Artur gegrilltes Schwein mit Pilzen und Pommes frites und für mich einen grossen Teller voll (wahrscheinlich ) panierte, frittierte Sardinen. Dazu 2 Bier, zu zahlen 10 Euro! 

Schön kühl, fast kalt wurde es im Laufe des Abends und bei offenem Fenster hörten wir das Meer rauschen. 

Gedankensplitter: 

-Wir haben heute ein witziges bulgarisches Wort gelernt: Zapzerap, das beschreibt die "unter der Hand Geschäfte ", die zu sozialistischen Zeiten so üblich waren ( gehört und gelernt von einem älteren Herrn der sich sein gutes Deutsch mittels einer Kassette beigebracht .

Ingrid und Artur Small

Kap Kaliakra (Bulgarien )

Obwohl wir die Nacht doch recht weit vom Ort entfernt verbracht haben, hörten wir bis in die Morgenstunden die Musik-gut, dass wir den schönen Campingplatz nicht anfahren konnten, denn dann wären wir mitten drin gewesen. 

Dieser Platz fiel schon von aussen durch armdicke Schneckenhausketten auf, die in mehreren Reihen am Zaun hingen. Das Grundstück ist eine richtige kleine Oase, ein wunderschöner, gepflegter Garten in dem alles blüht. Versteckt in kleinen Ecken, teils auch ein wenig eingelassen in den Boden stehen Wohnwagen, die von Blumen und Pflanzen umrankt sind und auf dem Dach eine kleine Terasse haben. Umwickelt und kaschiert sind alle tragenden Teile durch Reet, das zu Fensteröffnungen gebunden ist. Die Wohnwagen sehen allesamt aus wie kleine Nester, sehr einladend. Für Womos oder Wohnwagen auf der Durchfahrt stehen einige wenige Plätze zur Verfügung. SCHADE, DASS ICH DAVON KEINE BILDER HABE! 

Zum Frühstück bekamen wir Besuch von drei Hunden, die sich brav zu uns legten und auf eine kleine Futterspende warteten. Wählerisch sind sie wirklich nicht, das können sie sich gar nicht leisten, aber bei uns gibt es etwas Besonderes: Trockenfutter!!! Wir haben einen Beutel Trockenfutter gekauft, weil wir das Elend gar nicht immer mit ansehen können und oft nichts zu fressen für die Tiere hatten. Manche Hunde sind zunächst etwas skeptisch, solches Futter kennen sie ja nicht, dazu ist es auch noch hart, so dass sie richtig zubeißen müssen.

Hinter dem Womo zog ein Hirte mit seiner Ziegenherde vorbei und vor uns glänzte das Meer -die perfekte Frühstücksuntermalung.

Vor der Weiterfahrt machten wir noch eine kleine Ortsbesichtigung, und obwohl es noch recht früh war, holten sich die Ersten schon ein kühles Bier. Der Ort ist von der Bebauung her sehr nett, keine Hotelburgen, dafür kleinere Hotels und Pensionen. Seinen gemischten Ruf hat Vama Vecche, weil er als Sammelbecken für Aussteiger, "althippies", .... gilt- irgendwas zwischen Kaosan Road und Van Vieng auf rumänisch. Familien trifft man hier kaum , die sind in Saturn oder Venus untergekommen. 

Im August findet hier ein grosses Rockfestival statt, angelehnt an WOODSTOCK heisst es ..?.. , verbunden damit ist am Ende eine grosse Müllsammelaktion. Da auch die Saison beendet ist, handelt es sich um ein grosses, gemeinschaftliches Grossreinemachen.

Die Campingplätze, die in unserem Womo Buch aufgeführt sind, existieren allesamt nicht mehr.

Da Vama Vecche nur wenige km von der bulgarischen Grenze entfernt liegt, mussten wir bei der Ausreise aus Rumänien schon bald die Ausweise zücken und dem rumänischen Grenzbeamten zur Inspektion des Womos Türen und Schränke öffnen. Von bulgarischen grenzbeamten sahen wir nichts, fuhren also einfach durch und kauften uns für Bulgarien eine 7 Tage Vignette für ca. 5,50 euro. 

Ja, und nun das Problem mit den Verkehrsschildern, die natürlich mit kyrillischen Schriftzeichen versehen sind. Die grösseren Städte wie Varna , erscheinen auch in lateinischer Schrift, aber es gibt ausserdem auch noch Aufdrucke mit russischen Buchstaben, also ein grosses Schildergewirre, aus dem man sich das richtige und lesbare herausfiltern muss. 

Fast schnurgrade fährt man km lang zwischen Getreide -und blühenden Sonnenblumenfelder hindurch, einige verfallende Industrie -und landwirtschaftliche Kolchosengebäude liegen rechts und links der Strasse. Wir zweigten nach einer Weile Richtung Meer ab, besorgten uns bulg. Geld und erreichten schließlich eine kleine Bucht. Im Wasser einige Fischerboote, am Hang hinauf kleine Pensionen, Cafés und Restaurants. Auf einer schönen, schattigen Terassen mit Blick auf den Ort und das türkisblaue "schwarze "Meer, tranken wir Kaffee. Alles sehr nett, sehr gepflegt, hätte auch irgendwo in Südfrankreich sein können- nur die preise sind doch sehr unterschiedlich

Ingrid und Artur Small

Vama Vecche

Mit Sonne und viel Wärme begann der heutige Tag. 

Bevor wir weiter nach Süden Richtung Bulgarien aufbrachen, unterzogen wir das Womo einer mittleren Grundreinigung und nahmen ein kurzes Bad im schwarzen Meer. Kurz, weil ich mich schon beim Hineinwaten wunderte, was da auf dem Wasser schwimmt, es sah ein bisschen aus wie Blütenstaub. Bein näherem Hinsehen waren es eher fingernagelgrosse , durchsichtige Scheiben und dazwischen tulpenblütenförmige Quallen, ebenfalls durchsichtig mit zarten , orangenen Streifen. Gefährlich sahen sie nicht aus, also ging ich weiter ins Wasser, unangenehme Körperreaktionen blieben aus. Trotzdem guckt man ja immer weiter ins Wasser und irgendwie wurden es immer mehr Babyquallen, letztlich waren es wohl Milliarden. Bei schnellen Bewegungen fühlte es sich an, als bewege man sich durch eine Suppe voller kleiner Gelatineplättchen- nicht sooo angenehm . Also zum kurzen abkühlen still stehen und dann schnell wieder raus, bzw. langsam .

Angenlich stammen die Tierchen aus dem Süden und sind durch den Windrichtungswechsel nach Norden geschwemmt worden. Das Besondere an diesen Miniquallen ist, dass sie phosphoreszieren. Wenn man in einer dunklen Nacht durchs Wasser läuft, zieht man einen neongrünen Schleier hinter sich her- würden wir nicht abfahren, müsste ich das unbedingt ausprobieren-schade!

In Constanta, der grössten Hafenstadt am schwarzen Meer , machten wir zwecks Stadtbesichtigung halt.

Die Stadtgeschichte geht bis in die vorchristliche Römerzeit, bis etwa 400v.C. zurück. Viele Ausgrabungen zeugen von der römischen Vergangenheit, zwei ganze Strassenzüge wurden freigelegt und hier befindet sich auch die grösste zusammenhängende Mosaikfläche Europas. Römische Grabsteine mit einer Kurzbiografie des /der Verstorbenen stehen ebenso wie Krüge, Friese..... auf mehreren Freiflächen oder in Parks der Stadt. Mitten auf dem Hauptplatz der Altstadt steht eine Statue des Dichters Ovid, der von Kaiser Augustus hierher verbannt worden war und sich mit der neuen "Heimat" niemals wirklich anfreunden konnte. 

Altstadt findet man hier im wahrsten Sinne des Wortes. Noch erkennt man wunderschöne alte Villen, aber ob ein Großteil hiervon noch zu retten ist bezweifeln wir ein bisschen. Es ist wirklich ein Jammer, was hier an alter Bausbstanz kaputt geht. Bemühungen einige Häuser zu retten werden gemacht, aber die Menge der renovierungsbedürftigen Häuser ist einfach zu gross und das Geld knapp, bzw. es wird an anderer Stelle für Wichtigeres benötigt.  

Ein wirklich erhaltungswürdiges Gebäude ist zb das Casino. Es wurde vor vielen Jahren geschlossen , mal kurz als Restaurant betrieben, aber auch wieder geschlossen. Nun versucht man ausländische Investoren zu bekommen, aber vielleicht hat man zu lange gewartet, denn auch dieses grosse, wunderschöne Gebäude, das auch in seinem Verfall touristischer Anziehungspunkt ist, bröckelt leise vor sich hin. 

Natürlich gibt es hier auch interessante Kirchen verschiedener Glaubensrichtungen, Museen und viele viele Restaurants und Strassen Cafés, aber es bleibt noch sehr viel zu tun, um die Stadt wirklich attraktiv zu machen. 

Von Constanta aus nach Süden passiert man die Badeorte Venus, Saturn, Jupiter und noch ein wenig weiter landet man in Vama Vecche. Leider gibt es den Campingplatz den wir ansteuern wollten gar nicht, und ein anderer, wunderschöner liess sich wegen der misersblen Strassenverhältnisse leider nicht anfahren (da bräuchten wir schon ein Geländefahrzeug).

Nun stehen wir einfach so, direkt an der Steilküste am Meer , in der Nähe noch ein paar Womos und VW Busse. In der Ferne sehen und hören bis hier herauf das berüchtigte Nachtleben von Vama Vecche.

Ingrid und Artur Small

Corbu (beach)

Sonne, und das blieb auch den ganzen Tag so ☺. 

Inzwischen nehmen wir es ja sportlich mit dem Wetter und haben schon angedacht, ob wir uns buchen lassen sollen. Falls irgendwo Regen benötigt wird, könnte man uns einladen. -Aber jetzt ist es ja schön!

Schon als wir aufstanden herrschte unten am Strand reges Treiben- eine Musikvideoproduktion sollte dort gedreht werden, aber zunächst dauerte es Stunden, bis die Technik stand und funktionierte.

Verschiedene grosse Würfel und Quader, die spätet als Tanzfläche dienen sollten standen im Sand, sechs Frauen feilten noch an den letzten Tanzschritten. 

Die eigentlichen Filmaufnahmen dauerten etwa sechs Stunden lang, ziemlich harte Arbeit in der prallen Sonne, direkt am Strand. Da wird sich manch einer einen kräftigen Sonnenbrand geholt haben. 

Während unten am Strand die Musik dröhnte, donnerten plötzlich in unserem Rücken schwerer Geschützlärm. Auch aus dem Norden, aus Richtung Delta her dröhnte es zu uns rüber. Ein wenig beunruhigend klang das schon-die Ukraine ist ja nur einen Katzensprung entfernt und was sich sich dort tut wissen wir aktuell gar nicht. Weil aber alle anderen Leute ruhig blieben, gehen wir von einem Manöver in der näheren Umgebung aus. Aber größer können die Gegensätze kaum sein.

Wir saßen jedenfalls gemütlich auf unserer Aussichtsterasse in der Sonne und hatten mit unserem Fernglas einen wunderbaren Blick auf das Geschehen.  

Gegen Abend wurde abgebaut und erst , als etwa zwei Stunden später die gleiche Musik wieder ertönte, stellten wir fest, dass der ganze Technikkram etwa 500m weiter, diesmal oberhalb des Strandes wieder aufgebaut worden war und die Produktion weitergeht. 

Unser Tag war schön und faul: viel gucken, viel lesen und zur Krönung ein Bad im schwarzen Meer. Warum schwarz weiss ich nicht , heute war es eher grünlich.  

Und immer sind die Leuten äusserst freundlich. Gestern fuhr eine Frau zum Einkaufen und fragte beim Platzwart, ob er wüsste, ob sie uns etwas mitbringen könnte, und heute wurde Artur beim Wäsche waschen angeboten, unsere Sachen mitzuwaschen, sie sei sowieso grade dabei.

Es ist wirklich besonders schön und entspannend hier, nur die Abende werden durch die Mücken ein bisschen versaut. Die sind dermaßen ausgehungert, dass man das Gefühl hat, ein Kampfgeschwader rückt an. Autan ignorieren sie völlig, es bleibt dann nur ein geordneter Rückzug ins  Womo

Ingrid und Artur Small

Corbu (beach)

Na zumindest konnten wir in der Sonne frühstücken und noch eine Weile in der Sonne rumliegen und faulenzen.

Natürlich wsr diese freude nur zeitlich begrenzt, denn schnell zog es sich zu, begann zu donnern und dann kam schon der nächste Wolkenbruch. 

Erst gegen nachmittag wurde es besser und eir machten uns zj eindm strandspaziergang auf. Ein hetdinkommender fischer, der in einer klassischen fischerhütte unten am strand lebt, hatte keinen fang an bord, entweder er hst drsussrn nuf seine netzte ausgehängt, oder ihm ist kein Fisch ins Netz gegangen.

Wir gingen weit am Strand entlang, in der Ferne sahen wir Raffinerie- und Hafenanlagen von Constanta. Auf einer Art Deich, die als Küstenschutz dient, liefen wir ein ganzes Stück entlang, entdeckten am Küstensaum noch einige deutsche Flak Stellungen und auf dem Rückweg, ganz in ein Gespräch vertieft, machte Artur plötzlich einen Satz und stiess ein unverständliches "uahä"aus. Grund hierfür war eine Schlange die auf dem Weg lag und auf die er fast getreten wäre. Böse züngelte sie uns an und schlängelte sich nach einiger Zeit davon, wobei wir eine Länge von etwa 1m schätzten.

Welcher Art sie nun zugehörig war, konnten wir auch vom Campingplatzbetreiber nicht erfahren, jedenfalls nichts Gefährliches, für einen großen Schreck reichte es allemal. Aber, so erklärte er uns, das gesamte Gelände hier gehört seit einiger Zeit zum UNESCO Weltnaturerbe, daher Schutzzone und reich an vielen verschiedenen Tieren. So nisten in der Steilwand unter uns nicht nur Uferschwalben, sondern dort leben auch Schildkröten (die grossen Löcher sind die Eingänge zu ihren Höhlen), die gelegentlich auch hier hochkrabbeln. 

Ausser der vielfältigen Vogelwelt leben im Meer Delfine, die in direkter Strandnähe jagen und sich von Badegästen oder Motorbooten nicht irritieren lassen. Mehrere Delfinbeobachtungen hat er gefilmt und kam am Abend zu uns, um sie uns zu zeigen. Viel interessantes hatte er nebenbei zu berichten und anhand der Videos bekamen wir einen guten Einblick wie es hier zur Hauptsaison zugeht, bzw zuging. 

Bis zum vergangenen Sommer war der ganze Strand mit Zelten, Wohnwagen etc. belegt, es wurde über Wochen wild gecampt, für Leute mit geringerem Einkommen, eine gute Möglichkeit einen günstigen Urlaub am Meer zu verbringen. Weil das aber immer mehr zunahm und unangenehme Begleiterscheinungen hatte, drängte man von UNESCO Seite auf sofortige Einstellung des wilden Campierens. Inzwischen wurden an einigen Stellen Schranken aufgestellt, aber wer will, findet seinen Weg zum Strand, das haben wir gestern ja gesehen.  

Aktuell stehen direkt unter uns drei Wohnwagen mit Vorzelt und es sieht aus, als beabsichtigten sie, länger zu bleiben. Gelegentlich finden Kontrollen statt, die Strafe für unerlaubtes Campen beträgt 70Lei, keine 2 Euro.

Den Campingplatz gibt es erst seit zwei Jahren und tritt auch noch in keinem Campingführer in Erscheinung

Ingrid und Artur Small

Corbu (beach)

"Zerplatzende Kohlesäurebläschen " auf dem Womo weckten uns zeitig und signalisierten gleichzeitig, "ruhig weiterschlafen, ihr versäumt nichts". Tatsächlich schliefen wir so lange, bis das Wetter sich besserte und wir draußen frühstücken konnten. Aber insgesamt war es nicht so warm und schön, dass wir noch einen Tag hier verbringen wollten.

Heutiges Ziel war ein Strand nördlich von Constanta, wo es wenig touristisch und der Strand, bzw. der Küstenstreifen noch naturbelassen sein soll. 

Unterwegs machten wir einen kurzen Abstecher durch Babadag nach Enisala. Hier stehen die Ruinen einer Festungsanlage aus dem 14. Jahrhundert, die von von Kaufleuten aus Genua zur Überwachung der Wasser- und Landwege auf einer Hügelkuppe gebaut wurde. Von oben hat man einen guten Rundumblick auf See und das Binnenland mit den riesigen Getreidefeldern, den Uferstreifen, der reetbewachsen auch in Ostfriesland liegen könnte , die teils felsigen Hügel auf denen noch die Terassen des früheren Weinbauszu erkennen sind und den Lacul Razim, den grössten See Rumäniens . Die Ruine selbst ist wenig spektakulär, von unten ist sie eindrucksvoller als von innen. 

Hingegen die Fahrt durch den Ort Babadag versetzt einen in eine ganz andere Welt. Zunächst einmal ein äusserst trostloser Ort mit vielen Plattenbauten aus sozialistischen Zeiten, alles ziemlich runtergekommen. 

Hier leben seit dem 13. Jahrhundert eine grosse Anzahl Türken, die zusammen mit den ansässigen Roma, der Stadt ein ganz eigenes Erscheinungsbild geben. Lange Röcke, bunte Farben, viele Tücher, dunkle Augen, schwarze Haare und glänzender Goldschmuck bei den Frauen, die Männer sitzen zusammen, viele Kinder quirlen durch die Strassen- alles zusammen ergibt es ein ganz anderes Strassenbild als in anderen Städten.

FAST OHNE Regen fuhren wir über sehr gute Straßen, zwischen riesigen, blühenden Sonnenblumenfeldern hindurch, bis kurz vor Constanta, wo wir Richtung Strand abbiegen mussten und die Strasse zum Feldweg wurde. 

Wir schauten uns mehrere steile Abfahrten zum Strand hinunter an, aber alle sahen für uns nicht gut zu befahren aus, so dass wir oberhalb der Steilküste blieben und nun auf einem völlig unbekannten kleinen Campingplatz stehen, Blick aufs Meer, das Rauschen der Wellen im Ohr.

Etappenziel "schwarzes Meer"erreicht!

Natürlich machten wir noch einen Strandspaziergang, entdeckten Berge von riesigen, wunderschönen Schneckenhäusern in unterschiedlichen Farben, und noch mehr Muscheln, die einen dicken Teppich an der Wasserkante bilden. (Hiermit ist auch der Weg befestigt ). Das Wasser ist recht warm, schätzungsweise 22°C und der Sand dunkelgrau.

Und am späten Abend, man glaubt es kaum: schweres Gewitter mit unglaublichen Blitzen und Donnerschlägen die den Boden beben liessen.

Morgen, ja morgen wird das Wetter besser, 32°C , Sonne und strahlend blauer Himmel.

Auf den abgemähten Getreidefeldern tummeln sich übrigens die Störche zuhauf und warten (vermutlich) auf  Mäusebeute.

Ingrid und Artur Small

Murighiol (Donaudelta)

  • Missing
    Hartmut hat am kommentiert:

    Hallo ihr 2, immer noch Regen?????? Genießt ihn hier sind puh!!!!! Grad! Der pool hat knapp 29 Grad (Kinderbadetempertur oder ist das schon zu heiß?) Die Solardusche ist mit 48 Grad die Krönung (Frau Sommer).
    Gruß Hartmut

  • Missing
    Hartmut hat am kommentiert:

    Hallo ihr 2, immer noch Regen?????? Genießt ihn hier sind puh!!!!! Grad! Der pool hat knapp 29 Grad (Kinderbadetempertur oder ist das schon zu heiß?) Die Solardusche ist mit 48 Grad die Krönung (Frau Sommer).
    Gruß Hartmut

Ingrid und Artur Small

Murighiol (Donaudelta)

Frühstück draußen in der Sonne, ich glaube, wir können diese Tage zählen.  Und weil es so schön war, trödelten wir ziemlich rum, ehe wir uns auf die Piste begaben.

Lange hatten wir hin und her überlegt, ob wir Budapest oder das Donaudelta ansteuern sollten, für beides reicht unsere Zeit nicht (ja, ja, ich weiss,  Luxusprobleme), aber es liegt noch so viel interessantes vor uns, dass wir uns entscheiden müssen. Städte hatten wir genug, jetzt tauchen wir mal in die Natur ein. 

Etwas gewöhnungsbedürftig ist sie ja schon die rümänische Autobahn, manchmal hält ein Auto schnell mal an und lässt Leute aussteigen oder es tauchen urplötzlich Frauen aus dem Wald auf, schwer beladen mit Bruchholz, und wollen die Autobahn überqueren.  Aber man kommt gut voran. Kurz vor Bukarest ist der Spaß dann vorbei und man muss sich durch die stadt quälen, wobei man hin und wieder denkt


Ingrid und Artur Small

Curtea de Arges

Frühmorgens, na was wohl, Regen! Da lohnte sich das Aufstehen erst sehr spät. Nach dem Frühstück machten wir uns zu einer kleineren "Bergexpedition"auf, aber als wir etwa 1/3 des Berges erklommen hatten, ähnelte der Weg mehr einem Ziegenpfad, als einem auch nur  einigermaßen passablen  Weg. Da es durch den Regen auch extrem rutschig war, kehrten wir lieber um. Und ausserdem war mir die Höhe direkt am Hang auch nicht recht geheuer. 

Also wieder runter und auf der anderen Talseite ein kleines Stück wieder hoch. Von hier aus hatten wir ganz kurz einen guten Blick auf die Straße, aber schon kam wieder eine Nebelwand den Berg hinaufgekrochen und schluckte innerhalb weniger Minuten alles in sich hinein. Da der Nebel genauso schnell geht und wieder talwärts zieht, warteten wir ein Weile, hörten nur Stimmen aus dem Nebel und konnten nichts sehen. Weil wir ja so unglaubliches Glück mit dem Wetter haben, blieb der Nebel und wir tasteten uns in eine Berghütte zurück, wo wir erstmal einen Kaffee tranken. 

Immernoch  durch den Nebel erreichten wir das Womo und machten uns startklar für die 800m Fahrt durch den Tunnel. Neben dem Tunneleingang hatten wir die Nacht verbracht und gestern Abend den eigenartigen Geräuschen gelauscht, wenn ein Auto oder Motorrad in den Tunnel fährt oder ihn verläßt. Es hört sich an, als säße im Tunnel ein Drache, der zunächst nur leise brummt, dann beginnt zu grollen und zu fauchen, sich schliesslich zu einem Brüllen steigert und dann-ein kleines Motorrad ausspuckt. Es ist ziemlich verblüffend. 

Der Tunnel selbst ist einer der Gruseligen- zweispurig, rohe Felswände und kaum Beleuchtung, man ist froh, wenn man durch ist. 

Auf der anderen Seite, so hatte man uns angekündigt, sei das Wetter deutlich besser. Bei uns irgendwie nicht! Bei Nieselregen und mehr , fuhren wir die Südseite der Transfagarasan hinab, die vom Gefühl noch weniger gesichert ist als die Nordseite. Oder vielleicht empfindet man es nur so, weil der Abgrund nicht nur an der Seite, sondern auch direkt vor einem liegt.

Kurz wurden wir von einer Schafherde aufgehalten , die die Strasse querten, sonst war ich froh, als wir unten angekommen waren. Aber hier ging der Regen so richtig los. Wir wissen nicht, wann wir jemals so etwas erlebt haben, Dauerregen von unglaublicher Intensität. Die Bäche konnten das Wasser gar nicht fassen, Sturzbäche kamen die Hänge heruntergeschossen, brachten grosse Mengen Waldboden mit, liefen quer über die Strasse und ins Tal hina rissen auf dem Weg gleich ein  wenig vom Unterbau der Strasse mit und unterspülten sie. Ob die Bäume in dem aufgeweichten Boden noch besonders fest standen lässt sich schwer sagen. Viele viele Kilometer ging der Weg sehr kurvenreich duch wunderbaren Wald am Ufer eines der grössten Stauseen Rumäniens entlang, dem Lac Vidradu. An der Staumauer angekommen schwenkten wir auf einen Parkplatz ein, der schon total unter Wasser stand. Während wir etwas assen , Kaffee tranken und Leute beobachteten liess der Regen tatsächlich etwas nach, so dass wir uns nach draußen trauten. Wir haben ja unseren schönen, roten Schirm und meine Füsse hatte ich schon am Morgen in Plastiktüten Gr. 39 gesteckt, da meine Schuhe vom gestrigen Regengang noch klitschnass waren. 

Leider fehlte auch an diesem Staudamm eine Hinweistafel zu den technischen Daten, wie Höhe, Inbetriebnahme, etc. Eindrucksvoll ist der Damm schon, aber sehr vertrauenserweckend sieht er nicht an allen Stellen aus! Löcher im Weg über den Damm, Baustahl, der aus den Wänden kommt, verstopfte Abfllüsse, die das Regenwasser zu Seen anschwellen lassen und das dann völlig unkontrolliert irgendwo abfließt.

Unser heutiges Ziel für die Übernachtung war ein Campingplatz am Rande von Curtea de Arges, Camping Arges, wo  man am Ortseingang von Dr. Oetker begrüsst wird. Auch "Fuchs Gewürze" und Steinl Leuchten werden hier produziert. 

Ja und hier versagte unser Navi komplett.  Zunächst kannte es die Adresse nicht, dirigierte uns dann per Koordinaten über Feldwege , in Sackgassen und meldete schliesslich "bitte verlassen sie die Straße ". Inzwischen hatte ich auch festgestellt,  dass es die Koordinaten willkürlich veränderte, so dass wir die wenigen Menschen fragten, denen wir begegneten. Alle hilfsbereit, aber nicht immer hilfreich, schickten sie uns doch kreuz und quer durch die Gegend (auch hier besteht bei vielen  eine rechts/links Schwäche)-aber irgendwann kamen wir an. Wieder ein "umgebauter" Garten, einige Holzhütten, sehr nett und idyllisch. Vorwiegend kommen Motorradfahrer her, denn der Besitzer bietet Enduros zur Vermietung und auch geführte Touren durch die Wälder an.Aber auch als Womo Fahrer ist man hier gut aufgehoben.

  • Missing
    Gaby Ernst hat am kommentiert:

    Hi Ingrid u. Artur! Wir haben uns an der Mocanita kennengelernt-die Frau mit dem roten Kleinstwomo;-)Lese ganz gespannt, wie es bei euch weitergeht.In Cluj waren wir wohl auf dem gleichen Camp. Mich hat es noch nach Simleul Silvanei, Sacueni, Baile Felix-dort habe ich die seltenen Lotusblüten angeschaut- Arad, Timisoara, Sannicolau Mare, Budapest Erd, Tata, Pannonhalma, Fertöd,Sopron u.Passau verschlagen.Superschön! Plane gerade 4 W. Sizillien ab Ende August. Wünsche euch noch ganz viele Wow-Momente auf euren Reisen u. lese weiter fleißig mit. Viele liebe Grüße aus dem Westerwald! Gaby

Ingrid und Artur Small

Balea Pass (Transfaragasan )

Strahlender Sonnenschein, Frühstück draußen, trödeln und die Sonne genießen, so starteten wir heute in den Tag.  

Nach einem langen Plausch mit dem Campingplatzbetreiber verabschiedeten wir uns schließlich Richtung Osten, zum Anfang der Transfaragasan, eine der schönsten Hochgebirgsstrassen der Welt, wie es heisst. Die Straße verbindet Transilvanien mit der Walachei, allerdings nur von Anfang Juli bis Ende Oktober, da dann das Wetter einigermaßen berechenbar ist. 

Die Strasse ist in einem recht guten Zustand , gut befahrbar und schlängelt sich in unzähligen Kurven durch eine traumhafte Berglandschaft. An jeder Kehre bieten sich neue, atemberaubende Blicke und wäre die Strecke besser gesichert, könnte man mit weniger Herzklopfen hinauf fahren, nur an wenige Stellen ist die Straße gut gesichert.

Zunächst führt die Strasse steil bergan durch dichte Wälder, bis zur Talstation der Seilbahn. Danach lichtet sich der Wald und es öffnet sich ein riesiger Bergkessel in dessen Mitte sich die Strasse über Brücken, durch Kehren nach oben schlängelt. Dieses Stück der Strecke heißt "Strasse in die Wolken". 

An einer Parkbucht stiegen wir aus, und als wir den Hang hinunterschauten entdeckten wir nicht wie erwartet eine Schafherde, sondern eine 15 köpfige Schweinefamilie, die dort herumstromerte.

 So arbeitet man sich, also wir, im 2. Gang bis zum Balea Pass auf 2043m hoch. Oben angekommen hat man die Wahl, durch drn Tunnel auf die Südseite, oder links oder rechts der Straße zu parken. Links geschottert und sehr großer Parkplatz, rechts kleiner, aber dafür asphaltiert. Der Preis ist der gleiche (15 Lei, also etwa 3,40 EUR), egal wie lange man bleibt, also auch über Nacht. Und das haben wir auch so vor. Erstmal haben wir das Womo schön geparkt und dann raus, die Gegend erkunden. Aber was passiert in dem Augenblick.? Richtig, es fängt an zu regnen. Also wieder mal die Regenklamotten in Gebrauch genommen. Dann ab zum Lac Balea (ein kleiner Bergsee) und das durch Schneefelder. Eigentlich wollten wir noch eine kleine Wanderung machen, aber angesichts des schlechten Wetters mit erhöhter Rutschgefahr haben wir das sein lassen. Vielleicht morgen nach dem Frühstück?! 

Links und rechts der Straße gibt es jede Menge Buden, die den üblichen touristischen Schnickschnack verkaufen und auch solche, an denen man seinen mehr oder weniger großen Appetit stillen kann.Interessant könnten vielleicht die unterschiedlichen Sorten Schafskäse und geräucherte Wurst sein ( die Ukraine Wurst ist bald alle). Ausserdem gibt es Honig? selbstgemachte Marmelade und Blaubeeren. Einige Hotels und Restaurants sind natürlich auch vorhanden und nicht zu vergessen die Bergstation der Seilbahn. Eine Berg- und eine Talfahrt kosten jeweils 25,00 Lei, also für zweimal 3700 m. Ähnliche Bahnen kosten in D oder A mindestens das 3 bis 4fache. Allerdings lohnt die Fahrt kaum, da man vom Auto oder von den Parkbuchten aus die gleichen phantastischen Ausblicke hat. Während der Sperrzeit für die Straße ist aber die Seilbahn alternativlos.


Spannend ist es, das Wetter zu beobachten. Nach unserer Ankunft hat es ja erstmal für 1,5 bis 2 Stunden recht kräftig geregnet. Alles war wolkenverhangen und die Nebelschwaden zogen an den Berghängen entlang. Die Sicht war teilweise extrem eingeschränkt. Dann plötzlich hört der Regen auf und fast in sekundenschnelle klart es auf. Kurze Zeit später geht das Spiel wieder von vorne los. Wir sind sehr gespannt, bei welchen Wetterverhältnissen wir morgen Früh hier aufwachen werden.

Ingrid und Artur Small

Cisnadiora

Eigentlich wollten wir heute eine längere Fusstour in die Berge machen,  haben uns aber mit verschiedenen Leuten  hier auf dem Platz festgequatscht,  so dass es ziemlich spät wurde, wir kurzerhand umdisponierten und im Ort zur Michelsburg hinaufstiegen. Nach dieser Kirchenburg aus dem 13. Jahrhundert ist auch der Ort, gleich unterhalb des Campingplatzes benannt. Hier wohnen die deutschen Besitzer und können viel Interessantes über Land und Leute erzählen.  Das Dorf ist nicht an  das öffentliche Wassernetz angeschlossen, alle Haushalte fangen Regenwasser auf und für absolute Notzeiten gibt es mehrere öffentliche Brunnen im Dorf.

Im Kartenhäuschen sass niemand, also liefen wir weiter und trafen auf halber Strecke die alte Dame, die für tickets, die Öffnung und das ganze drumherum zuständig ist. Sie kassierte und überreichte uns den Schlüssel für die Burg. Ja toll, die Schlüsselgewalt über eine Kirchenburg hatte ich auch noch nie! ☺ Die Kirche selbst stammt aus dem 13. Jahrhundert und wurde seitdem nicht grossartig verändert , unbestuhlt, schmucklos und mächtig steht sie auf der Bergkuppe. Es gibt noch eine nette Geschichte,  man weiß nicht, ob sie stimmt: im Mittelalter mußten junge, heiratswillige Männer eine grossen runden Feldstein zur Burg hinauf tragen. Der Stein wurde im Falle eines Angriffs gegen die Feinde hinabgerollt. Man brauchte also viele heirstswillige Männer .

Auf dem Weg nach unten trafen wir die alte Dame auf halber Höhe und kamen ins Gespräch mit ihr. Ja, nun hatten wir endlich mal eine echte Siebenbürgerin, die natürlich auch in ihrem Dialekt sprach. Für uns strengte sie sich an deutlich zu sprechen, aber während eines telefonatsm das sie führte, hörten wir die ursprüngliche Sprache, schwer zu verstehen. Sie erzählte uns, dass fast ihre gesamte Familie im laufe der jahre, did letzten navh der wende, rumänien in richtung Deutschland vetlassen haben. Sie lebt mit etwa 100 Siebenbürgenern in Cisnadiora, was eine recht große Zahl ist. Auch sie schimpfte auf die Zigeuner, die die "leerstehenden Häuser in Besitz nehmen, alles verkommen lassen, im Winter die Fussböden und Türen verheizen und dann das nächste Haus beziehen". Im Ort selbst funktioniert das Zusammenleben nach wie vor problemlos. Die Roma leben im Nachbardorf und kommen, um Pilze, Früchte, etc zu verkaufen, ausserdem kümmern sie sich seit altersher um das Vieh. 

Von dort aus wanderten wir durch die alten Streuobstwiesen in den nächsten Ort, Cisnadie . Teils sind die Bäume abgestorben oder benötigen dringend Pflege, aber da das Obst nicht der EU Norm entspricht, lässt sich damit kein Geld verdienen, so dass wertvolle Pflanzungen mit alten Sorten verwildern. Weiter oben in den Bergen gibt es noch Obstwälder, angelegt und gepflegt vor langer Zeit. 

Durch die Obstgärten zieht jetzt ein Schäfer mit seiner Herde. Das Blöken der Schafe hörten wir schon von Weitem, aber als wir näher kamen, tauchten auch die 4 Herdenschutzhunde auf. Sie bellten natürlich ordentlich und stellten sich zwischen uns und die Herde. Da wir nur langsam näher kamen und die Herde weiterzog, gab es keine Probleme.  

Diese rumänischen Herdenschutzhunde halten sich nicht wie die "italienischen " innerhalb der Herde auf, sondern sichern sozusagen die äusseren Bereiche. Es kann sein, dass sie mehrere hundert Meter von der Herde entfernt sind, aber alles im Blick haben. Ausgewachsen und 100%ig einsatzfähig, dann auch geeignet für die Auseinandersetzung mit Bären, sind die Hunde mit 3 Jahren, dann sind sie auch sicher in der Zusammenarbeit mit den anderen Hunden. Bis dahin "laufen sie einfach mit" und lernen.  

Je nach Höhenlage in der sich die Hunde vorwiegend aufhalten, unterscheiden sie sich in ihrem Körperbau, also der Masse, und dem Fell. 

Cisnadie ist ein hübscher kleiner Ort mit einer Kirchenburg, die in den Ortskern verwachsen scheint. Die romanische Kirche baute man im 15. Jahrhundert zur Kirchenburg um. Die Aussenseite der Befestigungsanlage hat man im 19 . Jahrhundert verbreitert, indem man den Wassergraben zugeschüttet hat und kleine Geschäfte in die Aussenmauer integrierte. 

Im Inneren der Kirche gibt es eine Geheimkammer in der über viele Jahre hinweg der Kirchenschatz eingemauert war. 

Für den Rückweg kauften wir uns zur Stärkung Gogosi, gefüllte Teigtaschen. Das ist ein Hefeteigfladen, gefüllt zb mit Schafskäse, zusammengeklappt und in Fett ausgebacken- etwas wuchtig, aber total lecker. 

Auf dem Rückweg begegneten wir einer anderen Schafherde, die diesmal von dunklen Hunden beschützt wurde. 

Und weil das Wetter so schön war, und es heute keinen Tropfen geregnet hat, konnten wir den Abend recht lange draussen  geniessen. 

Ingrid und Artur Small

Sibiu (ehem. Hermannstadt )

Heute morgen konnten wir unseren Ohren kaum trauen- Ruhe, keine Regentropfen auf dem Dach, und beim hinaussehen-hellgrauer Himmel. 

Heute wollten wir uns noch den oberen Teil der Altstadt ansehen, die man über die sog. Schülertreppe erreicht, eine Treppe mit etwa 180 Stufen zur oben gelegenen Schule. Ein mitleidiger Schulleiter hat Mitte des 17. Jahrhunderts die Treppe überdacht, um die Schüler vor den Unbilden des Wetters zu schützen. 

Oben gibt es besagte Schule, ein "teoretisches Gymnasium "(was darunter zu verstehen ist wissen wir auch nicht), eine evangelische Kirche und den passenden Friedhof. Nur noch hin und wieder finden hier Beerdigungen statt, die evangelische Gemeinde stirbt langsam aus. Es ist aber sehr interessant über den Friedhof zu gehen und die Inschriften auf den Grabsteinen zu lesen-ausschliesslich deutsche Namen, die ältesten Grabsteine reichen bis ins 17. Jahrhundert zurück. Angegeben ist nicht nur der Name, Geburts-und Todestag, sondern auch der Beruf, viele davon gibt es heute gar nicht mehr, zb. Fassbinder oder Rotgerber. 

Auf dem Rückweg kämpfte sich doch tatsächlich die Sonne durch die Wolken und augenblicklich wurde es warm. Wir gingen noch einmal in die Bäckerei in der wir schon gestern ein halbes Brot gekauft hatten. Es hat so gut geschmeckt, dass wir gleich noch ein ganzes kauften, die Verkäuferin freute sich sehr , dass es uns so gut geschmeckt hatte. In dieser Bäckerei kann man auch lose Nudeln kaufen.

Womo startklar machen, bezahlen und schnell noch einen Becher Kaffee, und schon festgequatscht mit den Nachbarn, aber gegen Mittag ging es schließlich weiter auf Umwegen Richtung Sibiu/Hermannstadt. Uterwegs besuchten wir noch einige Kirchenburgen, die meist zu Beginn des 15. Jahrhunderts gebaut wurden, um sich gegen feindliche Übergriffe und Angriffe der Türken zu schützen. Zum Teil sind es große Anlagen mit bis zu drei Ringmauern. Im Inneren einiger, zum Teil sehr baufälliger Kirchenburgen fand man große hölzerne Truhen und stellte fest, dass jede Familie des Dorfes eine dieser Truhen besass, dort Wertgegenstände aufbewahrte, aber auch Lebensmittel für etwaige Belagerungen darin gelagerte.

Über abgelegene Strassen fuhren wir durch kleine Dörfer, viele Häuser stehen leer und verfallen-es ist wirklich traurig anzusehen, dass eine ganze Kulturlandschaft, die über viele Jahrhunderte Bestand hatte, einfach verschwindet. Darübet erboste sich auch ein junger Mann, mit dem wir ins Gespräch kamen, denn seit der letzten Ausreisewelle der Siebenbürger Sachsen , gibt es seiner Meining nach acht keine Kultur mehr in der Region. Viele der verlassenen Häuser werden von Zigeunern in Besitz genommen und die wirtschaften sowieso alles runter (das sind die verbreiteten Vorurteile der rumänischen Bevölkerung ).  

Recht spät erreichten wir einen sehr sehr schönen Campingplatz südlich von Sibiu, toll gelegen auf einer Anhöhe mit Blick auf die Wälder und Hänge der Südkarpaten und die örtliche Kirchenburg.

UND DRAUSSEN HÖREN WIR DEN MITTELMEERPFEIFER RUFEN! !!

Ingrid und Artur Small

Sighisoara

Als wir heute morgen kurz mal ein halbes Ohr nach draußen hielten, regnete es immernoch und auch im Verlauf des Morgens hörte es nicht auf.

 Neben uns "wohnen" in einem Renault zwei junge Leute, die uns sooo leid taten, dass wir sie zum Frühstück rüber holten. Beide studieren Produkt Design und schreiben an ihrer Masterarbeit über altes, traditionelles Handwerk. Sie reisen nun hier durch das Land, kundschaften besonders interessante Handwerke aus, knüpfen Kontakt und machen eine Art Kurzpraktikum bei den Handwerkern. Natürlich hatten sie tolle Dinge zu erzählen, zb haben sie ein "lebendes Weltkulturerbe" kennengelernt, wir wussten garnicht, dass es so etwas gibt. Es handelt sich hierbei um einen 80 Jahre alten Mann, der in traditioneller Handarbeit Fellwesten herstellt und bestickt.  

Da die beiden ihren Schirm heute nicht brauchten, rüsteten wir uns damit aus und machten uns auf den kurzen Weg in die Altstadt. Schon nach wenigen Metern passierten wir eine orthodoxe Kathedrale, bei der erstaunlicherweise die Tür offen stand, normalerweise sind diese Kirchen geschlossen. Grund war eine Taufe ,die gerade stattfand. Allerdings war der Rahmen ein ganz anderer als wir ihn kennen. Anwesend waren die Mutter, Großmutter, eine weitere Frau, 2-3 Geschwisterkinder und der Pfarrer. Die Zeremonie ähnelte in ganz groben Zügen der uns bekannten, was uns aber am meisten beeindruckte, war die außerordentlich gute Akustik in der Kirche. Der Pfarrer sprach recht leise und dennoch füllten seine Worte und Gesänge den gesamten Kirchenraum bis hinauf in die riesige Kuppel aus. Ein Gottesdienst in diesem Raum muss besonders beeindruckend sein. 

Weiter ging es durch den Regen in die Altstadt. Schässburg gilt wegen seiner außerordentlich schönen und gut erhaltenen mittelalterlichen Oberstadt als UNESCO-Weltkulturerbe. Als Durchgang in die oberen Gassen durchquert man den sog. Stundturm, in dem ein kleines Museum eingerichtet ist und von dem man , oben angekommen, eine gute Rundumsicht über die Stadt hat-für uns natürlich bei Regen. 

Ach ja, wir haben uns einen schönen, großen, roten Regenschirm gekauft-jetzt kann uns das Wetter mal. 

Auf und ab schlenderten wir durch die Kopfstein gepflasterten Gassen, eine hübscher als die andere-zu Recht nennt man Schässburg auch die "Perle Siebenbürgens". 

Eine Besonderheit hat es mit Schässburg aber doch auf sich und zwar geht man davon aus, dass hier der legendäre Graf Dracula geboren wurde. Sein angebliches Geburtszimmer ( in dem gelben Haus) ist zu besichtigen, ausstaffiert als Gruselkabinett mit Kerzenschein, Sarg und scheusslich schöner Musik- aber das kann man vorher ja nicht wissen, witzig war es aber doch!

Und man glaubt es nicht, im Laufe des Nachmittags ließ der Regen nach und am Abend war es fast trocken. 

Zufällig begann gerade ein Gottesdienst, als wir an der orthodoxen Kirche vorbeikamen, den wir etwa eine Stunde lang verfolgten. Sehr fremd und sehr beeindruckend. Und tatsächlich bekommt man eine kleine Gänsehaut, wenn sich der Weihrauch im Raum verteilt und die mehrstimmigen Gesänge die gesamte Kathedrale füllen

Ingrid und Artur Small

Sighisoara (ehem. Schässburg)

Es ist ein wirklich schönes Geräusch, wenn der Regen auf das Womo trommelt, ein bißchen klingt es wie zerplatzende Kohlesäurebläschen! Beruhigend und einschläfernd,  vielleicht haben wir deshalb bis 9.30 Uhr geschlafen.  Aber um ehrlich zu sein, verpasst haben wir nichts,  denn es regnete genauso wie gestern Vormittag,  gestern Nachmittag, gestern Abend,  heute Nacht, bei Tagesanbruch,  .... . Aber ehrlicherweise muss man sagen, es sieht draußen trotzdem schön aus. 

Na ja, das hiess also, dritter anlauf die Klamm zu durchwandern  fällt aus, stattdessen ging es problemlos den berg rauf und weiter Richtung Sighisoara.  

Und es regnete ununterbrochen

Ingrid und Artur Small

Cheile Tursii

Gestern haben wir uns entschlossen, vor der grossen Wäsche zurück nach cluj zu fahren und auf dem Campingplatz im gras den wassertankdeckel zu suchen. 

Als wir aufwachten regnete es schon wieder und wir fragten uns, wie wir die Wäsche trocken bekommen sollten. Ein blick in die Wetteraussichten verhieß bis zum ende der woche such keine deutliche Besserung. Also stand zurcauswahl entweder aussitzen odercweiterfahren. Da wir wegen des Deckels sowieso unterwegs sein würden, entschlossen wir uns fürs weiterfahren.

Vor der Abfahrt hatten wir noch ein langes Gespräch mit dem Platzbesitzer und seiner Frau, ein etwa 70 jähriges niederländisches Ehepaar, die in Rumänien verschiedene Hilfsprojekte ins Leben gerufen haben und betreuen. So wie dieser Campingplatz, der eines der Hilfsprojekte ist und unter "Hilfe zur Selbsthilfe" läuft. Vor 25 Jahren kaufte er zusammen mit Freunden den das nackte Grundstück und legte in jahrlanger Arbeit zusammen mit Einheimischen (Rumänen, aber auch Sinti und Roma), den Platz an. Die betreiben den Platz, halten das Gelände in Schuss, haben also dauerhaft Arbeit , der Holländer verbringt viel Zeit hier und bespricht die weiteren Arbeiten mit den Leuten. Noch immer trägt der Platz sich nicht selbst, sondern wird immernoch bezuschusst, aber das ist es ihm wert. Ein bewundernswertes Paar, ein tolles Projekt und ein schöner Platz, den man nur wärmstens weiterempfehlen kann. "ELDORADO", in Gilau.

 Schnell waren wir wieder in cluj, da uns das Navi diesmal am Stadtrand entlangführte. Leider war der Kreismäher nicht da, er wechselt sich alle zwri tsge mit einem snderen strategen bei der Arbeit ab. Alle Sucherei war vergeblich, auch in der Rezeption war nichts zu finden, wir erkannten aber, dass ein weiterer kreis gemäht worden war, genau da, wo das womo stand. Wir vermuten nun, dass der "mäher" den Deckel gefunden und eingesteckt hat. Leider ist er telefonisch nicht erreichbar und wohnt such weiter weg-also, deckel abgeschrieben. 

Nun gingen wir verschiedenen Hinweisen nach, um einen Ersatz zu finden: Nissan , Renault hatten natürlich nur passende Deckel für eigene Fahrzeuge. Wir wurden weitergeschickt an eine große Tankstelle, die Universaldeckel haben-passte auch nicht. Einige hundert Meter weiter sei eine Werkstatt, vielleicht dort. Hier wurden unterschiedliche Deckel ausprobiert, keiner passte. Inzwischen waren wir schon soweit einen Sektkorken umzubasteln, aber es kam doch noch der zielführende Hinweis: Baustoffhandlung. Als wir dort auf dem Hof zwischen Ziegelsteinen und Dachziegeln standen zweifelten wir etwas, aber ein netter Herr nahm sich unseres Problems an. Einen Deckel hatte er natürlich auch nicht, aber irgendwie machten wir ihm verständlich, dass wir nur etwas zum Verschließen bräuchten, einen Stopfen oder so.Und nun trafen sich deutsche und rumänische Improvisation!!! Das Ergebnis ist folgendes: ein Schlauchstopfen, etwas zu klein für die Einfüllöffnung wurde mit Isolierband soweit umwickelt, dass er stramm in die Öffnung gedrückt werden kann, und damit man den Stopfen auch wieder herausbekommt, wurde eine Schraube als Griff reingedreht-fertig, und alle sind begeistert. Als Entlohnung reichte dem Herrn unsere Freude (natürlich haben wir es nicht dabei belassen). Also war auch das Problem gelöst.

In der Zwischenzeit reifte auch der Plan für die Weiterreise, richtung süden, aber bevor wir die nächste Stadt ansteuern, mal wieder natur. 

So visierten wir als Ziel "Cheile Tursii" an, eine Schlucht die man durchwandern kann, 300 Meter ragen die Felswände auf, unten fliesst der Fluss. Im unserem Womo Buch wird die Zufahrt/ Abfahrt als ziemlich übel beschrieben, sehr sehr steil und Schotterpiste, nicht für jedes Fahrzeug zu bewältigen, unten aber eine schöne Übernachtungsmöglichkeit. Oben auf dem Plateau warfen wir erstmal einen kritischen Blick auf die Straße und zu unseren großen Freude war sie frisch asphaltiert-steil natürlich immernoch, aber Artur ist überzeugt, wir schaffen den Weg nach oben. 

Nun stehen wir wunderschön auf einer Wiese, zu drei Seiten steigen mittelhohe Hügel an und auf der vierten Seite ragen die Felsen der Schlucht auf.

Unseren ersten Versuch die Schlucht zu durchwandern gaben wir schon nach einigen Minuten auf, denn es begann wieder einmal tüchtig zu regnen. In einer regenpause wollten wir einfach ein paar Schritte gehen und kamen mit Leuten ins Gespräch, die sich hier oben ein ehemaliges Wald-und Wildhüterhaus gekauft haben und es grade renovieren. Wir wurden auch gleich eingeladen das Haus von innen zu besichtigen, sehr schön und rustikal aus ganzen Stämmen gebaut, ein Kamin aus Feldsteinen, die Stromversorgung ist gesichert, einen Wasseranschluss gibt es nicht, an das Grundwasser kommen sie nicht heran, bleibt also nur Regenwasser. Einmal fertig wird es ein wunderschönes Wochenendhaus sein. Da sich die beiden gut hier auskennen, konnten sie uns ein paar gute Wandertips geben.  

Den zweiten Anlauf zur Wanderung brachen wir etwa auf der Hälfte der Strecke ab, zuviel Regen und zu rutschig. Trotzdem bekamen wir einen guten Eindruck von der Klamm, man fühlt sich schon winzig, wenn 300m massives Gestein rechts und links neben einem aufragen.

So bleiben wir also über Nacht und hoffen auf Wetterbesserung. 

Ingrid und Artur Small

Gilau

Heute morgen verblüffte uns der Campingplatzvorsteher. Zum Frühstück tauchte er auf in Gummistiefeln, Hausmeisterkittel, Mütze, Laborbrille , Handschuhen und einem Rasentrimmer,  mähte einen Kreis von ca. 20m Durchmesser neben dem Womo frei, verschwand dann mähend in eine andere Richtung und ward nicht mehr gesehen . Wir machten uns auch schnell davon, zu schnell wie sich am Abend herausstellte,  denn der Verschlussdeckel für den Wassertank liegt noch dort im Gras-doof, die Kurbel für die Stützen haben wir in Ungarn auch schon liegen lassen

Wir parkten in der Stadt und machten noch einen kleinen Rundgang in Ecken,  die wir gestern noch nicht gesehen haben.

Es ist wirklich eine schöne Stadt, sehr attraktiv zum Studieren, mit mehr als 20 Fakultäten, ein Studium ist in mehreren Sprachen möglich.  Im deutschen Kulturhaus, das sich die Pflege der deutschen Sprache und Kultur zur Aufgabe gemacht hat, war niemand anwesend,  gern hätten wir etwas über deren Arbeit erfahren oder mal jemanden dieses alte Deutsch sprechen hören. 

Am Nachmittag fuhren wir weiter nach 

gilau, was wir hier unternehmen, ausser einen waschtag einlegen wissen wir noch nicht genau. 

Jedenfalls stehen wir hier sehr schön, ein richtiger! Campingplatz unter niederländischer Leitung,  mit super Sanitäranlagen und der besagten Waschmaschine für die große Wäsche.  

NANU, WAS IST DENN HIER PASSIERT??


Ingrid und Artur Small

Cluj

Nett wars vor dem Restaurant, zum Abschied tranken wir noch einen Kaffee und machten uns auf die Fahrt nach Cluj-Napoca / Klausenburg. 

Die 100 km dorthin zogen sich ziemlich, denn die Straße ließ an den meisten Stellen eine höhere Geschwindigkeit als 50km/h nicht zu, und auch bei dieser Geschwindigkeit musste die Straße immer im Blick behalten werden, Löcher in denen man problemlos einen Kartoffelsack unterbringen könnte. Landschaftlich sehr reizvoll, hügeliges Gelände, viel Ackerbau, weite Blicke, große Schafherden, natürlich die Pferdefuhrwerke mit ihrer Heulast und darin eingebettet die ganze Familie, Romafrauen am Strassenrand, bunt und stolz, den nordindischen Frauen sehr ähnlich. 

Aus unserem schlauen Buch hatten wir die einzige Campingadresse des Ortes ins Navi eingegeben, wurden auch gut hergeführt und landeten auf einem Platz, der wirklich schön gelegen ist:etwas ausserhalb, schön im Grünen, Blick ins Tal -ABER SANITÄRTECHNISCH EINE KATASTROPHE . In der Platzbeschreibung wurde auf ältere und marode Sanitäreinrichtung hingewiesen, aber was wir vorfanden war unbeschreiblich. Gut, dass wir sozusagen unabhängig sind und nicht diese "Reinigungsanlage" aus den 50iger Jahren benutzen müssen. 

Eigentlich hätten wir gewarnt sein müssen, denn der Platzwart ist mit Sicherheit zu keinerlei Reinigungs-oder Instandsetzungsarbeit fähig, hat er doch genug damit zu tun sich auf den Beinen zu halten. Seine Fahne , schon am Mittag war gewaltig. Freundlicherweise bot er uns seine Taxidienste an, gern würde er uns aus der Stadt abholen, wir müssten ihn nur anrufen. Herzlichen Dank! 

Freundlicherweise nahm uns für die Busfahrt wieder eine Frau unter ihre Fittiche, so dass wir die Innenstadt gut mit dem Bus erreichten.  

Cluj ist eine recht große Stadt, 350 tausend Einwohner, ein Drittel Studierende, daher recht jung und lebhaft, mit einer sehr hübschen Altstadt und interessanten Sehenswürdigkeiten .

Ingrid und Artur Small

Reghin

Keine Wölfe in der Nacht, nur ab und zu ein kläffender Hund. 

Nach dem Frühstück machten wir es uns noch eine schöne, lange Weile auf der "Sonnenterrasse" hinter dem Womo gemütlich. Füße auf die Mauer , Blick ins Tal und auf den gegenüber liegenden Berghang, Sonne von oben und für die Ohren nur der Wind in den Bäumen, leises Gackern der Hühner, ein zufriedenes Grunzen der Schweine, Vogelgezwitscher und das Summen der Bienen- hört sich toll an, oder? Wir saßen einfach nur da in dieser Idylle und dachten, wie schön ist die Welt! 

Gegen Mittag brachen wir aber auf, da wir einen Übernachtungsplatz mit wifi suchten, denn wir wollten mal ausführlich mit Lena sprechen und an diesem wunderbar idyllischen Ort gab es nicht mal ein Handynetz. Sehr schön eigentlich, aber nicht für so aufregende Tage. 

Bei unserem gestrigen Spaziergang hatten wir ein Schild entdeckt, Camping, wifi, alles am See, dort wollte wir hin.Die Fahrt entwickelte sich zwischendurch zum Härtetest für Mensch und Material , riesige Löcher in der Straße wechselten sich an einigen Stellen mit Schotter ab, hohe Kanten mußten geschickt gemeistert und Spiegel ein und ausgeklappt werden-aber unserem Ziel kamen wir nicht näher. Irgenwann gab es kein Schild mehr, der See war zu Ende, nur noch eine Pension mit Restaurant, erreichbar über eine selbstgebaute Brücke aus Baumstämmen und Bohlen. 

Auf dem Rückweg fragten wir noch an anderen Stellen, aber leider war nichts passendes dabei, so dass wir den See ganz verließen und Richtung Siebenbürgen fuhren. 

Unterwegs kauften wir am Strassenrand frisch gesammelte Steinpilze für unser Abendessen, hmmmm. Bezahlt haben wir etwa 5 Euro für ein gutes Kilo! 

Kurz vor Reghin, ehem. sächsisch Regen, ( die Städtenamen werden hier dreifach aufgeführt: rumänisch, ungarisch und deutsch) hielten wir an einem Restaurant am Strassenrand und fragten dort nach einer Übernachtungsmöglichkeit auf dem Parkplatz - ja klar, kein Problem! ! Das Internet reichte sogar bis auf den Parkplatz hinaus. 

Das Städtchen Reghin selbst ist nett, aber man hat schnell alles gesehen. Wer allerdings ein Musikinstrument kaufen möchte, ist hier richtig. Ansässig ist die größte Musikinstrumentenfabrik des Landes, qualitativ hochwertige Instrumente werden direkt ab Fabrik zu kleinsten Preisen verkauft.

Ingrid und Artur Small

Bistrita


Nachdem der gestrige Tag wunderbar warm, schön und sonnig war, begann es in der Nacht wieder zu regnen. Am Morgen, als die Eisenbahnfreunde in Scharen ankamen um einen schönen Tag im Wassertal zu verbringen, war der Regen in einen regelrechten Guss übergegangen.  

Der Himmel war wolkenverhangen, der Dampf der Lokomotiven konnte gar nicht abziehen und mischte sich mit den Nebelschwaden. Für uns sah das nach "bloss weg hier" aus. 40-50 Kilometer durch die Karpaten änderte sich nichts am Wetter, die regenwolken schienen wie festgetackert über den Bergen, nur die Temperatur sank auf 12°C. Es regnete wirklich wie aus Kübeln und die kleinen Bäche neben der Strasse schwollen von einer normalen 2m Breite auf 5m Breite an. Endlich, mit Einfahrt in die Bukovina (Region) , sahen wir den lange erwarteten blauen Streifen am Horizont, der Regen lies nach und hörte schließlich ganz auf. 

In Bistrita machten wir einen Zwischenstopp, um uns die Stadt anzusehen. Vielleicht leiern wir mal eine Städtepartnerschaft zwischen Bistrita und Ganderkesee an, der Strauß und unserer Ganter haben ja einiges gemeinsam. Laut Reiseführer gibt es angeblich nicht viel zu sehen, wir sind da ganz anderer Meinung. Ein Städtchen, das sich mit finanzieller Unterstützung der EU ein richtiges Schmuckstück schafft. Hübsche kleine Strassen mit sehr schön renovierter alter Bausubstanz, eine Fussgängerzone nach der sich manche westliche Stadt die Finger lecken würde, und das ohne Mc doof, deichmann und co. , dafür mit netten Cafés und vielen Bäumen. Die evangelische Kirche wird ebenfalls renoviert und wird dann besonders sehenswert sein, zumal hier viel Arbeit in die Erhaltung der Kirchenbänke aus dem 17. Jahrhundert und anderer Schätze gesteckt wird. 

Weiter ging die Fahrt Richtung Osten in das Bistrita Tal, das in einem Nationalpark mit Stausee endet. Laut Ankündigung auf einer Informationstafel leben hier Wildschweine, Bären , Hirsche und Wölfe. Ein Schild an der Strasse wies den Berg hinauf zu einem Restaurant, irgendwas von Camping stand auch dabei. Wir gingen erstmal zu Fuß hinauf und sondierten das Gelände und die Möglichkeiten hier zu übernachten. Ein Gast übernahm die Übersetzung, ja, kein Problem, wir können uns hinstellen wo wir wollen, einen Übernachtungspreis gibt es nicht, schön wäre es, wenn wir etwas im Restaurant essen. Pastravaria Colibita, Terasa-Restaurant, so heisst es hier offiziell. 

Nun stehen wir wieder mal wunderschön, neben uns gackern die Hühner und Puten (die dürfen hier richtig weit laufen), einige Meter weiter quiekt eine fröhliche Schweinefamilie (und stinkt nicht, weil sie auch weit laufen dürfen), der Hofhund begrüßte uns freundlich und liegt jetzt neben dem Womo. 

Vor dem Essen mussten wir uns noch ein wenig quälen und sind zum Stausee hochgestiegen, steiler Anstieg, aber ein toller Blick in unser Tal und auf den See. 

Zum Abendessen gab es einen leckeren Salat mit Brot, Schwein, bzw. Huhn gebraten mit Bratkartoffeln und zum Nachtisch, mit Quark gefüllter Hefekuchen. Dazu zwei Bier, gekostet hat uns der Spass 15 Euro.  

Vielleicht tapst ja heute Nacht kein Bär herum, sondern es heulen einmal die Wölfe.

Ingrid und Artur Small

Viseu de Sus

Schon während wir uns noch im Bett räckelten wurde es unruhig um uns herum, denn die Eisenbahnfreunde reisten an. Also schnell frühstücken, Picknick einpacken und los. Praktisch, wenn man 20 m neben dem Zug steht /schläft.  

Da zischt und dampft die Lok, dass es eine Freude ist, sie sind wirklich faszinierend diese schwarz roten Ungetüme. Mehrere verschiedenen Wagen waren angehängt, rumänischer Bauart, Wagen der WAB (Wengen AlpenBahn) und halboffene Wagons.  

Und dann ging die Fahrt mit viel Dampf los, ca. 20 km in die Berge hinein, immer neben dem Flüsschen Vaser entlang. 

Bevor man die Bahnstrecke in den 30iger Jahren baute, wurde der Fluss an mehreren Stellen aufgestaut und die Baumstämme aus den Bergen auf diesem Weg bis ins Tal geflösst. 

Bis heute wird die Bahn zum Transport von Baumstämmen benutzt, inzwischen ziehen Dieselloks die schwere Last, aber nebenbei eben auch zu touristischen Zwecken. 

Zunächst führt die Strecke durch Wiesen und d Felder mit sanften Hügeln und Wäldern, neben der Strecke sieht man Leute mit der Sense arbeiten, Heu wenden und Pferdewagen beladen. Später wird das Gelände schroffer und schließlich führt die Strecke durch eine Klamm, Kopf aus dem Fenster strecken nur unter höchster Vorsicht. 

 Wunderbare Mischwälder ziehen sich die Hänge hinauf und trotz der vielen Einschläge sind keine abgeholzten Flächen zu sehen. Es scheint, als wird hier wirklich nachhaltige Holzwirtschaft betrieben. Neben den Bahnstrecke befinden sich Baumschulen, mit Bäumen verschiedener Art und Grösse .

Zwischendurch hält der Zug, um aus einem Bach Wasser aufzunehmen und der Zugbegleiter muss dem Lokomotivführer eine Menge Holz anreichen, es wird nochmal ordentlich eingeheizt und weiter geht die Fahrt bis zur Endstation (für uns), mitten in den Bergen. Hier hat man 1,5 Stunden Zeit, kann etwas essen, ein wenig wandern (Achtung Bären) oder sich in einer kleinen Ausstellung über die Wassertal Bahn informieren. 

Schließlich werden die Passagiere von der Lok zusammengepfiffen und die Rückreise wird angetreten.  

Neben dem Fluss verläuft die Piste für die LKW, die die Bäume aus dem Wald fahren. Gelegentlich ist die Strasse nicht befahrbar, so dass die schweren Wagen gelegentlich auch durch den Fluss fahren.

Zurücknam Womo machten wir eine kleine Kaffeepause und danach einen längeren  Spaziergang an der anderen Seite des Flusses entlang . Dies ist die Strecke auf der die LKW mit den Stämmen aus dem Wald kommen. Lockere Bebauung an der Straße und überall Leute die uns herzlich grüssten. 

Im "Bahnhofsbüro" verlängerten wir unseren Aufenthalt um eine weitere Nacht-ob der Bär nochmal wagt herzukommen? Wir glauben, wir kenn den Weg den er nimmt.

Aber die  Beste Nachricht des Tages kam am Abend und wird hiermit um die Welt geschickt :

  • Missing
    Heike Piero hat am kommentiert:

    Herzliche Glückwünsche, natürlich auch an die Brauteltern

  • Missing
    Lena hat am kommentiert:

    Vielen Dank :)

Ingrid und Artur Small

Sapanta

Sapanta liegt in unmittelbarer Nähe zur Ukraine,   Grenzort ist Sighetu Marmatiei an der Theiss. Für heute hatten wir einen kleinen Ausflug in die Ukraine geplant, mal gucken,  was bei den Nachbarn so los ist.

Das Wetter heute war schon mal äusserst beschheiden, Dauerregen und Wollsockentemperaturen. Das Womo wollten wir heute stehen lassen und fragten unsere "Vetmieterin" nach Busverbindungen in  die Stadt.  Ja, kein Problem und die 4 km an die Hauptstraße zur Bushaltestelle fuhr sie uns auch gleich noch und dort angekommen übergab sie uns an eine Bekannte, die auch in die Stadt wollte. Nachdem wir einige Minuten zu mehreren gewartet hatte, wurden wir zu einem Privatwagen gewunken, der für wenige Lei pro Person sein Auto mit den Wartenden vollpackte und Richtung Stadt fuhr. Die Dame teilte ihm mit, dass wir zur Grenzbrücke wollten, prompt wurden wir direkt dort abgesetzt. 

Vor der Brücke auf rumänischer Seite mussten wir die Ausweise vorzeigen und man wünschte uns eine gute Reise. Nun marschierten wir wieder einmal über eine Brücke, von einem Land in ein anderes, aber nirgendwo gab es in der Mitte einen deutlichen roten Grenzstrich. 

Auf ukrainischer Seite bekamen wir einen Einreisestempel und liefen los Richtung Stadt. Der Ort selbst ist eher klein, früher gab es mal eine große Saline, die aber stillgelegt wurde, jetzt verfällt und als Müllplatz genutzt wird. 

Vielleicht lag es am Regen, aber insgesamt sah alles ein wenig trübe, morbide und verlassen aus. Rund um den Dorfplatz mehrere Geschäfte, Lebensmittel,  Textilien,  Saatgut und Düngemittel, Gemüse und Trauerkränze, Frisör, einige Cafés,  die auch gleichzeitig Restaurants waren.

Wie gesagt, kalt und nass war es und wir wollten gern einen Kaffee trinken.  Leider mussten wir erfahren, dass in der Ukraine keine rümänischen Lei angenommen und auch nicht eingetauscht werden-angeblich weil man keinen Kurs hat. Im Büro für Grenz-und Touristenangelegenheiten bekamen wir den Tip in der Bank Euro zu tauschen.  Glücklicherweise hatten wir noch 5 Euro,  die uns in der Bank in 115 Rubel getauscht wurden. Also wieder nach nebenan und Cappuccino getrunken,  12 rubel pT, kleiner Spaziergang durch die Saline, dann in das andere Café um etwas zu essen. Leider konnten wir die Speisekarte nicht lesen, kyrillisch. Nun zuckten wir hilflos mit den Schultern,  denn essen wollten wir ja etwas und englisch sprach ausser der Touristendame, niemand. Aus den Worten die die Wirtin uns ununterbrochen entgegenwarf, filteten wir eins heraus"Borschtsch", schon mal gehört, Suppe-also ja, Borschtsch. 

Die Räumlichkeiten dort, wie auch im Cafe zuvor, sehr schön, tiptop, westeuropäischer Standart, die Leute allesamt sehr freundlich und  um Verständigung bemüht. 

Obwohl Artur rote Beete hasst, die Suppe war nicht schlecht! Kosten:40 Rubel, also noch immer 45 Rubel übrig. Ich hatte die Vermutung,  dass es hier bestimmt gute Dauerwurst gibt und wir das Restgeld in Naturalien umsetzten können. Wir also in das nächste Lebensmittelgeschäft mit Wursttheke. Gut, dass wir warten mussten, so konnten wir in der Auslage schonmal gucken,  was es so gibt. Ja, ein Ring Knoblauchwurst, sollte 48 Rubel kosten entnahmen wir einem Schild. Als wir dran waren reichte Artur der Verkäuferin das Geld und zeigte auf die Wurst. Da wir ja dachten, 3 Rubel zu wenig zu haben, bedeuteten wir ihr, sie könne ja ein Stück abschneiden.  Nun wurde die Wurst erstmal gewogen und wir bekamen 25 Rubel zurück, also wars wohl der Kilopreis. Die anderen  Kundinnen  im Laden amüsierten sich sehr und kicherten leise vor sich hin. Und uns viel auch nichts anderes ein, als gleich noch eine zweite Wurst zu nehmen - drei Rubel sind jetzt immer noch übrig. Als Erinnerung an das urkainische Wurstabenteuer. Kurz vor der Grenze fiel uns ein, ob es

 evt. Einfuhrbeschränkungen für Wurst gibt? Die ukrainischen Grenzbeamten warfen nur einen halben Blick in unsere Ausweise und stempelten uns wieder aus, den rumänischen Kollegen gefielen unsere vielen Stempel und Visa,  sie blätterten vor und zurück, fragten nach,  die Schlange hinter uns wurde immer länger. Ein Blick auf unsere Reiseverpflegung im Rucksack genügte , um mich mit einem "dawei" weiterzuschicken.


Vor der Brücke auf der rumänischen Seite nahmen wir uns ein Taxi, da es ein ganzes Stück in die Stadt war und es immernoch regnete. 

Es ist ja immer spannend,  wie man sich trotz unterschiedlicher Sprachen doch verständigen kann, jedenfalls kamen wir genau an dem gewünschten Platz an und hatten es nur noch wenige Meter bis ins Museum für die Opfer des Kommunismus.  In dem ehemaligen Gefängnis wird in jeder Zelle ein Thema beleuchtet :Verbrechen an der Bevölkerung, Helden des Widerstandes, Leben im Kommunismus, Deportation,  Rolle des Auslands, etc. Zusätzlich gibt es eine sehr schöne Gedenkkapelle und im Innenhof ein Mahnmal. 

Wie es bei uns so ist, brauchten wir endlos viel Zeit für diese Ausstellung , so dass es schon 18.00 uhr war, als wir endlich fertig waren. Schnell kauften wir noch eine Kleinigkeit ein und dann kam das Problem Rückfahrt :wo fährt der bus?umsteigen? . An der Tankstelle fragten wir nach dem Bus,  ja, Haltestelle auf der anderen Strassenseite.  Dort sass schon eine alte Frau,  die uns sowrit verstand,  dass sie uns mit in den richtigen bus nahm und wir entnahmen ihrer dndlosen rede, dass wir an der zweiten Haltestelle aussteigen und dort den bus nach Sapanta nehmen müssen. In der mitte des buses sass die kassierein, die von uns pP 1,8mLei für die fahrt verlangte. Zunächst hatten wir nur 3 lei, bzw 100, was aber nicht gewechselt werden konnte. Schon griff die alte dame tatsächlich nach ihrem Portemonnaie,  um dias Restgeld für uns zu bezahlen -unglaublich - als artur doch noch genügend Kleingeld zusammenfand. Im ganzen hinteren Teil des busses wurde nun diskutiert,  wie man diese hilflosen azsländer an ihren Bestimmungsort lotsen kann, als sich ein herr bemerkbar machte, wir sollen uns ihm anschließen.  Er stieg mit uns aus und half uns dabei den 100 lei schein zu wechseln. Wieder kam vor dem bus ein privatwagen, den wir durch eine kleine Aufstockung des fahrpreises auch dazu brachten, uns auch noch die strasse hoch bis zum Campingplatz zu fahren. 

Dort standen inzwischen vier Womos, ein Italiene direkt neben uns. Er kam unter seinem auto hervorgekrochen, und als wir fragten,  ob er Probleme mit seinem auto hat, bescherte er uns als Krönung des Tages folgende Erklärung für seine Arbeit am auto:La strada, terribile, radkappen klappern. Er bindet nun die radkappen mit Kabelbinder an der felge an, und zwar durch jedes Loch, sicherheitshalber!  

Wir waren begeistert.  

Am Abend gab es Gulasvhsuppe im Restaurant,  ganz nett, aber die Kabelbinder haben uns mehr begeistert

Ingrid und Artur Small

Sapanta

So schnell wie es gestern abend anfing zu gewittern und heftig zu regnen konnten wir gar nicht gucken. Aber eigentlich war es auch egal, da wir vor den Mücken, die sich vom autan überhaupt nicht beeindrucken ließen, die Flucht ergriffen haben und sowieso drin saßen .

Am Morgen war es zwar trocken, aber wolkenverhangen und recht frisch, und unsere "Haushunde" lagen auch schnell wieder vor der Tür. 

Nach dem Frühstück fuhren wir eine sehr schöne Strecke durch die Berge, teils bewaldet, teils almartig mit Ziegen -und Schafherden, mit wunderbaren Blicken in die weitere Umgebung . Schließlich erreichten wir unserZiel Budesti, waren aber aus dem Dorf schon wieder hinausgefahren, ohne die schöne Holzkirche gesehen zu haben. Also wendeten wir bei nächster Gelegenheit und fragten nach der Kirche, indem ich den Leuten den Fremdenführer mit dem passenden Foto zeigte. Nach kurzer Diskussion einigten sich die Damen auf eine Richtung, so dass wir direkt vor der Kirche parken konnten. 

Die Frauen über 50, recht drall die allermeisten, tragen eine Art Trachtenrock. Das Oberteil ist egal, liegt aber immer sehr eng an, der Rock besteht aus meist dunkelgemustertem Stoff,oft etwas samtartiges, der in endlos viele Falten gelegt wurde, kurz über dem Knie endet, ziemlich aufträgt und beim Gehen in alle Richtungen wippt und schwingt . An den Beinen tragen die Damen entweder dezent gemusterte Strumpfhosen, oder nur Socken, die Füße stecken in Gummischuhen (vielleicht nur heute, da es so geregnet hat) oder auch Gummistiefel. Abgerundet wird die ganze Erscheinung mit einem bunten Kopftuch .

Die Männer sind aber auch nicht ohne, sie tragen ein Strohhütchen, das oben auf dem Kopf sitzt, mit bunten Bändern geschmückt ist und mit einem Gummiband , das vor den Ohren entlang zum Nacken geführt wird, gehalten wird-stimmt, hat was von Karneval, die Herren tragen es aber mit Stolz. 

Die Kirche von Budesti, steht so wie die meisten Holzkirchen in der Maramures (so heißt die Region hier) auf der Liste des UNESCO Weltkulturerbes. Sie stammt aus der Mitte des 17. Jahrhunderts, gebaut aus Eichenstämmen, ohne Nägel oder Schrauben. 

Da die Kirche nicht immer geöffnet ist, hängen an der Tür verschiedene Telefonnummern, dort ruft man an und jemand kommt und schließt auf. Wir waren zunächst etwas erstaunt, als wir sahen, dass auf dem Boden eine dicke Schicht Teppiche und gefilzte Decken lagen und waren schon drauf und dran die Schuhe auszuziehen, was aber nicht nötig war. 

Es handelt sich hier um eine orthodoxe Kirche, die älteren Herrschaften können auf einigen Bänken an der Seite Platz nehmen, die Jüngeren stehen, bzw. knien, dafür die Decken. Die Wände zeigen wunderschöne und äusserst gut erhaltene Wandmalereien, direkt auf das Holz gemalt, überall hängen Ikonen und bestickte Schals und an den Seiten stehen Prozessionstandarten mit Abbildungen der Heiligen, ein wenig Licht fällt durch die kleinen Fenster ins Innere der Kirche.Das viele Holz,  die schönen Farben der Malereien,  die kuscheligen Decken auf dem Boden und den Bänken-eine Kirche zum Wohlfühlen.

Auf dem Weg durchs Dorf entdeckten wir wunderschöne, grosse, geschnitzte Eingangstore zu den Grundstücken. Sie nehmen die Breite einer ganzen Auffahrt ein, lassen sich mit zwei Flügeln für Fahrzeuge und mit einer Tür für Fußgänger öffnen. Jeder Zentimeter ist mit Verzierungen bedeckt. Sowieso sind Häuser, Tore, Zäune, einfach alles was aus Holz besteht hervorragend und dauerhaft verarbeitet, und immer mit tollen Schnitzereien versehen. Die zweite Holzkirche des Ortes bekamen wir nur durch Zufall von innen zu sehen, da der Herr mit dem Schlüssel zufällig vorbei kam und aufschloss. Wir wollten uns eigentlich mit dem Friedhof zufrieden geben, der sich als ein richtiges Chaos darstellt :alte und neue Gräber, meterhohes Unkraut, keine erkennbaren Wege, eine große Aufgabe für die Sargträger. Im Ort wollten wir noch einen Kaffee trinken und uns schien der örtliche Laden als recht aussichtsreich hierfür. Wieder so ein tolles Geschäft, vollgestopft mit allem lebensnotwendigen und mehr, aber auch mit einer Kaffeemaschine. Auf unsere Bitte nach Kaffee, stellte sich die Frage nach klein ( 2cm angezeigt ) oder gross ( etwa 4cm ). Zwar wollten wir groß, bekamen aber klein und als wir um Milch baten, kam gleich noch ein Espresso drauf, und ein Löffel Kaffeeeweisser wurde nun auch noch reingerührt. Draußen vor dem Geschäft ein Holzbrett als Bank, auf schon einige biertrinkende Herren saßen,  aber auch noch Platz für uns war -gut so, denn der doppelte Kaffee war lecker, aber doch  schon zum Schuhe ausziehen.

 Das nächste ziel war Breb, ein kleines Dorf abseits der Strasse. Leider hatte es inzwischen angefangen zu regenen, so dass wir im womo sitzen blieben, ein Pfund Kirschen aßen und gleich noch ein Mittagsschläfchen anschlossen, weil es so gar nicht aufhören wollte zu regnen. 

Eine kurze Regenpause nutzen wir zum Gang in die Kirche , in der ein Kirchenmaler seit 4 Jahren beschäftigt ist. Da wir wegen eines erneuten Regenschauers sozusagen in der Kirche festsassen,  tauchte der Maler mit seiner "flüssigen Inspiration " auf. Zwar konnten wir uns kaum verständigen, aber sein selbstgebrannter Pflaumenschnaps war nicht schlecht und sehr hochprozentig. 

Bei Dauerregen brachen wir nun alle weiteren sightseeing Punkte ab und fuhren nach Sapanta auf einen super schönen, kleinen Campingplatz (Camping Poieni), eigentlich nur einige Stellplätze in einem Garten neben einem Restaurant. Hier stehen wir schön unter einem Walnussbaum, direkt neben einem rauschenden Bach. 

  • Missing
    Lena hat am kommentiert:

    Die Holzarbeiten sind klasse - erinnern an Nagar suedlich von Manali im Himalaya und ein bisschen and das hoelzerne Kloster in Nyaungshwe...

  • Small
    Claus hat am kommentiert:

    Hallo Ingrid und Artur,
    auch wenn hier nicht ganz so viele Kommentare zu eurem lesens- und sehenswerten Blog stehen - als kleine Zwischeninformation: Euer Blog hat schon mehr als 3.900 Seitenaufrufe bis jetzt!
    Viel viel Spaß weiterhin!
    euer permondo-Team
    Claus

Ingrid und Artur Small

Cavnic, irgendwo am Waldrand

Gestern haben wir noch daran gedacht, die Uhr eine Stunde vorzustellen. Wir hatten völlig vergessen, dass Rumänien zwei Zeitzonen weiter ist als GMT. Nach dem Aufstehen haben wir es sehr ruhig angehen lassen, zumal es stark bewölkt war und wir unseren Plan, einen Besuch im gegenüberliegenden Thermalbad wahrzunehmen, fallen ließen.


Gegen 11:30 machten wir uns auf den Weg nach Baia Mare. Die Stadt hat vor ca. 15 Jahren traurige Berühmtheit durch eine Umweltkatastrophe erlangt: Der Damm eines künstliches Sees mit den giftigen Chemiekalien aus der Golderzverarbeitung war gebrochen und die giftige Brühe verseuchte sämtliche Flüsse und Bäche der Umgebung. U. a. war ein grosses Fischsterben die Folge. Noch heute leidet die Region unter den Folgen dieses "Unfalls" und bis vor wenigen Jahren führte Baia Mare, die Rangliste der verseuchtesten Orte der Welt an.


Sehr nah der historischen Altstadt fanden wir für das womo einen Parkplatz, zwar gebührenpflichtig, aber eben sehr zentral. Nur konnten wir nirgendwo den Parkscheinautomaten ausmachen. Ein freundlicher älterer Herr deutete in Richtung Centrum und meinte, eine Minute zu Fuß. Ingrid blieb beim Womo und ich machte mich auf die Suche.


Hier muss Artur noch seine Abenteuer bei der Suche nach Kleingeld für den Parkautomaten und die unverhoffte Hilfe durch eine halbnackte Frau zum Besten geben (tja, es bleibt spannend ).


Nur wenige Meter vom womo entfernt stand der St. Stefan turm, der ehemalige Glockenturm zur inzwischen abgerissenen Kathedrale. Einige grundmauerreste hat man unter glas ausgestellt, und den Grundriss der Kirche auf dem platz durch unterschiedliche Pflasterung deutlich gemacht. Eine besonders gelungene Gestaltung eines Platzes und Veranschaulichung der Grösse eines früheren Gebäudes, fanden wir. 

Der zentrale Platz der Stadt ist umringt von meist sehr gut renovierten Häusern, so dass der Platz ein netter Ort zum Verweilen ist. Viele Strassen Cafés, kleine Geschäfte, schattenspendende Bäume strahlen viel Atmosphäre aus. 

Auch hier waren wir wieder begeistert von den kleinen Läden, vollgestopft, mit mehrern großen Bonbongläsern auf dem Tresen, fast hätten wir uns eine Tüte "Bonschen" gekauft.

Einem jungen Mann, Abiturient und künftiger mathematikstudent, haben wir eine kleine Stadtführung zu verdanken. Wir fragten nur nach einem Postkasten und er nahm uns mit durch die halbe Stadt- die Karte ist eingesteckt und wir hatten ein nettes Gespräch mit ihm.

Zum Abschluss machten wir einen Gang über den örtlichen Markt, wo die Einheimischen auch kleinste Mengen eigenes Gemüse und Obst aus ihren Gärten verkaufen -von den Preisen können wir nur träumen.

Da es nun schon recht spät geworden war, mussten wir unsere Weiterfahrt ein wenig ändern. Ziel war Sedesti, wo wir auch über Nacht bleiben wollten, einem Ort mit einer Kirche, die bis vor kurzem den höchsten hölzernen Glockenturm Europas besaß: 72m. 

Die Fahrt ging durch recht hügelige Landschaft, die gesamte Straße eine lange Baustelle mit vielen Steigungen, tiefen Löchern in der Fahrbahn und immer wieder die Pferdefuhrwerke. Viel zu gucken gab es, vielleicht zu viel, jedenfalls haben wir das Hinweisschild zur Kirche nicht gesehen oder übersehen. Als wir das bemerkten, wollten wir aber nicht mehr wenden, sondern fuhren weiter, bis wir zu einem Parkplatz schräg gegenüber eines Skilifts kamen, auf dem wir die Nacht verbringen werden.

Wir waren noch gar nicht ganz ausgestiegen, da stand schon ein hübscher Hund vor uns und wedelte uns freundlich an. Das trockene Brot nahm er gern und den ganzen Abend lag er brav bei uns uns wartete, ob vielleicht noch etwas übrig blieb vom Essen -den Rest Reis mochte er auch besonders gern. Noch zwei weitere Hunde kamen zwischendurch, blieben aber nicht so lange. 

Kalt ist es hier oben, und mückig.

Ingrid und Artur Small

Carei

Die Zeit rast- schon zwei Wochen unterwegs.

Einen großen Teil des Tages haben wir damit verbracht uns die Stadt carei anzusehen. 

Ansässig in der Stadt ist seit dem 17. Jahrhundert das Fürstengeschlecht Karolyi, die ein schönes Schloß mit einem noch schöneren Garten , bzw. Park hinterlassen haben. Mehr als 200 unterschiedliche Bäume und Sträucher, auch völlig unbekannte Arten wachsen hier. 

Das Schloss ist für jedermann zugänglich, man bekommt zwar eine Eintrittskarte, die ist aber kostenlos, der Angestellte dort ist sehr freundlich und bemüht, taucht immer wieder auf und fragt im besten Englisch, ob die Ausstellung gefällt und für uns interessant ist.

 In vier Sprachen wird durch die Ausstellung geführt, rumänisch, ungarisch, deutsch und englisch, erklärt werden nicht nur die Exponate, sondern es gibt auch Informationen über den Zeitgeist, und das Leben miteineinder.

Ein wenig zusammengewürfelt ist alles schon, aber viele Gemälde, Möbel, Kunstgegenstände sind in den Nachkriegszeiten verschwunden, gezeigt wird natürlich das Schloss mit einigen sehr schönen Räumen, Waffensammlungen, plötzlich werden auch Ausgrabungen aus der Bronzezeit ausgestellt und ein Bodenprofil erklärt, Handwerkskunst aus Carei und den umliegenden Dörfern und immer wieder Hinweise auf den Zuzug deutscher Schwaben im 18. Jahrhundert. 

Im Ballsaal haben wir durch Zufall einen Hotspot entdeckt. 

In einigen Räumen gibt es eine Extraausstellung, Fotografien der umliegenden Dorfkirchen. Im Detail zeigen die Fotos die wunderbaren Holzarbeiten an den Kirchen und Klöstern -aber das werden wir in den nächsten Tagen und Wochen alles selbst noch sehen. 

Nach einer Tasse Kaffee für weniger als 50 Cent verbrachten wir einige Zeit mir der Suche nach dem Zentrum der Stadt . So richtig haben wir es wohl auch nicht gefunden, oder es gibt keins in unserem Sinne, jedenfalls gab es nicht mehr als einige Geschäfte und die waren natürlich am Sonntagnachmittag geschlossen . Die Grundbebauung stammt wohl noch aus sozialistischen Zeiten, dazwischen gibt es schöne, alte Bausubstanz, die allerdings etwas bröckelt.

Ganz spannend sind die Geschäfte, die man erst als solche erkennt, wenn man durch das Fenster schaut-keine Werbung, keine Leuchtreklame. Die meisten Läden bieten Gemischtwaren, also eigentlich alles, was man sich so denken kann, von der Babywindel über Dosenöffner zur Herrenkrawatte, alles da, heißt ja auch nicht umsonst " magazin" . Dann die Lebensmittelgeschäfte, die in Holzregalen die Grundausstattung an Lebensmitteln führen, auch ein wenig Obst und Gemüse plus Alkohol und Zigaretten. Zusätzlich zu Obst und Gemüse bieten die Obstläden auch eine kleine Palette an Grundnahrungsmitteln. Weiter gibt es ganz spezielle Geschäfte, die ausschließlich deutsche Waren anbieten :Gewürze von Lidl, Heringsfilet in Tomatensauce, Ariel, Nutella, .... . Alle Geschäfte bieten diese waren auf kleinstem raum, man fühlt sich zurückversetzt in die zeit der "Tante Emma Läden". Milch kann man am Automaten zapfen. Die Textilgeschäfte bieten meist Selbstgenähtes, so erscheint es jedenfalls , Gebrauchtwaren aller Art findet man ebenfalls, also viel zu gucken und zu staunen. Vieles erinnert mich an Besuche in der DDR in den 60iger Jahren.  

Da die Temperaturen hier leicht über 30 Grad steigen, fahren Wasserwagen durch die Stadt, die die Fahrbahnen "duschen" und so kurzfristig etwas Abkühlung bringen-oder ein weiteres Aufheizen verhindern.

Was uns ziemlich irritiert hat, waren drei Kinder, die uns, unabhängig voneinander, anbettelten. Eins kam vom Einkaufen aus einem Geschäft, hielt die Hand auf und bedeutete uns gestenreich, es habe Hunger, die anderen beiden waren im Park mit ihren Eltern unterwegs und keines der Kinder machte auf uns einen besonders bedürftigen Eindruck. Wir fragen uns, was diese Kinder wohl dazu bewegt, Touristen, denn als solche haben sie uns ja erkannt, anzubetteln.

Den Rest des Nachmittags verbrachten wir faul in unserem Obstgarten. 

Am Abend saßen wir in der Kneipe unten an der Rezeption (dort gibt es wifi), tranken dort ein Bier, schickten ein paar Nachrichten und Bilder in die Welt und plautschten ein wenig mit den Leuten dort, die alle ein besseres Englisch sprechen als das medizinische Personal in Ungarn

  • Missing
    Lena hat am kommentiert:

    Das Basilikum ist dabei :)

Ingrid und Artur Small

Carei (ehem.Grosskarol), Rumänien

Was so kleine Pillen erreichen können, Artur geht es fast wieder gut und wir haben uns am sehr späten Vormittag in Richtung Rumänien aufgemacht. Da wir ja immer über Land fahren, haben wir ein wenig damit gerechnet, vielleicht nur bis zur Grenze zu kommen, aber die Fahrt ging überraschend schnell, sogar ein abstecher durch eine dieser unaussprechlichen Kleinstädte und durch Debrecen, wo wir eine Debresziner Wurst essen wollten, hielt nicht weiter auf. Zwar haben wir sogar mal angehalten und zu Fuss nach einer Wurst gesucht, aber Samstag nachmittag sind hier die Bürgersteige hochgeklappt -Wurst gab es also nicht, schade!

Wieder ging die Fahrt durch fruchbare Landschaften, viel Getreide, Paprikafelder, Mangold, linkerhand, also im Norden bekamen wir schon einen Eindruck von der Puszta, einem riesigen, steppenähnlichen Gebiet, das seit einigen Jahrzehnten als Naturschutzgebiet und UNESCO welterbe anerkannt ist. 

Und plötzlich standen wir schon an der Grenze -alle Papiere raus, Fahrer, Beifahrer, Auto. Nach einem Blick ins Innere des Fahrzeugs wurden wir weiter gewunken.

Wenige hundert Meter weiter stand eine kleine bude am Strassenrand, in der man sich die Vignette für die Strassenbenutzung kaufen kann. Womo geparkt am Strassenrand, Artur hinein, holte noch schnell die Fahrzeugpapiere und kam mit einer Quittung zurück, die unbedingt sicher verwahrt werden muss, denn sie bescheinigt zusammen mit einem Foto des Autos, das einige km weiter aufgenommen und gespeichert wird, dass wir rechtmäßig die Straße benutzen. Gezahlt hat Artur 20 Euro für 4 Wochen. 

In der nächsten kleinen ortschaft ein kurzer stop bei drr Banka Transilvania. Da wir den Wechselkurs nicht kannten und so ungefähr einen passenden Betrag holen wollten, zogen wir die Mautquittung zu Rate. Und was stellten wir bei der ganzen Hin-und Herrechnerei und einem genauen Blick auf die Quittung fest? Hatte die Dame Artur doch tatsächlich übers Ohr gehauen. Genau auf die Stelle, die den Eurobetrag auswies, hatte sie den Stempel gedrückt und auf die Zahlen dick und fett ihre Unterschrift. Mit sowas hatten wir natürlich nicht gerechnet, und da es ja eine offizielle Mautstation war hatte Artur auch nicht weiter geguckt. Letztlich waren es nur 4 Euro, aber es ärgert doch ein bisschen, 5 Minuten im Land und dann sowas.

Weiter ging es nun auf rumänischen Landstraßen und wir hatten nach wenigen km den Eindruck einen Zeitsprung rückwärts gemacht zu haben: Pferdefuhrwerke , voll beladen mit Heu auf der Strasse, Menschen die auf den Feldern mit hölzernen Rechen das Heu zusammenrechten, Ziehbrunnen. 

Die Zufahrt zum Campingplatz gestaltete sich dann recht schwierig, denn gutgläubig wie wir sind , folgten wir arglos der Dame im Navi, die uns bedenkenlos in eine Wohnstrasse hineinmanövrierte, in der wir schließlich, eingekeilt zwischen Hecken und parkenden Autos stecken blieben. Dort hinauszukommen war wirklich!!!! Milimeterarbeit, ein ganz großes Lob an dieser Stelle mal für Artur, der in solchen Situationen die Nerven bewahrt. Nachdem wir uns zentimeterweise vorgearbeitet hatten und nur kleinere Schäden (am Womo Kratzer von der Hecke und an einem der parkenden Autos ein zerfallener Aussenspiegel, der sich aber ohne Schaden wieder zusammenstecken ließ ) zu verzeichnen waren, landeten wir an einer kleinen Weggabelung an der das Navi auch nicht mehr weiter wusste. Stattdessen hielt ein Auto und der Fahrer fuhr vor uns her bis zum Campingplatz. Neues Problem, Zufahrt sehr eng und wegen parkender Autos konnten wir nicht reinfahren. Nur aus Quatsch probierte ich, ob sich das gegenüberliegende Tor öffnen liess, tatsächlich war das möglich. Also rückwärts rein und gradeaus auf dem Campingplatz, einem recht schmale, langgezogenen Grundstück. 

Rechts und links kleine Holzhütten, einige alte Wohnwagen zur Vermietung, Grill und Feuerstelle, hier kochte schon ein grosser Topf Suppe, Toiletten, Dusche, Kühlschränke, Kochgelegenheit, und ganz am Ende nur noch Kirsch-und Walnussbäume, Wein, alte Obstbäume -dort stehen wir jetzt sehr schön und idyllisch, wie in einem Obstgarten. 

Und tatsächlich kann man vvon der anderen seite den Campingplatz problemlos anfahren, Sch..... .

Am Abend kam der Betreiber , Christian, auf einen kleinen Plausch zu herauf, empfangen worden waren wir von seiner Schwieger/Mutter, erzählte, dass mehr und mehr Deutsche herkommen, sprach sehr gut Englisch, aber auch Deutsch , sehr hilfsbereit und freundlich. Das Ganze kostet 8 Euro, incl. /Nacht.

Ingrid und Artur Small

Budapest

Heute haben wir eine besondere Form von "sightseeing " gemacht,  die wir aber nicht weiterempfehlen können.

Da Artur seit mehreren Tagen Magenschmerzen hat, die sich trotz Kamillentee, Magentropfen und magenfreundlichem Essen eher verschlimmern als verbessern, dachten wir es ist bestimmt besser schnell mal zum Arzt zu gehen, bevor wir weiter in unbekannte regionen nach osten vordringen. 

Und so haben wir den ganzen!!! Tag damit verbracht, das ungarische Gesundheitssystem kennen zu lernen.  

Als Erstes wurden wir vom Campingplatzmenschen einige Strassen weiter in ein Ärztehaus vrwiesen. 

Dort muss man sich zunächst anmelden und bekommt eine Art Kassenzettel mit der Zimmernummer, in der der passende Arzt sitzt. Das Mädel dort sprach aber kein Englisch, auch ihr Übersetzungsprogramm im Computer konnte ihr nicht weiterhelfen, also schickte sie uns mit einer handgeschriebenen Zimmernummer in den ersten Stock. Dort, in einem langen Flur wartet man vor seinem Zimmer bis man reingerufen wird. Da wir unten aber nicht im Computer erfasst worden waren (nur schnell weg mit den fremdartigen Leuten), kann es keine Untersuchung geben, sagte uns in recht harschem Ton die Ärztin-auch sie stöhnte leise auf , als sie englisch sprechen sollte. Also wieder runter und diesmal klappte die Anmeldung ( das Mädel hatte einen telefonischen Einlauf bekommen ).

 Wieder hoch, dort war in der Zwischenzeit keiner der wartenden Leute behandelt worden, und ins Zimmer. Kurzer Bericht über die Probleme, Blutdruck messen, Bauch abdrücken -hm, meinte sie, da könne sie gar nichts sagen, da müßte das Blut untersucht werden und vielleicht auch Ultraschall. Dazu müssten wir in ein Krankenhaus, die Adresse und eine "Überweisung " gibt sie uns mit. Sie vermutet Gallensteine, gab sie uns als letztes mit auf den Weg.  

Das klingt nach vielen Worten, aber eigentlich waren es sehr wenige und ihr Englisch sehr sehr mäßig.

Dank der Hilfe ausgezeichnet englisch sprechender Busfahrer fanden wir mit öffentlichen Verkehrsmitteln den Weg ins Krankenhaus. 

Auch hier wieder eine kleine Anamnese durch einen sehr gut deutsch sprechenden Pfleger (?), der auch gleich eine Vermutung hatte: Übersäuerung, und Artur eine Tablette verabreichte, die in der nächsten halben Stunde die Beschwerden verbessern sollten. Danach EKG, Blutabnahme und jetzt sitzen wir hier in der Notaufnahme / Ambulanz und ständig werden Liegen mit Notfällen verschiedenster Art an uns vorbeigeschoben. 

Nur gut, dass ich Tablett, E-books und etwas zu essen und Trinken eingepackt habe (in der Notaufnahme geschrieben ).

Ja tatsächlich saßen wir dann geschlagene weitere 5 Stunden da, während ein Notfall nach dem anderen eingeliefert wurde -und alle Wartenden mittendrin, kein Extraraum, , wie in einer Bahnhofshalle, und die kranken den blicken, der unruhe und dem gerenne um sie herum schutzlos ausgeliefert. 

Artur war schon kurz davor sich als akuter Notfall auf den Boden zu werfen,  als wir schließlich doch in ein Unterduchungszimmer gerufen wurden.  Die junge Ärztin  (?) stellte noch einmal die gleichen Fragen,  auch ihr Englisch sehr sehr schlecht,  machte nochmal die gleichen Untersuchungen,  verwies auf die Blutuntersuchung und stellte die Diagnose "Übersäuerung ", die sie sich aber nochmal vom Chefarzt absegnen ließ und dann mit einem Rezept zurückkam und uns verabschiedete. 

Man kann über unser Gesundheitssystem ja manchmal meckern, aber einige Stunden Einblick ins ungarische Gesundheitssystem und dessen  Räumlichkeiten  (wir haben während des Wartens doch tatsächlich kleine blutspritzer auf dem fussboden entdeckt), rücken manchen Eindruck wieder zurecht .

Jetzt gibt es Schonkost, Kamillentee und ungarische Chemie- wohlbekomms und gute Besserung . 

Aber soo schlimm ist es ja auch nicht, war eher eine Vorsichtsmaßnahme,  morgen geht es weiter nach Osten.

  • Missing
    Hartmut hat am kommentiert:

    Hallo Ihr, es ist doch immer wieder sehr unterhaltsam eure Berichte zu lesen, aber der letzte Bericht beunruhigt mich doch etwas, wegen Arturs Gesundheitszustandes. Nehmt das nicht so auf die leichte Schulter. Von Gallensteinen kann ich ein Lied singen, ist einfach Schei......... . Artur denke auch bitte an das was ich dir über die östlichen muslimischen Gemeinden gesagt habe. Das Internet zeigt hier weitere problematische Informationen. Meldet euch doch mal über Whatsapp. Gruß HaMaFe

Ingrid und Artur Small

Budapest

Vor ziemlich genau 23 Jahren wir schon einmal für einen Tag in Budapest,  haben uns damals die Fischerbastei angesehen.  Da aber keiner von uns eine genauere Erinnerung daran hat, galt unser Besuch heute der Budaer Seite mit Fischerbastei,  Matthias Kirche,  den großen Prachtbauten,  in denen jetzt die Nationalbibliothek und verschiedene Museen untergebracht  sind. Und auf besonderen Wunsch haben wir auch nach der hiesigen HAPIMAG Residenz Ausschau gehalten und sie auch gefunden. Liegt schön eingebettet in die alte Bausubstanz. 

Für die Kirche und die Fischerbastei haben wir uns wieder die vergünstigten Seniorentickets gekauft-ein komisches Gefühl, und noch seltsamer ist, dass niemand unsere Ausweise sehen will. Entweder wir sehen tatsächlich so alt aus, oder denen ist das völlig egal. Aber so ein bißchen ins Grübeln komme ich dabei doch. 

In der Kirche haben wir uns lange aufgehalten,  da es viel zu sehen gibt und man tolle Blicke von den Emporen in den Kirchenraum werfen kann. Von einer der Emporen beobachtete Otto v. Habsburg die Krönung seiner Eltern,  auf diesem ehrwürdigen Platz haben heute wir gestanden. 

Als wir die Kirche verließen begann es zu regnen, bzw. zu schütten, so dass wir uns erstmal recht lange unterstellen mussten (auf dem Campingplatz hat es übrigens nicht geregnet -Gottseidank,  denn wir hatten das Dachfenster nicht ganz geschlossen ). 

Nach dem großen Regen sind wir einfach noch ein bisschen rumgeschlendert.  Die Seilbahn , die einem den mühsamen Auf-bzw. Abstieg zum Donauufer erleichtert, mussten wir ein wenig länger betrachten,  schließlich arbeitet sie sich seit mehr als 120 Jahren den Hang auf und ab. Zurück nach Pest ging es über die alte Kettenbrücke.

In der Metro haben wir heute etwas wirklich Witziges beobachtet.  In SOA haben wir uns hin und wieder über die sehr beengten Sitzgelegenheiten beklagt, war halt alles für die kleineren Asiaten gemacht. Heute in der Metro fuhr eine Gruppe Chinesen mit und da sie keinen Sitzplatz bekamen,  wollten sie sich in dem Geschaukel zumindest festhalten. UND SIE MÜSSEN TATSÄCHLICH EIN WENIG HOCHSPRINGEN UND SCHAUKELN DANN AN DEN RINGEN WIE AN EINEM TURNGERÄT. Tja, so wenden sich die Verhältnisse -aber lustig war es. 


Ingrid und Artur Small

Budapest

Oder genauer gesagt sind wir in Pest, also am rechten Donauufer. 

Nach dem Donnerwetter heute Nacht schien schon am Morgen die Sonne. Artur machte sich erstmal auf , um Geld ( wir brauchen ja ungarische Forinth) und Brot fürs Frühstück zu besorgen und wie scheint befinden wir uns jetzt in der Weissbrotzone. 

Nach dem Frühstück zur metrostation, wo wir uns ein 72 stunden rundum und wohlfühlticket für die budapester verkehrsmittel kauften ( pro Person etwa 14 Euro ). Schwarz fahren ist hier so ziemlich unmöglich, denn an den Zugängen zur Metro wird das Ticket kontrolliert und teilweise sogar beim Verlassen der Station.

Die erste Station war der Stefansdom, in dem die 1000 jahre alte Hand von König Stefan, dem Staatgründer Ungarns zu sehen ist, wenn jemand ein wenig Geld für die Beleuchtung des Schreins einwirft, ansonsten muss man viel Phantasie aufbringen oder sich mit Fotos begnügen. Der Dom selbst ist groß und sehr schön, vor wenig mehr als 120 Jahren in eine unbebaute Gegend von Pest gebaut, heute steht die Kirche mitten im Zentrum. 

Vom Dm aus führt eine Art Fussgängerzone zur Donau,  einige hundert Meter weiter steht das zweitgrößte Parlamentsgebäude Europas am Ufer. Für eine Besichtigung muss man sich anmelden und eine Unbedenklichkeitsprüfung ablegen- wir bewunderten das Gebäude also nur von außen. 

Durch Zufall stießen wir auf eine unterirdische Austellung zum Thema 24. Oktober 1956, direkt unter dem Platz des damaligen Geschehens.  Hier werden Hintergründe erklärt, Zeitzeugen berichteten von den schrecklichen Ereignissen dieses Tages auf dem Platz vor dem Parlament.  Und es gibt , da immernoch nicht klar ist, wer den Schiessbefehl gab, oder wer auf welche Provokation reagierte,  einen Aufruf an die Bevölkerung : Jeder der zur Klärung der Abläufe des Tages einen Beitrag leisten kann, möge sich bitte melden. Sehr schwer nach diesen ergreifenden Berichten wieder die Treppe hinaufzugehen in die Sonne.

Die letzte Station des heutigen Tages war die Margareteninsel, mitten in der Donau gelegen, mit vielen Sportmöglichkeiten, Bädern,  aber auch Cafés,  Liegewiesen und ein großem Platz mit einen Musikspringbrunnen , der jeweils zur vollen Stunde, 15 Minuten lang eine Wasserschauspiel zu klassischen  Musikstücken, sowie zu Musik der 60iger Jahre.

Den abend verbrachten wir mückenfrei und bei angenehmen Temperaturen neben unserem "Haus ".



Ingrid und Artur Small

Budapest

Schön war das Frühstück auf dem Campingplatz in M... , angenehme Temperaturen,  Gras unter dem Tisch,  nebenan rauschte das Wasser im Fluss ein Wehr hinunter-also ein guter Ort um ein wenig rumzutrödeln. Nachdem wir auch unsere Wäsche, die der Wind in der Nacht von der leine gefegt hatte, eingesammelt  und auch die Markise vorschriftsmäßig eingerollt hatten (das war nicht so leicht, wir hatten sie ja noch nie benutzt), ging die Reise weiter nach Budapest. 

Auch in Ungarn meiden wir die Autobahn und fahren schön gemütlich über Land, durch kleinen Dörfer, schöne Landschaften,  an Paprikafeldern vorbei, wir sind ja schließlich in Ungarn.  Die Straße ,  vergleichbar mit unseren Bundesstraßen sind teilweise in einem guten Zustand -und teilweise eben nicht. In jedem Fall sind sie gesperrt für Trecker, Pferdefuhrwerke und Radfahrer, so dass man mit hindernissen dieser Art nicht zu rechnen hat. Vielleicht weil auf dem Schild nicht aufgeführt,  mussten wir aber plötzlich einen einsamen elektrischen Rollstuhlfahrer überholen.

Je näher wir Budapest kamen, desto dunkler wurde der Himmel und als wir bei 32 Grad schließlich auf den Campingplatz mitten in der Stadt fuhren, fielen die ersten Tropfen. Und dann ging ein Gewitter nieder , wie man es selten erlebt, sechs Stunden lang blitzte und donnerte es über uns und es regnete andauernd mit wechselnder Intensität.  Ein Donnerschlag war so laut, dass der Boden bebte und die Alarmanlage eines benachbarten Womos ansprang.

Aber wir saßen warm und trocken,  hatten alles was wir brauchten-also völlig sorgenfrei!

Ingrid und Artur Small

Mosonmagyyarovar

Kann man nur buchstabenweise aufschreiben und nicht aussprechen. Liegt in Ungarn,  ca. 30 km von der österreichischen Grenze entfernt. Diesen Platz haben wir mit Bedacht ausgewählt (stimmt so nicht ganz, erkläre ich später)  da er auf der Strecke nach Budapest liegt und Internet hat. Endlich, endlich wollen wir mal wieder mit der Welt in Kontakt treten und endlich will ich die gesamten Berichte der vergangenen Woche hochladen und im Blog speichern (ich habe ja gelernt wie es geht)  damit ihr wieder mal etwas zu lesen habt. 

Nun kommt aber das grosse ABER, denn leider klappt das Abspeichern nicht wie gewünscht.  Das Hochladen geht, beim Abspeichern geht der Text verloren

  • Missing
    Lena hat am kommentiert:

    So, jetzt bin ich mit dem 'Nachlesen' fertig :) Sieht so aus als ob ihr mehr/besseres Internet in Asien hattet :p
    Schoen hoert sich Wien an! Viel Spass beim zweiten Teil der Reise - seht viel schoenes neues und lasst uns daran teilhaben :)

Ingrid und Artur Small

Letzter Tag in Wien (Kritzendorf )

Keine Steine, keine Kirchen, heute gab es einfach nichts von historischer Bedeutung für uns. 

Dafür kamen erstmals auf dieser Tour unsere Klappräder zum Einsatz. Nachdem diese aus dem "Keller" gezerrt und fahrbereit gemacht waren, ging es zuerst mal runter an die Donau. Dort gibt es seit etwa 100 Jahren das sog. Strandbad, an den Uferwiesen einer alten und sehr schnuckeligen Kleingartensiedlung gelegen. Ohne Abgrenzung oder Badeaufsicht badet hier jeder in eigener Verantwortung (Achtung, starke Strömung! !!), dafür aber kostenlos. Das Wasser wurde für ein Bad als zu kalt (16 Grad lt. Anzeige) empfunden, deshalb ging es auf dem Donauradweg flussaufwärts. Hier lässtces sich wirklich ganz ausgezeichnet fahren!!! Etliche Kilometer zunächst bis zur nächsten großen Schleuse und Wasserkraftwerk (Namen haben wir vergessen), danach an einem alten Donauarm entlang, hier ist inzwischen ein Biosphärenreservat entstanden. Eine sehr schöne Fahrt am Fluss entlang, vorbei an Liegewiesen und Badestellen, an denen viele Menschen einen sonnigen, entspannten Tag verbrachten. Und natürlich viele Radfahrer, auch aus den Nachbarländern, die z.t. mit ziemlicher Geschwindigkeit an uns vorbeisausten, da hatten wir auf unseren Klapprädern schon manchmal das Gefühl ein Verkehrshindernis zu sein.

Am späten mittag waren wir zurück am Womo und gönnten uns ein kleines Nickerchen im Schatten. Ja, hier sind es immernoch ca. 30 Grad .

Da uns heute morgen das Gas der einen Gasflasche ausgegangen ist, ging die Nachmittagstour Donau abwärts in Richtung Klosterneuburg, zum dortigen Campingplatz. Der ist wirklich sehr schön, der Gasflaschentausch auch kein Problem wenn wir morgen kommen, und da wir dort so gemütlich vor der Rezeption sassen, versuchten wir es auch gleich einmal mit Internet. Alles kein Problem, alles funktionierte, nur whatsapp und skype klappte nicht. Ob es eine größere Störung oder sonst was gibt wissen wir nicht, vielleicht stellen wir uns auch doof an-obwohl das eigentlich nicht sein kann. Schade, wir hätten gern mal wieder von uns hören/ lesen lassen . Aber vielleicht morgen aus Ungarn

Ingrid und Artur Small

Und noch ein Tag in Wien!

Keine Wolke in Sicht, das Wetter ist nach wie vor bestens, ideal für eine Besichtigung des Schlosses Schönbrunn.  

Mit unserer Wochenkarte sind wir hochzufrieden, wir können wirklich mit allen öffentlichen Verkehrsmitteln überall hinfahren, die Fahrt unterbrechen wann und wo wir wollen-einfach ideal. 

Auf der Fahrt nach Schönbrunn fiel uns ein, dass wir uns den Naschmarkt nochmal in geöffnetem "Zustand" ansehen wollten, deshalb unterbrachen wir hierfür die Fahrt.

Was dort an Essbarem ausbreitet ist , ist schon unglaublich und es läuft einem beim vorüberschlendern das wasser im mund zusammen. Süd-, Osteuropa, Asien und Europa sind hier kulinarisch vertreten und präsentieren ihre Waren auf die appetitlichste Weise. Natürlich sind wir bei einem indischen Laden hängen geblieben und haben uns mit den verschiedensten Gewürzen eingedeckt. An die festen Verkaufsstände schließt sich ein schöner Wochenmarkt an und ich war ganz erstaunt darüber, dass die Preise nicht von den Preisen im Geschäft abweichen . Hier sind übrigens schon die Kirschen reif!!!

Mit indischen Waren und österreichischen Kirschen im Gepäck fuhren wir weiter nach Schönbrunn, eine ganz schöne Schlepperei. 

An den Wochenmarkt schließt sich am Samstag ein riesiges Flohmarktgelände an, wo es wirklich alles zu kaufen gibt. Vorwiegend Händler aus dem europäischen Umland verkaufen hier alles, von Ramsch, über Brauchbares bis zu wirklichen "Schätzchen ". 

 Dort angekommen mussten wir aus mehreren unterschiedlichen Eintrittskartenangeboten auswählen, unsere Wahl dann aber noch um eine Führung erweitern, da wir sonst zwei Stunde auf den Einlass hätten warten müssen.  

Im Rahmen dieser Führung haben wir ein verbales Maschinengewehr kennengelernt. Nicht nur, dass wir so schnell gar nichg hören können, hatte man fast keine Chance in Ruhe zu gucken-für uns, die wir bei solchen Sachen viel Zeit brauchen, gaaanz schlecht. Aber in Anbetracht der Menschenmassen, die durch das Schloß geschleust werden, wohl eine Notwendigkeit.

Allein flanierten und pausierten wir in den schönen Gärten und Laubengängen, stiegen zur "Gloriette" hinauf, von wo aus man einen wunderbaren Rundumblick auf Wien und den Wienerwald hat.

Und schon war es wieder Abend und die Schlosstore schlossen sich . 

Auch heute gab es kein Wiener Würstchen oder eine andere regionale Leckerei (ausser den Kirschen natürlich ), dafür aber türkischen Honig und getrochnete Ananas und Mango aus ??? .

Jetzt sitzen wir hinter dem Womo, trinken ein hiesiges Bier -es gibt also doch regionale Leckereien - und staunen über die autanresistenten Mücken. 

Ingrid und Artur Small

Ja wirklich, wir sind immernoch hier!

.... und das wetter hält. 

Getreu unseren Vorsätzen fuhren/ liefen wir heute der Abwechslung halber zum Hundertwasser -Haus. Viel gerühmt und in verschiedenen Kunststunden bearbeitet, ist es unglaublich eindrucksvoll, so dass man sich an den vielfältigen Elementen, Mosaiken und Formen kaum sattsehen kann. Um das Haus herum herrscht ein unglaublicher Trubel, angeblich kommen stellenweise bis zu 5000 Menschen täglich-keine Ahnung wie die Menschen IM Haus den immerwährenden Rummel ertragen. Gegenüber wurde - ich vermute, weiss es aber nicht genau- ein Gebäude von Hundertwasser errichtet, in dem in endlos vielen Verkaufsräumen, Cafés, etc., seine Kunst so richtig vermarktet wird. Das Gebäude selbst ist toll, keine grade Linie, gewölbte Böden und Treppen, viele unterschiedliche Ein-und Ausblicke, leuchtende Farben -ein Paradebeispiel für seine Idee von Architektur. 

Da man ja nur vermuten kann, wie es im Inneren des Hauses aussehen mag, hat es uns sehr gefreuSowohl die Ausstellung als auch die Fahrt hat uns ausnehmend gut gefallen.

Danach wurde es laut und rummelig, so dass wir schnell dem Vergnügungspark den Rücken kehrten. 

Gegen nachmittag machten wir uns auf die Heimreise mit einem kurzen Stop in Klosterneuburg, zwei Stationen vor Kritzendorf. Sehr schön die Stadt, das Stift, die Kirche, aber eigentlich waren wir viel zu kaputt um noch richtig etwas von der Stadt aufzunehmen, wir haben zu viel Stein in den Knochen . Da fragen wir später mal berd und gisela, die waren hier 2 Wochen auf dem Campingplatz. 

Im Prater wollten wir heute Wiener Würstchen essen-gibt es nicht!! Schade, Frankfurter oder Debresziner oder Thüringer wollten wir nicht- also heute keine , dass man einen kleinen Film über das Leben im Haus gedreht hat, der in einem Verkaufsraum gezeigt wurde. Ich glaube fast, das Innere ist noch besonderer als das Äußere. 

Mit einer alten Stassenbahn ging es weiter in den Prater. Bei der alten Straßenbahn dachten wir natürlich an die LP "schaffnerlos" von Wolfgang Ambros und zitierten sogleich einige im Gedächtnis gebliebene Textpassagen.

Ja, der Prater; eigentlich nichts weiter als ein riesengroßer Park, an dessen Anfang sich ein Vergnügungspark befindet, ähnlich wie man es so kennt. Für uns interessant war das Originalriesenrad von 1897, entworfen von einem engl Ingenieur und jedem als ein Wahrzeichen von Wien bekannt. Die Verantwortlichen in Wien hatten sich seinerzeit lange gegen den Bau gewehrt und als die Errichtung des Rades schliesslich doch genehmigt wurrde und das Riesenrad endlich stand, mussten die Ingenieure erstmal mehrere Runden allein fahren, erst danach wurde das Rad für die Öffentlichkeit freigegeben. Zunächst schreckte uns der extrem hohe Preis von 9,50 EUR für eine Runde ab. Doch dann erfuhren wir aus einem Flyer, dass neben der Riesenradfahrt noch eine Besichtigung und Panoramadarstellung der Geschichte und Entwicklung Wiens im Preis enthalten ist. Jetzt gab es kein Halten mehr und ab zur "Kassa", wo wir 2 Seniorentickets kauften und uns niemand nach dem Ausweis fragte. 

Sowohl die Ausstellung als auch die Fahrt hat uns ausnehmend gut gefallen.

Danach wurde es laut und rummelig, so dass wir schnell dem Vergnügungspark den Rücken kehrten. 

Gegen nachmittag machten wir uns auf die Heimreise mit einem kurzen Stop in Klosterneuburg, zwei Stationen vor Kritzendorf. Sehr schön die Stadt, das Stift, die Kirche, aber eigentlich waren wir viel zu kaputt um noch richtig etwas von der Stadt aufzunehmen, wir haben zu viel Stein in den Knochen . Da fragen wir später mal Bernd und Gisela, die waren hier 2 Wochen auf dem Campingplatz. 

Im Prater wollten wir heute Wiener Würstchen essen-gibt es nicht!! Schade, Frankfurter oder Debresziner oder Thüringer wollten wir nicht- also heute keine Delikatessen

Ingrid und Artur Small

Wien (Kritzendorf )


Immernoch Kaiserwetter, etwa 30 G rad, Sonne, blauer Himmel.

Gestern auf der Rückfahrt haben wir neben der S-BahnStation Spittelau mehrere Industriegebäude gesehen, die sehr an Hundertwasser erinnerten. So stiegen wir heute auf der Fahrt in die Innenstadt aus und forschten einmal nach, denn im Reiseführer wurde nichts erwähnt. Ja, tatsächlich war ein Müllheizkraftwerk nach einem Brand modernisiert und gleichzeitig optisch im Stile Hundertwassers aufgewertet worden. Ein sehr gutes Beispiel dafür, dass man mit recht wenig Aufwand aus einem hässlichen Industriegebäude ein sehr ansprechendes "Kunstwerk " machen kann.

Danach ging es weiter in die Innenstadt, in der Karlskirche nahmen wir an den letzten Fronleichnamsgebeten teil, betrachteten die dazugehörige Fronleichnamsprozession und staunten darüber, dass es doch Posaunenchöre gibt, die noch schräger spielen als der Ganderkeseer zu allerschlimmsten Zeiten. 

Die Kirche ist ein wunderschöner Kuppelbau mit einer ganz besonderen Deckenbemalung, und um die aus der Nähe zu sehen, hat man ein Stahlgerüst in die Kirche gebaut und man kann nun über den sog. Panoramalift im Inneren der Kuppel , ganz nah an den Malereien vorbeifahren. In meinen Augen eine unglaubliche Verschandelung des Kirchenraumes- ich würde Ferngläser ausgeben! 

Der Naschmarkt in Wien hat sich aus einer Art Markttreiben und Wochenmarkt entwickelt. Heute stehen auf einer Länge von ca 1000m Seit an Seit feste Buden in denen Spezialitäten aus aller Herren Länder verkauft werden, man aber auch für kleineres Geld dort essen kann. Leider war heute Feiertag und alles geschlossen, wir müssen also nochmal wiederkommen. 

Im Schatten der Bäume ging es mit kleinen Abzweigungen den "Ring" entlang, die Paradestrasse Wiens. Hier findet man verschiedene Palais, das Parlament, das Burgtheater, die Universität, Denkmäler, Museen, .... , alles in der Mitte des 19. Jahrhunderts erbaut. 

Ja und zur Kaffezeit gab es eine Wiener Melange mit einem Stück Sachertorte, bzw. einem Stück Apfelstrudel. Und wir beide sind uns einig, dass der Ruf manchmal besser ist als die Realität.  

Am Womo angekommen waren wir doch ziemlich abgekämpft und morgen will ich keine Kirche, kein Museum und nichts dergleichen sehen- wir brauchen eine kleine Pause. 

Ingrid und Artur Small

Immernoch Wien!

Lange, lange haben wir heute geschlafen.

Geplant war für heute der Besuch der Wiener Hofburg, in der seit der Fertigstellung der ersten Gebäude, immer die Habsburger regierten und residierten. Jeder baute die Hofburg in seinem Sinne aus und noch ein Gebäude an, so dass wir es heute mit einer großen Vielfalt zu tun haben, andere sehen es als großes Wirrwarr an. Jedenfalls benötigt man sehr viel Zeit, um das Gesamtensemble zu besichtigen. 

Viele Museen sind in den Gebäuden untergebracht, wir haben uns heute ausgiebig den Prunksaal in der Nationalbibliothek  

angesehen, ein grosser Kuppelbau mit einem beeindruckenden Deckengemälde. Die Wände sind über zwei Stockwerke hinweg mit meterhohen Regalen bedeckt in denen ausserordentlich wertvolle Bücher stehen. Einige der alten Schriften sind in Vitrinen zu bestaunen. Schaut man so die regale hinauf fühlt man sich ein wenig wie in der bibliothek auf Hogwards. Zusätzlich zu den etwa 3 Millionen Büchern findet hier zur Zeit eine Ausstellung zum Thema "Wien wird Weltstadt" statt, sehr informativ, mit viel Hintergrundinformationen zur Stadtentwicklung, aber auch recht zeitintensiv.

Danach haben wir bis zur Erschöpfung um alle Ecken der Hofburg geschaut, die berühmte Wiener Hofreitschule passiert, eine Weile am Michaelerplatz dem Wiener Treiben zugeschaut und festgestellt, dass viel zu wenig Bänke für die fusslahmen Touristen zur Verfügung stehen. Die Burgkapelle, der älteste Teil der Hofburg war leider für die Öffentlichkeit gesperrt, und fast wären wir noch im "Sisi-Museum" gelandet, aber da war die Zeit für eine ausgiebige Erkundung schon recht knapp. Schade oder Glück-da kommt es wohl auf die Perspektive an. 

Auf dem Weg zur U Bahn haben wir noch eine Weile vor einer grossen Leinwand vor der Oper gesessen. Dort wird die im Opernhaus gespielte Oper "Fidelio" als Direkt-und Liveübertragung draußen gezeigt. Da wir aber die Fahrzeiten der Bahnen nicht im Kopf hatten, gingen wir auf nr. sicher und verzichteten auf die Aufführung - schade!

Ingrid und Artur Small

Wien (Kritzendorf )

Zwar hat uns der Platz neben dem kleinen Garten und unter dem großen Baum gut gefallen, aber da es sich nicht um einen der zugelassenen Stellplätze handelt, sind wir gleich nach dem Frühstück auf einen der frei gewordenen Plätze umgezogen. Jetzt stehen wir auch ohne Keile schön grade!!!

Mit der S-Bahn ging es dann in die Wiener Innenstadt, aber bevor wir mit dem Sightseeing begannen, kauften wir uns eine Wochenkarte für alle öffentlichen Wiener Verkehrsmittel, so dass wir jetzt die Stadt in alle Richtungen durchstreifen können, ohne immer an einen Fahrschein zu denken. 

Auf dem Weg zum Stephansdom passierten wir all die illustren Geschäfte, von denen man immer hört, die man aber nie betritt, Dior, Gucci, Hermes, Armani, ... . Ungleich interessanter ist aber schon die Aussenfassade des Doms, natürlich teilweise für Restaurierungsarbeiten verpackt, aber dennoch sehr eindrucksvoll. Ebenso wie natürlich das Innere der Kirche, ...... 

Danach schlenderten wir durch die umliegenden Gassen, warfen Blicke in Hinterhöfe und schmale Hausdurchgänge und wurden schließlich auf das "peace museum" aufmerksam, das gar kein Museum im eigentlichen Sinne ist, sondern Wandflächen in einem Karree angemietet hat und dort Menschen, die in irgendeiner Form einen Beitrag für den Frieden geleistet haben, vor-und ausstellt. Mit einem Foto und unterschiedlich langem Lebenslauf werden zb. Musiker mit ihren Liedtexten gezeigt, Friedensnobelpreisträger, Politiker und Widerstandskämpfer vorgestellt. Ein besonderer Schwerpunkt liegt zur Zeit auf Berta von Suttner, einer "Anti-Kriegs-Schriftstellerin" und zugleich Ideengeberin für den Friedensnobelpreis. Einer der ersten Preise wurde ihr verliehen. 

Es gibt so unglaublich viel zu sehen hier in Wien! Natürlich die vielen Kirchen, Palais, Geburts-und Wohnhäuser berühmter Persönlichkeiten, allen voran natürlich Mozart, das jüdische Viertel, Gedenktafeln und Mahnmale, aber auch kleine Geschäfte, in denen Konfekt von Hand im Miniaturformat hergestellt wird, oder berühmte Cafés, wie das Café Sacher, wo die einzig originale und echte Sachertorte verkauft wird, und soooo viel mehr. 

Eine wunderbare halbe Stunde verbrachten wir in der St. Peter Kirche, einer Barockkirche in der wir einem Orgelkonzert, ua. mit Stücken von J.S. Bach lauschten. Eine sehr beeindruckende Vorstellung, mächte Orgelklänge, die die gesamte Kirche bis hinauf in die wunderschön bemalte Kuppel füllten. Eine halbe Stunde zum Innehalten und genießen. 

Heute haben wir beschlossen, an jedem Tag, in jeder Stadt die wir bereisen, eine der dortigen Spezialitäten zu probieren . Hat noch nicht ganz geklappt, heute hat es nur zu einem Eis aus heimischer Biomilch und heimischen Zutaten gereicht, aber das war besonders lecker!

Ingrid und Artur Small

Wien (Kritzendorf )

Kritzendorf,
kennt ihr nicht? Gibt es schon seit der Bronzezeit.
Hier sind wir gegen abend angekommen und stehen nun kostenlos neben dem kleinen Bahnhof, um den herum eine Gemeinschaft von Hobbygärtnern kleine Naturoasen anlegt. Sehr idyllisch ist es hier, wenn grade kein Zug vorbeikommt, die fahren aber sehr langsam, so dass es hier eigentlich sehr nett ist. Sehr von Vorteil ist, dass wir von hier aus direkt nach Wien hineinfahren können. Übrigens sind wir nur zwei Stationen hinter Klosterneuburg, Gisela und Bernd!


Das Abstellen des Womos gestaltete sich ziemlich schwierig, was mit den Geländestruktur und mittelschweren Abstimmungsproblemen zu tun hat. Eigentlich gibt es 4 bis 5 Stellplätze, die aber bei unserer Ankunft schon belegt waren, so dass wir uns einige Meter weiter im Grünen hinstellen wollten. Diese Stelle war etwas abschüssig, so dass wir auf die Keile fahren mussten, um waagerecht im Bett zu liegen. Artur fuhr also rückwärts auf die erste Stufe, was aber noch nicht ausreichte, gab nochmal Gas und fuhr soweit auf die zweite Stufe, dass die Keile sich leicht nach hinten neigten. Mein Gezappel und Gestikulieren, "bloss nicht weiter, sondern nach vorn", wurde missdeutet oder missachtet, jedenfalls reichten weitere 10 cm um rückwärts von den Keilen zu rutschen. Die wiederum klappten gleichzeitig nach oben und klemmten nun aufrecht vor den Hinterreifen.

Ja, wer also sich nicht vorher über entsprechende Gesten abspricht oder sonst nichts zu tun hat, der macht sich eben unnötige Arbeit und gräbt ein bisschen. Dank Klappspaten und mit Unterstützung der heckwärtigen Stützen war die Arbeit und die Befreiung der Keile nach ca. einer halben Stunde erledigt. 

Diese halbe Stunde fehlte uns aber dann beim Einkaufen, denn als wir bei dem Spar-Markt um die Ecke ankamen, waren wir fünf Minuten zu spät dran-geschlossen. Eigentlich nicht das große Problem,  denn nach der Grabe-Aktion wollten wir sowieso nur noch das wohlverdiente Feierabendbier kaufen. 

Gleich gegenüber vom Supermarkt ist eine winzig kleine Eckkneipe, also sind wir dort rein und baten um Biere zum Mitnehmen. Nachdem geklärt war, welche Sorte für Deutsche wohl die Beste sei (es wurde so nebenbei auch angedeutet, dass Deutsche sowieso kein Bier kennen und vertragen, was eine kurze Diskussion über deutsches Bier und die passenden Trinkgewohnheiten auslöste) wurde der Preis genannt, 3 Euro pro Flasche, was Artur zu der erbosten Äusserung hinriss, "da trink ich lieber Wasser". Wir denken, dass dieser Preis extra für uns gemacht war, denn keiner der Gäste machte den Eindruck als könne er/sie mehr als 1,50 für eine Flasche bezahlen. Wir also wieder raus, dann eben kein Feierabendbier!

Auf dem Weg kamen wir an einer Pizzeria vorbei, dort kostet laut Speisekarte ein grosses Bier "nur" zwei Euro. Also hinein und die Biere zum Mitnehmen geordert. Im TV wurde grade ein ägyptisches Fußballspiel übertragen.Wie sich nun herausstellte hatten wir es hier mit einem ägyptischen Pizzabetreiber zu tun. Dabei fiel uns ein, dass ja das 2. Relegationsspiel zwischen Karlsruhe und dem HSV gerade angefangen hatte. Der Inhaber der Pizzeria ware so freundlich, uns in einem großen seperaten Raum den Fernseher anzuschalten und das "Erste" einzustellen. Die Biere zurück in die Kühlung und statt dessen ein frisch Gezapftes, gebracht vom Chef, der in seiner weissen t- shirt -Hosen- Kombination und der Frage "was kann ich für sie tun?", eher wie ein Arzt wirkte. So konnten wir also den Verbleib des Buli- Dinos in der ersten Liga live am TV miterleben. Ob wir mit Ergebnis zufrieden waren, ist natürlich eine ganz andere Sache.

Ungestört von Zügen oder ungewollten Blutansammlungen in Kopf (grade steht das Womo nicht) hatten wir eine gute Nacht.

Ingrid und Artur Small

Guten morgen,

das klappt ja gut! Jetzt beenden wir ja mal den Computerkurs und fahren los☺.

Jan musste mir noch schnell erklären, wie ich Texte abspeichern und später in den Blog einfügen kann.  Nun weiß ich wie es geht und die Reise kann jetzt losgehen.

Start war gegen Mittag, alles lief gut, nur das " Kreuz des Südens" am Himmel hat uns etwas irritiert. Am Abend waren wir in Regensburg und haben uns  zwischen Lkw aus Rumänien, Tschechien,  dem Iran, ... schön klein gemacht haben .

Ingrid und Artur Small

Und jetzt machen wir das halbe Jahr voll!!!

Eine Woche lang sah es so aus, als würde sich unsere Ab/Weiterreise etwas verzögern, denn leider hatte ich einen kleinen Glasbruch an meiner Brille. Es mussten neue Gläser bestellt werden, und wegen der Pfingstfeiertage ging der Optiker von fast zwei Wochen Lieferzeit aus. Letztlich ging es aber doch schneller als erwartet, so dass wir fast ein wenig überrumpelt wurden, als die Brille gestern abend fertig zur Abholung war.

Jetzt haben wir uns richtig ins Zeug gelegt und nun steht das Wohnmobil fertig gepackt und reisefertig vor der Tür. Alles was nicht unbedingt nötig ist haben wir abmontiert, bzw. rausgeschmissen , so dass wir jetzt mit gutem Gewissen jede Waage befahren können, insgesamt wendiger sind und alles im WOMO verstauen können.

So haben wir auf den Roller verzichtet und nur die Klappräder eingeladen, was wegen der Sperrigkeit ein recht schwieriges Unterfangen war- drei bis viermal haben wir bestimmt alles aus- und wieder eingepackt, aber jetzt passt es!

Ab morgen sind wir also wieder unterwegs- es wird bestimmt spannend und aufregend in diesen, für uns weißen Flecken auf der europäischen Landkarte.


  • Missing
    Tinaamring hat am kommentiert:

    Ihr lieben Reisenden, passt auf Euch auf! Ich freue mich schon auf die Fortsetzungen....
    Have a safe journey! Grüße auch von Micha, Meike und Sandra Z. Tina

Ingrid und Artur Small

Abschied

Der Rückflug nach Hamburg verlief planmässig und ohne Probleme. Pünktlich landeten wir am Hamburger Flughafen, aber dann wurde es etwas kompliziert. Wir hatten uns entschlossen, mit der NWB bis nach Bremen zu fahren und uns dort von Jan abholen zu lassen.

Am Flughafen stiegen wir in die S-Bahn zum HH Hauptbahnhof und erhielten unterwegs die Information, dass wir wegen eine Baustelle die S- Bahn verlassen und in den Schienenersatzverkehr, sprich einen Bus umsteigen müssen. Leider teilte uns niemand mit, wo der Bus genau abfährt, aber das fanden wir schliesslich heraus. Nach kurzer Busfahrt hieß es wieder in die S-Bahn umsteigen. Am Hauptbahnhof sauste ich  zum Fahrkartenschalter um ein Niedersachsenticket zu kaufen, Artur erkundigte sich nach Abfahrtszeit und Gleis, nun blieben nur noch wenige Minuten, aber letztlich erreichten wir den Bahnsteig 3 Minuten vor der Abfahrt. Allerdings stand noch kein Zug bereit, was ja mal passieren kann, als nach etwa 5 Minuten die Anzeige umsprang und einen Zug aus Bremen ankündigte, wurden wir etwas unruhig. Nachdem alle Reisenden den Zug verlassen hatten und auf dem Bahnsteig wieder Ruhe eingekehrt war, fragten wir einen vorbeischlendernden Bahnbeamten nach dem Zug nach Bremen. Ja, der sei nun schon weg, pünktlich abgefahren. Auf unsere Erwiderung, das könne nicht sein, es habe kein Zug am Bahnsteig gestanden erwiderte er, jaa, wahrscheinlich ganz weit hinten, hinter der Kurve, das könne man manchmal nicht so richtig sehen. Dann müssten wir halt den nächsten Zug in einer Stunde nehmen- und damit verschwand er und wir waren sauer, müde, wollten nach Hause. Nun tauchte noch eine Bahnbeamtin auf, die uns erklärte, natürlich (!!!) sei der Zug pünktlich abgefahren, aber heute mal auf einem anderen Gleis, wir hätten einfach auf die Durchsagen und die Hinweisschilder achten sollen, bitteschön. Durchsagen und Hinweise gab es an keiner Stelle!!!. So schlägt man sich also eine müde Stunde um die Ohren und denkt, dass das Reisen in Asien vielleicht doch einfacher ist?!

Aber dann saßen wir schließlich im Zug und tuckerten langsam Richtung Bremen, 500 m vor der Einfahrt in den Bahnhof hielt der Zug auf freier Strecke. Die Durchsage wies nach einiger Zeit auf eine betriebsbedingte Störung hin, man bittet die Reisenden um etwas Geduld. Die nächste Durchsage erklärt, es befänden sich Personen auf den Gleisen und die dritte Durchsage schmettert fröhlich durch den Lautsprecher, die Person sei nun eingefangen, man fahre jetzt in den Bremer Hauptbahnhof ein.

Endlich!!

Und so endete unsere Asienreise mit ähnlichen verkehrsbedingten Störungen, Verspätungen und Ausfällen, wie sie vor drei Monaten begonnen hatte.

Ingrid und Artur Small

Bangkok

Die letzten beiden Tage unserer Asienreise


Die letzten beiden Tage haben wir mit Gängen durch die Stadt verbracht, um noch ein paar Kleinigkeiten zu besorgen.  Teilweise haben wir Strecken per Flusstaxi zurückgelegt,  wir sind aber auch viel gelaufen,  so dass wir versteckte Ecken Bangkoks gesehen haben, nette Kurzkontskte hatten,  und doch noch den einen oder anderen unbekannten Tempel für eine Verschnaufpause nutzen konnten. 

Auf diese Weise haben wir auch unsere "Tempelglocken" bekommen. An den Firstverzierungen der Tempel hängen kleine Glocken,  die durch ein metallernes Bodibaumblatt im Wind klingeln und so gute Wünsche durch die Welt tragen.  So eine wollten wir uns gern in den Garten hängen, haben auf unserer Reise auch viele schöne Glocken gesehen,  aber wegen des Gewichts immer auf den Kauf verzichtet und auf Bangkok verwiesen. Nur konnten wir die hier nicht finden und niemand konnte uns eine entsprechende Auskunft geben. Durch Zufall, und nur weil wir uns mit einem Tuktuk Fahrer nicht auf einen Fahrpreis einigen konnten, gerieten wir in ein Viertel, in dem religioser Zubehör  für Tempel und Mönche hergestellt und verkauft wird. Hier gibt es alles, von Buddhafiguren in Lebensgröße,  über Bettelschalen für Mönche, Sitzkissen, Spendenkisten, Mönchsgewänder, uvm. Und eben auch diese Glocken -nun haben wir sogar zwei, die sehr schön klingen und auch sehr schön schwer sind.

Vorher haben wir noch einen Abstecher in die berühmte Khao San Road gemacht, die backpacker und Partyszenen Strasse schlechthin. Was abends und nachts hier los ist weiss ich natürlich nicht, aber tagsüber ist es hier so wie an  jedem anderen touristischen Ort auch. Gestern zusätzlich noch verdammt heiss. Ausser vielen guesthouses, Klamotten,  ein paar Kneipen , Tatoostudios, Geschäften für Piercing  Zubehör gibt es nichts von Bedeutung.  Halt, stimmt nicht, hier gibt es Frucht shakes und unheimlich gutes Padthai zum kleinen Preis.  

Ja und das Highlight des gestrigen Tages war der Prinz von Thailand.  Nichtsahnend steuerten wir auf eine sehr große Kreuzung zu, auf der 8 Polizisten den Verkehr regelten. Es wurde in die Trillerpfeife geblasen, ins Walkietalkiesgesprochen, Autos und Busse wurden durchgewinkt und wir fragten uns schon, wann wir endlich die Strasse überqueren dürfen. Schliesslich versiegte der Verkehrsfluss (und das zur Hauptverkehrszeit mitten in Bangkok ) und die wartenden Fussgänger wurden über die Strasse gewunken und mehr sls deutlich zur Eile angetrieben.  Alle anderen schienen das normal zu finden und beeilten sich entsprechend,  nur einige Touristen wollte in eine andere als die angewiesene Richtung, was ihnen aber untersagt wurde, und wir waren ein wenig bockig und wollten nicht über die Strasse getrieben werden, gingen also entsprechend langsam. 

Man stelle sich nun vor, eine riesige Kreuzung mitten in Bangkok, kein Auto auf der Strasse, alle Menschen weit von der Kreuzung entfernt, nur die Berghäuser stehen mit ihrem Fotoapparat rum und fotografieren die Autokolonne, die vorbeisaust.  Per Zuruf wurde uns auch das untersagt, "no photo" , aber manchmal verstehen wir ja so schlecht. Und dann war das letzte Auto vorbei gefahren und der ganze Spuk hatte ein Ende. Natürlich wollte ich nun wissen, was das ganze zu bedeuten hatte, jemand sagte, das sei der Prinz gewesen. Warum der dermassen abgeschirmt wird konnten sie mir nicht erklären. Daher fragte ich einen Offiziellen,  der bestätigte,  ja, das war der Prinz, aber es gehöre sich nicht am Strassenrand zu stehen oder zu versuchen einen Blick auf ihn zu erhaschen, das sei ein Mangel an Respekt,  dem  Prinzen gegenüber.  Meinen Einwand, die Königin von England freue sich, wenn ihr zugejubelt würde, belächelten sie nur milde.  

Der Prinz darf/ muss inzwischen Aufgaben des Königs übernehmen,  in diesem Fall die Feier zum Tag der Aussaat. Da nun langsam die Regenzeit beginnt, werden die Felder für die Aussaat vorbereitet. Natürlich gehört zu so einem wichtigen Termin auch die passende religiöse Zeremonie und so hatte man auf einem Sportplatz ein großes Oval mit Erde aufgeschüttet. Die Zeremonie wurde angeführt von religiösen Würdenträgern, gefolgt von einem Büffelgespann mit schön geschmückten Tieren, die einen Pflug ziehen. In die gepflügte Furche streut der Prinz gesegnete Reiskörner.  Die Priester beobachten genau, wie die Körner in die Furche fallen und welche dargebotenen Leckerbissen die Büffel in welcher Reihenfolge fressen.  Daraus ergibt sich eine Vorhersage für die nächte Ernte. 

Am Abend, nachdem die Rucksäcke soweit gepackt waren, haben wir nach etwas längerer Suche doch noch ein Restaurant gefunden in dem wir ein leckeres Abschiedsessen bekommen haben. 

Ein letztes CHANG, den Wecker ein letztes Mal gestellt und eine letzte Nacht in Bangkok.



Ingrid und Artur Small

Bangkok

Wir haben es heute mal mit "shoppen" versucht. 

Sehr schwierig, da wir beide Rückenschmerzen bekommen wenn wir langsam über Pflaster schlendern. 

Dennoch haben wir schon einige Sachen im  Gepäck und sehr interessante Dinge gesehen. Viel Krims und Krams wird natürlich angeboten,  aber wir waren auch in einer hochmodernen shopping mall, die es ohne weiteres mit europäischen Gegenstücken aufnehmen kann , nur dass hier sehr wenig Kundschaft zu finden ist und sich kein Mensch in den Geschäften aufhält. Fast scheint es wie eine Kulisse,  die nicht betreten werden darf- aber auch die Preise halten mit Leichtigkeit mit den europäischen Preisen mit. Ich kann schlecht einschätzen, wer hier einkaufen kann oder soll, auch für Touristen ist das einkaufen hier kein Schnäppchen. 

Der einzige Vorteil dieser Einkaufszentren, wenn es denn einer ist, man schwitzt nicht, denn die Klimaanlagen laufen auf Hochtouren. Natürlich bekommt man einen regelrechten Schlag und auch die Brille beschlägt, wenn man ins Freie tritt. 

Uns gefallen die offenen Märkte besser, da kann man handeln, nette Gespräche führen und entdeckt das eine oder andere Unvermutete oder Überraschende.

Ingrid und Artur Small

Bangkok

... und so schließt sich der Kreis. 

Die Überfahrt von Ko Samet nach Ban Phe hat wunderbar geklappt, wir wurden also genau so eingeschifft wie alle anderen beweglichen Güter auch. Am Horizont braute sich zwar schon wieder ein Gewitter zusammen,  ließ uns aber unbehelligt unsere Überfahrt machen. Mit halbstündiger Wartezeit  (schnell noch Ananas und Mango kaufen) ging es per Minivan gleich weiter nach Bangkok,  das Hotel war schon gebucht, also keine lange Suche, nur noch einziehen. 

So wohnen wir, anders als vor 3 Monaten (wie klingt das denn?) sehr zentral, am Rand von Chinatown, und können die meisten Sachen per pedes erledigen.  

Aus dem Hotel hinaus und ab ins Strassengewirr, so viel Gewirr, dass ich eine alte Dame nach der Richtung Chinatown (Zentrum) fragte, was sie allerdings nicht verstand.  Nun rutschte mir aus unerklärlichem Grund, das gequäkte und oft gehörte "chai tau"(Chinatown ) heraus und prompt wies die Dame den Weg. Ich war recht perplex und mußte ein wenig kichern, denn nie hätte ich erwartet, dass dieses Gequäke von irgendjemandem verstanden werden könnte. Ich quetsche es manchmal einfach so aus Quatsch heraus, weil es ziemlich witzig anhört. Artur hatte das Ganze gar nicht richtig mitbekommen und als ich ihm begeistert von meinen Sprachkünsten erzählte, mischte sich nach dem "chai tau" sofort ein Tuktuk Fahrer ein, "yes, chai tau, good price"-ja Klasse, ich bin begeistert. 

Na, und dann stand mal wieder ein Friseurbesuch an. Diesmal hatte der " Friseursalon" den Charme eines Schlachterladens in dem grade ein Flohmarkt abgehalten wird.  Besonders nett die menschliche Besetzung und Unterhaltung , aber auch die Versorgung mit Obst, und nicht zuletzt das deutliche Bemühen, alles anzubieten und zum Einsatz zu bringen was der Salon so zu bieten hat. Ein abgefertigter Kunde, der sich auf die Wartebank zu mir setzte, hatte sich gerade Augen und Ohren reinigen lassen, sehr angenehm,  wie er mir versicherte. Wie so eine Reinigung von statten geht blieb mir leider verborgen. 

Dennoch, das Gespräch war sehr nett, das Obst schmeckte  ( endlich habe ich die kleinen Stachelfrüchte probiert, sie schmecken ähnlich wir Lychees), und Arturs Haare wurden immer kürzer. Hier wird übrigens nicht mit der Schere, sondern mit Kamm und Haarschneidemaschine gearbeitet.  Die Dame (ich glaube jedenfalls, dass es eine war, hinter der Maske), setzte ihre Maschine hinter dem Ohr an und schon war eine Spurbreite Haare weg-ändern konnte man jetzt nichts mehr.

 Das Gespräch drehte sich natürlich um unsere Reise, wo es uns besonders gut gefallen hat, thailändisches Essen, deutsche Autos,  welche wohl die besten sind, Preise bei einem deutschen Frisör. Einige der Fragen waren vom Chef in Auftrag gegeben worden und die Übersetzung erfolgte prompt. Die Erwiderung auf die Übersetzung der deutschen Frisör Preise verstand ich sogar auf thailändisch, was allseits grosse Heiterkeit hervorrief. Eine kleine Preiserhöhung war so unvermeidlich. 

Nachdem vom Haupthaar fast nichts mehr übrig war, machte sich ??? an den Bart, zunächst einmal stufenweise Kürzung, aber als dann der Hals eingeschäumt wurde, reagierte Artur doch etwas panisch und brach die angehende Rasur mit dem scharfen Messer an seiner Kehle ab.

Als wir den Frisörladen verließen,  hoben die draußen sitzenden Kunden (?) begeistert die Daumen-wir finden den neuen Haarschnitt ein wenig gewöhnungsbedürftig.  


Ingrid und Artur Small

Ko Samet

Ein Tag zum Runterkühlen. 

In der Nacht gewitterte es heftig, es schien als bebte unsere Hütte, der Regen trommelte aufs Dach, aber alles blieb trocken und auch die Hütte hielt stand. Gegen morgen kehrte für kurze Zeit Ruhe ein, das Wetter beruhigte sich, aber scheinbar nur, um einmal kräftig Atem zu holen, denn dann bekamen wir ein Tropengewitter vom Feinsten geliefert. 

Am Horizont ballten sich schwarze Wolken zusammen, der Wind nahm zu und jedem muss eigentlich klar gewesen sein, was da auf uns zukommt.  Dessen ungeachtet wurde das gruppendynamisch weitergebildete Team in zwei Fährboote verfrachtet und bei ziemlich rauer See ging die Fahrt  Richtung Festland. Wir beobachteten die "Verladung " mit Kopfschütteln und verfolgten die Fahrt auf die See hinaus, während der Wind zum Sturm wurde und die Wellen höherschlugen. Nach etwa einer Viertelstunde erkannte der Kapitän  (haben die einen an Bord?) die Situation, drehte

um und lief wieder in unsere Bucht ein. Das kleinere Boot versuchte die Passagiere zu übernehmen,  was aber an dem hohen Seegang scheiterte, so dass die Leute auf dem Fährboot bleiben mussten. Das wurde nun von den Wellen hin und her geworfen und zudem begann es jetzt auch heftig zu regnen, alles begleitet von grellen Blitzen und ohrenbetäubenden Donnerschlägen. In der Ferne erkannten wir, dass das zuerst abgelegte Fährboot auch umdrehte, mit Höchstgeschwindigkeit in  Richtung Insel fuhr und in der Bucht vor uns Schutz fand. Die Situation an Bord der beiden Boote war bestimmt nicht schön-nass, kalt und mancheinem ist bestimmt schlecht geworden, aber Gottseidank ist nichts wirklich Schlimmes geschehen.  Etwa eine dreiviertel Stunde dauerte es, bis sich das Wetter etwas beruhigt hatte und  die Leute samt Gepäck an Land gebracht werden konnten. Dort wurden sie kurze Zeit später von einem sog. Speedboot abgeholt. Und so bekam die Gruppe zusätzlich zur Teambildung auch noch eine Gratisportion Erlebnispädagogik.

Schließlich verzog sich auch das Gewitter,  aber den gesamten restlichen Tag über war es bedeckt und die Temperaturen unter!!!! 30G

rad.

Und so wie jeden Tag,  kam auch wieder die Frau mit den starken Schultern - die bewundere ich wirklich.  Sie hat alles Zubehör für die Zubereitung eines Papayasalats, also Obst, Zutaten, Küchengeräte,  Teller, Besteck, den großen Mörserund vieles mehr in einem ihrer großen Körbe. Der hängt an einem Ende einer etwa 2m langen Bambusstange, am hinteren Ende befindet sich ein Grill mit glühender Holzkohle ,  auf dem sie Hähnchenteile zubereitet .  Zusatzlich hat sie einen kleinen Hocker dabei, auf dem sie während des Kochens sitzt. Beide Körbe zusammen haben schätzungsweise ein Gewicht von 30 kg. Damit läuft sie die Strände auf und ab, ihre Pausen sind die Kochzeiten. IhrcEssen schmeckthervorragend, aber das Beste ist ihr Lächeln.

Ich habe die Zeit für eine schöne Thai Massage genutzt. Wenn die Masseurin auf den hinteren Oberschenkelmuskeln kniet und gleichzeitig die Wirbelsäule mit ihren Ellenbogen bearbeitet,  denkt man vielleicht nicht an wohltuend,  aber wenn sie abgestiegen ist und Arme und Beine aus

 sonderbaren Verknotungen gelöst hat, setzt die Entspannung ein und man stellt fest, dass jedes Knöchelchen wieder am Platz ist.


Abschließend gab es noch ein rotes curry und eine tom yum Suppe. Und morgen sind wir dran mit einer Fährfahrt ans Festland

Ingrid und Artur Small

Ko Samet

Einen ganzen Tag zu verfaulenzen ist überhaupt kein Problem.  Bis mittags war das Wetter bilderbuchmässg, dann zog es sich mit rasender Geschwindigkeit zu, es begann zu blitzen, mächtig zu donnern und dann kam der Regen. Ob der erneute Stromausfall damit in Zusammenhang steht wissen wir nicht, aber es dauerte mehrere Stunden,  bis die Lichter wieder brannten.  Danach blieb es aber bewölkt und bis in die Nacht hinein blitzte es am Horizont. 

Die  Einheimischen interessiert der Regen überhaupt nicht,  sie gehen genauso schwimmen, als wenn die Sonne schiene.  Zum Wochenende treffen jetzt ganze Bootsladungen Urlauber ein, die hier am Strand genauso angelandet und abgeladen werden wie die Getränke und der Blumenkohl.  Am Nachmittag  traf eine große Gruppe ein, die ein gruppendynamisches Teambildungswochenende strandabwärts verbringt. Bei  netten Wasser-und Strandspielen, Staffelläufen und ähnlichen Juxereien hatten sie jedenfalls viel Spass, wie wir im Vorübergehen beobachten konnten. 

Unser abendliches Bier genossen wir wieder in tiefer Dunkelheit an der Wasserkante, wo es trotz der Finsternis viel zu gucken gibt:  In der Ferne zucken die Blitze, am Horizont liegen sechs Fischerboote mit hellgrünen Scheinwerfern  (wohl um die Fische anzulocken), die Sternbilder sind verrutscht,  wir starren immer nur auf eine "verbogene 7", die uns völlig unbekannt ist, und die hellen Gischtstreifen, die entstehen, wenn die Wellen gegen die Felsen zu unseren Füßen schlagen,  sehen in der Dunkelheit aus wie hin-und hersausende weiße  "Dementoren".



Ingrid und Artur Small

Ko Samet

Auf dem Friedhof der Korallen.

So ganz ohne etwas zu tun geht bei uns ja auch nicht, daher eine kleine Wanderung am Strand entlang in kleine und größere Buchten,  durch weißen!  Sand, über kleine Felsnasen, durch Urwaldgestrüpp. Natürlich mussten wir wieder einmal über Klippen klettern, die zusätzlich zu den gefühlten 50 Grad auch noch Hitze abstrahlten, da konnte die frische (?) Meeresbrise auch nicht mehr richtig helfen. 

In einer dieser Felsbuchten entdeckten wir den Korallenfriedhof: zwischen den Steinen lagen Unmengen an Korallen verschiedener Art und Grösse. Wie weiße Fingerknochen lagen die Kleineren zwischen den Felsen, wie mittelgroße Äste mit vielen Verzweigungen die Grösseren und fächerartig oder  ballgross die Allerschönsten.

Zwar hatten wir schon kleinere Korallenstücke am Strand gefunden, aber diese Menge und und vor allem die Grösse der Stücke hat uns doch etwas erschreckt. Natürlich wissen wir nicht, über welchen Zeitraum sich diese Masse angesammelt hat, aber wir denken doch, dass es wahrscheinlich  mit Bootsankern in Korallenriffen und/ oder auch mit der Wassererwärmung zu tun hat, mit der die Korallen nicht klarkommen.

Nachdem wir so richtig durchgeglüht waren, konnten wir für den Rest des Tages eigentlich nur noch sitzen, lesen, schwimmen und einen kleinen Frucht Shake nehmen . 

Gegen abend wanderten wir doch noch einmsl zum Internet Café,  dort mussten wir aber erfahren, dass telefonieren nur über Skype geht, oder zu absolut horrenden Preisen.  Aber da wir ja wieder in Thailand sind, müsste SMS wieder ankommen- also bitte mal gucken. 

Nun haben wir auch rausgefunden, was es mit dem nächtlichen Bootsverkehr auf sich hat: die Versorgung der Insel mit Lebensmitteln, Getränken und sonstigen Gütern wird auf diesem Weg erledigt. Da die Boote tagsüber für den Fährverkehr oder für Ausflugsfahrten genutzt werden, müssen die Versorgungsfahrten Nachts stattfinden. Die großen Boote fahren so weit wie möglich an den Strand,  dort werden die Waren von Hand in ein kleineres Boot umgeladen, am Strand geschultert und die restlichen Meter durchs Wasser an Land getragen.  So landen Tüten mit Obst, Gemüse , Fleisch und Fisch in den Kühlkisten, die schon mit Eis bestückt sind.

Was mit dem Müll geschieht,  haben wir noch nicht so richtig herausgefunden, jedenfalls gibt es ihn zuhauf und wenn man nicht nur gemütlich in seinem gepflegten Standresort sitzt, sondern auch mal um einige Ecken schaut, weiss man wo ein großer Teil bleibt. Ebenso ist unklar, wohin die Abwässer geleitet werden. An einigen Stellen führen armdicke Leitungen ins Meer, ...... ??? Und warum vom Land blaue Schläuche zu den grösseren Booten verlaufen ist auch noch nicht klar. Blau sind hier immer die Wasserleitungen,  also wird Wasser gepumt, ob Frischwasser per Boot gebracht wird? Noch haben wir zwei Tage Zeit.

  • Missing
    Heike Piero hat am kommentiert:

    Hallo ihr Lieben, weiterhin alles Gute...vielen Dank für die tollen Berichte!Beim Schwimmen obacht, leider trifft Mensch häufig "alte Bekannte"

Ingrid und Artur Small

Ko Samet

Nun wohnen wir am candlelight beach, ein kleines Paradies. 

Da die Unterkunft heute nacht eigentlich nur eine Notlösung war, machten wir uns nach dem Frühstück auf zu einem strandspaziergang,  in der hoffnung, doch noch ne nettere Unterkunft zu finden. 

Zwar hätten wir uns irgendwie  mit der Situation arrangiert, denn es stellte sich heraus,  dass auf die gesamte Verzehrrechnung 10% Abzug gewährt wird und das Frühstück im Preis inbegriffen ist. Aber es ist halt nicht der Ort an dem man einfach faulenzten kann, so gar nicht das was uns gefällt und wo wir uns wohl fühlen können, deshalb wollten wir nichts unversucht lassen und wanderten los. 

Und tatsächlich,  nur eine Bucht weiter fanden wir unser kleines Paradies, genau wie erträumt: kleine Hütte, direkt am Strand,  kein Rämidämmi,  nur weißer Sand, grünes Meer, kaum ein Mensch zu sehen.

Also schnell zurück, Sachen gepackt, ausgecheckt und umgezogen.  

Und ab da, einfach nur genießen: im Schatten unterm Kokospalmenblattdach, Kaffee trinken, Schwimmen gehen, eine laue Brise um die Nase wehen lassen, lesen, nichts tun - und nicht schwitzen!!!

Gegen abend liefen wir aber doch noch einmal los, da ich in besagtem Internet Cafe nach Emden telefonieren wollte, aber leider war einige Minuten vorher, von uns unbemerkt,  der Strom auf der gesamten Insel ausgefallen. Das bedeutet kein Licht,  keine Kühlung,  keine funktionierenden Ventilatoren oder Klimaanlagen. Da es langsam dunkel wurde, kauften wir noch schnell ein paar Getränke und machten uns auf den Heimweg.  Eine ganz besondere Situation, die Dunkelheit bricht ein und nirgendwo geht Licht an. So tauchte die ganze Insel langsam in eine tiefe Dunkelheit. Wir bewaffneten uns mit der Taschenlampe und gingen die 50 m zum Nachbarrestaurant, in der Hoffnung dort noch etwas zu essen zu bekommen. Weil hier in der Regel auf Gas gekocht wird,  waren wir guter Hoffnung.  Pustekuchen, in der Küche ist es dunkel,  da kann nicht gekocht werden, das Personal ist nach Hause geschickt worden, da man nicht weiss, wie lange der Strom wegbleiben wird. Schließlich war doch noch eine Kleinigkeit,  Reis mit Omlette möglich, unsere Taschenlampe leistete in der Küche hervorragende Dienste, und so kamen wir am candlelight beach zu einem candlelight dinner, und ringsum herrschte dunkle Nacht.

Den Rest des abends saßen wir, kühles Bier trinkend, die Füße fast im Meer , im Dunkeln und genossen den schönen Abend. Dunkel ist es bei uns, da hier kein Restaurant oder barbetrieb herrscht,  und wenn das Licht ausgeschaltet wird, ist es ziemlich finster. Wir beobachteten nächtliche Bootsbewegungen und befremdliche Entlademanöver, die wir nicht so recht einordnen konnten,  haben uns aber nicht gemuckst- man weiß ja nie

Der Strom blieb doch nicht so lange weg wie befürchtet,  denn als wir das Bier aus unserem Kühlschrank holten, fiel uns erst mit einiger Verspätung auf, dass dort Licht brannte ( man nennt es auch " asiatischer Müßiggang "

Ingrid und Artur Small

Ko Samet

Die Fahrt hierher hat super gut geklappt.  Das Taxi kam pünktlich,  die beiden Menschen die mitfahren sollten hatten leider abgesagt, so dass wir das ganze Auto für uns hatten. Auf halber Strecke wurde noch ein kleines Mädchen und Gepäck dazu gesetzt. An der Grenze war die 2 stündige Fahrt beendet, Kosten für 2 Personen,  10 Dollar, besser geht es nicht. An der Grenze  der gewohnte Ablauf,  Stempel bei der Ausreise,  Foto und Einreiseantrag bei der Einreise nach Thailand,  das ganze kostenfrei, da wir innerhalb von 15 Tagen das Land wieder verlassen werden.

Die Fahrt bis zur nächste Bushaltestelle wurde per Moped zurückgelegt , wobei ich immer Angst habe, hinten runterzufallen, da ja der schwere Rucksack so nach hinten zieht. Zwar liegt er ein bisschen auf, aber das Gefühl ist eben da- und am Fahrer möchte ich mich auch nicht so recht festklammern, so dass ich völlig verkrampft absteige.  Hat aber alles geklappet, ich bin natürlich nicht runtergefallen,  der Pickup an der Haltestelle fuhr  nach wenigen Minuten ab . Anderthalb Stunden Fahrt, umsteigen in einen Bus der uns nach weiteren 1,5 Stunden an der Hauptstraße  rauslies, dort wieder auf ein Moped bis zum Fähranleger und dann mit 200 Ps auf die Insel. 

Und hier riss der "Reisefaden" ab. Am inselhafen angekommen, war es tierisch heiss, als Transportmittel verkehrern nur überteuerte Pritschenwagen, die aber auch nur fahren, wenn sie voll beladen sind. Da die insel aber relativ langgestreckt ist, waren wir auf dieses Transportmittel angewiesen um uns zu einem guesthouse bringen zu lassen, das wir uns ausgeguckt hatten-also saurer Apfel! Und nun ging eine ziemlich beschi. . . .  Sucherei los : entweder die hotels ausgebucht, oder so überteuert, dass wir nicht berrit waren, das zu bezahlen. So wanderten wir weiter,  mit vollem Gepäck von Bucht zu Bucht und Hotel zu Hotel. Langsam wurde es Abend und wir "hatten immer noch keine Herberge gefunden ". Auch abseits des Strandes gab es nichts, deshalb ließen wir uns von einem vorbeikommenden Wagen noch einige Buchten weiter mitnehmen.  Dort trafen sich wir auf einen lispelnden Chinesen  (


Ingrid und Artur Small

Battambang

zu verlassen erweist sich als schwieriger als gedacht.

Nun haben wir uns doch entschlossen noch ein paar Strandtage vor unserem Heimflug einzulegen.  Wir wollen beide keine Tempel, Ruinen oder Steinhaufen mehr sehen, wir brauchen einfach mal den freien Blick aufs Wasser,  Strand und Palmen.  So haben wir geplant,  Kambodscha über den Grenzübergang Psar Pruhm zu verlassen und dann weiter auf die Insel Ko Samet zu fahren. Ja, sagt ein Angestellter hier im Hotel, kein Problem,  er organisiert das für uns. Kurze Zeit später, er hatte telefoniert, kam er mit der Nachricht,  7 Dollar pro Person bis zur thailändischen Grenze, Abfahrt morgens ab Taxistand neben dem nightmarket, kein Problem. Da wir sowieso noch mit den Rädern in die Stadt fahren wollten,  dachten wir, das schauen wir uns schonmal an. In einem anderen guesthouse auf dem Weg, die auch Bustickets verkaufen, fragten wir nochmal nach und erfuhren, dass man besser gleich morgens am Taxistand auftaucht und dann ein Taxi sucht, im Voraus sei das alles schlecht, über Nacht würden die Fahrer die Abmachung vergessen. Na ja, wir fuhren trotzdem mal hin, dachten wir könnten gleich ein Ticket für morgen kaufen. 

Angekommen erwartete uns ein unglaubliches Chaos -rund um den Markt,  der an sich schon quirlig ist, standen und fuhren Autos, Minivans, Pick-ups verschiedener, oder gar keiner Güte, wurden be- oder ent-oder überladen, nirgendwo entdeckten wir irgendetwas, was auf Tickets oder ähnliches hinwies. In einer Ecke entdeckten wir in einer Halle schließlich doch einen Tisch mit Buswerbung, aber der Mensch auf der Klappliege wollte nicht aufstehen,  der andere verstand uns nicht, der dritte holte schließlich eine junge Frau  die uns vielleicht verstand,  aber nur sagte " not have" und quer über den Markt wies. So arbeiteten wir uns weiter vor, vergeblich allerdings, so dass wir schließlich  in ein etwas zwielichtiges guesthouse gingen und dort nachfragten. Die Antwort hier " not know", mit Zeigerichtung quer über den Markt, das kannten wir ja eigentlich schon, nur dass diesmal die Richtung eine andere war. Hm! Kaum hatten wir das guesthouse verlassen stürtzte ein junger Mann mit mittelprächtiger Fahne hinter uns her, das große  Geschäft witternt, der alles organisieren wollte oder konnte, uns aber auch nicht verstand und sofort ein Taxi für die sofortige Abfahrt organisierte.  Im Nuh waren noch verschiedene andere Fahrer da, verständlich machen konnten wir uns nicht, es herrschte ein ziemliches Durcheinander bis irgendjemand doch verstand,  dass es heute keine Tour zu fahren gibt, das Interesse schlagartig erlahmte und wir uns schnell von dannen machten.

Einen letzten Versuch machten wir noch an anderer Stelle, aber niemand verstand, dass wir wissen wollten,  wo die Taxen zur Grenze abfahren. So holte ich diesmal den Stadtplan hervor,  der für die meisten Leute hier wie ein Bild mit sieben Siegeln aussieht. Auf diesem Plan waren nun kleine Bilder aufgedruckt, so dass ich erklären konnte, dass wir alle hier, es waren schon einige Leute zusammengekommen,  an genau dieser Stelle stehen. Als sie das verstanden hatten war die Begeisterung groß , denn nun erklärten sie mir, wo wir stehen, sie waren durchweg begeistert,  schlugen sich fast gegenseitig auf die Schulter und erklärten sich und uns, dass dieses Bild auf dem Plan genau das Denkmal dort drüben sei, wir also genau hier stehen - ja und weiter kamen wir nicht, aber es war schon sehr lustig.  

Dass wir hier nichts erreichen würden war nun klar, aber wie wir hier morgen früh das richtige Taxi finden sollten war völlig unklar. Daher liebäugelten wir langsam mit dem Gedanken  einen weiter nördlich gelegenen Grenzübergang zu nehmen,  zu dem viel Busse fahren. In besagtem guesthouse wurde auf Nachfrage erklärt, Busse zum Grenzübergang Psar Pruhm fahren nur mittags, zum anderen Übergang auch morgens, alles 7 Dollars. Gut, mit diesen Informationen kamen wir wieder hier an und äußerten unsere Bedenken, wegen chaotischer Bedingungen, etc. Kein Problem,  der Tuktuk Fahrer der un zum Taxistand fährt wird instruiert, Abfahrt morgens 8.30 Uhr. Also gaben wir die Buchung in Auftrag,  gaben das Geld ab und ein Angestellter fuhr los um die Tickets zu kaufen, kam aber mit der Nachricht zurück, " not possible ". Was da nun schief gelaufen war bekamen wir nicht raus. Alternative, Privattaxi für 30 Dollar.  Inzwischen waren wir gedanklich schon wieder bei dem anderen Grenzübergang,  da kam plötzlich das Angebot : privates Taxi mit anderen Leuten teilen, jeder zahlt 5 Dollar,  Abfahrt um 8.30 Uhr. War das nicht genau das, wonach wir den ganzen Tag gefragt hatten?!

Nun hoffen wir, dass morgen alles klappt.  Erstaunlicherweise hat der Fahrer von sich aus schon gesagt, dass höchsten 4-5 Leute mitfahren werden, da die Ausländer ja so gross seien. Ansonsten werden zusätzlich zum Fahrer 6 Leute eingepackt. 

Gegen Abend,  als die Temperaturen nur noch so um 30 Grad waren, haben wir noch eine kleine Radtour am Fluss entlang durch kleine Dörfer, quasi über Land gemacht. Ziel waren 21 etwa 100 Jahre alte Holzhäuser , die gut erhalten am Fluss stehen und teilweise zu besichtigen sind- dafür kamen wir aber zu spät. Trotzdem war es eine sehr schöne, idyllische Fahrt über Land, durch das normale kambodschanische Landleben hindurch. 

Am fluss wird grade ein Wasserwerk gebaut und aus den Informationen am werksschild konnten wir entnehmen,  dass der durchschnittliche Wasserverbrauch pro Person bei 8,05 l (das ist eine klospülung!!!) liegt, 9%der Bevölkerung ist z.Zt. an das Wassernetz angeschlossen.

Ingrid und Artur Small

Battambang

Eine Fahrt mit dem bamboo train stand heute auf dem Programm.  Mit den Fahrrädern ging es durch die Hitze zur "Bahnstation", dh an den Stadtrand , wo die Sammelstelle für die Gefährte ist. 

Nachdem die Franzosen um 19 Hundert das Schienennetz verlegten, entwickelte sich etwa 20 Jahre später die Idee des bamboo train.  Der grundlegende Gedanke war, die Bauern durch die Bahnstrecke  an die Städte anzubinden und so den Transport von Gütern zu erleichtern.  

Der bamboo train besteht aus drei Teilen,  2 Achsen und der Plattform, die aus einem Holzrahmen besteht,  die Plattform selbst ist ein Bambusgeflecht. Das Ganze ist etwa 30-40cm hoch, die Be- und Entladung auch schwerer Ladung wird so deutlich erleichtert.  Bis vor einigen Jahren waren vier Mann notwendig,  um das Gefährt in Bewegung zu setzten. Mit Bambusstangen stieß man sich ab und rollte so auf den Schienen voran. Heute übernimmt das ein kleiner 6 ps Motor. Da die Strecke nur einspurig ist, kommt es zwangsläufig zu Gegenverkehr mit entsprechenden Frontalbegegnungen. Natürlich sieht man sich rechtzeitig, so dass die Geschwindigkeit gedrosselt wird und beide Fahrzeuge voreinander zum Stehen kommen. Die geltende Regel  ist: der Leichtere muss die Strecke verlassen,  also wird die Plattform einfach abgehoben und an den Gleisrand gelegt, die beiden Achsen ebenso,  der Gegenverkehr passiert,  die Achsen werden  zurückgestellt ,  die Plattform wird wieder aufgelegt und weiter geht die Fahrt- bis zur nächsten Begegnung.Theoretisch kann man auf diese Weise bis nach Phnom Penh oder sonstwohin fahren. Der öffentliche Schienenverkehr hierzulande ist so langsam und die Lokomotiven tuten fast ununterbrochen,  so dass man rechtzeitig die Strecke freimachen könnte. Auf der Plattform haben 12 Menschen oder drei Tonnen Reis, oder Holz, oder.... Platz 

Der bamboo train ist noch immer im Gebrauch, dient aber in den letzten Jahren immer mehr als Touristenattraktion, und es ist schon lustig so durch die Reisfelder zu sausen. Es rattert und scheppert erheblich,  den Blick auf die Schienen zu werfen ist ein grober Fehler  bei einer schlangenförmigen Streckenführung und einem Versatz zwischen den einzelnen Gleisstücken von ca 2 cm- da wundert man sich manchmal schon,  dass der Wagen nicht entgleist.

Es hat etwas von einer Fahrt mit der Lore,  Christina, nur sitzt man direkt auf der Plattform und es ist nicht so kalt.

Was mir sonst noch so einfällt:

Besonders hier in der Gegend werden am Strassenrand Muscheln verkauft. Auf grossen Blechen liegen sie gesalzen und mit Chili angereichert stundenlang in der prallen Sonne . Angeblich reduzieren sich durch die Gewürze und die Sonne/Hitze die Bakterien.  Jedenfalls werden die Muscheln nach dem Kauf  zwischen den Zähnen  geknackt und roh geknabbert wie Pistazien. 

Neben dem guesthouse scheint es etwas feucht zu sein, dort leben seit gestern Frösche, die die Regenzeit ankündigen, sie quaken nicht, sondern klingen wie quietschende Ventilatoren.

In einem langen Gespräch mit einem seit vielen Jahren hier lebenden australischen Schlachter, haben wir einen Blick auf die kambodschanische Lebensart,  aus westlicher Sicht erhalten: lieber gar nichts als ein wenig tun, ausgiebig sitzen oder in der Hängematte liegen, , das leben genießen,  nach Möglichkeit mit einem Bier in der Hand.  Aus kambodschanischer Sicht das perfekte Leben, aus westlicher Sicht auf Dauer  völlig unverständlich . Ausserdem ließ er sich ausgiebig über die Mönche aus, die seiner Ansicht nach nichts anderes tun als Spenden sammeln. Das Wort schmarotzen hat er nun nicht in den mund genommen,  aber inhaltlich ging es in diese Richtung


Ingrid und Artur Small

Battambang

macht einen dtwas verschlafenen Eindruck.  Aber vielleicht liegt es daran, dass Wochenende ist, wobei das normalerweise keinen Unterschied macht. Die allermeisten Geschäfte haben geöffnet (ausser den Zahnärzten, denen geht es hier anscheinend auch sehr gut ) an  Baustellen wird weiter gearbeitet, Werkstätten,  eben alles läuft weiter. Nur hier in battambang ist es etwas anders, viele Geschäfte hatten heute nachmittag geschlossen und es waren wenig Menschen unterwegs. Aber vielleicht gibt es dafür einen Grund den wir nicht kennen. 

Die heutige Busfahrt stand unter dem Motto "bloß nicht hochschalten", so dass wir uns etwas drei Stunden einen sehr gequälten Motor anhören mußten. Hier in Battambang sind wir sehr schön im " coconut guesthouse" untergekommen,  zwar nicht ganz zentral, dafür stehen  Fahrräder zur freien Verfügung. Das haben wir gleich ausgenutzt und  eine kleine Besichtigungstour gemacht. Der Ort ist noch immer geprägt von französischer Kolonoalarchitektur, verschiedene Villen stehen am Fluss Sangke, in der Innenstadt befinden sich noch mehrere Geschäfts- und ehemalige Kolonoalwarenhäuser, dazwischen die typische hiesige Bebauung, also Wohn- und Geschäftshäuser , die etwa folgendermaßen aussehen : die Vorderfront im Erdgeschoss ist meist ganz offen, am Abend wird ein Rollgitter vorgeschoben. Waren die angeboten werden, müssen jeden Morgen aus dem Innenraum vor das Geschäft getragen und dort aufgebaut werden. Hinter dem Rollgitter liegt meist ein großer, gefliester Raum, in dem das Lager untergebracht, aber auch der Esstisch und verschiedene Sitzgelegenheiten, oft auch ein Bett, und natürlich der Fernseher und die Hochzeitsbilder. Meist steht irgendwo noch ein Schrank. Hier befindet sich auch der Abstellplatz fur das Moped und falls genug Platz ist, auch der Parkplatz für das Auto.  Gekocht wird oft vorne an der Strasse,  so dass wir anfangs gar nicht erkannt haben, dass es sich hier um einen Privathaushalt handelt und nicht um einen Suppenstand. Da sich das leben zum allergrößten Teil an der Strasse oder im vorderen Teil dieses Raums abspielt,  saßen wir manchmal schon fast bei den Leuten im Wohnzimmer und verlangten nach Suppe, bevor wir unseren Irrtum bemerkten-die leute fanden das meist recht lustig.

Wir haben heute in einer kleinen chinesischen bude gegessen, wo die nudeln frisch vor unseren Augen zubereitet wurden, dh. aus dem nudelteigkloss entstanden durch oftmaliges Auseinanderziehen,  zusammendrehen, ziehen, ... Nudeln- so wie man es manchmal im Fernsehen sieht und nicht glauben kann- in Natur geht es einem genauso. Aber lecker wars!!!

Auf dercrückfahrt sind wir doch tatsächlich noch nass geworden,  was hier aber nicht weiter stört,  denn ein großer Teil verdunstet gleich wieder und der andere Teil ist warm. Schon vorgestern hat es hier tüchtig geregnet und wir haben in Siem Reap ja auch etwas abbekommen. Regen und Gewitter sind hier sehr schwierig einzuschätzen. Erst türmen sich die Wolken, es wird dunkel, dann fegen regelrechte Staubstürme durch die Straßen,  die auf den Märkten und an den Straßenständen für einige Unruhe sorgen, denn dort fliegen die Stühle,  Topfdeckel machen sich selbstständig und die Abdeckplanen zerren an ihren Seilen.  Dennoch sind die Leute eher unbeeindruckt davon, sammeln die Stühle und Deckel wieder ein, beschweren das eine oder andere, halten eine Weile das Seil fest und sehen keinen Anlass für weitre Aufregung oder Vorsorgemassnahmen. Die Sturmböen können einige Zeit andauern, dann legt sich der Wind und man hört es rundum donnern, kann aber nicht genau orten, woher es kommt. Die Krönung sind dann die Blitze, die den ganzen Himmel bedecken können- und immernoch regnet es nicht.U u fallen nur wenige Tropfen, die kaum den Boden erreichen, sozusagen viel Wind um nichts, aber manchmal schüttet es wie aus Eimern- und das fühlt sich dann genauso an. Ja, die Regenzeit schickt schon mal ein paar Vorboten. 

Morgen fahren wir mit dem bamboo train,  das wird bestimmt lustig. 



Ingrid und Artur Small

Angkor

- Tempel ohne Ende. 

Noch ein Tag mit Mr. Keo und seiner goldenen Rikscha.  Die meisten der ganz großen Tempel in der näheren Umgebung haben wir in den letzten Tagen abgearbeitet, deshalb ging es heitd ca. 30 km nach außerhalb, zum sogenannten Lady Tempel.  Wegen seiner besonders feinen, dreidimensionalen Reliefe glaubte man, diese Arbeiten könnten nur von Frauen durchgeführt worden sein. Wahrscheinlich ist der Tempel aber von einer Frau in Auftrag gegeben worden und gilt gleichzeitig als hinduistisches und buddhistisches Heiligtum.

Ingrid und Artur Small

Angkor

und noch mehr Tempel. 

Pünktlich stand Mr. Keo mit seiner goldenen!!!! Rikscha vor der Tür  (in der man übrigens sitzt wie in einem Himmelbett), und los ging die Fahrt an den Stadtrand zu Rulous-Gruppe. Hier stehen die frühesten Khmer Tempel mit ihrer klassischen Bauweise und der typischen Khmer Khmer Kunst, die Bauten stammen aus dem 9. Jahrhundert.  Der Bezug zu Indien ist unübersehbar, denn indische Götter, die indische Mythologie und Schriften in Sanskrit weisen deutlich darauf hin. Genau haben wir es noch nicht verstanden, aber über einige Jahrhunderte hinweg waren Hinduismus und Buddhismus gleichberechtigte Religionen und dementsprechend Thema für die künstlerische Ausgestaltung der Tempel. Auch hier gilr: Wer mehr zu den einzelen Tempeln wissen will, muss googln.

Am Rande erwähnt: vor den Tempeln tummeln sich immer viele Kinder die Obst, Postkarten und kalte Getränke verkaufrn wollen und geschickte Antworten auf unsere "doofen" Einwände geben können.  Auf die frsge, warum die nicht in der Schule sind, antworten sie, dass sie morgens Karten verkaufen müssen, damit sie sich stifte kaufen können, ausserdem gehen sie am nachmittag in die Schule. Ein anderes Kind erzählt mit treuem Augenaufschlag, heute sei schulfrei, der Lehrer kauft in der Stadt Bücher ein. AAls ich ihnen mitteilte, dass ich Lehrerin bin und die Geschichten nicht so recht glaube,  ging sie ein wenig auf Abstand.   Mit allen Wassern gewaschen  die Kleinen,  aber ein gutes Englisch. Auf das Erlernen der englischen Sprache wird hier viel Wert gelegt. Zwar unterrichten Menschen, mit denen man sich kaum unterhalten kann, aber wenn sie den Grundstein legen, kann man darauf aufbauen. Viele Kinder aus mittellosen Familien werden kostenlos im Koster unterrichtet wie uns ein Mönch erzählte ( einer der besagten Englischlehrer ). 



Ingrid und Artur Small

Angkor

und seine vielen Tempel. 

Gleich um 8 Uhr ging es mit Mr. Keo los Richtung Angkor Wat.  Über die Geschichte dieser riesigen Anlage kann ich mich hier nicht auslassen, das muss jeder bei Interesse selbst nachlesen. Nur so viel:  Angkor Wat symbolisiert den Himmel auf Erden und stellt die weltliche Verkörperung des Berges Meru, dem buddhistischen Olymp und Sitz der alten Götter dar- Angkor Wat gilt als das Herz Kambodschas.

Ja, wie kann ich beschreiben wie unglaublich beeindruckend diese Anlage ist? Ist es die Grösse und Symmetrie, die langen Gänge,  deren Seiten über und über mit wunderschönen Reliefs bedeckt sind und alte Geschichten erzählen, die Türstürze die auf jedem Zentimeter Bordüren oder religiöse Darstellungen zeigen? Vielleicht die feingearbeiteten  Säulen vor den Fensteröffnungen oder die versteckten Tänzerinnen in den Ecken?  Im Gegensatz zu diesen sehr filigranen Arbeiten stehen die schweren Steinblöcke die den Boden bilden und die Decke tragen.

uf 


  • Missing
    Hartmut hat am kommentiert:

    Eure Reise ist wohl leider bald vorbei, der Spargel wartet,....... Ihr werdet es nicht glauben, ich glaube ich habe es geschafft. Hoffentlich nicht zu spät!!!???
    Gruß Hartmut

  • Small
    Ingrid und Artur hat am kommentiert:

    Ja leider, ich würde gern noch ein paar Wochen bleiben- aber Spargel ist ja auch ganz nett!! Schön, dass es jetzt klappt! Nun hast du noch 14 Tage Zeit! LG

Ingrid und Artur Small

Siem Reap

- ein erster Augen Blick auf Angkor Wat. 

Nach einer langen Nacht haben wir unsere Stadttour im Wat Bo, gleich um die Ecke begonnen.  Eine wunderschöne Tempelanlage mit tollen Farben,  blau,  helles ocker, dunkelrot. Im Inneren sehr gut erhaltene und ausdrucksstarke Wandgemälde aus dem indischen Ramayana. Von einem sizilianischen Restaurator,  der im und am Tempel für drei Wochen arbeitet erfuhren wir, dass junge Einheimische eine Grundausbildung in den verschiedenen notwendigen Techniken zur Restaurierung erhalten und die Arbeiten möglichst selbständig weiterführen sollen. Regelmäßig schauen Fachleute aus dem Ausland vorbei und begleiten so die Arbeit. Während wir uns im Tempel umschauten, arbeiteten drei junge Frauen daran, den irgendwann einmal aufgetragen und wahrscheinlich mehrfach überstrichenen Gipsputz mit kleinen Messern von einer Säule abzukratzen. ...und der Tempel hat so viele Säulen. 

Danach ging es quer durchedie Stadt zu verschiedenen Läden und Einrichtungen,  in denen Behinderte, in jeglicher Form ausgebeutete Frauen,  Minenopfer, ... Ausbildung und Arbeit bekommen. In einer Art Kunst- und Handwerksschule können Besucher die Herstellung von Steinmetz -und Holzarbeiten verfolgen ,die Verzierung von Keramiken bewundern und darüber staunen, wie sich ein kupferfarbener Serviettenring plötzlich in ein silberfarbenes Prachtstück verwandelt. Mit haarfeinen Pinseln malen junge Frauen traditionelle und religiöse Bilder. Für alle diese Arbeiten stehen nur wenige Vorlagen zur Verfügung, irgendwie scheint es, als seinen die Bilder schon in den Menschen vorhanden und finden hier den Weg nach draußen.   Diese Arbeiten sind allesamt von sehr hoher Qualität und werden zu entsprechenden Preisen im zugehörigen Shop verkauft - bezahlen mit Visa Karte ist möglich! !! Die Steinmetze bekommen aber auch Aufträge aus den Angkor Tempeln für dortige Restaurierungsarbeiten, was für ihre Qualität spricht.

Auf dem Rückweg gab es noch einen erfrischenden Frucht shake- die Dinger haben wir lieben gelernt. Obst nach Wahl, ein wenig Kokosmilch und Eiswürfel werden im Mixer zu einer dicklichen Masse zerhackt- kalt, fruchtig und lecker!!! Artur nimmt meist Ananas,  ich Mango - hm!!!

Und dann gings los Richtung Angkor Wat,  wo wir uns schon heute die Tickets für morgen kauften. Bis zum Verkaufsschalter sind es etwa 4 km, das Ausstellen der Eintrittskarten mit Foto ging sehr flott,  Kostenpunkt für drei Tage : 40 Dollar! !!!!!! Von dort aus fährt man noch einmal 4 km bis zum äußeren Wassergraben,  der etwa 190 m breit ist.

Obwohl die Karten erst morgen ihre Gültigkeit erlangen, kann man kurz vor Toreschluss noch zum Sonnenuntergang aufs Gelände. 

Zunächst betritt man die Anlage durch ganz massives Eingangstor und gelangt so auf den steinernen Damm der zum Haupttempel führt. Der Damm ist nicht mit Steinplatten belegt, sondern besteht aus tonnenschweren, massiven Sandsteinquadern von unterschiedlicher Größe.  An den Seiten windet sich über mehrere hundert Meter  als Geländer eine reich verzierte steinerne Naga (Schlange ), die in regelmäßigen Abständen an den Treppen zu den seitlichen Bassins als aufgerichtete siebenköpfige Schlange endet. Die 7 köpfige Naga symbolisiert den Regenbogen , stellt  die Verbindung zwischen Himmel und Erde  dar und symbolisiert eine beschützende Kraft. Fast am Ende des Damms, man hat hier schon einen guten Blick auf die 5 Türme,  wurden wir leider gestoppt und mit dem Hinweis zurückgeschickt der Tempel sei jetzt geschlossen.  Nett aber bestimmt liessen die Herren nicht mit sich reden. Meine Frage, wie denn der viel gerühmte Sonnenuntergang zu erleben sei, wenn man eine halbe Stunde vorher das Gelände verlassen muss, wurde nur mit einem " not possible " beantwortet. So hieß  es also das Gelände verlassen,  wobei wir langsam gingen und vieles ganz genau betrachteten.  Schon jetzt haben wir die Befürchtung,  dass unsere Zeitehinten und vorne nicht ausreichen wird, um diese Schätze zu erfassen. Jeder Zentimeter ist mit Verzierungen oder Reliefs versehen, wohin soll man zuerdt schauen, worauf seinrn Schwerpunkt legen?

Immerhin haben wir einen groben Plan, morgen geht es mit Fahrer zum Angkor Wat,  Bayon, Ta Prohm, also den grössten und bedeutendsten Monumenten.  Die reihenfolge überlassen wir dem Fahrer, der weiss gut Bescheid,  wann und wo es zu welcher Zeit am schönsten ist.

Ich bin schon ganz aufgeregt.

Am Abend gab es Khmer Gericht,  bestehend aus Fisch aus dem Tonle Sap, zubereitet in einer Sauce aus Kokosmilch,  Zitronengras,  feingeschnittenem Gemüse,  gut gewürzt und serviert in einer Kokosnuss- sehr,  sehr lecker!

Ingrid und Artur Small

Siem Reap

- hier stehe  die wohl beeindruckendsten Ruinen der Welt.

Genau wie gestern begann der Tag mit einem etwa einstündigen Regenguss, vergleichbar mit einer aufgedrehten Dusche. Gewaltig laut trommelt der Regen auf die Dächer und die Kunststoffplanen, mit denen viele Auffenthaltsbereiche sbgedeckt sind. In Ermangelung von funktionierenden Abwassersystemen, eie Dachrinnen pladderte das Wasser ungehemmt von dfn Dächern,  sammelt sich suf der Straße,  wo es auch nicht so recht abfließen kann und bildet große Seen.  Jetzt trocknet dss Wasser schnell weg, aber wie es hier in der Regenzeit aussieht mag ich mir nicht so recht vorstellen.  In nullkommNichts haben die Tuktuk  Fahrer die planen an de  seiten heruntergerollt, die meisten Leute haben entweder einen Regenschirm parat oder einen Regenmantel oder poncho aus ganz dünner plastikfolie,  viele interessiert das Wasser aber gsr nicht, sie bewegen sich im Regen sls sei er gar nicht da. Aber die lrute schwimmen ja such in ihren Klamotten und lassen sie am Körper trockenen.  

Wenn wir so aus dem Fenster schauen und diesen schönen Regen sehen, stellt sich automatisch das Gefühl von Abkühlung und frischer luft nach einem Sommerregen ein- hier fühlt es sich an, wie der 3. oder 4. Saunaaufguss. Eine fast körperliche Enttäuschung.

Mit einem Tuktuk wurden wir abgeholt und durch die halbe Stadt zum Busbahnhof gebracht, unterwegs sammelten wir eine Mitreisende der Laos/Kambodscha  Fahrt ein. Die Fahrt war mit gut 5 stunden Stunden angesetzt, angekommen sind wir letztlich nach mehr als 7 Stunden. Das Tuktuk in die stadt teilten wir uns mit zwei schweizern und nach mehreren guesthouse Inspektionen sind wir jetzt zufriedenstellend im "two dragon" untergekommen.  

Der eigentliche Plan bei rechtzeitiger Ankunft vor Ort war, die Eintrittskartefür drei Tages für das Tempelgelände nach 17 Uhr zu kaufen ( für ein 3 Tage Ticket wird eine Art Ausweis angefertigt ), dann kann man noch bis zur Schließung aus Gelände und morgen richtig in die Khmer Ruinen Welt einzutauchen. Nun werden wir wohl morgen einen ausgiebigen Plan  für die nächsten Tage machen und das Ticket morgen abend kaufen.

Heute Abend auf dem Nachtmarkt habe ich etwas ganz besonders leckeres gegessen : Bro Hok coconutmilk. Eine Art Curry, bestehend aus fermentierten kleinen  Fischen, Schweinehackfleisch, Kokosmilch und vielen Gewürzen. Klingt ganz fremd, aber reizvoll und hat sich wirklich geĺohnt.

Die nächsten Tage werden der ultimative Härtetest, Temperaturen nahe 40 Grad, Sonne und hohe Luftfeuchtigkeit. 

Übrigens : Auf dem land fangen die Menschen Regenwasser in grossen Plastikplanen auf.

Ingrid und Artur Small

Phnom Penh

Das kambodschanische Grauen, Teil II. 

Der Tag begann mit der Entdeckung,  dass wir die ganze Nacht bei offener Tür geschlafen haben, aber wer mit offener Wohnwagentür durch Paris fahren kann, für den ist eine Nacht bei offener Tür in Phnom Penh ein Leichtes .

Wir organisierten noch schnell die Weiterfahrt nach Siem Reap (Angkor Wat) morgen früh und begannen dann hart um den Fahrpreis zu den "Killing fields", 15 km ausserhalb der Stadt zu verhandeln, bis alle zufrieden waren.

Dieses "killing field" ist nur eines von vielen  die im gesamten Land verteilt waren und auf denen insgesamt etwa  1,7 Millionen umgebracht und verscharrt wurden.  In der Gedenkstätte Tcheung Ek wurden mehr alss 20000 Menschen, Männer, Frauen, Kinder und Babys auf die grausamste Weise getötet.

Das Gelände war vor der Pol Pot Zeit ein Friedhof der chinesisch stämmigen Bevolkerung aus den umliegenden Dörfern, umgeben von einem großen Obstgarten. Einige wenige Gräber sind erhalten,  das gesamte Areal  wurde von den roten Khmer für ihre Zwecke missbraucht.  

An dieser Stelle wurde vollendet  was im Gefängnis  Toul Sleng   auf so grausame Weise begonnen wurde. Nach Einbruch der Dunkelheit wurden die Gefangenen aus dem Gefängnis  in Lkw verladen,  man erzählte ihnen, sie würden umgesiedelt,  und nach Tcheung Ek gebracht. In der Dunkelheit sperrte man sie in einen Holzschuppen und ermordete sie am nächsten Tag. Um Munition zu sparen wurden sie mit Äxten, Schaufeln, Hacken, Messern, Macheten, Bambusstangen und anderen Werkzeugen vor einer ausgehoben Grube  zerhackt, erstochen,  ... , in die Grube geworfen, oftmals mit ddt übergossen und verscharrt. Das gesamte Gelände ist übersät mit den Gruben der Massengräber, einige besondere Gräber wurden mit einem Bambuszaun versehen, an denen unendlich viele geknüpfte Armbänder hängen. Die erschütterndste Stelle des gesamten Geländes ist aber ein großer schöner Baum. Am Stamm wurden die Köpfe von Baby zerschmettert - wo früher Blut den Stamm hinablief hängen heute hunderte Armbänder an der rauen Rinde und ich glaube, hier wird so manche Träne vergossen. 

Zwar wurden seit 1980 viele der Massengräber geöffnet und die Knochen, Zähne, Kleider und andere Fundstücke sorgsam verwahrt,  aber noch immer kommen aus dem Boden,  wie mahnende Erinnerungen Knochen, Zähne und Kleidungsreste hervor. 

Im Zentrum wurde 1998 eine Stupa gebaut,  in der die Relikte,

sortiert nach Knochenart auf ca. 20 Ebenen ihre letzte Ruhe finden. 

Besucher bekommen beim Eingang einen Audio Guide in ihrer Muttersprache,  der sie von Punkt zu Punkt über das Gelände führt, zu einzelnen Stationen  Informationen gibt, aber auch darüber hinaus Hintergründe erklärt,  Zeitzeugen zu Wort kommen läßt,  passende Musik spielt und aktuelle Informationen zum Stand der Gerichtsverfahren gibt. 

Ein schrecklicher Ort,  an dem jetzt viel Ruhe eingekehrt ist und an dem der Toten in Würde gedacht wird.

Ingrid und Artur Small

Phnom Penh

bietet auch schwer Verdauliches. 

Schwer verdaulich war das Frühstück,  aber daran waren wir selbst Schuld, denn wer "eat as much as you can" zum Frühstück allzu wörtlich nimmt, muss sich nicht wundern. 

Nach dem Frühstück packten wir die Rucksäcke und deponierten sie an der Rezeption.  Denn alles was fussläufig in dieser Gegend zu sehen und zu erkunden ist, war abgearbeitet,  so dass wir den Standort und Stadtteil wechseln wollten. Unsere Ankunft im neuen guesthouse war für 12-13 Uhr vorgesehen,  so hatten wir noch zeit für die  berühmte Markthalle ..... Das Zentrum bildet eine der größten Kuppeln der Welt,  in die vier Himmelsrichtungen gehen breite Gänge ab, alles bis auf den letzten Zentimeter gefüllt mit Verkaufsständen, sortiert nach Warengruppen.  

Ach, am Morgen trafen wir das Hamburger Ehepaar aus dem Motherland Inn in Yangon wieder, die uns ihren alten lonley planet geschenkt haben.  Ich erinnere mich, dass ich gesagt habe, "vielleicht sehen wir uns in Kambodscha,  dann gebe ich das Buch zurück", worauf sie abwinkten. Ja, so klein ist die Welt und so führen uns die Wege.

Der Umzug verlief schnell und reibungslos, hier im "narin guesthouse "ist es schön, die Atmosphäre ist entspannt und angenehm, das Zimmer nett, die Leute hier sehr freundlich und hilfsbereit, auf der Dachterasse kann man schön sitzen.

Der Nachmittag war vorgesehen für den Besuch des Toul Sleng Museum, auch S21 ( Securityprison 21 ) genannt, eine ehemalign High school, umfunktioniert von den roten Khmer zu der schlimmsten Folterstätte des Landes. 

Inhaftiert und gefoltert wurden hier zunächst Intellektuelle,  Beamte,  Systemkritiker, Lehrer,  Brillenträger, Professoren,  allgemein Vetdächtige. In den späteren Jahren richtete sich die Verfolgung auch gegen die eigenen Leute, "Sinn" war die politische Säuberung des Landes.

Akribisch wurde Buch geführt über Neuzugänge,  jede Person wurde fotografiert,  Verhörprotokolle wurden angefertigt,  auch nach dem Verhör/ der Folterung wurde fotografiert. 

Ganze Familien, Männer, Frauen, Kinder, Babys wurden hiergefangen gehalten,  verhört und gefoltert. Die ehemaligen Klassenräume wurden umfunktioniert zu Verhörraumen, umgebaut zu Einzelzellen, missbraut als Folterraum. Bis auf ganz wenige Ausnahmen wurden alle inhaftierten Menschen weiter in das sog. Killing field gebracht, odercstarben hier während der Folter.Die meisten Klassenräume dienen nun Austellungszwecken, Unmengen an Schwarz--Weiss Fotografien dokumentieren das Grauen,  das hier fast vier Jahre lang herrschte . Als die vietnamesische Armee 1979 in Phnom Penh einmarschierte, fanden sie nur sieben Überlebende vor.

In anderen Räumen wird der geschichtliche Hintergrund erklärt, Fakten zur Diktatur der roten Khmer, aber auch deutlich angemerkt, dass die roten Khmer von europäischen Ländern, so auch Deutschland,   anerkannt und respektiert wurden für ihre vermeindliche menschenfreundliche Neuorientierung und Umstrukturierung des Landes und der Gesellschaft .




Ingrid und Artur Small

Phnom Penh

strahlt viel gute Atmosphäre aus.

Zum Frühstück gab es Nudelsuppe,  etwas europäisches fanden wir nicht, aber ich glaube, eine heisse Suppe am Morgen bei 32 Grad ist genau das Richtige- schließlich muss man bei der vielen Schwitzerei auf seinen Salzhaushalt achten. Insgsamt haben wir den Eindruck,  dass unser Mineralstoffhaushalt ein wenig schwächelt, denn trotz reichlicher Bananenzufuhr haben wir gelegentlich nächtliche Wadenkrämpfe. Aber wir schwitzen auch mehrere Liter Wasser und damit natürlich auch viele wasserlösliche Vitamine und Mineralstoffe aus. So schnell kann man manchmal gar nicht trinken. 

Heute standen der  Königspalast mit zugehöriger Silberpagode auf dem Programm.  Beide durch einen kurzen Spaziergang am Fluss entlang zu erreichen.  An einigen Stellen wird der französische Einfluss oder Nachlass sehr deutlich. Ohne fremde Schriftzeichen könnte man glauben, man sei in Südfrankreich.  Ausserdem ist die Stadt recht grün, und was sich nicht als Baum ermöglichen lässt, wird doppelt und dreifach in Kübeln, vor den Häusern und auf allen Balkonen gezogen. Dazwischen spielt sich das ganze Leben auf oder an der Straße ab, sehr quirlig und sehr interessant, denn wenn man nur einen Augenblick verharrt und um sich schaut, geschieht eigentlich alles gleichzeitig: Müll wird gesammelt, Männer frühstücken in den Garküchen an der Strasse oder lassen sich ihr Mittagessen dort abfüllen, Geschäfte jeder Art werden getätigt, oder die Waren vor das Geschäft getragen, Menschen gehen zur Arbeit, Baustellen werden bearbeitet, ohne dass ein Schild oder eine Absperrung aufgestellt wird, der Kokosnussverkäufer bereitet seine Kokosnüsse vor, ein Kran hieft die schweren Teakholzmöbel und den Gefrierschrank einer Familie aus dem 3. Stock über den Balkon auf den "Umzugswagen", und noch so vieles mehr.

Kurze Auffenthalte in Tempeln, Segnungen im Allerheiligsten, nette Gespräche und ein langer Rundgang durch den Königspalast,  in dem an vielen Stellen das Fotografieren verboten ist und Touristen und Wächter versuchen, sich  gegenseitig auszutricksen. Die Silber Pagode auf dem Gelände des Königspalastes wartet mit einem Fussboden aus zisellierten Silberfliesen auf. Die sind nun leider nicht besonders gut verlegt, so dass sie sich bewegen wenn man drauftritt, was irgendeinen Schlaukopf dazu veranlasst hat, die etwa 30x30cm grossen Silberfliesen mit breitem Tesafilm zusammenzukleben. Bis auf wenige Quadratmeter ist die gesamte Bodenfläche mit Teppichen abgedeckt. Schlendert man durch den Tempel bewegen sich die Fliesen  und es knirscht.  Nur wenige peinliche, geklebte Stellen wurden freigelassen. 

Ein etwas längerer Abendspaziergang am Tonle Sap entlang führte uns zur Post, wo wir die " französische Karte" auf den weg brachten. Bei einem  Abstecher über den Abendmarkt fand ich tatsächlich noch schöne Schals. Artur macht sich schon lustig und vermutet, dass ich vielleicht einen Schalhandel aufmache- als Alternative zur Schule.

Der Kakerlake geht es unter dem Plastikbecher bestens.

  • Missing
    Tinaamring hat am kommentiert:

    Hallo, wie schön, nach einer harten Arbeitswoche in Eure Reisewelt einzutauchen. Eure Karte war toll, so echt aus der weiten Welt! Danke sehr dafür. Michael hat heute den ersten Bauernspargel zubereitet. Auch auf der Terrasse kann man oft sitzen. Genießt weiter ! Sichere Fahrt und Gesundheit wünschen wir Euch. Michael und Tina

  • Small
    Ingrid und Artur hat am kommentiert:

    Guten Appetit und genießt die Stunden a6f der "Sonnenbank ". Ganz viele liebe Grüße an alle meine KollegInnen. Daran konnte ich nicht vetbei gehen. Wie geht es übrigens dem kleinen "Kater"? Brauchen wir noch eine zweite für den kleinen " Wolf"?

Ingrid und Artur Small

Phnom Penh

Das ging ja gut los!

Gestern Mittag hatten wir bei unserem, schon ziemlich beerlao geschwängerten Vermieter die Tickets für die Busfahrt nach Phnom Penh/ Kambodscha gekauft und mehrmals den Verlauf des morgigen Tages besprochen. Mit zwei rosa scheinen in der Hand waren wir zufrieden. Heute morgen tauschte er die rosa Zettelchen gegen eine Busticket ein und verkündete strahlend,  das Boot kommt um 8 Uhr. Wir natürlich fertig, aber ein Taxiboot fuhr an unserem Guesthouse vorbei,  sollte angeblich zurückkommen,  aber dem war leider nicht so. Andere vorbeifahrende Boote versuchte er durch Zuruf und Pfeifen auf unsere Flusseite zu lotsen- ohne Erfolg.  Irgendwie organisierte er unseren Tranfer ans Festland per Telefon,  so dass die Fahrt mit reichlich Verspätung losgehen konnte. Kurz vor der Festlandanlegestelle, da wo der Mekongarm am breitesten ist und ordentlich Strömung hat, ging plötzlich der Motor aus- Sprit alle. Zwar hatte er Benzin an Bord, aber der Motor sprang nicht an und so trieben wir seelig auf dem Fluss. 

Irgendwie kriegen die Jungs ja alles hin, jedenfalls steuerten wir nun den Anleger an und machten vorn in 3. Reihe fest. Dh, wir mußten nun mit den Rucksäcken aus unserem Boot in das nächste Langboot ( die echt instabil sind , wenn sie nicht fahren) klettern und von dort aus über ein kleines Böötchen, das man noch Richtung Ufer ziehen musste an Land klettern. Also erstmal die kleinen und großen Rucksäcke in das zweite Boot umladen und selbst rüberklettern. Die großen Rucksäcke trug der Bootsführer an Land, ich kam auch gut rüber, bei Artur gab es ein klassisches Missverständnis, welches Boot nun in welche Richtung bewegt werden sollte, jedenfalls stand Artur mit den Füssen schon im kleinen Boot, hielt sich noch an der Reling des zweiten Bootes fest und der Dussel schiebt das zweite Boot Richtung Fluss, so dass dies unheilvolle Situation entsteht, dass man immer länger wird und letztlich zwischen den Booten im Wasser landet. Das ist nun Gottseidank nicht passiert, aber auch nur, weil Artur rechtzeitig ins Wasser gesprungen ist. War auch nicht wirklich schlimm,  die sandalen brauchten sowieso mal wieder eine Wäsche. 

Der Anlegeplatz, an dem reges asiatisches Treiben herrschte, beginnt dort, wo die Strasse, die direkt auf den Fluss zuführt an der Böschung endet. Uferbefestigungen, Kaimauern oder ähnliches gibt es nicht. Waren jeglicher Art werden per Hand direkt durchs Wasser zu den Booten getragen, oder man klettert über eine Reihe anderer Boote hinweg oder balanciert über eine Planke. Ergänzt wird das ganze durch viel Kommen und Gehen, Verkaufsstände, Tuktuks,  Fahrräder und viele viele Menschen die äusserst beschäftigt Geschäfte abschliessen, oder auch einfach dasitzen und ein Schwätzchen halten- ein Ort, an dem man lange verweilen und einfach nur beobachten kann was so geschieht. 


Aber wir wollten ja weiter nach Kambodscha . Entgegen der Planung wurden wir nicht zum Bus gefahren, sondern musste ein Stück bis zu  einer Art Ticketverkauf/Suppenküche/ Gemüseladen/ Wechselstubenbüro laufen. Dort sassen schon andere Reisende. Das Busticket wurde nun wieder gegen zwei rosa Scheinchen eingetauscht und wir bekamen einen Vortrag über die Visumsmodalitäten an der laotisch kambodschanischen Grenze gehalten. Für 1Dollar Zuzahlung würden alle Formalitäten übernommen, jetzt nur Visaantrag ausfüllen, 40 Dollar pro Nase für Ausreisestempel und Visagebühren zahlen, Pass übergeben-und gut. 

Mit der üblichen halbstündigen Verspätung ging es dann im Gänsemarsch zum Busbahnhof . Dort wartete schon ein etwas betagter Fernreisebus. Gepäck verstaut und die obere Etage erklommen. Zu unserer Überraschung war der Bus nicht voll besetzt, obwohl er schon in Pakse gestartet war. Wir hatten also die freie Platzwahl. Schnell waren wir an der Grenze zu Kambodscha angekommen, wo wir kurz auf der llaotischen Seite anhielten, es ging dann weiter zur kambodschanischen Abfertigung. Hier " durften " wir alle den Bus verlassen und über eine Art Hühnerleiter eine 1 m hohe Mauer ueberqueren und schon befanden wir uns in einer Art Grenzmarkt. Hier kann man so ziemlich alles kaufen, was so gebraucht wird und eben auch nicht gebraucht wird. Währungen jeglicher Art kann man dort zu miserablen Kursen natürlich auch tauschen. 

Diese Wartestation auf kambodschanischer seite war schon etwas Besonderes, nicht nur, dass sich hier Restaurant,  Wechselstube, Wartesaal in einem präsentierte, man stelle sich auch die Kombination aus schweren Tropenholztischen und Plastikstühlen, offenes Feuer und Internet vor.

Eigentlich bin ich "schwarz" aus laos ausgereust, denn mir kamen unterwegs zweifel, ob der hohe betrag für das visum so seine Berechtigung hat. Deshalb bin ich auf der laotischen seite ausgestiegen, um etwas über die preise in erfahrung zu bringen. Während ich mit Nachfragen beschäftigt war, fuhr der Bus langsam Richtung Kambodscha.  Um den Anschluss nicht ganz zu verlieren,  ging ich einfach hinter dem Bus her, zwischen den Grenzbeamten hindurch, die ich nebenbei auch nach dem Preis für ein visum fragte, die mir aber auch keine auskunft geben konnten.  Nach meinem ausweishat mich niemand gefragt. Letztlich stellte sich auch heraus, dass das visum für Kambodscha tatsächlich 35 Dollar kostet.

Nach etwa einer 3/4 Stunde ging es dann weiter. Jeder bekam seinen Reisepass mit Visum füt Kambodscha ausgehändigt.

 Die  ersten 2 bis 3 Std. ging es grösstenteils über eine Schotterpiste. Richtig Pause wurde nur einmal für 20 Min. gemacht. Unschwer zu erraten, wozu diese genutzt wurde. Grösstenteils fuhren wir durch eine große Ebene, die landwirtschaftlich in bestimmten Gebieten nur extensiv genutzt wird. Andererseits gibt es aber auch Ölpalmplantagen über km, die bis zum Horizont reichen. Gummibaumplantagen gibt es dort auch, aber kein Vergleich zu Myanmar. Wir passierten kleine Dörfer und auch einige größere Ortschaften. Vom Bus aus macht das ja einen durchaus idyllischen Eindruck. Aber wenn dann dqrüber nachgedachr wird, unter welchen Umständen die Idylle gelebt wird, ist das für uns Mitteleuropäer wohl so schnell keine echte Alternative. 

Noch nie war ein Grenzübertritt auch landschaftlich so deutlich: gerodete Wälder,  Holzindustrie und keinerlei Bambus. Viele Kilometer führte die Strasse am Mekong entlang, die Brücken der Zuflüsse die wir überqueren mussten, bestanden aus der Fahrspur, natürlich einspurig,  und einem etwas 20 cm hohen Geländer .

Als wir endlich  so gegen 20 : 00 Uhr den Stadtrand von Phnom Penh erreichten, ging ein tropischer Regen nieder, wie wir ihn nicht kennen. Wir befürchteten, bei diesen herabprasselnden Regenmassen aussteigen zu müssen. Im Geiste war ich schon meinen Rucksack durchgegangen auf der Suche nach meiner Regenjacke- was natürlich Quatsch gewesen wäre.. In dem Augenblick,  als wir den Busbahnhof erreichten, war es aber vorbei mit dem großen Regen. Die Füße wurden beim Aussteigen trotzdem nass, da das Wasser knöcheltief auf den Straßen stand. Nach kurzen Verhandlungen mit dem Tuk Tuk Fahrer ging es ab ins Guesthouse mitten in das  Szene- und Vergnügungsviertel nahe dem Tonle Sap.bzw. wo dieser in den Mekong mündet. Nach Bezug des Zimmers sind wir los, uns die Gegend anzusehen und noch eine Kleinigkeit zu essen.

 Unser erster Eindruck fällt sehr positiv aus. Die Stadt hat eine gemischte und damit interessante Bebauung aus kolonialen Zeiten und Moderne. Die Menschen sind, wie fast überall, freundlich und sehr bemüht, sich auszutauschen.  Insgesamt, so ist unser Eindruck herrscht eine positive Atmosphär .  Nur die Bürgersteige sind nicht zu benutzen, jedenfalls nicht für Fußgänger. Diese sind entweder vollgestellt mit motorisierten Zweirädern, mit Garküchen und deren Tischen und Stühlen, mit anderen  Verkaufsständen jeglicher Art , und wenn es dann doch mal  eine  freie  Lücke gibt, ist diese sofort belegt von einem Auto, oder einem Tuk Tuk. Als Fussgänger heißt  hier also besonders gut aufzupassen.

Übrigens haben wir einen Mitbewohner im Badezimmer: Eine etwa daumengroße (kleiner Daumen) Kakerlake huschte am Abend beim Licht anmachen über den Boden. Zerquetschen ist ekelig, deshalb blieb nur die Variante : unter einem Plastikbecher festsetzen und dort belassen bis wir wieder abreisen.







Ingrid und Artur Small

Don Khon

Zu mehr als zu ein paar losen und ungeordneten Gedankensplittern reicht das Netz nicht aus-geht gar nicht, bricht ab, ist zu schwach, um Seiten zu öffnen, ......

Die Katzen haben einen kurzen Ringelschwanz , teils wie Schweine. 

Wenn der Strom ausfällt ist es hier so dunkel wie wir es gar nicht mehr kennen.Aber ich habe ja diese tolle solar oder manuell betreibbare Taschenlampe -danke Edith! 

Die Leute hier schwitzen genau wie wir und warten sehnlichst auf Regen und Abkühlung. Die Kinder haben immer noch keine Ferien. 

 Heute haben die äusserst seltenen Irrawhadi Fluss Delfine  gesehen.

Morgen geht es weiter nach Phnom Penh/Kambodscha, 12 Stunden  Fahrt

Der Abend endete mit einem deutsch-französischen Freundschaftsdienst.

Ingrid und Artur Small

Thakhek-Thalang-Thakhek

- sooo eine tolle Tour!

16.04.2015

Nach dem Aufstehen sind wir gleich losgesaust um Dirk Bescheid zu sagen, dass wir die Dreitagestour zu viert, also mit Frieda und Julia machen wollen. Danach schnell frühstücken,  packen, Rucksäcke unterstellen und los.

Das Wetter sah schon früh morgens sehr eigenartig aus, vollkommen diesig, keinerlei Sicht, das andere Mekongufer lag im Nebel, Thailand sozusagen ausser Sicht. Nun gingen wir natürlich davon aus, das  sich der Dunst im  des Morgens auflösen würde, aber weit gefehlt, er wurde leider immer dichter, zusätzlich auch noch mit viel Rauch durchsetzt, die Sichtweite sank auf etwa 100-150 m. Zwischenzeitlich fanden wir das etwas beängstigend,  da wir ja auch nicht genau wussten,  ob wir vielleicht in einen Waldbrand hineinfahren, aber da uns vereinzelt Fahrzeuge entgegen kamen, fuhren wir weiter. So sahen wir leider von der spektakulären Landschaft gar nichts. 

Es war schon eine ganz eigenartige Fahrt,  Nebel bei uns ist kalt und feucht, hier erlebten wir heissen, rauchgeschwängerten "Nebel" der in den Augen brannte. 

Wir passierten kleinere Ortschaften, Flüsse, die aus dem Nichts auftauchten   irgendwo sollten auch Berge sein, aber von den allermeisten Dingen sahen wir entweder gar nichts oder nur schemenhaft.  Die Höhlen die an der Strecke lagen liessen wir rechts und links liegen. 

Nach der Hälfte der Strecke tränten uns die Augen und wir hatten das dringende Bedürfnis nach einer Pause.  Ein Schild am Strassenrand mit der Aufschrift "caffe" schien verheißungsvoll,  aber als wir bremsten waren wir etwas enttäuscht,  denn auf den ersten Blick sahen wir eine Reparaturwerkstatt, auf den zweiten Blick im gleichen offenen Raum einen Friseurstuhl mit entsprechendem Zubehör,  auf den dritten entdeckten wir diesem Stilleben mehrere Männer die Mayong spielten und dann endlich, ein kleiner Tisch mitTee- und Kaffeegeschirr.

Ja und nun versuchten wir Tee zu bestellen,  was völlig misslang, die Gegenseite machte ein anderes Angebot,  was wir wiederum nicht verstanden, so wurde ich schließlich am Arm gepackt und um die Ecke in die " Küche " gezogen, wo man mir völlig unbekannte kaffeezubereitungsgerätschaften zeigte und ich aus den Wörtern " kaffee vietnam" heraushörte. Da nichts anderes möglich schien, also:  ja. (Ein wenig ungern, da wir mit dem hiesigen Kaffee bisher nur recht schlechte Erfahrungen gemacht hatten. Dieses unbekannte Kaffewerkzeug hatten wir schon am Morgen gesehen, aber nicht durchschaut wie es funktioniert). Und nun brachte man uns eine kleine Kanne Tee, zwei Teeschalen, eine Schale mit Eiswürfeln  und den Kaffee vietnam. Das stellt man sich folgendermaßen vor: in einem normalen Wasserglas befindet sich etwa ein fingerbreit dicke, süsse Kondensmilch. Auf dem Glas steht ein Aluminiumaufsatz bestehend aus einem feinen Siebaufsatz, etwa 4cm hoch,  in dem sich das Kaffepulver befindet. In der Küche wurde schon heisses Wasser eingefüllt und ein kleiner Alueinsatz übt leichten Druck nach unten aus, so dass ganz langsam, Tropfen für Tropfen eine schwarze, dickflüssige, sirupähnliche Flüssigkeit in das Glas tropft. Weil wir nicht wussten,  wie wir mit Geräten und kaffe umgehen sollen, kam dauernd der Mechaniker  (?) Eigentümer und kontrollierte das voranschreiten der Kaffezubereitung. Währenddessen tranken wir schonmal Tee, beobachteten die Mayong Spieler und die Haarfärbung im Friseurstuhl. Nachdem der  K

affesirup durchgetropft war, wurde der Aufsatz entfernt und Eiswürfel in das Glas gegeben.  Nun ausgiebig rühren und zu unserer Überraschung entpuppte sich das schwarze Gebräu als ein richtig guter Kaffee mit Schokoladengeschmack, schön kühl mit vielen interessanten Aromen.

Während wir dem ganzen Treiben so zusahen, überkam Artur der Wunsch nach einer Rasur, bzw. Barttrimmung und als das Auftragen der Haarfarbe abgeschlossen war, Artur seinen Wunsch erklärt hatte, die Färbedame umgesetzt worden war, durfte Artur Platz nehmen und wurde sofort in Liegeposition versetzt. Mit allen zur Verfügung stehenden Gerätschaften ging es nun dem Bart an den Kragen, Nasen- und Ohrenhärchen wurden entfernt,  alles sehr akurat uns sorgfältig.  So sorgfältig,  dass vom Bart jetzt kaum mehr etwas übrig ist. Zwischendurch tauchten verschiedene Leute auf, die ihrerseits das fremde Treiben bestaunten,  Kinder kamen um diese fremdartigen Wesen aus den Augenwinkeln zu betrachten,  direkt anschauen mochten sie uns nicht, dazu waren wir wohl zuuu fremd, ach, und ein Schwein schaute auch noch kurz herein.Insgsamt eine sehr lustige Situation. Kaffee,  Rasur kosteten zusammen keine 2 Euro, der nette Auffenthalt und das ganze drumherum, kostenlos.


Und weiter ging die Fahrt, die Abzweigung nach Vietnam liessen wir rechts liegen, machten einen weiteren Zwischenstopp am Wasserkraftwerk des Staudamms. Der Stausee liegt weit oben in den bergen und das wasser wird durch Röhren durch den Berg ins Tal zum krafteerk geleitet.  Leider hatte das Informationszentrum geschlossen,  so dass wir keine näheren informationen bekommen konnten.

Ingrid und Artur Small

Thakhek

am Ufer des Mekong.

Gestern haben wir einige Zeit damit zugebracht unsere verbleibende Zeit zu verplanen.Dabei stellten wir fest, dass sooo viel Zeit gar nicht mehr bleibt. Konsequenz,  nicht irgendwo rum trödeln, sondern morgen Richtung Süden weiterfahren. Am Abend habe ich mit einem Riikschfahrer für den nächsten Morgen die Fahrt zum Busbahnhof, Zeit und Geld fest ausgemacht,  wahrscheinlich hat er zu viel gefeiert,  jedenfalls war er nicht da und wir mussten morgens um 8 mit den wenigen zur Verfügung stehenden Fahrern  in Verhandlung treten. Nicht so leicht, weil die Herren ständig in Bewegung sind und sich gegenseitig informieren. Letztlich haben wir statt der geforderten 100000kip nur 65000bezahlt. Am Busbahnhof waren kaum Informationen über Busse, Abfahrtszeiten zu bekommen, die Leute am Schalter schienen eher arbeitsunlustig und meine Frage " you don't work today?", fanden sie nicht witzig. Dann entdeckten wir den Bus nach Süden, der eigentlich schon auf der Strasse sein sollte, packten die Rucksäcke ein, Tickets wurden später im Bus gekauft, einsteigen,  fertig, Abfahrt. Mit uns fuhren zwei junge deutsche Frauen, mit denen wir uns nett unterhielten, die etwas weiter nach Süden wollten als wir. 

Nach unserer Planung sollten wir an der Hauptstraße aussteigen und einen Bus weiter Richtung Osten nehmen.  Um das nochmal genau abzuklären, warf ich einen Blick in den aktuellen lonley planet,  der inzwischen mit deutlich besseren K

arten aufwarten kann,  und siehe da, unser erwählter Ausstiegspunkt war doch nicht so gut gewählt,  besser noch einige Kilometer weiter fahren. Beim Weiterlesen eröffneten sich ganz neue Möglichkeiten für uns, so dass wir völlig umdiponierten und als Zielort Thakhek wählten.  Da wir von den Mädels erfahren hatten,  dass sie 60000 für ihre Fahrt bezahlt hatten und wir den gleichen Fahrpreis zahlen mussten, blieben wir kurzerhand sitzen. Als der Busbegleiter in unserer Nähe einen anderen Gast abkassierte, ging es wohl mit ihm durch, denn er schrieb uns neue kleine Tickets mit der Zusatzforderung von 20000kip. Ein schlichtes "nonono" , mit Fingerzeit zu den Mädel beendete diesen Versuch sofort.

In Thakhek wurde die Fahrt vom Busbahnhof in die Stadt zu einer Dauerdusche. Unentwegte feierten immer noch, Wasser fliesst im Überfluss und wir bekamen einige ordentliche Ladungen ab, so dass wir tropfnass in den Hotels nach Zimmern und Preisen fragten. Schließlich sind wir alle vier in einem Vorzeigebau der ehemaligen Sowjetarchitektur untergekommen.  Aber ein nettes Zimmer und toller Ausblick auf den Mekong,  mit Thailand am anderen Ufer.

Da hier an allen Kreuzungen höchster Wasseralarm besteht, sind wir die kleinen Strassen abgelaufen und haben zu Informationszwecken nach Mietpreisen für einen Roller gefragt. Der Vermieter,  so stellte sich schnell heraus, ist Deutscher, hat viele Jahre für das auswärtige Amt gearbeitet und ist jetzt als Berater in verschiedenen technischen Entwicklungsprojekten tätig.  Nebenbei betreibt er die Motorrad -und Rollervermietung. Nachdem wir uns lange über unsere Pläne hier und Möglichkeiten der Umsetzung während dieser Feiertage unterhalten haben, kristallisierte sich folgende Tour heraus, die morgen früh starten wird: wir packen einen kleinen Rucksack mit dem Nötigsten, die grossen stellen wir bei ihm unter. Dann bekommen wir einen Roller und fahren Richtung Berge und Stausee.  Zwischendurch können wir bei verschiedene Wasserfällen, Höhlen,  usw. anhalten. Am Abend sollten wir am Stausee in einem bestimmten Guesthouse angekommen sein. Von dort aus machen wir am nächstenTag eine eintägige,  ganz exklusive Bootstour mit dem Guesthouse Besitzer in den Dschungel hinein. Keine der bekannten touristischen Touren, sondern mehr etwas privates mit Einheimischen.  Am Abend sind wir wieder zurück und am nächsten Tag startet die Rückreise.  

Das wird etwas ganz Besonderes und wir freuen uns schon sehr. Den Mädels haben wir vorgeschlagen mitzukommen, ob die Tour in ihre Pläne passt, erfahren wir morgen.

  • Missing
    Heike Piero hat am kommentiert:

    Selbst im tiefsten irgendwo kommt doch noch ein Deutscher hervor;-)Diese Tour wird bestimmt ein weiteres Highlight!Bin schon ganz gespannt...weiterhin alles Gute!Liebe Grüße Heike (verratet ihr einer Unwissenden kip=€?)

  • Small
    Ingrid und Artur hat am kommentiert:

    Hallo Heike, stimmt, du brauchst den Umrechnungsschlüssel: 10035 kip sind 1 Euro! LG

Ingrid und Artur Small

Vientiane

Sabaidee,  bun pi mai lao!  

Heute beginnen die dreitägigen Feierlichkeiten zum buddhistischen Neujahrsfest, wobei am heutigen Tag das alte Jahr verabschiedet wird, morgen eine Art Zwischentag ist und am Donnerstag um 18.21 Uhr  das Jahr der Ziege beginnt.

Die Feierlichkeiten begannen ganz unterschiedlich :während viel junge Leute mit Freunden am Strassenrand laute Musik hörten,  tanzten und vorbeikommende Menschen aus Wasserschläuchen, mit Wasserpistolen und Schöpfgefässen jeglicher Art bespritzten (als wasserreservoir dient oft ein kleiner, aufblasbarer Swimmingpool ), war es auf den Tempelgeländen einfach nur laut. Dort waren viele Verkaufsstände für Essen, Getränke, Blumenschmuck,  Wasser mit Blüten in kleinen bis großen Eimern, Flipflops uä. aufgebaut. Viele Menschen kamen mit Opferschalen, schön geschmückt mit Blumen und Kerzen. Zu den Wassereimern gab es mehrere Blütenzweige, die ins Wasser getaucht werden, damit wird über eine Figur gestrichen, oder heilige Statuen besprüht.  Mit kleinen Gefäßen wird auch Wasser aus dem Eimer geschöpft und direkt über den Statuen oder der naga (Schlange) ausgegossen . Dies alles dient der rituellen Reinigung. 

Auf dem Tempelgelände wird über die berühmten Lautsprecher laotische Musik abgespielt , in den Tempeln spricht der oberste Mönch, und auch der Singsang der Mönche ( ich kenne das richtige Wort dafür nicht)wird  mit Direktübertragung nach draussen übertragen. So passiert eigentlich alles gleichzeitig , Kommerz, Religiosität und Tradition. Mit anderen Worten: es geht auf den Tempelgeländen recht leger zu. Nach Abschluß  der religiösen Handlungen findet dann eine bunte Ptozession Richtung  Mekong statt. Ganderkeseer  kennen so etwas als Faschingsumzug. Natürlich ist dieser  Umzug/Prozession nicht so lang wie der Umzug unter dem Schlachtruf: Hinein und he geiht. Aber dafür ist dieser Umzug /Prozession a n Kostümen und auch an "Festwagen", sowie an der "Anmutigkeit" -vor allem der weiblichen Teilnehmer nicht zu toppen. 


Sobald aber die Prozession einenn Straßenabschnitt passiert hat, geht es erst richtig los mit dem "verteilen" des reinigenden Wassers. Alle Gegenstände,  die dazu taugen, Wasser aufzunehmen werden eingesetzt, um die Mitmenschen sozusagen rituell zu reinigen. Kaum jemand bleibt davon  unbetroffen. Und nicht nur auf den Bürgersteigen/Fusswegen findet das ganze statt, nein! Auch von den Ladeflächen von Klein-LKW, Pickups und Motorrädern wird während der langsamen Vorbeifahrt das kühle Nass auf die Passanten mehr oder weniger gerecht verteilt.

Auf der extrem breiten Uferpromenade des Mekong mit dazugehöriger gesperrten  Straße  findet eine wirklich extrem laute Techno-Party in der glühenden  Mittagshitze statt. Die tanzenden Massen  werden dabei von weit oben mit Wasser besprüht, so dass es aussieht als ob sich das ganze in einem Nebelschleier abspielt.

Nach Sonnenuntergang wird immer noch Techno gespielt und getanzt. Jetzt ergänzt um eine Lasershow im Rhythmus der Musik. Und in den Strassen steppt weiterhin der "Neuhahrsbär".

Sylvester oder Neujahr in  Deutschland bzw. EUROPA kommt mit dieser Art Neujahrsfeier wohl nicht mit. Na ja, geht ja allein klimatischen  Gründen nicht .Jedenfalls sind wir um eine weitere sehr, sehr schöne Erfahrung reicher.

Und dann auch noch ein  Interview mit Ingrid im vietnamesischen TV!

  • Missing
    Edith hat am kommentiert:

    Hallo ingrid und artur, echt schöne bilder die uns hier teilhaben lassen und manchmal auch sehr viel eigene reiselust wecken. Ingrid, kannst du für ralph, ein laos-fan eine kleine opfergabe in einem buddhatempel spenden? Ich hatte dir von ihm erzählt. Das wäre sehr in seinem Sinne. Hier ist jetzt schöner frühling und morgen gehen wir wieder in den wald

Ingrid und Artur Small

Vientiane

- Stadtrundgang mit vielen Stopps!

Im Lonley Planet ist ein netter Stadtrundgang durch Vientiane beschrieben,  den wir heute gehen wollten. Um zum Ausgangspunkt zu gelangen, nützen auch gute Verhandlungen nichts, die Preise blieben derart überteuert, dass wur uns zum Laufen enschlossen und die Tour sozusagen von hinten aufrollten. Natürlich sind wir gleich in einem textilladen hängengeblieben. Ausser Geld ausgeben  gab es aber auch ein nettes Gespräch mit dem Ladeninhaber über das anstehende Neujahrsfest, Vorsichtsmaßnahmen und Verhaltensweisen. Also soll technisches Gerät unbedingt wasserdicht verpackt sein ( für handys gibt es Beutel, durch die man auch fotografieren kann), alte Klamotten anziehen, da das Wasser mit dem gespritzt wird auch gefärbt sein kann- und ansonsten mit allem rechnen!

Der Stadtspaziergang führte an der ältesten Stupa deŕ Stadt vorbei und weiter zur amerikanischen Botschaft.  Auf grossen Plakaten wird dort für kostenlose Englischkurse, Internetbenutzung und Beantwortung jeglicher Fragen geworben, hält man sich in der beidseitig bebauten Strasse länger auf so wie wir , kommen gleich Wachen um zu gucken wer da so ausgiebig guckt. Unsere Fragen konnten allerdings nicht beantwortet werden, da es sich um laotisches Wachpersonal handelte. Die gesamte Botschaft machte den Eindruck eines Hochsicherheitstraktes, keine Einsicht und auch das was man nicht sehen konnte, durfte nicht fotografiert werden, sie werden schon wissen warum. Aber man hat ja raffinierte technische Ausrüstung.  

Da lob ich mir die Botschaft von Brunei, Tore offen, keine Wachen, Musik vom Botschaftsgelände. 

Weiter ging der  Stadtspaziergang über die vierspurige Prachtstrasse, die vom Präsidentenpalast bis zum Patu Xay, einem Triumphbogen aus den 60iger Jahren führt, den die Laoten selbst ziemlich hässlich finden. Errichtet wurde er aus Zement der von den Amerikanern eigentlich für den Bau eines neuen Flughafens erworben worden war, daher der Spitzname " vertikale Rollbahn ". Man kann hinaufsteigen und hat einen schönen Blick über die Stadt. Hier trafen wir auch das englische Ehepaar wieder. Eigentlich zu früh, wir treffen uns ja sonst erst am Abend. Der Weg führte ein Stück zurück über den laotischen " champs elisee ", eine typische Prachtstrasse aus kommunistischen Zeiten mit der entsprechenden Architektur, dann links ab, direkt in einen großen Markt hinein, wo aber auch wirklich alles angeboten wird : Textilien, Waschmaschinen mit 9kg Fassungsvermögen, neueste Handys, Obst Gemüse, Schmuck, Taschen, Schuhe, Haushaltswaren, Insekten, Seife, Allheilmedizin, Sekundenkleber ( den brauchte Artur, da sich an seinen Sandalen mal wieder die Sohle löst ), also alles was das Herz begehrt und wahrscheinlich noch viel mehr. Kommt man auf der anderen Seite aus dem Markt wieder hinaus, befindet man sich in einer ganz anderen Welt, das bekannte asiatische Chaos am Busbahnhof. Im Obst und Gemüsemarkt gab es natürlich nette kleine Suppenküchen, an denen wir einfach nicht vorbeigehen können. Wir bestellen immer nur eine Schüssel, das reicht völlig, da sie so groß wie eine durchschnittliche Gemüseschüssel bei uns ist. Auf dem tisch stehen diverse würzzusätze, teilweise außerordentlich scharf, man bekommt einen Teller mit Sojasprossen und einen Teller mit frischer Pfefferminze, Basilikum, etwas bohnenartigem und Scheiben grüner Gurke. Beim Nachwürzen haben wir uns wieder schon ganz schön vertan, was dann heftige Hitzewallungen und das Gefühl,  der Mundbereich steht in Fammen zur Folge hatte. Unsere Suppe hatte dann so einen recht wässrigen Rot Ton, bei den Einheimischen ist die Suppe fast dunkelrot-wie die das machen isst mirein Rätsel, wir dachten immer wir essen ziemlich scharf. Verschiedene Tempel lagen auf dem WWeg, in einem war das Museum für religiöse kunst, also verschiedene buddhastatuen, untergebracht. Hier herrschte eine besonders angenehme Stimmung und wir sassen lange dort und unterhielt uns mit einem Mönch ( so recht und schlecht ), aber nun wissen wir, dass wir morgen : Sabaidee, bun pi mai lao ", sagen müssen . Am Präsidentenpalast vorbei, am Mekong entlang, über den Abendmarkt ins guesthouse, Hände waschen, karten schreiben und wieder ein gutes Essen und ein kühles Bier. Das Bier selbst wird hier kaum runtergekühlt, man bekommt ein eimerchen Eis dazu, keine Eiswürfel, sondern Eisröhren, die man sich an die finger stecken kann,  wenn sie etwas angetaut sind

Ingrid und Artur Small

Vientiane

- Laos Hauptstadt mit Kleinstadtfeeling.

Unser Frühstücksbaguette mussten wir uns heute morgen gegenüber bestellen, denn unser -junger Mann für alles?- lag noch neben der Rezeption auf seiner Matratze und schlief tief und fest, seine "Küche" hatte er schön zugedeckt, keine Chance an ein Frühstück zu kommen. Zum Bezahlen der Rechnung musste Artur ihn schon ziemlich laut mit einem frohen"good morning" wecken. . 

Wir hatten schon ein wenig gezweifelt,  dass die Fahrt nach Vientiane klappen würde, denn das Zubringertuktuk zum Busbahnhof kam auch nach einer halben Stunde Wartezeit nicht. Das "Unternehmen " bei dem wir gebucht hatten telefonierte in alle Richtungen und plötzlich stand ein Minivan vor der Tür,  der direkt nach Vientiane durchfuhr- recht neues Fahrzeug,  vorsichtiger Fahrer. 

Auch hier wieder der Busbahnhof weit außerhalb der Stadt,  wieder mit einem pick-up in das sog. city-center, die Altstadt und Tempelviertel, direkt am Mekong. 

Heute gestaltete sich die Guesthousesuche recht schwierig.  Bestimmt eine Stunde stapften wir mit vollem Gepäck durch die Hitze,  fragten in gefühlt 15-20 guesthouses nach, entweder zu teuer, voll oder nicht soooo schön. Schließlich setzten wir unsere Preisvorstellungen etwas hinauf, verhandelten gut und sind jetzt recht zufrieden. 

Den Nachmittag verbrachten wir mit einem kleinen Rundgang durchs Viertel, beobachteten wie die Tempel für das anstehende Neujahrsfest geschmückt werden, lernten ein älteres Ehepaar kennen, die in Yangon leben und dort Englischunterricht erteilen und westliche Lebens- und Denkweisen vermitteln. Beide stammen aus den USA und wir unterhielten uns über unsere jeweilige unrühmliche Geschichte, die der USA,  die Millionen von Tonnen an Bomben auf Laos geworfen haben, ohne sich jemals um die Beseitigung der Reste zu kümmern.  Die beiden sind hier bei Freunden zu Besuch,  die eine Hilfsorganisationen für Bombenopfer aufgebaut haben und betreiben.  

Dieses Viertel in dem wir jetzt wohnen ist sehr durchwachsen, alte Bebauung neben neuen Hotelkomplexen, alternative Läden und traditionelle Handarbeit,  Schickimicki Restaurant und Strassenstände.  In einem solchen haben wir heute Abend lecker gegessen und den vierten Abend hintereinander ein britisches Ehepaar getroffen, in VangVieng in zwei unterschiedlichen Restaurants,  heute hier in Vientiane.  Gestern abend beim Tschüss-sagen hatte eigentlich jeder von uns vor, mitzuteilen, dass die Weiterreise ansteht, es aber dann vergessen.  So war die Überraschung heute gross. 

Das Essen am Strassenrand war hervorragend, aber besonders nett war die biologische Insektenvernichtung,  in Form eines großen Frosches, der unbeirrt zwischen Tisch -, Stuhl- und Menschenbeinen herumhüpfte und ganz klassisch seine Zunge ausfuhr, Insekten gab es hier zuhauf, nicht von ungefähr sah er sehr wohlgenährt aus.

Man beachte auf den Bildern vor dem guesthouse bitte den glänzenden Tisch - von Artur eigenhändig geputzt und poliert! 


Ingrid und Artur Small

VangVieng

-  nass und toll!

Pünktlich um 9 stand der Pick-up mit den anderen Tourteilnehmern und den Kajaks auf dem Dach vor der Tür und wir führen zunächst ganzes Stück am Fluss entlang in die Berge. Irgendwann ging eine Abzweigung in die Walachei, wo wir ausstiegen, wasserfeste Beutel für die Technik, etc. bekamen und noch ein Stück durch ein Dorf, Reisfelder bis an den  den Fuss eines Kartkegels liefen. Dort war so eine Art Lager für verschiedene abenteuerliche Beschäftigungen.  An mehreren überdachten Tischen können Gruppen Pause machen und essen, hier ist aber auch der Ausgangspunkt für  das "zip-line", an Drahtseilen durch die Baumkronen des Waldes sausen. So wie bei uns im Kletterwald, hier nur höher und weiter. Ich hörte, eine Strecke ist 800m lang mit 10 Stationen in ordentlicher Höhe. Gut, aber das wollten wir ja nicht machen, obwohl es mich schon reizt. Wir bereiteten uns jetzt sufs Höhlentubing vor.

Beim tubing setzt man sich in einen aufgeblasenen Treckerreifen und lässt sich auf dem Wasser treiben.  Jeder bekam eine Stirnlampe und versuchte nun, sich so elegant wie möglich in den Reifen zu setzten und nicht schon jetzt allzu nass zu werden,  was schon mal nicht so leicht ist. Auch wenn die Temperaturen recht angenehm sind, schnappt man doch ein wenig nach Luft,  wen  man plötzlich im Nassen und Kalten sitzt.  Ja und dann sieht man vor sich Seile, die etwa 50cm über der Wasseroberfläche gespannt sind und  in einen Berg hieinführen. Dann heisst es also sich in diesen Schlund hineinzuziehen. Es wird natürlich stockdunkel, nur die funzeligen Lampen werfen ein unwirkliches Licht auf die Wände, die sich über dem Wasser wölben und zwischen 2-3m  breit und unterschiedliche hoch sind. Manchmal muss man den Kopf einziehen, an anderen Stellen öffnet sich die Decke  wie zu einem Gewölbe. Ganz glatt hat das Wasser die Wände geschliffen, von den hohen Stellen hängen Stalagniten herab. So zieht man sich an den Seilen durch die Finsternis und hat schon das eine oder andere komische Gefühl.  Zwischendurch wird das Wasser so flach, dass man aus seinem Ring aussteigen muss und eine Strecke durch knietiefes Wasser waten muss, den Ring in der Hand, den Kopf eingezogen oder ganz gebückt, bis man wieder einsteigen kann.So geht es mehrere hundert Meter in den Berg hinein bis zu einer Stelle die unpassierbar ist und die Fahrt wieder zurückgeht. Schön ist es wenn durch den Eingangsspalt das Licht hereindringt. 

Wieder angekommen gibt man den Reifen zurück , hat nun Zeit sich umzuzieihen, umzugucken, die " zip-liner"zu beobachten oder sich auszutauschen. In der Zwischenzeit haben die Tourguides  am offenen Feuer in kleines Mittagessen gezaubert und Obst bereit gestellt. 

Nach dem Mittagessen geht es zurück durch die Reisfelder, durchs Dorf und mit einem kleinen Abstecher in die sogenannte Elefantenhöhle.  Die heisst zum einen so, weil sich eine Tropsteinformation in Elefantenform gebildet hat, aber auch, weil noch vor wenigen Jahrzehnten,  als das Dorf noch nicht stand und alles von Urwald überwuchert war, wilde Elefanten sich gern in diese Höhle zurückzogen.

Nun  ging es mit dem Pick-up und den Kajaks noch ein Stück flussabwärts bis zur Einstiegsstelle.  Es gab eine Kurzeinweisung und dann ging es los, der berühmte Sprung ins kalte Wasser.  Solange der Fluss ruhig vor sich hinfliesst gibt es noch keine Probleme,  aber leider ragen etliche Felsbrocken aus dem Wasser, oder liegen knapp unter der Oberfläche,  so das man manchmal in eine ganz schöne Schieflage gerät wenn man die Hindernisse nicht rechtzeitig sieht und drüber weg fährt. Kommen dann noch Stromschnellen dazu wird es schon knapp.  Wir haben die gesamte Tour kenterfrei hinter uns gebracht,  zwar war es manchmal knapp, einmal hingen wir quer in einer Stromschnelle und fuhren rückwärts wieder raus, einmal schossen wir durchs Unterholz , haben es aber geschafft. Ja, darauf sind wir stolz!!!

Und nun haben wir auch mit eigenen Augen gesehen,  was hier am Fluss tagsüber so los ist. 

VangVieng ist berühmt berüchtigt für seine feierfreudigen Gäste, natürlich meist jungen Alters.Das Fluss-tubing geht folgendermaßen : irgendwo im Ort mietet man sich einen aufgeblasenen Treckerreifen und hinterlegt einige Euro Pfand.Ein bisschen Geld und das Handy führt man in einem wasserfesten Beutel bei sich. Menschen und Schläuche werden per pick-up einige Kilometer flussaufwärts gefahren und dort abgesetzt. Nun ist nicht mehr zu tun, als in den Fluss waten, im Reifen Platz zu nehmen und sich im wahrsten Sinne des Wortes treiben zu lassen. Soweit wäre es für uns auch ganz nett, aber an beiden Ufern haben sich über die ganze Länge bis in die Stadt "Kneipen"angesiedelt, die die vorbeitreibenden Leute mit lauter Stimmungsmusik, tollen Cocktails und  überschatteten Faulenzpodesten , sowie Sitzgelegenheiten am und im Wasser anlocken. So wird mindestens an jeder 2. Tankstelle angelandet, solange halt das Geld reicht. Das kann man treiben lassen, anlanden und trinken  bis kurz vor 18 Uhr genießen,  dann muss der Reifen wieder zurück gegeben werden. Natürlich kostet jeder die Zeit bis zur letzten Sekunde aus, und ist es total lustig, wie sich plötzlich alles in Richtung pick-up drängt. Auf der Rückfahrt in die Stadt wird nicht immer schön,  aber laut gesungen, und angekommen springen alle soweit es noch geht vom Wagen, nehmen ihren Schlauch unter den Arm und rennen was das Zeug hält zur Abgabestelle. Das alles ist sicherlich lustig und macht mit netten Leuten bestimmt ganz viel Spaß,  das Problem ist nur, dass die Leute ja nur ihre badeklamotten anhaben und halbnackt durch den Ort springen. Wenn man bedenkt,  dass Laoten in voller Montur schwimmen gehen, ist das für sie natürlich völlig inakzeptabel. Daher hat man überall Schilder mit Verhaltenshinweisen aufgestellt,  an die sich aber niemand hält. Ich finde es etwas bedenklich, wenn eine große Anzahl von Touristen einen Ort überschwemmt und keine Rücksicht auf die moralischen Vorstellungen der einheimischen Bevölkerung nimmt. Die natürlich sehr gut an diesem Treiben verdient, es hat sich das entsprechende Hotel- , Gaststätten -, Freizeit- und sonstiges Gewerbe angesiedelt und nach den Neubauten zu urteilen geht es allen finanziell sehr gut.

Der Ort selbst hat eine phantastische lage und ist unglaublich schön, bietet sehr viel Natur und vielfältige Freizeitmöglichkeiten, aber uns schreckt dieses Rämidämmi überall eher ab. (Haben wir hier ein Generationenproblem, oder wie seht ihr das?)

Als wir heute Abend auf unser Essen warteten, lief plötzlich Martin, unser einwöchiger Reisebegleiter in Myanmar,  am Restaurant vorbei.  Grosse Freude, er erzählte, es sei im Süden Myanmars nett, aber sehr heiß gewesen, reisetechnisch gab es keinerlei Probleme.  Nun sucht er einen kühlen Ort mit gutem essen,   wir haben ihm Mae Salong empfohlen.

Auf dem Heimweg trafen wir auch Roland,  aus dem guesthouse in Luang Prabang,  wir hatten dort ziemlich viel Kontakt. Er war zwischenzeitlich auf der Ebene der Tonkrüge", jetzt überlegt er , wie es weitergeht -ein wenig unentschlossen ist er ja.

Sowieso treffen wir dauernd Leute mit denen wir die lange Bootstour gemacht, in einem guesthouse gewohnt, eine Grenze überschritten oder eine Busfahrt überlebt haben. 

Nachtrag zum Party leben in VangVien : Nachdem sich Party leben,  Akohol und Drogenkonsum auf ein unschönes Mass gesteigert haben, immerhin gab es in einem Jahr fast 20 Todesopfer - ertrunken oder an Herzkreislauf Versagen gestorben nach dem unkontrollierten Genuss von Magic Mushrooms mit Red Bull und Wodka, schritten ausländische Regierungen ein und baten um bessere Kontrollen. Einige Zeit ging noch ins Land, der Druck wuchs und von einem auf den anderen Tag wurden allen Drogenbuden, illegalen Kneipen und was so sonst noch alles an Strassenrändern und Flussufern aufgebaut war, zwei Stunden Zeit gelassen um Wertgegenstände oä. in Sicherheit zu bringen, dann kam das Militär- und zwar mit Flammenwerfern und fackelte den ganze illegalen Kram ab.

Angeblich ist die "Partyszene" jetzt weiter in den Süden gewandert,  4000 Inseln.

Ingrid und Artur Small

VangVieng

ist landschaftlich unvergleichlich schön.

Aus dem Monsunwald, soweit er noch steht und nicht der Brandrodung zum Opfer gefallen ist  ragen rechts und links des Flusses. .... steile Karstkegel auf. Wie aus dem nichts stehen sie plötzlich da und bilden beidseitig des Flusses ausgedehnte Bergzüge. 

Was  heute morgen als kleine Ortsbegehung und Spaziergang am Fluss begann, endete mit einer mittellangen Wandetung in die Karstlandschaft, zunächst durch ausgetrocknetd Reisfelder, später durch dichten Urwald.  Wir hatten ein Hinweissvhild zu einer Höhle entdeckt, 2 km, und diesen Hinweisen folgten wir nun. Dass es sich um eine "Raumdehnung"  auf mindestens 5 km handeln würde, war noch nicht klar.Hier im dichten Wald war kein Ton von Zivilisation mehr zu hören, nur noch Vogelgezwitscher, rascheln entlang des Weges und in der Ferne die Rufe eines Gibbons ( glauben wir). Auf dem Hinweg kein Mensch unterwegs, nur einmal begegnete uns ein deutsches Ehepaar mit Führer, was Artur ganz sinnvoll fand "wenn man zb. von einer Schlange gebissen wird". Oh je, genau die richtige Bemerkung wenn es so unheimlich einsam ist und man sich über grössere Rascheleien am Wegesrand ernsthaft erschrecken kann. Aber nach ausgiebiger Diskussion über das Verhalten von Schlangen und anderen  Urwaldtieren im allgemeinen,  quatschten wir alle Bedenken  einfach weg. 

Schließlich gelangten wir an den Eingang der Höhle, direkt am Fuße eines Karstkegels. Der Eintrittskartenverkäufer schlief seelig und tief auf seiner Bambuspritsche, so dass wir uns erstmal setzten und dem Urwald lauschten. Ausgehängte Fotos der Höhle machten uns den Besuch nicht sehr schmackhaft,  so dass wir den Verkäufer enttäuschen mußten, nachdem er aufgewacht war.  Ein bisschen musste er schon kichern,  als er uns bemerkte. 

Die blöde Erkältung,  die ich schon überwunden glaubte, macht sich seit gestern wieder und mit kratzen im  Hals, Husten und Halsschmerzen im Wechsel bemerkbar,  nichts ernsthaftes, nur ziemlich blöd, daher stand ein ausgiebiger Mittagsschlaf an. 

Als ich aufwachte, sah ich als erstes durch die halbhohen Fenster diese tollen Felsformstionen im nachmittagslicht-ein ergreifend schöner Anblick und wirklich sehrr sehr beeindruckend! 

Für morgen haben wir uns kurzentschlossen einer Tour angeschlossen : zwei Höhlen,  incl. Tubing und Kajakfahren auf dem Fluss. Wird bestimmt schön!

Ingrid und Artur Small

Fahrt nach VangVieng

- nochmal davon gekommen. 

Tja, was soll ich sagen,  jede Reise ist ja irgendwie zu toppen,  aber was wir heute heute erlebt haben, wird sich auf lange Zeit ins Gedächtnis eingraben.  Es ging alles ruhig los, auschecken, 10m weiter ins nächste Guesthouse,  dort mit dem 

Zubringertuktuk zum Busbahnhof. Rucksäcke auf das Dach des Minivans und einsteigen. Hier fiel schonmal die mehrfach gesprungene Frontscheibe auf, aber man ist ja nicht kleinlich.  Als nächstes merkte ein Mitreisender an, dass der senkrechte Holm zwischen zwei Fenstern gebrochen war, vielleicht war das Gewicht auf dem Dach mehrfach zu hoch? Egal, gibt noch andere stützende Teile, die Fahrt geht los. Bis zur ersten Pause nach 1,5 Stunden lief alles gut. Wir waren inzwischen hoch in die Berge gefahren und es war recht kalt geworden, ziemlich diesig, Nebelschwaden hingen in den Bergen und hin und wieder nieselte es ein wenig. 

An einigen Stellen läßt die Strasse sehr zu wünschen übrig, die Fahrbahndecke ist weg und die Schlaglöcher recht tief. Bei einem Ausweichmanöver fuhr der Fahrer mut karacho durch ein tiefes Schlagloch,  was dabei genau passiert ist weiss man nicht, jedenfalls hatte ich ganz kurz danach den Eindruck die Bremse blockiert vorne rechts, habe mir aber nichts weiter gedacht.  Weiter ging es um eine Kurve und eine Gefällstrecke hinab. plötzlich entstand eine große Unruhe, komische Geräusche waren zu hören, der Fahrer stellte den Motor ab und rührte in seinem Automatikgetriebe, der Beifahrer rief "die Bremsen arbeiten nicht", der Fahrer versuchte die Parkstellung einzulegen,die Mädchen riefen "halt den Wagen an",  ein junger Mann hatte schon den Türgriffe in der Hand,   einer rief "fahr den Wagen an die Böschung "- was nach sehr unschönen sekunden schließlich gelang und alle ziemlich zittrige aus dem auto sprangen.  So ein Scheissgefühl!  Der Fahrer sagte erstmal gar nichts, wir versuchten ihn dazu zu bewegen zu telefonieren und ein Ersatzfahrzeug anzufordern, aber er begann Steine zu sammeln, vor die Räder zu legen und das Rad abzumontieren. Ja mist, da standen wir nun, einig, dass wir in dieses Auto nicht wieder einsteigen würden. Ach ja, wir waren zu 11t. Unbeeindruckt arbeitete der Fahrer, Rad ab, Bremsklotz raus, der fast noch glühte, keine Beläge mehr hatte und zudem rinmal quer durchgerissen war, neuen Bremsklotz rein (der war gebraucht und hatte vielleicht noch 1mm Belag). Nun hielt ein anderes Fahrzeug der gleichen Firma und half mit etwas Bremsflüssigkeit aus. Zwischenzeitlich hielt ein Motorradfahrer auf einer alten Enfield und wunderte sich, dass er auf kürzester Strecke einen liegengebliebenen Minivan und einen Unfall (Minivan gegen Baufahrzeug)gesehen hätte, die Strasse sei einige km weiter blockiert. Er wünschte uns alles Gute und brummte davon. Und wir standen immer noch rum, unsicher wie mit der Situation im Weiteren umzugehen ist. Vorbeifahrende Busse hielten nicht und schließlich war die Reparatur beendet und der Fahrer bat uns einzusteigen. Wir drängten zunächst einmal auf einen Bremstest, der etwas halbherzig durchgeführt wurde-aus Schrittgeschwindigkeit ein Auto zum Stehen zu bringen klappt ja meist. Der mitreisende Chinese war überzeugt, stieg auch schonmal ein und es machte den Eindruck,  als seien die Männer insgesamt auch bereit einzusteigen,  nur die Frauen machten Theater und weigerten sich. So bestanden wir auf einem richtigen Bremstest, Geschwindigkeit aufnehmen und auf abschüssiger Strecke Bremsen. Zwar leuchteten die Bremslichter, aber eine Bremswirkung konnten wir beim ersten und auch zweiten Bremsversuch nicht erkennen, der Fahrer brachte den Wagen zum Stehen, stieg aus und lief um das Auto herum -für uns klar, Bremse völlig im Eimer.  Als wir beim Auto ankamen lief schon die Bremsflüssigkeit aus.  

Nun war auch dem Fahrer klar,  dass die Fahrt beendet ist.  Ein anderes Fahrzeug des gleichen Unternehmens hielt,  der Fahrer schätzte dieSituation richtig ein und orderte ein Ersatzfahrzeug. Na endlich. Nun musste nur noch das Gepäck abgeladen und gewartet werden. Es wurden die Spielkarten ausgepackt und alle freuten sich, dass diese schlimme Situation doch ein gutes Ende nehmen würde. Wir hatten mit einer recht lancen Wartezeit gerechnet, aber erstaunlicherweise kam der Ersatzwagen schon nach 40 Minuten.  Die Fahrt ging im neuen/alten Fahrzeug weiter, noch höher hinauf in die Berge.  Inzwischen hatte es geregnet  und es entwickelte sich,  je höher wir fuhren ein undurchdringlicher Nebel, Sichtweite vielleicht 50m und das in den Bergen, ohne Leitplanken, Fahrbahnmarkierungen, nur Steilhänge und keine Sicht. Unbeeindruckt davon brauste der Fahrer dahin, die Jungs vorne auf dem Beifahrersitz gaben nach hinten die Information durch, dass man eigentlich gar nichts mehr sieht, die Mädels wurden leicht panisch und ich vergaß sogar mein Mantra " ich werde 90 Jahre alt ". 

Da sitzt man nun zu mehreren , ist der Situation und dem Fahrer ausgeliefert und kann nur hoffen, dass alles gutvgeht. Aber auch der Nebel ging vorbei und wir sind alle unbeschadet in VangVien angekommen. 

Jetzt hoffe ich, dass ich mir alles von der Seele geschrieben habe und nicht mehf schlecht träumen muß. 

Nach einigem Suchen fanden wir am Ortsrand ein nettes guesthouse  mit einem schönen Zimmer. Vom Balkon hat man einen unglaublich schönen Bick auf den Fluss und die dahinter liegenden Karstberge- aber darüber später.

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    Lisa hat am kommentiert:

    Oh je :D jetzt immerhin abgehärtet?
    Und wie gings weiter??

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    Ingrid und Artur hat am kommentiert:

    Ich glaube, auch mehrfache Erlebnisse dieser Art härten nicht ab. Man fürchtet ja jedesmal um sein Leben. Den Rest der Fahrt muss ich aus dem Zwischenspeicher kramen.

Ingrid und Artur Small

Luang Prabang

- und noch ein Blick in die Umgebung.  nach dem Frühstück sind wir in die andere Richtung losgefahren und zunächst führte die Strasse über die alte Brücke, die den Fluss  Khan überquert.  Für wen oder welche Fahrzeuge sie ursprünglich gebaut wurde kann ich nicht sagen,  jetzt kann sie nur noch von Fussgängern und Zweiräder benutzt werden. Die tragenden Teile sind bestimmt aus Eisen, die Fahrbahn aus Holz.  Zunächst gibt es eine Querlattung, darauf sind in Längsrichtung zwei Fahrspuren verlegt, ungefähr 50 cm breit, so dass bei europäischen Fahrern die Konzentration deutlich erhöht ist. 

Danach sind wir von der Haupstrasse abgefahren und ein ganz langes Stück nur durch kleine Dörfer und auf schotterpustenngefahren, immerin Sichtweite zum Mekong.  Die Bebauung hier ist ganz erstaunlich,  so wechseln Bambushütten mit traditionellen laotischen Holzhäusern ab, dazwischen stehen teils mittelgroße Villen,  aber auch absolut tolle Häuser mit Flussblick, die bei uns manch einen begeistern würden.  Kleine Geschäften mit traditioneller  Handwerkskunst wie Webarbeiten, handgeschöpfte Papierwaren,  Korb-und Flechtarbeite verkaufen hier ihre Waren. In einem der Geschäfte hielten wir uns länger auf, kraulten und spielten einige Zeit mit einem sooo niedlichen Welpen. Als wir aber etwas später vor die Tür traten, wo natürlich unsere Sandalen standen, lag dieses süüüsse Tier quer über meiner Sandale und kaute seelig am Verschlussriemen. 10 min. mehr und er hätte ihn durchgekaut. So ist die Sandalen zwar angekaut, aber noch zu gebrauchen. Ausser einem netten " sorry" fühlt sich aber niemand so recht in der Pflicht. Mehrere Kilometer weiter kamen wir in ein Dorf in dem die Fährboote  auf die andere Mekong Seite ablegen. Dort drüben ist eine ganz besondere Buddha Höhle zu besichtigen, vom Fähranleger fahren entsprechend viele Boote. 

Unsere Zeit reichte heute hierfür aber nicht aus, der Roller musste zurück.

Den Nachmittag haben wir einfach vertrödelt, die Weiterreise geplant, ein wenig geschwitzt und geschwatzt.

Und dann gibt es ja immer diese verführerischen Nachtmärkte  auf denen zwar viel Überflüssiges, aber hier in Luang Prabang auch sehr viel Schönes angeboten wird. Wunderschöne Webarbeiten aus Baumwolle und Seide, bunte Stickereien der Bergvölker, Schönes aus Holz und Bambus. Wie schrecklich,  dass wir gepäckmäsdig so eingeschränkt sind (sage ich, Artur hat da eine ganz andere Meinung).

Kurzmeldungen: Die Brände in den Bergen um LuangPrabang herum werden gelegt, weil die Bergvölker dort eine besondere Sorte Reis anpflanzen  und die Asche ein besonders guter Dünger ist-hm, wir wissen nicht so recht ob das stimmt.  Für uns sah es heute so aus, als werden auf diesen Flächen Bananen gepflanzt und Teakplantagen in Monokultur angelegt. D

er "Wettergott" meldet für die nächsten Tage Regen und Gewitter. Die Bustickets für die Weiterreise nach VangVien liegen bereit.  Für diese Fahrt wird überall empfohlen, prophylaktisch ein  Mittel gegen Reiseübelkeit einzunehmen .


Schnell muss ich noch den Namen dieses guesthouses aufschreiben,  denn hier wohnt man günstig, kann sich nach Wunsch mit Tee, Kaffee,  Wasser und diesen unglaublich leckeren kleinen Bananen versorgen.  Es herrscht eine angenehme,  familiäre Atmosphäre : Bounchaleurn guesthouse

Ingrid und Artur Small

Luang Prabang

ist nicht nur eine ganz besondere Stadt, ,  sondern hat auch eine wunderschöne Umgebung. Um die zu sehen haben wir uns heute wieder einmal ein Moped gemietet,  zwar deutlich teurer als sonst, aber dafür fast neu und alles funktionierte tadellos. Der Vermieter ist ein australischer Laote, die Vermittlung übernahm die Tochter des Hauses. 

Die Fahrt ging aus der Stadt hinaus,  was ganz schnell ging, Ziel war ein Wasserfall in 35 km Entfernung. Der Wasserfall liegt in einem Naturschutzgebiet, anschlossen ist auch eine Auffang-und Pflegestation für verschiedene asiatische Bären. Die Tiere werden von Wilderern gefangen und unter erbärmlichen Bedingungen vegetieren sie in kleinen Käfigen dahin,  nur um ihnen regelmäßig Gallenflüssigkeit abzuzapfen, die dann in obskuren Medizinen Anwendung findet.  Das Schutz-Pflege-und Informationszentrum klärt sehr gut über diese Missstände auf und gibt umfangreiche Informationen über ihre Arbeit. Natürlich sind auch mehrere gerettete  Bären zu sehen, die sich in riesigen Freigehegen anscheinend recht wohl fühlen. 

Dann geht der Weg weiter über eine Art  Natur-und Baumlehrpfad , hier wird über den Nutzen des Walds im Allgemeinen informiert,  dann aber auch über einzelne Bäume, deren Wachstum, Verwendung in der Medizin, und darüber hinaus, Bäume die wir natürlich gar nicht kennen . 

Schließlich hört man Wasser rauschen und geht eine lange Strecke an einem Wasserfall entlang, wie man ihn sich nicht schöner vorstellen kann. Mehrere hundert Meter lang fällt das Wasser in kleineren Stufen in natürliche Bassins, die miteineinder verbunden eine "Poollandschaft" auf unterschiedlichen Ebenen bilden. Zwischendurch enstehen kleinere Stromschnellen und reissende Bäche,  dann beruhigt sich das Wasser wieder und plätschert ruhig von einem Bassin in das nächste. Eingebettet ist dieser türkisfarbene Traum in üppiges Grün, riesige Bäume, Farne, Bambus, alles miteinander verbunden durch Schlinggewächse unterschiedlichster Art.  Schließlich endet das seichte Geplätscher und man steht vor dem "richtigen" Wasserfall, der aus einer Höhe von etwa 80 m in mehreren Strömen herunterstürzt.

Wenn man nicht "wasserfallaufstiegsgeschägigt" ist wie wir und sich von Temperaturen von ca. 40 Grad nicht beeindrucken lässt, steigt man noch bis Wasserabstutzkante hoch und bestimmt hat man von dort oben einen fantastischen Blick,  aber... .

Auf der Rückfahrt legten wir in einem kleinen Dorf einen Zwischenstopp ein . Hier sass eine junge Frau vor/in ihrem Haus und spulte Garn auf, das sie weiter auf ihrem Webstuhl zu Baumwollschals verarbeitete. Sie sprach ein paar Brocken englisch und konnte uns so ungefähr sagen, wie lange sie für einen einfachen Schal braucht. Je nach Größe arbeitet sie zwischen 2 und 4 Tagen an einem Stück.

Der nächste Halt war bei einem ganz neu eröffneten Elefanten Camp,  ähnlich dem in Ayuttaya. Da keine anderen besucher da waren, konnten wir uns auf dem gelände umsehen, die elefanten kraulen und füttern. Zufälligerweise waren wir wieder zur Badezeit dort, sa dass wir erneut an dem großen badevergnügen der Elefanten teilnehmen konnten. Etwas 15 ausgewachsene Tiere,  jedes mit seinem persönlichen Mahout,  machte sich auf den Weg die Böschung zum Mekong hinunter. Ein "Jungtier", ca. 4,5 jahre alt hielt sich noch eng an seine Mutter und blieb auch im Wasser ganz in ihrer Nähe.  Sind die Elefanten erstmal im Wasser angelangt, werden sie recht übermütig, spritzen mit Wasser, tauchen, wobei die Mahouts schnell aufspringen und sich auf den Elelefantenrücken stellen müssen, blubbern und prusten. Ist die badezeit vorbei, marschieren sie zufrieden wieder den hang hinauf, leise und gemächlich, eine unglaubliche Ruhe ausstrahlend. oben wird jeder an einen Baum gekettet, kann sich noch mit Sand bewerfen und ein bisschen futtern. Nur den kleinen nehmen die Mahouts mit, da sie ihn offensichtlich ins Herz geschlossen haben und sich viel mit ihm beschäftigen.  Irgendwie haben sie ihm Tanzen beigebracht,  wenn der Mahout zu tanzen beginnt, bewegt sich der Elefant entsprechend mit, fällt irgendetwas runter, hebt er es wieder auf und der größte Spass ist offensichtlich,  sich mit einem Schlauch den Rüssel füllen zu lassen und die Mahouts zu duschen. Ja und dann gehen Elefant und Mahout zusammen in der Bananenplantage spazieren. 

Natürlich kann man über diese Elefantenauffangstationen geteilter Meinung sein, aber wenn man hört, unter welchen Umständen die Tiere sonst leben würden, ist so ein Elefanten Camp die bessere Alternative.

In der Stadt angekommen haben wir den Roller um einen halben Tag verlängert, so dass wir morgen Zeit bis mittags für eine weitere Tour haben. 

Gedankensplitter: Wir sehen die Sonne nicht, immer ist es bedeckt.  Innerhalb der Stadt gibt es ein funktionierendes Müllsystem, außerhalb leider nicht.  Wertstoffe werden aussortiert, entweder schon auf der Ladefläche des Müllwagens, oder später. Wenn wir vom Abendessen zurückkommen,  werden wir regelmäßig angesprochen ob wir Drogen kaufen wollen- mal Marihuana,  mal Opium.

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    Tini hat am kommentiert:

    was für eine schöne reise ihr macht. unbekannterweise mal schöne grüsse!

Ingrid und Artur Small

Luang Prabang

ist zu Recht Weltkulturerbestätte. 

Der französische Einfluss machte sich schon heute morgen beim Frühstück bemerkbar.. Da im Guesthouse Tee und Kaffee frei ist, sind wir schnell auf den Markt um die Ecke gegangen und haben uns aus etwa 20 verschiedenen Möglichkeiten ein leckeres Baguette belegen lassen und hier schön gefrühstückt. Natürlich kein Vergleich zum supertollen Osterfrühstück in der Urlauberrunde - an euch geht ein ganz besonders lieber Ostergruss! 

Luang Prabang liegt am Zusammenfluss des Mekong und des kleineren Flusses Khan, der irgendwo aus den Bergen kommt. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts ging Laos ein Schutzbündnis mit Frankreich gegen übergriffige Nachbarn ein, der französische Einfluss blieb bis in die 50iger Jahre bestehen, was sich nun an der entsprechenden Architektur  deutlich zeigt.  Guterhaltene Kolonialvillen,  französische Bäckereien und Cafés,  mondäne Hotels mischen sich sehr schön mit wunderschönen, im traditionellen laotischen Stil gebauten Häusern,  zummeist aus Teakholz und Bambus als heimischem Baustoff. Parallel zum Mekong verlaufen etwas breitere Strassen, die Querverbindungen sind oft kleine schmale Gassen, dicht begrünt und sehr malerisch.  Eingebettet in dieses wunderschöne Ensemble liegen verstreut viele Tempel, deren goldene Dächer alles überstrahlen. Da sich aus allem eine so einzigartige Kombination ergibt, wurde Luang Prabang schon 1995 zur Weltkulturstätte der UNESCO ernannt.

Wir haben heute einen langen Spaziergang durch diese wunderschöne Stadt gemacht und können gut verstehen,  dass viele Reisende länger hier bleiben als vorgesehen.  Vielleicht liegt es daran, dass der Ort sehr kultiviert und europäisch vertraut wirkt,  so dass Reisende, die schon länger unterwegs sind hier verschnaufen, entspannen und sich  im "vertrauten" Ambiente einfach zurücklehnen können.

Ja, und was gibt es noch zu sagen? Über LuangPrabang liegt ein dichter Dunstschleier, was einerseits aud die hohe Verdunstung zurückzuführen ist, anderserseits aber auch mit den lodernden Feuern in den umliegenden Dschungelgebieten zu tun hat. Beides führt dazu, dass die Luft eher schlecht,  Sonnenbrand kein Thema ist und man  direkt nach dem Duschen schon wieder wie S.. aussieht.

Wir fühlen uns in unserem guesthouse sehr wohl, nette Leute wohnen hier. Gleich nach der Ankunft Roland und Manfred kennengelernt, beide  in Arturs Alter. Roland, bildender Künstler aus Heidelberg, der jährlich 3 Monate auf Reisen ist, ohne seine Frau und Manfred, ernährt sich (bestens) von Aktienspekulationen, Ex-oder immernoch Hippiecaus Jülich,  in der Welt zu hause und sehr sehr nett. Er hat auf seinem Computer ein skype Programm für sehr billiges internationales Telefonieren und bot mir an, hierrüber mit meinem Vater zu telefonieren der heute Geburtstag hat. HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH ZUM 90. GEBURTSTAG!!!

Wir können schön draußen im Hof sitzen, gegenüber gibt es einen kleinen Laden, in dem es kühles Beerlao gibt. Was will man denn mehr??


Ingrid und Artur Small

Mekong

-  auf dem gelben Fluss durch eine großartige Landschaft.

Heute morgen hieß es mal wieder etwas früher aufstehen,  da die 2 tägige Flussfahrt

nach Luang Prabang anstand. Weil wir uns so unabhängig wie möglich von irgendwelchen Zwischenhändlern machen wollen, mussten wir rechtzeitig beim ticketschalter sein, wo wir aber komischerweise nur einen Fahrschein bis Pak Beng, den übernachtundsort auf halber Strecke,  kaufen konnten. Die abfahrt war für 11 Uhr angesetzt, angeblich sollten nicht soo viele Leute mitfahren. Danach sah es bis 10.30 auch aus. Um das gepäck zu verstauen  wurden erstmal die Bodenplanken herausgenommen und das gepäck unterzubringen.  

Diese sogenannten Slowboats sind unterschiedlich lang und breit,  unser boot war ca. 2,5-3 m breit und 60m lang, im vorderen Bereich sitzen die Passagiere auf Autositzen, je zwei sind zusammen an irgendwelchen hollatten festges hraubt, damit sie genug Auflagefläche haben, sie sind aber beweglich und können hin und her getragen werden.  Hinter der Passagierabteilung liegt der offene Maschinenraum, hier kann man dem 6 Zylinder Dieselmotor beim der Arbeit zusehen.  Daran schließt sich das "Wohnzimmer "der schiffer an, es dient während der fahrt aber auch als zusätzlicher Gepäckraum. Übrigens,  der Kapitän sieht bis kurz vor der Abfahrt wie ein Schlunz aus, wirft sich aber eine halbe Stunde vor dem ablegen in schale und erscheint in einer blütenweissen "kapiänsuniform", auf halber strecke wechselt er schon mal die hose.

Und dann begann plötzlich eine art völkerwanderung über die bootsplanke, scharenweise trafen Leute ein, ganze busladungen müder Menschen gingen an bord, bis wirklich jeder platz belegt war. Söäter fiel uns ein, dass das sicherlich leute waren, die ein komplettpaket ( transport an und über die grenze, bootsfahrt bis ljang Prabang ) in chiang rai gebucht haben. Kurz überschlagen haben sie etwa das doppelte von uns gezahlt. 

Um 11.45 ging die fahrt endlich los. Zunächst bildet der mekong eine natürliche grenze zwischen Thailand und laos und auch der "Umgang "mit dem Fluß ist seht unterschiedlich. Während die laoten die ufer ganz natürlich lassen, mit bewuchs, buchten, flachen uferbereichen , arbeitet man auf thailändischer seite daran den fluss zu kanalisieren, mit starken uferbefestigungen, die dem wasser wenig platz lassen. Was passiert hiet wenn während der Regenzeit der pegel 1,5m ansteigt

Ingrid und Artur Small

Houay Xay

"Monk Chat ".

Gedankensplitter : leckeres Essen in einem Restaurant an der strasse. Der Papayasalat kommt von der anderen Strassenseite,  direkt an der Straße wird gegrillt und ausser haus verkauft, mit reissendem Absatz.  Wir haben die Würstchen probiert-toll gewürzt,  sehr, sehr lecker-egal was drin ist

Ingrid und Artur Small

Houay Xay

- so einfach gehts nach Laos.

Nachdem wir uns gestern abend entschlossen haben, endlich nach Laos aufzubrechen,  holten wir zunächst die verschiedensten Informationen zur Reise ein. Nun sind wir auf einem neueren Stand als der Lonley planet,  der die Strasse durch die Berge zurück nach Ban Pasang als einzige Verbindung beschreibt.  Wir sind mit einem gelben pick-up in die andere Richtung gefahren, bis Tha Ton,  dort  mussten wir umsteigen und fuhren bis Chiang Saen, von dort mit einem anderen pick-up bis Chiang Rai.  Internetblogger schreiben,  es gäbe einen durchgehenden Bus von dort nach Laos hinein, den haben wir aber gar nicht erst versucht zu finden, sondern sind direkt in den bereitstehenden Bus nach Chiang Klong an die thailändische  Grenze gestiegen. Entgegen aller Beschreibungen im Internet mußten wir nicht  in die Stadt hineinfahren und dann wieder zurück,  der Bus hielt an der Abzweigung an die Grenze, dort stiegen wir in ein tuktuk, fuhren bis zum thailändischen Grenzposten und erledigten dort die Ausreisesngelegenheiten auf thailändischer Seite. Von dort wird man mit einem luxuriösen Reisebus über die Freundschaftsbrückeaud die laotische Flussseite gebracht und erhascht so den ersten blick auf den Mekon .  Da wir für Laos kein Visum hatten, mußten wir ein sogenanntes "visa on arrival" beantragen,  ein wenig Schreibkram erledigen, Passfoto und 30 Dollar in den Ausweis legen, alles durch den Schalterschlitz schieben und warten.  Warten, bis der Mittagsschlaf beendet ist (ein Grenzbeamter hat eine Klappliege im Büro stehen für diese Zwecke ) oder bis man die Arbeit nicht mehr weiter vor sich herschieben kann. Viel zu tun haben die Herrschaften in diesen Tagen nicht, also bekamen wir unsere Ausweise mit eingeklebten Visum recht schnell zurück. 

Mit 3 Amerikanern teilten wir uns ein Tuktuk bis nach Houay Xay, die stiegen am Busbahnhof aus, da sie per Bus noch Luang Prabang fahren wollten, wir fuhren weiter in die Stadt und bezogen ein nettes Zimmer im Oudomphone guesthouse 2.

Wir waren selbst erstaunt,  wie schnell und problemlos diese Fahrt geklappt hat, zumal wir so oft das Verkehrsmittel wechseln mussten und eine Grenze passierten-aber so ist es mal wenn engel reisen

Der erste gang führte zum Geldautomaten. Zwar werden hier au h thailändische Bhat angenommen,  aber es ist ja  immer spannend wie das " neue Geld "aussieht.  Die Auszahlungssumme beträgt höchsten 1000000Kip, was etwa 110 Euro sind. Da wir gern mehr abgeholt hätten,  fragten wir in der Bank nach einer Höheren Summe,  aber Bankangestelltenerwiderte lächelnd, wir könnten ja dreimal hintereinander Geld holen-ihm war wohl nichtcso ganz klar, was da für Kosten entstehen. 

Unser nächster direkter Weg führte in ein Restaurant,  denn da es inzwischen nachmittag war hatten wir einen Riesenhunger. Leckere gebratene Nudeln mit Gemüse , laotische Art. So gestärkt gingen wir weiter zum Bootsanleger.



  • Missing
    Heike Piero hat am kommentiert:

    Danke für die tollen Berichte, fast täglich bin ich bei euch;-)bin oft erstaunt, musste lachen...bin fasziniert!Liebe Grüße aus G'kesee...Heike

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    Ingrid und Artur hat am kommentiert:

    Freut mich sehr, daass du regelmäßig mitliest und es dir gefällt. Wir erleben sso viel und täglich kommen neue Eindrücken hinzu , da ist es für uns ganz wichtig, regelmäßig wenigstens die allerwichtigsten Dinge aufzuschreiben, sonst gehen sie verloren. Eure netten Kommentare unterstützen uns dabei. Danke!

Ingrid und Artur Small

Mae Salong

Und - ohne funktionierende Bremsen geht hier nichts!

Heute morgen, in aller Herrgottsfrühe, die Sonne war noch gar nicht richtig aufgegangen,  setzte der Nachbar seine Musikfolter fort. Türen schließen,  Ohropax, keine Massnahme zeigte durchschlagenden Erfolg, da half nur aufstehen , Wäsche waschen und frühstücken gehen auf der anderen Strassenseite in der Bäckerei/Restaurant . Hier gab es hausgebackenes Toastbrot,  wirklich lecker (Aber noch bin ich nicht so weit, dass ich Brot oder sonst etwas vermisse-ausser vielleicht Joghurt,  aber den kann ich mir kaufen).

Mit guten Wünschen schickten wir unsere Vermieterin ins Turnier, ich kraulte noch ein wenig das Pudelschaf, da fragte der daheimgebliebene Ehemann  (wir vermuten,  dass er das ist) , ob wir einen Tee trinken möchten.  Schon gestern abend bekamen wir einen preisgekrönten, ausgezeichneten Oolong Tee serviert. Da wir schnell loswollten, um unsere Moped Tour zu statten, lehnten wir ab, aber nun bot er uns eine frisch geerntete Papaya an, die wir natürlich nicht ablehnen konnten. Langsam haben wir einen richtigen Obstkorb aus geschenkten Köstlichkeiten.  

Nachdem wir gestern lange gebraucht haben herauszufinden,  dass im Nachbar guesthouse  Mopeds vermietet werden, gingen wir heute also nur um die Ecke, um das Gefährt abzuholen.   Das angebotene Moped mit Gängen und Halbautomatik lehnten wir zugunsten eines bedienungsfreundlichen Mopeds mit Automatik ab. Es reicht schon aus, wenn man sich auf die richtige Strassenseite konzentrieren muss. 

Schon bei der ersten kurzen Probefahrt kamen Bedenken bezüglich der Funktionsfähigkeit der Bremsen auf. Dennoch sind wir mit dem Gefährt losgefahren. Zunächst problemlos. Kurze Steigungen wechselten sich mit kurzen Gefällstrecken ab. Aber dann kam eine  extrem lange Gefällstrecke über mehrere Kilometer und etlichen Serpentinen, gefühltes Gefälle15%, die  schwachen Bremsen wurden schwach und schwächer. Wir sausten mit viel zu hoher Geschwindigkeit die Gefällstrecke hinunter. Der A. . . .  ging uns auf Grundeis. Schließlich haben wir dann doch das Gefährt zum  Stehen gebracht. Nachdem die zittrigen  Kniee sich  beruhigt hatten, sind wir zurückgefahren, ,ging ziemlich problemlos, da es  ja fast nur bergauf ging. Der Vermieter verlangte von uns unverschämterweise auch noch eine Teilmiete für die zurückgelegten km. Natürlich  sind wir darauf nicht eingegangen.  Wir machten uns auf den Weg zu  einer anderen Scootervermietung. Die Bremsen des Motorollers wurden von uns vorher einer eingehenden Prüfung unterzogen und für gut befunden. Also auf ein Neues! Und tatsächlich, alles war gut, bis natürlich wieder eine lange Gefällstrecke kam. Zu diesem Zeitpunkt waren wir irgendwo im Outback, nur Dschungel um uns herum, keine Menschenseele weit und breit. Zunächst alles bestens, aber dann lließ die Bremswirkung der Scheibenbremse am Vorderrad extrem nach bis zum völligen Ausfall dieser Bremse. Es fühlte sich an, als ob das Bremsseil gerissen wäre. Irgendwie haben wir es wieder geschafft, das Gefährt zum Stehen zu bringen. Entweder war die Scheibe der Bremse zu heiß geworden oder die Bremsflüssigkeit war es, die eine solche Dauerbelastung aufgrund  ihres Alters nicht mehr  mitmachte. Wir haben es dann nur noch sehr vorsichtig angehen lassen. Die Bremswirkung der Scheibenbremse am Vorderrad kam dann auch nach entsprechender  Abkühlung  wieder, Fazit:  ohne wirklich gute Bremsen sollte man/frau nicht in den Bergen unterwegs sein. 

Trotz allem war es eine tolle Fahrt durch Bergdörfer,  wilde Wälder, Teeplantagen und eine Art Ferienanlage, die wahrscheinlich von einem Bergdorf betrieben, aber irgendwann einmal von der UNESCO finanziert und aufgebaut wurde. Eine tolle Anlagen in einer unglaublich schönen Landschaft. Hillary Clinton war zur Einweihung auch schon da.

Am späteren mittag kehrten wir zu einen yunnan Nudelsuppe ein, fuhren weiter zu unserem guesthouse und tranken endlich den angebotenen Tee. Der Vermieter spricht kein Wort,  er versucht sich durch Gesten verständlich zu machen, was bis zu einem gewissen Grad auch klappt. Jedenfalls freute er sich sehr, als wir die Papaya und den Tee hoch lobten-war beides auch wirklich sehr lecker.

Da wir uns den ganzen tag noch nicht so richtig bewegt hatten, stiegen wir die 718 stufen zum Wat. .. hinauf, von wo man eine tolle Aussicht in alle Richtungen in die berge hat

Den Rest des Tages haben wir mit dem gewohnt guten Essen  und einem  Chang genossen.

Ingrid und Artur Small

Mae Salong

 oder doch Yunnan?

Gestern abend haben wir beschlossen die Stadt zu verlassen und in Mae Salong ein wenig Landluft zu schnappen. Mae Salong liegt in den Bergen, direkt an der Grenze zu Myanmar. Nachdem wir den Roller zurückgebracht hatten, marschierten wir zum Busbahnhof und konnten uns sofort in den richtigen Bus setzten,  noch freie Platzwahl.  Das änderte sich im Laufe der Fahrt natürlich wieder erheblich.  Wir waren auf unserer Rückbank zwar vollkommen eingemauert von Säcken,  Kartons und Taschen, was aber auch den Vorteil hatte,  dass wir für zusteigende Menschen unerreichbar waren und so vergleichsweise komfortabel saßen.  In Ban Pasang mussten wir aussteigen und in einen Pickup in die Berge steigen.  Die Wagen sollen eigentlich im Halbstundentakt fahren, aber da die Fahrt ungefähr eine Stunde dauert, wird nur mit Vollbesetzung, dh. 8 Personen gefahren.  Sind es weniger Personen , wird der Fahrpreis erhöht. Als wir ankamen,  stand eine Österreicherin da und hoffte auf Mitfahrer, zu dritt verlangte der Fahrer den dreifachen Fahrpreis von uns, den wir nicht zahlen wollte. Weil nun alle auf stur stellten und die Verhandlungen gescheitert waren, wurde erstmal Tee getrunken und abgewartet was der nächste Bus ausspuckt -2 weitere Fahrgäste senken

 den Fahrpreis auf akzeptables Niveau,  so das es losgehen konnte. Steil führte die Strasse hinauf in die Berge, meist auf dem Kamm entlang, so dass sich atemberaubende Ausblicke ergaben. Der Wald lichtete sich mit zunehmender Höhe und schließlich erkannten wir an den steilen Hängen Teefelder und dann kam auch bald Mae Salong in Sicht, das sich auf einem Bergkamm entlangzieht. 

Der Fahrer wies uns den Weg zu den Guesthouses die wir uns im lonley planet ausgeguckt hatten, empfahl aber ein ganz neues, direkt vor unserer Nase.  Die Besitzerin selbst war nicht da, das gesamte Anwesen verwaist  und der Haushund,  eine Mischung aus Pudel und Schaf guckte auch nur verschlafen aus der Wäsche.  Aus dem Restaurant /Bäckerei gegenüber tauchte aber die Schwester auf, die uns unter ihre Fittiche nahm, per Telefon mit ihrer Schwester einen guten Preis abmachte, so dass wir uns hier einmieteten. Ein wirklich schönes Zimmer mit großem Balkon und Glasschiebetür mit Fliegengitter, so dass wir bei offenen Fenster schlafen können. 

Mae Salong ist insofern etwas Besonderes,  als sich hier Chinesen aus Yunnan angesiedelt haben und über Jahrzehnte,in Ermangelung einer Straße so abgelegen lebten, dass sie ihre Kultur und Sprache  unverfälscht beibehalten konnten. Ende der 40iger Jahre gingen im Zuge der Kulturrevolution in China viele Menschen ins Exil. Eine große Gruppe aus Yunnan ging nach Myanmar,  wo sie bis in die 60iger Jahre lebten, aber schließlich von dort vertrieben wurden und über die Grenze nach Thailand  hier in die Berge kamen, als Flüchtlinge  anerkannt und sesshaft wurden. Viele J6ahre waren sie noch am Opiumhandel beteiligt - man lebt hier nicht umsonst im goldenen Dreieck-bis die thailändische Regierung ein Entwicklungsprojekt initiierte, das die Bevölkerung zum Anbau von Tee,  Kaffee,  Obst,  Getreide bewegen sollte. Inzwischen klappt das recht gut, hier wird hochwertiger biologisch angebauter Tee verkauft und viele Bio Resorts sind entstanden .

Auf einem langen Spaziergang den Bergkamm entlang hatten wir wirklich das gefühl in China zu sein. Die Menschen sehen ganz anders aus, sprechen chinesisch, kochen chinesisch, schauen chinesisches Fernsehen,  die Häuser sind im chinesischen Stil gebaut und auch das Straßenleben kommt uns chinesisch vor, alles ruhig und sehr beschaulich.  Bis auf den Nachbarn zur Linken, mit denen haben wir wohl Pech,  der in seinem Hinterhof einen kleinen Markt aufbaute und die umliegenden Häuser mit lautester chinesischer Popmusik beschallte. 

Gegen abend lernten wir auch unsere Vermieterin kennen, eine ältere Dame,  65-70 Jahre alt, die grade von einem Basketball Turnier der umliegenden chinesischen Dörfer  zurückkam . Sie war dort nicht als Zuschauerin, sondern spielt in der Mannschaft von Mae Salong . 36 Teams nehmen an dem zweitägigen Turnier teil, morgen geht es also weiter für sie. 

An manchen Orten hat man sofort das Gefühl, ja, hier ist es gut-Mae Salong gehört definitiv dazu.


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    Ingeborg hat am kommentiert:

    Hallo Ingrid und Athur! Was ihr so alles zu sehen bekommt ist ja spannend! Während es hier bei 6 Grad stürmt und hagelt habt ihr mit der Hitze zu kämpfen. Ich wünsche euch weiterhin eine gute Reise mit vielen tollen Eindrücken. Kommt heile wieder nach Hause! Liebe Grüße, Ingeborg

Ingrid und Artur Small

Tachilek / Chiang Rai

- und endlich wieder lecker essen! 

Früh heute morgen sind wir zun Flughafen in Manderlay gefahren und haben einen Flug nach Tachilek, ganz im Osten Myanmars, eigentlich schon im goldenen Dreieck, genommen. DANKE SHASHI, FÜR DAS BUCHEN DER TICKETS! Unser 28 Tage Visum für Myanmar lief eigentlich schon gestern ab, aber wir haben kurzerhand um einen Tag überzogen, man zahlt dann an der Grenze bei der Ausreise eine kleine Strafgebühr von 3 Dollar pP. Der Flug in einer Propellermaschine war kalt, kurz und problemlos. Der Flughafen in Tachilek ist ein, im chinesischen Stil erbautes Gebäude, ca. 50 m von der Start-und Landebahn entfernt. Das Flugzeug setzt zur Landung auf, macht eine Vollbremsung, schwenkt nach links und hält vor dem Flughafengebäude. Nun nur noch aussteigen, 20m in die Ankunftshalle laufen, Ausweis vorzeigen, während die Daten in die Listen eingetragen werden, kann man noch schnell aufs Klo, , Gepäck von der Karre nehmen, schon fertig, Mit drei Mitfliegern teilten wir uns einen Pickup zur Grenzbrücke nach Thailand . Der Grenzübertritt verläuft völlig problemlos,  Daten und Ausweis wird auf Myanmar Seite geprüft, Strafgeld eingezogen,  ein Abschiedsfoto gemacht, Ausreisestempel -fertig. Dann läuft man ein Stück über die  Grenzbrücke und trifft den thailändischen Grenzbeamten ein. Hat man schon ein Visum so wie wir!!!, füllt man nur die arrival card aus, wieder werden Daten aufgenommen,  Ausweis kontrolliert,  Foto gemacht,  Stempel in den Ausweis -auch fertig. Insgesamt dauert alles nicht lönger als 20 Minuten.  Nun mussten wir von der Grenze weg nach Chiang Sai zum Busbahnhof und von dort weiter nach Chiang Rai.Gegen Mittag konnten wir schon  im Jansom Guesthouse einchecken und überlegen,  wie es nun weitergehen kann. Das 

Ingrid und Artur Small

Road to Mandalay

Eine abenteuerliche Fahrt auf dem Pick-up. 

Gestern abend fing es wieder gewaltig an zu blitzen und zuu donnern und da wir ja nun wissen,  welche gewaltigen Wassermengen da vom Himmel kommen, sind wir zum Abendessen nicht zum night market gegangen, sondern nur um die Ecke  . Während wir schön warm und trocken saßen,  wurden plötzlich die draußen stehenden Stühle gestapelt  und die .Mopeds ins trockene, sprich Restaurant gefahren und dann fing es tatsächlich an zu hageln, und zwar nicht so kleine Körnchen,  sonder walnussgrosse Hagelkörner,  die von den Einheimischen gleich eingesammelt wurden-eine ganz außergewöhnliche Wetterlage. Für das Mädel an der Rezeption rangiert Artur nach seinen Wettervorhersagen unter (Wetter ) Gott. 

 Eigentlich hatten wir vor heute vormittag noch in den botanischen Garten zu gehen, der sehr sehenswert sein soll, aber vorher wollten wir noch die Fahrt nach Mandalay klären, was sich als etwas schwieriger herausstellte als erwartet. Der Ort an dem die Taxen abfahren sollten war woanders (jedenfalls als wir da waren ), möglich war nur eine Fahrt mit dem pick-up und das eigentlich sofort. Da steht man nun, bekommt keine richtige Auskunft,  es ist heiß,  niemand versteht was man so richtig  will und das einzig verfügbare Gefährt steht abfahrbereit da. Kurz entschlossen verzichteten wir auf den botanischen Garten,  schafften es noch zu klären, dass der Pick-up am guesthouse vorbei fährt und unsere Rucksäcke holt und dann begannen zwei äußerst aufregende Stunden in denen wir hinter die Kulissen des birmanischen Transportwesens schauen konnten und Einblicke erhielten,  was  Geduld und Sitzfleisch bedeuten. 

So ein Pick-up ist eigentlich das Gefährt, das alle Transporte, bis natürlich auf große Güter, übernimmt.  Es ist ein Kleinst -Lkw mit einer Ladefläche von ca. 1,80 x 2,5m. Auf der Ladefläche sind seitlich zwei Sitzreihen angebracht  (Holzklasse!), das Ganze ist überbaut mit einer Eisenkonstrktion , die wiederum oben mit einer Plane überzogen ist, so dass man vor Regen und Sonne leidlich geschützt ist. Auf dem Dach,  befindet sich eine weitere Ladefläche und die rückwärtige Ladeklappe ist dauerhaft heuntergeklappt und bietet zwei weitere Sitzplätze ( 

im Freien). 

Als wir einstiegen ahnten wir noch nicht was auf uns zukommen würde. Im Pick-up  sassen schon ein mittelalter Mann, eine ganz kleine alte Frau,  eine Mutter mit Kind, zwischen den Bänken lag ein Lkw Reifen, stand eine große Kiste und eine große rosa Plastikbox. Wir kletterten auf die Ladefläche,  Rucksäcke aufs Dach, Lena und ich hinter die Fahrerkabine, Füße auf den Reifen,  Artur gegenüber, Beine zwischen den Kisten. Da diese Gefährte für asiatische Grösse gebaut ist,sitzen wir eigentlich mit abgeknicktem Kopf, um Platzwunden und ähnliches zu vermeiden,  die Federung ist ja nicht sooo gut. So ging die Fahrt also los und wir dachten,  mehr  passen auch nicht rein-was für ein lächerlicher Gedanke,  wir haben doch schon oft diese vollgepackten und völlig überladen Fahrzeuge gesehen, nun saßen wir also selbst mittendrin. 


Schon nach gefühlt wenigen hundert Metern hielten wir das erste mal an um etwas 5 writere Personen für die Ladefläche und eine Mischmaschine für das Dach aufzunehmen . Das geht völlig klaglos vonstatten,  jeder rückt ein wenig zur Seite und es entstehen völlig ungeahnte Räume.  Und weiter ging es, wir hielte noch 3-4mal, nahmen Menschen  (große und kleine ), Blumen,  Kisten und Säcke auf.Eine kurze Zwischenzählung ergab ungefähr 15 Erwachsene und 4 Kinder,  was auf dem Dach bei der Mischmaschine noch so los war entzieht sich ünsere Kenntnis.  Diese Ladeklappe ist übrigens ein Phänomen.  Ausgeklappt bietet sie an beiden Seiten jeweils einen "Sitzplatz ", dazwischen gibt es noch Stehplätze, mindestens 3, einen davon nimmt immer der Fahrzeugbegleiter ein, der kassiert, Passagiere sortiert, auf-und ablädt und dem Fahrer verschiedene Hinweise gibt, zb.wo anzuhalten ist, verkehrssituation uä.Wir es mit dem Platz einmal ganz eng, weicht der begleiter auch schon mal auf die aussenseite aus. Wo er seht oder sich festhält ist mir völlig unklar. 

So sitzt mal also da, der Vergleich mit einer Sardinenbüchse ist nicht ganz weit hergeholt, versucht die Sitzknöchel zu ignorieren und auch, dass man die Beine kaum mehr spürt, lächelt einander zu und hofft, dass die Fahrt ein gutes Ende nimmt. Und wieder sind die Kinder zu bewundern,  die irgendwo zwischen Ellbogen und Taschen eingeklemmt sitzen, keinen Ton von sich geben, die vorbeisausende Landschaft betrachten und gelegentlich ein kleines Nickerchen machen . Artur hatte einen netten, jungen, englisch sprechenden Mann als Sitznachbarn, mit dem er nett plaudern und so die Zeit gefühlt verkürzen konnte.  Zwischendurch stieg mal jemand aus, drei dazu, einer aus, kiste raus, fünf rein, ....

Im Einzugsbereich von Manderlay stiegen nach und nach mehr Leute aus, so dass man die Zehen schon mal wieder bewegen konnte und schließlich waren wir angekommen und versuchten zu stehen.   Taxi zum Hotels-fehlanzeige, nur Mopeds,  aber das kennen wir ja schon. Zähe Verhandlungen,  dann Start, diesmal mit Helm für alle Mitfahrer und der Rucksack blieb auf