St. Petersburg im Winter

Ein Kurztrip in die Kälte

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Muesli Small

Teletorn

Tallinn verfügt auch über einen Fernsehturm echt sowjetischer Bauart, der zur Olympiade in Moskau 1980 eröffnet wurde. Mit dem Bus 34A oder 38 kommt man vom Busbahnhof unter dem Viru Keskus in etwa 20 Minuten hierher und sieht dabei auch noch ein wenig was von der Stadt, das Sängerfeld oder das sowjetische Ehrenmal Maarjamäe.

Für 8 Euro geht es dann am Fernsehturm in 170 Meter Höhe und man hat einen feinen Blick über die Stadt und die Umgebung, ein Stockwerk höher kann man sogar außen auf der Plattform herumlaufen.

Damit war unser Besichtigungsprogramm abgeschlossen und wir haben uns wieder auf den Rückweg gemacht. Sachen aus dem Hotel geholt und vom Flughafen ging es dann über Rīga wieder nach Deutschland.

Zugegeben, sowohl in Petersburg als auch in Tallinn ist man im Sommer sicher besser aufgehoben, aber auch im Winter haben diese Städte ihren Reiz, man darf sich nur nicht über das maue Wetter ärgern :-)

  • Small
    Claus hat am kommentiert:

    Hallo Muesli, danke für die Story - habt ihr auch Bilde gemacht?
    ... und fröhliche Weihnachten!

  • Small
    Muesli hat am kommentiert:

    Lieber Claus, Dir auch fröhliche Weihnachten! Ja, haben wir und sie gehen JETZT online. Salon Herbert Royal genossen?

  • Small
    Claus hat am kommentiert:

    ja, sehr - und scheinbar nicht unerkannt?

  • Small
    Muesli hat am kommentiert:

    Nein, auch wenn ich Dich nur von weitem sah. Es war ein herrlich Abend ! Und von da gings dann (fast) direkt nach Petersburg.

Muesli Small

Tallinn - Spaziergang durchs Mittelalter

Heute keinerlei Verpflichtungen.Wir schlafen aus und stärken uns in aller Ruhe am Frühstücksbuffet bevor zu einem Spaziergang durch die Tallinner Altstadt aufbrechen. Vorbei an alten Wehrtürmen und Stadtbefestigungen gings erst über den Weihnachtsmarkt rund ums mittelalterliche Rathaus. Neben Glühwein und Rentierwurst wurde vor allem Kunsthandwerk feilgeboten. Viel Gestricktes, Dinge aus Holz und auf der Bühne der Weihnachtsmann. 

Nachdem wir die Runde durch die Altstadt beendet haben, besteigen wir eine Straßenbahn der Marke Tatra und fahren nach Kadriorg, ein besseres Talliner Wohnviertel angucken, hier ist auch der Präsidentenpalast. Allerdings war das Wetter sehr mau, dass wir schnell wieder in die Straßenbahn eingestiegen sind. Endhaltestelle sollte Kopli sein, unweit der Ostsee. Also haben wir uns in der Bahn aufgewärmt und mal geschaut, wo wir landen.

Bei dieser kleinen Rundfahrt mit der Straßenbahn konnten wir feststellen, dass die Tallinner Altstadt zwar wunderbar renoviert ist, außerhalb dieses UNESCO Weltkulturerbes aber noch Raum für den einen oder anderen Eimer Farbe oder Putz wäre. Wir landeten tatsächlich an der Ostsee und sind über einen Acker bis ans Ufer gestiegen. Windig war's , verdammt windig! Aber wenigstens regnete es nicht mehr.

Wir sind dann mit der Straßenbahn wieder zurück und haben im Hotel erstmal die Füße hochgelegt. Gegen 17 Uhr ging wieder in die Stadt zum Abendessen. Das Restaurant Pegasus ist hier unbedingt zu empfehlen! Der Tallinner Weihnachtsmarkt schließt zwar bereits früh seine Pforten, aber zum Nachtisch konnten wir hier noch einen Glühwein erstehen.

Danach war Nichtstun vor dem Fernseher angesagt. Tallinn ist nicht so die Stadt fürs Nachtleben....

Muesli Small

Auf zum Zug

Heute Morgen hat der Wecker noch früher geklingelt, Abfahrt war bereits um 9 verabredet. Wir haben uns kurz am Frühstücksbüffet gestärkt und wurden dann von Julija und einem Fahrer mit dem Auto abgeholt. Es war noch dunkel trotzdem sind wir zur Stadtrundfahrt gestartet und haben noch einige Sehenswürdigkeiten, wie KGB Gebäude und Smolny im Halbdunkel abgeklappert und danach die Peter-und -Paul Festung mit gleichnamiger Kirche besichtigt. Hier sind die Romanows, die Zarenfamilie bestattet. Dazu Gemälde, Ikonen und Kerzenschein, das Ganze allerdings in einer Architektur, die mehr an eine lutherische Kirche als eine Orthodoxe erinnert.

Nächstes Highlight unserer Reise war die Petersburger Metro, die aus Stalins Zeiten, genau wie die Moskauer einige prachtvolle Stationen vor allem entlang der Linie 1 zu bieten hat.

Vom Puschkinplatz ging es wieder mit dem Auto weiter hinaus, erst zum Touristenmenü mit Borschtsch und Fleischtopf und danach zum Sommerpalast, dem Katharinenhof. Hier befindet sich das wiedererrichtete sagenumwobene Bernsteinzimmer, welches man leider nicht fotografieren darf. Darüber hinaus folgt goldenes Zimmer auf goldenen Saal. Mehr geht einfach nicht. Vielleicht hat die Neigung des Russen, zu einer gewissen Überladenheit hier seinen Ursprung. Die Anlage liegt in einem hübschen Park, der im Winter natürlich wenig anziehend ist, vom zugefrorenen Teich mal abgesehen.

Gegen 16.30 Uhr haben wir uns am Vitebsker Bahnhof von unserer Reiseleitung verabschiedet, um zu unserem Zug nach Tallinn zu kommen. Wenn Ost-Gefühl irgendwo konserviert wurde, dann hier am Bahnhof. Alles wirkte düster und irgendwie aus der Zeit gefallen. Nach einer kurzen Stärkung im Bahnhofsbuffet kam auch unser Zug, vier Waggons, ebenfalls aus der Zeit gefallen, aber von innen taghell erleuchtet, unserer Bleibe für die nächsten 6,5 Stunden für 360 km. Erste Klasse nur 33 Euro.

Die Grenzkontrolle fand im Zug statt, erst am russischen Bahnhof Ivangorod ca. 40 Minuten, danach noch mal 30 Minuten auf der gegenüberliegenden estnischen Seite, in Narva. Um 22.58 sind wir schließlich in Tallinn angekommen, die Bürgersteige schienen bereits hochgeklappt und wir fühlten uns auch recht bettschwer. Nach einer Nase voll frischer Luft haben wir uns noch ein Bier am Grill neben dem Hotel geholt und sind irgendwann ins Bett gefallen.

Muesli Small

Von Zaren und Ikonen

Um 10.30 Uhr haben wir uns mit unserer Reiseleiterin Julija vor dem Hotel getroffen, um zur Besichtigung Petersburgs aufzubrechen. Es war gerade hell geworden und wir stiefelten los. Als erstes stand die Eremitage auf dem Programm, prächtige Räume, Bilder von Zaren, prächtige Gemälde von Rembrandt und Rubens, Kunst und Kitsch und viel Geschichte. Es waren eindrucksvolle Stunden, hier im Winterpalast mit Blicken über die Newa und viel Information.

Nächster Programmpunkt war die Blutskirche. Russische Zwiebeltürmchen, wie aus dem Bilderbuch. Innen drin Gemälde, Gold und Ikonen. Von den Zwiebeltürmchen gings zur Isaakkathedrale, die erinnert von außen mehr an den Petersdom erinnert, von innen besteht sie auch aus Gemälde, Gold und Ikonen.

Nach soviel Kultur waren wir auf der Suche nach sowjetischen Devotionalien und Julija schlug vor, uns mit in ihren Heimatstadtteil zu nehmen, da gäbe es sowas günstig. Wir bestiegen ein Marschrutka und fuhren Richtung Primorskaya. Mal eine neue Erfahrung. Hier landeten wir dann in einer Art Markthalle mit frischen Früchten, Kräutern, Gemüse. Dazu Stände mit Fleisch, Fisch und Kaviar. Daneben konnte man Kleidung kaufen und Bücher und bei diesen gab es auch Propagandaplakate. Ich fand alles was ich suchte, dazu etwas Tee und der Souvernirerwerb war auch abgehakt. Briefmarken für die Postkarten fehlten noch. Aber auf der Post gab es nur 5 Rubel Marken. Da hätte ich die Postkarte gleich vollkleben können.

Mit der Metro sind wir wieder zu unserem Hotel im fünften Stock gefahren und nach einer kurzen Rast zum Abendessen beim Russen um die Ecke gestartet. Das war nicht schlecht, aber auch kein kulinarischer Hochgenuss. Das Gute-Nacht-Bier haben wir auf dem Bettrand geschlürft und sind dann in selbiges gefallen.




  • Small
    Michael hat am kommentiert:

    schöne bilder! super, daß du die noch hochgeladen hast!

  • Small
    Muesli hat am kommentiert:

    Vielen Dank, Michael, ein paar folgen noch, aber vermutlich erst morgen. Dann bin ich durch.

Muesli Small

Kein Schnee in Sankt Petersburg

Der Flug ging von Hamburg über Stockholm nach St. Petersburg und war unaufregend, die Einreise unkompliziert, nur der Transfer in die Stadt war ein wenig holperig, viel Stop & Go aber gegen 18 Uhr waren wir im Hotel. Fünfter Stock ohne Aufzug, ich hab mich gefreut, dass jemand anderes unsere Koffer geschleppt hat. Und Dunkel war es auch schon. Dank der Zeitverschiebung von zwei Stunden war Tageslicht noch mehr Mangelware als eh schon um diese Jahreszeit.

Im Hotel haben wir uns frisch gemacht und als erstes die 800 Meter entfernte "Eisenbahnkasse" aufgesucht. Auf dem Weg dahin haben wir entlang des Nevskij Prospekts schon einen ersten Eindruck von der Pracht Petersburgs bekommen,

Während hier alles hell erleuchtet und Strom keine Mangelware war, war es in der Eisenbahnkasse fast schon dunkel zu nennen, funzelig, Riesenhalle, viele Schalter, wenige davon besetzt und überall die Erfindung der Langsamkeit. Da wir nur unsere online erworbenen Kupons in Fahrkarten umtauschen wollten, haben ich mich an den beiden Automaten angestellt. Einer gerade außer Betrieb, am anderen holte auch jemand Fahrkarten ab, wie es schien für eine Großfamilie, sie tippte, Buchungsnummer um Buchungsnummer ein, zwischenzeitlich wurde der andere Automat repariert und kurze Zeit später hielten auch wir unsere Tickets für übermorgen in den Händen.

Wieder zurück auf dem Griboyedova Kanal lächelte uns City Grill an - Beer & Burger versprach das Schaufenster und lecker hat es auch ausgesehen. War nicht zuviel versprochen, wir haben das Lokal gut gesättigt verlassen, uns in der Konditorei nebenan noch einen Tee und einen Nachtisch gegönnt, bevor wir mit Kamera und Stativ den Newskij Prospekt bis runter ans Neva Ufer eroberten.

Kalt war's und windig, aber prächtig und schön erleuchtet. Für den Rückweg haben wir die Metro vorgezogen, tief unter der Erde und unglaublich überheizt und mit Rolltreppenaufsichtspersonal.

Wieder hoch in den fünften Stock....Das Bett lockt

Muesli Small

Was macht man in St. Petersburg?

Im Dezember vor allem eines, frieren, wie es aussieht. Schon jetzt liegen die Temperaturen unter dem Gefrierpunkt. Ich danke derweil dem Klimawandel, dass es in Norddeutschland noch vergleichsweise kuschlig ist.

Spontan fallen mir Eremitage und Newa ein, letztere vermutlich zugefroren. Nach weiterer Befragung der allwissenden Müllhalde "Google" stoße ich auf die Stadttouren und wir entschließen uns für zwei Tage eine Stadtbilderklärerin anzuheuern. Das mindert eventuelle Wartezeiten, sorgt für kompetente Begleitung und überwindet mögliche sprachliche Schwierigkeiten. Ich kann die kyrillische Schrift zwar lesen, das hilft beim Metro fahren, nützt aber nichts, wenn man das gelesene nicht versteht.

Jetzt fehlt zu den Sehenswürdigkeiten noch irgendein Sahnehäubchen, vielleicht mit dem Zug nach Helsinki und von da wieder nach Hause? Aber moderner Schnellzug ist langweilig und in Helsinki war ich erst vergangenes Jahr. Vielleicht kommt man auch nach Tallinn? Siehe da - nach viel Rumsuchen,  es gibt jeden Abend einen Zug, der für die 370 Kilometer entspannte 6,5 Stunden braucht - Grenzkontrolle inklusive und das ganze in der ersten Klasse für reisekassenschonende 33 Euro. Aber wie an die Fahrkarten kommen?

Die estnische Betreibergesellschaft teilt mir auf mehrfache Nachfrage mit, wenn ich in St. Petersburg losfahren wolle, müsste ich auch dort buchen. Die Seite der Russischen Staatsbahen www.rzd.ru empfängt mich auf russisch. Ein Klick auf den Button der englischen Seite versorgt mich mit Businessdaten, die ich gar nicht sehen möchte. Also experimentiere ich erst ein wenig mit Copy und Paste von kyrillischen Ortsnamen bis es schließlich doch eine Möglichkeit gibt, das Buchungssystem auf Englisch umzustellen. Nach Registrierung und etwas experimentieren finde ich auch den gewünschten Zug und kann schließlich zwei Fahrkarten buchen. Die Coupons dafür müssen ausgedruckt und in Russland gegen Fahrkarten eingetauscht werden. Das wird spannend.

Weitere Recherchen ergeben, dass es in St Petersburg Anfang Dezember noch keinen Weihnachtsmarkt gibt, die Russen feiern erst am 7.Januar, in Tallinn hingegen schon  (http://www.christmasmarket.ee/eng/). So langsam füllen sich die paar Tage mit Leben.


Muesli Small

Die erste Hürde ist genommen

Nachdem das Auto neue Bremsen braucht, und die geplante Südafrikareise damit Sparmaßnahmen zum Opfer fällt, stellt sich nun die Frage, was stelle ich mit drei Wochen Urlaub im November/Dezember an. Südhalbkugel fällt aus - aber Sankt Petersburg steht schon länger auf meinem Wunschzettel und wenn schon frieren, dann doch wenigstens mit Stil - und mit Standbytickets.

Neben möglichen Sehenswürdigkeiten mussten zuerst einmal die Formalitäten recherchiert werden: Ein russisches Generalkonsulat gibt es in Hamburg, den Visaantrag kann man online ausfüllen und ein Passfoto liegt noch irgendwo rum. Außerdem wird eine Bescheinigung über eine Auslandskrankenversicherung benötigt und ein Verdienstnachweis als Beleg der Rückkehrwilligkeit, man möchte den russischen Sozialsystemen ja auch nicht zur Last fallen.Fehlt nur noch eins, die Einladung - ein offizielles Formular das man sich entweder bei verschiedenen Internetseiten für unterschiedliche Beträge herunterladen kann oder in unserem Falle für 10 Euro pro Nase vom Hotel bekommt, welches ja heute dank globaler Vernetzung schnell ausgesucht und gebucht ist. Auch die die restlichen Papiere sind kurzfristig beschafft und nach weiterer Lektüre stelle ich fest, dass nun auch die Russen sich einer Service Agentur bedienen, die ihre Visaanträge für ein nicht geringes Entgelt handlet.

Bei den Chinesen bekommt man sein Visum nur noch über solche Büros, scheinbar ein Beschäftigungsprojekt für Konsulatsangestelltengattinen.

Aber siehe da, die Anträge können auch nach wie vor noch direkt beim russischen Generalkonsulat eingereicht werden. Eine einfache Eintrittskarte gibt es so für günstige 35 Euro, statt für 60 inclusive Servicegebühr....

Ein Reisebegleiter wird auch noch akquiriert, wie vorteilhaft, dass der in Hamburg wohnt und den Papierkram erledigen kann. Nach einer Onlineterminvereinbarung an Schalter zwei, halten wir nun heute nach nur sieben Tagen unsere visierten Pässe in den Händen und können uns Teil zwei der Reiseplanung widmen.