Indien 2014

70 Tage Indien - Missionsarbeit, reisen, sehen, riechen, schmecken...

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Julia Small

Kathmandu

Die ersten paar Minuten im Bus sah Kathmandu furchtbar aus. Irgendwie haben sich alle schon an Natur und Ruhe gewöhnt; der erste Eindruck war aber geprägt von Dreck, verrücktem Verkehr und Taxifahrern, komischen Leuten, Armut und einer grauen Luft aus Smog und Nebel. Hoteltechnisch haben wir uns auf das schlimmste eingestellt.

Vielleicht lags an der Müdigkeit, Dunkelheit oder der langen Busfahrt; seit heut Morgen gehört Kathmandu zu den Highlights der Tour. Unser Hotel liegt mitten in der Kern-/Altstadt. Ein Laden reiht sich an den anderen und man weiß nicht wo hinschauen, hingehen, geschweige denn einkaufen. 

Nachdem wir die Stufen zum Monkey-Tempel geschafft haben gabs einen super Blick über die Stadt. Überall hats nach Räucherstäbchen geduftet, Glocken würden geläutet, Meditationsmusik gespielt, gebetet usw. Definitiv einer der beeindruckendsten Orte bisher.

Nachdem ich gestern mein letztes indisches Essen hatte (Paneer Kebap), gabs heute Nepalisches Essen (Momos-Foto) und heute Abend das letzte Essen mit der Gruppe in einem Koreanischen Restaurant.ich bin immernoch begeistert von den Preisen hier. Für 3-4€ kann man sehr gut inkl Trinken Essengehen, snacks wie Momos gibt's für nen Euro.

Morgen Mittag gehts dann wieder nach Hause und die fast 1 Jahr ersehnte Reise ist zu Ende.

  • Small
    Claus hat am kommentiert:

    Danke für die vielen lebendigen Eindrücke und die tollen Bilder.
    ... und eine schöne Weihnachtszeit wünscht das permondo-Team.

Julia Small

Letzte Woche: Nepal

Nach 2 Monaten Indien bin ich seit Mittwoch in Nepal, wo es wirklich traumhaft ist. Es ist völlig anders als Indien: grün, ruhig, Natur, andere Leute, anderes Essen... Nach der Hektik in Indien echt entspannt.

Der erste Zwischenstopp war Lumbini, die Geburtsstätte Buddhas. Überall sieht man Mönche, hört Gebet und kann sich super von der stille und dem gemütlichen Trott anstecken lassen.

Julia Small

Yoga am Ganges

Varanasi ist auf jeden Fall der absolute Hammer und wirklich so eindrucksvoll wie man es sich vorstellt. 

Haben am ersten Abend eine Sonnenuntergangsbootstour auf dem Ganges gemacht und ein kleines Schiffchen mit Blumen, einer Kerze und einem Wunsch auf das Wasser gelassen. Der Blick auf die unzähligen Feuer, wo die hier lebenden Hindus tote Angehörige verbrennen ist zwar am Anfang schockierend, gehört aber irgendwie zum magischen Ganges-Flair.  

Am nächsten Morgen haben wir den Sonnenaufgang und eine Yogastunde am Ganges genossen - unvergesslich. Gutes Frühstück, nette Leute, SHOPPING, Lassi und Palak Paneer mit Tandoori Roti haben den Tag in Indien perfekt gemacht.

Morgen geht's dann nach Nepal und die letzte Woche meiner Reise  startet. Lumbini, die Geburtstadt Buddhas, Nationalparks und Kathmandu:)

Julia Small

Im Schlafanzug nach Varanasi

Nach einem weiteren Highlight, dem Taj Mahal in Agra, ging es im Sleeper Train nach Varanasi. 12 h Zugfahrt und wer hätts gedacht?! Schlafbar:) bis auf die letzten drei Stunden war die Fahrt echt Oke. Ab 6 in der Früh ging dann die indische Morgentoilette los mit superekligen Geräuschen und Gerüchen... Bääähhh!

  • Small
    Michael hat am kommentiert:

    super tour julia! schöne weihnachtszeit.

Julia Small

unterwegs mit g-adventures: DEFINITIV

Die letzten Tage in Kurzform:

Delhi: kennenlernen der ziemlich coolen Reisegruppe, India gate, Präsidentenhaus. Bis auf jede Menge smog und Chaos gibt Delhi aber nicht viel her und wir sind zum Glück am nächsten Morgen um 5 mit dem Zug nach Pushkar.

Pushkar: heilige Stadt in den bergen mit Alkohol- und Fleischessverbot. Perfekte 1,5 Tage mit Kamelsafari, wüstentanz, wüstenessen, Sonnenaufgang an einem Tempel auf dem berg und Shopping. Nach dem stressigen Delhi das absolute Paradies. Trotz DER pilgerstadt sehr ruhig und nett:)

Jaipur: maharajastadt, pink City, lassi, Fahrradriksha, amber fort (alte Festung der maharajas), paläste, Shopping und Erlebnisreiche tuktukfahrten. 

Ich glaube, noch nie mehr in so kurzer Zeit erlebt zu haben und bin so froh, an das typische indische Chaos schon gewöhnt zu sein. Ansonsten würden mich all die Eindrücke wahrscheinlich völlig fertig machen.

Julia Small

Kochi & Cherai Beach

Bevor es morgen frueh um 5 losgeht, mit dem Flieger nach Delhi, noch ein paar Worte zu den letzten Tagen:)

Am Samstag waren wir in Kochi, einer grossen Stadt direkt am Mehr. Beruehmt ist Kochi u.a. fuer seine chinesischen Fischernetze, die eines der bekanntesten Fotomotive der Stadt sind - natuerlich auch von mir fotografiert:) Auch sonst ist Kochi eine recht schoene Stadt, vor allem im Vergleich zu den bisher gesehenen. Hier kann man auch ganz gemuetlich durch die Strassen schlendern und Museen und Kirchen anschauen. In Rikshafahrer hat uns durch die Stadt gefahren und die wichtigsten Orte gezeigt und ich bin endlich in einem richtigen Gewuerzhaus (nicht so ein Touriding) an die ersehnten Gewuerze gekommen (zu wirklich unschlagbaren Preisen).
Sind dann auf dem Rueckweg noch in ein riesen Kaufhaus "Lulu Hypermarket", wo die gut betuchten Inder einkaufen gehen. Hatte einen ziemlich westlichen Touch und ich bin mir vorgekommen wie in einem riesigen Breuningerland. Anscheinend gehen aber auch viele, so wie wir, einfach nur zum "mal kucken" hin. Neben teuer aussehenden Klamottenlaeden gibts da drin unter anderem eine Schlittschubahn, einen Rummeplatz, Boxautos, Bowlingbahnen, tausende von Spielautomaten und unendlich viele Restaurants und Imbisse (habe dort den bisher zweiten Mc Donalds gesehn). Und ausgerechnet beim Anblick des Kunstweihnachtsbaumes habe ich zum ersten Mal seit ich hier bin fuer ein paar Sekunden sowas wie Heimweh verspuert. 

Heute waren wir bei perfektem Wetter am Strand in Cherai und ich habe eeeeendlich mal wieder im Meer gebadet:) Ist zwar mit langer Hose und TShirt etwas komisch, schuetzt aber ganz gut vor den Blicken der anderen. Das Wasser hatte die perfekte Temperatur: ohne Bauch einziehen ab ins Wasser!

Mal sehen ob ich meine letzten 2,5 Wochen Rundreise hier auch noch festhalten kann. Bin sehr gespannt auf die Reisegruppe, Staedte (siehe Tour), Hotelzimmer (keine Ahnung ob mit WLAN oder nicht) und vor allem die noch unbekannte Bettnachbarin.

Julia Small

Munnar & Alleppey

Dank Munnar habe ich das erste Mal seit ich in Indien bin mal wieder gespuert, wie sich Kaelte anfuehlt. 
Munnar ist ein kleines, an sich eigentlich nicht aufregendes Staedtchen in den Bergen. Beruehmt ist es aufgrund der Teeplantagen, so weit das Auge reicht. Munnar liegt 110 km von Aluva entfernt auf 1.600 m Hoehe. Wir sind morgens um 5:15 Uhr mit dem Bus los und 4 Stunden spaeter angekommen. Da kann man sich vorstellen, wie die Strassen auf dem Weg nach oben aussehen. Allein die Fahrt war aufgrund des tollen Ausblicks, den Millionen von Serpentinen und engen Strassenabschnitten ein Erlebnis.
Die Hoffnung, auf wilde Ziegenboecke im Wildlife Park war leider umsonst und deshalb auch die Stunde, die wir in der Kaelte anstehen mussten. 2 Boecke haben sich dann erbarmt und aus mehreren hundert Metern Entfernung zeigen lassen. War aber dann auch nicht so aufregend.
In einem Teemuseum konnte man sich dann die Geschichte der Teefabriken hier anschauen. In einem dunklen Raum wurde ein Video dazu gezeigt und als das Licht anging habe ich mich total erschrocken, da der halbe Raum mit blonden Menschen gefuellt war. Bisher habe ich in Indien vllt 10 blonde und somit offensichtlich keine Asiaten gesehen. Zeigt auch, dass Munnar ein beliebtes Touristenziel ist. 

Nach einem Tag Pause waren wir heute in Alleppey und haben eine Bootstour durch die dort beruehmten Backwaters gemacht. Man kann sich die Kanaele ein bisschen wie in Venedig vorstellen, nur in dreckig. Faehrt man dann aus der Stadt raus wird das Wasser sauberer und es tummelt sich Hausboot an Hausboot. Leider war das Wetter nicht ganz so flauschig - warm aber wolkig. Trotzdem ist es einfach toll, am Wasser zu sein. Leuchtturm und Strand haben den Tag perfekt gemacht.

Julia Small

Kerala - God's Own Country

Seit Montag bin ich in Kerala. Nicht umsonst auch vor allem von den Einheimischen God's Own Country genannt.
Der suedlichste Teil von Indien ist wirklich wunderschoen. Alles ist gruen, das Meer ist in der Naehe und man sieht dem Land seinen Reichtum im Vergleich zu den Teilen, die ich bisher gesehen habe, durchaus an. Die Haueser sind alle groesser und in manchen Staedten sieht man eine Villa nach der anderen. Der Grund fuer den Wohlstand hier ist unter anderem das gute Klima, in dem so gut wie alles waechst und gedeiht. Aehnlich wie in Karnataka sieht man an jeder Ecke Bananen- und Kokospalmen, aber auch saemtliche Gewuerze und der Handel damit haben diesen Staat so weit gebracht.

Sonntag Nacht bin ich gemeinsam mit Fr. Dantis mit dem Zug nach Calicut gefahren. Trotz hoeherklassigem Schlafabteil war es mir nicht moeglich, entspannt zu reisen, da alles sehr schmuddelig ist. Umso mehr habe ich nach unserer Ankunft im MCBS Provincial House nach ueber einem Monat endlich mal wieder eine Dusche, also Wasser von OBEN genossen. Haette am liebsten laut gejubelt. Die gewoehnlichen indischen Duschen bestehen aus einem Wasserhahn, Eimer und ein kleines Eimerchen zum begiessen. 

Montag morgen haben wir eine kleine Fahrt durch Calicut gemacht, mit dem bisher schnellsten Fahren den ich gesehen habe. Jede Luecke im Verkehr wurde genutzt und so waren wir zwar flott, aber nicht gerade komfortabel unterwegs. Mein Highlight war natuerlich das Meer und endlich mal wieder die Fuesse in den Sand zu stecken. 

Gestern nachmittag sind wir dann auch schon wieder nach Aluva, einer kleinen Stadt bei Kochi, aufgebrochen. Hier werde ich nun die naechsten Tage verbringen, bis ich nach Delhi fliege. Von hier aus werden wir in Munnar Tee- und Gewuerzplantagen, Kochi, die Backwaters in Alleppey usw. besichtigen.

Heute standen die Staedte Guruvayur und Thrissur auf dem Programm.
In Guruvayur gabs das "Punnathur Kotta Elephant Camp" anzuschauen, wo ueber  Elefanten wohnen, die in den umliegenden Tempeln arbeiten. In der gleichen Stadt haben wir den wohl wichtigsten Krishna-Tempel angeschaut. Leider darf man als nicht-Hindu nicht in die Tempelanlage rein. So konnte man nur die Pilger drumrum bestaunen, schreckliche Live-Musik hoeren und sich zusammenreissen, nicht in jeden superkitschigen Laden zu gehen um Kettchen, Gebetszubehoer usw zu kaufen (an einem Gloeckchen bin ich dann doch nicht vorbei gekommen).
Thrissur hatte fuer uns nur eine grosse Kirche mit Bibel-Tower zu bieten. Ich haette zwar die beruehmte Tempelanlage bevorzugt, war aber aufgrund Parkplatzmangel nicht moeglich.

Seit ich nun unterwegs bin und jeden Tag neue Orte sehe gehen die Tage noch schneller rum und ich bin leider leider schon am zaehlen, wann ich wieder heim "muss". So sehr mir alle Lieben fehlen, koennte ich mir gut vorstellen, noch ein paar Wochen/Monate zu bleiben bzw. die vielen restlichen Teile Indiens anzuschauen. Die Art, wie die Menschen hier leben, beeindruckt mich jeden Tag aufs Neue. Was ich im Vergleich zu Deutschland am tollsten finde, ist dass das Leben sich hier zum grossen Teil draussen und auf der Strasse abspielt. Die Leute sitzen beisammen, arbeiten draussen und leben und feiern ihren Glauben miteinander; egal in welche Richtung der geht. 

Aluva
Kerala, India
Julia Small

Karnataka

Nach zwei Tagen Sightseeing in Hyderabad bin ich nun seit Dienstag morgen in Karnataka, wo ich bis zum 16.11. jeweils einen Tag und eine Nacht verschiedene Missionen besuchen werde. U. a. ein Kinderheim fuer Taubstumme, Hostels, Schulen und ein Obdachlosenheim. Im Anschluss gehts dann weiter nach Kerala.

Karnataka ist ein sehr schoener Staat, vor allem sehr gruen und im Vergleich zu Telengana nicht so dreckig und wohlhabender. Hier waechst ungefaehr alles was man sich vorstellen kann. Kakao, Mango, Kokosnuss, Pfeffer, Reis, Bananen, Papaya, Mais... Wie im Paradies:) Dazu kommt eine Kuh im Garten und ein Volleyballfeld vor dem Fenster, liebe Kinder und gutes Essen. Perfekt:)


Shimoga
Karnataka, India
Julia Small

Weiter gehts

Nachdem nun irgendwie fast schon Alltag eingetreten ist,
gehts morgen weiter und ich muss mich hier von allen und allem verabschieden.

Gestern habe ich von den Kids im Heim in Jannaram
verabschiedet. Wurde fuer diesen Anlass in einen Sari gepackt und rundum
indisch dekoriert. Ich kann mir nicht so recht vorstellen, wie man sich so
etwas mit nur zwei Haenden anziehen soll aber geht anscheinend. Wichtig ist
auch der Goldschmuck und das Geschminke (hat mich iwie an Fasching erinnert). Meine Haare sind auch ziemlich gewachsen in dem Monat.
Nun muesst ihr euch vorstellen, dass zumindest was den Sari angeht, die meisten
Frauen hier so rumlaufen, was das Strassenbild und auch sonst die Menschen so
wunderschoen bunt macht. Die Lehrerinnen in der Schule hier haben Saripflicht.
Mir gefaellt das richtig gut und da kommt man sich in Jeans und T-Shirt jeden
Tag etwas underdressed vor.

Heute habe ich mich von den Schuelern und Lehrern
verabschiedet.

Morgen beginnt dann der Reiseteil. Fahre erst mit dem Zug
mit Fr. Anoop und Fr. Mathew nach Hyderabad, wo ich bis Montag und noch zwei
weiteren Fathern die Stadt und eine der groessten Filmcities gezeigt bekomme.
Montag abend bzw. Nacht fahre ich dann mit dem Bus nach Shimoga (Karnataka), um
eine Woche lang weitere Missionen zu besuchen. Anschliessend gehts nach Kozhikode
(Kerala), auch hier sind Missionen und hier lebt Fr. Zacharias, der meine
ganzen Aufenthaltsorte geplant hat. Am 25. gehts dann mit dem Flieger nach
Delhi und von dort mit einer Reisegruppe innerhalb von zwei  Wochen nach Kathmandu. Unterwegs schauen wir
uns saemtliche sehenswerte Staedte an und sind mit Bus, Bahn und Rikscha
unterwegs.

Und dann gehts auch schon wieder heim.

Am Mittwoch haben wir mit der Schule eine Aktion gestartet,
fuer ein sauberes Indien. Haben mit den Schuelern der 6. und 7. Klasse rum um
das Staatliche Krankenhaus Muell und Unkraut beseitigt. Ich kann mir aber
leider nicht vorstellen, dass so eine Aktion in dem kleinen Rahmen fruchtet.
Hier ist das fuer alle normal, den Muell einfach aus dem Fenster zu werfen. Auch
wenns in den eigenen Garten ist. Das braucht schon Generationen, um da eine
Veraenderung in den Koepfen zu erreichen. Aber immerhin war sogar das
Lokalfernsehen da und hat unsre Aktion in den Nachrichten gebracht und so hab
auch ich es mal ins Fernsehen geschafft:)


Julia Small

Diwali, Mancherial & Godavari

Vorgestern wurde Diwali gefeiert. Ein Fest der Hindus zu
Ehren des Lichtes. Die ganze Stadt war mit Lichterketten beleuchtet, kleine
Oellaempchen wurden um die Haeuser aufgestellt und es wurden Raketen und
Knaller gezuendet. Bin abends nach einem Gebet mit Fr. Mathew bei einer Familie
mit dem Motorrad heimgefahren und konnte ihn gerade noch ueberzeugen, waehrend
der Fahrt keine Knaller anzuzuenden und auf die Strasse zu werfen. Haben dann
in der Schule mit Fr. Anoop und Jack (der Wachhund der Schule) Raketen und
Knaller gezuendet und hatten einen riesen Spass.

Gestern kamen drei Patres aus Delhi zu Besuch. Fr. Joby, Fr.
Alex und Fr. Nixon. Waren in Mancherial shoppen und lecker Essen.

Nachmittags sind wir an den Fluss Godavari gefahren. Fuer
die Hindus, die hier wohnen, ist der Godavari so etwas wie ein Ersatz fuer den
heiligen Fluss Ganges, der unter anderem dazu dient, die darin Badenden von
ihren Suenden zu rein zu waschen. An unserer ersten Anlaufstelle haben wir ein
paar Feuerstellen gesehen. Ich konnte es erst nicht glauben, aber dort werden
fast taeglich gemaess den Traditionen der Hindus die Verstorbenen verbrannt.
Der Tod eines Menschen wird in einer Zeremonie gefeiert, wo aber nur die
Maenner teilnehmen. Der Verstorbene wird auf einer Holztrage, wie im Bild, vom
Dorf an den Fluss getragen, begleitet von Trommeln und Gesang. Diejenigen, die
genug Geld haben, deponieren die Asche der Verbrannten in einem Grab (Bild).
Als ich die Fotos gemacht habe, haben zwei Feuerstellen noch leicht gebrannt,
d.h. an dem Tag waren auch Verbrennungen.

Sind dann zum Baden zum Glueck an einen anderen Platz
gefahren, wo auch sonst keine Menschen (v.a. Maenner sind)  und auch ich baden konnte. Nach etwas
Ueberwindung hab ich mich dann auch ins eher schmutzige, badewannenwarme Wasser
gewagt. War trotz Dreck und Muell ein unvergessliches Erlebnis.

So langsam wirds auch hier kaelter. Habe nun seit ich in
Indien bin zum ersten Mal wieder ne Jacke anziehen muessen. Tagsueber ists
trotzdem noch heiss, aber man kanns nun ganz gut aushalten :)

  • Missing
    Nathalie hat am kommentiert:

    Hört sich toll an Juli ! Du fehlst trotzdem ! :) :*

  • Small
    Julia hat am kommentiert:

    Ist auch wirklich einzigartig hier:) Indien waere durchaus ein Land fuer unsre gemeinsame Tour, es braucht sooo viel Zeit, alles zu sehen, das schafft man niemals in 2 bzw. 3 Monaten:)

Julia Small

Kuntala Waterfalls

Gestern und heute war schulfrei.

Sind gestern gemeinsam mit ein paar Lehrern zu den Kuntala Waterfalls gefahren. War ganz cool, aber auch nicht voellig umhauend. Auf dem Rueckweg wurden dann gefuehlt saemtliche katholische Kongregationen abgeklappert und ueberall nen Tee, Kaffee, Sprite, Bananenchips, Kekse ... gesnackt. Das ist bei den Fathern so ueblich, da wird kein Stopp ausgelassen:)

Heute haben wir einfach ein bisschen in der Schule rumgewurschelt, gequatscht, gegessen usw. Habe im "Garten" mitgeholfen. War nicht wahnsinnig viel, trotzdem war Fr. Mathew erstaunt, dass ich "so hart" arbeiten kann, da wir doch in Deutschland fuer alles Maschinen haben und quasi keine koerperliche Arbeiten gewohnt sind.

  • Missing
    Jochen hat am kommentiert:

    Die ÄRZTE!!!! :D

Julia Small

Am Donnerstag bin ich mit Fr. Mathew und Fr. Jason nach Adilabad gefahren um dort ein Zertifikat fuer die Schule abzuholen. Haben dort einen anderen Father besucht und sind danach im stroemenden Regen nach Boath zu ein paar Wasserfaellen gefahren. Da es die Tage davor aber sehr trocken war und die Regensaison auch nicht sehr stark war, sind die Wasserfaelle ziemlich klein geraten. Auf den Strassen sind immer mal wieder eine ganze Horde Affen unterwegs, die auch absolut keine Angst vor Autos haben.

Gestern war ich den Tag ueber im Kinderheim, das auch zur Mission gehoert. Die Kids kommen alle aus armen Familien und haben deshalb allein keine Chance, der Armut zu entkommen. Oft koennen sich auch die Eltern nicht um ihre Kinder kuemmern. Die Kinder im Heim sind alle froh, wenn mal jemand neues kommt. Haben viel geredet, mir wurde ein indischer tanz "beigebracht", ich habe Floete spielen unterrichtet und am Abend haben wir Volleyball gespielt. Da laufen dann auch mal ein paar Gaense, Enten oder Froesche uebers Spielfeld.

Nun sind schon fast drei Wochen rum...

Heute bin ich dran mit kochen... Kartoffelsalat mit paniertem Fisch. Fuer andres "deutsches Essen" gabs leider keine Zutaten und ein Ofen haben die hier leider nicht.

Julia Small

Ich komme an...

So langsam habe ich das Gefuehl, hier angekommen zu sein. Habe mich einigermassen an das indische Englisch, die interessierten Blicke, vielen Kinder und sogar bis zu einem gewissen Grad an die Armut gewoehnt.

Nur dass zu den unzaehligen fremden Tieren am Samstag abend auch noch eine 1 m lange Schlange gehoert, hat mich dann doch wieder spueren lassen, dass immer wieder etwas ungewohntes kommen wird. Habe kein Beweismittel, da ich nicht von meiner Bank runterwollte. Und dooferweise hat auch keiner der Brueder sie erwischt. Am Abend gemuetlich draussen auf einer Bank zu sitzen ist seither leider nicht mehr drin.

Gestern abend war ein grosser Gottesdienst, ausserhalb des Dorfes. Nach drei Stunden Telugu, mit 5 Saetzen Englisch, die der Pater extra fuer mich eingebaut hat, damit ich weiss, worum es geht, gab es dann ein grosses Festessen, d.h. einen riesen Topf Reis (gibt es eigentlich fast immer zu jedem Essen), Joghurtsauce, Sambal (sauscharf, musste aber natuerlich trotzdem probieren) und Huehnchen fuer die Fleischesser (also alle ausser mir). Wie auf dem Bild zu sehen ist, entspricht die Deko der Kirche in etwa der Deko von 10 Weihnachtsbaeumen.

Gestern und auch noch heute, sind auch hier die Auswirkungen vom Zyklon "Hudhud" zu spueren. Viele Menschen wurden vorab evakuiert und auch ich wusste dank meinem Opa schon am Freitag vom kommenden Unwetter. Richtig betroffen waren aber vor allem die Kuestengebiete von Andrha Pradesh. Hier war es ziemlich windig und auch mal nicht ganz so heiss, wie die sonstigen Tage und ich konnte ohne die laute Klimaanlage schlafen:)

  • Small
    Paul hat am kommentiert:

    Hi Julia, das klingt ja spannend und die Kirche sieht ja wirklich aus wie ein Weihnachtsbasar! Viel Spaß weiterhin.

  • Missing
    Tini hat am kommentiert:

    oh wie toll was du erlebst!!!!

Julia Small

Erster Arbeitstag

Eigentlich haette die Schule schon am Mittwoch beginnen sollen, da aber irgendein wichtiger indischer Mensch (Politiker oder so) gestorben ist, ist die Schule ausgefallen. Gestern war also der erste Schultag nach den Ferien. Bevor der Unterricht losging, haben sich alle auf dem Schulhof versammelt, in Reih und Glied aufgestellt und unter Anweisung von Fr. Mathew gebetete, die Nationalhymne gesungen und den "India pledge of allegiance" gesprochen.
Hier die Version in Telugu (wird im Bundesstaat Telengana gesprochen):

భారతదేశము నా మాతృభూమి.
భారతీయులందరూ నా సహోదరీ సహోదరులు.
నేను నా దేశమును ప్రేమించుచున్నాను.
సుసంపన్నమైన బహువిధమైన నా దేశ వారసత్వ సంపద నాకు గర్వకారణము.
దానికి అర్హుడనగుటకై కృషి చేయుదునని,
నేను నా తల్లితండ్రులనూ, ఉపాధ్యాయులనూ, పెద్దలందరినీ గౌరవింతునని,
నా దేశము పట్ల, దాని ప్రజల పట్ల భక్తి శ్రద్ధలు కలిగి ఉందునని ప్రతిఙ చేయుచున్నాను.
వారి శ్రేయోభివృద్ధులే నా ఆనందమునకు మూలము.

Habe heute dann auch selbst unterrichten duerfen, englische Grammatik in Klasse 4 bis 7 und moral class (da gehts um Gott, Verhaltensweisen usw...). Ein Schultag geht hier von 9 bis 15:40, Montag bis Samstag (wenn nicht gerade wie morgen wieder die Schule ausfaellt). Das Unterrichten macht eigentlich Spass, bis auf die 4. Klasse, die sind ganz schoen anstrengend (Respekt vor allen Grundschullehrern, die das tagtaeglich durchstehen:)).
Die Kinder sind ser interessiert an mir. Fuer alle ist auch der familiaere Hintergrund wichtig (standardmaessig fragen alle nach den Namen von Mama, Papa und Geschwistern). Insgesamt sind 720 Kinder in der Schule, von Vorschule bis 7. Klasse jeweils eine Lotus- und eine Jasmin-Klasse. Die Raeume, und auch das Schulmaterial, sind sehr einfach ausgestattet. Ohne Ventilator im 2. Stock bei 33 Grad kommt man da ganz schoen ins Schwitzen:)

  • Missing
    Marina hat am kommentiert:

    Hey Julia!
    Schön zu lesen, dass es dir in Indien gefällt :-)
    Wünsch dir eine schöne Zeit....
    Liebe Grüße

  • Small
    Julia hat am kommentiert:

    Dankeschoen:) Ja, hier laesst sichs echt aushalten:)

Julia Small

So viel zu sehen

Die letzten Tage war ich viel mit den Patres und Bruedern unterwegs. Haben unter anderem einen Damm in der Naehe von Jannaram besichtigt, wo es aussieht wie bei Koenig der Loewen, Badminton und Vollezball gespielt und die Maenner haben gearbeitet und ich dabei zugeschaut (bin leider voellig machtlos und mir wird nicht erlaubt, irgendwas und irgendwie zu helfen). Auf der "Baustelle" hat es heute geschuettet wie aus Kuebeln, obwohl die Regensaison eigentlich vorbei ist.

Heute habe ich die erste Autofahrt ueberstanden, ohne sofort einzuschlafen. Das Klima schlaucht doch ziemlich. Ich geniesse es, einfach in den Tag zu leben, nicht zu planen und nicht zu wissen, wie viel Uhr es ist.

So langsam gewoehnt man sich auch an das ganze Gekrabbel und Gewusel. Maeuse beim Fruehstueck, Eidechsen (und zwar keine kleinen) im Zimmer (die einen aber laut Fr. Mathew nicht stoeren werden. Einfach nicht in die Ecken schauen, dann sind auch keine da) und natuerlich Ameisen, Kaefer, Froesche, Moskitos, Libellen usw. Da wird man ganz schoen abgehaertet. 

Da es mir ziemlich schwer faellt, alle eindruecken aufzuschrieben, habe ich einige Bilder hochgeladen.

  • Small
    Jasmin hat am kommentiert:

    tolle reise. deine fotos sind super.

Julia Small

Ankunft in Luxettipet

Wow... Der heutige Tag in einem Wort. Ich bin, wie erwartet, in einer komplett anderen Welt gelandet. Ich weiss gar nicht wo anfangen.

Ich wurde gestern am Flughafen von Hyderabad von drei Patres (Father Mathew, Pyjo und Sinish) abgeholt, die zu der Organisation gehoeren, bei der ich auch arbeiten werde (MCBS). Wir haben die Nacht in einem ihrer Haeuser in Secunderabad verbracht und sind heute morgen um 6 Uhr nach Luxettipet gefahren. 

Die Fahrt war ein einziges Erlebnis. Abgesehen von dem Verkehr sieht man einfach alles was man sich vorstellen kann. Neben Autos, Motorraedern und Bussen sind auch Fussgaenger, Kuehe, Hunde, Schweine, Huehner und Katzen unterwegs. Armut praegt die komplette Umgebung und wird fast schon zu schnell zu einem gewohnten Bild.

Um 11 Uhr sind wir im 250 km entfernten Luxettipet angekommen, an der "Blessed Mother Teresa school", wo ich die naechsten 4 Wochen wohnen und beim Unterrichten mithelfen werde.

Da die Kinder noch Schulferien haben, haben wir heute ein Dorf besucht, wo die Patres und 16 angehende Patres einer armen Familie helfen, ein Haus zu bauen. Ich wurde mit Blumen und Applaus empfangen (Bild), was trotz aller Freundlichkeit ziemlich befremdlich ist. Man ist als Europaer ein echter Exot und bekommt das auch zu spueren. Unterwegs durften wir z.B. eine eigentlich gesperrte Strasse passieren, weil "a women from a foreign country" mit im Auto sass. Die Maedels in dem Dorf haben mich mit Blumen ueberhaeuft, meine Fingernaegel lackiert (ja, MEINE) und morgen bekomme ich wahrscheinlich meine Haende bemalt:)

So, jetzt gibts dann noch was zu essen (was ziemlich scharf ist, obwohl ich das eigentlich gewohnt bin) und dann gehts bald ins Bett:)

Luxettipet
Telengana, India
  • Missing
    Nathalie hat am kommentiert:

    Schreib auf jeden Fall von deinem ersten Arbeitstag !! <3

Julia Small

Flughafen Abu Dhabi

So, nach 6 Stunden Aufenthalt am Flughafen habe ich dann auch mal die Internetstationen (oder wie auch immer das heist), gefunden. Schlafen im Flugzeug ist auf jeden Fall leichter wie mit Rucksack auf/im/unterm Arm auf einem Stuhl in Terminal 1, Gate 7. Vor allem mit dem Gefuehl, eine unter vllt 10 Frauen zu sein, die nicht kompett verschleiert ist. Nur mit Schal um den Hals faellt man da schon auf.
Ausserhalb vom Flughafen ist s ziemlich heiss und mindestens genauso haesslich. Graue Steinwueste,Bagger, Kraene und ein paar vereinzelte Palmen. Aber ueber die 32 Grad will ich nicht meckern:)

In zwei Stunden gehts dann endlich weiter und ich hoffe, dass in Hyderabad irgendjemand vertrauenswuerdig aussehender steht, der ein Schild mit meinem Namen in der Hand haelt!

Abu Dhabi
Abu Dhabi, United Arab Emirates
  • Missing
    Nathalie hat am kommentiert:

    Liebe Juli,
    Bam ! Registriert!
    Ich hoffe du hast bis jetzt alles gut überstanden! :) Warte nur ab bis du da ankommst! Das wird der Hammer ! :) Halte uns auf dem Laufenden!
    Ich schau immer wieder rein! :)
    Liebe an dich <3
    Nathi

  • Missing
    Jochen hat am kommentiert:

    Hey Julia!!
    Bin hier jetzt auch am Start:)