Jakobsweg bis Santiago de Compostela 2014

Fahrradtrip auf dem Jakobsweg von Roncesvalles nach Santiago de Compostela.

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Franz Missing

Auf ans Meer

Nach einer kurzen Nacht haben wir unsere trägen Körper aus den Betten gerollt und unsere Sachen zusammen gerafft. Wir wollten uns die Pilgermesse in der Kathedrale von Santiago nicht entgehen lassen. Also ging nach einer kurzen Benetzung unserer müden Gesichter mit den bepackten Rädern durch den spanischen Verkehr. Im alten Stadtkern von Santiago wimmelte es schon wieder von Pilgerern. Da wir unsere Reise nichts ahnend auf das 800. Jubiläum des heiligen Franciscus gelegt haben, durften wir neben der Compostella auch diese Bescheinigung entgegen nehmen. Kurz vor 12 sind wir in die Kathedrale eingerückt und bei der Messe und dem Schwenken des 100kg schweren Weihrauchfasses live dabei zu sein. Das Highlight war definitiv das Weihrauchfass, welches von 10 Geistlichen in die Höhe katapultiert wurde und dann 70m von Links nach Rechts schwang.
Nach der Weihrauchschnüffelei ging es zum Mittag bzw. für Rafal war es einfach nur ein Wiederbeledungsversuch. Nach dem letzten Pilgermenu auf unserer Reise, hiess es für uns Bikes abgeben. Wir demontierten unser Equipment und der Schwarze Sache wurde wieder beladen. 
- Irgendwie ein komisches Gefühl ohne unsere Drahtesel -
Er griffen von der Lust endlich ans Meer zukommen, buckelten wir unser Gepäck zum Busbahnhof, der einfachmal am anderen Ende der Stadt war. Da angekommen betraten wir ein flughafenartiges Terminal mit ca. 1000 Buslinen Betreibergesellschaften, aller Dings war mehr als die Hälfte geschlossen oder pleite. Durch gekämpft zum richtigen Schalter, hielten wir nun unser Ticket in der Hand und wurden abschließend von der Dame hinter dem Guckloch freundlich darauf hingewiesen, dass der Bus erst in 4 Stunden fährt. 
Aber was sind 4 Stunden :) ... also besetzen wir die vorhanden Sitzmöglichkeiten und machen nichts, nichts. Schweren herzens verabschiedeten wir uns von unserem genialen polnischen Kumpel und verblieben damit uns demnächst in Warschau zu treffen. Für Rafal geht es morgen leider nach Hause.
19 Uhr startete unser Bus dann pünktlich ans Ende der Welt. Wir nutzten die 3 ständige Fahrt um Hardi, der heute morgen um 12 Uhr schon mit dem Rad vorgefahren ist, zu kontaktieren. Hardi ist natürlich schon lange am Ziel und verkostet das Bier für uns. Was sind auch 95km für jemanden der die letzten Wochen 2500km gefahren ist. Hardi hat selbstverständlich auch schon eine Unterkunft für uns alle organisiert ;) - so läuft das hier auf dem Jakobsweg. Die restliche Busfahrt wurde zum kompensieren des letzten Schlafmangels genutzt. Angekommen in Finesterre wurde unsere Unterkunft bezogen und bei herrlicher Meeresluft geschlafen. 

Franz Missing

Santiago de Compostela

Vor unserer letzten Tour haben wir uns mit Rafal nach alt bekannter Weise zunächst erstmal gestärkt. Zum morgenlichen ‎Baguette wurde ein kleines Estrella Galicia serviert, um dann mit voller Kraft voraus gen Ziel zu schießen. Am zweiten Anstieg wurde in der örtlichen Repsol Tankstelle der Reifendruck unserer Eisenschweine auf Zielniveau aufgepumpt und weiter gings Richtung Arzua zum letzten Snack vor Santiago. Das Auf und Ab der letzten Tage wurde heute nochmal locker überboten. Unzählige kleine und große Flusstäler waren auf unserer Strecke zu durchqueren. Doch die abwechslungsreiche Landschaft Galiciens lenkte unsere Blicke immer wieder von der Straße weg. Wie an einer Perlenkette lagen viele verträumte Städtchen auf unserem Weg. Der Camino führte durch immer dichter werdende Eucalyptuswälder und an immer kleiner werdenden Kilometersteinen Richtung Westen. Nach einer Weile lag der Monte Gozo, der letzte große Berg vor Santiago, vor unseren Lenkern. Gespannt auf die Aussicht schlatzten wir mit voller Kraft an den Sendestationen von TV Espania und TV Galicia vorbei zum Gipfel. Der berühmte Blick auf die heilige Stadt wurde uns leider durch ein paar wildgewachsene Bäume verwehrt. Neben der Kapelle wurde neben dem vorletzten Stempel in unserem Pilgerpass auch ein leckeres kühles Blechmantelgeschoss ausgegeben. Ein Blick auf die Hotelbuchung verriet uns, dass unser heutiges Hotel nur ein paar Meter weiter am Fuße des Berges lag. Nach dem Check-in gings direkt runter nach Santiago de Compostela. Nach einem Spießrutenlauf durch die riesige Altstadt standen wir auf dem Platz vor der atemberaubenden Kathedrale. Im nahen Pilgerbüro erhielten wir von Karoline der Niederländerin unsere beiden Pilgerurkunden. Auf Straße trafen wir auf den mittlerweile schon ordentlich gestrafften Hardi aus Freiburg. Zusammen zogen wir durch eine schwanzbreite Gasse in ein kleines Restaurant ein. Das vorzügliche Menü das Hauses brachte uns wieder in die Spur. Die abendliche Kneipentour mit zwei Australierinen und Dresdner Softwarspezialisten‎ hielt wieder jede Menge Spaß und Kaltgetränke bereit. Nachdem uns die Polizei höflich auf die Sperrstunde aufmerksam gemacht hatte fuhren ‎wir mit lauter musikalischer Untermalung zurück zum Hotel. Was für ein Ende dieses genialen Wegs - In diesem Sinne, haltet Ihn oben ;)

Santiago de Compostela
, Spain
Franz Missing

Noch 2 Tage bis Santiago

‎Nach einem wirklich guten Schläfchen, sprang Hardi gegen 8 Uhr aus den Federn und meinte: "Ich habe keine Lust mehr auf Pilgern, ich bringe die Kacke heute hinter mich und reiss die 140 km bis Santiago weg." Wir hingegen blieben unseren Plänen vom Vorabend treu und steckten uns Melide als Tagesziel. Die heutige Tour verlief anfangs etwas kompliziert, da wir mit dem ständig wechselnden Wetter zu kämpfen hatten. Am Ortausgang von Sarria radelten wir durch einen absoluten Märchenwald, der halb im Nebel verschwand. An Kirschplantagen vorbei, verließen wir den Camino und folgten der Straße bis nach Portomarin. Im Tal von Portomarin kreuzten wir immer wieder den abgelassenen Stausee. Am Grund des Stausees waren die Überreste der mittelalterlichen Stadt zu sehen, die in den 60er Jahren den braunen Fluten zum Opfer gefallen ist. Anschließend hieß es wieder mal ab in die Berge. Wir quälten uns ein vorerst letztes mal die Berge hinauf nach Hospital da Cruz. Im nächsten Dörfchen, Ligonde, haben wir eine kleine Verschnaufpause auf dem Spielplatz eingelegt. Zur Ruhe gekommen packte uns unserer Perfektionismus und wir sahen uns gezwungen, den von der nicht vorhanden Dorfjugend zerstörten Spielplatz wieder Instand zu setzen. Dann ging es nach Palas de Rei um zunächst eine finanzielle Quelle anzuzapfen. Rafal hat uns bereits geschrieben, dass er bereits in Melide ist und eine schöne Unterkunft für uns alle besorgt hat. Mit dieser guten Nachricht im Kopf verfolgen die letzten 15 km wie im Flug. Gegen 17 Uhr rollten wir in Melide ein und Rafal empfing uns mit Wein und Käse. Zum Abendessen ging es für uns in ein lokales Kultlokal - Pulperia Ezequiel. Dazu muss man wissen das Melide berühmt dafür ist, die besten Kraken Spaniens zuzubereiten. Da angekommen, erblickten wir einen riesen Kochtopf mit einem Riesenoctopus :) - was uns kurz zögern ließ. Wir unterdrückten das Kopfkino und den sehr strengen Fischgeruch nahmen wir nach wenigen Minuten im lokal nicht mehr wahr. Das Essen war spektakulär. Wir haben denn gemütlich den Abend feucht-fröhlich ausklingen lassen und die Abenteuer der letzten Tage ausgewertet. See you in Santiago...‎

Franz Missing

Die 100km Grenze naht

‎Die spanische Sonne ließ die alten Gemäuer der mittelalterlichen Herberge erwachen. Eine paar Minuten und eine Katzenwäsche später saßen wir am Frühstückstisch und ein älterer Herr brachte uns Brote mit leckerer Marmelade. Danach fuhren wir über eine römische Brücke in ein malerisches Tal hinein. Ein paar Anstiege später hielten wir in Trabadelo an einen der uns schon seit Tagen so vertrauten kleinen Supermärkte an. Gegenüber schälte eine uralte Frau gerade frische Paprika und bot uns sogleich einen Stuhl zum sitzen an. Wir lehnten dankend ab und schoben uns ein frisches Baguette mit Schinken und Käse in die Figur. Gestärkt flogen wir die ersten Rampen des Aufstiegs nach La Faba hinauf. Doch unser Drang nach Geschwindigkeit wurde durch immer steilere Kehren und Steigungen schnell relativiert. Im letzten Dorf vor der Passhöhe inhalierten unsere ausgetrockneten Kehlen ohne zu fragen einen köstlichen Hopfenblütensaft. Erst danach wurde der obligatorische Stempel in den Pilgerpass gedrückt. Auf den letzten Metern zum Gipfel mussten nochmal alle Kräfte mobilisiert werden. Der Ausblick auf die vor uns liegenden Berge Galiziens entschädigte uns für diese Strapazen. Die folgende Abfahrt war allerdings recht kurz da uns der mittlerweile bekannte Pass hinter dem Pass nochmals ordentlich straffte. Mit mächtig Rückenwind unter den Flügeln düsten wir die Straße hinauf und belohnten uns mit einem kühlen Eis. Die folgende Abfahrt ließ keine Schlüpfer trocken. In wenigen Minuten erreichten wir Triacastela und beschlossen gleich weiter zum berühmten Kloster von Samos zu fahren. Auf dem Camino erwartete uns ein Märchenwald wie aus dem Bilderbuch. Uralte Eichen und Kastanienbäume säumten den Weg durch versteinerte Dörfer und verträumte Städtchen. Völlig ausgelutscht erreichten wir nach knackigen 80 Kilometern unseren heutigen Zielort Sarria. An der Kirche erwarte uns bereits unser neuer Freund Harti aus Freiburg. Zusammen rückten wir in die erst beste Kneipe ein und bestellten das Menü des Tages. Der ranzige Besitzer brachte uns ein standardisiertes Essen mit Joghurt aus dem Becher zum Abschluss. Einen Tipp der benachbarten Herberge später standen wir in einem geschmeidigen Zimmer in dem wir Vier also die Nacht verbringen sollten. Nach einer unbedingt benötigen Dusche ging es in eine Bar um die Ecke. Die Gespräche mit Harti wurden immer lustiger und intensiver. Nach einer weiteren feuchtfröhlichen Bar in der wir alle den selbst gebrannten Schnapps des Hauses verkosten durften ging es ab in die Kojen. Ein schöner und länger Tag geht zu Ende. Der nächste wartet schon hinter den nebligen Bergen...muitos nebuloso

Vega de Valcarce
Castile and León, Spain
Franz Missing

¿Es posible pagar

Nach einem ausgiebigen Frühstück auf dem Markt von Astorga haben wir uns dem kulturellen Teil unserer Reise gewidmet und den Bischofspalast von Gaudi besichtig. Anschließend wurden die Esel wieder gesattelt und wir nahmen die Bergetappe in Angriff. Der 25km steile Anstieg bis zum Cruz de Ferro führte uns durch die ausgestorbene Stadt wo wir unseren Bekannten aus Washington DC auf ein großes Bier wieder trafen. Angekommen am Cruz de Ferro erlebten wir live wie das Buch "Ich bin dann mal weg" von Hape Kerkeling verfilmt wurde. In der Hauptrolle, der aus vielen Tatortverfilungen bekannte, David Striesow. Die anschließende 15 km lange Abfahrt in Richtung Ponferrada war begleitet von leichten Ausfallerscheinungen an unseren Rädern. Neben glühenden Scheibenbremsen und einer gebrochen Speiche, intensivieren sich mit der Zeit lustige Klappergeräuche an den geliebten Eisenschweinen. In Ponferrada ging es vorbei an der spektakulären Burg der Tempelritter. Das Städtchen verließen wir über die schon für die  Vuelta ausgestaffierte Straße nach Norden.
Im römisch geprägten Molinaseca tranken wir in der Abendsonne ein erfrischendes Bier am Fluss mit Blick auf die alte Römerbrücke. Gestärkt gingen wir die letzten Kilometer für den heutigen ‎Tag an. Um in Villafranca del Bierzo eine herrliche Unterkunft zu beziehen. Wir nächtigten in einem alten Stadthaus - Bodega Leo. Die Unterkunft wurde erst im August liebevoll restauriert.‎ PS: Die 200-er Marke ist geknackt!

  • Missing
    Maik hat am kommentiert:

    Hola. Es ist wiefer Montag und ich genieße Eure Berichte. Ich wünsche weiter genug Luft auf der Felge und dass Euer Durst bis MUC nicht vergeht.

Franz Missing

300 Kilometer bis Santiago

Nach Schwierigkeiten die Motoren wieder in Gang zu bekommen, konnten wir gegen 12 Uhr unsere Unterkunft verlassen und die Reise mehr oder minder fortsetzen. Die Beschilderung des Jakobswegs ist im Zentrum von Leon sehr bescheiden, was dazu beigetragen hat, dass wir gefühlte 10mal durch die Stadt kreisten. Nach der Aufarbeitung nächtlicher Ausflugsziele wurde mit Blick auf die Kathedrale versucht Frühstück aufzunehmen. Nach einer kurzen Stempelei und einer kleinen Fahrradreperatur aufgrund von Materialermüdung ging die Reise weiter. Entlang der Straße führt die Pilgertour nach Astorga, einem kleinen römisch geprägten Dorf mit gigantischen Bauwerken. Immer wieder wurden wir von Regenschauern überfallen, was uns durchaus eingebremst hat. Die Unterkunft in einer Herberge blieb uns heute verwehrt, da alles ausgebucht war. Die Herbergsmutter empfahl uns eine kleine Pension im Ort, wo wir unser Lager beziehen können. Nach kurzem aklimatisieren zog es uns in das niedliche Dorf zum Abendbrot. Der Abend endet mit dem guten Gefühl zu wissen das uns nun weniger als 300 km von Santiago de Compostela trennen. Rafel, der polnischer Buchverleger hat uns wieder angefunkt, jedoch ist er zwei Fußetappen vor uns. Wir sind damit verblieben nicht aus Spanien abzureisen ohne noch ein gemeinsames Bier zuvernaschen... es bleibt also spannend - Good Night

  • Small
    Ben hat am kommentiert:

    Ganz grosses Blog. Danke dafür.

Franz Missing

Sahagun nach Leon - das Ende der Hochebene kommt in Sicht

Nach einer kleinen nächtlichen Fehlbuchung sind wir ausgeruht am mor‎gen aus den Kojen gesprungen und haben fleißig bis zum Ortskern in die Pedale getreten. Die Straße vorm örtlichen Konsum war überfüllt mit Pilgern, dass hieß für uns hier muss es gut sein. Die Taktik ging auf, wie üblich gab es für uns frisches Brot und hauchdünn aufgeschnittenen frischen Schinken. Nach der guten Stärkung ging es weiter in Richtung Savanne. Die Landschaft wurde etwas attraktiver und man konnte ab und an etwas Grün sehen. Nach kurzer Anpassung des Luftdrucks konnte Timmi wieder zu uns aufschließen. Der Feldweg führte uns ewig dem Horizont entgegen, bis wir schließlich in Religios ankamen. Dann hieß es für uns Amigos erstmal Mittag fassen. Nach dem ersten spanischen Salat auf unserem Trip rückten wir in Mallas ein um den Ablauf unsere Reise mit einem Stempel beglaubigen zu lassen. Als wir Leon näher kamen und die Grenzen der Stadt überwunden, nahm der Regen wieder zu. Motiviert davon endlich in die trockene Unterkunft zukommen, mobilisierten wir die letzten Kräfte und schossen den Berg hinab ins Zentrum von Leon. Nach kurzer Suche unseres Hotels wurden wir neben anderen Wegbegleitern in der Lobby empfangen. Nach dem wir unsere Räder in die Abstellkammer gepresst hatten, wurde das Zimmer okkupiert. Gegen 19 Uhr haben wir uns dann dem Abendtrubel von Leon gestellt. Dazu muss man wissen, dass zu dieser Uhrzeit einfachmal nichts los ist. Aber gut für uns, um direkt in der ersten Reihe an der Bar zu sitzen. Nach einer kleinen Schinkenverkostung und ein paar Hopfenkaltschalen wechselten wir die Bar. Dieser Vorgang wiederholte sich noch zwei bis dreimal bis wir dann ein paar Stunden später in einer Bar auf Fussballstars der Region trafen. Diese jungen Typen werden in Spanien wie Götter verehrt. Nichts ahnend setzen wir uns neben die Jungs und fragen was sie in der Bar empfehlen. Nach verzweifelten Kommunikationsversuchen in Spanisch fanden wir heraus, dass wir einfach Englisch sprechen können. Wir hatten kaum die Jacken abgelegt, kam der Kellner und fragte die Fussballdudes ob wir Freunde von Ihnen seien. Ab diesem Zeitpunkt wurden wir vom Kellner bedient als hätten wir drei Muttis am Tisch stehen. Und das Essen wurde flatrateartig nachgefüllt und alles ging dem Fussball zu Ehren aufs Haus. Nach dem wir dann wussten mit wem wir es zu tun haben und uns erklärt wurde das Fussballausbildung hier wichtiger ist als ein Studium, ging es gemeinsam weiter zur nächsten Bar. Unsere Fußballer zeigten uns Ihre Geheimtipps und wir erkunden gemeinsam das Kneipenviertel. Nach dem abrücken der Jungs, mussten wir die spanischen Destillate allein weiter verkosten. Bis der Abend dann mit technischen Störungen unsererseits in der Buddha Bar endete :D.
Es war ein schöner Abend, an dem leider eine Jacke eingebüßt wurde, aber wir alle heil und gesund sowie ohne weiter Verluste in der Unterkunft ankamen. Nighty night Leon...‎

Franz Missing

Regen, Gegenwind und 90km auf der Uhr

In der katholischen Herberge wurden wir mit aktuellen Poptracks gegen 7 Uhr aus dem Schlaf geholt und sofort ‎mit dem Befehl gestrafft, dass die Herberge gegen 7:30 Uhr ihre Pforten schließt. Pünklich abgefahren in Castrojeriz konnten wir drei Dörfer weiter in Itero de la Vega im örtlichen Konsum ein herzhaftes Frühstück aufnehmen. Unser Tag sollte heute von wechselhaftem Wetter geprägt sein. Wir durften regelmäßig unsere Regenkleider an und wieder aus ziehen. Die Tour ging entlang am Canal de Castilla, einem 1753 bis 1859 erbauten Wasserweg. Bis zur Mittagsrast ging es für Kilometer entlang einer wenig befahrenen Strasse. Wir stoppten in einem kleinen Park an der Strasse um unser Wasserreservoir aufzufüllen, dabei wurden wir von einem Opi, der sich um die Sauberkeit der Lokalität sorgte, mit Süßigkeiten beschenkt. Nach einer freundlichen Verabschiedung mit "Buen Camino" zogen wir weiter. Wenig später erreichten wir die Hauptstadt der Hochebene Carrion de los Condes, wo wir in einer vollkommen ausgeplünderten Kneipe letztlich doch noch etwas zu kauen erhielten. Diese reichhaltige Mahlzeit stellte sich folglich als ungemein wichtig heraus, denn nun begann die wirklich unbarmherzige Weite der Tierra de Campos. Die Ebene in der Ebene, oder auch noch öder als öde. Einer schon von den Römern angelegter, schnurgerader Handelsweg namens Via Aquitana führte uns durch die Steppe nach Calzadilla de la Cueza. Als Entschädigung für den tristen Weg wurde ein großes Eis verhaftet. Überrascht vom sofortigen Platzregen beschlossen wir nicht nach Sahagun zufahren und bekleidet wie die Astronauten nur bis zur nächsten Unterkunft zuradeln. Da angekommen, erklärte man uns freundlich, nach dem wir alle Sachen abgelegt hatten, dass die Herberge voll ist. :( Dieser Vorgang wiederholte sich dann noch zweimal, zum Glück waren die Dörfer nur ca. 3 km auseinander. Daher zurück zum alten Plan, wir radeln weiter nach Sahagun und beziehen da unser Quartier. Wir sind gut in Sahagun angekommen, haben hervorragend  gegessen und konnten unsere Sachen trocken. Zur Feier des Tag beschlossen wir für den kommenden Abend in Leon eine Unterkunft zu ordern. Doch aller Euphorie zum Trotz, mussten wir feststellen, dass Leon nicht in Mexiko sondern in Spanien ist. Also musste mit Hilfe der freundlichen Dame von Booking.com, das Hotel in Mexiko wieder storniert werden. - Gute Nacht

Franz Missing

Aus der Stadt aufs Land

‎Die Abreise in Burgos begann mit einem Frühstück in Panchos Bar. Die Crew war so glücklich darüber uns wieder zu erspähen, dass wir direkt im Mittelpunkt aller Spanier in der Bar standen. Gut gestärkt verließen wir Burgos durch den Park in Richtung der  nordspanischen Ebene. Unser Weg führt uns vorbei an kleinen mittelalterlichen Dörfern, Ruinen und endlosen Feldern. Die steinernen Häuser passen sich gut in die eintönige Landschaft ein. Die Fahrt durch die endlosen abgeernteten Getreidefelder war jedoch schlimmer und endloser wie eine Fahrt mit dem Auto durch Brandenburg. Die von der Sommersonne völlig verdorrte Hochebene wurde nur durch ein paar kleine Senken und sich ab und an ändernde Weidezäune aufgelockert. 
Damit es nicht zu langweilig wird, bekleidete uns die ganze Tour ein wirklich schöner Gegenwind. In Hontanas wurde eine kleine Snackpause eingelegt. Dieses Dörfchen liegt in einem Tal und ist in typischen spanischen Still der letzten Jahrhunderte  erbaut. Direkt im Ortskern haben wir die nunmehr dringend benötigte Flüssignahrung inhaliert. Weiter ging es dann auf einer imposanten Allee und durch das berühmte Bogengewölbe, was einst Kloster und Kirche verband, weiter nach San Anton. Aus der Ferne erblickten wir bereits die Burgruine von Castrojeriz, eine der längsten Ortschaften auf dem Camino. Aufgrund des etwas späteren Starts in Burogs wurde unsere Route aus Zeitgründen verkürzt und hier eine Bleibe bezogen. Das Regufio San Juan nahm uns mit kirchlicher Nächstenliebe herzlich auf. Nach einer skeptischen Prüfung unseres Pilgerpasses wurde uns Eintritt gewährt. Mit dem Befehl das Bett am nächsten morgen nicht vor 6:45 zuverlassen. - NIEMALS :) Die folgende Leibesvisitation hatte zur Folge dass uns Betten im kettenverhangenen unteren Schlaftrakt (ehemaliger Schweinestall) zugewiesen worden. Aus Angst vor weiteren Bekehrungsversuchen flüchteten wir in die naheliegende Taverne, in der wir unser Abendmahl einwurfen. Anschließend wurde die Nasszelle der Herberge aufgesucht, um dann pünktlich mit allen anderen Bubbeköppen gemeinsam zu schlummern. Der Versuch ins Reich der Träume zu fliehen wurde durch schweineartiges Grunsen in unbeschreiblicher Lautstärke unterbunden. Bei der Suche nach dem Problem hatte sich heraus gestellt, dass es sich beim Verursacher um Tims Bettnachbarn handelte. Tims Versuche mit ufoartigen Lichtstrahlen seinen Nachbarn zu wecken schlugen leider fehl...  Gute Nacht!‎

  • Missing
    Tim Bergmann hat am kommentiert:

    Jetzt auf YouTube ansehen: Rainald Grebe - Brandenburg
    Rainald Grebe - Brandenburg: http://youtu.be/uellmynA34U

  • Small
    Isabelle hat am kommentiert:

    toll eure Abenteuer zu folgen!

  • Small
    Jasmin hat am kommentiert:

    das essen sieht auf jeden fall immer sehr lecker aus, was ihr fotografiert. wie schmeckt euch spanien denn bisher?

Franz Missing

Good Morning Burgos

... was für ein Abend! Nach dem Check-In in unsere luxuriöse Herberge :) haben wir uns erstmal ein Bad gegönnt und etwas ausgeruht. Um dann gegen 21 Uhr in die Stadt zu starten. Auf den Straßen von Burgos musste Timmi seinen Marktwert bei einheimischen Frauen verifizieren. Die Lady an der Rezeption hat uns zwei Strassen in unsere Tourimap eingepinselt und uns empfohlen im Pancho Abendbrot zu essen. Da angekommen harmonisieren wir direkt mit dem Kellner :P. Ein lustiger Spanier der uns den Unterschied zwischen WiFi und WeeFee erklärte. Wir verspeißten jede Menge Tapas und wurden immer wieder mit Graattiss Tapas vom Kellner beschenkt. Nach ein paar Sangria und Bier wechselten wir die Location. Auch da wurde der Sangria abgeschmeckt - das können die Jungs ;) - wir können es kaum glauben aber angeblich soll hier in der Woche alles 23 Uhr schließen. Wirklich?!? - aber ohne uns ;)
Wir wechselten nochmal die Kneipe und suchten wieder unseren Platz in der lustigen Kneipe auf. Das Panchos Personal empfing uns herzlich und entschied sich dazu mit uns bei geschlossen Pforten weiter in die Nacht zu feiern/trinken :)
Wir testeten  einheimische Getränke und sprachen deutsch mit dem Kellner, der zu hause mit seinem Sohn deutsch lernt. Durch die Krise in Spanien wurde auch die Schließzeit der lokalen Bars in der Woche herbeigeführt, wie der Kellner uns erklärte.
Nach dem wir drei Getränkesommeliers fertig verkostet hatten, bestand die Bar Crew noch auf ein Abschiedsbild mit uns. Super Abend in Burgos.
2 Uhr hieß es dann Licht aus und schnell schlafen, denn 10 Uhr klingelt der Wecker.
... mehr dazu heute Abend‎

  • Missing
    deMama hat am kommentiert:

    Von wegen Jacobsweg...in Wahrheit seid Ihr doch "verdeckte Biertester" unterwegs, stimmts?

Franz Missing

... der Sonne entgegen

In unserer schönen Herberge in Belorado erwachten wir zu einer urlaubsfreundlichen Zeit. Der Blick aus dem Fenster, war allerdings alles andere als urlaubsfreundlich - Es regnete und es war keine Besserung in Sicht. Nach ausführlicher Lage- und Kriesenbesprechung wurde Regenkleidung für den heutigen Tag angeordnet. ‎Nach dem wir uns intensiv in unsere mehere Tage sinnlos durch die Gegend gefahrene Regenkleidung gepresst hatten, entschieden wir uns dazu noch einen Kaffee in der Herberge zu trinken. In der Hoffnung der Regen verzieht, haben wir es dann 11:30 gewagt uns dem gefährlichen Wetter ( 3 Tropfen die vom Himmel fiehlen ) zu stellen. Anschließend wurde noch ein Baguette für den Weg beim örtlichen Lebensmittelumschlagplatz entgegen genommen. Danach hieß es wie so oft auf diesem Trip, Berge wir kommen. Wir strampelten Richtung Himmel auf 1155m und erklommen die Montes de Orca. Das Höhenprofil unserer Karte versteckte allerdings die nachfolgende Schlucht, was leider nicht förderlich für unsere Motivation war. Zu allem übel mussten die zuvor konsumierten landestypischen Bohnen aus der Dose wieder der Atmosphäre zugeführt  werden. Nachdem es allen Tourteilnehmern wieder gut ging, rollten wir nach San Juan de Ortega, was zu gleich Halbzeit für den heutigen Tag bedeutete. 
Die Regensachen wurden mittlerweile mühevoll wieder abgelegt und verpackt. Nach einer kleinen Stärkung mit Keksen und internationalem Brauseheilgetränk gingen wir die letzten 30 km nach Burgos an. Über steinige, holprige Feldwege ging es hinauf zur Hochebene von Matagrande. Aus Wegen wurde Pfade, aus Pfaden wurden Geröllfelder und aus Radeln wurde Strampeln und daraus letztlich Schieben. Da haben wir erstmal gemerkt wie unendlich leicht unsere Fahrräder NICHT sind. Auf dem Gipfel angekommen, konnten unsere Adleraugen bereit Burgos identifizieren.‎ Nach einer adrenalingetränkten Abfahrt ging es durchs kastilianische Flachland vorbei am Flughafen von Burgos und den berühmten Promenaden ins mittelalterliche Stadtzentrum. Dort angekommen wurde ein kleines süßes Café  gestürmt. Nach einer Verkostung der örtlichen Delikatessen wurde die Stadt für gut empfunden. Als heutige Basis sollte ein Hotel im Zentrum dienen. Wir wurden im Hotel Cordon aufgenommen und haben uns erstmal im Zimmer regeneriert. Eine Nachtschließzeit von 22 Uhr soll uns heute erspart bleiben und der Check-Out ist morgen spätestens 12 Uhr. Das sind doch ideale Voraussetzungen um uns nochmal unter die Einheimischen zu mischen...
Fazit: Tim ist zwei Tage dabei und sein Hintern brennt wie Ast. Ahuuuu :)

Barrios de Colina
Castile and León, Spain
Franz Missing

Drei Radler auf dem Weg von Najera nach Belorado

Was für eine Nacht! Am Abend zuvor war für uns gegen 22 Uhr Nachtruhe, da die Herberge wie üblich gegen 22:30 das Licht erwischen ließ. In unserem 8-ter Zimmer waren gefühlte 30 Grad. Unsere lieben Zimmerfreunde erachteten es als wichtig aufgrund der lustigen und feierwütigen Spanier, die auf der Strasse in den Sonntag feierten,‎ die Fenster zu schließen um nun auch die letzte Frischluftzufuhr abzustellen. 
Der Sonntag began für uns gegen 8 Uhr auf der Strasse von Najera, wir verließen die Stadt Richtung Westen und kraxelten mit unseren Rädern durch eine canyonartige Landschaft nach Azofra. In diesem kleinen verschlafenen Dorf gab es für uns Frühstück - der ortsansässige Lebensmittelhändler versorgte uns mit frischem Jamon, Queso und Brot. Der Anstieg nach Ciruena straffte uns komplett. ‎Was eine Rast unersetzlich machte. Ein deutscher Mitbürger aus dem Schwabenland klärte uns darüber auf, dass Sonnenschutz aus der Dose kompletter Luxus wäre.
Erholt und relaxed ging es die Straße hinab nach Santo Domingo de la Calzada - die berühmte Stadt der heiligen Hühner. 
Danach führte uns der Weg nach Santiago direkt entlang der halbfertigen Autobahn - ein Pilgerhighway für Fahrräder ;)
Vorbei an Granon sind wir zum Mittag in Redecilla del Camino in einem kleinen Lokal eingerückt. Tim sorgte mit seinen Spanischkenntnissen für eine Vollversorgung mit Tapas und Bier. Nach einer kleinen Siesta waren wir wieder startklar und begaben uns auf den lang gezogen Abschnitt nach Belorado. Nach einer kleinen Sprintetappe mit ortsansässigen Radlern haben wir uns in Belorado verloren, was zu einem kleinen Orientierungsproblem führte. Als komplette Gruppe sind wir in die Herberge a->santiago eingeflogen. Nach einer kurzen Erfrischung sind wir dann mit einem guten Pott Sangria am Pool zum liegen gekommen. Der Abend endete dann bei einem guten Pilgermenu mit noch ein paar mehr Fässern Sangria....

Franz Missing

Zum Mittagsbier in Najera

In unserer Unterkunft Casa de Austria in Los Arcos begann der Tag für uns gegen 7 Uhr natürlich im dunkeln. Nach einer erquickenden Morgenhygiene sowie etwas Schwarzbrot und Kaffee zum Frühstück bestiegen wir unsere Räder. Wir haben uns noch kurz von Rafal verabschiedet und sind dabei verblieben uns vielleicht am Tagesziel wieder zu treffen. Anschließend haben wir noch einen kurzen Stop auf dem Marktplatz in Los Arcos eingelegt um frisches Brunnenwasser zu tanken und siehe da - unsere Freunde, the retiered English Teachers haben sich ein schönes Frühstück gegönnt. Wir sind dann alle gemeinsam bis‎ Torres del Rio geradelt, dann trennten sich unsere Wege leider aus unüberbrückbaren Tempogründen. Nach zwei weiteren steilen Anstiegen, vielen Weinbergen und etlichen Kilometern haben wir Logrono erreicht. Ein typischer spanischer Moloch. Hier sind wir erstmal in einen kleinen Tante-Emma-Laden eingerückt und haben frischen Aufschnitt und Brot gekauft. Nach dem Morgensnack ging es durch die reizvollen Parkanlagen der Stadt weiter auf dem Camino Richtung Westen. Entlang am Ufer eines Stausees wurde uns der Weg von einem einheimischen Radler mit Baby an Bord gewiesen. Unsere Wege trennten sich und wir fuhren durch die Berge nach Navarrete.‎
Irgendwie ist das so eine Eigenart an diesem Weg, das alle Städtchen auf einem Hügel stehen :)
An Navarrete vorbei wurden die Wege immer unbequemer und die Steine gröber - diese Feldwege führten uns bis nach Ventosa. Der letzte richtig steile Anstieg brachte uns auf den Alto de San Anton und ab da hieß es Najera wir kommen ;) 
Eine schöne Abfahrt belohnte unsere Mühen.  
Gegen 13 Uhr haben wir die heutigen 60km geknackt und das Ortschild von Najera passiert. 
Nach kurzer Suche haben wir den kleinen Busbahnhof ausfindig gemacht. Hier empfangen wir gegen 15 Uhr unseren dritten Mitbestreiter. Timmi weis jedoch noch nicht das wir zwei schon gemütlich ein paar Bier in der Sonne von Najera einatmen;)... 

  • Small
    Sandra hat am kommentiert:

    Und der Bart wächst (zumindest Daniels)

  • Missing
    Maik hat am kommentiert:

    Hallo Jungs. Meine Arbeitswoche beginnt und ich verfolge euren Trip in der morgentlich S-Bahn und amüsiere mich prächtig. Na ja die Fotos schau ich mir mal auf der großen Kiste an. Viel Spass und Kraft noch.

Franz Missing

Von eiseren Pilgern und alten Bekannten

‎‎Nach einer gemütlichen Nacht in unserer kleiner feinen Unterkunft, startet für einige Pilgerer aus unserer Gruppe der Tag bereit gegen 4 Uhr morgens - wir entschieden uns bis halb acht weiter zu ruhen. Nach einem kurzen Frühstück schwungen wir uns auf die Räder und suchten vergebens nach dem Weg. Unser teurer Wegbegleiter der polnische Buchverleger ( Rafal that is you :)) begleitete uns von Anfang bis Ende. Wir haben uns tagsüber ab und an getrennt um uns abends in Los Arcos wieder zu treffen, später mehr dazu.
Wir entschieden uns gegen den Rat unseres Reiseführers den steilen Pfaden des Jakobsweges zum Gipfel zu folgen. Kurz vor erreichen der Anhöhe trafen wir wieder auf Crazy Kim aus Neuseeland. Kim hatte die Herberge schon 2 Stunden vor uns verlassen. Nach ein paar lustigen Bildern mit den berühmten eisernen Pilgern auf der Passhöhe flogen wir die langen Abfahrten nach Orbanos hinunter. Dort treffen die beiden Arme des spanischen Jakobsweges zusammen. Im örtlichen Laden besorgten wir uns ein ordentliches Frühstück bestehend aus einem belegten Baguette und einer satten Portion Bohnen. Weiter durch die Weinberge Navarras zwangen uns immer wieder kleine und große Anstiege aus dem Sattel. Gegen zwei Uhr nachmittags hielten wir eine kleine Siesta in einem verschlafenen mittelalterlichen Städtchen. Kurz hinter der Stadt überquerten wir auf einer alten Römerbrücke einen reißenden Fluss und wechseln auf die Nationalstraße gen Estella. Das große Kloster hinter der Stadtgrenze versorgte uns mit Wein und Wasser aus seinem berühmten Brunnen. Zusammen mit Rafal rissen wir die letzten 20 Kilometer bis Los Arcos herunter. Den letzten Kreisverkehr mussten wir aus spontan Gründen bei voller Geschwindigkeit frontal überqueren. Franz verlor dabei seine rechte Seitentasche. Lustsch wars! Wir waren erst kurz nach 6 in Los Arcos und so waren die meisten Herbergen schon restlos ausgebucht. Am Ende fand sich denoch eine kleine Unterkunft. Nach einer Dusche und mit frischen Klamotten sah die Pilgerwelt schon wieder viel einladender aus. Nach einer Paella und einem Bier gings zurück in die Herberge. Dann gab's noch paar Bier in alt gewohnter Tradition... Gute Nacht Freunde ;)

Obanos
Navarre, Spain
  • Missing
    Tim Bergmann hat am kommentiert:

    Jungs hab in Deutschland schon den ersten Australischen Pilgerer getroffen. ^^

Franz Missing

Nach den französischen Gipfeln folgen die spanischen Ebenen.

Pünktlich um 6 Uhr morgens weckten uns die niederländischen Freiwilligen mit göttlicher Musik und grellem Licht‎. Wir erhoben unsere schlaffen Körper und wanderten durch den noch dunklen Nebelwald ins nächste Dorf. Im örtlichen Konsum erhielten wir für einen schmalen Taler ein ausgewogenes Frühstück. Eine Stunde später fanden wir auf dem Campingplatz Urrobi  unsere stählernen Begleiter für die nächsten Wochen vor. Nach kurzer Pause zum zusammenbauen und beladen der Räder bogen wir auf die Gebirgsstraße in Richtung Pamplona ein. Nach einer gewissen Zeit wurde uns die Straße zu langweilig und wir fuhren wieder auf den Pisten und Pfaden des offiziellen Jakobsweges ins Tal. Der Weg führte uns vorbei an wilden Flüssen, mittelalterlichen Dörfern und großen Gruppen aus Pilgern. Das letzte Stück bis Pamplona ritten wir auf unseren Eisenschweinen durch eine rießige Parklandschaft dem Rio de Argo. In der Stadt angekommen schaufelten wir uns zur Stärkung erstmal eine Portion Paella mit Meeresfrüchten in unsere ausgehungerten Bäuche. - Vorher gab es noch einen Stempel an der Kathedrale. An der Universität vorbei ging es den letzten knackigen Anstieg des Tages hinauf. Unterwegs luden Herbergen mit Pool zum verweilen ein, aber wir blieben standhaft und fokussierten uns auf unser heutiges Ziel. Die letzten Kilometer hatten es nochmal in sich. Unter der sängenden Sonne kletterten wir auf einem zum  auswaschenen Flussbett verkommenen Schotterweg zur Herberge hinauf. Komplett an der körperlichen Grenze erreichten wir das nette baskische Bergdorf am Fusse des Berges. Nach einer Dusche und einem großartigen Abendessen mit vielen internationalen Mitpilgern ließen wir den Tag bei Paar galizischen Hopfenschorlen ausklingen. Wieder viele neue Leute kennengelernt. Freuen wir uns auf den morgigen Tag! Adios...

  • Missing
    deMama hat am kommentiert:

    Es macht richtig Spaß, von Euren Abenteuern zu lesen. Liebe Grüße aus der verregneten Heimat.

Franz Missing

Was ist in eurem schwarzen Sack?

‎... das war die Frage von jedem Pilger dem wir heute begegnet sind - später mehr dazu.Heute morgen hat uns der Wecker 7 Uhr ermahnt zum Frühstück zu gehen. Nach einem Baguette  mit Erdbeermarmelade und einem schönen Kaffee im alten Kino haben wir uns auf den Weg nach Roncesvalles gemacht. Vorher noch schnell den ersten Pilgerstempel abgeholt und schon ging es los. Nach dem mittelalterlichen Stadttor erhob sich unser Weg in luftige und zugleich schweißige Höhen. Die äußeren Bedingungen zwangen uns unsere ursprüngliche Taktik zu überdenken und auf den berühmten Einmannträger der Sherpa umzusteigen. Der steile und anstrengende Weg wurde durch gigantische Ausblicke und lustige Gespräche mit unseren Wegbegleitern entschädigt. Im Verlauf des Tages haben wir uns alle an verschiedenen Rastorten, Brunnen oder einfach nur im Schatten immer wieder gesehen. Kurz vor dem Gipfel stand ein kleiner Van der Bananen, Eier und Getränke verkauft hat - den letzten Stempel in Frankreich gab es hier auch. Ab jetzt waren es noch 11km bis zum Kloster in Roncesvalles, vorbei an der Rolandsquelle und über die französisch-spanische Grenze durch einen wunderschönen Lorbeerwald hinab zum Kloster. Beim verlassen des Waldes stand ein imposanter mittelalterlicher Bau vor uns, dies sollte für den heutigen Abend unsere Herberge sein. Nach einen kurzen Check-In und 5€ in die Kasse ging es in den Schlafsaal - kurzer Schock :) - es erinnerte ein wenig an ein Lazerett. Zu unsere Freude war aber alles ganz ordentlich. Mit 180 Leidensgenossen werden wir uns heute also ein Schlafzimmer teilen. Nach kurzer Ruhephase ging es direkt zum Duschen, was uns an unsere Bundeswehrzeit erinnert hat ;). Hmmm..Seife!Den Abend haben wir dann gemütlich in der Klosterkneipe ausklingen lassen. Zum Abendmahl waren wir eine witzige Truppe aus Belgiern, Italienern und Engländern - lustige Leute, die sich über unseren schwarzen Sack amüsiert haben. Den Engländern hat unser Mahl so gut gefallen, dass wir direkt im Anschluss noch ein paar Bierchen zusammen trinken mussten. Der kleine Umtrunk wurde durch einen besonders glücklichen Kanadier aus Toronto ergänzt. Von Angie Merkel über das schottische Unabhängigkeitsreferendum bis hin zum Elberadweg wurde alles thematisiert und beprostet.Kurz vor 22 ging es ins Schlafzimmer, einige der Pilger schliefen schon - eine herrliche Geräuch- und Geruchskulisse :D - Das hat uns vorm schlafen direkt nochmal ein lächeln ins Gesicht massiert. Eine Gruppe aus Schweizern und Polen tranken in den Kellerräumen noch eine eingeschmuggelte Flasche Rotwein bis dann auch ihnen die Augen zu fielen. Moral von der Geschicht: Manche trinken doch alle stinken! Nighty Night

Franz Missing

Kurze Impressionen aus Saint-Jean-Pied-De-Port

.... am frühen Abend haben wir Quartier im alten Kino der Stadt bezogen. Nach kurzem Check-In wurde klar das es erstmal länger dauert - die Magnesiumtabletten hat es liebevoll in alle Sachen einmassiert :( ... Damit konnte die Waschpaste das erstmal aktiviert werden. :) 

Nach dieser "Aufreibenden" Aktion haben wir das Dörfchen erkundet, unser erstes Pilgermenu gegessen und lassen den Abend jetzt mit etwas Sangria ausklingen...schaut einfach selbst

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    Tim Bergmann hat am kommentiert:

    Geil Geil Geil:))))
    Ich freu mich schon. Koffer ist schon bei Kalle und Hostel wurde mit feinsten Portugiesisch in Najera reserviert. ;)

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    Claus hat am kommentiert:

    Kleiner Tipp: Wenn ihr die Bilder bereits in der Kamera dreht, kommen sie gerade in der Galerie an.
    Spannende Sache - mit wieviel km rechnet ihr?

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    Tim Bergmann hat am kommentiert:

    Sorry wenn wir die nächsten Tage ei einen 25er Schnitt fahren müssen!!!

Franz Missing

wir haben es nach Saint-Jean-Piet-De -Port geschafft

die Bahn von Bayonne hat uns mit all den anderen Pilgerern nach Combo gebracht - die Bahnfahrt war geruchstechnisch schon ein kleiner Vorgeschmack auf das was wohl in den nächsten Tagen noch kommen wird ;o) ‎Vom Bahnhof im verträumten Cambo ging es mit dem Bus Richtung Saint-Jean-Piet-De-Port. Das Wetter war auf unserer Seite und wir hatten einen genialen Blick auf die Pyrenäen. Nach einer entspannten Busfahrt sind wir mit Päckle und Säckle am Start unserer eigentlichen Reise angekommen.
Wir haben eine gute Unterkunft gefunden und werden heute Abend noch ein bisschen das Dörfchen erkunden... 

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    Sandra hat am kommentiert:

    Sieht nach einem gemütlichen dörfchen aus. Entspannt euch noch bisschen, bevor es dann morgen richtig los geht.

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    Tim Bergmann hat am kommentiert:

    Nicht nur ihr seit auf dem Weg. Ich hab heute mal aus Leipzig gestartet.

Franz Missing

Planet Sandwiches de Bayonne

‎‎Das Experiment Zugtickets aus Gründen der Gewichtsoptimierung in Deutschland zu lassen erwies sich am Bahnsteig als relativ ungünstig und kann als gescheitert betrachtet werden. Aufgrund der besonders flüssigen  Zusammenarbeit mit den Behörden vor Ort sowie der guten Verbindung nach Hause konnte der GAU noch abgewendet werden. Die Strafzahlung von 5 Euro will ich euch der Form halber nicht verschweigen. 5 Stunden Schlaf und eine Menge südfranzösischer Impressionen später speisen wir in einem kleinen Laden Namens Planet Sandwiches in Bayonne zu Mittag. 14:45 geht es mit der Bimmelbahn in die Pyrenäen und die Etappe Frankreich neigt sich dem Ende - Schön wars, sind vielen netten Leuten begegnet und nehmen viele schön Eindrücke mit...

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    Paul hat am kommentiert:

    tolle tour jungs!

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    Sandra hat am kommentiert:

    Das war heute ein etwas anderer Start in den Tag ;) Ein Hoch auf die Franzosen, die euch trotzdem unbedingt mitnehmen wollten.

Franz Missing

Kurze Nacht und kaltes Wasser...

... nach 3 Stunden Schlaf hat uns der Wecker 5 Uhr aus dem Reich der Träume geholt. Nach einer erholsamen Dusche ( verdammt kalt ;) ), haben wir  nur kurz unser Zeug zusammen gerauft und sind direkt Richtung Metro gewandert. Nach einer Stunde haben wir dann den Bahnhof Montparnasse erreicht, wo es erstmal eine kleine Stärkung gab - das war sehr gut um den gestrigen Abend zu verarbeiten ;)... 

Franz Missing

Zwei Froschschenkelfresser in Paris!

Servus  Volksgenossen! Wir begrüßen euch zum ersten Mal aus dem sonnenigen Moloch Paris. Doch beginnen wir am Morgen. Das gelbe Müllauto unterbrach rüde unsere französische Nacht - gegen 11 Uhr mittags. Auf eine  wohl temperierte Dusche bei erdigen 5 Grad Celsius folgt ein Frühstück das alle Gaumenfreuden von süß bis herzhaft voll befriedigte. Ein Hoch auf die lokale Backkunst! Der Bus 69 brachte uns an allen Sehenswürdigkeiten vorbei in den Westen der französischen Hauptstadt. Mit einem Ruck spuckte uns die germanische Schleuder am Fuß des Eiffelturm aus. Schon auf der gestrigen Fahrt vom Flughafen war uns der unheimliche Charme der Stadt an der Seine vor Augen geführt wurden. Nun standen  wir zwei Hompres vor einem  über 300 Meter hohen genieteten Geflecht aus Stahl. Bereits die Aussicht von der ersten und zweiten Etage war unbeschreiblich. Sprichwörtlich gestoppt wurde dieser Eindruck nur von den Warteschlangen am finalen Lift zur Spitze. Aber sei es drum. Dieser Blick über die Metropole war dermaßen beeindruckend, dass wir uns wenige Minuten nach dem Abstieg vom braunen Riesen schon auf dem Arc de Triumph wiederfanden. Der anschließende Weg über die Champs Elysées brachte uns leider nur in die Nähe des weltberühmten Louvre. Eine gut sortierte Brauwirtschaft vermochte durch ihr wohlschemckendes Helles unseren Drang nach kultureller Erfüllung ein rasches Ende zu bereiten. Auf den Schreck folgte auf dem Fuße ein weiterer großer  Hopfenblütensaft. Danach fuhren wir mit der örtlichen Untergrundbahn zurück in unser Quartier und wuschen unsere anmutig riechenden Fußkleider. Eine erneuter elektrischer getriebener Ausflug in die Innenstadt ermöglichte uns die Bekanntschaft mit den Studenten Christina und Paul. Eine Jazzbar und eine liebliche Kneipe später löste sich unsere kleine Gruppe auf und wir begaben uns mit einem Kfz zurück in die Herberge. Ein schöner unterhaltsamer Tag neigt sich seinem Ende zu. Schläft schön. PS : Nehmt nich die U-Bahnlinie 2 nach Stalingrad. Da ist nichts los! PPS : Dresden liegt nich bei Düsseldorf!

Paris
Île-de-France, France
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    Fränze hat am kommentiert:

    Ihr werdet noch zu Selfie- Profis...

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    Tim Bergmann hat am kommentiert:

    Was!!!??? Zu VOLL zum U- Bahn fahren?

Franz Missing

ein schöner Abend geht zu Ende...

‎... wir haben den ersten Abend in Paris gemütlich ausklingen lassen und schlafen jetzt erstmal. Morgen ist geplant die Stadt zu erkunden und der Rest wird sich ergeben...

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    Tim Bergmann hat am kommentiert:

    Das ist ja mal ein stolzer Preis fürn Bier.

Franz Missing

Gut angekommen in Paris

... nach einer Stunde im Bus und einer lustigen Fahrt in der Metro sind wir nun in unserer Unterkunft - jetzt werden wir nochmal das Bier verkosten ;)‎

Paris
Ile-de-France, France
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    Rico Wildner hat am kommentiert:

    Polsti hat doch schon wieder keine Unterwäsche an

Franz Missing

Auf zum Flieger...

‎Jetzt geht es ab nach Paris, mal schauen ob das mit dem Schlüssel für unsere Unterkunft alles klappt...‎

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    Sandra hat am kommentiert:

    J ' ai Besoin De La Clé! :) Schöner Typ, Den du Im Schlepptau hast.

Franz Missing

Sachen packen...

‎... der Pilgerpass ist eingetrudelt und jetzt wird unsere kleine Checkliste nochmal durch gegangen. 
Letzte organisatorische Dinge werden noch abgestimmt und dann kann es am Sonntag los gehen.

Freiberg
Saxony, Germany
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    Sarah hat am kommentiert:

    Hallo Franz! Tolle Tour, die du da planst. Wann gehts denn los? Schöne Grüße vom permondo-Team!

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    Michaela hat am kommentiert:

    das ist ja eine super geschichte! da freue ich mich schon auf deine bilder und berichte.